am 10. Mrz, 10:50

Beinahe gespenstisch, so umfassend konnte ich mich mit diesem Text indentifizieren und frage mich, ob wir uns etwa kennen.

Akademkerfamilie - Hofratsfamilie - Beamtenfamilie, Patriarchat, Autorität - den Lernprozess mit Ohrenverdrehen oder "Dachteln" ankurbeln. "Übers Knie Legen" gerecht für alle gleich - oder wahllos als "Mahnung" gegen die Geschwister. Alkoholismus ist kein Thema, aber es wird sieben Tage die Woche ein Grund gefunden sich durch Wein, Schnaps und Bier besinnungslos zu "feiern". Die Mutter in dauerdepressive Starre verfallen, lässt sich von den Kindern bekochen, schickt die Kinder einkaufen, lässt sie den Haushalt führen - und erwacht spontan zum Leben wenn der Vater kommt - spielt und singt sie ihm das leid der überarbeiteten Hausfrau vor.
Eheprobleme gibt es nicht, nur einen lästigen Schwiegervater - die Eltern schweigen einander an, reden aneinander vorbei - nur gegen Opa werden sie direkt und laut. Über die Schwächen der Kinder wird sich gnadenlos lustig gemacht - darauf bauend sogar "Schimpfnahmen" erfunden - das alles nur, freilich, um gegen das Leben "da draussen" abzuhärten. Da Draussen. Das existiert eigentlich nicht. Alles und jeder außerhalb der Familie ist schlecht, verderbt und so "gehört es sich", keine Freunde zu haben oder gar in der Schule der Prügelknabe zu sein. Das bestärkt nur den Familienzusammenhalt..... dann - als keiner mehr da ist auf den man seine Probleme abwälzen kann: Scheidung. Die bereits erwachsenen Kinder sollen Anwalt, Therapeut und UNO spielen - verweigern sich beharrlich - und werden sohin als Verräter verstoßen.
Bei all dem, wurden wir um unsere Familie von Außenstehenden immer beneidet.

Auch hier beobachte ich die Sehnsucht nach Familie - oft als eine art Demonstration gegen die Eltern: Seht her, ich kanns besser als ihr.
Ich hingegen - verweigere mich.




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