0403 - Angst!

Editorial

Don Dahlmann
Jeder hat sie. Gesellschaftlich ist es vielleicht nicht so schick, wenn man seine Angst zeigt, aber wegzaubern kann man sich auch nicht.
Dem einen rutscht das Herz vor einer Prüfung in die Hose, dem anderen packt die Panik, wenn es darum geht einen Berg zu erklimmen. Angst ist allergegenwärtig. Sie steuert uns, sie behindert uns, aber sie hilft uns auch dabei lebensgefährliche Fehler zu begehen. Angst, Sex und Hunger sind die drei Dinge, die uns fast täglich beschäftigen.

Da lag es nahe, mal eine Ausgabe zu diesem Thema ins Netz zu stellen. Ich war selber vorher gespannt, welcher Autor etwas schreiben würde, und wer mit welcher Geschichte aufwartet. Das es weniger als sonst sind, hat mich nicht überrascht. Manchen Autoren fiel zum Thema nichts ein, mancher wollte sich nicht damit beschäftigen. "Wenn ich da anfange zu wühlen, " schrieb mir eine Autorin, "dann kann ich gleich wieder in Therapie gehen."

Daher gilt den Autoren, die sich getraut haben, in diesem Monat ein ganz besonderer Dank. Insbesondere möchte ich Glamourdick danken, der die Titelgeschichte liefert.

Eine weitere Ankündigung: Eine Autoren von "Mindestenshaltbar" werden demnächst live auf der Bühne lesen. Am 05.04.08 gibt es eine "Mindestenshaltbar" Lesung. Zugesagt haben bisher:

Jochenausberlin
Björn Grau
Maike
Axel Wegner
Ally Klein
Modeste
Susanne Englmayer

Ort:
Ori
Friedelstraße 8
Berlin-Neukölln
20.00 Uhr

Ein Banner folgt noch am nächsten Wochenende.
Don Dahlmann geht nicht gerne raus, aber gerne schwimmen. Für letzteres hat er sich eine Wohnung in unmittelbarer Nähe eines Hallenbads in Berlin gesucht, und um möglichst oft und gerne zu Hause zu bleiben, hat er 1996 das Internet entdeckt. Das ist natürlich alles gelogen, denn im Grunde hat er dauernd Fernweh, meist Richtung USA. Um sich selber endlich mal darüber klar zu werden, was er denn nun wirklich will, führt er seit 2001 sein Blog.

Don't smoke in bed

Glamourdick
Im Katalog eines schwedischen Möbelherstellers las ich mal eine rotgedruckte Warnung: das Weihnachts-Deko-Schaf "Svenö" (oder so) wurde zurückbeordert, weil es nicht so schwer entflammbar war, wie man sich das für einen Christbaumschmuck gewünscht hätte.
Zur Ehrenrettung des Möbelhauses, und deshalb habe ich Deko-Schaf Svenö angeführt, muss ich sagen, dass die dort vertriebenen Matratzen erstklassigen Brandschutz bieten. Denn mein erstes "Oh oh"-Erlebnis in der Kategorie "so kann's mit mir nicht weitergehen" hat etwas mit dem von einer Zigarette verursachten Brandloch in meiner relativ neuen Matratze zu tun. Mit zwei Ecstasy und mehreren Litern Alkohol intus ist es nie eine gute Idee, im Bett zu rauchen, und schon gar nicht mit brennender Zigarette einzuschlafen. Ikea saved my life. Das war im Februar. Ein paar Tage nach diesem Vorfall beschloss ich, mich in Behandlung zu begeben.

Die Fakten

Nach der Depression und dem Alkoholismus ist die Sozialphobie die dritthäufigste psychische Erkrankung. Lebenszeitbezogen erkranken 15,5% der Bevölkerung. Wiederum 15% dieser Betroffenen versuchen oder begehen Selbstmord. Was mit einer "normalen" Schüchternheit beginnen mag, steigert sich langsam in eine ausgewachsene Misere. Viele Patienten begeben sich mit einer ganz anderen Symptomatik in Behandlung, z.B. Depression und/oder Alkoholismus, psychovegetative Störungen. Das bringt mich zum nicht unverwandten Thema der axiliären Saugcurettage... Ca. ein Jahr bevor ich mich zur stationären Therapie entschloss, hatte ich den Plan meine Achsel-Schweißdrüsen entfernen zu lassen, da meine Psyche die unangenehme Angewohnheit hatte, bei leisester Stress-Indikation Achselschweiß zu produzieren. Stress konnte bedeuten, dass sich jemand außer mir im Raum aufhielt. Aber es reichte auch völlig aus, morgens allein vor meinem Computer zu sitzen und zu überlegen, was der Tag noch so für mich bereit hielt. Für wen sich jetzt das Achselschweißproblem lächerlich anhört - gehen Sie mal im Winter schwitzend durch die Stadt. Sie ernten nicht nur skeptische Blicke, sondern auch häufiger Erkältungen als die anderen. Hinzu kommt, dass das Bewusstsein "ich schwitze" dazu führt, sich selbst, und der eigenen Anormalität ständig bewusst zu sein. Von den Waschmittekosten ganz zu schweigen. Dies nur als Beispiel für ein psychosomatisches Symptom. Selbst an Tagen, an denen ich mich stark fühlte, wies mein Körper mich daraufhin, dass ich ständig unter Druck, ständig in Alarmbereitschaft stand.

Ca 20% aller Sozialphobiker missbrauchen Alkohol. Viele Bekannte und Freunde von mir waren überrascht, als ich ihnen sagte, woran ich litt. Sie kannten mich als aufgeschlossenen, heiteren Menschen, mit dem man gut feiern kann. Nach ein paar Gläsern Wein war ich grundsätzlich auch ein gelöster Mensch und das Schwitzen, das Erröten, das zwanghafte Schlucken verschwand in der Regel. Alkohol enthemmt. Wie die meisten anderen Drogen auch. Also waren Alkohol und Drogen für mich schon einmal grundsätzlich eine gute Sache. Nur manchmal fragte ich mich, ob ich es nicht ein wenig übertrieb (siehe meine Matratze).
Doch auch die folgenden Verhaltensauffälligkeiten sind charakteristisch für den Sozialphobiker:

- Putz- und Ordnungszwang (von dem ich Gott sei Dank verschont bin)
- Kontrollzwänge aus Angst, den von außen gestellten Ansprüchen nicht zu genügen.
- Handlungsunfähigkeit basierend auf der Vorwegnahme zu befürchtender negativer Reaktionen. (Ich geh nicht auf die Party,weil mich jemand für unattraktiv oder dumm oder krank halten könnte.)

Bei all diesen Zwängen, inklusive dem Drogenmissbrauch, handelt es sich um Bewältigungsmaßnahmen der sozialen Angst. Sich der Angst auslösenden Situation gar nicht erst zu stellen, ist zunächst nicht die schlechteste Methode, sich der Angst zu entziehen. Doch nach ein paar Jahren dieser Methodik wird man sich seiner Defizite bewusst. In vielen Fällen ist der soziale Kontakt auf ein Minimum geschrumpft. Auch schon während der Vermeidungstaktik fühlt man sich schlecht. Man schämt sich für seine Unfähigkeit.

Der Drogenmissbrauch ist ein anderes Mittel, die Wand einzureißen, die der Geist den Körper veranlasst zwischen der Welt und mir zu errichten. Ich hatte und habe immer ein soziales Netz gehabt. Ich bin (auch wenn es mir oft schwer fiel) auf Theaterpremieren gegangen, habe Freunde in Cafés getroffen. Allerdings fast immer half ein Glas Sekt auf Eis. Ohne dies schaltete sich die gewohnte Selbstbeobachtung ein. Man verbringt überhaupt irrsinnig viel Zeit damit, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Wenn ich mich einmal vergessen sollte, weist mein Körper durch Schweißbildung immer wieder verlässlich darauf hin, wie vorhanden ich eigentlich bin. Er zwingt mich zur Selbstbeobachtung und ständigen Selbstkritik. Nicht so schön für den Selbstwert. Man spürt sich. Aber nie in dem Gefühl, mit sich selbst im Einklang zu sein. Ich kann mich an symptomfreie Zeiten erinnern, aber leider merkt sich die Psyche ihre somatischen Tricks und ich zweifle noch stark daran, dass ich sie ihr jemals dauerhaft werde austreiben können. Trotzdem will ich meine soziale Kompetenz wiederhaben. Und wenn das sechs Wochen stationäre Behandlung bedeutet und möglicherweise noch einige Jahre ambulanter Therapie, dann ist das mein Weg.

Der zweite Tag

Aufwachen um 5.35. Augen vom Heulen geschwollen wie beim Down-Syndrom. Eine Morgendepression springt mich an. Aber vielleicht ist es auch die Depression von gestern und sie ist mit mir aufgewacht. 6.15 Blut- und Urinabgabe. Messen, Blutdruck, wiegen - wo kommen die 5 Kilo her, von denen ich nicht wusste, dass ich sie zugenommen habe? Rauchen, dann Frühstück. Aus Versehen setze ich mich in den Bereich von Team 5. Ich hoffe, dass es mir die Team 2-Kollegen nicht übel nehmen. Aber na ja - ich hab mich gestern ziemlich isoliert, bin sogar zum Rauchen nicht zu ihnen gegangen, sondern blieb Ipod-beschallt allein. Vielleicht legen sie das jetzt gegen mich aus. Bei Frühstück in Team 5 komme ich mit einem Berliner ins Gespräch, der nicht Kanufahren darf. Kanu nur für Angstpatienten. Das erste Mal in Wochen kann ich meiner Angst etwas abgewinnen. Um 8.15 Frühtreff - auch "der Appell" genannt. Hier bekommen wir Patienten unsere Termine. Frau F. hat um 9.15 Depri in der Aula, aber das überschneidet sich mit dem Seminar "Stress und Stressbekämpfung" im Gartengeschoss, das im Grunde ein Keller ist. Ich erfahre, dass ich um 9.15 Uhr meine Psychologin treffe. Die Patienten, mit denen ich ins Gespräch komme und die mir sympathisch sind reisen alle schon nächste Woche ab. Dass ich sie sympathisch finde hat aber vielleicht damit zu tun, dass sie die Therapie schon fast hinter sich haben.

Ich bin gespannt auf's Drogenscreening und die Leberwerte. Wenn es da Auffälligkeiten gibt, dann muss ich eine Abstinenzerklärung unterschreiben und würde mich ärgern, meine ersten beiden Tage (die, schenkt man den anderen Glauben, die schlimmsten sein sollen) nichts getrunken zu haben.

Das erste Gespräch mit meiner Therapeutin verläuft den Umständen entsprechend angenehm. Ich kann die Träne zurückhalten, aber sie quillt ganz schön vorm Auge.

Nach dem Gespräch mit dem Chefarzt ("Sie sind dumm!" "Warum? "Weil Sie erst jetzt kommen.") mache ich mich auf den Weg in die Stadt. Spaziere durch die Altstadt von W. und trinke einen Eistee, weil ich nirgends Cola Light Lemon finden kann. Auf dem Rückweg am Hafen entlang hole ich den Ipod raus und setze mich auf eine Bank mit Blick auf Wasser und Boote. An einer mietbaren Yacht links von mir steht ein Typ mit schwarzem Lockenkopf und Sonnenbrille und sieht angenehm entspannt aus. Er stört nicht im Bild. Ist nicht zu attraktiv, nicht zu aggressiv wirkend. Eyecandy ohne Kalorien. Nach einer viertel Stunde ("Razzle Dazzle them", Richard Gere, "Trouble in mind" Marianne Faithfull) setzt er sich neben mich. Ich überlege, ob mich das befangen macht. Du Tarzan, Ich Patient. Wieder ein paar Minuten später kommt ein weiterer attraktiver junger Mann vorbei und die beiden geben sich einen flüchtigen und liebevollen Kuss. Lockenkopf geht, junger Mann bleibt neben mir sitzen und liest Zeitung. Ich verschwinde. Soviel schwule Normalität halte ich gerade nicht aus. Warum sieht meine Leben nicht so aus? Warum sitze ich auf dem Berg bei den Psychos und er auf der Bank vor der Yacht? Life sucks. Beim Abendbrot lerne ich L. kennen. Sie zeigt mir den kürzesten Weg von der Klinik zum Wasser und wir setzen uns auf den Bootssteg. ?Wenn ich nicht mehr kann ? dann komm ich immer hierher. Manchmal geht´s einfach nicht, da kannst Du Dir das Elend der anderen nicht auch noch antun. Wenn ich den Blick auf dem Wasser habe, geht's mir wieder gut."

"Weshalb bist Du hier?"
"Das gleiche wie Du ? Sozialphobie."

Soviel Zeit wie möglich draußen verbringen ist eine gute Strategie. Laubbäume, hoppelnde Hasen, Eichhörnchen, Bambi und seine "Mutti" (so bezeichnet selbst meine Therapeutin eine Frau mit Kindern), schwarze Katzen, Elstern, Mücken, kleine Käfer, Schnecken, nackt und angezogen. Wasser, Wasser, Wasser. Der Himmel liefert heute spektakuläre Wolkendeko. Ich rauche und schaue und höre Musik und denke gerade, wie schön, dass ein Kopfhörer ein so allgemein verständliches Signal liefert, als ein Herr sich neben mich setzt und mich in ein Gespräch verwickelt, in das ich mich nicht verwickeln lassen möchte, aber dessen Fäden ich aus Schicklichkeitsgründen nicht zu kappen verstehe. Als es endlich vorbei ist klingelt das Handy an, es ist Jürgen und ich bin froh, seine Stimme zu hören, und nicht, wie gestern noch, um Fassung ringen zu müssen.
Ich erkläre: "Es ist wie beim 'Frauentausch' auf RTL2. Da heult jede Tauschmutti, wenn sie ihre Familie verlässt, so dass man sich fragt, warum macht die blöde Kuh es dann? Aber man weiß erst wie es ist, wenn man selbst die blöde Kuh ist. Außer, dass ich keine Tauschmutti bin. Weil, es ist ja keine Mutti in meine Wohnung eingezogen. Nur die beiden Spanier. Und ich krieg auch kein Honorar." Als ich zum Schlafengehen das Licht ausmache, sehe ich aus dem Fenster ein Feuerwerk und die Klänge des Grauens ("Über sieben Brücken musst du geh'n") wabern herüber. In W. ist Volksfest. In der Klinik erstmal Schicht.

Weiter geht es hier: http://batesmotel.twoday.net
Beit batesmotel handelt es sich um ein Projektblog, in dem GlamourDick das Tagebuch veröffentlichte, das er während einer Reha im Sommer 2005 geführt hatte. Er hatte sich wegen seiner Sozialphobie in eine Klinik für Psychomatische Erkrankungen an der mecklenburgischen Seenplatte zur Behandlung begeben. Dies war nur der erste Schritt in einer mehrjährigen Therapie. Als "geheilt" betrachtet er sich auch heute noch nicht. Aber als arbeitsfähig."

Die Behandlung

Modeste
Eine grüne Wartemarke war's, von einem ausgewaschenen, kreidigen Grün, aber die Zahl darauf - ich hab' sie nicht gelesen.
Vielleicht war der Zettel sogar leer. Niemand sonst war auf dem Korridor, der nur einer Behörde gehören konnte, das stumpfe Linoleum unter meinen Sohlen, das wohl einen Steinboden imitieren sollte, die abwischbaren Wände, halbhoch gelb gestrichen, und von einem tristen, gebrochenen Weiß bis unter die Decke.

Ganz allein saß ich auf dem Gang, die Türen waren noch geschlossen, und hielt mich fest an der Wartemarke, die ich in der Hand drehte, zusammenrollte, knickte und faltete. Ein wenig nervös war ich, weil man mich dahingesetzt hatte, einbestellt von Nacht und Traum, wozu auch immer. Hoch war der Korridor und schmal, ein weißes, diffuses Licht sog die Farbe aus meiner Haut, die käsig schien, farblos, als hätte man etwas abgezogen, was eigentlich noch zu mir gehörte, eine elastische Schicht aus Farbe zwischen mir und der Welt.

"Frau Modeste!", wurde ich hereingerufen, eine Frauenstimme drang verzerrt aus den Lautsprechern unter der Decke, und hinter einem Tisch saßen drei Maskierte und sahen mich an. Kreisrunde Löcher hatten ihre Masken um die Augen, die ich zu erkennen meinte, zuerst. Aber nein, erschreckte ich mich. Das würdet ihr nicht tun, und ich sprach sie nicht an mit Namen. Vielleicht hätte ich sie rufen sollen, vielleicht erinnern an alles, alte Zeiten, Liebe, Freundschaft und Vertrauen, aber sie sahen mich an, als seien sie's nicht, und ausziehen musste ich mich und wurde gewogen und gemessen.

"1,67!", quakte wieder der Lautsprecher, und ich sah an mir herab, rotes, rohes Fleisch und die Tränen liefen mir über die Wangen. "Sie können jetzt in den Behandlungsraum.", kündigte die Vorsitzende mir an, und ich lächelte ihr versuchsweise ein wenig zu, aber sie schien es wirklich nicht zu sein, denn die Maske behielt sie auf und sah streng an mir vorbei durch die runden Löcher.

Durch eine Tür musste ich gehen, durch eine zweite, und es wurde ziemlich heiß, so warm wie in meinem Schlafzimmer vielleicht, und ich hob die Arme, weil man das so machen musste, um behandelt zu werden. Ein großes Waffeleisen stand zur Behandlung bereit, und ich stellte mich folgsam in die Mitte. "Jetzt schließen sie die Augen!", sprach man mir beruhigend zu, und die beiden Seiten des Eisens senkten sich und schlossen mich ein.

Heiß wurde es. Sehr heiß, und eng dazu, und die Stacheln des Eisens stachen mir in die Haut. Jetzt erst bekam ich Angst, man hatte mir also eine Falle gestellt. Das hätte ich nicht von euch gedacht, konnte ich nicht mehr sagen, und im Hintergrund tuschelte die Spruchkammer leise, wann man das Eisen in Betrieb nehmen sollte, wie sie sagten, und ich schnappte nach Luft. In meiner Hand begann die Wartemarke zu glühen und zu qualmen, aber um sie fallen zu lassen war es zu eng, und die Marke fraß sich in meine Hand.

Es werde schnell gehen, versprach man mir, und ich versuchte zu nicken.

Modeste

Nach Jahren des Umherziehens lebt und amüsiert sich Frau Modeste seit vier Jahren in Berlin. Ihre Alltags- und Sonntagsgeschichten veröffentlicht sie unter Melancholie Modeste.

Akrophobie

Axel Wegner
Er war etwa neun Jahre alt, als er es zum ersten Mal bemerkte. Eigentlich hatte er in der Kaserne, in der er die ersten Lebensjahre verbrachte, keine Probleme gehabt.
Angst haben wir alle. Der Unterschied liegt in der Frage: Wovor.
Frank Thieß
deutscher Essayist, Romancier, Bühnenautor und Novellist


Er war etwa neun Jahre alt, als er es zum ersten Mal bemerkte. Eigentlich hatte er in der Kaserne, in der er die ersten Lebensjahre verbrachte, keine Probleme gehabt. Im Gegenteil, es war immer eine Abwechslung, aus dem Zimmer hinauszukommen, in dem die Flüchtlingsfamilie zu viert wohnte. Er genoss es, der Enge zu entfliehen, durch den Vorhang, der den Raum in Eltern- und Kinderteil trennte, raus in den Flur mit den Gewehrständern, vorbei am Etagenbad und der Toilette ins Gelände.

Das Gelände war spannend, man konnte auf Bäume klettern, und wenn man größere Energie hatte, ging es auf Dächer von Ruinen, alten, nicht gebrauchten Flughallen, Gebäuden, von denen man die Dachpappe abbrechen konnte, um sie in die Gegend zu schleudern. Allerdings war nichts mehr als 2-3 Stockwerke hoch.

Als er sieben war, waren sie umgezogen, in eine schöne Wohnung, hoch, im dritten Stock, da hatte er gemeinsam mit seiner Schwester sogar ein eigenes Zimmer. Wilde Gelände gab es auch, aber ohne die Flughallen oder hohe Gebäude. DIe Dorfschule war getauscht gegen eine richtige Schule, für jeden Jahrgang eine Klasse.

Wie gesagt, vielleicht war er neun oder acht, und die Klasse hatte einen Ausflug vor. Das war immer eine Abwechslung, raus aus der Klasse, mal etwas anderes, Abwechslung vom Unterricht, wo die Lehrerin vorne stand und alles erklärte, er hatte das Gefühl, alles viel zu ausführlich, er langweilte sich häufig. Deswegen freute er sich als angekündigt wurde, man wolle die alte Backsteinkirche in der Innenstadt besuchen, super, mal etwas ganz anderes.

St. Petri wirkte gewaltig, der Turm war gut erhalten, auch wenn in der Stadt viel zerbombt war. Die ganze Klasse wanderte erwartungsfroh zur Kirche, rein in den Turm, ein tolles Erlebnis, ein Weitblick war angekündigt. Drinnen war es dunkel und der Blick nach oben wirkte auf die kleine Person gewaltig. Es war ein hoher Raum, ganz leer, und an den Seiten führte eine luftige Holztreppe nach oben zum Ziel des Ausflugs: der Ausblick von ganz oben.

Vorsichtig setzte er seinen Schritt auf die Holztreppe, sie wirkte gewaltig, führte immer außen am Turm entlang in die Höhe. Ein weiterer Schritt. Irgendwie wurden die Knie weich. Ein weiterer vorsichtiger Schritt. Leider konnte man zwischen den Stufen nach unten schauen. Das Gefühl wurde stärker, die Beine schienen zu versagen. Doch das Ziel der Ausblick lockte. Und die anderen hatten doch gar keine Probleme. Ein weiterer Schritt. Nein, es ging nicht, langsam begannen die Tränen zu fließen. Er schaffte es nicht, er weinte und sagte er kann nicht. Er war allein, der einzige, musste die anderen ziehen lassen, die das, was er ersehnt hatte, machen konnten, ohne ihn. Er fühlte sich allein, so allein.

Was für eine Blamage, man muss doch eigentlich stark sein. Es dauerte ein paar Wochen, bis er diese Schmach vergaß.

Lange waren dann keine Gelegenheiten mehr da, wo das Problem auftrat. 20 Jahre später, auf dem Eiffelturm, da hielt er sich halt zurück, ging nicht an den Rand, das konnte man aushalten, die Knie wurden nur weich als die Begleiterin ganz selbstverständlich an die Brüstung lief, er zitterte. Beim Geschäftsbesuch in Boston, mit dem Essen im 24. Stock, ja, die Fenster reichten bis zum Boden, da war er froh, dass der Tisch doch um einiges von den Fenstern Weg war.

Doch, er versuchte es immer wieder. Sogar auf das World Trade Center, als es noch stand fuhr er hinauf. Was für ein Horror, nach außen Fenster bis auf den Boden, nach innen ein ?Graben? von 50 Zentimetern. Mit zitternden Knien musste er eine Runde machen, vom Fahrstuhl nach oben zu dem nach unten, kein Geländer, zitternd, kein Blick nach links oder rechts, 3 angstvolle Minuten bis es wieder runter ging, zu Glück.

Irgendwann weiß er es und hat sich arrangiert. Trotzdem gibt es immer wieder ganz besondere Situationen. Die Küstenstraße zum Beispiel in Spanien zwischen San Sebastian und Frankreich. Er am Steuer und eigentlich liebt er ja kurvige Bergstraßen, ist ja viel interessanter als Autobahn. Aber plötzlich verschwinden die Bäume. Die Straße schraubt sich hoch und plötzlich gibt es keine Leitplanke mehr. Das Auto wird langsamer und langsamer. Er sagt, dass er glaube es gehe nicht mehr. Seine Frau wundert sich und fragt, ob was mit dem Auto sei. Nein da war nichts, es war die Höhenangst. Aber er schafft es und kommt sicher runter.

Mit Höhe hat all das nicht viel zu tun, er liebt es zu fliegen. Und er genießt es im Hubschrauber neben dem Piloten zu sitzen und durch seine Füße und den Glasboden nach unten zu schauen.
Axel Wegner, Mathematiker, Alt-Hamburger und (nicht mehr so Ganz-)Neu-Berliner. Fand einen Job und Frau in Berlin, verlor ersteren und hat nun wieder einen in Hamburg. Das gibt die Gelegenheit, wöchentlich mehrere Stunden in den internetlosen Salonwagen der Deutschen Bahn über Formeln zu brüten oder kleine Geschichten zu schreiben.

Ich habe keine Angst

Björn Grau
Ich habe keine Angst vor dem leeren Blatt. Wer die hat, glaubt immer noch an so Kram wie Eingebung und Geistesblitze und Genie.
Das ist Quatsch. Nicht nur Liebe, auch Texte sind Arbeit, Arbeit, Arbeit. Und als solche zu bewältigen, wenn das richtige Handwerkszeug vorhanden ist. Das Viagra des Textens ist die Recherche. Die Kontaktanzeige, mit der sich die neue Liebe findet, entspricht der Assoziationskette. Fehlt spontan die Idee zum Thema, wird sie eben gesucht und das Hirn gestürmt. Na dann:

Ich habe keine Angst. So lautet der Titel eines italienischen Films, den ich bis heute nicht gesehen habe. Die DVD aber hat mir eine Freundin ausgeliehen vor eineinhalb Jahren und sie steht immer noch ungenutzt im Regal. Ich bin nicht gut im Sachen zurückgeben. Vor bald zehn Jahren hat mir eine auch damals schon ehemalige Schulkameradin eine Armbanduhr ausgeliehen, die mir kurz nach der Entleihung kaputt ging. Ich habe das nun nutzlose Ding immer noch, den Kontakt zur Verleiherin aber verloren. Ich hatte aber lange Angst, sie wiederzutreffen. Denn mir fehlte das Geld für die Reparatur des Zeitanzeigers. Jetzt, wo die Verbindungen gekappt sind, habe ich nur noch ein schlechtes Gewissen, aber keine Angst mehr.
Das hilft jetzt aber nicht weiter, denn wenn ich keine Angst habe, kann ich nicht drüber schreiben. Also weitersuchen.
Als Kind hatte ich Angst vor einem Krieg. Vor Fliegerangriffen und Panzerbeschuss. Ich hatte mit zehn Jahren einen Bildband zum Dritten Reich in die Finger bekommen und fasziniert gelesen. Und war völlig überfordert.
"Sexualität und Angst entsprechen zwei entgegengesetzten Richtungen vegetativer Erregungsempfindung", hat Wilhelm Reich mal behauptet. Ich glaube, das stimmt. Als ich meine Sexualitöt entdeckte, endete die Angst vorm Krieg. Ob ich in die richtige Richtung gegangen bin? Für diesen Text wohl nicht. Die eigene Erinnerung taugt nicht zum Angst machen. Also suche ich die Angst woanders. Wo kommt sie her?

Wie das lateinische angustia (und das italienische angoscia) wohl von einem indogermanischen Wort, dass "Enge" meint. Interessant, dass das nie im Englischen ankam. Die mussten Angst ja importieren, die hatten nur die Furcht in Form von "fear". Eng. Hmmm.
Mittelhochdeutsch schrieben die Mönche und Artusromaneschreiber Angst noch mit e: "angest". Mich erinnert das an Angus. Angus Young. AC/DC. Deren drittes Studioalbum heißt "Let there be rock". So heißt doch auch eine Tocotronic-Single. Eine andere: "Keine Angst für niemand". Ja super. Dann eben nicht. Aber ist das nicht eine Anspielung auf den Titel von Ton Steine Scherben: "Keine Macht für Niemand"? Doch. Und was haben die zur Angst gesungen: "Wir haben nichts zu verlieren, außer unserer Angst". Ich will sie aber nicht verlieren, sondern finden. Überhaupt. "Angus" ist keltischen Ursprungs und bedeutet was ganz anderes, "eine Wahl" vielleicht. Wenn ich wählen dürfte, hätte ich jetzt gern einen Einfall.

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Zurück zur Grundbedeutung: Irgendwas mit Enge. Wer Angst hat, ist im Wortsinne beengt. Aus "beengt" aber entwickelt sich im Laufe der Zeit das schöne Wort "bange" Wenn mir angst und bange ist, dann ist es also eigentlich doppelt eng. Ob aber engstirniges Verhalten auf Angst zurückzuführen ist? Was wohl die Bangles mit Angst zu tun haben? Gut, "Eternal Flame" war der Horror, wenn Du Engtanz nicht mochtest, aber der Bandname kommt mitnichten vom Bangen, sondern heißt schlicht und ergreifend "Armreif". Haben Headbanger Angst? Wer weiß.
"Habt keine Angst" hatte Papst Johannes Paul II zu seinem Amtsantritt gesagt und wie der alte Kierkegaard als Heilmittel die Religion vorgeschlagen. Promotion für seinen Chef sozusagen. Hilft aber jetzt auch nicht weiter. Ich hätte gerade sehr gerne Angst, dann hätte ich was zu schreiben.

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Angst kommt von "eng". Eng wird es langsam allerdings mit der Zeit, ich sollte hier bald mal zu Potte kommen mit dem Text. Habe ich jetzt Angst vor dem Redaktionsschluss? Ich habe jedenfalls keinen Text.

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Panik! Alles Löschen. Das leere Blatt. Absagen? Sorry, der versprochene Text wollte einfach nicht zu mir kommen. Es fehlte an Eingebung. Es mangelte nicht an Selbstüberschätzung. Ich bin doch kein Genie. Ich bin gescheitert. Jetzt bin ich ganz in mein Dasein geworfen. Ich habe nichts. Außer mir. Das weiße Blatt. Ist das Angst?
Jedenfalls kein Text.
Björn Grau gibt's in echt, nur andersrum. Das hindert ihn nicht daran, in alle Richtungen zu schreiben, seit er vor einem Jahr viel zu spät entdeckt hat, dass es einen Garten für seine Neurosen gibt: Blogs. Neben den Neurosen züchtet er Stilblüten und Gedanken zu Mensch und Umwelt. Und ihn erfüllt das Backen: Mit seinem Graubrot versucht er, den Menschen ein gesundes Grundnahrungsmittel zu bieten.

Wie ich meine Liebe zu James Dean in den Sand setze

Cassandra
Steven war James Dean. Schon als ich damals den Film "Rebel without a cause" sah, habe ich mich Hals über Kopf in den Schauspieler verliebt.
Aber welche Frau hätte diesem verlorenen jungen Mann, der voll Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung das Leid der Welt auf seinen Schultern trug, schon wiederstehen können? Es zerriss mir das Herz, ihn nicht von der Leinwand herunterholen zu können, um ihn zu knuddeln, in meine starken Arme zu nehmen, um ihn zu retten und zu beschützen.
Steven hingegen war real. Nicht ganz so gut gebaut wie James und auch ohne fesche Tolle, aber aus Fleisch und Blut und bereit, von der Bühne der amerikanischen Highschool direkt in mein Leben gezerrt zu werden. Der Dramakurs hatte sich zu Beginn meines Austauschjahres die Inszenierung des gleichnahmigen Theaterstückes zur Aufgabe gemacht. Noch heute bin ich davon überzeugt, dass Steven dem wirklichen James Dean in der Rolle des Jim Stark die Show gestohlen hätte. Er sah nicht nur blendend aus, sondern war darüber hinaus hochbegabt. Mit einem Blick konnte er die Geschichte seiner ganzen verkorksten Jugend, seine Suche nach dem Sinn des Lebens und sein Bedürfnis nach Liebe ausdrücken. So fragil wie der Charakter, den er darstellte, war auch sein Erscheinungsbild. Strohblondes Haar, das er halblang trug, ein weiches, filigran gezeichnetes Gesicht, braune, sanfte Augen, schmale Hände und lange, feingliedrige Finger, mit denen er immer wieder durch seine Haare fuhr. Er war groß und androgyn und seine ganze Gestalt hatte etwas ätherisches, fast schon weibliches an sich, eingehüllt in eine Aura der Verletzbarkeit und Reinheit.
Ich schmolz in einem Plüschsessel dahin. Nicht nur einmal, sondern in jeder Vorstellung, die der Dramakurs gab.

Meine Erfahrungen mit dem männlichen Geschlecht begrenzten sich damals auf ein bißchen knutschen und fummeln (in Unterwäsche) mit Jungen, die mir egal waren und unerfüllte Schwämereien für Jungen, für die ich - nun ja - schwärmte. In letzterem Fall hatte meine bisherige Eroberungstaktik darin bestanden, jeglichen Kontakt mit dem Objekt meines Herzens zu meiden, allen Gesprächen durch verständnisloses Kopfschütteln auszuweichen und das Weite zu suchen, falls man sich doch zufällig über den Weg lief.
Den Jungen erschloss sich die Raffinität dieser Verführung leider nicht und so hatte ich bis zum fortgeschrittenen Alter von 18 Jahren keine echte Beziehung vorzuweisen. Mit Steven sollte sich dies nun ändern. Ich wollte ausnahmsweise meine Schüchternheit vergessen und so verbrachte ich ein Jahr mit der aktiven Eroberung seines Herzens.
Die Schwärmerei einer seiner Freunde für mich, der mich mit roten Rosen, selbstverfassten Gedichten und liebevoll zusammengestellten CDs überhäufte, nutzte ich gnadenlos aus, um in seinen Dunstkreis zu gelangen. Ich schrieb mich für die geplante neue Aufführung des Dramakurses ein und verbrachte viele einsame Stunden mit dem Bemalen und Bekleben von Bühnenbildern, musste in jeder Mittagspause eine Freundin beknien, mich zu dem kleinen Fastfoodladen ausserhalb des Campus', wo sich die Raucher immer aufhielten, zu begleiten, obwohl ich, genau wie die Freundinnen, damals noch gar nicht rauchte - tat eben alles menschenmögliche, um in seiner Nähe zu sein und ihm die Gelegenheit zu bieten, mich anzusprechen.
Ich hatte viel Zeit ihn zu beobachten. Er beschäftigte sich ausschließlich mit geistigen Dingen und verzichtete gänzlich auf die Teilnahme an den für die amerikanischen Highschools so typischen sportlichen Ertüchtigungen. Statt dessen las er viel, sang im Konzertchor der Schule und spielte leidenschaftlich gerne Theater. Geredet haben wir zwei Mal miteinander. Jeweils einen Satz.

Der Schulcampus bestand aus mehrenen kleinen Gebäuden, die den Fachrichtungen zugeordnet waren. Irgendwann bemerkte ich, dass Steven die 6. Stunde täglich in dem Gebäude verbrachte, in dem meine 5. Stunde abgehalten wurde. Daraufhin änderte ich meine Route zum anderen Gebäude, in dem meine 6. Stunde stattfand so ab - nicht ohne dabei einen beträchtlichen Umweg in Kauf zu nehmen - dass wir uns über den Weg liefen. Diese Maßnahme perfektionierte ich im Laufe der Monate. Sobald das Ende der 5. Stunde eingeläutet wurde, stürzte ich zum Fenster. Dort verharrte ich so lange, bis ich ihn beim Verlassen des gegenüberliegenden Hauses erblickte, rannte dann in Windeseile den Flur entlang und 3 Stockwerke nach unten, um ihm ganz beiläufig genau an der Tür zu treffen.
Meist war mein Timing derart perfekt, dass wir uns gegenseitig die Tür öffneten. Von Zeit zu Zeit blickte er mir dabei tief in die Augen. Ich verbrachte ganze Nächte damit, lächelnd daran zu denken, mich an diesen Blick zu erinnern, ihn zu analysieren und darin seine Gefühle für mich zu entdecken. Gegrüßt hat er mich nie.
Irgendwann hatte er dann so eine kleine, hässliche Punkfreundin mit schwarzgefärbten Zottelhaaren und schlechten Zähnen. Seltsamerweise begegneten wir uns kaum noch im Treppenhaus und obwohl ich mir wenig später die Haare schwarz färbte, schien ich mich in seiner Gegenwart in Luft aufzulösen.

Zwei Jahre später kehrte ich nach Amerika zurück, um meine Gasteltern zu besuchen. Ich weiß nicht, aus welcher Motivation heraus ich zum Telefonbuch griff, um Stevens Nummer herauszusuchen. Zuhause in Deutschland wartete eine "echte" Beziehung auf mich, mit der ich meistens recht glücklich war und ich hatte in den vergangenen Jahren nicht mehr an Steven gedacht.
Aber ich war vermutlich neugierig auf meine Empfindungen meinem Highschool-Schwarm gegenüber und empfand das Bedürfnis, ihm zu gestehen, dass ich ihn ein Jahr lang aus der Ferne angebetet hatte. Bei einem Kaffee könnten wir bestimmt beide darüber lachen.
Steven hatte sich kaum verändert. Ein wenig in sich zurückgezogen, unsicher, worüber er mit mir sprechen könnte und darüber, warum ich mich mit ihm hatte treffen wollen und mit den typischen Verlegenheiten kämpfend, die ein Teenager so mit sich herum schleppt. Mir war der Altersunterschied von zwei Jahren zuvor gleichgültig gewesen, doch nun zeigte sich, dass ich als Berufstätige mit dem 12Klässler, der noch immer nicht wusste, was er mit seinem Leben anfangen sollte, wenig gemeinsam hatte. Süß und beschützenswert fand ich ihn immer noch, doch von der starken früheren Anziehungkraft war nichts mehr zu spüren. Nach dem einen oder anderen Kaffee (was anderes durfte er leider nicht trinken) wurde der Abend immer entspannter. Wir lachten über gemeinsame Bekannte und irgendwann fasste ich mir ein Herz und erzählte ihm von den Gefühlen ihm gegenüber, die ich ein Jahr mit mir herumgetragen hatte. Zuerst wurde Steven ganz still. Dann zauberte er ein Lächeln auf seine Lippen und gestand mir, daß er damals in mich verliebt war. Daß er jeden Tag nach der 5. Stunde in dieses eine Gebäude lief, obwohl sein nächster Unterricht ganz woanders stattfand, nur um mir zu begegnen. Dass er sich nie getraut hat, mich anzusprechen, aus Angst vor Zurückweisung und weil sein Freund von mir schwärmte.
An diesem Abend brachte er mich nach Hause. Wir standen vor der Tür und schwiegen uns an. Und da war er wieder. Dieser Blick aus dem Treppenhaus nach der 5. Stunde. Ich überlegte, ob ich ihn küssen sollte, um wenigsten ein klein wenig für all' die verlorenen, weil nicht gemeinsam verbrachten Stunden, Wochen und Monate gutzumachen. Das Gefühl seiner Hände auf meiner Haut und seiner Lippen auf den meinen als Trost für verpasste Chancen im Leben mit nach Hause nehmen zu können.
Ich hauchte ihm einen Abschiedskuss auf die Wange, drehte mich um und ging ins Haus.
ist schüchtern, mag Mode, fotografiert gerne und würde gerne einen alten Ford Mustang in der Garage stehen haben. Weil der viel Geld kostet, muss sie viel arbeiten und kommt daher viel zu selten dazu, ihr Blog zu führen

Von Phobikern und Phobielisten

Syberia
Angst ist eine feine Sache.
Geisterbahnbetreiber, Drehbuchautoren, Sicherheitstechniker und Herr Schäuble verdanken ihr den Lebensunterhalt. Angst hindert uns daran, eigenhändig feststellen zu wollen, wie sich das Fell eines ausgewachsenen sibirischen Tigers anfühlt oder auszuprobieren, was passiert, wenn man die Mutter eines italienischen Mafiabosses in seinem Beisein beschuldigt, sich regelmäßig dafür bezahlen zu lassen, den Papst oral zu befriedigen.

Angst ist eine schlechte Sache. Manchmal lähmt sie nur unsere Reaktionsfähigkeit, oft genug unseren Verstand. Angst ist kein guter Ratgeber. Sie lässt die Körpertemperatur ansteigen, wenn ein kühler Kopf nutzbringender ist. So vergisst man zum Beispiel, wenn man mitten in der Stadt in eine Demonstration militanter Umweltschützer gerät, so schnell wie möglich den Mein-Auto-fährt-auch-ohne-Wald-Aufkleber von der Stoßstange des SUV zu kratzen.

Es sei nur gerechtfertigt vor zwei Dingen im Leben Angst zu haben, meinte die Schweizer Psychologin Elisabeth Kübler-Ross: plötzliche, laute Geräusche und das Fallen aus großer Höhe. Alles andere sei unbegründet und übertrieben. Eine stetig wachsende Gruppe, die sich selbst "Die Phobiker" nennen, bezweifelt dies und entdeckt täglich Neues, das sie zu schrecken vermag. Sie erfinden Krankheiten wie die Gymnogasterphobie (Angst vor nackten Bäuchen), die Babushkaphobie (Angst vor Großmüttern) oder die Neoorthographogermanophobie (Angst vor der neuen deutschen Rechtschreibung). Die Angst vor ellenlangen, unaussprechlichen Fremdwörtern ist zwar noch nicht erfunden, doch allein der Gedanke an sie soll Nachrichtensprechern den Schweiß auf die Stirn treiben.

Das Leben dürfte für Menschen mit einer Zemmiphobie (Angst vor Nacktmullen) oder einer Arachibutyrophobie (Angst, dass Erdnussbutter am Gaumen kleben bleibt) leichter zu bewältigen sein, als für solche mit einer Optophobie (Angst, die Augen zu öffnen), einer Rhypophobie (Angst vor dem Stuhlgang) oder einer Dipsophobie (Angst vor dem Trinken). Irgendwann langweilten Erstere sich und experimentierten deshalb mit Kombinationen verschiedener Phobien. Was aber, wenn jemand gleichzeitig eine Automysophobie (Angst davor, schmutzig zu sein) und eine Hydrophobie (Angst vor Wasser) hat? Gibt er sich dann selbst in die chemische Reinigung? Und was ist Personen mit einer Lamiaphobie (Angst vor Vampiren) und einer gleichzeitig auftretenden Alliumphobie (Angst vor Knoblauch) zu raten? Es bleibt ihnen wohl nur ihr Kreuz zu tragen wie weiland der Sohn Gottes oder ihre Sprinkleranlage mit Weihwasser zu befüllen.

Menschen, die sowohl eine Dextrophobie (Angst vor Dingen, die sich an der rechten Körperhälfte befinden), als auch eine Levophobie (Angst vor Dingen, die sich an der linken Körperhälfte befinden) hegen und pflegen, kann man einen geduldigen Guru wünschen, der sie auf der Suche nach ihrer Mitte unterstützt. Aber was tun Individuen, die sowohl unter Kathisophobie (Angst sich hinzusetzen) und unter einer Ambulophobie (Angst zu stehen und zu laufen) leiden? Vermutlich arbeiten sie als schwebende Jungfrau beim nächsten Uri Geller - es sei denn, sie leiden an einer Aviophobie, Aviotophobie oder Pteromerhanophobie. In allen drei Fällen handelt es sich um die Angst vorm Fliegen. Dagegen hilft die Lektüre von Erica Jong. Sogenannte Anti-Flugangst-Seminare, deren Teilnehmer im Hangar darüber staunen dürfen, das ein Flugzeug im Grunde nur aus einem unkontrollierbaren Kabelwirrwarr und einer pergamentdünnen Aluminiumröhre besteht, helfen nicht. Glauben Sie mir, ich weiß das.

Ich persönlich leide seit Ausstrahlung der Serie "Ausgerechnet Alaska" latent ? aber nur latent! - an einer ganz leichten Form einer Keraunothentophobie (Angst vor herabstürzenden Satelliten), habe dafür aber meine langjährige Testophobie (Angst vor Prüfungen) besiegt. Wie gut das ist, weiß ich noch nicht so recht, denn sie erwies sich als durchaus praktisch. So konnte ich etwa erklären, dass nicht pure Dämlichkeit, sondern vielmehr psychologische Zwänge ausschlaggebend dafür waren, dass meine ersten drei Führerscheinprüfungen keine drei Minuten dauerten. Das erste Mal durfte ich gar nicht erst losfahren, da ich mich nicht angeschnallt hatte, das zweite Mal übersah ich eine rote Ampel und das dritte Mal gelang es mir nur knapp, auf einem Zebrastreifen einem Kinderwagen auszuweichen. Der diente zwar nur zum Transport zweier Bierkästen, aber das ließ der Prüfer als Argument nicht gelten.

Von Zeit zu Zeit überfällt mich ein Anflug von Ährfurcht (Angst vor Getreide) und einmal im Jahr manifestiert sich eine vorübergehende Santaclaustrophobie (Angst vor Weihnachtsmännern) - aber sonst geht?s mir gut. Denn Menschen, die so gar keine Angst vor irgend etwas haben, können eine Hypopphobie entwickeln (Angst vor dem Mangel an Angst) ? und denen stellt der Therapeut gern die meistgefürchtete klassische Frage: was würden Sie tun, wenn Sie keine Angst hätten?
Syberia. Ruhrgebietskind mit allem, was dazugehört. Habe mir schon Geschichten ausgedacht, als ich sie noch nicht aufschreiben konnte. Lebe mit dem besten und lustigsten Mann der Welt und den zwei merkwürdigsten Katzen der Welt in Frankfurt am Main und blogge

Alleine

belledejour
Die Wochenende, an denen sich die Seele auf links zieht werden auch immer häufiger.
Während man die Zeitungen in der Wohnung wie eine Brotkrumenspur auslegt, versucht man bewaffnet mit Roibush-Tee, Murakami und der Fernbedieung der Langweile Paroli zu bieten. Zwischendrin ertappt man sich dabei, mit der Stirn gegen ein Fenster gelehnt den Schnürregen einzufädeln, damit wenigstens er in Ordnung ist. Die Kälte kriecht vom Fenster über Stirn hinein in den Kopf, nur um enttäuscht festzustellen, dass es da drin noch kälter ist.
Gelangweilter Griff ziwschen Beine Sonntag Nachmittag um kurz vor vier, während irgendein Skispringer durch den Wald segelt und auf einem langen, weißen Bettlaken einen Knicks macht. Zwischen den Beinen ist nichts und man greift ins Leere. Keine Wärme strömt, kein von Nadeln getriebenes Ansinnen quält sich heraus. Die Hand ruht im Nichts. Vielleicht doch schon was trinken? Die Decke bis zum Kinn, eine Hand zwischen den Beinen eingeklemmt verliert sich der Blick.

Der eigene Kosmos ist implodiert. Keine Ablenkung ausser der Ablenkung, dass die Dinge eine böse durch die Gegend schubsen. Dass man selber gar nicht wirklich lenken kann, nur abwarten, dass man wieder etwas erkennt und fröhlich sagen kann: "Das ist ja hübsch". Ich muss lachen, als ich denke "Mein inneres Konzentrationslager". Mein politisch korrektes Gewissen tadelt mich sofort für den Gedanken. Ich beschließe meinem politisch korrekten Gewissen eins auszuwischen, in dem ich weiter kichere. Vielleicht mal die Wohnung umräumen? Das Sofa von hier nach dort, das Bett mehr ans Fenster. Warum steht das Bett überhaupt so weit weg vom Licht?
Achja, keine Vorhänge. Innenhof. Die achtköpfige Familie aus Taiwan, die von ihrer Küche aus mir direkt ins Schlafzimmerfenster schauen kann, wird sicher nicht erfreut sein, wenn sie mir während ihres dritten Abendessens beim Vögeln zusehen kann. Die Nachbarn haben im Sommer eh immer mit einer Mischung aus Neugier und Abscheu geschaut, wenn ich vergessen hatte das Fenster vorm Sex zu zu machen. Was ich eigentlich immer vergessen habe. Wenn man angetrunken Samstagsmorgens um 2.00 Uhr nach Hause kommt, hat man andere Dinge im Sinn. Komischerweise fällt einem dann immer mittendrin auf, dass ja das blöde Fenster sperrangelweit aufsteht und man gerade dabei ist eine akustische Liveshow abzuliefern, aber dann ist man auch zu faul und zu beschäftigt um aufzustehen.

Ich hatte man eine Affäre mit jemanden, der mir, wenn ich ihm zu laut wurde, den Mund zugehalten hat. Beim ersten Mal bin ich erschrocken zumal ich keine Luft bekommen habe. Koksnase. Ich hab seine Hand weggeschlagen und ihn böse angeschaut. Er hat sich entschuldigt. Er könne es nicht ertragen, wenn es zu laut würde. Es würde ihn ablenken, aus dem Rhythmus bringen. Also liebten wir uns leise. Wie zwei Teenies unter der Decke, unterdrückt keuchend, schwitzend, die Lippen aufeinander gepresst, nur beim Küssen ein leises Stöhnen. Schwer für jemanden wie mich, die eigentlich nie darüber nach gedacht hat, ob und was für Geräusche sie macht. Es war ein verbissener, taubstummer Kampf zweier Menschen, die sich dabei in die Augen starrten, die mit dem Becken versuchten dem andern die Luft aus den Lungen zu pressen, die darauf warteten, dass der andere endlich in einem Geräusch explodierte. Aber immer wenn ich nahe dran war zu verlieren, legte er mir seine Hand auf den Mund und ich wehrte mich nicht mehr, sondern schloß die Augen und hielt den Atem an, während er sich schneller in mir bewegte. In manchen Momenten konnte ich vergessen, dass da eine Hand auf meinen Mund lag, und ich atmete mit irgendwas anderem. Mit der Haut, mit der Vagina, mit den Händen. Bis mir der Kopf zu platzen drohte, die Wangen sich nach innen stülpten, er die Hand wegnahm und die Luft in einer leisen Explosion wieder nach in die Lungen strömte. Klare, kalte Luft die meinen Brustkorb füllte, alles wieder weich machte und meine Finger dazu bewegten in die Haut des anderen zu wollen. Sich darunter zu schieben, wie unter eine weiche Decke.

Fern, das alles. Die Romantik des Alleinseins ist auch dahin. Keine tickende Uhr mehr, die anzeigte, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis man sich getrost in den Schlaf langweilen konnte. Nur noch digitale Anzeigen und leise zischende Wecker. Uhren, die sich nicht mehr bewegen, sondern nur noch still die Anzeige wechseln. Keine Sorge, die "5" kommt gleich wieder. Und weil die Zahlen immer wieder kommen, und weil die Uhr die Zeit nur rechnet, vergeht die Zeit auch nicht. Sie ist nur ein paar Leuchtbalken, die nicht zittern, die nichts machen, außer an und aus zu gehen. Nichts passiert, nur die Balken wechseln. Alles nur noch perfekt. Perfekte Zeit, perfekte Ruhe. Morgen kaufe ich einen alten Wecker. Und ich werde darauf achten, dass er laut tickt, damit die Zeit nicht mehr verloren geht, sondern im Gedächtnis meines Gehörs bleibt. Damit ich mich daran erinnere, dass ich gar nicht so viel davon habe.
Hatte mal ein Weblog, schrieb sich dort die Seele aus dem Leib, bis sie feststellte, dass sie eigentlich keine hat. Sie hat lange gesucht und hofft nun, was ähnliches gefunden zu haben. Vielleicht bloggt sie demnächst auch mal wieder.

Zero

Susanne Englmayer
Der Körper dreht der Macht den Rücken zu, unwissend, daß er damit seine schwächste Seite offenbart. Scheinbar ist er nur darum bemüht, Raum zu schaffen, Platz zu machen für die gewaltige Präsenz alles anderen, was es auch sein mag.
Nur nicht im Weg stehen, nur das nicht. Die konsequente Umsetzung dieses einen, gerade noch faßbaren Gedankens, scheint auf den ersten Blick eine Notwendigkeit, ein rein taktisches Bestreben zu sein. Dennoch steigert sich im Anschluß an das zumeist unzulänglich durchgeführte Ausweichmanöver das Zittern und Flattern, tief innen, augenblicklich ins Unermeßliche. Das ist Angst.

So ist das. Eines frißt das andere, und durch jede noch so geringfügige, mitunter kaum merkliche Veränderung der Körperhaltung aller oder auch nur einer der Beteiligten ändern sich die Grundvoraussetzungen. Immer. Das ist fundamental. Das muß man wissen.

Die Angst, die Macht. Im Nacken tritt sie ein, das ist ihre liebste Stelle. Langsam, unendlich langsam. Schmerzhaft, Wirbel für Wirbel. Abwärts. Das ist der beste Weg.

Durch das Rückgrat, das Zentrum des Lebens. Von oben nach unten erfolgt die Vernichtung, immer und immer wieder. Von oben bis ganz nach unten fällt die Eigendynamik. Vitalität und Schaffenskraft sammeln sich in längst erstarrten Minusbereichen. Furcht staut sich mächtig an. Wut friert fest, markiert ungeahnte Tiefpunkte des Innenlebens. Bis weit unter Null reicht der Absturz. Immer wieder, bis ins Nichts.

Es ist ein Fehler sich abzuwenden, wenn es anfängt gefährlich auszusehen. Doch der Körper ist Angst. Ist Atemnot und Zwerchfellbeben, weiter nichts. Er bricht im ersten Augenblick.

Jetzt. Und jedesmal aufs neue.
dümpelt seit Jahren durchs Netz. Derzeit kann man ihr in den Blogs engl@absurdum und over the bones auf den Fersen bleiben. Sie hat aber auch einen Roman veröffentlicht.

kein zweiter

Björn Schwede
Schon in der Grundschule war er einer der schnellsten. Nicht nur auf dem Sportplatz, auch der erste Platz in der Schlage bei der Essensausgabe war ihm sicher.
Und noch mehr: auch in Mathe oder Erdkunde hatte er meist die Aufgaben vor den anderen gelöst. Er war es gewohnt, Erster zu sein.

Doch an diesem Tag im März.

Er kann noch genau die Farbe der Erde beschreiben, den Geruch der Luft, das Stechen in den Lungen ? und an dieses Gefühl, dass überall in seinem Körper war.
Selbst die Gedanken sprachen im Dialekt dieser Empfindung, dieses Instinkts.
Er denkt an zu Hause, an seine Eltern, die von siegen sprachen, als er los zog. Sie wollte er nicht enttäuschen. Mehr als das.

An diesem Tag im März tragen ihn seine Füße schneller als jemals zuvor, doch er fliegt noch nicht. Er wünschte sich, er könnte fliegen. Wie ein Vogel. Strömen, wie der Wind.
Doch er ist nicht wie der Wind. Der Wind würde nicht stolpern, mit den Armen rudern, ums Gleichgewicht kämpfen.

Er rennt, rennt, rennt, lässt alle hinter sich. Hinter sich zurück. Und er rennt. Seine Lunge füllt sich schon lange nicht mehr mit Luft. Seitenstechen? Vielleicht. Er würde auch das nicht mehr fühlen. Da vorn ist so etwas wie ein Ziel. Doch in ihm ist dieser Gedanke. Dass es vorher schon vorbei sein könnte. Und vielmehr noch ist tief in ihm der Wunsch, dass es schon vorbei wäre. Dann hätte er dieses eine Mal nicht gewonnen. Dieses eine Mal hätt er verloren.
Vielleicht würde die, die jetzt noch hinter ihm waren, ihn wieder einholen. Es könnte ja sein, dass sie es mehr verdient hatten, als er.

Er hat an diesem Tag im März gewonnen. So viel gewonnen. Und vieles mehr dort gelassen. Auf dieses letzten Metern zum rettenden Schützengraben.

So oft hat er mir diese Geschichte erzählt. Seine Stimme klingt dabei mittlerweile, als sei dies alles jemand anderem passiert. Nur seine Augen geben etwas anderes preis.
erfindet Farben wie cornflakesblau, obwohl er tagesformabhängig manchmal farbenblind ist. Er weiß, dass man mit dem Rauchen endgültig aufhören kann. Immer wieder und wieder. Als Placebo fürs Rauchen versucht er gelegentlich schreibsüchtig zu sein. Therapieerfolge werden veröffentlicht.