Pop ist ein Geräusch

von Susanne Englmayer
Dieses ganz andere, aber doch irgendwie ähnliche Geräusch, das man mit dem Finger machen kann, indem man ihn aus dem Mund ploppen läßt. Oder aus einer Flasche, ich kann es auch mit meinen Ohren, habe ich neulich zu meiner Überraschung festgestellt. Aus allem eben, wo ein bißchen Unterdruck zu vermuten ist.

Pop ist wie Plopp, eindeutig, da ist kaum ein Unterschied. Auch Pop ist nicht, Pop war. Pop ist immer schon gewesen, gerade eben möglicherweise. Genau wie ein Plopp. Pop ist eigentlich schon wieder vorbei, kaum daß Pop begonnen hat. Denn Pop ist aus Luft gemacht. Pop lebt in einer Blase im Wasser. Pop wartet auf den Moment, den einen, den einzigen, in dem Pop an die Oberfläche tritt.

Dieser Augenblick des Auftauchens, ein Übergang, im Grunde unvermeidlich, beinah wie eine Erleuchtung. Das ist Pop. Dann, und nur dann, macht Pop dieses einmalige, unverwechselbare Geräusch. Dieses eindringliche, aufbubbelnde, überschäumende, unverwechselbare, alles verschlingende ... ja, was eigentlich? Es ist immer so schnell, dieses Pop, schon ist es wieder weg. Man kann es einfach nicht erfassen.

Wie soll man also sagen, wie es beschreiben? Außer eben mitPop? Pop allein ist das einzig wahre Wort für Pop. Da muß man doch nur mal hinhören. Pop ist ein Geräusch, sogar noch als Wort. Wobei Pop als Wort, ausgerechnet, ganz nah bei Flop liegt. Um den Gedanken komme ich irgendwie nicht herum, wenn es hier schon um Klang geht. Aber das ist vielleicht nur ein blödes Wortspiel, das ich an dieser exponierten Stelle nicht weiter ausführen mag.

Pop ist halt Pop. Und: Stop!
dümpelt seit Jahren durchs Netz. Derzeit kann man ihr in den Blogs engl@absurdum und over the bones auf den Fersen bleiben. Sie hat aber auch einen Roman veröffentlicht.
mindestens haltbar Juli/2007
Jahrgang 03
Ausgabe 07
ISSN 1816-8159
Autor: Susanne Englmayer
Titel: Pop ist ein Geräusch
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