
Die geballte Kraft der Revolution
von DonDahlmann
Was die RAF dazu bewogen haben mag, trotz der deutlichen geschichtlichen Vorzeichen zu glauben, man könne mittels eines bewaffneten Kampfes die Bevölkerung dazu bringen, die Politik zu ändern, ist mir bis heute verborgen geblieben. Und vielen der damals aktiven RAFler sicher auch. Auch fragt man sich in der Rückschau, gegen was für einen Terror sich die Protagonisten eigentlich wehren wollten? Sicher, die Gemütslage, was heute und was damals als Terror empfunden wurde, ist nicht vergleichbar. Damals reichte eine gesprengte Demo, um den Hass auf den Staat zu schüren, heute wird selbst die lückenlose Überwachung des Privaten klaglos hingenommen. Das damalige System kannte noch klare Feindbilder, die man heute, ausser bei der diffusen Angst vor den Islamisten, vergeblich sucht. Ich habe aber ehrlich gesagt keine Ahnung, warum die Akteure des Terrors der 70er Jahre den Weg in die Gewalt gewählt haben. Vielleicht war es so eine Art "Che Guevara" Haltung, so eine romantisierte Vorstellung vom Kampf im Untergrund und so weiter. Mir fehlt da vielleicht die Phantasie.
Eine Frage wäre, wann die Deutschen eigentlich so weit wären, dass sie auf die Barrikaden gehen. Oder in den Untergrund. Wenn das Fernsehen zu teuer wird? Man nicht mehr reisen darf? Der Gesetzesdschungel, bestehend aus Terror,- Notstand,- Steuer,- und Abmahnungsrecht ist so dicht geworden, dass selbst dann mit einem Bein vorm Gericht steht, wenn man glaubt sich ans Gesetz gehalten zu haben. Verwundert stellt man fest, dass man verdächtig ist, wenn man sich als guter Bürger beim BKA darüber informiert, wer denn so auf der Fahndungsliste steht. Wer das macht, darf damit rechnen, dass sich das BKA die Adresse des neugiergen Bürgers besorgt und ihn mal durch den Computer laufen lässt. Und dieser Vorfall ist innerhalb der letzten 15 Jahre nur der letzte gewesen. Wir haben den "großen Lauschangriff", die Finanz- und Sozialbehörden können nach Belieben Konten überprüfen, man unterliegt einem ominösen Finanzscoring, das einen in Schwierigkeiten bringen kann, wenn man in der falschen Straße wohnt, Internetprovider filtern schon jetzt das Netz, sämtliche Telefondaten, Mails und Netzbewegungen werden aufgezeichnet. Es ist ein Eingriff ins Persönlichkeitsrecht eines Polizisten, wenn man diesen auf einer Demo filmt, aber die Polizei darf mit Videokameras überwachen. Und wehe man wird arbeitslos. Da kann einem schon der Gedanke kommen, was alles noch passieren muss, damit sich so etwas wie eine neue APO bildet.
Wahrscheinlich liegt es am Terror der Ökonomie. Man lässt sich jahrelang als willenloser Lohnsklave für irgendwelche Firmen in den von Krankenkassen prognostizierten Herztod schicken. Der Job als die ultimative Selbstbestätigung, mit größtmöglicher Fachidiotie. Die Spezialisierung als Individualisationsmaßnahme um die eigene Existenz zu rechtfertigen, da draußen, auf dem harten Arbeitsmarkt. Beschäftigt man sich eben mit Powerpoint-Programmierung, dem Texten von Talkshowmanuskripten mit dem Titel "Hilfe, ich habe meine Tage!" oder dem Design einer neuen Erdnussflipstüte. Und wenn man ehrlich ist, weiß man das auch schon ganz lange, dass man da irgendeinen Murks fabriziert, dessen Existenz für das eigene Wohlergehen unwichtig ist. Und man wunderte sich auch hier und da, dass so ein Scheiß, den man da produziert, tatsächlich auch noch bezahlt wird.
Wir sind bequem geworden. Faul und Bequem. Altruismus ist was für Weicheier und nach rechts und links schauen ist unbequem. Nur schnell die Leiter hoch, den eigenen Besitzstand wahren und um noch einen DVD Player erweitern. Man wundert sich nicht, wenn man vor Erschöpfung und psychischer Belastung mal zusammenklappt oder durch die gesunde Ernährung aus abwechselnd Burger King, Cola-Light und Hungerkuren mager- oder fettsüchtig wird. Immer noch nicht, wenn die Geschwüre im Magen eine große Party werfen, die Leber sich, dank der allabendlichen Abtötung durch diverse Alkoholika, mal einen Ruhepause gönnt, die Libido gefesselt und geknebelt auf dem Boden liegt und röchelt oder der Tinnitus fröhlich weiter pfeift.
Da bleibt wenig Zeit für revolutionäre Gedanken, aber vielleicht ist das auch gut so, denn für den Gang in den Untergrund habe ich heute einfach keine Zeit mehr.
Eine Frage wäre, wann die Deutschen eigentlich so weit wären, dass sie auf die Barrikaden gehen. Oder in den Untergrund. Wenn das Fernsehen zu teuer wird? Man nicht mehr reisen darf? Der Gesetzesdschungel, bestehend aus Terror,- Notstand,- Steuer,- und Abmahnungsrecht ist so dicht geworden, dass selbst dann mit einem Bein vorm Gericht steht, wenn man glaubt sich ans Gesetz gehalten zu haben. Verwundert stellt man fest, dass man verdächtig ist, wenn man sich als guter Bürger beim BKA darüber informiert, wer denn so auf der Fahndungsliste steht. Wer das macht, darf damit rechnen, dass sich das BKA die Adresse des neugiergen Bürgers besorgt und ihn mal durch den Computer laufen lässt. Und dieser Vorfall ist innerhalb der letzten 15 Jahre nur der letzte gewesen. Wir haben den "großen Lauschangriff", die Finanz- und Sozialbehörden können nach Belieben Konten überprüfen, man unterliegt einem ominösen Finanzscoring, das einen in Schwierigkeiten bringen kann, wenn man in der falschen Straße wohnt, Internetprovider filtern schon jetzt das Netz, sämtliche Telefondaten, Mails und Netzbewegungen werden aufgezeichnet. Es ist ein Eingriff ins Persönlichkeitsrecht eines Polizisten, wenn man diesen auf einer Demo filmt, aber die Polizei darf mit Videokameras überwachen. Und wehe man wird arbeitslos. Da kann einem schon der Gedanke kommen, was alles noch passieren muss, damit sich so etwas wie eine neue APO bildet.
Wahrscheinlich liegt es am Terror der Ökonomie. Man lässt sich jahrelang als willenloser Lohnsklave für irgendwelche Firmen in den von Krankenkassen prognostizierten Herztod schicken. Der Job als die ultimative Selbstbestätigung, mit größtmöglicher Fachidiotie. Die Spezialisierung als Individualisationsmaßnahme um die eigene Existenz zu rechtfertigen, da draußen, auf dem harten Arbeitsmarkt. Beschäftigt man sich eben mit Powerpoint-Programmierung, dem Texten von Talkshowmanuskripten mit dem Titel "Hilfe, ich habe meine Tage!" oder dem Design einer neuen Erdnussflipstüte. Und wenn man ehrlich ist, weiß man das auch schon ganz lange, dass man da irgendeinen Murks fabriziert, dessen Existenz für das eigene Wohlergehen unwichtig ist. Und man wunderte sich auch hier und da, dass so ein Scheiß, den man da produziert, tatsächlich auch noch bezahlt wird.
Wir sind bequem geworden. Faul und Bequem. Altruismus ist was für Weicheier und nach rechts und links schauen ist unbequem. Nur schnell die Leiter hoch, den eigenen Besitzstand wahren und um noch einen DVD Player erweitern. Man wundert sich nicht, wenn man vor Erschöpfung und psychischer Belastung mal zusammenklappt oder durch die gesunde Ernährung aus abwechselnd Burger King, Cola-Light und Hungerkuren mager- oder fettsüchtig wird. Immer noch nicht, wenn die Geschwüre im Magen eine große Party werfen, die Leber sich, dank der allabendlichen Abtötung durch diverse Alkoholika, mal einen Ruhepause gönnt, die Libido gefesselt und geknebelt auf dem Boden liegt und röchelt oder der Tinnitus fröhlich weiter pfeift.
Da bleibt wenig Zeit für revolutionäre Gedanken, aber vielleicht ist das auch gut so, denn für den Gang in den Untergrund habe ich heute einfach keine Zeit mehr.


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am 27. Mai, 14:14