
kein zweiter
von Björn Schwede
Und noch mehr: auch in Mathe oder Erdkunde hatte er meist die Aufgaben vor den anderen gelöst. Er war es gewohnt, Erster zu sein.
Doch an diesem Tag im März.
Er kann noch genau die Farbe der Erde beschreiben, den Geruch der Luft, das Stechen in den Lungen ? und an dieses Gefühl, dass überall in seinem Körper war.
Selbst die Gedanken sprachen im Dialekt dieser Empfindung, dieses Instinkts.
Er denkt an zu Hause, an seine Eltern, die von siegen sprachen, als er los zog. Sie wollte er nicht enttäuschen. Mehr als das.
An diesem Tag im März tragen ihn seine Füße schneller als jemals zuvor, doch er fliegt noch nicht. Er wünschte sich, er könnte fliegen. Wie ein Vogel. Strömen, wie der Wind.
Doch er ist nicht wie der Wind. Der Wind würde nicht stolpern, mit den Armen rudern, ums Gleichgewicht kämpfen.
Er rennt, rennt, rennt, lässt alle hinter sich. Hinter sich zurück. Und er rennt. Seine Lunge füllt sich schon lange nicht mehr mit Luft. Seitenstechen? Vielleicht. Er würde auch das nicht mehr fühlen. Da vorn ist so etwas wie ein Ziel. Doch in ihm ist dieser Gedanke. Dass es vorher schon vorbei sein könnte. Und vielmehr noch ist tief in ihm der Wunsch, dass es schon vorbei wäre. Dann hätte er dieses eine Mal nicht gewonnen. Dieses eine Mal hätt er verloren.
Vielleicht würde die, die jetzt noch hinter ihm waren, ihn wieder einholen. Es könnte ja sein, dass sie es mehr verdient hatten, als er.
Er hat an diesem Tag im März gewonnen. So viel gewonnen. Und vieles mehr dort gelassen. Auf dieses letzten Metern zum rettenden Schützengraben.
So oft hat er mir diese Geschichte erzählt. Seine Stimme klingt dabei mittlerweile, als sei dies alles jemand anderem passiert. Nur seine Augen geben etwas anderes preis.
Doch an diesem Tag im März.
Er kann noch genau die Farbe der Erde beschreiben, den Geruch der Luft, das Stechen in den Lungen ? und an dieses Gefühl, dass überall in seinem Körper war.
Selbst die Gedanken sprachen im Dialekt dieser Empfindung, dieses Instinkts.
Er denkt an zu Hause, an seine Eltern, die von siegen sprachen, als er los zog. Sie wollte er nicht enttäuschen. Mehr als das.
An diesem Tag im März tragen ihn seine Füße schneller als jemals zuvor, doch er fliegt noch nicht. Er wünschte sich, er könnte fliegen. Wie ein Vogel. Strömen, wie der Wind.
Doch er ist nicht wie der Wind. Der Wind würde nicht stolpern, mit den Armen rudern, ums Gleichgewicht kämpfen.
Er rennt, rennt, rennt, lässt alle hinter sich. Hinter sich zurück. Und er rennt. Seine Lunge füllt sich schon lange nicht mehr mit Luft. Seitenstechen? Vielleicht. Er würde auch das nicht mehr fühlen. Da vorn ist so etwas wie ein Ziel. Doch in ihm ist dieser Gedanke. Dass es vorher schon vorbei sein könnte. Und vielmehr noch ist tief in ihm der Wunsch, dass es schon vorbei wäre. Dann hätte er dieses eine Mal nicht gewonnen. Dieses eine Mal hätt er verloren.
Vielleicht würde die, die jetzt noch hinter ihm waren, ihn wieder einholen. Es könnte ja sein, dass sie es mehr verdient hatten, als er.
Er hat an diesem Tag im März gewonnen. So viel gewonnen. Und vieles mehr dort gelassen. Auf dieses letzten Metern zum rettenden Schützengraben.
So oft hat er mir diese Geschichte erzählt. Seine Stimme klingt dabei mittlerweile, als sei dies alles jemand anderem passiert. Nur seine Augen geben etwas anderes preis.


Nichtraucher
am 5. Apr, 01:01