<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="yes"?>

<rdf:RDF 
  xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" 
  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
  xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
  xmlns:cc="http://web.resource.org/cc/"
  xmlns="http://purl.org/rss/1.0/"
> 

  <channel rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/">
    <title>mindestenshaltbar 0312 (Glaube, Liebe, Hoffnung)</title>
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/</link>
    <description>Glaube, Liebe, Hoffnung</description>
    <dc:publisher>DonDahlmann</dc:publisher>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:date>2007-12-14T17:00:08Z</dc:date>
    <dc:language>en</dc:language>
    <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
    <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
    <sy:updateBase>2000-01-01T00:00:00Z</sy:updateBase>
    <cc:license rdf:resource="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/de/" />

    <image rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/static/0312/images/icon.jpg" />
    <items>
      <rdf:Seq>
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2146/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2142/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2154/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2153/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2152/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2151/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2150/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2149/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2148/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2147/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2145/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2144/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2143/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2141/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2140/" />

      </rdf:Seq>
    </items>
  </channel>

  <image rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/static/0312/images/icon.jpg">
    <title>mindestenshaltbar 0312</title>
    <url>http://www.mindestenshaltbar.net/static/0312/images/icon.jpg</url>
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/</link>
  </image>

  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2146/">
    <title>Organon</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2146/</link>
    <description>wenn sie Dich einwickelt mit ihrem s&amp;auml;uselnd sanften Singen, wenn sie Dir Honig ums Maul schmiert, s&amp;uuml;&amp;szlig;, wenn sie Dich lockt und verf&amp;uuml;hrt mit ihrem Sirenengesang, sich einschmeichelt bei Dir mit bet&amp;ouml;rendem Klang. Es ist schwer, zu denken, wenn der Orgelklang anschwillt, die Orgel laut atmet, zu dr&amp;ouml;hnen beginnt und die Kirchenb&amp;auml;nke zum Vibrieren bringt und Dein Herz gleich dazu. Es ist sehr schwer, zu denken, wenn die Orgel von dem Menschen gespielt wird, den Du liebst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht leicht, einen Menschen zu lieben, der glaubt, w&amp;auml;hrend Du nie einen Glauben hattest. Manchmal sitzt Du bei ihm auf der Empore und beobachtest seine schlanken H&amp;auml;nde, wie sie &amp;uuml;ber die Tasten wehen und die F&amp;uuml;&amp;szlig;e, die die Pedale treten und wie er laut und heftig ein Register zieht. Und Du denkst an seine fliegenden oder heftigen Finger auf Deiner Haut, aber wagst es nicht, Dich ihm zu n&amp;auml;hern im Spiel. Du denkst daran, diesen Menschen, den Du liebst, dort auf der Orgelbank zu lieben, auf die Manuale gest&amp;uuml;tzt, eines Nachts, wenn drau&amp;szlig;en stiller Schnee f&amp;auml;llt. Er hat die Schl&amp;uuml;ssel, doch er k&amp;uuml;sst Dich in der Kirche nicht einmal auf den Mund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht einfach, seiner Musik zu lauschen, s&amp;uuml;&amp;szlig; und m&amp;auml;chtig, unten im Kirchenraum, wenn der Boden unter Deinen Fu&amp;szlig;sohlen zu zittern beginnt und der Orgelklang Deine Sinne weckt, Deinen K&amp;ouml;rper mit G&amp;auml;nsehaut &amp;uuml;berzieht und Du kannst Dich nicht einfach wehren gegen die Verf&amp;uuml;hrungskraft, die Bet&amp;auml;ubungsmacht der Orgel. Denn die Orgel ist ein Werkzeug, wie der berauschende Weihrauch, wie die H&amp;ouml;he des gotischen Kirchenschiffs, wie das Gold am Altar und der schl&amp;auml;frige Singsang der Pfarrer, die Orgel ist ein Werkzeug, um den Menschen das Opium des Glaubens zu verabreichen. Und dennoch kannst Du die Orgel nicht hassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du sitzt dort unten auf der hintersten Holzbank, deren Lehne sich Dir in den R&amp;uuml;cken bohrt, Du frierst, weil sie diese Kirche nie heizen und alles in Dir str&amp;auml;ubt sich gegen den Anblick des angenagelten Leichnams, &amp;uuml;bergro&amp;szlig; vor Dir am Kreuz, es ekelt Dich, es w&amp;uuml;rgt Dich, aber Du gehst nicht. Es ist schwer, den Menschen, den Du liebst, Orgel spielen, das Werkzeug bedienen zu h&amp;ouml;ren und trotzig sitzen zu bleiben, wenn der Pfarrer zum Aufstehn oder Niederknien aufruft. Es ist seltsam, die anderen Menschen vor Dir zu beobachten, die so gut wissen, was sie tun m&amp;uuml;ssen, was sie sagen m&amp;uuml;ssen, im Gottesdienst, die es einge&amp;uuml;bt haben von Kindheit an, nur Du nicht, und die Dir wie Marionetten erscheinen, von unbekannten Befehlen bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du kannst an Nietzsche denken, an Feuerbach und Marx und dennoch &amp;uuml;bermannt Dich die Macht der Orgel, verscheucht jeden Gedanken, macht Dich zittern und beten zu dem Menschen, den Du liebst und der die Orgel spielt. Seinetwegen kommst Du in die Kirche, seinetwegen sitzt Du auf der kalten Bank, seinetwegen m&amp;ouml;chtest Du die H&amp;auml;nde falten, nur seinetwegen w&amp;uuml;rdest Du niederknien. Manchmal neidest Du dem Menschen, den Du liebst, den Gott, den er hat, denn er gibt ihm Halt, den Du nie finden wirst. Und manchmal neidest Du seinem Gott ihn, denn er gibt seinem Gott Liebe, die er Dir vorenth&amp;auml;lt und Du willst nicht teilen und Du willst frei sein vom Glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist noch Jahre sp&amp;auml;ter schwer, wenn Du das Orgelspiel eines anderen h&amp;ouml;ren m&amp;ouml;chtest, in der Kirche zu sitzen und dem Atem der Orgel zu lauschen, wie er durchs Kirschenschiff weht, wenn der letzte Ton verhallt ist und nicht zu weinen. Zu schwer war es, jemanden zu lieben, der glaubt, w&amp;auml;hrend Du nie einen Glauben hattest.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T19:03:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2142/">
    <title>Kleine S&amp;uuml;nden bestraft der liebe Gott sofort</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2142/</link>
    <description>Wie habe ich die M&amp;auml;dchen in meiner Klasse beneidet, die mit acht Jahren herzallerliebste Lackschuhe trugen, als ich zu h&amp;auml;sslichen Sandalen verdammt war, die f&amp;uuml;r die orthop&amp;auml;dischen Einlagen aber nicht f&amp;uuml;r meinen Kleinm&amp;auml;dchenstolz geschaffen waren. Die Konfirmation fiel leider in eine Lebensphase, in der ich meinen K&amp;ouml;rper merkw&amp;uuml;rdig fand. Genauso sehe ich auf den Fotos aus. Mein Hochzeitskleid trug ich dann ohne Altar. Man merkt, mein Verh&amp;auml;ltnis zur Kirche ist ein wenig gest&amp;ouml;rt. Also bin ich Anfang der Neunziger ausgetreten. Die Dame auf dem Amt in Ostberlin lobte mich daf&amp;uuml;r. Das hatte ich nun nicht erwartet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren hatte ich mit der Kirche nicht mehr viel am Hut, doch ein Gedanke lie&amp;szlig; mir keine Ruhe. Wie sch&amp;ouml;n w&amp;auml;re es doch, eine Katholikin zu sein, fr&amp;ouml;hlich s&amp;uuml;ndigen zu k&amp;ouml;nnen und anschlie&amp;szlig;end durch Beichte und Bu&amp;szlig;e wieder strahlend sch&amp;ouml;n und gereinigt einfach so aus der unangenehmen Sache - dem schlechten Gewissen - herauszukommen. Ich hatte keine Ahnung, wie das Ritual von Statten ging, doch ich stellte mir die katholische Kirche diesbez&amp;uuml;glich effizient vor: Rein-Beichten-Absolution-Raus und weiter gehts mit dem lustigen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht, dass ich sonderlich s&amp;uuml;ndig lebte, aber das eine oder andere schlechte Gewissen hat man doch hin und wieder. Es w&amp;auml;re zu sch&amp;ouml;n, eine einfache M&amp;ouml;glichkeit zu finden, die kleinen S&amp;uuml;nden einfach zu entsorgen. Daf&amp;uuml;r w&amp;uuml;rde ich sogar den bet&amp;auml;ubenden Weihrauch in Kauf nehmen. Doch so richtig zum Katholizismus konvertieren wollte ich aber auch nicht. Eine Freundin von mir, trat studentisch, ledig, umtriebig aus der Kirche aus und wollte entweder zur kirchlichen Hochzeit oder sp&amp;auml;testens zur Taufe ihrer Erstgeborenen wieder eintreten. Was sie erz&amp;auml;hlte, best&amp;uuml;rzte mich: mu&amp;szlig;te Sie doch bei dem obligatorischen Einstellungsgespr&amp;auml;ch mit dem Pfarrer allen Ernstes dem Teufel abschw&amp;ouml;ren!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Mutter hat f&amp;uuml;r vieles eine L&amp;ouml;sung, also fragte ich sie, was ich mit meinen kleinen S&amp;uuml;nden, dem schlechten Gewissen und dem Wunsch nach Erl&amp;ouml;sung machen k&amp;ouml;nnte. Meine Mutter wei&amp;szlig; nicht nur, warum die Fastnacht jedes Jahr an einem anderen Tag beginnt, sie hatte auch auf meine Frage zur Beichte eine interessante Antwort. &quot;Kind,&quot; sagte sie, &quot;mach dir keine Sorgen. F&amp;uuml;r uns Evangelischen ist das alles ganz anders. Er ist f&amp;uuml;r uns gestorben - damit ist die Sache erledigt.&quot; Ob das auch f&amp;uuml;r Leute gilt, die keinen Mitgliedsbeitrag zahlen?</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T18:24:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2154/">
    <title>Editorial</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2154/</link>
    <description>Dabei geht es nicht immer um den Glauben an einen oder auch mehrere G&amp;ouml;tter. Wir glauben an unsere Freunde, weil wir ihnen vertrauen. Wir hoffen das Beste f&amp;uuml;r ihr und unser Leben. Wie lieben, weil wir die Liebe brauchen, wie der Fisch das Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob wir wollen oder nicht, das religi&amp;ouml;se und auch die Religion spielt in unserem Leben eine gro&amp;szlig;e Rolle. Wir sind damit aufgewachsen, wir mussten in der Kindheit damit leben, ob wir wollten oder nicht. Diese Ausgabe befasst sich mit vielen Bereichen des Glaubens, der Liebe, der Hoffnung und der Religion. Mal sind es sehr pers&amp;ouml;nliche Auseinandersetzungen, mal gibt es eine philosophischen Analyse, was Religion heute eigentlich noch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der letzten Ausgabe im Jahr, muss man auch mal ein paar Leute erw&amp;auml;hnen, die sonst nur hinter den Kulissen arbeiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sandra, Grafik, die trotz des kurzen Vorlauf es immer geschafft hat, eine wundersch&amp;ouml;ne Startseite zu bauen.&lt;br /&gt;
Kristina, knallgrau, die meine vielen, vielen Fragen immer in aller Ruhe beantwortet und alle Probleme gel&amp;ouml;st hat&lt;br /&gt;
Dieter, knallgrau, f&amp;uuml;r das Vertrauen.&lt;br /&gt;
Cassandra/Kopfkino, f&amp;uuml;r die vielen Fotos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nat&amp;uuml;rlich geht ein ganz besonderer Dank an alle Autoren, die ihre Geschichten f&amp;uuml;r &quot;mindestenshaltbar&quot; zur Verf&amp;uuml;gung stellen. Ohne sie ginge hier gar nichts. Deswegen: Ihr seid die Gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wir alle viel gearbeitet haben und das Jahr mit vielen Feiertagen zu Ende geht, haben wir beschlossen, diese Ausgabe als Doppelausgabe zu gestalten. Das hei&amp;szlig;t, die n&amp;auml;chste Ausgabe erscheint Ende Januar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich danke den Lesern f&amp;uuml;r das Interesse, die Kritik und vor allem f&amp;uuml;rs Wiederkommen!&lt;br /&gt;
Don Dahlmann
</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Editorial</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T19:53:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2153/">
    <title>Schweres Schaf</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2153/</link>
    <description>Mir,ach SO wichtiges.&lt;br /&gt;
WELT,komm&apos; und lies&apos;. Schlag&apos; dir mit Einsicht vor die Stirn.&lt;br /&gt;
Erkenne,was Gut und was B&amp;ouml;se ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will nicht lange um den heissen Brei reden:&lt;br /&gt;
Ja,es gibt IHN.&lt;br /&gt;
Sp&amp;auml;testens ICH habe IHN erschaffen.&lt;br /&gt;
Und ich mag ihn nicht.&lt;br /&gt;
40 jahre zogen nicht nur die Israeliten durch die W&amp;uuml;ste,40 Jahre denke ich &amp;uuml;ber IHN nach.&lt;br /&gt;
so sehr,dass ER geworden ist,-wahrhaftige Existenz hin oder her.&lt;br /&gt;
Ab dem Tag meiner Geburt gab es keine andere Chance,denn w&amp;auml;hrend meine Mutter mit mir schwanger ging,&lt;br /&gt;
fand sie ihre pers&amp;ouml;nliche Erleuchtung und wurde die gl&amp;auml;ubigste Zeugin Jehovas unter der Sonne.&lt;br /&gt;
Ich schl&amp;uuml;pfte aus ihr unter Gebet und nat&amp;uuml;rlich bekam ich einen biblischen Namen:Miriam,zu deutsch&lt;br /&gt;
&apos;die Widerspenstige&apos;,aber das wusste meine Mutter damals noch nicht,hauptsache Moses&apos; Schwester.&lt;br /&gt;
Sie &amp;uuml;berredete meinen Vater,dem Verein beizutreten;er tat es halbherzig,&lt;br /&gt;
2Jahre sp&amp;auml;ter flog erwieder raus,sie trennten sich&lt;br /&gt;
und ich blieb bei meiner Mutter und ihrer feurigen &amp;Uuml;berzeugung.&lt;br /&gt;
[Mein Vater scharwenzelte sich 20 Jahre durch s&amp;auml;mtliche anderen Sekten und ist seit&lt;br /&gt;
10 Jahren &amp;uuml;berzeugter Sannyassin.(k.w.K.)(kein weiterer Kommentar)]&lt;br /&gt;
Zuhause gabs Glauben,Liebe,Hoffnung bergeweise.Rund um die Uhr.&lt;br /&gt;
Frei nach Watzlawick:&quot;man kann nie nicht zeuge jehovas sein,wenn mans ist.&quot;&lt;br /&gt;
So lernte ich also den 1a Drill,das volle Programm:&lt;br /&gt;
Gottes Wort studieren,sich von der Welt fernhalten,beten,Gehorsam,&lt;br /&gt;
evangelisieren,s&amp;uuml;ndigen,bereuen,beten,hoffen,nochmal beten,und nochmal,&lt;br /&gt;
nicht hinterfragen,stattdessen beten,Worte nicht deuten-sie w&amp;ouml;rtlich nehmen,&lt;br /&gt;
an anderen Stellen dann merkw&amp;uuml;rdigerweise DOCH deuten,bei &apos;nicht-begreifen&apos; noch mehr beten.&lt;br /&gt;
Mit ungef&amp;auml;hr 9 oder 10 Jahren begann ich mich schliesslich zu wundern.&lt;br /&gt;
Statt das erleichternde Antworten bei dem ganzen gebete herauskamen,wurde das Leben immer unstimmiger.&lt;br /&gt;
Es gab inzwischen ZJ-Stiefvater Nr.2 und sowohl er,als auch meine Mutter waren kreuzungl&amp;uuml;cklich.&lt;br /&gt;
Entweder wurde geschrien oder geheult,aber auf jeden Fall danach massenhaft bereut und gebetet.&lt;br /&gt;
Und des wunderbaren ewigen Lebens gedacht,welches Gott dem Menschen,&lt;br /&gt;
-dem gehorsamen wohlgemerkt!-in Aussicht gestellt hat.&lt;br /&gt;
&quot;Aber wann soll das sein?Und warum hilft er den Menschen jetzt nicht?&quot;fragte ich naiv.&lt;br /&gt;
&quot;Weil das jetztige Leben eine Pr&amp;uuml;fung ist und wir ausharren m&amp;uuml;ssen bis ans Ende.&lt;br /&gt;
Und DANN wird Gott uns belohnen.&quot;&lt;br /&gt;
Mittlerweile 13 Jahre alt sprang ich lieber vom 10meter Brett.Ohne Wasser im Becken.&lt;br /&gt;
Die Stimmung zuhause WAR die feurige Gehenna,&lt;br /&gt;
-sogenannte &apos;&amp;Auml;lteste&apos; gingen bei&lt;br /&gt;
uns ein und aus,um mit Bibelstellen ,Gebet und Strenge die l&amp;auml;cherliche 4.Ehe meiner Mutter zu retten.&lt;br /&gt;
Dadurch blieb keine Zeit,mich im Auge zu behalten,&lt;br /&gt;
-so wurde ich von einem Tag auf den anderen Punkrockerin.&lt;br /&gt;
Was anderes ging nicht.&lt;br /&gt;
Ich hatte die wenigen Punkrocker in unserer Schule beobachtet,&lt;br /&gt;
-die waren f&amp;uuml;r mich die&lt;br /&gt;
einzig wahre entschiedene Kampfansage und wenn ich dickbebrillt mit Pottschnitt hinter ihnen die Treppe&lt;br /&gt;
hochschlich und auf ihren Jacken las:&lt;br /&gt;
&quot;macht kaputt,was euch kaputt macht!&quot;dachte ich:&lt;br /&gt;
&quot;JA!!!!&quot;&lt;br /&gt;
Das war Offenbarung.&lt;br /&gt;
HAPPY END?&lt;br /&gt;
fuck you,NO!!!&lt;br /&gt;
Hatten Schuld-und S&amp;uuml;hnedenke erstmal 13 jahre Zeit,sich breitzumachen,&lt;br /&gt;
wurde Logik ersetzt durch unreflektiertes Geglaube,&lt;br /&gt;
bzw sogar als &quot;satanische Gedanken&quot; bezeichnet,&lt;br /&gt;
die nur durch Gebet und Gottes Hilfe und aufrichtigem Bereuen zu kurieren seien,&lt;br /&gt;
braucht es Zeit.Viiiiel Zeit.&lt;br /&gt;
Der liebe,liebe,liebe Gott.&lt;br /&gt;
Der so lieb ist,dass er ALLES erschaffen hat. Und angeblich 2 erwachsene Menschen in eine&lt;br /&gt;
noch angeblichere Vollkommenheit setzte.&lt;br /&gt;
W&amp;auml;re ja v&amp;ouml;llig in Ordnung gewesen.&lt;br /&gt;
Und was macht der liebe Gott als erstes?&lt;br /&gt;
Er hat kein Vertrauen in seine Kreation.Er weiss im Vorfeld,dass er Murks baut,&lt;br /&gt;
-aber ihm war halt langweilig,&lt;br /&gt;
all die vielen Millionen Jahre...&lt;br /&gt;
nix zu gucken.&lt;br /&gt;
So wird von Anfang die Sollbruchstelle eingebaut-noch nichtmal heimlich-&lt;br /&gt;
nein,-so subtil ist der liebe Gott nicht. Als Narziss durch und durch weist&lt;br /&gt;
er mit Pauken und Trompeten darauf hin,dass Todesstrafe auf Erkenntnis steht.&lt;br /&gt;
Adam und Eva,die bis dahin v&amp;ouml;llig unbeleckt nackt durch die B&amp;uuml;sche tollten,&lt;br /&gt;
-woher sollen die eigentlich gewusst haben,was Tod,Schmerz,Trauer,Erkenntnis,&lt;br /&gt;
geschweige denn Verlust bedeuteten?&lt;br /&gt;
Lebten,bzw starben ihnen die Tiere etwas vor?Waren die schon weiter,also voll Erkenntnis?&lt;br /&gt;
Oder war bei Tieren von Anfang an Tod in Vollkommenheit inclusive?&lt;br /&gt;
Gottes Plan sich neverending entertainment zu garantieren ging jedenfalls auf.&lt;br /&gt;
Wir leben so unsere Leben,mal besser mal schlechter.&lt;br /&gt;
Von gerechter Verteilung,-sowohl geistig,als auch materiell-kann nicht die&lt;br /&gt;
Rede sein,aber seien wir dochmal ehrlich: ein Narr,der anderes erwarte.&lt;br /&gt;
Und in unseren kleinen Herzchen tragen wir als Erinnerung die Sehnsucht nach&lt;br /&gt;
selbstbestimmter Vollkomenheit,die sich in sich selber gegenseitig ausschliesst.&lt;br /&gt;
Ts.Eine Crux,die ganze Chose.&lt;br /&gt;
Hinkt hinten und vorne.&lt;br /&gt;
Wie auch immer es sich zugetragen haben mag,&lt;br /&gt;
einen Kreator und Intendanten des Lebensspiels gibt es.&lt;br /&gt;
Wie auch immer der sich nennt.&lt;br /&gt;
Ich denke viel &amp;uuml;ber ihn nach.&lt;br /&gt;
Und ich mag ihn nicht.&lt;br /&gt;
Aber seis drum.&lt;br /&gt;
Irgendwann muss auchmal Schluss sein.&lt;br /&gt;
Obwohl ich gerade erst anfange.&lt;br /&gt;
tobecontinued.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cover</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T19:50:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2152/">
    <title>Aurelius Augustinus</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2152/</link>
    <description>Die nerv&amp;ouml;se &amp;Uuml;ppigkeit des Orients hat sich schon so lange vermischt mit den derben Instinkten der Bauern, die vor Jahrhunderten ein Weltreich eroberten, und bringt nun Generationen hervor, die statt zu erobern - oder auch nur zu regieren ? vergeblich etwas suchen, was jenseits der purpurroten, faulig-irisierenden &amp;Uuml;ppigkeit jener Jahre liegt, die wir die Sp&amp;auml;tantike nennen: Nur noch wenige Generationen, und die ver&amp;auml;stelte, spannungsreiche Hinf&amp;auml;lligkeit dieser Welt wird unter den Schwertstreichen der Germanen verenden, und jener, der Mitte des 4. Jahrhunderts im S&amp;uuml;den des im wesentlichen intakten Reichs geboren wird, wird am Ende seines Lebens in Hippo unter der Belagerung der Vandalen seine Augen schlie&amp;szlig;en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jahre sind vorbei, in denen es die Fischer, die Armen, diejenigen vom Rande der Gesellschaft waren, die an die Geschichte von Kreuzestod und Auferstehung ihre Hoffnung hefteten. L&amp;auml;ngst schon hat der sterbende Kaiser Kontantin die Taufe genommen, das Konzil von Nic&amp;auml;a ist bereits Geschichte, aber noch ist das Christentum eine Religion unter anderen und noch sind es zumeist die Massen aus den St&amp;auml;dten, die auf das Herabsteigen des Christus Salvator warten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aurelius Augustinus ist keiner von ihnen, aus der Provinz Numidien geb&amp;uuml;rtig hat er den Bildungsgang eines jungen Mannes aus gutem Hause durchlaufen. Christ ist er nicht. Seine Mutter Monica ist getauft, betet f&amp;uuml;r ihn und seine Bekehrung, und das Denkmal, dass er der Monica im neunten Buch seiner Confessiones errichtet, ist wahrhaft monumentum aere perennius, das von seiner Lebendigkeit und W&amp;auml;rme nichts verloren hat &amp;uuml;ber den Graben der Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange betet die Monica f&amp;uuml;r die Bekehrung, denn jene l&amp;auml;sst auf sich warten. Augustinus ist ein guter Sch&amp;uuml;ler, ein begabter Student, dem die Erfolge zufallen, und der in dem d&amp;uuml;nnen, duftenden Blut des Zeitalters doch nicht findet, was er sucht. Die S&amp;auml;ulen der Welt sind zweifelhaft geworden, der Glaube an die altr&amp;ouml;mischen G&amp;ouml;tter hat einer ihrerseits bereits ehrw&amp;uuml;rdigen Skepsis Platz gemacht, deren Gelassenheit und malizi&amp;ouml;se Eleganz erst die Renaissance wieder erreichen wird. Die Schulen der griechischen Lehrer sind gleichfalls Jahrhunderte alt, und ob es der M&amp;uuml;&amp;szlig;iggang ist oder die Erkenntnissehnsucht, die Roms J&amp;uuml;nglinge durch Griechenland treibt: Auch dieser Weg zu Wahrheit und Erkenntnis ist schon so lange beschritten worden, dass auch sein Scheitern bereits patiniert ist von denen, die Generationen zuvor zu F&amp;uuml;&amp;szlig;en der griechischen Lehrer sa&amp;szlig;en. Das &amp;Uuml;berraschende ist Kanon geworden, die Antinomien der Schulen zur Gewohnheit verkommen, und der Mund der Wahrheit spricht mit Greisenstimme zu seinen J&amp;uuml;ngern. Eine gro&amp;szlig;e Klugheit liegt in jenem Achselzucken, mit dem die damalige Welt der Frage nach ihrem Innersten, nach Seinsgrund und Ziel allen Seins begegnet, aber brausende Wahrheit und Leidenschaft wohnt nicht dort, wo Augustinus sie sucht: Weder bei Cicero noch bei den Manich&amp;auml;ern. Am Ende seiner Ausbildung in Karthago und Mailand ist er Hochschullehrer, hat in vielen Schulen die Erl&amp;ouml;sung von den Zweifeln gesucht, die ihn immer wieder &amp;uuml;berkommen, ist angesichts der L&amp;uuml;cken und Br&amp;uuml;che der Lehren stets weitergezogen, und hat die Wahrheit nicht gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Gr&amp;uuml;bler und Sucher jedoch wird Augustinus nicht, denn die damalige Welt mag auf schwankendem Grunde stehen, Genuss bietet sich einem, der Essen und Wein, Frauen und dem Theater zugetan ist, in reichem Ma&amp;szlig;e, und so ist es auch die Forderung nach Keuschheit, die Augustinus lange von der Konversion abh&amp;auml;lt, als er, zerm&amp;uuml;rbt schon von den Zweifeln und der Komplexit&amp;auml;t der Gedankengeb&amp;auml;ude, schon &amp;uuml;berzeugt auf die Taufe zuschreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einer geisterhaften Kinderstimme schreibt Augustinus, die ihn zum Buch der B&amp;uuml;cher hingezogen habe, und ob dies nun ein Bild sein mag, oder einer jener Zuf&amp;auml;lle, von denen die Welt lebt. Stimmig erscheint es in hohem Ma&amp;szlig;e. Mehr als ein Jahrzehnt hat Augustinus nun nach Wahrheit gesucht, Komplexit&amp;auml;t gefunden, und er mag der Vielfalt der Wahrheit &amp;uuml;berdr&amp;uuml;ssig sein und m&amp;uuml;de des Suchens gleich den Tangenten, die Grund und Ma&amp;szlig; nie ber&amp;uuml;hren. Augustinus wirft die Suche von sich: Das Lehramt. Die Suche nach dem wahren Wesen des Seins in immer feineren Differenzierungen. Der Glaube, dem Wesen der Welt mit den Mitteln des Verstandes nahe zu kommen. Ob er die in ihrer Schlichtheit fast r&amp;uuml;hrende Geschichte vom toten Sohn des Zimmermanns glaubt? Ob er seine Wahrheit findet, und die Zweifel zerstieben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob in jener Fama vom reinen Tor, der im unruhigen Jerusalem zwischen die Parteien ger&amp;auml;t und umkommen muss, die Wahrheit des Augustinus liegt oder nur der entschlossene Wunsch, die Wahrheit gefunden zu haben: Augustinus entsagt, kehrt der unruhigen, grellen Welt des Altertums den R&amp;uuml;cken zu und wird jenes Monument, als das er in den Hallen der una et sancta steht, die ohne ihn nicht w&amp;auml;re, was sie ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nervosit&amp;auml;t jenes Saeculums am Ende einer Epoche, seine Farben und Menschen, seine Zerrissenheit, von der Augustinus sich abgewandt hat, wenden sich indes nicht ab vom Augustinus. In seinen Confessiones, viel gedruckt und zu wenig gelesen, steht sie noch einmal auf, die verwesende Welt des ausgehenden Altertums, die sich in jenem Geist konserviert hat, den sie entt&amp;auml;uschte, der sie von sich stie&amp;szlig;, und der ihrem Zauber noch ex negativo nicht entkam in Sph&amp;auml;ren, die den Geist nichts n&amp;ouml;tig haben.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T19:47:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2151/">
    <title>au&amp;szlig;er mir</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2151/</link>
    <description>ich will nicht enden, wie sie alle enden, die dichter und die diebe, was keinen unterschied macht. diebe! und dichter...! das ist bekannt, oder? - da&amp;szlig; ich ein dieb bin, da&amp;szlig; ich stehle, wo es nur geht. unterwegs. gedanken und tr&amp;auml;ume und hoffnungen massenhaft. meine!? oder deine!? darauf kommt es nicht an, nicht wahr? das ist dasselbe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
f&amp;uuml;r die armseligkeit von ein paar worten, achtlos auf meinen weg gestreut, augenblicklich verklungen, verweht sogar ? so sinnlos das alles! - verkaufe ich meine seele. nicht die deine! keine angst! das nicht, niemals! aber sonst versto&amp;szlig;e ich ahnungslos gegen jedes gebot. r&amp;uuml;cksichtslos, wenn es sein mu&amp;szlig;. und es mu&amp;szlig; sein!!! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
merkur! kleinster aller teufel, der der sonne am n&amp;auml;chsten steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das versprechen, wenn ich mich recht erinnere... es ist ein traum, mehr nicht. der traum vom leben! ein kleiner klang, vielleicht, ganz am ende erst, wenn es fast schon vorbei ist. und ein langer..., langer... nachhall, wenn es besonders gut geht. ab und an. so etwas wie erinnerung. oder aber zukunft. wer wei&amp;szlig; das schon? m&amp;ouml;glich w&amp;auml;re es! aber das ist auch alles! danach ist der tod und nicht einmal umsonst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
doch vorerst geht es weiter, denke ich... brennen! (bis ich ausgebrannt bin.) eine abmachung, der ich bislang gewissenhaft nachkomme. und das ende, das ist immer deutlich. immer sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und doch nicht zu erreichen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allzu oft schon hab ich mich um mich selbst gebracht, hab mich wortlos umgebracht. mich verschwiegen. und wo bist du? bleibst du noch? ein bi&amp;szlig;chen nur, bis ich tot bin vielleicht. mehr ist nicht verlangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zugrunde gehen, wie sie alle zugrunde gehen. die dichter wie die diebe. gefangen im eigenen wort, in der eigenen l&amp;uuml;ge, in dem, was sich doch nicht &amp;auml;ndern l&amp;auml;&amp;szlig;t. nicht von mir zumindest. von dir vielleicht... aber das ist illusion! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oder? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich will mich nicht so finden ? irgendwann! ? zerschmettert, am rand der gro&amp;szlig;en stra&amp;szlig;e, und rasend vor schmerz, weil ich den weg verloren habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weil ich das wort nicht mehr wei&amp;szlig;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(die liebe.)</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T19:44:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2150/">
    <title>Die ewigen Kinder</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2150/</link>
    <description>&quot; Also, ich w&amp;uuml;rde gerne m&amp;ouml;glichst fr&amp;uuml;h verduften.&quot;, sage ich. &lt;br /&gt;
&quot;Peter sagt, er macht sofort am zweiten Weihnachtsfeiertag die Biege, da sollten wir uns dann auch vom Acker machen.&quot;, schl&amp;auml;gt Julia vor und erz&amp;auml;hlt: &quot;obwohl Papa meint wir sollten doch Silvester mal wieder zusammen feiern&quot;.&lt;br /&gt;
&quot;Vergiss es, ich bin sp&amp;auml;testens am 27sten wieder in Hamburg&quot;, rufe ich hysterisch in den H&amp;ouml;rer.&lt;br /&gt;
Geschwister im Weihnachtsstress. Es ist extrem wichtig zusammen zu kommen und zusammen zu gehen. Nicht nur der von Mutter stets beschworenen Geschwistergeist (&quot;Versprecht mir, das Ihr Euch immer lieb habt!&quot;), auch  der Geist der Weihnachtszeit verpflichtet, niemanden alleine mit den Eltern zur&amp;uuml;ck zu lassen. Es gilt eine Schlacht zu schlagen und wir lassen keinen zur&amp;uuml;ck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23.12.&lt;br /&gt;
Sind Julia und Peter schon da? Nein die kommen sp&amp;auml;ter. Erster. Mist. &lt;br /&gt;
Ich sitze in der K&amp;uuml;che, die jedes Jahr ein bisschen kleiner zu werden scheint. Mutter kneift mir in die Backen, &quot; bist ein bisschen dicker geworden, joggst Du den gar nicht mehr? Und Deine Haare, so lang, das steht Dir doch gar nicht, wie ein Hibbi siehst Du aus.&quot; Mutter sagt immer Hibbi. Mit Doppel-B. Ich bin stolz auf mich, bis vor zwei Jahren bin ich an diesem Punkt immer das erste Mal ausgeflippt, heute ergreift mich nur noch leichte Nervosit&amp;auml;t bei diesem ersten traditionellen Weihnachtsdialog der Wiedersehensfreude. Bis die Geschwister kommen gehe ich meine zurechtgelegte Liste der Lebens-Erfolgsmeldungen durch und pr&amp;auml;sentiere friedensstiftend den Lachs, den ich noch morgens in Hamburg am Hafen gekauft habe.&lt;br /&gt;
Ich schaue kurz im Bad nach, ob Mutter vielleicht doch Recht hat und ja, im Badezimmer meines Elternhauses sehe ich immer fett und verquollen aus. Die Geschwister treffen ein und werden ebenfalls aufs herzlichste begr&amp;uuml;&amp;szlig;t: Peters Haare sind zu kurz, sein Pullover zu gro&amp;szlig; und Julia steht ihre neue Haarfarbe nicht. Findet Mutter. Papa freut sich auch, dass alle Kinder mal wieder da sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24.12., morgens &lt;br /&gt;
Papa ist schon fr&amp;uuml;h wach, er macht viel Krach im Keller, da wo seine alten Bergsteigersachen lagern. Ich schlafe im G&amp;auml;stezimmer nebenan und stehe dann auch mal auf. Es ist Neun, ich habe einen Kater, Mutter steht schon im Mantel in der K&amp;uuml;che. &quot;Junge, sag mal, was habt ihr gestern viel getrunken, also ich k&amp;ouml;nnte das nicht, wie Du aussiehst, nimm mal eine Vitamintablette, wir wollen doch heute Abend sch&amp;ouml;n feiern, ich muss jetzt noch einkaufen, so viele Menschen im Haus, da reicht das Essen ja nie, hilf mal Papa mit dem Baum.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Papa erklimmt in kompletter Bergsteigermontur mit Helm die Kellertreppe hinauf in die Wohnung. Papa ist fr&amp;uuml;her gerne zum Bergsteigen. Am Wochenende war ich dann immer mit Mutter alleine, es gab Chips und G&amp;ouml;tterspeise, ich durfte Frankensteinfilme kucken, gleich nach dem Wort zum Sonntag. Irgendwann ist Papa dann in eine Gletscherspalte gefallen. Hat er nat&amp;uuml;rlich damals nicht erz&amp;auml;hlt. Erst beim Alpenvereinstreffen, kurz vor der H&amp;uuml;tte, hat er sich zu Mutter umgedreht und gesagt: &quot; Schatz ich muss Dir noch was erz&amp;auml;hlen, bevor wir da reingehen.&quot; Er ist dann nie wieder in die Berge gefahren. Weihnachten schl&amp;auml;gt seine gro&amp;szlig;e Stunde. Mit alten Bergseilen und antiken Karabinerhaken hieft er den Weihnachtsbaum aus dem Garten auf den Balkon im zweiten Stock. Wenn der Baum oben ist, schwingt er sich &amp;uuml;ber die Br&amp;uuml;stung und seilt sich ins Blumenbeet ab. Das sind ca. vier Meter. Seine Augen leuchten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24.12. - 25.12.&lt;br /&gt;
Noch eine Stunde bis zur Kirche. Seit zwei Jahren gehen wir ohne Diskussionen mit. Weil wir alt geworden sind. Und m&amp;uuml;de. War nicht immer so. Fr&amp;uuml;her war ab 15:00 Uhr Kaffee, Kuchen, Glaubenskrieg. &amp;Uuml;ber gemischtes Geb&amp;auml;ck gebeugt, er&amp;ouml;ffnete Mutter klassisch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutter: &quot;oooh, gleich ist Kirche, los, Peter, du ziehst Dir bitte noch was Ordentliches an!&quot;&lt;br /&gt;
Vom Kirchturm schl&amp;auml;gt es helle.&lt;br /&gt;
Ich: &quot;geht ihr nur, ich bereite dann schon mal den Lachs vor.&quot;&lt;br /&gt;
Peter: &quot;ich helfe Dir!&quot;&lt;br /&gt;
Julia: &quot;ich auch!&quot;&lt;br /&gt;
Mutter: &quot;das ist jetzt nicht Euer Ernst, Vater sag doch auch mal was dazu!&quot;&lt;br /&gt;
Vater, mit Christstollen im Mund: &quot;mipff ist das egapff.&quot;&lt;br /&gt;
Mutter f&amp;auml;llt in sich zusammen, kopfsch&amp;uuml;ttelnd mit feuchten Augen. &lt;br /&gt;
Alle gehen in die Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal, w&amp;auml;hrend meiner Buddhistischen Phase, habe ich den Text ver&amp;auml;ndert und Nachmittags gesagt: &quot;Vorschlag! Wir machen alle eine von mir gef&amp;uuml;hrte Karmapa-Meditation, gleich hier auf dem Teppich, das geht elf Minuten, dann gibt es Lachs und dann Geschenke.&quot;  So gegen Mitternacht haben wir damals angefangen auszupacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kirche haben die ewigen Kinder immer viel Spa&amp;szlig;. Julia singt super, sie kann w&amp;auml;hrend des Singens die Tonh&amp;ouml;he ver&amp;auml;ndern, Peter und ich versuchen das auch. Zuhause gibt es dann R&amp;auml;ucherlachs und Sekt. Wir trinken immer unanst&amp;auml;ndig viel an Weihnachten. Alle. Julia schmei&amp;szlig;t sich dann ans Klavier, den Eltern wird ganz feierlich, aber nur kurz, weil, mein Bruder und ich haben herausgefunden, dass Weihnachtslieder viel dynamischer klingen wenn man sie im Duett singt, mit lustig verstellten Stimmen. Zum Beispiel brumme ich wie Johny Cash und Peter gibt kn&amp;ouml;delnd den Bob Dylan. Und Julia legt auch gerne mal einen Zahn zu, beim spielen.  Das klingt dann insgesamt wie: a Technoversion of &quot;es ist ein Ros entsprungen&quot;, feat.  Johnny Cash und Bob Dylan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sp&amp;auml;testens um Zwei bringen wir die Eltern ins Bett, wir sind da sehr f&amp;uuml;rsorglich, wir wissen, morgen fr&amp;uuml;h steht Mutter ab acht in der K&amp;uuml;che, wegen der Gans, die muss doch um 17:00 Uhr fertig sein. 9 Stunden schlie&amp;szlig;t sich meine Mutter in der K&amp;uuml;che ein. Mein Einwand, die Gans und der Ofen w&amp;uuml;rden das Garen doch recht selbstst&amp;auml;ndig hinbekommen, wurde mit einem Hinweis auf die komplizierten Kl&amp;ouml;&amp;szlig;e und das &amp;auml;u&amp;szlig;erst pflegebed&amp;uuml;rftige Rotkraut vom K&amp;uuml;chentisch gewischt. Papa r&amp;auml;umt ab 6:30 Uhr das Weihnachtszimmer auf, bringt die Bergsteigersachen in den Keller und tauscht die Kerzen am Baum aus. F&amp;uuml;r die festliche Stimmung, wenn die Gans gegessen wird. Denn die Kinder, die fahren ja auch immer schon so schnell wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Gans Geschichte ist, und der Wein getrunken, wird es leiser. &lt;br /&gt;
Das ist der Moment vor dem sich die ewigen Kinder f&amp;uuml;rchten. Sie fangen an, Koffer zu packen, erst in Gedanken und am n&amp;auml;chsten Morgen packen sie wirklich.&lt;br /&gt;
Sie tun das aus Erfahrung. Und weil sie n&amp;auml;chstes Jahr wiederkommen wollen und feiern, gemeinsam und mit ihren geliebten Eltern, deren Liebe grenzenlos, aber nur begrenzt zu ertragen ist.
</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T19:40:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2149/">
    <title>Er war froh</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2149/</link>
    <description>Seine Freundin h&amp;auml;tte ihm ne Menge gebracht, seine Eltern sprechen wieder mit ihm und er zieht in eine neue Wohnung, die alte sei? naja in keinem guten Zustand.&lt;br /&gt;
Ich hatte die Wohnung einmal gesehen, es war im Sommer wir sa&amp;szlig;en auf dem Flachdach und tranken, erz&amp;auml;hlten uns Geschichten. Er erz&amp;auml;hlte und ich trank. Er hatte Menschen kennen gelernt, die wichtige Sachen machen, also pers&amp;ouml;nlich wichtig. &quot;verstehst du?&quot; immer wieder &quot;verstehst du?&quot;. Ich verstand ihn irgendwie. Als ich dann auf die Toilette wollte musste ich seine Wohnung betreten, also durch das Fenster in das Treppenhaus, den langen Flur mit den Neonr&amp;ouml;hren und dem braunen Teppich. Die T&amp;uuml;r war angelehnt, Abschlie&amp;szlig;en h&amp;auml;tte sich nicht gelohnt. Hier hatte er sich versteckt, Monate lang, vor seinen Eltern, vor den Menschen, vor der Welt. Er hatte Dinge an die Wand geschrieben, um sich selbst zu best&amp;auml;tigen, Dinge die ihm sagen, dass es richtig ist, was er tut. Er hatte Vorr&amp;auml;te angelegt. Zeitungen, Zigarettenh&amp;uuml;lsen, Konserven; daf&amp;uuml;r musste erimmer samstags fr&amp;uuml;h raus, oder nachts an die Tankstelle. Als ich wieder drau&amp;szlig;en bin sagt er: &quot;Ich muss hier weg, dass ist wie ne alte Haut, aus der man raus muss.&quot;&lt;br /&gt;
Er sagt also das von dem Zustand der Wohnung und ich denke an den Sommer und das Flachdach; er wolle sich auch nicht mehr bet&amp;auml;uben, hat gemerkt wie es ihn einschn&amp;uuml;rt, die Gedanken raubt und er sich st&amp;auml;ndig f&amp;uuml;hlt, als h&amp;auml;tte er Watte in den Socken und den Schuhen. Ich frage ihn, ob er denkt, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Er nickt heftig, wieder die Freundin, die Wohnung, der neue Job, seine Eltern. Ich war sowieso nicht da, um ihn zu best&amp;auml;tigen oder ihm etwas auszureden. ichhabe immer nur versucht, mit ihm klarzukommen, so wie es die anderen nicht konnten. Nicht aus Mitleid, sondern wegen der anderen Dinge, er hatte Humor undeinen scharfen Verstand,bisweilen zu scharf. Er braucht diesen Kram nicht mehr. Er will endlich leben, ohne Watte in den Socken und Schuhen.&lt;br /&gt;
Zwei Wochen sp&amp;auml;ter ein Anruf er habe gemerkt, dass ermit seinen Gedanken Dinge geschehen lassen kann, auf der Stra&amp;szlig;e, im Fernsehen, bei sich zu Hause. Er f&amp;uuml;hle sich wie Gott, das Problem sei nur,er k&amp;ouml;nne nicht mehr schlafen, wenn er schliefe w&amp;uuml;rden Dinge geschehen. Er m&amp;uuml;sse sich doch um die Menschen k&amp;uuml;mmern, k&amp;ouml;nne sie nicht alleine lassen. Er m&amp;uuml;sse aus dem Fenster gucken, in der Stadt herumlaufen, die Menschen besch&amp;uuml;tzen. Ich wei&amp;szlig;, dass sein Vater Pfarrer ist. Er wisse nicht, was von ihm erwartet w&amp;uuml;rde. Was mir denn so einfalle.&quot;Seid wann kannst du das?&quot; &quot;Seid 4 Tagen und ich werde immer besser!&quot;&lt;br /&gt;
N&amp;auml;chstes Jahr ist er wohl wieder da, im Sommer, mit Watte in den Socken und Schuhen.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T19:35:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2148/">
    <title>Ein philosophischer Schaukampf</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2148/</link>
    <description>Die Kunst des ironischen Weihnachtsgeschenks k&amp;ouml;nnte dieses Jahr unter so manchen Weihnachtsbaum die deutsche &amp;Uuml;bersetzung von Richard Dawkins&apos; Bestseller &quot;The God Delusion&quot; zaubern: &quot;Der Gotteswahn&quot;. Evolutionswissenschaftler Dawkins bem&amp;uuml;ht sich seit Jahrzehnten &amp;uuml;ber B&amp;uuml;cher, &amp;ouml;ffentliche Debatten und Fernsehsendungen um Verbreitung von&lt;br /&gt;
Leidenschaft f&amp;uuml;r die wissenschaftliche Methode und Faszination f&amp;uuml;r die Komplexit&amp;auml;ten der Natur. Seit einer Weile betreibt er auch einen Generalangriff auf Religion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;Uuml;berzeugung, dass die Welt ohne Religion eine bessere w&amp;auml;re, vertritt Dawkins respektlos und in Ablehnung selbst solcher religi&amp;ouml;ser Str&amp;ouml;mungen, die sich moderat und tolerant geben. F&amp;uuml;r ihn ist religi&amp;ouml;ser Glaube ein geistiges Virus der Irrationalit&amp;auml;t, das sich Selbsterhalt und Verbreitung &amp;uuml;ber erhebliche psychologische Kosten f&amp;uuml;r seine menschlichen&lt;br /&gt;
Wirte erkauft: Es f&amp;ouml;rdert Leid und Terror, Selbstpeinigung und Hass. Es f&amp;ouml;rdert aber vor allem auch Ignoranz. Der Gl&amp;auml;ubige akzeptiert die Autorit&amp;auml;t der unbezweifelbaren heiligen Schrift, des unfehlbaren Hohepriesters, des unergr&amp;uuml;ndlichen Mysteriums. Religi&amp;ouml;ser Glaube, so Dawkins, suspendiert kritisches Denken, Neugier nach Erkl&amp;auml;rungen und&lt;br /&gt;
Offenheit f&amp;uuml;r neue Denkans&amp;auml;tze. Er untergr&amp;auml;bt Prinzipien der Hinterfragbarkeit, Plausiblit&amp;auml;t und Logik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher k&amp;ouml;nnen f&amp;uuml;r Dawkins wissenschaftliche und religi&amp;ouml;se Welterkl&amp;auml;rung nicht friedlich koexistieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ein Schaukampf&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht hat er damit recht. Ich stelle mir also Wissenschaft und religi&amp;ouml;sen Glauben als zwei um einen Platz in den K&amp;ouml;pfen der Menschen konkurrierende Welterkl&amp;auml;rungssysteme vor. Ich bin Atheist. Ich hoffe auf den Sieg der Wissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dawkins d&amp;uuml;rfte die Wissenschaft schon deshalb f&amp;uuml;r den verdienten Gewinner halten, weil er die Ergr&amp;uuml;ndung der Wirklichkeit als einen hohen Wert an sich erachtet. Fraglos ist die wissenschaftliche Methode ein geeigneteres Mittel, zur Wirklichkeit vorzudringen, als der religi&amp;ouml;se Glaube, der sein Weltbild aus Quellen zweifelhaften Wahrheitswertes wie&lt;br /&gt;
Erziehung, Halluzinationen, Drogenerfahrungen oder selbsternannten Autorit&amp;auml;ten -- Koran, Papst -- bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es dr&amp;auml;ngt sich mir auf, Dawkins&apos; Ma&amp;szlig;stab nicht als allgemeinen Ma&amp;szlig;stab der Menschen anzunehmen. Aus seinen Schriften spricht eine mitrei&amp;szlig;ende Faszination f&amp;uuml;r die wissenschaftliche Ergr&amp;uuml;ndung des Unergr&amp;uuml;ndeten und zugleich ein kopfsch&amp;uuml;ttelndes Unverst&amp;auml;ndnis gegen&amp;uuml;ber jenen, die diese Faszination nicht teilen. Dawkins ist passionierter&lt;br /&gt;
Wissenschaftler; aber wieviele Menschen wollen Wissenschaftler sein? Sind im psychologischen Haushalt der meisten Menschen nicht andere Forderungen dr&amp;auml;ngender als die nach der Erforschung der Wirklichkeit?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die Hoffnung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glauben wir der Welterkl&amp;auml;rung der Wissenschaft, erwartet uns nach dem Tod das Verrotten. Glauben wir der Welterkl&amp;auml;rung der Religion, erwartet uns nach dem Tod das ungebrochene Weiterexistieren unserer unsterblichen Seele. Nun soll ich mich zwischen beiden entscheiden. L&amp;auml;sst sich mein Bewusstsein von der Erforschung der Wirklichkeit leiten, werde ich wohl z&amp;auml;hneknirschend und hoffnungslos das Modell der Wissenschaft w&amp;auml;hlen m&amp;uuml;ssen. Aber k&amp;auml;me es nicht gelegen f&amp;uuml;r mein inneres Wohlbefinden, den Tod nicht f&amp;uuml;rchten zu m&amp;uuml;ssen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein au&amp;szlig;enstehender Beobachter w&amp;uuml;rde mir zurecht Wunschdenken attestieren, wenn ich mich entgegen der Wirklichkeit daf&amp;uuml;r entschiede, eine unsterbliche Seele zu haben. Aber kann er es mir auch &lt;em&gt;vorwerfen&lt;/em&gt;? Sicher kann ich dem Erlangen von Gl&amp;uuml;ckseligkeit eine gro&amp;szlig;e Bedeutung f&amp;uuml;r meine Wahl zurechnen. Die Gewissheit von Unsterblichkeit verschafft mir Gl&amp;uuml;ckseligkeit. Wenn ich f&amp;auml;hig bin (und das menschliche Gehirn ist zu den sonderbarsten Tricks und Selbstt&amp;auml;uschungen f&amp;auml;hig), mir &amp;uuml;berzeugend einzureden, eine unsterbliche Seele zu haben, w&amp;auml;re diese Handlung dann nicht f&amp;uuml;r meinen&lt;br /&gt;
psychologischen Haushalt die rationale Entscheidung? Schlie&amp;szlig;lich gibt es keine Entt&amp;auml;uschung zu bef&amp;uuml;rchten: Ein Bewusstsein, das nicht mehr ist, kann sich nicht entt&amp;auml;uscht f&amp;uuml;hlen. In der Frage der Hoffnung auf&lt;br /&gt;
Unsterblichkeit kann ich mit der Wahl der Religion scheinbar nur gewinnen und nichts verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dawkins findet ein solches Wunschdenken kindisch und propagiert wie auch manch anderer Atheist die Akzeptanz der eigenen Sterblichkeit als etwas Erwachsenes und damit irgendwie &amp;Uuml;berlegenes. Man kann auch noch weitergehen: Derlei Wunschdenken ist nicht nur kindisch, es kann auch sehr gef&amp;auml;hrlich f&amp;uuml;r die Mitmenschen sein. Denken wir nur an die&lt;br /&gt;
Selbstmordattent&amp;auml;ter, die im Glauben an die Unsterblichkeit der eigenen Seele Massenmord begehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber aus Sicht des individuellen, egoistischen Bewusstseins ist und bleibt die realit&amp;auml;tsferne Gewissheit, unsterblich zu sein, eine attraktivere und damit rationalere Entscheidung als die realit&amp;auml;tsnahe Gewissheit, zum Tode verurteilt zu sein. Selbst wenn der daf&amp;uuml;r notwendige Glaube ein paar erhebliche Qualen, Entbehrungen oder Selbstkasteiungen im Diesseits mit einfordert, ist das immer noch ein sehr g&amp;uuml;nstiger Preis f&amp;uuml;r die gl&amp;uuml;ckselig stimmende Gewissheit der eigenen Unsterblichkeit. Ist die Entscheidung f&amp;uuml;r die Wissenschaft also vielleicht irrationaler als der religi&amp;ouml;se Glaube, gegen den sie einst aufbegehrte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die Verwirklichung der Hoffnung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ja. Es gibt einen -- zugegeben etwas waghalsigen -- Hoffnungsschimmer f&amp;uuml;r die Wissenschaft. Hierzu bedarf es einer gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren historischen Perspektive auf den Kampf zwischen religi&amp;ouml;sem Glauben und wissenschaftlicher Methode um die K&amp;ouml;pfe der Menschen. Der religi&amp;ouml;se Glaube war das erste Welterkl&amp;auml;rungsmodell, um den psychologischen Haushalt des Menschen in Anbetracht seiner Ohnmacht gegen&amp;uuml;ber der allm&amp;auml;chtigen grausamen Natur zu beruhigen. Vor allem der&lt;br /&gt;
Glaube an die eigene Unsterblichkeit -- sei sie nun in Form einer unsterblichen Seele, Anteil an einem Weltgeist oder kannibalistischer Integration in die eigenen Nachfahren -- erwies sich bis heute als konkurrenzloses Erfolgsrezept.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dem religi&amp;ouml;sen Glauben beim Umwerben des menschlichen Bewusstseins zumindest punktuell Konkurrenz machen zu k&amp;ouml;nnen, musste die wissenschaftliche Methode sich f&amp;auml;hig erweisen, auf einem bestimmten Spielfeld einen gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Gl&amp;uuml;ckseligkeitsgewinn f&amp;uuml;r den Menschen zu erwirtschaften als der religi&amp;ouml;se Glaube auf demselben. Das konnte zum&lt;br /&gt;
Beispiel durch Erkenntnisse &amp;uuml;ber die Natur und ihre Gesetze geschehen, um ihre Grausamkeit und Allmacht mit gr&amp;ouml;&amp;szlig;erer Erfolgsquote zu z&amp;auml;hmen, mittels Vorhersagbarkeit und Maschinerie statt Gebet und Opfer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings musste die wissenschaftliche Methode vorsichtig sein, dem religi&amp;ouml;sen Glauben nicht in wesentlichen Spielfeldern auf die F&amp;uuml;&amp;szlig;e zu treten -- denn die gro&amp;szlig;en Versprechungen der Religion waren dort immer noch psychologisch einflussreicher auf das menschliche Bewusstsein als die vergleichsweise geringf&amp;uuml;gigen realen Verbesserungen durch die&lt;br /&gt;
Wissenschaft. Im Zweifel musste das Start-up Wissenschaft dem marktbeherrschenden Riesen Religion weichen und nicht umgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst wo Wissenschaft das Leben so radikal verbessert, dass sie die Versprechungen der Religion &amp;uuml;berrumpelt, kann sie sie restlos austreiben. Es muss selbst f&amp;uuml;r einen Gl&amp;auml;ubigen ergiebiger erscheinen, auf ein Problem eine bestimmte wissenschaftlich erzeugte L&amp;ouml;sung anzuwenden, als f&amp;uuml;r eine &amp;uuml;bernat&amp;uuml;rlich bewirkte L&amp;ouml;sung des Problems zu beten. Damit die Wissenschaft die Religion vom Spielfeld vertreiben kann, bedarf es also der Eroberung ihrer Kernfelder, zum Beispiel des Versprechens der Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na, das sollte ja wohl machbar sein -- mit den zu erwartenden Fortschritten etwa der Biotechnologie in den n&amp;auml;chsten f&amp;uuml;nfzig bis hundert Jahren. Schon jetzt reihen sich die Propheten aneinander: Der Biogerontologe Aubrey de Grey hat gerade mit seinem Buch &quot;Ending Aging&quot;die Zeit f&amp;uuml;r gekommen erkl&amp;auml;rt, die Disziplin der Erforschung des &lt;br /&gt;
biologischen Alterns in eine Ingenieursdisziplin zum Bremsen oder Umkehren desselben umzuwidmen. Futurist und Erfinder Ray Kurzweil dagegen sieht uns in exponentiell beschleunigter technologischer Entwicklung auf eine sogenannte &quot;Technologische Singularit&amp;auml;t&quot; in n&amp;auml;chster Zeit zusteuern, die neben vielen anderen interessanten Sachen zu einer Entr&amp;uuml;ckung menschlichen Bewusstseins in unsterbliche Maschinengehirne f&amp;uuml;hren wird, wie der Untertitel &quot;When Humans Transcend Biology&quot; seines apokalyptisch betitelten Buches &quot;The Singularity Is Near&quot; andeutet. Wer Angst hat, ein paar Jahrzehnte zu fr&amp;uuml;h auf die Welt gekommen zu sein, um das Zeitfenster in die wissenschaftlich bewirkte Unsterblichkeit noch zu erwischen, kann sich indes gegen moderate Geldbetr&amp;auml;ge von der Kryonik-Firma &quot;Alcor Life Extension Foundation&quot;&lt;br /&gt;
einfrieren lassen, die schon jetzt siebenundsiebzig Kunden in Tiefk&amp;uuml;hlung h&amp;auml;lt -- eine Praxis des Erkaufens von Lebenssicherheit nach dem Tod, die Richard Dawkins gegen Ende von &quot;The God Delusion&quot; mit der&lt;br /&gt;
mittelalterlichen Stiftung von Kl&amp;ouml;stern und Universit&amp;auml;ten durch reiche Adelige vergleicht, die so &amp;uuml;ber erkaufte Gebete ihre Chancen f&amp;uuml;r ein erfreulicheres Dasein im Jenseits verbessern wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte es der Wissenschaft dagegen nicht gelingen, die Hoffnungen derReligion einzul&amp;ouml;sen, werden wir letztere wohl noch  ein ganzes Weilchen mit uns rumschleppen m&amp;uuml;ssen.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T19:22:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2147/">
    <title>Es ist ein Kreuz</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2147/</link>
    <description>Die eigene religi&amp;ouml;se &amp;Uuml;berzeugung wird in der Kindheit implantiert, die Kirche wei&amp;szlig; das sehr genau und nutzt das bis heute mit der Taufe an Kindern, die noch nicht selbst f&amp;uuml;r sich entscheiden k&amp;ouml;nnen, ob sie wollen oder nicht. So wird dann eine Tradition von Generation zu Generation weiter gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Blick zur&amp;uuml;ck in meine eigene Kindheit best&amp;auml;tigt das. Schon fr&amp;uuml;h wurde ich in den Kindergottesdienst geschickt. Es wurden einem Heftchen in die Hand gedr&amp;uuml;ckt, f&amp;uuml;r die man an jedem Sonntag, an dem man im Gottesdienst erschien, ein Bildchen erhielt, religi&amp;ouml;s nat&amp;uuml;rlich, das man in das Heft einkleben konnte. Da ich musikalisch war, wurde sehr bald der Kirchenchor, seine Auftritte und Proben zum Pflichttermin. In der Schule gab es Religionsunterricht, von dem mich meine Eltern nat&amp;uuml;rlich nicht befreit haben, ich war ja nicht religionsm&amp;uuml;ndig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Termine wurden schlimmer mit dem Nahen der Konfirmationszeit. Dann gab es Indoktrinationstermine, die Pflicht waren, denn sonst w&amp;auml;re die Konfirmation gef&amp;auml;hrdet gewesen. Ja, ich gebe es zu, sie war f&amp;uuml;r mich wichtig, es gab ein Fest, bei dem ich im Mittelpunkt stand, ich bekam viele Geldgeschenke und konnte mir danach f&amp;uuml;r sagenhafte 220 DM ein Transistorradio kaufen, wie sie gerade damals das letzte Gadget waren, wie man heute sagen w&amp;uuml;rde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r mich war es dann mit 14 aber vorbei. Ich war nicht &amp;uuml;berzeugt und machte danach nur noch Gef&amp;auml;lligkeitsbesuche in den Kirchen, zu Hochzeiten, Trauerfeiern oder Taufen. Bis auf einmal, w&amp;auml;hrend meines ersten Weihnachtens weg von zu Hause, als ich in London studierte, da war ich in der Westminster Abbey, um die Stimmung mitzubekommen. Da war ich 21, und in gewisser Weise geheilt, bis auf einen halben Heiligen Abend habe ich an diesem Tag die Familie danach vermieden. Irgendwann bin ich dann auch aus der Kirche ausgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Apropos Taufe: meine Schwester hat mir eine Sache sehr &amp;uuml;bel genommen. Nach der Geburt meiner Nichte V. hat sie mir angetragen, Taufpate zu werden. Ich musste nicht lange nachdenken und habe abgelehnt. So weit hatte meine religi&amp;ouml;se Erziehung gewirkt, um zu erkennen, dass ein Pate kein Geschenkautomat ist, sondern dazu, um eventuell f&amp;uuml;r die Eltern bei der religi&amp;ouml;sen Erziehung des Taufkindes einzuspringen. Wie kann ich religi&amp;ouml;s erziehen, wenn ich nicht (mehr) religi&amp;ouml;s bin?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles in allem hat sich das bei mir in den Gegenprotest verwandelt. Was ich aber nicht verstehe, ist dass die Religion so pr&amp;auml;sent ist in unserem doch angeblich so freien Staat, der so frei sein sollte von jeder Weltanschauung und sich stark abgrenzt von den b&amp;ouml;sen muslimischen Gottesstaaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
November, Dezember und ein wenig Januar sind schon merkw&amp;uuml;rdige Monate. Staatsvertreter und Politiker in Deutschland treffen sich in Kirchen am Volkstrauertag, es ist der Bu&amp;szlig;- und Bettag (in diesem Fall ist der Segen der neuen Rechtschreibung klar erkenntlich, jetzt kann ich ausdr&amp;uuml;cken, was er immer f&amp;uuml;r mich war, ganz unzweideutig, n&amp;auml;mlich ein Bu&amp;szlig;- und Betttag, als er noch Feiertag war), und es kommt der Totensonntag, an dem, wieder in Kirchen, der Toten gedacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann wird pl&amp;ouml;tzlich von Trauer auf Freude umgeschaltet, es ist nahe am Weihnachtsfest, dem Wintersonnenwendenfest, ein Termin, auf den aus opportunistischen Gr&amp;uuml;nden die Geburt des sp&amp;auml;ter an das Kreuz geschlagenen Mannes gelegt wurde. Und wie &amp;uuml;blich gibt es dann Weihnachtsansprachen von hochrangigen Politikern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie hei&amp;szlig;t es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikel 4&lt;br /&gt;
[Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit]&lt;br /&gt;
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religi&amp;ouml;sen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.&lt;br /&gt;
(2) Die ungest&amp;ouml;rte Religionsaus&amp;uuml;bung wird gew&amp;auml;hrleistet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich interpretiere es so, dass der Staat nicht von der Religion bestimmt wird, es gibt keine Staatsreligion. Was soll also die Staatspr&amp;auml;senz in Kirchen zu dieser Jahreszeit? Geht der Bundestag in eine Moschee zum islamischen Opferfest? Oder ist Jom Kippur ein staatlicher Feiertag in Deutschland so wie viele christliche Feste? Warum berichten alle Medien dar&amp;uuml;ber, dass die Kirchen gegen die &amp;Ouml;ffnung der L&amp;auml;den an Adventssonntagen klagen, da spricht doch nichts gegen, dass die Nichtchristen einkaufen k&amp;ouml;nnen, und die Christen sind sicher so religi&amp;ouml;s, dass sie zu Hause bleiben. Warum klagt der Rat der Juden nicht gegen die &amp;Ouml;ffnung der L&amp;auml;den am Sabbat, oder die Muslims gegen die am Freitag?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich m&amp;ouml;chte ausdr&amp;uuml;cklich klar stellen: jeder soll mit seiner eigenen Religion gl&amp;uuml;cklich werden, egal ob der Papst, Buddha, Mohammed, eine Synagoge, eine Moschee, ein goldenes Kalb oder sogar ein Spaghettimonster Teil des Glaubens sind. Oder eben wie bei mir keiner vorhanden ist. Der Glauben ist die Privatsache jedes Einzelnen, genauso wie sexuelle Vorlieben, bevorzugtes Fernsehprogramm, Lieblingsfu&amp;szlig;ballclub oder die Wohnungseinrichtung. Im Gegenteil, manchmal beneide ich sogar Leute, die glauben (k&amp;ouml;nnen), denn sie haben es sicher oft einfacher, weil sie den Glauben haben, wenn andere an Zweifeln und Unsicherheiten manchmal zerbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das entscheidende Wort f&amp;uuml;r mich ist das Wort ?Privatsache?. Also: jeder kann in seinem K&amp;auml;mmerlein glauben, was er will. Aber:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Staat sollte sich jeglicher Religion enthalten, auch beim christlichen Glauben, nicht nur beim Wettern gegen den islamischen Gottesstaat, sondern auch beim Verbannen zum Beispiel von christlichen Kreuzen aus staatlichen Schulzimmern. Das gibt es immer noch in Deutschland!&lt;br /&gt;
* Politiker sollten sich offiziell aus Gottesdiensten fernhalten oder alle Religionen bedenken (da h&amp;auml;tten sie aber zu tun!).&lt;br /&gt;
* Kirchen und Religionen sollten sich jeglicher Missionierung und Mission auf offizieller Ebene enthalten. Um provokativ zu sein, das Problem mit Scientology ist nicht die Religion, sondern die manipulative Mission.&lt;br /&gt;
* Ansonsten soll wirklich jeder nach seiner Fa&amp;ccedil;on selig werden, insofern hat das (in den letzten Tagen gefallene Wort) vom christlichen Abendland in unserem Staat nichts zu suchen.&lt;br /&gt;
Und um es ganz deutlich zu machen: ich selber bin kein Atheist, denn dann w&amp;uuml;rde ich mich durch Gott definieren. Nennt mich Agnostiker, Gott ist mir egal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber eine gute Freundin ist sehr katholisch, damit habe ich kein Problem, sie kennt &amp;uuml;brigens die besten antikirchlichen Witze. Vielleicht einigen wir uns darauf: pers&amp;ouml;nliches Recht und Freiheit ist etwas Anderes als institutionelle Dogmen, Verfahren oder das Auftreten des Staates.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T19:06:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2145/">
    <title>Happy Clappy in der fr&amp;auml;nkischen Diaspora</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2145/</link>
    <description>Eine dieser Aktivit&amp;auml;ten: Im Alter von 15 bis 17 tingelte ich sonntags mit einer Kirchenklampfenband &amp;uuml;ber vor allem fr&amp;auml;nkische D&amp;ouml;rfer und machte Musik. Dauerhafte Folge: Ich kenne mich in der katholischen Liturgie aus (das Drehbuch f&amp;uuml;r katholische Zeremonien). Und ich kriege Krampfanf&amp;auml;lle beim Erklingen &amp;ouml;kumenischer Gassenhauer wie &quot;Ins Wasser f&amp;auml;llt ein Stein&quot; oder &quot;Liebe ist nicht nur ein Wort&quot; (Sie kennen Michael Mittermeiers&quot; Kumbaya&quot;-Nummer?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nachhinein wei&amp;szlig; ich ja auch nicht so recht, wie ich da mit 15 reingeraten bin. Einflussfaktoren, die mir einfallen:&lt;br /&gt;
- Ich war bei den Pfadfindern meiner Pfarrei, und der Bassist sowie der Gitarrist der Band waren Pfadfinder eines befreundeten Stammes - doch, das hei&amp;szlig;t so.&lt;br /&gt;
- Der Leiter der Band war Pater bei den &amp;ouml;rtlichen Redemptoristen und Religionslehrer in meiner Schule. Seinem Kloster war ein Internat angeschlossen, in dem regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig Besinnungstage f&amp;uuml;r Jugendliche stattfanden, an denen wiederum ich mit Freundinnen teilnahm. Au&amp;szlig;erdem rekrutierte die Band aus dem Internat den Schlagzeuger, einen hin-und-wieder Saxofonisten sowie die Knabenschola.&lt;br /&gt;
- Ich war in den Keyboarder verliebt, der zwei Klassen h&amp;ouml;her in dieselbe Schule wie ich ging.&lt;br /&gt;
- Der Redemptoristenpater hatte mich als Querfl&amp;ouml;tistin und S&amp;auml;ngerin hinzugebeten.&lt;br /&gt;
- F&amp;uuml;r meine superbeh&amp;uuml;teten Ohren klangen &quot;Bandprobe&quot; und sonnt&amp;auml;gliche Fahrten auf die D&amp;auml;rfer nach verlockenden Abenteuern. (I was born uncool.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit unserer Musik mischten wir kleine Landgemeinden auf, viele davon im diasporischen, weil &amp;uuml;berwiegend evangelischen Franken. In den meisten waren bis in die 80er Jahre noch nie Jugendgottesdienste gehalten worden. Wir spielten immer zur besten Sendezeit, sprich vormittags zur Sonntagsmesse. In meiner Erinnerung waren diese Kirchen allesamt barock, unbeheizt und eine akustische Katastrophe. &quot;Nicht zu laut!&quot; war der wichtigste Hinweis des Pfarrers, weswegen das Schlagzeug ausschlie&amp;szlig;lich mit Besen bedient wurde. Im Anschluss luden uns entweder der Pfarrer oder Gemeindemitglieder zum Mittagessen ein; es gab immer Schweinsbraten mit Gl&amp;ouml;&amp;szlig; (fr&amp;auml;nkisch f&amp;uuml;r &quot;Kn&amp;ouml;del&quot;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch erst mal mussten wir ja in die zu beschallenden Gemeinde kommen. Da keiner von uns Musikanten ein Auto hatte, fuhren wir gemeinsam im VW-Bus des Internats, der Pater am Steuer. Der Mann hatte m&amp;ouml;glicherweise seinen F&amp;uuml;hrerschein in der Weihnachtslotterie des Vatikans gewonnen, fuhr auf jeden Fall wie eine gesengte Wildsau. Eine Mitfahrt auf dem vorderen Mittelsitz war eine echte Mutprobe: Da ein VW-Bus keine Motorhaube hat, sah man der Sto&amp;szlig;stange des Vorderwagens, der knapp verpassten Hauswand, der Leitplanke, kurz: dem Tod direkt ins Auge. Zudem betete der Pater gerne mit uns weiteren Insassen w&amp;auml;hrend der Fahrt Rosenkranz oder hob zu singen an, die meiste Zeit mit Blick nach hinten, um seinen Mitfahrern herzerfrischend und beseelt zuzul&amp;auml;cheln. Ich hatte auf jeder Fahrt die Vision einer himmlischen GSG9 aus gepanzerten Engeln, die losgeschickt wurde, sobald sich der VW-Bus in Bewegung setzte. Anders konnte ich mir nicht erkl&amp;auml;ren, dass der Pater nie verunfallte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gastkirche angekommen, bauten wir zusammen &quot;die Anlage&quot; auf; Strom gab&apos;s meistens aus der Sakristei (der Umkleide). Bei dieser Gelegenheit entdeckte ich meine Begabung, &amp;uuml;ber Kabel zu stolpern, selbst wenn ich sie selbst gezogen hatte. Was schlecht war, denn diese Kabel waren teuer. Als mein Vater, Elektriker und damit Kabel-Heavy-User, erfuhr, wie viel diese Anlagenkabel kosteten, war er sicher, dass man uns &amp;uuml;ber den Tisch zog. Er lie&amp;szlig; sich von mir eines mitbringen, besorgte meterweise Billigkabel sowie Stecker und baute uns welche nach. In der darauf folgenden Jugendmesse, ich glaube im idyllischen Ro&amp;szlig;tal, lernten wir dann alle, warum die Kabel sonst so teuer waren: Die handgemachten spielten uns Radiosender auf unsere Verst&amp;auml;rker. Wir traten an diesem Sonntag lieber unplugged auf (und wussten noch nicht mal, dass das so hie&amp;szlig;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar Mal nahm mich der Pater auch einzeln zu so genannten Besinnungsabenden in irgendwelche entlegenen Gemeindeh&amp;auml;user mit, bei denen ich ihn und seine Wandergitarre mit Fl&amp;ouml;te und Stimme unterst&amp;uuml;tzte. Wenn ich mich recht erinnere, versuchte ich ihn auf einer dieser Fahrten zu einer Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau in der katholischen Kirche zu bringen. Doch bereits meine Beobachtung, dass den Frauen in der Kirche nur die Drecksjobs &amp;uuml;berlassen w&amp;uuml;rden und keine in irgend einer Weise entscheidende Position, brachte ihn derart aus der Fassung, dass ich es bleiben lie&amp;szlig;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Engagement in Sachen Happy Clappy tr&amp;ouml;pfelte aus, als ich zum einen aufs Abitur zusteuerte, zum anderen Mitglied eines sehr r&amp;uuml;hrigen Jugendchores wurde.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T19:00:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2144/">
    <title>Woran ich glaube</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2144/</link>
    <description>Ich will ja glauben, irgendwie, aber weiter als: ?Jesus war ein Revolutionsf&amp;uuml;hrer und wurde als politischer Gefangener umgebracht, sein Vater war Dingsbums und Maria garantiert keine Jungfrau? komme ich nicht. Ich glaube nicht an den heiligen Geist, an den Vater im Himmel und ich glaube auch nicht daran, dass er einen Sohn hatte. Gott ist nichteinmal ein Furz im Wind, denn selbst Nietzsche hatte Unrecht. Um tot zu sein h&amp;auml;tte Gott ja irgendwann leben m&amp;uuml;ssen. Hat er aber nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses Rumgemache um Himmel und H&amp;ouml;lle, Gott und die S&amp;uuml;nde und Teufel und Mohammed und Allah, all das basiert auf der Einbildungskraft des Menschen, was ja erstmal irgendwie gut ist. Ich stelle mir manchmal vor, wie das damals gewesen sein muss, vor ungef&amp;auml;hr sechs Millionen Jahren. Da hockten da so ein paar &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Orrorin_tugenensis&quot;&gt;Millennium-M&amp;auml;nner und -Frauen&lt;/a&gt; herum, das Feuer hatten sie noch nicht bezwungen, da krachte es irgendwo in der Ferne und es blitzte und donnerte und es schiffte ohne Ende. Wenn ich damals ein haariger Menschenaffe gewesen w&amp;auml;re, verdammt, ich h&amp;auml;tte mir auch in meine nicht vorhandenen Hosen gekackt und angenommen, dass da oben irgendso ein Super-Affe ziemlich sauer w&amp;auml;re wegen irgendetwas. Wahrscheinlich weil ich der Millennium-Frau da nebenan grade auf die Br&amp;uuml;ste gestarrt habe, womit unsere Vorfahren damals neben Gott auch gleichzeitig noch die Scham erfanden. Ganz sch&amp;ouml;n praktisch f&amp;uuml;r die ganzen guten Christen heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ist so eine Idee von einem Gott erstmal in der Welt, dann geht sie auch so schnell nicht wieder weg. Im Gegenteil, wie man sieht, hat sie sich, neben so ein paar anderen urmenschlichen Eigenschaften wie Mord und Totschlag, ziemlich gut gehalten. Man muss aber auch wirklich mal anerkennen: dieses Konzept - unsichtbarer Mann im Himmel, der alles sieht und alles wei&amp;szlig; und der letztlich derjenige sein soll, der &amp;uuml;ber uns richtet - ist ganz und gar wunderbar, in sich schl&amp;uuml;ssig, logisch und klar und einfach und: ganz, ganz gro&amp;szlig;er Bullshit. Deshalb muss man ja daran glauben, denn wissen kann man all das nicht. Und genau das ist ja der Trick bei der Sache. Wir haben hier ein Konzept, das, um so unsinnigeren Bl&amp;ouml;dsinn es verbreitet - geteiltes Meer, Wasser in Wein, Auferstehung, brennender Busch -, desto besser funktioniert das Ganze. Das ist quasi eine Art philosophisches Bullshit-Perpetuum Mobile, was wir damals als Affen erfunden haben: ein Selbstl&amp;auml;ufer, der mit Bl&amp;ouml;dsinn nur so um sich wirft. Da k&amp;ouml;nnen aber auch wirklich nur Menschen drauf kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wurden mittlerweile die Menschenaffen zu Menschen, die G&amp;ouml;tter, die sie erfunden hatten f&amp;uuml;r Donner, Blitz, Regen, Feuer und was da noch alles keucht und fleucht, wurden zu einem &amp;Uuml;berdings eingedampft, es wurden Regeln aufgestellt, Verwaltungen hochgezogenen, die uns das Geld aus der Tasche ziehen sollten um es f&amp;uuml;r Popanz und Kriege auszugeben, die ganze Idee wurde organisiert, b&amp;uuml;rokratisiert, und exportiert, kurz gesagt: sie evolutionierte sich genauso vom Affen zum Menschen wie wir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott basiert aus der Angst des Menschen vor dem Unerkl&amp;auml;rlichen und ist nichts weiter als eine Projektion menschlicher Eigenschaften an Orte, an denen die Ursachen unerkl&amp;auml;rlicher nat&amp;uuml;rlicher Ph&amp;auml;nomene (Erdbeben, Vulkane - die H&amp;ouml;lle, Regen, Donner, Blitz und Schnee - der Himmel) verortet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zweiteilung des menschlichen Charakters, den das Konzept Religion zu einem Fantasy-Abenteuer weiterspinnt, basiert auf der M&amp;ouml;glichkeit des Menschen zur Wahl zwischen zwei Handlungen. Entweder ich tue dies oder ich tue das. Engelchen, Teufelchen, Gut, B&amp;ouml;se, Himmel und H&amp;ouml;lle, all diese Erfindungen basieren darauf und wurzeln im Menschen und damit im Tier und damit in der Natur, und nichts vom restlichen Unsinn ist wahr. Es gibt kein ewiges Leben und &lt;a href=&quot;http://www.nochetwassalz.de/batzlog/2007/03/20/batz-out-of-hell-glaubensbekenntnis/&quot;&gt;keinen heiligen Geist&lt;/a&gt;, Gott ist nicht tot, denn er hat nie existiert und wenn ich eines Tages sterbe, komme ich f&amp;uuml;r diesen Satz nicht in die H&amp;ouml;lle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist es, woran ich glaube, machen wir also gleich einen Test: Sollte Gott existieren, soll er mich hier und jetzt auf der Stelle niederstreck?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;125&quot; alt=&quot;&quot; width=&quot;485&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0312/images/rene.jpg&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T18:45:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2143/">
    <title>Katholisch Masturbieren</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2143/</link>
    <description>&quot;Wo sie bewu&amp;szlig;t angestrebt und an ihr festgehalten wird, ist sie ein sittliches Fehlverhalten. &quot;Der Jugendliche, der damit zu ringen hat, mu&amp;szlig; erkennen, da&amp;szlig; er &amp;uuml;ber dieses Stadium hinauswachsen mu&amp;szlig;, wenn seine Sexualit&amp;auml;t nicht infantil bleiben soll&quot; (Die Deutschen Bisch&amp;ouml;fe, Zu Fragen der menschlichen Geschlechtlichkeit, 11).&quot;*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ihr habt euch noch nie selbstbefriedigt?&quot; Wir schwiegen. Ich f&amp;uuml;r meinen Teil traute mich nicht zuzugeben, dass ich sehr wohl schon mal hatte. Ich hatte zu diesem Zweck eine Anzeige mit ein paar nackten Oberk&amp;ouml;rpern diverser Playboy-Bunnies aus einem anderen Magazin ausgeschnitten und bewahrte dieses Kleinod in der Nachttischschublade in meinem Kinderzimmer auf. Regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig zog ich den reizend bebilderten Fetzen Papier hervor und ich erfreute mich meiner, ohne ernsthaft Angst vor Verdummung, Fehlbildungen der Wirbels&amp;auml;ule oder &amp;auml;hnlichen Dingen zu versp&amp;uuml;ren. Nichtmal den Zorn Gottes f&amp;uuml;rchtete ich. Aber ich war mir nicht sicher, wie meine Kumpels jetzt wohl reagierten, g&amp;auml;be ich zu, das ich... Ich wollte ja nicht der einzige perverse 13-J&amp;auml;hrige im Zimmer sein.&lt;br /&gt;
Da wir auf seine Frage nicht antworteten, redete Andi weiter: &quot;Das kann doch nicht sein, dass ihr euch noch nie selbstbefriedigt habt. Ich erkl&amp;auml;r euch mal wie das geht!&quot; Andi war 17 damals. Er war einer der Jugendgruppenleiter, mit denen wir zwecks Durchf&amp;uuml;hrung der Sommerfreizeit unserer katholischen Kirchengemeinde in eine Jugendherberge im Schwarzwald gefahren waren. Jetzt sa&amp;szlig; er im Jungszimmer und tat so, als sei Masturbation das selbstverst&amp;auml;ndlichste der Welt. Und aus der Lehrstunde in Masturbation wurde ein kompletter Doktor-Sommer-Nachmittag. Danach kannte ich neue Wichstechniken und war &amp;uuml;ber so manches sexuelle Detail ernsthaft aufgekl&amp;auml;rt. Lange noch war ich mir sicher, dass es Erregung gewesen sein musste, als ich an dem ein oder anderen Nachmittag w&amp;auml;hrend der Freizeit auf meinem R&amp;uuml;cken Feuchtigkeit sp&amp;uuml;rte, nachdem Vicky auf demselben sitzend meine schm&amp;auml;chtigen Schultern massiert hatte. Heute glaube ich, es war nur Schwei&amp;szlig;. Denn eins war es auf jeden Fall: Sommer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Von der Sch&amp;ouml;pfungsordnung und vom Sch&amp;ouml;pfungsauftrag Gottes an Mann und Frau her kann Homosexualit&amp;auml;t nicht als eine der Heterosexualit&amp;auml;t gleichwertige sexuelle Pr&amp;auml;gung angesehen werden. Der eigentliche Raum der vollen Geschlechtsgemeinschaft ist nach dem Verst&amp;auml;ndnis der Bibel die Ehe zwischen Mann und Frau, und die Keimzelle der menschlichen Gesellschaft ist die Ehe.&quot;**&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andi war nicht nur f&amp;uuml;r die Hinleitung zur Masturbation in unserer Kirchengemeinde zust&amp;auml;ndig, er versuchte uns jahrelang auch davon zu &amp;uuml;berzeugen, dass Michael Cretus Pseudosubdomm&amp;ouml;nchspopprojekt &quot;Enigma&quot; geil sei. Unabh&amp;auml;ngig davon war er auch der einzige der &amp;auml;lteren Jugendlichen, der sich au&amp;szlig;erhalb unseres Sprengels krichlich engagierte und regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig Kontakt hielt zu den Funktion&amp;auml;ren des Bunds der katholischen Jugend auf Dekanatsebene. So &amp;uuml;berredete Andi mich, der ich mittlerweile ein wenig &amp;auml;lter und selbst schon Leiter einer Jugendgruppe war, einige Jahre nach der theoretischen Einf&amp;uuml;hrung ins Wichsen mit ihm auf eine Tagung der katholischen Jugend zu gehen, die sich mit aktuellen Str&amp;ouml;mungen in der Kirche besch&amp;auml;ftigen sollte. Ich wei&amp;szlig; nicht mehr, was es alles an Workshops gab. Irgendwas mit Batik, Meditation und so wird sicher dabei gewesen sein. Auch einen Theater- und oder Tanzworkshop halte ich f&amp;uuml;r wahrscheinlich. Ich kann mich nur noch an den von uns gew&amp;auml;hlten Programmpunkt erinnern. Wir landeten in einem kleinen Sitzungszimmer des Dekanats, in dem ein berufsjugendlicher, Schnauzbart und Lederhose tragender Mittvierziger uns von dem Spagat erz&amp;auml;hlte, gl&amp;auml;ubiger Katholik und selbstbewusster Schwuler zu sein, und Werbung f&amp;uuml;r die Arbeitsgruppe &quot;Homosexualit&amp;auml;t und Kirche&quot; machte.&lt;br /&gt;
Wir jungen Katholiken waren so weltoffen, dass wir ihm zuh&amp;ouml;rten. Wahnsinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert mich das irgendwie an die Jusos. Gro&amp;szlig;e klassenk&amp;auml;mpferische Show, aber gleichzeitig die Karriere als k&amp;uuml;nftiger Genosse der Bosse planen. S&amp;uuml;&amp;szlig;. Andi, der einst Mutter Kirche von innen modernisieren wollte, ist heute Mitte 30 und ein frustrierter und konservativer Sack geworden. Vielleicht aus dem Frust heraus, das er nie ernst genommen wurde. Und da bin ich ein wenig mit Schuld dran. Auf der letzten Sommerfreizeit unserer Kirchengemeinde, an der ich teilnahm, hatte seine ehemalige Klassenkameradin Sonja furchtbaren Liebeskummer. Andi h&amp;auml;tte sie gern getr&amp;ouml;stet. Aber sie heulte sich lieber in den Armen eines J&amp;uuml;ngeren aus...&lt;br /&gt;
Heute tut es mir ein wenig leid, dass Andi und ich damals so unsch&amp;ouml;n auseinander gingen, denn er hat seinen Anteil daran, dass katholisch zu sein f&amp;uuml;r mich bis heute viel zu wenig zu tun haben will mit Mixa, Lehmann, Ratzinger und so. Katholisch sein war wie Bravo-Lesen. Es war ne gute Zeit. Wir hatten jede Menge Spa&amp;szlig;. Danke, Andi. Aber irgendwann wurde es langweilig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Katholischer Erwachsenen-Katechismus. Hrsg. v. d. Deutschen Bischofskonferenz. Freiburg, Basel, Wien 1995, S. 379.&lt;br /&gt;
** Ebd., S. 386.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T18:42:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2141/">
    <title>Verfluchen</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2141/</link>
    <description>Denn beim Abendmahl muss man ja nach vorne in den Altarraum, wo einem der Pastor in die Augen schaut oder der schnuffige Vikar, wenn er Leib und Blut verteilt, und da will man ja nicht aussehen wie ein Schlumpf, so wie sonst, wenn man sich einfach in der Mitte der Kirche einkuschelt, um in Ruhe und alleine und&lt;br /&gt;
unbehelligt zu singen und zu beten und zu sich selbst zu finden, daf&amp;uuml;r muss man nicht unbedingt frisch geduscht sein, da reicht auch die Baseballm&amp;uuml;tze &amp;uuml;ber den verwuschelten Haaren, das merkt ja keiner, weil niemand direkt neben einem steht oder sitzt, die Kirche ist ja sowieso viel zu leer, das merkt man am meisten bei den Liedern, wo man immer dankbar f&amp;uuml;r die Orgel ist, die den Hall etwas mindert, der von den Kirchenb&amp;auml;nken aufsteigt, aber heute ist Abendmahl, da w&amp;uuml;rde der&lt;br /&gt;
Bettgeruch doch auffallen, der Geruch nach W&amp;auml;rme und Zuhause und einer wundersch&amp;ouml;nen Nacht, wenn man vorne steht zwischen den Omas, die nach Pralinen oder Staub riechen und den alten M&amp;auml;nnern, bei denen es eher Old Spice ist oder Einsamkeit und den jungen M&amp;uuml;ttern mit Anhang, die nach ausgespuckter Milch riechen, nein, da kann man nicht nach Gl&amp;uuml;ck&lt;br /&gt;
duften, lieber nach Duschgel und Zahnpasta, was ja auch sch&amp;ouml;n ist, aber man verflucht eben doch f&amp;uuml;r zwei Sekunden diese Tradition oder die sich selbst auferlegten Zw&amp;auml;nge oder die Zivilisation oder die Uhrzeit, die einen dazu bringt, sich aus dieser wundervollen H&amp;ouml;hle aus Armen, Brust und Halsbeuge zu sch&amp;auml;len, um in die Kirche zu gehen, und man fragt sich f&amp;uuml;r ebenfalls zwei Sekunden, warum man das &amp;uuml;berhaupt macht, bevor einem wieder einf&amp;auml;llt, dass man das macht, weil es gut&lt;br /&gt;
tut, weil es sch&amp;ouml;n ist, weil es einem bewusst macht, wie gut die letzte Woche war, trotz allem, und wie sch&amp;ouml;n die n&amp;auml;chste sein wird, trotz allem, weil jemand da ist, der auf einen aufpasst und an den man sich wenden kann, auch wenn der keine H&amp;ouml;hle aus Armen, Brust und Halsbeuge hat, aber daf&amp;uuml;r genau das gleiche Gef&amp;uuml;hl vermitteln kann, ein Gef&amp;uuml;hl von Aufgehobensein, von Willkommensein, von Freude und Verl&amp;auml;sslichkeit, und so deckt man den Kerl zu und l&amp;auml;sst ihn schlafen&lt;br /&gt;
und freut sich auf den Gottesdienst und das Abendmahl und die morgendliche Dusche und die Fahrt durch den Schnee und die Sonne und den Sonntag und die Aussicht, in zwei Stunden wieder in der H&amp;ouml;hle sein zu d&amp;uuml;rfen, die immer noch nach Zuhause duftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Anmerkung der Redaktion: Die Kommentarfunktion ist auf Wunsch der Autorin bei diesem Text abgeschaltet.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T18:19:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2140/">
    <title>Von Gott zur G&amp;ouml;tterspeise</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/stories/2140/</link>
    <description>10.05 Uhr, Amtsgericht Berlin-Mitte. ?Gr&amp;uuml;&amp;szlig; Gott, ich m&amp;ouml;chte aus der Kirche austreten.? Die Antwort folgt sogleich in preu&amp;szlig;isch-trockener Manier: ?Na, wennse austreten, m&amp;uuml;ssen se Ihre Gru&amp;szlig;formel awa &amp;auml;ndern.? Wo der Mensch Recht hat, hat er Recht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sitze ich auf einem unbequemen Stuhl im Amtszimmer, und w&amp;auml;hrend der Beamte in aller Seelenruhe seinen Stempel auf diverse Antr&amp;auml;ge und Formulare dr&amp;uuml;ckt, stelle ich mir doch noch einmal die Gretchenfrage. Sag, wie h&amp;auml;ltst du?s mit der Religion? &lt;br /&gt;
Zun&amp;auml;chst: Wer in einer katholisch gepr&amp;auml;gten Gegend aufwuchs, stellt sich derlei Fragen &amp;uuml;blicherweise nicht, sondern befolgt brav christliche Grundregeln und geht an allen wichtigen Feiertagen in die Kirche. Dass ich nun vor einem auch weiterhin penibel stempelnden Beamten sitze, kann daher nur dem Umstand geschuldet sein, aus einer einzig und allein an den schn&amp;ouml;den Mammon glaubenden Familie zu entstammen. Doch gerade jetzt sitzen Engelchen und Teufelchen auf meinen Schultern und debattieren &amp;uuml;ber Sinn und Unsinn meiner Entscheidung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Engel mault: ?Aber dann kannst du nicht mehr romantisch in der Kirche heiraten, so mit Blumenstreum&amp;auml;dchen, einer tollen Rede vom Herrn Pfarrer und dem notwendigen, himmlischen Beistand in guten und schlechten Zeiten!? Zack!, zieht ihm der Teufel eine Ohrfeige &amp;uuml;ber. ?He, das ist doch alles Bullshit, Ange! Gute Zeiten, schlechte Zeiten, pah - das ist was f&amp;uuml;rs Fernsehen.  In Deutschland wird ein Drittel aller Ehen wieder geschieden, dagegen hat der alte Herr da oben auch kein Rezept. Und f&amp;uuml;r romantische Hochzeiten gibt?s Hochzeitsplaner und Eventagenturen.? Nun gut, das scheint also nicht die Antwort auf die Gretchenfrage zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;Uuml;berhaupt, der alte Herr da oben. Gibt?s den &amp;uuml;berhaupt? Oder ist er nur eine Idee, eine Hoffnung darauf, dass Jemand Verantwortung f&amp;uuml;r widrige Umst&amp;auml;nde tr&amp;auml;gt und nicht der einzelne Mensch. ?Denk doch an die Ablassbriefe?, mischt sich das Teufelchen in meine Gedanken. ?Das war ein Schachern, ein Handel! Und alles nur, weil der Mensch sich von aller Verantwortung und S&amp;uuml;nde reinwaschen wollte, um sich nicht bei uns in der H&amp;ouml;lle zu w&amp;auml;rmen.? Das Engerl zaust an seinen Fl&amp;uuml;geln herum und zieht eine Schnute: ?Ja, aber das ist doch lange her. Und man sollte doch nicht untersch&amp;auml;tzen, dass das Wissen um die Vergebung aller S&amp;uuml;nden dem Menschen hilft.? &lt;br /&gt;
Ich mische mich in den munteren Dialog ein, obwohl ich finde, dass das Engelchen mittlerweile arg mitgenommen aussieht. ?F&amp;uuml;r die Vergebung der S&amp;uuml;nden muss man aber beichten. Und ich habe Gott gepr&amp;uuml;ft, indem ich im Kommunionsunterricht Geschichten und Streiche erfand.  Aber der Beichtpfarrer hat sich weniger f&amp;uuml;r deren Wahrheitsgehalt als f&amp;uuml;r die Hintern der Ministranten interessiert. G&amp;auml;be es Gott, er h&amp;auml;tte mich doch f&amp;uuml;r meine L&amp;uuml;gen gemahnt und den Pastor f&amp;uuml;r seine s&amp;uuml;ndigen Finger bestraft.? Ich erwarte einen Kommentar von Engelchen und Teufelchen, aber die beiden ziehen nur gelangweilt eine Augenbraue hoch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
?He, Ange! Diese Diskussion bringt doch nichts. Die Menschen glauben doch ohnehin nur, was sie wollen. Da ist jegliche Einmischung unsererseits vollkommen sinnlos. Ich habe &amp;uuml;brigens noch ein bisschen G&amp;ouml;tterspeise im K&amp;uuml;hlschrank. Lust drauf? Kommst du mit?? Der Engel nickt und mit einem leisen Zischen verschwinden die Beiden. Ohnehin haben sie nur wenig zur Kl&amp;auml;rung meines Verh&amp;auml;ltnisses zur Religion beigetragen. Allein, es bleibt meine Entscheidung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10.15 Uhr. Das Formular ist unterschrieben. Nach &amp;sect; 3 des Regelwerks habe ich keine Verpflichtung und keine Anspr&amp;uuml;che mehr gegen meine Kirche und bin nicht mehr Mitglied einer Religionsgemeinschaft. Der Beamte setzt einen letzten Stempel unter meine Unterschrift und w&amp;uuml;nscht mir einen sch&amp;ouml;nen Tag. Jetzt den lieben Gott einen guten Mann sein lassen! Ich gehe mir eine G&amp;ouml;tterspeise kaufen. Gr&amp;uuml;n, Geschmack Waldmeister. 
</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T18:14:00Z</dc:date>
  </item> 


<textinput rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0312/search">
   <title>find</title>
   <description>Search this site:</description>
   <name>q</name>
   <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0312/search</link>
</textinput>
<cc:License rdf:about="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/de/">
   <permits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Reproduction" />
   <permits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Distribution" />
   <requires rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Notice" />
   <requires rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Attribution" />
   <prohibits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/CommercialUse" />
</cc:License>

</rdf:RDF>
