Hi plom,
danke für deine Antwort. Zu deiner Frage: ?behauptest du die Existenz einer Erkenntnis, die nicht in rationalen Begriffen ausformulierbar ist?. Dies ist weniger eine Behauptung von mir als eine Aussage von Heisenberg: ,Die Quantentheorie ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man einen Sachverhalt in völliger Klarheit verstanden haben kann und doch gleichzeitig weiß, dass man nur in Bildern und Gleichnissen von ihm reden kann., (Cicero 10/2007 S. 136).
Aber dies war eigentlich nur ein Nebenaspekt meines Kommentars. Mein Punkt ist ein anderer: Ich halte deinen Beitrag von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen für unbefriedigend. Nur ein Beispiel: Du behauptest einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Religion und dem Glauben an ein Weiterleben nach dem Tode. Tatsache ist jedoch, dass z.B. in Teilen des Judentums die Vorstellung eines individuellen Weiterlebens nach dem Tode abgelehnt wurde. ,Die Sadduzäer ? glaubten ? nicht an die Auferstehung der Toten, an ein Weiterleben nach dem Tode?, (http://www.ekd.de/jesus_fragen/info4.html). Der Glaube an ein Leben nach dem Tode kam erst zur Zeit des 2. Tempels auf (http://www.univie.ac.at/strv-judaistik/leben.html). D.h. die Verbindung von Religion und Unsterblichkeitsglaube erscheint dir nur deshalb zwingend, weil du eben in einer Kultur aufgewachsen bist in der dies zufällig so ist.
Sowohl das Buch von Dawkins, als auch dein Beitrag, bleiben m.E. hinter einer Religionskritik von z.B. Feuerbach zurück und werden einer wissenschaftlichen Betrachtung des Phänomens Religion nicht gerecht. Deswegen teile ich auch nicht deine Prognose (die allerdings ebenfalls von Prof. Dr. Jesco v. Puttkamer (NASA), den ich persönlich erleben durfte, vertreten wird), dass die z.B. Fortschritte der Biotechnologie (Stichwort: Umkehr des biologischen Alterns) zu einem Verschwinden der Religionen führen werden. D.h. ich komme zu einer entgegengesetzten Voraussage, weil ich die Funktion des Mems Religion auf ganz anderen Gebieten vermute. Auch hier ist der Unterschied zwischen uns nicht der, dass du dir eine Zukunft ohne und ich mir eine mit Religion wünsche, sondern ich zweifle deine Prognose an, weil ich sie für wissenschaftlich nicht fundiert halte
Aki Arik
am 28. Feb, 23:37
danke für deine Antwort. Zu deiner Frage: ?behauptest du die Existenz einer Erkenntnis, die nicht in rationalen Begriffen ausformulierbar ist?. Dies ist weniger eine Behauptung von mir als eine Aussage von Heisenberg: ,Die Quantentheorie ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man einen Sachverhalt in völliger Klarheit verstanden haben kann und doch gleichzeitig weiß, dass man nur in Bildern und Gleichnissen von ihm reden kann., (Cicero 10/2007 S. 136).
Aber dies war eigentlich nur ein Nebenaspekt meines Kommentars. Mein Punkt ist ein anderer: Ich halte deinen Beitrag von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen für unbefriedigend. Nur ein Beispiel: Du behauptest einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Religion und dem Glauben an ein Weiterleben nach dem Tode. Tatsache ist jedoch, dass z.B. in Teilen des Judentums die Vorstellung eines individuellen Weiterlebens nach dem Tode abgelehnt wurde. ,Die Sadduzäer ? glaubten ? nicht an die Auferstehung der Toten, an ein Weiterleben nach dem Tode?, (http://www.ekd.de/jesus_fragen/info4.html). Der Glaube an ein Leben nach dem Tode kam erst zur Zeit des 2. Tempels auf (http://www.univie.ac.at/strv-judaistik/leben.html). D.h. die Verbindung von Religion und Unsterblichkeitsglaube erscheint dir nur deshalb zwingend, weil du eben in einer Kultur aufgewachsen bist in der dies zufällig so ist.
Sowohl das Buch von Dawkins, als auch dein Beitrag, bleiben m.E. hinter einer Religionskritik von z.B. Feuerbach zurück und werden einer wissenschaftlichen Betrachtung des Phänomens Religion nicht gerecht. Deswegen teile ich auch nicht deine Prognose (die allerdings ebenfalls von Prof. Dr. Jesco v. Puttkamer (NASA), den ich persönlich erleben durfte, vertreten wird), dass die z.B. Fortschritte der Biotechnologie (Stichwort: Umkehr des biologischen Alterns) zu einem Verschwinden der Religionen führen werden. D.h. ich komme zu einer entgegengesetzten Voraussage, weil ich die Funktion des Mems Religion auf ganz anderen Gebieten vermute. Auch hier ist der Unterschied zwischen uns nicht der, dass du dir eine Zukunft ohne und ich mir eine mit Religion wünsche, sondern ich zweifle deine Prognose an, weil ich sie für wissenschaftlich nicht fundiert halte