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    <title>mindestenshaltbar 0309 (Ab in die K??che)</title>
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    <description>Ab in die K??che</description>
    <dc:publisher>DonDahlmann</dc:publisher>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:date>2007-09-18T13:09:21Z</dc:date>
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    <title>mindestenshaltbar 0309</title>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1979/">
    <title>K&amp;uuml;chenparty</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1979/</link>
    <description>In einer K&amp;uuml;che erfuhr ich, dass es tats&amp;auml;chlich M&amp;auml;nner gibt, die sich zwecks Lustgewinns Draht in die Harnr&amp;ouml;hre einf&amp;uuml;hren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Satz muss man einfach mal eine Weile auf sich wirken lassen, ich war damals auch zun&amp;auml;chst einmal, sagen wir: etwas perplex. Man muss aber auch zugeben: dieser Satz ist ein absoluter Knaller von einer Einleitung. Ab jetzt geht es steil abw&amp;auml;rts, denn auf derselben K&amp;uuml;chenparty betrank ich mich mit zwei Gl&amp;auml;sern Rotwein und einem halben Bier derma&amp;szlig;en, dass ich prompt die Kulinarien des Tages gegen die Klot&amp;uuml;r spieh. Von au&amp;szlig;en wohlgemerkt. Und so schleppte ich mich nach diesem Malheur auf die Couch und schlief wie ein vollgekotzter Toter bis zum n&amp;auml;chsten Tag, an dem ich mich unter uns&amp;auml;glichen Kopfschmerzen nach Hause schleppte. Mein Verh&amp;auml;ltnis zum Roten ist seit dem einigerma&amp;szlig;en gespannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum sich K&amp;uuml;chen zum Mittelpunkt jeder Party entwickeln k&amp;ouml;nnte auch mal einer soziologisch eingehender betrachten. Hat warscheinlich auch schon irgendein spitzb&amp;uuml;bischer Soziologe bereits getan, aber zur Recherche bin ich nicht aufgelegt, will sagen: zu faul. Ich bin Blogger. Ich darf das. Und deshalb sauge ich mir einfach mal aus den Fingern: in K&amp;uuml;chen steht im allgemeinen der K&amp;uuml;hlschrank und in diesem ist in den allermeisten F&amp;auml;llen das Bier aufbewahrt. Es ziemt sich also f&amp;uuml;r den gestandenen Partyg&amp;auml;nger, sich in der N&amp;auml;he desselben aufzuhalten. Vielleicht ist es in einer K&amp;uuml;che aber auch einfach nur nicht ganz so laut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Ofen buken wir, die coolen, biertrinkenden Partyk&amp;uuml;cheng&amp;auml;ste, einmal Bananenschalen, weil es ger&amp;uuml;chteweise hies, die Dinger w&amp;uuml;rden gebacken kicken wie Shit. Taten sie aber nicht und auch die Legende von haluzinogener Muskatnuss kann ich leider in keiner Weise best&amp;auml;tigen. Dann doch lieber harte Drogen. Da wei&amp;szlig; man, was man hat. Was ich nicht hatte, wei&amp;szlig; ich aber auch: Sex auf dem K&amp;uuml;chentisch war mir bisher leider nicht verg&amp;ouml;nnt, was unter Umst&amp;auml;nden mit der Tatsache zu tun haben k&amp;ouml;nnte, dass mein bisheriges Beziehungsgefecht mit dem anderen Geschlecht mit dem Wort ?langfristig&quot; eher unzureichend beschrieben w&amp;auml;re.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde mir den K&amp;uuml;chentisch als Option auf die Kopulationsverrichtelokalit&amp;auml;t freihalten,  versprochen. Der K&amp;uuml;chenboden t&amp;auml;te es &amp;uuml;brigens auch. Solange ich mir daf&amp;uuml;r keinen Draht in die Harnr&amp;ouml;hre einf&amp;uuml;hren muss.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T15:37:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1987/">
    <title>Editorial</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1987/</link>
    <description>Heute ist die K&amp;uuml;che immer der Raum, in dem sich bei einer Party die meisten Leute treffen. Vermutlich wegen der N&amp;auml;he zum K&amp;uuml;hlschrank und der dort enthaltenen Getr&amp;auml;nke, vielleicht liegt es aber auch daran, dass man in der K&amp;uuml;che stehen muss und man sich irgenwie schneller n&amp;auml;her kommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Ausgabe besch&amp;auml;ftigt sich also mit K&amp;uuml;chengeschichten. Mit langen, kurzen, traurigen, sch&amp;ouml;nen und aussergew&amp;ouml;hnlichen Erlebnissen. Es wird gekocht, gegessen, gekotzt, gesoffen und geheiratet. Und das alles in dem Raum, der im Laufe der Jahre von Architekten immer kleiner geplant wird. Waren die nie auf einer K&amp;uuml;chenparty?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Dank gilt auch auch in diesem Monat wieder den Autoren und den Menschen hinter den Kulissen, die viel gearbeitet haben, damit diese Ausgabe (fast) p&amp;uuml;nktlich erscheinen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch ein Wort in eigener Sache: Wer Interesse hat, seine Geschichten bei &quot;Mindestenshaltbar&quot; zu ver&amp;ouml;ffentlichen, oder als Autor hier mitzuarbeiten, m&amp;ouml;ge einfach eine Mail an folgende Adresse senden:&lt;br /&gt;
mindestenshaltbar@dondahlmann.de</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T16:03:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1986/">
    <title>Vom Dauern der Dinge </title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1986/</link>
    <description>Auch diesen Text zu lesen, wird einige Zeit in Anspruch nehmen und das ist gut so. Dass ich allerdings 15 Jahre brauchen w&amp;uuml;rde um bei meinem alten Lehrherren essen zu gehen, dass erstaunte mich selbst. Ich habe in den letzten Jahren bei unz&amp;auml;hligen K&amp;auml;chen gegessen, immer wissend, dass der eine Restaurantbesuch irgendwann kommen w&amp;uuml;rde. Sie m&amp;ouml;gen mich f&amp;uuml;r seltsam halten, ich nenne es tiefen Respekt, gepaart mit &amp;uuml;berzogener Bescheidenheit,die mir f&amp;uuml;nfzehn Jahre den Besuch in Monsieurs Restaurant unm&amp;ouml;glich machten. Mein Bruder beschrieb das Verh&amp;auml;ltnis zwischen Monsieur und mir einmal als schwierige Vater-Sohn-Beziehung. Da mag er Recht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles was aus mir geworden ist, der, der ich heute bin, alles fand seinen Anfang in der K&amp;uuml;che von Monsieur. Von ihm lernte ich nicht nur zu kochen, ich entdeckte die bedingungslose Liebe zur Kulinarik, er weckte die kochende Begeisterung in mir und vermittelte nebenbei erfolgreich Werte wie Disziplin, Ausdauer und Respekt. Respekt vor den Produkten, vor der Natur, den Menschen. Ende der Achtziger war seine K&amp;uuml;che das Epizentrum einer neuen Kochbewegung und ich war mittendrin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die K&amp;uuml;che in Deutschland war auf &quot;Nouvelle Cuisine&quot;, Monsieur war das nicht genug, er kochte euro-asiatisch, er trat den j&amp;auml;mmerlichen Frankreichgl&amp;auml;ubigen, mit ihren fitzeligen Miniaturen jeden Tag in den Arsch. Miso, Wasabi, Uhlua, Mai-Mai, bei Monsieur gab es alles und alles zehn Jahre fr&amp;uuml;her. Der Mann war Gott und alles blickte in seine K&amp;uuml;che, in dieser Zeit. Nach einer achtw&amp;ouml;chigen (!) Probezeit (&quot;ich trau Dir nicht Paulsen, mach doch noch mal eine Woche&quot;), war ich aufgenommen, Lehrling, in den heiligen Hallen des Monsieur. Er wuchtete ein halbes Kilo Bewerbungen auf den Tisch, sagte: &quot;Das sind nur die von dieser Woche, (Kunstpause) du kannst anfangen.&quot;&lt;br /&gt;
Er war der K&amp;ouml;nig, seine Lehrlinge waren K&amp;ouml;nigskinder! Schon nach einem halben Jahr, es war das h&amp;auml;rteste meines Lebens, stand ich in der K&amp;uuml;chenordnung &amp;uuml;ber jedem ausgebildeten Koch, er verzieh jedem Witzigmann-Sch&amp;uuml;ler alles, uns Lehrlingen nichts. Er schleifte uns durch eine Ausbildung, die an H&amp;auml;rte und Menschlichkeit nichts fehlen lies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Einsatz f&amp;uuml;r die Kulinarik war g&amp;auml;nzlich und bedingungslos. Und er war K&amp;uuml;nstler, er selbst w&amp;uuml;rde sich nie so beschreiben, aber Kochen, das war f&amp;uuml;r ihn ein dringend zu erlernendes Handwerk, nur um dann alles in Frage zu stellen und neu zu arrangieren. Wir durften in unserer Mittagspause, s&amp;auml;mtlich Produkte aus den Schr&amp;auml;nken zerren, f&amp;uuml;r hunderte von Mark mixen und kneten. Abends betrat Monsieur das Schlachtfeld, baute sich am Pass auf und lie&amp;szlig; servieren. Desastr&amp;ouml;s, eine Geldvernichtungsmaschine, ihm war es egal, manche Kreation schaffte es auf die abendliche Karte. Ein Adelsschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mir nie gelang. &lt;br /&gt;
Gegen Ende des ersten Lehrjahrs war ich frustriert und arbeitete fast jeden Mittag an meinen Kreationen, frei nach Loriot, es muss gehen, andere tun es ja auch. Meine, wie ich fand, bislang beeindruckenste Erfindung, war ein M&amp;ouml;hren-Ingwer-Eis. Also irgendwie doch bahnbrechend, sensationell! Monsieur verzog das Gesicht, sah mich an und sprach sein Urteil: &quot;Sag mal, was soll den das? Sind wir hier eine ausgelagerte Produktionsst&amp;auml;tte f&amp;uuml;r Babynahrung? Schmei&amp;szlig; das weg!&quot; Und im Weggehen, ver&amp;auml;rgert: &quot;ich bin doch nicht Herr Hipp&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ich neben der Arbeit den M&amp;auml;dchen, sowie dem Bier, der Musik und dem Rauchen zugeneigt war, entspann sich zwischen Monsieur und mir alsbald eine gen&amp;uuml;sslich ausgetragene Hassliebe. Nach einem, sagen wir mal schleppenden, Silvestermen&amp;uuml;-Service, wurde es kurz ungem&amp;uuml;tlich f&amp;uuml;r mich. Monsieur verweigerte meine Neujahrsgr&amp;uuml;&amp;szlig;e, ich ging, feierte bis in den n&amp;auml;chsten Tag hinein und erwachte, als das Telefon klingelte. Monsieur am Apparat mit einem speziellen Neujahrsgru&amp;szlig;: &quot;Paulsen, ich h&amp;auml;tte dich gestern mit einer Rakete abschie&amp;szlig;en sollen, das w&amp;auml;re eine Erl&amp;ouml;sung gewesen!&quot;. Er verga&amp;szlig; auch nicht, mich darauf hinzuweisen, das ich ein S&amp;auml;ufer und ein Hurenbock sei. Ich sah auf die Uhr. &lt;br /&gt;
Zw&amp;ouml;lf Uhr Mittags. &lt;br /&gt;
Mein Vorschlag, mir doch einen Urlaubstag abzuziehen, lief ins Leere: &quot;Das hab ich schon&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich wieder n&amp;uuml;chtern war, revanchierte ich mich. Monsieur liebte den Champagner, &amp;uuml;berall hatte er in der K&amp;uuml;che Gl&amp;auml;ser mit dem herrlichen Prickel &quot;versteckt&quot;, in Kasserollen und T&amp;ouml;pfen. Die Landkarte der k&amp;uuml;cheneigenen Champagne hatte er im Kopf, steuerte bei Bedarf einen der vielen Geheimbunker an, ein Blick nach rechts, ein Blick nach links, schwupps, a votre sant&amp;eacute;, weiter. Kurz nach Neujahr bin ich dann, kurz vor dem Service mit einer angeritzten, superscharfen Piri-Piri-Pfefferschote rum gegangen und habe die Glasr&amp;auml;nder damit geputzt. Tr&amp;auml;nen der R&amp;uuml;hrung f&amp;uuml;llten Monsieurs Augen. Schon beim ersten Schluck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Zeit wuchsen wir einander dann irgendwie doch richtig ans Herz, der Monsieur und ich, er lie&amp;szlig; mich teilhaben an seinem Universum, bestehend aus f&amp;uuml;nf Meter langen Fischen in Technicolor, mit lustigen Namen und s&amp;auml;belscharfen Z&amp;auml;hnen (&quot;und im Fisch ist meistens noch ein kleinerer Fisch, quasi umsonst!&quot;), ich durfte mithelfen bei seinem zweiten Buch (&quot;ich wirke schwul auf dem Titelfoto, und das wollen die auf der Buchmesse drei mal drei Meter gro&amp;szlig; machen, da geh ich gar nicht hin, da mache ich nicht mit..... Paulsen ! Ich hab das geh&amp;ouml;rt, dein rotzfreches Lachen&quot;) und zum Ende meiner Lehrzeit, &amp;uuml;bergab er mir die K&amp;uuml;chenleitung seines Bistros. Es kam anders, mein Land glaubte mich an der Waffe zu brauchen, ich verweigerte, schob Rollst&amp;uuml;hle durch Werkst&amp;auml;tten und machte mich anschlie&amp;szlig;end auf, bei anderen Meistern mein Wissen zu vertiefen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur&amp;uuml;ck gekehrt bin ich 15 Jahre sp&amp;auml;ter, am Ostersamstag 2006. Im Arm die Liebste, im Herzen einen Plan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gastraum schien geschrumpft, doch nichts hatte sich ver&amp;auml;ndert. Dunkles Holz, schwere Vorh&amp;auml;nge, dicke, dumpfe Teppiche und eine feierliche Ruhe, hier wird dankenswerter Weise keine Musik serviert. Der runde Tisch im Zentrum des Restaurants war f&amp;uuml;r uns reserviert, Monsieurs Frau kam vorbei, Smalltalk, sind Sie immer noch in Z&amp;uuml;rich, ich war nie in Z&amp;uuml;rich. Eisbeschlagener Champagner wurde serviert, mit einem Hauch Holunder, in gro&amp;szlig;en Glasballonen g&amp;auml;rt Monsieur seinen Holundersirup im Innenhof des Restaurants. Das &quot;Amusette village&quot;, ein Willkommensgru&amp;szlig; aus der K&amp;uuml;che, bestand aus nicht weniger als drei kompletten Speisen, dann kam die erste Vorspeise, ein atemberaubendes Arrangement aus getr&amp;uuml;ffeltem Kalbsbies mit verlorenen Wachteleiern und Forellenkaviar mit N&amp;uuml;sslisalat, ein Meisterwerk. Ich hatte mir vorgenommen, nichts durch die rosa Brille der zeitlichen Verkl&amp;auml;rung zu sehen, sondern wie gewohnt, beinhart die Fehler zu finden, doch das wollte auch beim zweiten Gang nicht gelingen, perfekt gebratener St. Petersfisch mit Schuppen aus hauchd&amp;uuml;nn geschnittenen Shiitakepilzen schwomm in einer cremigen, bl&amp;uuml;tenwei&amp;szlig;en Sesamsauce. Gleich drei Saucen, allesamt geschmacksintensiv und auf den Punkt gew&amp;uuml;rzt, begleiteten die Melange von Jakobsmuscheln und Gambas auf beinahe durchsichtigen Scheiben von gebratenem Kohlrabi. Eher roh, sahen die mit Niedrigtemperatur gegarten Lammkotelettes aus, waren aber butterzart und dufteten nach Lavendel und Knoblauch, begleitet von cremigem Mascarpone-Risotto und einer kr&amp;auml;ftigen Jus. Die Hauptattraktion f&amp;uuml;r mich aber, war die in Kr&amp;auml;utern und Br&amp;ouml;seln gebackene Lammzunge, die auf der Karte nicht mal Erw&amp;auml;hnung fand. Nach dem K&amp;auml;segang, Gorgonzola mit getrocknetem Bacon, s&amp;uuml;&amp;szlig;en Ingwer-Waln&amp;uuml;ssen und Barolo-Vinaigrette (zum wegtrinken!), erschien Monsieur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann ihnen zu dieser Begegnung nichts sagen. Ungef&amp;auml;hr f&amp;uuml;nf Minuten dauerte diese, erste Begegnung, mit Monsieur. Lassen wir die Liebste sprechen, die sp&amp;auml;ter erz&amp;auml;hlte, ich h&amp;auml;tte ausgesehen wie ein im Scheinwerferlicht des nahenden Wagens erstarrtes Reh. Mit gro&amp;szlig;en Augen h&amp;auml;tte ich Monsieur angesehen, Fragen knapp mit Ja und Nein beantwortete und ansonsten nicht sehr lebendig gewirkt. Gott sei Dank, es nahte das Dessert, Monsieur verabschiedete sich in die K&amp;uuml;che und ich konnte mich wieder bewegen. Ein knusprig karamellisiertes Ananas-Carpaccio mit einem luftigen Cassis-Schaum und einem sensationellen, nie geschmeckten Melonen-Minz-Chutney vollendete das grandiose Men&amp;uuml;. Auch das Restaurant hatte sich inzwischen geleert und wir waren die einzigen Menschen im Gastraum. Genau darauf hatte ich spekuliert. Drei Jahre hatte ich auf diesen Moment gewartet, in diesem Restaurant zu sitzen, in dem so wohlwollend die Weichen f&amp;uuml;r mein Leben gestellt wurden, dort zu sein, mit der Frau auf die ich mein ganzes Leben gewartet hatte und die ich vor drei Jahren gefunden habe. Dies ist der Ort, das ist der Zeitpunkt. Ich zog den Ring aus der Tasche, den ich schon vor zwei Jahren gekauft hatte, manche Dinge dauern eben, auch wenn man schon lange Gewissheit hat. Ich stellte die Frage und die Liebste sagte ja, sagt mehrmals ja, es war ganz still, nur wir. Wir, endlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;So! Jetzt!&quot;, rief Monsieur, den wir nicht hatten kommen h&amp;auml;ren, setzte sich zu uns und sah &amp;uuml;ber die zarte Brille ins Rund. &quot;Mein Gott, Paulsen, was f&amp;uuml;r eine sch&amp;ouml;ne Frau!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Liebste und ich heiraten in diesem Monat</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cover</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T15:59:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1978/">
    <title>Die K&amp;uuml;che</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1978/</link>
    <description>&quot;Was hei&amp;szlig;t denn rum gemacht??&lt;br /&gt;
&quot;Na ja, meine Eltern waren nicht zuhause und dann hab ich ihn mit nach Hause genommen.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Was?! Du hast den Conny mit nach Hause genommen? Diesen Gnom?&quot; Ich war emp&amp;ouml;rt.&lt;br /&gt;
&quot;Hey, der war sehr s&amp;uuml;&amp;szlig; damals mit seinen Locken. Sei doch nicht so bl&amp;ouml;d zu mirF.&quot; Jetzt war sie verstimmt.&lt;br /&gt;
&quot;Hmmffff, und was habt ihr dann zuhause gemacht, so ganz ohne Eltern?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Das willst du doch gar nicht wissen.&quot; Jetzt schien es mir, als k&amp;ouml;nnte sie sich ein Grinsen nicht verbei&amp;szlig;en. &lt;br /&gt;
&quot;Doch, klar will ich das wissen. Jetzt sind wir ja zusammen und da spielt es ja emotional keine Rolle mehr, mit wem was fr&amp;uuml;her war. Das sind nur noch Anekdoten. Also was habt ihr gemacht?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Na ja, er hat mich auf dem K&amp;uuml;chentisch genommen und durchgev&amp;ouml;gelt.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Bitte was?&quot; Meine Stimme musste einem Kreischen &amp;auml;hnlich sein.&lt;br /&gt;
&quot;Er hat mich auf dem K&amp;uuml;chentisch meiner Eltern gefickt. Das wolltest du doch wissen. Conny hat mich auf dem K&amp;uuml;chentisch genommen und das war sehr spannend.&quot; Sie l&amp;auml;chelte zufrieden.&lt;br /&gt;
&quot;Bist du wahnsinnig, mir das zu erz&amp;auml;hlen? Daran muss ich jetzt f&amp;uuml;r immer denken, wenn ich in eure K&amp;uuml;che gehe. Ach was, jedes Mal wenn ich mit dir schlafe, jedes Mal wenn ich dich anfasse, jedes Mal wenn ich diesen Spasti Conny sehe. Verdammte Schei&amp;szlig;e, ich werde &amp;uuml;berhaupt an nichts anderes mehr denken k&amp;ouml;nnen. Und warum hab ich dich eigentlich noch nie in der K&amp;uuml;che oder auf irgendeinem Tisch gev&amp;ouml;gelt?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;Uuml;berlieferung des Rests dieser Konversation kann man sich getrost sparen. Ich war v&amp;ouml;llig aus dem H&amp;auml;uschen, meine damalige Freundin war stinksauer wegen meiner retrospektiven Eifersucht und ich blieb die n&amp;auml;chsten zwei Wochen hypersensibel und konnte entweder &amp;uuml;berhaupt keinen oder nur tendenziell aggressiven Sex mit ihr haben. Diese Sexgeschichte mit Conny war zuviel f&amp;uuml;r mich gewesen, &amp;uuml;berstieg mein Vorstellungsverm&amp;ouml;gen und lie&amp;szlig; mich zudem wie einen Verlierer, wie einen Zusp&amp;auml;tkommer und einen Hintenansteller aussehen. Ich war erst 19 und sie war meine erste richtige regelm&amp;auml;&amp;szlig;ige Sexfreundin. Und mir an Erfahrung offensichtlich Lichtjahre voraus. Die St&amp;auml;dterin hatte dem Provinzler mal so eben richtig gezeigt, was eine Sexharke war. Der K&amp;uuml;chentisch. Unfassbar. &amp;Uuml;berhaupt, die K&amp;uuml;che. Das spektakul&amp;auml;rste Ficksetting war bei mir bisher der Badeweiher gewesen. Halt, das war nur ein Blowjob. Noch schlimmer, es war nur das Bett der gro&amp;szlig;en Schwester meiner letzten Freundin. Eine niederschmetternde Bilanz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Folgewochen verbrachte ich in einer Art katatonischem Zustand. Jedes Mal wenn ich meine Freundin sah, h&amp;auml;tte ich eigentlich an Conny und den K&amp;uuml;chentisch denken m&amp;uuml;ssen, aber ich schaltete jegliches Gedankengut auf Stand-By und lag apathisch nachts neben ihr oder wir sa&amp;szlig;en stumm in einem Caf&amp;eacute; am Stadtplatz. Irgendwann normalisierte sich die Lage und wir legten das Thema ad acta. Jedenfalls dachte sie das. Denn bei mir rumorte es weiter in der imagin&amp;auml;ren K&amp;uuml;che. Da wurde immer noch mit Conny um die Wette kopuliert und ich musste tatenlos zusehen, wie man sich vom K&amp;uuml;chentisch bis r&amp;uuml;ber zur Herdplatte und wieder zur&amp;uuml;ck turnte. So blieb mir letztendlich nur der Gegenangriff und ich betrank mich eines Abends in meiner Lieblingsbar und sa&amp;szlig; so lange am Tresen, bis Conny irgendwann hereinkam. Jetzt sollte ich meine Chance auf Katharsis bekommen. &lt;br /&gt;
&quot;Conny, du hattest doch mal was mit Franziska.&quot;, stellte ich ihn.&lt;br /&gt;
&quot;&amp;Auml;h, ha? Wie? Ja, logisch. Schon ne Weile her.&quot; Conny war selbst v&amp;ouml;llig besoffen.&lt;br /&gt;
&quot;Und da habt ihr&apos;s also auf dem K&amp;uuml;chentisch ihrer Eltern getrieben?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Ja, ja, kann sein.&quot;, r&amp;uuml;lpste Conny, drehte sich um und ging zum Kickertisch, wo er von seinen Mitspielern bereits affirmativ gr&amp;ouml;lend empfangen wurde. Ich ging nach Hause zu meiner Freundin und &amp;uuml;bergab mich dort auf dem Klo, weil ich mir definitiv ein wenig zu viel Mut angetrunken hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erz&amp;auml;hlte ihr nichts von meinem blamablen Aufarbeitungsversuch und jetzt war endlich auch ich gewillt, den K&amp;uuml;chenfick mit Conny auf sich beruhen zu lassen. Die Stimmung zwischen uns stabilisierte sich und bald darauf fuhren wir nach S&amp;uuml;dtirol in den Urlaub, um uns den ganzen Tag in dem alten Bauernzimmer unserer angemieteten Pension zu lieben, weil es drau&amp;szlig;en in Str&amp;ouml;men regnete und das vier Tage am St&amp;uuml;ck. Einmal hab ich sie dabei auf die alte Bauernkommode gesetzt und sie da genommen. Das muss reichen, dachte ich und war froh, als Conny endlich nach Hildesheim ging, um zu studieren und ich seine bl&amp;ouml;de Fresse nicht mehr jede Woche sehen musste.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Instant Illusion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T15:30:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1985/">
    <title>Die Erfindung der Pizza</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1985/</link>
    <description>Durch ihren Wohnort ist mein Italienbild seit meinen Kindertagen geographisch von einer Gegend dominiert, die wegen ihrer H&amp;auml;sslichkeit und Unwirtlichkeit so lange unbesiedelt blieb, bis der gro&amp;szlig;e italienische Diktator des 20. Jahrhunderts ein Besiedlungsprogramm ausrief: von den pontinischen S&amp;uuml;mpfen. F&amp;uuml;r mich lag &quot;Italien&quot; immer s&amp;uuml;dlich von Rom in der Provinz Latio und bestand in ersten Linie aus Beton-Flachbauten. Zu diesem wenig attraktiven Italien geh&amp;ouml;rte zudem die weitl&amp;auml;ufige angeheiratete Familie aus Lampedusa, die sich aus hexenartigen Keifweibern mit b&amp;ouml;sem Blick und kleinen, ausgetrockneten Supermachos zusammensetzte, wobei letztere vermutlich schon deshalb ungeheuer o-beinig liefen, um jederzeit mit der Hand bequem ans Gem&amp;auml;cht zu kommen, das ohne regelm&amp;auml;&amp;szlig;iges Zurechtr&amp;uuml;cken vermutlich in alle Richtungen geflossen w&amp;auml;re.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und doch habe ich einen Schatz wundervoller Erinnerungen an unsere Italienaufenthalte bei Tante Barbara: das Essen! Es war ausgerechnet diese Verwandte, die die Zeit und die Geduld aufbrachte, mir als M&amp;auml;dchen ein bisschen Kochen und Warenkunde beizubringen. Ich begleitete Tante Barbara zum B&amp;auml;cker und lernte die Namen der vielen verschiedenen Wei&amp;szlig;brotsorten kennen (nein, leider wei&amp;szlig; ich keinen mehr). Am meisten faszinierte mich ein Brot aus extrem feinporigem Teig, das aus einem quadratischen, gefalteten Zentrum mit etwa 12 Zentimeter Seitenl&amp;auml;nge und an den Ecken jeweils langen gedrehten H&amp;ouml;rnern bestand. Geschmeckt hat es mir leider nicht besonders, weil ich es zu trocken fand. Auch in die Molkerei nahm mich Tante Barbara mit, wo wir frische Mozzarella in Lake kauften, in riesigen Schraubgl&amp;auml;sern, dutzendweise. Diese Tante hatte damals hinterm Haus einen Zitronenbaum stehen, au&amp;szlig;erdem ein B&amp;auml;umchen mit winzigen orangen Zitrusfr&amp;uuml;chten, von denen sie behauptete, man k&amp;ouml;nnen sie ganz essen. Bis mir die trockenen, bitteren Dinger schmeckten und ich lernte, dass sie &quot;Kumquats&quot; hie&amp;szlig;en, musste ich allerdings erst erwachsen werden. Auch H&amp;uuml;hner hielt die Tante Barbara, und so sah ich ihr nicht nur einige Male beim H&amp;uuml;hnerschlachten zu, sondern lernte auch fr&amp;uuml;h, wie H&amp;uuml;hnerfleisch eigentlich und an sich schmecken kann. Tante Barbara brachte mir Nudelnmachen bei, inklusive der Fertigung von Ravioli und sogar Tortellini (die sie immer &quot;in brodo&quot; servierte, also als Suppeneinlage).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer dieser Italienaufenthalte, ich war etwa zw&amp;ouml;lf Jahre alt, verschaffte mir die Bekanntschaft mit der besten Pizza der Welt. Die Tante und ihr Mann hatten Freunde auf dem Land, eine Bauersfamilie. Und die lud uns alle zum Abendessen ein. Der Bauernhof passte zur unmalerischen Gegend, war funktional, mit Schrottteilen &amp;uuml;bers&amp;auml;ht und leicht angegammelt. In der neonlichtbestrahlten K&amp;uuml;che, vollverfliest, begr&amp;uuml;&amp;szlig;ten uns die uralte und diabetesblinde Nonna, die kleine, kugelb&amp;auml;uchige Hausherrin jenseits der Wechseljahre und in Kittelsch&amp;uuml;rze, ihre h&amp;uuml;bsche und sch&amp;uuml;chterne Tochter mit erstem Kind auf der H&amp;uuml;fte, sowie der vielk&amp;ouml;pfige Rest der Bauersfamilie, von dem mir nur ein (kleiner, ausgetrockneter) Mann in  Fahrradkleidung in Erinnerung geblieben ist, der soeben sein Rennrad in die K&amp;uuml;che getragen hatte und die Sportkleidung den ganzen Abend nicht ablegte. Als wir im ersten Abendrot ankamen, begann gerade erst die Vorbereitung des Abendessens. In der K&amp;uuml;che herrschte Trubel, es war ein Kommen und Gehen mit viel lautstarker Unterhaltung und viel Gel&amp;auml;chter. Mangels Italienischkenntnissen verstand ich kaum etwas davon, aber in der Atmosph&amp;auml;re f&amp;uuml;hlte ich mich wohl. &amp;Uuml;berall standen Sch&amp;auml;lchen und Tellerchen mit Oliven, K&amp;auml;se und Schinken herum, von denen im Vorbeigehen schnabuliert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald verteilten die j&amp;uuml;ngeren Frauen des Haushalts Pizzateig auf gro&amp;szlig;e schwarze Bleche. Mir fiel auf, dass sie, wie schon bei anderen Essensbereitungen, kaum Werkzeug noch Ger&amp;auml;te verwendeten, sondern alles mit den H&amp;auml;nden machten. Die junge Frau des Hauses bemerkte meine neugierigen Blicke und begleitete ihre Handgriffe mit erkl&amp;auml;renden Worten (laut, langsam und gestenreich, so verstand ich auch das fremde Italienisch): Dass sie sich erst die H&amp;auml;nde mit Oliven&amp;ouml;l glitschig machte, um den Teig besser auf dem Blech ausstreichen zu k&amp;ouml;nnen. Lieber sogar mit noch ein bisschen mehr Oliven&amp;ouml;l. Dass der Teig nicht zu dick und nicht zu d&amp;uuml;nn sein d&amp;uuml;rfe (was an superd&amp;uuml;nnem oder gar &quot;knusprigem&quot; Pizzateig so toll sein soll, habe ich bis heute nicht begriffen). Und dabei glitschte sie mit sinnlichen Bewegungen &amp;uuml;ber den Teig, bis er gleichm&amp;auml;&amp;szlig;ig in alle Ecken des Bleches verteilt war. Dann holte sie einen Topf vom Herd, in dem mit Kr&amp;auml;utern gew&amp;uuml;rzter Tomatensugo hei&amp;szlig;gemacht worden war. Mit einem Holzl&amp;ouml;ffel klatschte sie etwas von der So&amp;szlig;e auf den &amp;ouml;lgl&amp;auml;nzenden Teig, verteilte sie wieder mit den H&amp;auml;nden. Sie wischte sich die H&amp;auml;nde an der Sch&amp;uuml;rze ab, nahm zwei Bleche und forderte mich mit einer Kopfbewegung auf, ihr zu folgen. Sie ging raus und zu einem winzigen H&amp;auml;uschen - das sich als Backh&amp;auml;uschen entpuppte. Darin stand, schwitzend, mit hochgekrempelten &amp;Auml;rmeln und rotem Kopf, eine weitere Frau im Jungmutteralter, die anscheinend die gemauerten &amp;Ouml;fen befeuert hatte. Sie r&amp;auml;umte mit einem Eisenschieber die gl&amp;uuml;hende Asche heraus, und wir schoben unsere Pizzableche hinein. Hinter uns kamen bereits weitere Frauen mit den restlichen Blechen. Nach wenigen Minuten war die Pizza fertig und wurde zur&amp;uuml;ck in die bev&amp;ouml;lkerte K&amp;uuml;che getragen. Dort zeigte mir meine neue Freundin, dass man diese Pizza nicht nur mit den H&amp;auml;nden zubereitete, sondern auch a&amp;szlig;: Sie schnitt sie in St&amp;uuml;cke und forderte mich auf, sie von unten zu nehmen, zusammenzuklappen und so in den Mund zu schieben. Ich habe nie wieder eine solch k&amp;ouml;stliche Pizza gegessen. Der ein wenig z&amp;auml;he Teig schmeckte nach Rauch und Brot, der einfache Belag nach der Quintessenz des Sommers. Wieder und wieder griff ich zu, lie&amp;szlig; mich weder von den strafenden Blicken meiner Mutter z&amp;uuml;geln, noch von der wohlgemeinten Mahnung meines Vaters, dass das eigentlich Abendessen doch erst noch komme. Der Hauptgang kam ebenfalls aus dem Backh&amp;auml;uschen und bestand in H&amp;auml;hnchenteilen, mit Knoblauch, Rosmarin und Wei&amp;szlig;wein aromatisiert. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich davon auch nur kosten konnte. Sicher wei&amp;szlig; ich wieder, dass wir beim Aufbruch zu sp&amp;auml;ter Nachtstunde als Abschiedsgeschenk riesige Gl&amp;auml;ser voll eingemachtem Tomatensugo mitbekamen. Doch Pizza bereitete meine Mutter damit leider nicht.
</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T15:50:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1984/">
    <title>Rezepte f&amp;uuml;r eine Person</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1984/</link>
    <description>Ein Paar und einen heimlichen Hausfreund. Vier Personen sind in der Regel zwei Paare. Das Gastgeberpaar und das Gastpaar. Wird Essen erst Thema, wenn man verpaart ist? Wenn das Schweigen und damit Langeweile in die Beziehungen eingezogen ist und man deswegen immer und in allem Ablenkung braucht, um Unverf&amp;auml;ngliches zu sagen, wie: &quot;die Avocado-Mousse an Balsamico-Erdbeeren war echt voll der Hammer&quot; statt &quot;ich w&amp;auml;re schon seit Jahren gern mal allein mit Deinem Mann?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile ein Rezept f&amp;uuml;r vier durch zwei, koche - und du hast ein Candlelight-Dinner f&amp;uuml;r zwei. Ja, auch einzelne Paare bekochen einander. &quot;Weil es zu zweit eben Sinn macht&quot;, sagen viele, die ich danach frage. Sinn. Warum macht Kochen f&amp;uuml;r zwei Sinn? Weil das Schweigen und damit Langeweile in die Beziehung eingezogen ist und Paare dann vor allem Ablenkung brauchen, um beim Abendessen bei der Tagesschau Unverf&amp;auml;ngliches zu sagen, wie: &quot;das Schweinefilet &amp;agrave; l&apos;Orange  war echt voll der Hammer&quot; statt &quot;warum schlafen wir eigentlich nur noch zweimal im Jahr miteinander?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist Essen also Paarsache? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile ein Rezept f&amp;uuml;r vier durch vier und du kannst dich selbst bekochen. Aber tust du das? Bekochst du dich selbst? Kochen wir f&amp;uuml;r uns selbst ein Drei-G&amp;auml;nge-Men&amp;uuml;, richten wir dann den Tisch sch&amp;ouml;n her, machen Kerzen an und setzen uns mit uns selbst an die Tafel? Die meisten, die ich diesbez&amp;uuml;glich frage, antworten mit nein, als h&amp;auml;tte ich sie etwas v&amp;ouml;llig L&amp;auml;cherliches gefragt. &quot;Wozu denn?&quot; sagen die Leute dann, und: &quot;Ich schicke mir ja auch selbst keine B&amp;uuml;cher von seiner AMAZON-Wunschliste in Geschenkpapier - mit einem kleinen K&amp;auml;rtchen dabei: &apos;Von mir f&amp;uuml;r mich. Danke, dass es mich gibt. Ich verspreche mir: ich lebe gern mit mir und hoffe, das geht noch ganz, ganz lange.&apos; Mache ich ja auch nicht&quot;, sagen die Leute. &quot;Warum eigentlich nicht?&quot; denke ich dann immer. Warum schenken wir uns nichts von unserer AMAZON-Wunschliste? In Geschenkpapier. Mit K&amp;auml;rtchen. Die Gesamtausgaben von Strindberg und Ibsen in Herzchenpapier mit Diddl-Karte: &quot;Von mir f&amp;uuml;r mich in Liebe.&quot; W&amp;auml;r&apos; doch mal was. Oder eine Familienpackung Kondome: &quot;Kopf hoch, alter Sack - Gib Dir einen Ruck, geh mal wieder vor die T&amp;uuml;r. Dein alter Kumpel, ich selbst.&quot; Meinetwegen auch Gedichte von Erich Fried. Erf&amp;auml;hrt ja keiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber zur&amp;uuml;ck in die K&amp;uuml;che. Ich meine, m&amp;uuml;ssen Singles automatisch fernsehguckende Laffen sein, die in der muffelnden Unterw&amp;auml;sche vom Vortag auf ihren Bettsofas liegen, umgeben von leeren Colaflaschen und bis auf die Rinden aufgeknabberten Pizzas in ranzigen Kartons vom Bringdienst? Ich meine: du bist doch, was du isst. Ja. Wer immer nur ranzige Pizza isst, der sieht doch am Ende selbst aus wie eine ranzige Pizza. Doch. Schaut euch doch mal um unter den Singles an den Theken der Stadt. Eine Margherita neben der anderen. Nicht ein Filet darunter, ein sch&amp;ouml;nes, festes Filet. Saftig und hei&amp;szlig; geschmort, prall und hei&amp;szlig; in seiner glei&amp;szlig;enden Orangenmarinade... nur ein Salbeiblatt bedeckt seine knusprige Scham. An den Theken stehen nur Margheritas. Die Margaritas trinken. &quot;Mit salzigem Rand ruft dieser sehr bekannte Drink nach Mexiko.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein. Das kann doch nicht alles sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist es auch nicht. Die Sache ist ganz einfach. Singles der Welt. Teilt die Rezepte durch vier. Bekocht Euch. Seid lieb zu euch, und man wird euch lieb haben. Kocht f&amp;uuml;r Euch selbst. Und nicht nur Ravioli und Spiegelei auf Toast - &quot;Strammer Max mit drei Eiern&quot;... Wie soll der denn aussehen... Nein, kocht f&amp;uuml;r euch selbst Drei-G&amp;auml;nge-Men&amp;uuml;s. Und dann schlingt nicht alles aus dem Topf zur &quot;Sportschau&quot; runter. Oder zu &quot;Mona Lisa TV&quot;. Nein. Richtet Euch den Tisch sch&amp;ouml;n her, macht Kerzen an und setzt Euch mit Euch selbst an die Tafel. Habt Euch gern. Redet mit Euch selbst. Sicher, ist schwer, wenn keiner sagt: &quot;Guten Appetit&quot; oder &quot;wer spricht das Tischgebet?&quot; Aber f&amp;uuml;r den Anfang merkt Euch: die Sache hat ja auch ihr Gutes. Wenn man mit sich alleine isst, und das sauteure argentinische Rinderfilet ist aus Versehen gut durch - wenn niemand dabei ist, kann man sich das problemlos sch&amp;ouml;nreden. Und irgendwann klappt&apos;s dann, und - hey! - dann k&amp;ouml;nnt ihr beide Filets essen, ist ja keiner da, mit dem ihr teilen m&amp;uuml;sst. Oder der sagt: &quot;Jetzt &amp;uuml;bertreibst du aber, Schatz. Ist Dir eigentlich aufgefallen, dass Du schon wieder zugenommen hast? Nein wirklich, wenn ich dich umarme, komm ich kaum noch rum.&quot; Und wenn ihr nach drei bis zwanzig Versuchen einmal Filets braten gelernt habt... oder &quot;r&amp;ouml;sten&quot;, wie Ulrich Klever sagt, der alte Fernsehkoch aus den Siebzigern... wenn ihr dann immer ein paar gut ge&amp;ouml;lte St&amp;uuml;cke Fleisch im K&amp;uuml;hlschrank liegen habt... zum reifen... wenn dann Besuch kommt... jemand, der mit vertr&amp;auml;umtem Blick Dinge sagt, wie: &quot;Oh. So wohnst du also...&quot; oder &quot;das Sofa hab ich auch. IKEA, nicht?&quot; dann k&amp;ouml;nnt ihr sagen: &quot;Du...&quot; - und ihr sagt nicht - &quot;Soll&apos;n wir runtergeh&apos;n, uns &apos;nen D&amp;ouml;ner fangen?&quot; oder &quot;Wie w&amp;auml;r&apos;s wenn ich uns Pizza kommen lasse? Wenn wir zwei bestellen bekommen wir &apos;ne Flasche Lambrusco gratis&quot;... nein, dann sagt ihr: &quot;Duhu... Wie w&amp;auml;r&apos;s - ich hab noch diesen selbstgemachten Kartoffelsalat - soll ich uns dazu schnell ein paar Filetsteaks in die Pfanne werfen?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr werdet sehen. Das geht ruck zuck, und ihr seid ein Paar. Und dann vergeht nicht viel Zeit, und ihr ladet andere Paare zum Essen ein.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T15:47:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1982/">
    <title>Verlorene Paradiese</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1982/</link>
    <description>Wo sind sie hin, die kalten Platten der Vergangenheit, diese untergegangenen kulinarischen Welten: Acht Jahre bin ich alt, Sonntagnachmittag ist es, vielleicht ein Geburtstag, und ich sitze auf dem wei&amp;szlig;en Hocker am K&amp;uuml;chentisch meiner Gro&amp;szlig;mutter und plaudere ihr ein wenig &amp;uuml;ber meine verhasste Mathelehrerin vor und &amp;uuml;ber die ersten Reitstunden auf einem gro&amp;szlig;en Pferd statt auf dem verachteten, dicken, langsamen Pony. Im Wohnzimmer sitzen die Herren, manchmal h&amp;ouml;rt man ihr dr&amp;ouml;hnendes Lachen bis in die K&amp;uuml;che, die Damen haben es sich im Esszimmer gem&amp;uuml;tlich gemacht, die Pumps ausgezogen und plaudern &amp;uuml;ber Dinge, f&amp;uuml;r die ich noch zu klein bin, wie man mir sagt, wenn ich mal nachfrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Gro&amp;szlig;mutter stellt die Platten auf den Tisch, achtelt Zitronen und Tomaten, schickt ihre Schwiegert&amp;ouml;chter in den Keller, wo die fertigen Platten stehen, und braust dicke B&amp;uuml;schel Petersilie ab. Mir wird eine Schale harter Eier hingestellt, die ich pellen soll, die H&amp;auml;lfte darf ich mit dem Eierschneider f&amp;uuml;r den Salat vorbereiten, die andere H&amp;auml;lfte wird halbiert und mit Appetitsild aus der Dose dekoriert oder mit deutschem Kaviar. Dem Suppenhuhn von der Bouillon vom Mittagessen wird das Fleisch abgesch&amp;auml;lt f&amp;uuml;r den Gefl&amp;uuml;gelsalat mit Mayonnaise, Sellerie und &amp;Auml;pfeln in ganz d&amp;uuml;nnen Streifen. Der ganze, gekochte Lachs, mit einer d&amp;uuml;nnen Schicht Aspik &amp;uuml;berzogen, damit er sch&amp;ouml;n gl&amp;auml;nzt, steht aufrecht auf einer der Platten, die Jagd- oder Fischereiszenen darstellen, auf dem Rand werden die halbierten Eier drapiert, und das Ensemble liegt auf einem Kissen krauser Petersilie. In weiten Glasschalen wird der Krabbencocktail verteilt, gleichfalls &amp;uuml;ppig verziert mit Zitronenachteln; Wurstscheiben werden gerollt, K&amp;auml;sescheiben mit Paprika edels&amp;uuml;&amp;szlig; best&amp;auml;ubt, und Forellenfilets sternf&amp;ouml;rmig auf einen gro&amp;szlig;en, runden Teller gelegt, den ich am liebsten habe, weil er einen dicken Tanzb&amp;auml;r zeigt, der von einem Mann an einer Leine herumgef&amp;uuml;hrt wird. Ab und zu stecke ich mir eine Scheibe K&amp;auml;se in den Mund, eine Olive, und schneide mit einem gezackten Messer Muster in Radieschen und f&amp;uuml;lle mit einem L&amp;ouml;ffel Butter in kleine F&amp;ouml;rmchen, so dass sie aussieht wie Blumen oder Fische. Meine Gro&amp;szlig;mutter f&amp;uuml;llt Tomaten mit Mayonnaise und mischt Salat in riesigen Sch&amp;uuml;sseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach, aus und vorbei. Die Gro&amp;szlig;mutter ist lange tot, die Verwandtschaft zerstreut seit der Beerdigung des Gro&amp;szlig;vaters, als sich alles in die Haare geriet, lautstark und giftig. Das Haus verkauft, die Platten und Teller in einer der Kisten, die auf dem Dachboden stehen, weil sie keiner haben will, denn besonders sch&amp;ouml;n sind sie nicht, und zu gro&amp;szlig; dazu. Bin ich eingeladen irgendwo an jene Tische, die meinen Freunden geh&amp;ouml;ren, so gibt es keine kalten Platten, h&amp;ouml;chstens Antipasti, vielleicht eine Platte mit K&amp;auml;se, aber jene &amp;uuml;berladenen, fettigen Freuden sind verschwunden, vom Orkus der Zeit verschluckt, und keiner will sie mehr essen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob es schade ist drum? Ich habe sie nicht gemocht, die kalten Zungenscheiben gerollt und gef&amp;uuml;llt mit Kapern oder Kresse. Die Pasteten mit den Teigbl&amp;uuml;mchen obendrauf und den kalten, gelben Fettst&amp;uuml;ckchen auf der Oberseite der Fleischf&amp;uuml;llung. Die Kartoffelsalate mit G&amp;auml;nseschmalz, deren fettigen Geschmack ich bis heute auf der Zunge habe. Die Aspikorgien, und was wurde nicht irgendwann in Aspik gegossen in jenen Tagen? Das trockene Roastbeef in Scheiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sei es, wie es sei. Stehe ich im KaDeWe im obersten Stockwerk, wo sie fast alles haben, was man essen kann, stehe ich nicht vor den Torten von Len&amp;ocirc;tre, nicht vor den G&amp;auml;nsestopflebern und selbst vor der Vitrine mit dem franz&amp;ouml;sischen K&amp;auml;se nur ganz kurz. Vor der Vitrine mit dem kalten Platten bleibe ich stehen, betrachte die Schalen mit dem Krabbencocktail, die gerollten, gef&amp;uuml;llten Schinkenscheiben, die gef&amp;uuml;llten Eier und die dekorierten Gurken, und denke einen Moment zur&amp;uuml;ck an die verlorenen Paradiese, die mir auf ewig im Herzen bleiben - gef&amp;uuml;llt mit Mayonnaise, dekoriert mit Petersilie und ein Tomatenachtel mit einem Zahnstocher festgesteckt obendrauf.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1981/">
    <title>Katzengrauen</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1981/</link>
    <description>Es gibt in jeder Familie Interna, die nicht einmal den besten Freunde auf die Nase gebunden werden. Au&amp;szlig;er Peinlichkeiten, wie zum Beispiel wilde Aufr&amp;auml;umaktionen bei Eintreffen unerwarteten Besuches durch den einen Partner, w&amp;auml;hrend der andere derweil den Garten &quot;zeigt&quot;, geh&amp;ouml;ren dazu auch Morgenrituale, die durchaus nichts mit der Fernsehmagarinewerbung gemein haben. Besonders nicht, wenn man mit Kindern zusammen lebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die meisten Menschen in der etablierten B&amp;uuml;rowelt starte ich gegen 9 Uhr mit einem ersten Kaffee ohne nennenswerte Verquellungen im Gesicht in den Bl&amp;auml;tterwald. Weil ich zu diesem Zeitpunkt bereits seit drei Stunden auf den Beinen bin und die Kinder in einer umfangreichen und gelegentlich m&amp;uuml;hsamen Prozedur auf Ihren Schulweg gebracht habe, der f&amp;uuml;r ein Kind der siebenten Klasse inzwischen dreimal die Woche zur &quot;nullten&quot; Stunde beginnt. Zwischendurch h&amp;auml;nge ich noch W&amp;auml;sche auf, r&amp;auml;ume den Geschirrsp&amp;uuml;ler aus, tue hier und da einige Handgriffe - donnerstags einige mehr, weil die Putzfrau kommt -, so jedenfalls die offizielle Version. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt kommt die inoffizielle, die geheime sozusagen: Ich bin nicht mehr zwanzig. Wenn ich drei Tage nach null Uhr ins Bett gefallen bin, weil der Abend sonst zu kurz ist, f&amp;uuml;r das was ich mir darunter vorstelle, bin ich morgens doppelt so schwer, wenn ich mich aus dem Bett hieve. Besonders im Winter. Und dann erlaube ich mir eine ganz private Einlage, oder besser: Ablage. Wenn die Kinder aus dem Haus sind bleibt eine knappe Stunde f&amp;uuml;r mich und die Couch. Das rote Pl&amp;uuml;schsofa, auf dem ich mit angezogenen Beinen schlafe wie ein Baby im K&amp;ouml;rbchen, die Uhr auf der K&amp;uuml;chenzeile am anderen Ende des Raumes im gelegentlichen Blinzelblick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem Morgen schreckt mich ein Klappern auf. Dann ist wieder Stille. Leise stehe ich auf und schleiche in Richtung K&amp;uuml;che, woher das Ger&amp;auml;usch kam. Nichts zu erkennen. Bis ich am Boden der Sp&amp;uuml;le eine Maus hocken sehe. Ein M&amp;auml;uslein und eine aufgerissene Packung Kekse, mitsamt der, bei dem Versuch zu naschen, das Tier vom Regal geradewegs in das Sp&amp;uuml;lbecken gest&amp;uuml;rzt war. Ich geh&amp;ouml;re nicht zu den Frauen, die wegen einer Maus anfangen zu schreien. Aber auch nicht zu denen, die wissen, wie sie sich einer in der Sp&amp;uuml;le sitzenden Maus auf bequeme Weise entledigen. Ich rief den Liebsten, der nahm kurzerhand die noch immer in der anderen Zimmerecke lauernde Katze und setzte sie auf die Arbeitsplatte, die Katze fing flugs die Maus und der Liebste brachte Katze samt Maus vor die T&amp;uuml;r wo Erstere Letztere fra&amp;szlig;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r die Couch war es nun leider zu sp&amp;auml;t und ich ging auf meinen Morgenkaffee ins B&amp;uuml;ro.&lt;br /&gt;

</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T15:42:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1980/">
    <title>Essen h&amp;auml;lt Leib und Seele zusammen</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1980/</link>
    <description>Zumindest der Lebenden. Soweit ich auch zur&amp;uuml;ckdenke und mir jeden einzelnen Trauerfall meiner an Mitgliedern und Trag&amp;ouml;dien reichen Familie zur&amp;uuml;ck ins Ged&amp;auml;chtnis rufe, empfinde ich die Verquickung von hervorragenden Speisen mit Todesf&amp;auml;llen frappant. Unsere Familie, im Norden Deutschlands und im Westen Russlands verwurzelt, hat die Frustbew&amp;auml;ltigung immer &amp;uuml;ber den Gaumen und nie &amp;uuml;ber eine lockere Zunge gef&amp;uuml;hrt. Als man meine Tante, die fast 100 Jahre auf dem Buckel hatte, aufgrund eines nicht selbst verschuldeten Treppensturzes - angeblich hat Oma (85) ihre ein Beinchen gestellt - bizarr zusammengefaltet vor der Kellert&amp;uuml;r fand, gab es anschlie&amp;szlig;end die besten K&amp;ouml;nigsberger Klopse, an die ich mich erinnern kann. &lt;br /&gt;
Als Onkel Friedhelm, der von allen anderen Familienmitgliedern mehr oder weniger liebevoll nur der &quot;Arsch&quot; genannt wurde, sich endlich zum Wohle aller zu Tode gesoffen hatte, war die Beerdigung durch eine nerv&amp;ouml;se Unruhe und die freudige Erwartung des Leichenschmauses gepr&amp;auml;gt. Es lagen Lachsbr&amp;ouml;tchen und Omas Weltklasseh&amp;uuml;hnersuppe in der nieseligen Luft, als den Tr&amp;auml;gern der glitschige Sarg aus den Fingern glitt. Der kleine Onkel, in seiner zu gro&amp;szlig;en Sperrholzkiste, klatschte f&amp;uuml;r alle h&amp;ouml;rbar mit seinem S&amp;auml;ufersch&amp;auml;del ans Kopfende. Tante Hedwig, Frau und Opfer des Arschs, mutma&amp;szlig;te dass er sich wohl jetzt auch noch das Genick gebrochen habe. Skandal, schrie der kleine Arsch, der Sohn des gro&amp;szlig;en Arschs und zuppelte an seinem Flachmann. Der etwas zu schnell seinem Bestimmungsort entgegen geglittene Sarg, verkanntete sich so ungl&amp;uuml;cklich, dass die Tr&amp;auml;ger ihn trotz schweren Ruckelns und Ziehens nicht mehr w&amp;uuml;rdevoll aus dem Grab wuchten oder ihn waagerecht hineinman&amp;ouml;vrieren konnten. Tante Hedwig entschied, dass ein schiefes Ende besser als keines sei, und warf z&amp;uuml;gig Erde und Blumen auf den verkeilten Sarg. Beides rutschte am Kopfende wieder hinunter. &lt;br /&gt;
Die Lachsbr&amp;ouml;tchen waren vom Feinsten, belegt mit wildem fangfrischen Lachs aus Irland, mit selber anger&amp;uuml;hrtem Meerrettich perfekt abgestimmt. Dazu gab es hervorragendes P&amp;auml;ffgen - K&amp;ouml;lsch und einen Zwetschgen Schnaps aus dem Elsass. Das Alles, dem Leben zur Ehre.
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    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T15:40:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1977/">
    <title>K&amp;uuml;chenliebe</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1977/</link>
    <description>Und weil sie gerade in Fahrt ist, legt sie das n&amp;auml;chste Bonmot noch hinter her:&lt;br /&gt;
- Wenn man keinen Sex hat, dann wird man kauzig.&lt;br /&gt;
- Ha, Du hast keinen Sex. Du lebst seit Jahren mit jemanden zusammen.&lt;br /&gt;
Leicht beleidigt l&amp;auml;sst sie ihre H&amp;auml;nde einen Moment im Salat ruhen und starrt auf die Reste, die w&amp;auml;hrend ihrer Mischarbeit aus der Sch&amp;uuml;ssel geplumpst sind und nun einen sinnlosen Kreis auf dem Tisch gebildet haben. An ihrem Handgelenk rutscht eine Gurkenscheibe runter und sie kneift ihre Augen zusammen.&lt;br /&gt;
- Ja. Mann, wenn Du 1000 mal mit dem gleichen Menschen ins Bett gegangen bist, dann macht es einfach nicht mehr soooo viel Spa&amp;szlig;. Und ich hab keine Lust mich an den Deckenventilator zu h&amp;auml;ngen, nur damit der Kerl das geil findet.&lt;br /&gt;
- Demzufolge, sage ich listig, wird man also nie kauzig, je promisker man lebt.&lt;br /&gt;
- Typisch, schnaubt sie und lacht dabei.&lt;br /&gt;
- Demzufolge liegt es nicht an Deiner Lust, sondern an Deinem Trieb andauernd was Neues haben zu m&amp;uuml;ssen.&lt;br /&gt;
- Stimmt. Deswegen gehe ich auf Flohm&amp;auml;rkte. Da gibt es keine M&amp;auml;nner, aber sch&amp;ouml;nen Tand und der hat immerhin schon mal bewiesen, dass er l&amp;auml;nger h&amp;auml;lt.&lt;br /&gt;
Sie greift nach ihrem Sektglas, sch&amp;uuml;ttet es sich in ihren wundersch&amp;ouml;nen Hals und schaut mich dabei an. Dann sagt sie&lt;br /&gt;
- Fang gar nicht erst an dar&amp;uuml;ber nach zu denken, dass ist mir zu stressig.&lt;br /&gt;
Ich sage &quot;Ach&quot; und ernte ein &quot;Pssst&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mai&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Jetzt brauch ich echt mehr Wein. Meine Herren.&lt;br /&gt;
Sie steht auf, stolpert &amp;uuml;ber ihre irrwitzige Schuhsammlung, kommt dabei leicht vom Kurs ab und streift einen babylonisch hohen Stapel von drei Jahre alten New York Times Ausgaben, die sie alle aus ihrer Zeit in NY gerettet hat, und der nun rauschend in sich zusammenf&amp;auml;llt. Zwei Extrakoffer waren n&amp;ouml;tig gewesen, und vor allem sehr viel Charme beim Einchecken, aber den hat sie ja sowieso, denn keiner kann ihr wiederstehen, wenn sie diese sehr gro&amp;szlig;en braunen Augen aufklappt und mit ihrem sp&amp;ouml;ttischen Katherine Hepburn L&amp;auml;cheln die Distanz verkleinert.&lt;br /&gt;
- Ich sollte die Dinger wegwerfen, sagt sie, nachdem sie mit einer neuen Weinflasche in der Hand zur&amp;uuml;ck gekommen ist. Da sie es immer ein wenig eilig hat, trinkt sie schon mal auf dem Weg einen gro&amp;szlig;en Schluck aus der Flasche.&lt;br /&gt;
- Solltest Du, rufe ich ihr zu, wirst Du aber nicht, weil Du immer denkst, dass da noch irgendwas drin steht, was Du sp&amp;auml;ter mal gebrauchen k&amp;ouml;nntest und dich genau in dem Moment an das genaue Ausgabedatum erinnern wirst.&lt;br /&gt;
Sie kichert, seufzt, legt sich wieder neben mich und klatscht mir den Tabak auf die Brust.&lt;br /&gt;
- Noch eine, bitte.&lt;br /&gt;
- Ich denke, du rauchst nicht&lt;br /&gt;
- Ich rauche auch nicht. Ich rauche nur mit Dir. Du rauchst sie und ich ziehe dran.&lt;br /&gt;
- Arbeitsteilung&lt;br /&gt;
- Ja, fein, was? Ich hab die Pakoras gemacht.&lt;br /&gt;
- Ich das Kouskous und das Gem&amp;uuml;se f&amp;uuml;r deine Pakoras hab ich auch geschnibbelt&lt;br /&gt;
- Aufrechner&lt;br /&gt;
- Faules M&amp;auml;dchen&lt;br /&gt;
- Du hast die Wahl. Drehen oder noch mal.&lt;br /&gt;
- Dann noch mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Kopf liegt auf den gefalteten H&amp;auml;nden auf dem Tisch und sie versucht einen halbtoten Eisw&amp;uuml;rfel in ihrem Campari beim Sterben zuzusehen.&lt;br /&gt;
- Ich h&amp;auml;tte bei den Flohm&amp;auml;rkten bleiben sollen&lt;br /&gt;
- Was?&lt;br /&gt;
Ich bin nicht sehr &amp;uuml;berrascht, nur ein wenig traurig. Aber das war ich schon, seit dem ich gesp&amp;uuml;rt hatte, das es weniger wird. Weniger Mails. Weniger SMS. Weniger Wein.&lt;br /&gt;
- Ich habs ihm gesagt&lt;br /&gt;
- Was? Wieso das denn?&lt;br /&gt;
- Mir war danach.&lt;br /&gt;
- Pffff&lt;br /&gt;
Sie setzt sich wieder gerade auf, kramt eine Zigarette raus und fummelt lange mit ihren Streichh&amp;ouml;lzern rum, bis sie endlich so weit ist.&lt;br /&gt;
- Willste nicht wissen, was er gesagt hat?&lt;br /&gt;
- Er hat sich wahrscheinlich nicht gefreut&lt;br /&gt;
- Er hat geweint, sagt sie paffend, und f&amp;uuml;gt hinzu, nat&amp;uuml;rlich nicht sofort. Erst einen Tag sp&amp;auml;ter. Da hat er geweint. War schlimm&lt;br /&gt;
- Und Du?&lt;br /&gt;
- Ich auch, aber zum Trost f&amp;uuml;r ihn.&lt;br /&gt;
- Warum hast du? Ich meine, es war doch ok.&lt;br /&gt;
- Weil Du irgendwann geweint h&amp;auml;ttest, ganz sicher. Das will ich nicht.&lt;br /&gt;
- Du willst das beenden, damit ich nicht weinen muss? Hallo?&lt;br /&gt;
- Es ist mir lieber wenn nur einer weint. Wenn das weiter geht, dann weinen wir alle drei am Ende. Also Schluss.&lt;br /&gt;
Ich bin versucht Dinge wie &quot;Komm, wir machen das jetzt anders. Das passt doch so gut&quot; zu brabbeln, aber ich glaube mir ja selber nicht. Ich war immer auf der anderen Seite, und sie ist nur mal eben r&amp;uuml;ber geschl&amp;uuml;pft.&lt;br /&gt;
- Wieder Freunde, fragt sie und hebt das halbvolle Glas&lt;br /&gt;
- Wieder Freunde, seufze ich und mache ein leicht anges&amp;auml;uertes Gesicht.&lt;br /&gt;
Sie f&amp;uuml;llt unsere Gl&amp;auml;ser nach. Einmal, zweimal. Nach dem dritten Mal blitzen ihre Augen.&lt;br /&gt;
- Wieder Freunde, wenn Du aus der T&amp;uuml;r gehst?&lt;br /&gt;
- Und vorher?&lt;br /&gt;
- Ich bin bald wieder auf Flohm&amp;auml;rkten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich nehme einen tiefen Atemzug, als ich mich dann dummerweise doch noch mal umgedreht habe und angezogen im T&amp;uuml;rrahmen stehe. Ich starre auf das Chaos, den wirren, bunten Haufen Schuhe, ihre Kissenlandschaft, die drei l&amp;auml;ngst ausgetrockneten Teetassen mit den Zigarettenstummeln drin, die auf einem statisch bedenklich arrangierten Magazinstapel thronen. Ich rieche sie, das alte Holz, altes Leder, den Staub, den kalten Rauch, die alten Zeitungen.&lt;br /&gt;
- Freunde sein ist gar nicht so leicht, denke ich und mache die T&amp;uuml;r zu.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Kolumne</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T15:27:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1976/">
    <title>Elke erz&amp;auml;hlt</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1976/</link>
    <description>du schweigst jetzt auch, aber du liegst nicht auf dem r&amp;uuml;cken. das gef&amp;auml;llt mir nicht, das sollte anders sein.&lt;br /&gt;
ich m&amp;ouml;chte dass du ein irrender ritter bist, einer der heldentaten begeht, einer der von mir schw&amp;auml;rmt, dort drau&amp;szlig;en wo das schweigen herumeilt und das zittern sucht.&lt;br /&gt;
ich m&amp;ouml;chte das alle von dir reden, wie du gegen die warenh&amp;auml;user k&amp;auml;mpfst, gegen die fl&amp;uuml;sse, die t&amp;uuml;rme und gegen das personal der auswechselspieler.&lt;br /&gt;
erkenne mich in deinen augen, werde lammfromm, h&amp;ouml;r immer wieder dieselben stellen nach mir ab.&lt;br /&gt;
wir werden uns treffen in deinem kopf. dort werde ich nackt sein, nur mit einem satz bekleidet der dich wach h&amp;auml;lt.&lt;br /&gt;
ich werde dich immer wieder mit diesem satz liebkosen. du augentier. du schweigsamer held. tu mir ein gefallen, l&amp;ouml;s deine augen aus, zermalm sie im schnee und wenn du keinen schnee findest, zeig sie mir, beweg dich in mir, wie es kreisende tun, oder liebende wenn sie glauben die welt w&amp;auml;re zu nah um sie zur seite zu schieben.&lt;br /&gt;
diese nacht, mit den vielen augen. die tropfen die gegen den takt der wasserh&amp;auml;hne laufen, du streitest dich mit ihnen, du redest &amp;uuml;ber mich, du schweigsamer, als gelte es fremde von deiner liebe zu mir zu &amp;uuml;berzeugen.&lt;br /&gt;
ich m&amp;ouml;chte dass du umher irrst, pf&amp;uuml;tzen f&amp;uuml;r eine asiatische partei h&amp;auml;ltst, giraffen einf&amp;auml;ngst und sie verh&amp;ouml;rst, vielleicht geben sie dir ihr geheimnis preis und dann kannst du alles sehen.&lt;br /&gt;
du zinnober, staubtier, du gefl&amp;uuml;geltes wort, ich m&amp;ouml;chte dass du alles zur sprache bringst, niemand soll sich noch dar&amp;uuml;ber wundern wie verr&amp;uuml;ckt man sein kann.&lt;br /&gt;
du trautropfen. du in alles badender held. ich m&amp;ouml;chte mich damit begn&amp;uuml;gen ein foto von dir zu besitzen auf dem du weit entfernt stehst und man dich nicht erkennen kann.&lt;br /&gt;
wenn ich morgen erwache, werden wir zusammen streiten, wir werden riesen besiegen, wir werden den hunger verw&amp;ouml;hnen mit unseren blicken, so lange bis wir endlich erkennen wie egal es ist, ob wir uns nun lieben, oder am stock gehen.&lt;br /&gt;
du kreisender ritter. ich verspreche dir bl&amp;uuml;hende landschaften, kleine b&amp;auml;nke auf die wir nicht sitzen k&amp;ouml;nnen, weil sie f&amp;uuml;r das leben bestimmt sind. aber wir k&amp;ouml;nnen uns trotzdem treffen, hinter den wolken, wo alle irrenden ritter mit ihrer sch&amp;ouml;nen sitzen, dort drehen wir die zeit um, fallen auf uns hinein, reden, sprechen, spreizen die finger, bewegen uns immer so, als k&amp;ouml;nnten wir uns gar nicht bewegen und alles ist so wie am anfang und trotzdem beginnt es nicht von vorn und komisch, irgendwie kommt mir das alles bekannt vor, als w&amp;uuml;rde ich alles wieder und wieder erz&amp;auml;hlen, so wie man?s macht, wenn man der tautropfen ist f&amp;uuml;r einen, der windm&amp;uuml;hlen genauso wenig leiden kann wie riesenkraken und hundepferde.&lt;br /&gt;
eine traurige gestalt, mit wenig gl&amp;uuml;ck in den augen.&lt;br /&gt;
komm verbraten wir die zeit, suchen wir die wirklichkeit in unseren tr&amp;auml;umen.&lt;br /&gt;
manchmal, da m&amp;ouml;chte ich dich erkennen, wie du hinter der nacht herl&amp;auml;ufst, als stiller begleiter k&amp;ouml;nntest du niemand besseren haben.&lt;br /&gt;
als w&amp;uuml;rde jemand nach langer zeit endlich eintreffen und h&amp;auml;tte ganz vergessen wie das ist, in die jahre zu kommen und es anzusehen als geh&amp;ouml;re es dir, meine augen, die zwischen den n&amp;auml;chten hin und her wandern, busfahrten abzeichnen, wege abstreuen, gesichter einscannen, aber deins war noch nicht dabei, ich kann es beschw&amp;ouml;ren.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T15:25:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1975/">
    <title>Die Poetentankstelle</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1975/</link>
    <description>weihnachtliche Illumination vor der Kneipent&amp;uuml;r&lt;br /&gt;
die Nacht hat sich den Tag gepackt&lt;br /&gt;
ich sitze auf einer verwetzten Holzbank&lt;br /&gt;
das Bier griffbereit vor mir&lt;br /&gt;
g&amp;auml;be es doch eine Poetentankstelle f&amp;uuml;r das Auftanken&lt;br /&gt;
unserer leeren K&amp;ouml;pfe&lt;br /&gt;
zu gegebener Zeit&lt;br /&gt;
an dem opulenten Arsch der Bedienung kommen meine&lt;br /&gt;
Blicke nicht vorbei&lt;br /&gt;
ihre Augen sind st&amp;auml;ndig entz&amp;uuml;ndet, und ihr l&amp;auml;chelnder Mund&lt;br /&gt;
wie eine Mondsichel -&lt;br /&gt;
die Kneipe ein kurzer Schlauch&lt;br /&gt;
Geborgenheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergeblich suche ich die Leichtigkeit&lt;br /&gt;
Gedanken huschen wie l&amp;auml;stige Fruchtfliegen vor meinem&lt;br /&gt;
Geist&lt;br /&gt;
die Reise vom Heute in das Morgen&lt;br /&gt;
ist Unruhe&lt;br /&gt;
bin ich der Gast, der auf der verwetzten Holzbank sitzt&lt;br /&gt;
das Bierglas ansetzend&lt;br /&gt;
die Lyrik von Nazim Hikmet vor Augen&lt;br /&gt;
wie den opulenten Arsch der Bedienung?&lt;br /&gt;
g&amp;auml;be es doch eine Poetentankstelle f&amp;uuml;r das Auftanken&lt;br /&gt;
unserer leeren K&amp;ouml;pfe&lt;br /&gt;
zu gegebener Zeit&lt;br /&gt;
die fremden Menschen r&amp;uuml;cken in mein Gef&amp;uuml;hl&lt;br /&gt;
als w&amp;auml;ren sie Kunstwerke einer liebevoll arrangierten&lt;br /&gt;
Ausstellung&lt;br /&gt;
&amp;Ouml;llampen brennen auf den Kneipentischen&lt;br /&gt;
der freie Bauchnabel einer Frau, die sich streckt&lt;br /&gt;
die Mutter hebt das Baby aus dem Kinderwagen&lt;br /&gt;
und wiegt es an ihrer Brust&lt;br /&gt;
das kleine Wesen fasst sich einen Finger&lt;br /&gt;
unsere Augen leuchten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nacht, die den Tag geholt hat&lt;br /&gt;
die K&amp;auml;lte der illuminierten Stadt im Winter&lt;br /&gt;
vergeblich suche ich die Leichtigkeit&lt;br /&gt;
ich leide unter einem chronischen Katarrh der Seele&lt;br /&gt;
g&amp;auml;be es doch eine Poetentankstelle f&amp;uuml;r das Auftanken&lt;br /&gt;
meines leeren Kopfes&lt;br /&gt;
zu gegebener Zeit</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-06T15:20:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0309/stories/1974/">
    <title>Test</title> 
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    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
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