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    <title>mindestenshaltbar 0307 (Pop!)</title>
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    <description>Pop!</description>
    <dc:publisher>DonDahlmann</dc:publisher>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:date>2007-07-06T09:09:23Z</dc:date>
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    <title>mindestenshaltbar 0307</title>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1898/">
    <title>Wie krank ist das denn?</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1898/</link>
    <description>Hier geht es nicht einfach nur um Geld. Viel schlimmer. Es herrscht komplettes Chaos. Die Popkultur hat ihre grundlegende Richtung verloren. Links ist man beleidigt, dass Pop nicht mehr kritisch ist. Rechts reklamiert man neoliberal ger&amp;uuml;stet daf&amp;uuml;r die Reste der ehemaligen Rebellion f&amp;uuml;r sich, um sich einen schicken Anstrich zu geben. Man steht also vor jeder Menge Missverst&amp;auml;ndnissen, man kommt mit dem Aufr&amp;auml;umen kaum hinterher. Gar nicht eigentlich. Wir versuchen das trotzdem mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der neoliberalen Luftgitarre&lt;br /&gt;
Beginnen wir mit Ulf Poschardts neulich ge&amp;auml;u&amp;szlig;ertem Vorschlag in &quot;Der Zeit&quot;. In seinem Artikel &quot;An der Luftgitarre&quot; (man denkt sich hier irgendwie, dass da ein Zeitredakteur mit Ironie winken wollte, aber vielleicht denkt man sich ja auch zu viel, ganz einfach weil man umgehend die Fassungslosigkeit auffangen muss, die einen sp&amp;auml;ter &amp;uuml;berf&amp;auml;llt), in &quot;An der Luftgitarre&quot; also schreibt Ulf Poschardt zun&amp;auml;chst ganz richtig: &quot;Teil der Gesellschaft zu werden hie&amp;szlig; in der Logik des Pop, sie zu ver&amp;auml;ndern, weil die Leidenschaften, f&amp;uuml;r die man k&amp;auml;mpfte, noch keinen Platz in ihr hatten.&quot; Um dann hurtig den Linken, die es ja eigentlich eh nicht mehr gibt, noch mal kurz in den Arsch zu treten. Poschardt verpasst also dieser in den letzten Jahren auf dem Boden zertrampelten Leiche der 68er noch einen weiteren Tritt, den es ja nun wirklich nicht mehr braucht (G&amp;auml;hn!), um dann mit dem verschmierten Schuh weitertrabend die rebellischen Leidenschaften siegesstrahlend ganz woanders unterzubringen. Er sondiert: Es gibt ideologische Verschiebungen. In der Popkultur ist man pragmatisch geworden und niemand anderes als unsere sich quer &amp;uuml;ber die M&amp;ouml;se rubbelnde Peaches muss als Beispiel herhalten, auch wenn es eine altlinkere, hippiehaftere Position wohl kaum gibt. Doch Peaches wundert sich laut Poschardt &amp;uuml;ber die verw&amp;ouml;hnten bundesrepublikanischen Jugendlichen. Ruft sie gar nach mehr Eigenverantwortung? Egal. N&amp;auml;chstes Poschardt-Beispiel: Lieblingsrapper Sido erkl&amp;auml;rt, dass Sozialhilfe abrippen im Ghetto ein Sport ist. Pop, so sondiert Poschardt damit, verl&amp;auml;sst so die altlinken Positionen. Aha. Und damit kommt das wirklich Gro&amp;szlig;artige: Frei, frei vom lahmen, linken Leichengeruch wird damit wieder das rebellische Potential von Pop und frei werden kann es: bei der FDP. Ab also mit Pop, von einer Leiche zur anderen: &quot;Wie s&amp;auml;he Pop in Deutschland aus, der unangepasst, mutig, rebellisch w&amp;auml;re? Wenn Blumfeld auf dem Parteitag der FDP &apos;Diktatur der Angepassten&apos; singen w&amp;uuml;rde.&quot; Also wirklich: Wie krank ist das denn? Und das meint er leider eben nicht ironisch, sondern sehr ernst: &quot;Es w&amp;uuml;rde f&amp;uuml;r beide Seiten eine Herausforderung und Zumutung bedeuten, aber eben auch eine fruchtbare Dynamisierung verklebter Fronten. Versteht man Pop und seine Sehnsucht nach ungebremstem Freiheitsdrang essenzialistisch (und nicht ph&amp;auml;nomenologisch), dann gibt es f&amp;uuml;r seine Anh&amp;auml;nger nur eine Wahlempfehlung: die FDP.&quot; Denn so Poschardt: &quot;Sie steht f&amp;uuml;r eine sich ausdifferenzierende Gesellschaft und damit f&amp;uuml;r mehr Polarisierung. Sie steht f&amp;uuml;r einen Kapitalismus mit mehr Chancen f&amp;uuml;r alle - der freilich auch mehr Risiken birgt.&quot; Rebellion durch Kapitalismus mit mehr Chancen. Okay. Da muss man sich wohl mal fragen, wie es soweit kommen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr als eine Jugendkultur&lt;br /&gt;
R&amp;uuml;ckblick: Fr&amp;uuml;her, man kann eigentlich sagen vor ziemlich langer Zeit, war Pop mal eine Jugendkultur und das bedeutete damals immer, nicht denen ihr Spiel zu spielen. Daher die Rebellion. Damals h&amp;ouml;rten Mutter und Tochter auch noch nicht zusammen Beyonc&amp;eacute;, damals war das mit den Generationen auch noch anders. Man musste sich auflehnen. Heute ist das anders, na ja, jedenfalls: Dass Popkultur nicht mehr automatisch an Jugend gekoppelt ist und schon gar nicht an eine Jugend, die f&amp;uuml;r Rebellion steht, ist ja schon zu Beginn der Neunziger festgestellt worden (Diedrich Diederichsen entfachte damals die Debatte mit &quot;The Kids are not alright&quot;). Trotzdem h&amp;ouml;rt das Gespenst der popkulturellen Rebellion nicht auf zu spuken. Nur ist eben die Rebellion nicht mehr unbedingt da, wo man sie sucht. Die Form des politischen Momentes hat sich ver&amp;auml;ndert. F&amp;uuml;r eine politische &amp;Auml;u&amp;szlig;erung ging es fr&amp;uuml;her darum, der herrschenden Meinung, d.h. der &amp;auml;lteren Generation, etwas entgegenzusetzen. Bildet eine Gegen&amp;ouml;ffentlichkeit. Entwerft eine Gegenwelt aus Zeichen. Auf der Ebene des Mainstreams funktioniert das immer noch so, beispielsweise wenn Rapper Kayne West angesichts des Hurrikan-Katrina-Elends live im US-Fernsehen einen Satz sagt wie: &quot;George Bush doesn&apos;t care about black people.&quot; Skandal, weil Gegen&amp;ouml;ffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am klassischen Ort des Widerstands, also in dem, was man mal Subkultur genannt hat, hat man die Gegen&amp;ouml;ffentlichkeit jedoch um ein weiteres Moment erg&amp;auml;nzt. Das widerst&amp;auml;ndige Moment von Pop geht hier &amp;uuml;ber das Zeichen hinaus. Denn Pop, das ist dort heute keine Subkultur mehr, sondern eine Kultur der Nischen. Und jede dieser Nischen ist (im besten Falle) eine Alternative zur bestehenden Welt und als Alternative damit auch Ver&amp;auml;nderung, Verschiebung des Bestehenden. Ganz in alter Tradition. Anstelle Rebellion ist Pop also heute eher Irritation, zugleich aber mehr als ein idealistischer Lebensentwurf. Denn diese Kultur der Nischen ist eine Alternative mit realexistierenden Ausma&amp;szlig;en. Eine eigene &amp;Ouml;konomie. Die Folge: F&amp;uuml;r Musik wird man nicht mehr zu alt. Pop wird - zumindest f&amp;uuml;r einige - zum Leben selbst, im besten Falle zu einer Art selbst bestimmter Arbeit. Und genau weil es nicht mehr Jugendkultur, sondern realexistierende Alternative ist, seine eigene Mini-Industrie, die genauso gut oder schlecht funktioniert wie die da drau&amp;szlig;en, nur eben nach den eigenen Regeln, ist es auch f&amp;uuml;r alle anderen nicht mehr peinlich, auch &amp;uuml;ber drei&amp;szlig;ig noch Pop zu h&amp;ouml;ren und zu lieben. Man liest ja auch keine B&amp;uuml;cher, weil man an seine Schullekt&amp;uuml;ren denken m&amp;ouml;chte. Pop ist also nicht mehr automatisch links, daf&amp;uuml;r aber erwachsen geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenhang vs. Zwangsindividualisierung&lt;br /&gt;
Und an dieser Stelle wird es wieder politisch, weil wir uns in einer diskursiven Kultur geradezu zwanghafter Individualisierung befinden - und zwar links wie rechts. Die Frage, wohin man die Rebellion bei Pop packt, ist also letzten Endes politisch. Es gibt hier durchaus Konkurrenzmodelle. Pop verstanden als individuelle Rebellion steht f&amp;uuml;r eine Politik der Vereinzelung. Pop verstanden als eine Politik der Nische steht dagegen f&amp;uuml;r eine Kultur des Zusammenhangs. Hier geht es eben nicht um ?das mutige Individuum, das nach oben will? (Pop bei Poschardt). Hier geht es immer um mehrere Ohren, nicht nur um zwei. Auf der Produzentenebene geht es um Zusammenarbeit, auf der Rezipientenebene geht es um Zusammengeh&amp;ouml;rigkeit. Was sich also in einer handfesten bundesrepublikanischen Midlife Crisis befindet, das ist nicht die Popkultur, sondern vielmehr die politische Kultur in diesem Land - und das ist es, was dann &amp;uuml;ber Poschardt in Pop eingespeist einem wieder in die Quere kommt.&lt;br /&gt;
Machen wir uns nichts vor: Die Neoliberalit&amp;auml;t hat &amp;uuml;berall zugeschlagen, in jeder Partei. Konservative wollen schon lange keine gesellschaftlichen Traditionen mehr bewahren, sondern mehr Eigenverantwortung f&amp;uuml;r alle, und selbst die Linke/PDS ist als radikal-linke Partei nichts anderes als ein Haufen unsexy Frustrierter, die wenig mehr als das Individuum grundabsichern wollen. Zur Zwangsindividualisierung gibt es links wie rechts keine Alternative. Nicht mal den Hauch einer Debatte findet man. Der politische Diskurs kennt keine Gemeinschaft mehr, er kennt keinen Gemeinsinn und schon gar keine Solidarit&amp;auml;t. Das ist offensichtlich der Preis, den diese Gesellschaft bereit ist zu zahlen, um den Traum der kompletten Vollbesch&amp;auml;ftigung weiterhin tr&amp;auml;umen zu k&amp;ouml;nnen. Weniger Rente, mehr Alte, l&amp;auml;nger Arbeiten, aber weniger Arbeitspl&amp;auml;tze und mehr internationale Konkurrenz, weil h&amp;ouml;her gebildete Drittweltl&amp;auml;nder. Tja, was in diesem Bild ist falsch? Alles?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Popkultur hat also heute durchaus eine politische Aufgabe, die da lautet: Den Zusammenhang und die Solidarit&amp;auml;t bei uns zu pflegen und &amp;uuml;berwintern zu lassen, hier in der Nische, bis die Welt endlich wagt, die Augen zu &amp;ouml;ffnen. Eines Tages wird man das dann als diskursive Rebellion entdecken k&amp;ouml;nnen und wie 68 als politische Kulturrevolution in Welt einspeisen. Die Welt wird dann vielleicht etwas besser. Und dazwischen entsteht gute Musik.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cover</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T13:30:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1896/">
    <title>Zehn Jahre Faserland</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1896/</link>
    <description>Ich lag auf dem Steg, war sogar zum Baden zu tr&amp;auml;ge, und die Sonne hatte mir den Bikini strahlend wei&amp;szlig; auf die Haut gemalt, weil ich monatelang kaum etwas anderes trug, bis die Schule wieder anfing. Ich muss den &quot;Mephisto&quot; gelesen haben, und mindestens ein Buch von W. S. Maugham, und die Erinnerungen der Lady Diana Cooper dazu, aber meine Erinnerung wei&amp;szlig; das nicht mehr, nur in den B&amp;uuml;chern steht auf dem Vorsatzblatt ?1995? und mein Name, weil ich damals B&amp;uuml;cher noch Leuten auslieh, die sie dann nie zur&amp;uuml;ckgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der &amp;Ouml;dnis der zeitgen&amp;ouml;ssischen Literatur war ich so &amp;uuml;berzeugt, dass ich noch nicht einmal dar&amp;uuml;ber nachdachte, und so werde ich Faserland trotz der emphatischen Empfehlungen von irgendeinem dieser l&amp;auml;ngst verwehten Freunde skeptisch begonnen haben, die F&amp;uuml;&amp;szlig;e im k&amp;uuml;hlen Wasser und langsam die Seiten umschlagend. An die Skepsis kann ich mich indes nicht mehr erinnern, nur noch an die Euphorie des Wiederfindens, die &quot;Faserland&quot; bei uns allen auf dem Steg ausl&amp;ouml;ste, denn es war unser eigenes Spiegelbild, unsere Traurigkeiten, der Ekel und der &amp;Uuml;berdru&amp;szlig; und die Angst vor etwas Ungenanntem in der Gier. Vor unseren Augen wurde die Reise durch die Republik von Gosch auf Sylt bis Z&amp;uuml;rich zu einer H&amp;ouml;llenfahrt, einem Panoptikum aus Einsamkeit und Verwesung, in dem der Tod in den Falten eines Lebens sa&amp;szlig;, das ein gutes w&amp;auml;re, wenn es denn nur auf die Umst&amp;auml;nde eines Lebens ank&amp;auml;me. Jenem namenlosen Erz&amp;auml;hler, den Christian Kracht einen n&amp;uuml;chtern anmutenden Bericht &amp;uuml;ber eine Reise durch die &amp;uuml;bers&amp;auml;ttigte Republik schildern lie&amp;szlig;, vorbei an der Hybris und der kalten Lust, umgeben von unendlich einsamen Menschen, waren wir durch eine Selbstreflexion &amp;uuml;berlegen, von der wir ahnten, dass sie uns nicht zu besseren Menschen machen w&amp;uuml;rde, sondern nur zu abwechslungsreicherer Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das schmale Buch, keine 200 Seiten lang, war unsere Hymne, und ich las es auf der Stelle vier- oder f&amp;uuml;nfmal. Dass &quot;Faserland&quot; aber unsere Sicht der Welt ver&amp;auml;ndert h&amp;auml;tte, war schon deswegen nicht wahr, weil es genau das ausdr&amp;uuml;ckte, was wir schon jahrelang unausgesprochen gesp&amp;uuml;rt hatten: Nicht jenseits der G&amp;auml;rten unserer Welt, sondern in den komfortablen R&amp;auml;umen unserer Kindheit und in jenen Kleidungsst&amp;uuml;cken, die eine Dauerhaftigkeit vort&amp;auml;uschten, die es nicht mehr geben sollte, br&amp;uuml;tete ein Untergang, dessen feine Ersch&amp;uuml;tterungen wir sp&amp;uuml;rten. Den Dingen unseres Lebens gab die Vorahnung dieser Vergeblichkeit ein fremdes und vorl&amp;auml;ufiges Aussehen, und dass ganz am Ende dieser H&amp;ouml;llenfahrt in den Wassern des Bodensees nicht Reinheit und ein neues Leben wartet, sondern nur der sinnlose Tod eines Mannes, der ein ?Jedermann? sein k&amp;ouml;nnte, wenn es denn Gott g&amp;auml;be, erschien uns folgerichtig. Wir waren schon so weit ab von den Tr&amp;auml;umen eines neuen Lebens auf den Tr&amp;uuml;mmern einer alten Welt, den unsere Eltern folgenlos getr&amp;auml;umt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Jahr sp&amp;auml;ter war keiner von uns mehr vor Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal bekomme ich noch E-Mails von den Freunden vom See. Meistens sind es Umzugsmeldungen, und unentwegt ziehen die Freunde von einst durch die Republik. Viel wei&amp;szlig; ich nicht mehr von ihrem Tun und Treiben, und kann nicht sagen, was sie treibt. Treffe ich den einen oder anderen, so erz&amp;auml;hlen wir uns ein wenig von unseren Leben, in denen alles da sein d&amp;uuml;rfte, was die Welt noch &amp;uuml;ber ihre Lieblinge auszusch&amp;uuml;tten pflegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber zwischen den S&amp;auml;tzen beim Wiedersehen in Caf&amp;eacute;s, in der Stille der abgebrochenen Wortanf&amp;auml;nge und dem kurzen Schweigen bei einem Treffen in Eile auf Flugh&amp;auml;fen schwingt mit, dass die Welt auch jene Erwartung nicht entt&amp;auml;uscht hat, von denen dieses Buch einen ersten Schatten auf unsere Welt geworfen hat, die Ahnung, dass wir nicht mehr sein w&amp;uuml;rden, als ein nerv&amp;ouml;ses, feines Ge&amp;auml;der auf einer langsam abgewaschenen Goldschicht, dahinter nichts als die Leere, die Einsamkeit und alle H&amp;auml;&amp;szlig;lichkeit der Welt.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T13:20:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1889/">
    <title>Bloggen ist Pop</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1889/</link>
    <description>Als Mitte der 60er Jahre der Begriff &quot;Pop&quot; in der Literatur auftauchte, passierte eigentlich nicht viel. Wer las schon Fichte oder Artmann? Aber gerade wenn man die Texte von Artmann heute noch einmal liest, stellt man fest, wie sehr sich manche Empfindungen von damals mit denen von heute vergleichen lassen. Vor allem die Zuwendung des Autors an seine eigene Person ist erstaunlich. Viele Texte von damals lesen sich wie Blogeintr&amp;auml;ge von heute. Pop fiel in eine Zeit, als sich scheinbar alles unwiderruflich &amp;auml;nderte. Die Musik, der Sex, die Selbstbestimmung, die Politik. Vorher war das Leben fest verpackt in einem Adenauerschen Regel- und Lebenskonzept. Pop war ein Teil der Revolution, genauso wie lange Haare oder die Explosion der Musikindustrie. Es stand f&amp;uuml;r eine Ver&amp;auml;nderung der Denkkultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lustigerweise ist die Musikindustrie auch das erste Opfer der jetzigen Ver&amp;auml;nderungen. Die Musikindustrie war es, die in den 60er Jahren davon lebte, dass sie die neugierigen Massen mit Stoff versorgte, die neue Vertriebswege erfand, das Radio f&amp;uuml;tterte und damit das Gedankengut der Musiker weit verbreitete. Und heute ist die verkn&amp;ouml;cherte Musikindustrie der erste Wirtschaftszweig, der, weil er unbeweglich geworden ist wie die damaligen Autorit&amp;auml;ten, in die Knie gezwungen wird. Weil f&amp;uuml;r die Industrie Musik keine Botschaft, sondern eine Ware ist. Aber ironischerweise ist die Musik auch heute wieder ein wichtiger Teil der Revolution, die gerade stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Individualisierung findet in Blogs im Moment vermutlich den h&amp;ouml;chsten Grad, den sie erreichen kann. Nach dem man sich nicht mehr durch Mode und kaum noch mit Musik von anderen abheben kann, wendet man sich eben vom &quot;Au&amp;szlig;en&quot; ab und schaut nach Innen. Die eigenen Gedanken zu diesem oder jenem zu ver&amp;ouml;ffentlichen - mehr Individualismus kann man kaum leben. Paradoxerweise f&amp;uuml;hrt das aber gleichzeitig wieder dazu, dass sich Netzwerke aus Menschen bilden, die in ihren Individualismus in anderen wiederentdecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Netzwerke der Blogger sind es, die viel ver&amp;auml;ndern. Wer seine Texte einer gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren &amp;Ouml;ffentlichkeit vorstellen will, der braucht keinen Verlag mehr, der ihm eine Lesereise finanziert. Der Zusammenschluss von ein paar Bloggern, das Hinterzimmer eines Lokals und eine Ank&amp;uuml;ndigung in ein paar Blogs - mehr braucht es nicht. S&amp;auml;mtliche Lesungen auf denen ich in den letzten zwei Jahren war, als Gast oder als Vortragender, waren brechend voll und diejenigen, die ihre B&amp;uuml;cher im Selbstverlag verkauften, hatten zufriedene Gesichter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
W&amp;auml;hrend es vor zwei oder drei Jahren noch fast ausschlie&amp;szlig;lich die Literatur war, um die sich in Blogs viel drehte, ist es heute die Politik, die immer mehr Raum einnimmt. Die diesj&amp;auml;hrige Konferenz &quot;re:publica&quot; zeigte deutlich, dass sich ein (noch) diffuses politisches Bewusstsein innerhalb der Blogszene manifestiert. Das kommt nicht mal durch eine gro&amp;szlig;e Unzufriedenheit mit der herrschenden Politik, sondern mehr dadurch, dass man bemerkt hat, dass man den durch die Medien verbreiteten Informationen nicht immer ganz trauen kann. Sch&amp;ouml;nes Beispiel waren die Demos zum G8 Gipfel in diesem Jahr, als Blogs massiv dar&amp;uuml;ber berichteten, wie weit der Staat sich hier und da von seinen demokratischen Grunds&amp;auml;tzen entfernt hat und die klassischen Medien diese Berichterstattung zum Teil aufgriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blogs haben die Fanzines abgel&amp;ouml;st, Blogs haben die Musik und die Filmkritik aufs Korn genommen, weil man in ihnen auch mal wieder etwas lesen kann, was man in den klassischen Medien nicht findet: eine negative Kritik. Und jetzt sind Blogs dabei, die Gatekeeping Funktion der &quot;alten Medien&quot; anzugreifen. Es wird nicht mehr alles geglaubt, was die Medien berichten, und manche Falschdarstellung in einer Meldung wurde erst korrigiert, nach dem ein Blog dar&amp;uuml;ber berichtet hat. Die Informationen, die durch das Netzwerk nach drau&amp;szlig;en getragen wird, ver&amp;auml;ndert langsam aber sicher auch die Denkkulturen, genauso, wie es der Pop als Teil einer Bewegung in den 60er Jahren getan hat. Das Netz ist die Revolution, Blogs sind die Gedankentr&amp;auml;ger, die den Platz der Literatur und teilweise auch der Musik eingenommen haben. Das Netz liefert die Information, die Blogs verarbeiten sie und tragen sie weiter, wie fr&amp;uuml;her das Radio die Musik. Deswegen sind Blogs f&amp;uuml;r mich Pop. Die Frage bleibt allerdings, was daraus wird. Verpufft alles wie die Ideen der 68er in einem gro&amp;szlig;en Nichts, oder bildet sich tats&amp;auml;chlich durch das Netz und die Blogs ein politischer Gegenentwurf zum herrschenden Neoliberalismus? 
</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Kolumne</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T12:34:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1894/">
    <title>POP ist doch scheisse</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1894/</link>
    <description>die liegebestuhlten mit bier und guter laune,&lt;br /&gt;
das kind :unausgelastet.&lt;br /&gt;
I.:&quot;scheisse,jetzt habe ich den &apos;pop ist tot&apos; text nicht abgeschickt!mist,mist,mist!&quot;&lt;br /&gt;
MB:&quot;wie,pop ist tot?und wieso schreibst DU was dar&amp;uuml;ber?&lt;br /&gt;
davon hast DU doch gar keine ahnung.MICH m&amp;uuml;sste man mal dazu interviewen!&quot;&lt;br /&gt;
I.:&quot;ach ja stimmt,jahrzehntelang hast du ja versucht auszusehen wie dave gahan,&lt;br /&gt;
der pseudo-junkie...&lt;br /&gt;
aber ok,erz&amp;auml;hl mir mal was tolles &amp;uuml;ber den beschissenen pop der 80er.&lt;br /&gt;
wie hiessen zB nochmal die zwei fetten,die immer nur von monstr&amp;ouml;sen felsen runtersangen,&lt;br /&gt;
um schlanker zu wirken?irgendwas mit M,oder?wer depeche mode toll fand,&lt;br /&gt;
der hat die fetten doch bestimmt auch geliebt!&quot;&lt;br /&gt;
MB:&quot;tears for fears.und du hast echt keine ahnung!depeche mode waren synthi-pop und das&lt;br /&gt;
ganze pop business muss man von vorn aufrollen.AB DEM KING,verstehste?der war schliesslich der&lt;br /&gt;
erste weisse,der negermusik machte.und h&amp;auml;tten seine koteletten nicht unsere seelen ber&amp;uuml;hrt,&lt;br /&gt;
h&amp;auml;tte die ganze pop entwicklung niiiie stattgefunden!!&quot;&lt;br /&gt;
fast ganz wie der king schaut der MB aufs wasser und summt:&quot;we&apos;re caught in a trap...&quot;&lt;br /&gt;
und macht die n&amp;auml;chste flasche bier auf.&lt;br /&gt;
er streicht sein haar zur&amp;uuml;ck und ich wette,&lt;br /&gt;
er f&amp;uuml;hlt sich dabei mindestens wie morrissey. zerrissen.unverstanden.tragisch,aber mit geballter faust.&lt;br /&gt;
das kind schreit dazwischen:&quot;ich will eine luftmatratze!&quot;&lt;br /&gt;
unverst&amp;auml;ndlich entgegne ich :&quot;music should be your first love.&quot;&lt;br /&gt;
MB f&amp;auml;llt mit ein:&quot;...and it will be my laaaaaast! warum eigentlich schon wieder&apos;pop ist tot&apos;?&lt;br /&gt;
da hat doch dietrich diederichsen&lt;br /&gt;
bereits alles zu geschrieben.&quot;&lt;br /&gt;
I :&quot;du willst mir doch nicht ernsthaft erkl&amp;auml;ren,dass du die fiesen gelben w&amp;auml;lzer gelesen hast??!&quot;&lt;br /&gt;
auf dem anderen liegestuhl wird unverst&amp;auml;ndliches &amp;uuml;ber den king in korrepondenz zu den beatles&lt;br /&gt;
gebrabbelt. aus bierseliger euphorie springt der MB hoch und br&amp;uuml;llt die k&amp;uuml;ste entlang:&lt;br /&gt;
&quot;verdammt nochmal!schreib,dass Mc Laren ein geldgeiles arschloch war und DANACH ALLES pop wurde &lt;br /&gt;
und steve strange geklaut hat,&lt;br /&gt;
wo er nur konnte!!&quot;&lt;br /&gt;
mir fehlen leider einige bier,um dieser assoziationskette zu folgen. er setzt noch einen drauf:&lt;br /&gt;
&quot;und erw&amp;auml;hne bloss fat gadget.collapsing new people!!&quot;&lt;br /&gt;
I :&quot;ich finde,du bewegst dich in die falsche richtung.mit fat gadget hatte ich nie was am hut.&quot;&lt;br /&gt;
MB:&quot;ich sag&apos; ja:du hast keine ahnung!&quot;&lt;br /&gt;
das kind ruft:&quot;guckt mal!&quot;und zeigt auf ein motorboot,welches einen paraglider&lt;br /&gt;
hinter sich herzieht.&lt;br /&gt;
I :&quot;jaja,wie jesus.genau so hat der das auch gemacht.vielleicht issers sogar.&quot;&lt;br /&gt;
( tags zuvor war die &apos;&amp;uuml;ber-wasser-wandlung&lt;br /&gt;
n&amp;auml;mlich ein grosses diskussionsthema,bei dem ich nur schwammige argumente wie:&lt;br /&gt;
&quot;der see war halt zugefroren.&quot;parat hatte)&lt;br /&gt;
MB:&quot;lass doch mal deinen ewigen jesus weg.&lt;br /&gt;
schreib lieber was &amp;uuml;ber die einfachen mittel des pop,&lt;br /&gt;
z B immer den refrain auf inhaltslosen ohrwurm geb&amp;uuml;rstet!&quot;&lt;br /&gt;
dazu singt er laut &apos;look of love&apos;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das kind ruft:&quot;ihr habt die musik lieber als mich!&quot;&lt;br /&gt;
ich rufe:&quot;&apos;love is the drug!&apos;&quot;&lt;br /&gt;
der MB ruft:&quot;POP ist doch scheisse!&quot;</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T13:07:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1899/">
    <title>Editorial</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1899/</link>
    <description>Jede Dekade entdeckt den Pop, und damit seinen Pop neu. In den 60er Jahren war Pop Teil der revolution&amp;auml;ren Bewegung der Studenten, in den 70er Jahren mutierte Pop zum Inbegriff des Glam, um dann in den 80er Jahren komplett durch die Werbung und die Musikindustrie deformiert zu werden. In den 90er Jahren gab es zumindest in Deutschland den Begriff &quot;Pop-Literatur&quot;, dessen Bedeutung immer noch einer Bewertung harrt. Und heute? Vielleicht ist Bloggen das neue Pop. Vielleicht sind es Fotodienste wie &quot;Flickr&quot;. Vielleicht ist es auch das ganze Internet, das unter den Pop-Begriff f&amp;auml;llt. Auf jeden Fall findet man Pop mittlerweile in vielen Begriffen, und es gibt sogar &amp;Uuml;berlegungen, wie neoliberale Kapitalismustheorie mit Pop zusammenpassen k&amp;ouml;nnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Thema ist, wie man sieht, komplex, und man kann es nicht sicher nicht auf dieser Seite komplett darstellen k&amp;ouml;nnen. Was wir versucht haben, ist eine &amp;Uuml;bersicht zu geben. Welche Texte aus dem Netz passen heute auf den klassischen Popbegriff? Welche theoretischen &amp;Uuml;berlegungen gibt es zum Thema? Und was verbinden die Autoren ganz pers&amp;ouml;nlich mit dem Begriff &quot;Pop&quot; und wie weit l&amp;auml;&amp;szlig;t er sich abstrahieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin sehr dankbar, dass sich wieder eine Reihe von einzigartigen Autoren bereiterkl&amp;auml;rt haben, ihre Texte hier zu ver&amp;ouml;ffentlichen. Zu den Autoren geh&amp;ouml;ren: Mercedes Bunz, perkampus, Modeste, Susanne Englmayer, Anke Gr&amp;ouml;ner, Miriam von K., Glamourdick, Volker Bonaker und Dr. Thomas &quot;supatyp&quot; Lau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Spa&amp;szlig; beim Lesen!
</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Editorial</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T13:32:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1888/">
    <title>Der grosse rote Eintrag</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1888/</link>
    <description>Genau, der Typ mit dem Tiefenschutz, der Melone und Ultra-Violence, Tollshocken und Horrorshow, oh meine Br&amp;uuml;der. Well, hier und da sind wir alle ein wenig Alex und das hier ist der gro&amp;szlig;e, rote Berlin-Eintrag, the big fat kill, der ich-bin-pissed-bis-sonstwohin-emo-Scheiss, die volle Packung. Weiterlesen auf eigene Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wache auf. Der Tag kotzt mich an, noch bevor er beginnt, weil mein Bett nicht mein Bett ist, sondern ein Bett in einem verdammten Rattenloch, in dem ich nicht mal f&amp;uuml;r Geld wohnen w&amp;uuml;rde, stattdessen aber viel zu viel Geld liegen lasse. Einer von diesen City-Cat-Reinigungswagen f&amp;auml;hrt vorbei, ich bin wach. Es ist sechs Uhr siebenunddreissig. Zeit, aufzur&amp;auml;umen. Der Scheiss geht schon viel zu lange. Also Ludwig-Van rein, Stiefel an, Baseballkeule aus dem Regal und auf Richtung T&amp;uuml;r. Ach ja, fast vergessen: Der Soundtrack. Gl&amp;uuml;cklicherweise ist das Ding frisch aufgeladen und mit den Tunes zum Untergang versehen. War allerdings reiner Zufall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort sitzt der Hund, oh meine Br&amp;uuml;der, dieses kleine St&amp;uuml;ck Dreck, diese T&amp;ouml;le, der die Bude vollpisst und dank dem es so abartig stinkt, dass ich nicht mal f&amp;uuml;r Geld drin wohnen w&amp;uuml;rde, aber das hatten wir schon. Schlechter Tag f&amp;uuml;r den Hund, denkt er sicherlich, als er nach seinem ersten Hochgeschwindigkeitskontakt mit einer soliden Stahlkappe durch die Wohnzimmerscheibe fliegt und seinen Lebensodem auf dem frisch maschinengekehrten B&amp;uuml;rgersteig aushaucht. Das w&amp;auml;re erledigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein schrottreifes Fahrrad, dessen drei G&amp;auml;nge nur zu einem Drittel funktional sind, lasse ich stehen. Nein, besser noch: Ich &amp;uuml;berpr&amp;uuml;fe die Funktionalit&amp;auml;t der Baseballkeule. Ich wusste, dass es sich nicht um ein Qualit&amp;auml;tsprodukt handelt, daf&amp;uuml;r habe ich lange genug Qualit&amp;auml;tsprodukte gefahren, dass man jedoch einen ganzen Rahmen zertr&amp;uuml;mmern kann, war mir dann doch neu. Netterweise schmeisse ich die &amp;Uuml;berbleibsel vor meine Wohnungst&amp;uuml;r, woraufhin prompt der miese Hausmeister seine Hackfresse aus der T&amp;uuml;r steckt. Arbeiten tut er ohnehin nichts, insofern vernichte ich mit seiner Existenz lediglich Wohnraumschmarotzertum. Gest&amp;auml;rkt von dieser guten Tat wird es Zeit f&amp;uuml;r ein wenig Unterhaltung. Der Tag beginnt mit &quot;The thing I hate&quot; von Stabbing Westward doch gar nicht schlecht. Drau&amp;szlig;en vor der h&amp;auml;sslich bespr&amp;uuml;hten Haust&amp;uuml;r liegt noch das, was mal ein Hund war. Ich grinse kurz und ziehe meiner Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Weg zum Halleschen Tor, in der Bahn. &quot;Hallo Entschuldigung dass ich sie st&amp;ouml;re aber ich bin obdachlos und das schon seit acht Jahren das Leben auf der Stra&amp;szlig;e ist hart man leidet an Hunger und Armut ich w&amp;uuml;rde sie bitten...&quot; Scheisse verdammtnochmal, warum n&amp;ouml;len diese Typen immer ihr gleiches Spr&amp;uuml;chlein runter, ohne Pause, Punkt oder Komma? Warum klingen die auch noch alle gleich, sagen beinahe exakt den gleichen Dreck? Wurde das denen von ihren Schieberbanden so eingepr&amp;uuml;gelt, bevor sie morgens zum Anschaffen rausgelassen werden? Dieses optisch bemittleidenswerte Subjekt wird meine Fragen leider nicht mehr beantworten k&amp;ouml;nnen, daf&amp;uuml;r sorgt ein solide gefertigtes St&amp;uuml;ck Hartholz. Immerhin war er noch ehrlich, als er r&amp;ouml;chelnd &quot;Du verdammtes Arschloch&quot; &amp;auml;tzte. Nebenbei laufen Nine Inch Nails mit &quot;Only&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Raus aus der Bahn, langsam erregt die Sache wohl Aufsehen, also erstmal untergetaucht. Auf dem Weg nach Mitte kommen zwei Schlipswichser. Die st&amp;ouml;ren mich in meinem ungetr&amp;uuml;bten Genuss von Blood for Bloods &quot;Ain&apos;t like you&quot;. Der eine tr&amp;auml;gt einen dunkelblauen Zweireiher, dazu ein grau kariertes Hemd mit Haifischkragen. Und Sneaker, eklige Rekord in minzgr&amp;uuml;n. Allright, also high time for show down mit der 2.0-Hurerei. Bevor er die Stufen zur Haltestelle Oranienburger Tor heruntergetreten wird, macht er noch Bekanntschaft mit dem soliden Berliner B&amp;uuml;rgersteig. H&amp;ouml;chste Zeit, diesen ekligen Nobelkiez zu verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtung Bergmannstrasse. Eine Horde Minderj&amp;auml;hriger kommt an, schon 200 Meter, bevor wir uns gegen&amp;uuml;berstehen, ist klar, dass es nicht gut ausgehen kann. Sie h&amp;ouml;ren wahrscheinlich Aggro, ich derweil Moses P. mit &quot;Krieg&quot;. Hat die R&amp;uuml;tli-Schule eben drei Sch&amp;uuml;ler weniger. Das Timing stimmt, der letzte liegt genau dann auf der Stra&amp;szlig;e, als der 30-Tonner, aus dessen Planen demn&amp;auml;chst die Taschen gefertigt werden, die smarte Yuppies wie die eben ausgemerzten sie tragen, mit &amp;uuml;berh&amp;ouml;hter Geschwindigkeit das kurze irdische Dasein des Spacken beendet. Die anderen beiden suchen das Weite, einer wird mit einem gezielten Wurf des Baseballpr&amp;uuml;gels niedergestreckt, in einen Hinterhof geschleift und dort gem&amp;uuml;tlich getollschockt. Die Quote steigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rundgang fast geschafft. Bleiben einige Deutschproll-Kleinwagentuner nahe Treptow, die vor Stolz auf ihren vierfach beendrohrten Corsa vergessen, hinter sich zu blicken. Gen&amp;uuml;gend Zeit, die Sache langsam anzugehen. Wenige Minuten sp&amp;auml;ter sind weder Corsa noch Tuner als solche zu erkennen. Daf&amp;uuml;r ist der &quot;Kategorie C&quot;-Heckscheibenaufkleber nun nich mehr arisch-wei&amp;szlig; sondern bitters&amp;uuml;&amp;szlig;-rot. Slapshot dreschen derweil &quot;Had it with unity&quot; herunter. Ach ja, die Sonne scheint &amp;uuml;brigens richtig sch&amp;ouml;n heute, fast zu gut, der Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann wieder zu Hause, den Dreck hat mittlerweile wohl wer wegger&amp;auml;umt. Erst mal eine Hollunderbionade kippen und zwei , drei Luckies dazu. Nebenbei zum Runterkommen etwas Nettes h&amp;ouml;ren, Smiths oder Bikini Kill.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war er dann, der Alex-Tag. Ich wache auf und begreife einmal mehr, dass es nicht mal ein Traum war, sondern nur ein Blog-Eintrag, der auf freundliche, &amp;uuml;berzogene Weise zeigen sollte, dass l&amp;auml;ngst nicht alles Gold ist, was auf den Stra&amp;szlig;en dieser Stadt liegt oder hier geschieht. Ehrlich: In etwa zwei Wochen ist Schluss hier. Langsam gew&amp;ouml;hne ich mich an den Gedanken und daran sind oben erw&amp;auml;hnte Personengruppen, die t&amp;auml;glich meinen Weg kreuzen und meine kostbare Zeit mit ihren nervenden, belanglosen Anliegen vergeuden, durchaus mitschuld.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T12:24:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1892/">
    <title>My life with Kate</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1892/</link>
    <description>Da war eine Single dabei, und ich glaube ich habe mich verliebt. Die S&amp;auml;ngerin kommt aus England und hei&amp;szlig;t Kate Bush. Sie ist auch noch ganz jung.&lt;br /&gt;
Habe mir von meinem Taschengeld die LP-Schallplatte von Kate Bush gekauft und mir dann von meiner Schwester die Englischb&amp;uuml;cher geholt. Will wissen, was die singt, aber eigentlich ist es egal, weil die Stimme ist ja auch so sehr sch&amp;ouml;n. Was wohl &quot;I&amp;acute;m 2D after a push and pull-feeling&quot; bedeutet?&lt;br /&gt;
Habe mit Bleistift das Cover abgemalt. Ist ganz gut geworden. Tante Rosa freut sich, dass ich junge Frauen male. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nochmal 1978. War mit Mutti in der Metro. Kate Bushs neue Platte gekauft. &quot;Lionheart&quot;. Ist ganz toll. Ich k&amp;ouml;nnte mich vielleicht mal als Kate Bush verkleiden und mit &quot;Coffee Homegound&quot; auftreten. Tante Rosa hat ja bald Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1980.&quot;Babooshka&quot; war heute im Fernsehen. Ich hatte eine richtige G&amp;auml;nsehaut, wie Kate Bush das Lied gesungen hat. Es war ein Video-Clip! Schade, dass es kaum Sendungen gibt, wo man solche Video-Clips sehen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1982. Andrea W. ist von ihrem Freund sitzen gelassen worden und wir haben den ganzen Nachmittag in ihrem Zimmer geraucht und &quot;The Dreaming&quot; geh&amp;ouml;rt. Alle finden die Platte doof, nur Andrea und ich nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1985. H&amp;ouml;re schon seit Wochen nichts anderes als &quot;Hounds of Love&quot;. Bei &quot;Cloudbusting&quot; muss ich jedes Mal an Edward denken, der jetzt auch schon lange nicht mehr geschrieben hat. &quot;I&amp;acute;ts you and me... Eddie...&quot; Ich glaub ich f&amp;auml;rbe mir mal die Haare rot wie im &quot;Hounds of Love&quot; Video.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1988. Anke hat mir die komplette &quot;Sensual World&quot; Deko aus dem Plattenladen geschenkt. Was soll ich mit drei&amp;szlig;ig LP-Covern?? Aber ist ja nett gemeint. Bei &quot;This woman&amp;acute;s work&quot; muss ich heulen. Das Lied, wo jemand, den ganzen Tag nur vorm Computer sitzt find ich ziemlich albern. Aber wie Kate durch diesen Wald l&amp;auml;uft und einen Text singt, bei dem ich GAR nichts verstehe - traumhaft sch&amp;ouml;n. Man wei&amp;szlig; nicht wo sie ist und was sie da macht, aber man will da unbedingt auch hin. Stepping out of the page into a sensual world.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1993. Ich liebe Kate Bush. Was haben die Leute gegen &quot;The Red Shoes&quot; ? Okay, dieser permanente Glitzerstaub in den Videos nervt, aber hallo - wer macht seit 15 Jahren eine geniale Platte nach der anderen, wenn nicht sie? Take me up to the top of the city... You&amp;acute;re the only one I want. I think about us lying, lying on a beach somewhere... Und wenn ich 15 Jahre auf die n&amp;auml;chste Platte warten m&amp;uuml;sste, die Frau ist und bleibt in meinem Herzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2005. Manuela P. trafen meine Eltern dieses Jahr bei ihrem Ostseeurlaub. Andrea W. ist verheiratet und lebt in Goslar. Tante Rosa verstarb 1985. Edward, meine erste gro&amp;szlig;e Liebe, rief mich zuletzt im vergangenen Sommer an - der Kontakt ist nie abgerissen, and I WON&amp;acute;T forget. Auch aus ihm ist nichts geworden. Kate Bush&amp;acute;s &quot;Aerial&quot; erscheint im November. Katrin L., die immer meine Lieblings-Spielkameradin war, vielleicht, weil ich durch sie zu Kate Bush kam, ist vor ein paar Jahren gestorben. Sie ist nicht einmal 30 geworden.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T12:58:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1893/">
    <title>Pop kommt von Poppen</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1893/</link>
    <description>Tenacious Ds &quot;Fuck her hard&quot; ist demzufolge ja sowas von Rock mit einem ganz gro&amp;szlig;en R, im gleichen Song singt Jack Black aber auch, man solle die Liebste doch bittesch&amp;ouml;n ab&lt;br /&gt;
und an auch mal sanfter mit den Lenden schubsen und nennt dieses St&amp;uuml;ck auf der selben Platte ganz konsequent &quot;Fuck her gently&quot;. Rock&apos;n&apos;Roll fickt, Pop macht Liebe und der Pop-Rock ist der Latin-Lover der musikalischen Schubladen. Der kann von hart bis zart, unheimlich flexibel, der Motherfucker, und so popul&amp;auml;r.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein allgemein immer wieder hervorgetragener Irrtum, das W&amp;ouml;rtchen ?Pop&quot; k&amp;auml;me vom oben erw&amp;auml;hnten &quot;Popul&amp;auml;r&quot;. Das ist Quatsch und wo wir diesen Bl&amp;ouml;dsinn nun ein f&amp;uuml;r allemal aus der Welt geschafft haben, dann k&amp;ouml;nnen wir auch noch gleich mit wegschaffen: Britney Spears und die Aguillera, der Iglesias Enrique und der Timberlake Justin, die machen ja gar keinen Pop, wie so oft behauptet wird, sondern die machen Schei&amp;szlig;e. Millionenschwer produzierte, mit aller &lt;i&gt;Marketing-Power&lt;/i&gt; in die Hirne von unschuldigen Teenagern und unwissenden Mitmeschen gedr&amp;uuml;ckte Schei&amp;szlig;e. Mit ihrem Rezept, aus Nichts Schei&amp;szlig;e zu machen, sollten sie sich mal bei der Zunft der Biogasbauern melden, die w&amp;uuml;rden sich ehrlich und aufrichtig freuen ob dieses Schei&amp;szlig;rezeptes und Justin und Britney k&amp;ouml;nnten mit ihren Exkrementen so richtig viel Geld scheffeln, wenn sie das nicht sowieso schon getan h&amp;auml;tten. Popul&amp;auml;r reimt sich nicht umsonst auf Vulg&amp;auml;r.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halten wir uns also nicht weiter mit Schei&amp;szlig;e auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beatles haben ja, das ist allgemein bekannt, den Pop erfunden. Sogar Menschen aus Klein-Hintertutzingen haben davon bereits geh&amp;ouml;rt. Die, also nicht die Klein-Hintertutzinger, sondern die Beatles, die haben sich damals in Hamburg im Starclub folgendes gedacht: &quot;Hey, Beat ist doch irgendwie bl&amp;ouml;d, auch wenn wir so hei&amp;szlig;en, ab heute machen wir Pop, schlie&amp;szlig;lich haben wir uns nicht umsonst durch die komplette Herbertstra&amp;szlig;e gev&amp;ouml;gelt&quot;. Das ist nat&amp;uuml;rlich nicht genauso abgelaufen,&lt;br /&gt;
aber John und Paul und Ringo und George ist der Pop ja nicht einfach so zugev&amp;ouml;gelt worden, nicht wahr? Ein Masterplan muss da schon dahintergesteckt haben. Ich sch&amp;auml;tze mal, das Gespr&amp;auml;ch lief irgendwie so ab:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
John: &quot;Jungs, wir sollten mehr Drogen nehmen. Beat ist ja ganz lustig und wir legen reihenweise die Weiber flach, aber ich will Visionen!&quot;&lt;br /&gt;
Ringo: &quot;Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Spruch &amp;uuml;brigens, den der damals noch blutjunge Helmut Schmidt, der damals als Backstage-Alkoholreiche-Aushilfs-Jobber zuf&amp;auml;lligerweise mit anh&amp;ouml;rte, w&amp;auml;hrend er grade einen Gin-Tonic f&amp;uuml;r Paul McCartney mixte, und den er Jahre sp&amp;auml;ter einfach so mopsen sollte, auf dass der Satz&lt;br /&gt;
&quot;Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!&quot; auf immer mit dem Kettenrauchenden Ex-Kanzler verwebt sei, was, wie nun auch Menschen aus Hinter-Oberranzlingen wissen, einer der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Irrt&amp;uuml;mer der Geschichte ist, gleich nach Napoleons Exil. Das ist n&amp;auml;mlich auch komplett erstunken und erlogen: Napoleon wohnt in unserer Nachbarschaft und die Hand steckt nicht im Revers sondern im Schritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo war ich? Ach ja:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
George: &quot;Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!&quot;&lt;br /&gt;
John: &quot;Ich meine das ganz ernst, mich zieht es nach Indien, ich brauche Instant Karma, verdammt. Paul, sag doch auch mal was?&quot;&lt;br /&gt;
Paul: &quot;Na dann los&quot;, warf die dreibeinige Blondine zur&amp;uuml;ck in die erste Reihe, nahm vier br&amp;uuml;nette Achtzehnj&amp;auml;hrige Pferdeschwanzm&amp;auml;dchen Huckepack und h&amp;uuml;pfte nach Bombay.&lt;br /&gt;
George: &quot;Hmkay.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann fuhren die vier &amp;uuml;berall auf der Welt herum, lie&amp;szlig;en sich tierische B&amp;auml;rte wachsen und nahmen Sergeant Pepper auf, das erste Pop-Album der Musikgeschichte. Alle albernen Verkleidungen von Kiss bis zu den Flaming Lipps gehen auf Sergeant Pepper zur&amp;uuml;ck, und wer etwas anderes&lt;br /&gt;
behauptet, muss dreimal das Album &quot;Travelling Without Moving&quot; von Jamiroquai anh&amp;ouml;ren. Ich wei&amp;szlig;, f&amp;uuml;r manche mag das nicht grade wie eine Strafe klingen. Denen sei folgendes gesagt: h&amp;ouml;rt man dieses Album dreimal hintereinander, erschlie&amp;szlig;en sich die geheimen Botschaften dieses Albums, das einem ab da nur noch &quot;Du bist jung, Du bist hip und Du bist so verdammt trendy!&quot; ins Ohr fl&amp;uuml;stert, was erstens massenweise riesige Pickel und zweitens ein Zucken an der linken Schl&amp;auml;fe&lt;br /&gt;
hervorruft, die man Zeitlebens nicht mehr losbekommt. Ich habe Euch gewarnt, nicht dass nachher hunderte Mittdrei&amp;szlig;iger meine Heimstatt belagern und sich &amp;uuml;ber die R&amp;uuml;ckkehr der Pubert&amp;auml;t beschweren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowieso: Pubert&amp;auml;t. Es kommt ja nicht von ungef&amp;auml;hr, dass man als Mensch Musik erst mit dem Erwachen der Libido wirklich entdeckt. Es liegt auf der Hand, hihi, dass mit dem ersten Orgasmus die Leidenschaft f&amp;uuml;r den Rock erwacht. Steht ja auch f&amp;uuml;r Ficken, der Rock, und f&amp;uuml;r viel mehr interessiert man sich in dem Alter ja sowieso nicht. Ob man nun mit 16 poppt oder rockt ist dabei einerlei, hauptsache der Schl&amp;uuml;pfer f&amp;auml;llt. Und wer sich in diesem Alter dabei schon wie Gene Simmons bemalt oder als Sergeant Pepper verkleidet oder noch besser: als Sergeant Pepper&lt;br /&gt;
kost&amp;uuml;miert die Zunge wie Gene Simmons gebraucht, dem steht mit Sicherheit ein sehr buntes Sexleben bevor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Lieblingsplatten derzeit sind &amp;uuml;brigens &quot;Flock&quot; von Bell X1, einer hierzulande leider fast g&amp;auml;nzlich unbekannten Pop-Band aus England, und &quot;Era Vulgaris&quot; der Queens of the Stone Age. Was sagte ich vorhin noch gleich &amp;uuml;ber Pop-Rock?</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T13:01:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1897/">
    <title>Pop</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1897/</link>
    <description>Tank Girl in Taka-Tuka-Land ? &amp;Uuml;ber die Mutter und die Gro&amp;szlig;mutter aller Girlies	&lt;br /&gt;
(Aufsatz, 1993)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abba, Abitur, Abr&amp;uuml;stung, AC/DC, AC Mailand, Acid House,&lt;br /&gt;
Douglas Adams, Addams Family, Konrad Adenauer, Adidas,&lt;br /&gt;
Theodor W. Adorno, Aerobic, &amp;auml;tzend,&lt;br /&gt;
(...)	&lt;br /&gt;
(aus einer Seminarank&amp;uuml;ndigung, 1994)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Chaostage sind wie Weihnachten?&quot; Eine Soziologie der Gewaltkultur	&lt;br /&gt;
(Seminar, Sommersemester 1996)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die bewegungen der bewegungen? zusammenh&amp;auml;nge zwischen musik, tanz und subversion	&lt;br /&gt;
(Vortrag, 1996)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Barbie ist sie das zweite magische B der Kinderzimmer: echt super erfolgreich und kein Erwachsener wei&amp;szlig;, warum.	&lt;br /&gt;
(zum hundertsten Geburtstag von Enid Blyton, 1997)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir &amp;ouml;sterreicht&apos;s	&lt;br /&gt;
(&amp;Uuml;berschrift zu einer Rezension, 1997)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trauer Power um F&amp;uuml;nf nach Di	&lt;br /&gt;
(5. September 1997)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Komm poppen. Die eilige Messe f&amp;uuml;r Popmusik und Entertainment	&lt;br /&gt;
(&amp;uuml;ber die Popkomm, 1998)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von vorne &amp;amp; von hinten	&lt;br /&gt;
(Mitherausgeber eines 3 Nummern dauernden Magazines, 1998)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zap Culture: The Style of Meaning. The Applicability of the Concept of Social World on a Postmodern Phenomenon	&lt;br /&gt;
(Vortrag, 1999)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legal? Illegal? Portugal	&lt;br /&gt;
(&amp;uuml;ber ein Fu&amp;szlig;ballspiel, 2000)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Looks like it&apos;s time to kill!&quot; ? Einige Level zur visuellen Soziologie der Video- und Computerspiele.	&lt;br /&gt;
(Vortrag, 2000)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Titten, Tore und Twin Towers	&lt;br /&gt;
(Jahresr&amp;uuml;ckblick 2001)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die 25 filme, die ein kind mit 16 gesehn haben muss (sorry! kein citizen kane + kein titanic!):	&lt;br /&gt;
(in einem Weblog, 2003)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirrtuelle R&amp;auml;ume - simulierte Welten. Kommunikationskultur im Internet&lt;br /&gt;
(Titel und Untertitel eines nie erschienenen Buches, 2003)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskutiert werden die Risiken und Chancen kultureller, medialer, sozialer sowie politischer Prozesse der Gegenwart mit besonderem Fokus auf Jugend- und Popul&amp;auml;rkultur.&lt;br /&gt;
- Gibt es eine globale Vernetzung jugendlicher Szenen?&lt;br /&gt;
- Wie ver&amp;auml;ndern Neue Medien popkulturelle Produktion und jugendkulturelle Rezeption?&lt;br /&gt;
- Wie formiert sich Protest unter den Bedingungen von &lt;br /&gt;
- Globalisierung und Politikverdrossenheit?&lt;br /&gt;
- Wie werden die aktuellen Ver&amp;auml;nderungen jenseits des &lt;br /&gt;
wissenschaftlichen Mainstream reflektiert?&lt;br /&gt;
(Podiumsdiskussion, 2003)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internet killed the Videostar. Einige Bemerkungen zur popul&amp;auml;ren Ikonographie	&lt;br /&gt;
(Aufsatz, 2003)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es geht &amp;uuml;ber den dress code sowohl gegen die biologischen als auch gegen die stylehistorischen Eltern, n&amp;auml;mlich gegen die hyperaktiven, tatkr&amp;auml;ftigen und lauffreudigen Jungs und M&amp;auml;dels von der Startbahn West bis zu den Chaostagen. Dort h&amp;auml;tte man mit Rucksack, baggy trousers und offenen Turnschuhen keine Chance gehabt.	&lt;br /&gt;
(Schlu&amp;szlig; eines dann doch nicht ver&amp;ouml;ffentlichten Beitrages, Titel: Style Wars? Angriff der Rucksackkrieger, 2004)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundstudium:&lt;br /&gt;
V/S	Theorie und Geschichte der elektronischen Medien I&lt;br /&gt;
S	Visuelle Haushalte&lt;br /&gt;
Hauptstudium:&lt;br /&gt;
S	Tintoretto und Lara Croft ? Zur Renaissance in der &amp;Auml;sthetik der Videospiele&lt;br /&gt;
S	Kommunikationstheorie f&amp;uuml;r K&amp;uuml;nstler und Gestalter I	&lt;br /&gt;
(Semesterplan, aus einer Bewerbung, 2004)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pop hat in den letzten Jahre eine ganze Menge seiner bis dato doch dominierenden kulturellen Deutungshoheit eingeb&amp;uuml;sst. Wichtigster Mitschuldiger ist dabei MTV gewesen, das ohne wirkliche Not mit seiner Regionalisierungsstrategie die globale Trumpfkarte aus der Hand gegeben hat. Zudem machten die saubl&amp;ouml;den Klingeltonwerbungen das Programm selbst f&amp;uuml;r &amp;auml;u&amp;szlig;erst gutm&amp;uuml;tige Menschen immer unertr&amp;auml;glicher. Klingelton killed the Popstar - aber am Samstag schlug Pop zur&amp;uuml;ck. Und wie!	&lt;br /&gt;
(&amp;uuml;ber Live 8, 2005)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pimp my Papst	&lt;br /&gt;
(&amp;uuml;ber &quot;Popetown&quot; auf MTV, 2006)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lordi waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und haben ihre von Andy Warhol zugestandenen 15 Minuten im Rampenlicht sp&amp;auml;testens am Samstagabend verbraucht.&lt;br /&gt;
Glam-Rock wird deshalb leider nicht zur&amp;uuml;ckkehren. F&amp;uuml;r Paillettenjeans und Federboas braucht man doch etwas mehr Mut. Und Songs wie &amp;laquo;Mama Weer All Crazee Now&amp;raquo; oder &amp;laquo;Children of the Revolution&amp;raquo; sind bereits geschrieben.	&lt;br /&gt;
(zum Eurovision Song Contest, 2006)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kick it like Feuerbach!? Elf Thesen &amp;uuml;ber Klinsmann	&lt;br /&gt;
(zur Fu&amp;szlig;ball-WM, 2006)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klinsi, hast du das gesehen?	&lt;br /&gt;
(zum Finale der Hockey-WM, 2006)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sabine Christiansen kann nicht bloggen.	&lt;br /&gt;
(&amp;uuml;ber bloggende Frauen, 2006)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ich vorgestern so durchs Bundeskanzleramt schlendere, dachte ich auf einmal, &quot;Mensch, das kennst Du doch!&quot;. Sofort die Kamera gez&amp;uuml;ckt und alles f&amp;uuml;r die Nachwelt festgehalten. Daheim wieder angekommen, gab mir ein Blick in die erweiterte (und fast komplette) Sammlung des Magazins THE FACE Recht: Die Wandmalerei in der ersten Etage des architektonisch beeindruckenden Kanzleramtes ist die vergr&amp;ouml;&amp;szlig;erte Darstellung der Titeltypo einer Zeitschrift, die im Untertitel Super Fashion, Shiny Art verspricht. Jetzt gehe ich erst einmal googlen, was sich Gerhard Schr&amp;ouml;der und der K&amp;uuml;nstler dabei gedacht haben.	&lt;br /&gt;
(in einem Weblog, 2007)</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T13:23:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1895/">
    <title>The Teens</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1895/</link>
    <description>Ich erinnere mich, dass ihre Musik auf unseren Kracherpartys (ohne Jungs, aber mit Mama nebenan) immer der Knaller war. Ihre Kassetten waren meine erste Quelle f&amp;uuml;r englische Vokabeln, auch wenn es ein Jahr gedauert hat, bis ich kapiert hatte, was &apos;gonna&apos; bedeutet. Und ich war hemmungslos verknallt: in Robby, den schnuckeligen S&amp;auml;nger. Als er die Band verlie&amp;szlig; (er war sozusagen der Ur-Robbie), habe ich brennend hei&amp;szlig;e Tr&amp;auml;nen vergossen, am Strand von B&amp;uuml;sum, wo wir gerade im Urlaub waren. W&amp;auml;hrend meine Schwester sich mit einem Ganzk&amp;ouml;rper-Sonnenbrand in den Mittelpunkt dr&amp;auml;ngen musste, war ich mit meinem Kummer ganz alleine. Ich blickte auf die pl&amp;auml;tschernde Nordsee und wusste, die Welt wird nie wieder gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gab ja noch andere Schnuffis in der Band. Zweiter Favorit war &apos;nat&amp;uuml;rlich&apos; der Basser. Alex. Eher der Sch&amp;uuml;chterne, wie die Basser halt so sind, eher im Hintergrund, aber mit diesem beseelten Blick, der mein Jungm&amp;auml;dchenherz hoffen lie&amp;szlig; - darauf, dass mein Leben vielleicht doch wieder einen Sinn bek&amp;auml;me.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Teens waren relativ schnell wieder von der B&amp;uuml;hne der Popmusik verschwunden, nachdem Robby weg und der Rest aus der Pubert&amp;auml;t raus war. Aber meine Geschichte mit ihnen war noch nicht zu Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungef&amp;auml;hr 15 Jahre sp&amp;auml;ter, n&amp;auml;mlich 1996, erz&amp;auml;hlte mir eine Freundin, dass ihre Bekannte C. Besuch bek&amp;auml;me - irgendein Musiker aus Berlin, den sie werwei&amp;szlig;wo kennengelernt hatte. Ob ich Lust h&amp;auml;tte, zum gemeinsamen Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck vorbeizukommen. Ich hatte und kam. Und wer sa&amp;szlig; am Tisch und plauderte fr&amp;ouml;hlich mit den Anwesenden? Alex. DER Alex.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder, der mich kennt, wei&amp;szlig;, dass ich die Labernase vor dem Herrn bin. Es gibt kaum ein Thema, zu dem ich nicht wenigstens ein paar Allgemeinpl&amp;auml;tze beitragen kann, um in der Konversation zu bleiben. Gib mir ein Stichwort, und ich monologisiere vor mich hin (so wie jetzt). Aber an dem Morgen war ich wieder zw&amp;ouml;lf. Ich hab zuerst meinen Mund nicht wieder zu- und dann nicht wieder aufgekriegt. Ich hab nur dagesessen wie ein Idiot und ihn angeglotzt. Der Rest der Truppe hat die ganze Zeit Witze gemacht und mir in die Rippen gehauen, aber ich hab&apos;s echt nicht fertig gekriegt, auch nur &quot;Hallo&quot; zu sagen. Das Idol meiner Jugend, einer der ersten Kerle, mit denen ich feuchte Tr&amp;auml;ume hatte - und da sitzt der Typ einfach neben mir und redet wie ein ganz normaler Mensch. Ich hab&apos;s einfach nicht fassen k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar Wochen sp&amp;auml;ter war Alex wieder in der Gegend, und wir haben uns mit ein paar Leuten bei mir getroffen. Inzwischen hatte ich meine Sprache wiedergefunden und ihm ein wenig peinlich ber&amp;uuml;hrt die Story erz&amp;auml;hlt, was er grinsend zur Kenntnis genommen hat. Er hat mir geduldig dutzende von Geschichten &amp;uuml;ber die Teens erz&amp;auml;hlt, wollte aber logischerweise lieber &amp;uuml;ber Big Light reden, bei denen er inzwischen spielte. Das hat mich zwar nicht die Bohne interessiert, aber egal.&lt;br /&gt;
Ich hab ihm and&amp;auml;chtig zugeh&amp;ouml;rt und die ganze Zeit gedacht: Alex von den Teens redet mit mir. Zw&amp;ouml;lf eben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dem Abend bei mir haben wir unter anderem ein Kino-Quiz gespielt, was sein &lt;a href=&quot;http://www.ankegroener.de/anke1/pasdeblog/blogarchiv/teens_and_jeans.html&quot;&gt;Autogramm&lt;/a&gt; erkl&amp;auml;rt, das er mir etwas unwillig auf meine alte Teens-Kassette gegeben hat, denn eine CD von Big Light hatte und habe ich bis heute nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn noch ein paar Mal gesehen, aber seitdem die Freundschaft zwischen C. und ihm in die Br&amp;uuml;che gegangen ist, haben wir auch keinen Kontakt mehr. Daf&amp;uuml;r habe ich noch ein Buch im Schrank stehen, das er mir zum Geburtstag geschenkt hat: &quot;Wassermusik&quot; von T.C. Boyle. F&amp;uuml;hlt&lt;br /&gt;
sich an wie eine intellektuelle Backstagetroph&amp;auml;e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal glaube ich, ich bin immer noch zw&amp;ouml;lf.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T13:10:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1891/">
    <title>Pop ist ein Ger&amp;auml;usch</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1891/</link>
    <description>Dieses ganz andere, aber doch irgendwie &amp;auml;hnliche Ger&amp;auml;usch, das man mit dem Finger machen kann, indem man ihn aus dem Mund ploppen l&amp;auml;&amp;szlig;t. Oder aus einer Flasche, ich kann es auch mit meinen Ohren, habe ich neulich zu meiner &amp;Uuml;berraschung festgestellt. Aus allem eben, wo ein bi&amp;szlig;chen Unterdruck zu vermuten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; ist wie Plopp, eindeutig, da ist kaum ein Unterschied. Auch &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; ist nicht, &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; war. &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; ist immer schon gewesen, gerade eben m&amp;ouml;glicherweise. Genau wie ein Plopp. &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; ist eigentlich schon wieder vorbei, kaum da&amp;szlig; &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; begonnen hat. Denn &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; ist aus Luft gemacht. &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; lebt in einer Blase im Wasser. &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; wartet auf den Moment, den einen, den einzigen, in dem &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; an die Oberfl&amp;auml;che tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Augenblick des Auftauchens, ein &amp;Uuml;bergang, im Grunde unvermeidlich, beinah wie eine Erleuchtung. Das ist &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt;. Dann, und nur dann, macht &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; dieses einmalige, unverwechselbare Ger&amp;auml;usch. Dieses eindringliche, aufbubbelnde, &amp;uuml;bersch&amp;auml;umende, unverwechselbare, alles verschlingende ... ja, was eigentlich? Es ist immer so schnell, dieses &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt;, schon ist es wieder weg. Man kann es einfach nicht erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie soll man also sagen, wie es beschreiben? Au&amp;szlig;er eben mit&lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt;? &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; allein ist das einzig wahre Wort f&amp;uuml;r &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt;. Da mu&amp;szlig; man doch nur mal hinh&amp;ouml;ren. &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; ist ein Ger&amp;auml;usch, sogar noch als Wort. Wobei &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; als Wort, ausgerechnet, ganz nah bei Flop liegt. Um den Gedanken komme ich irgendwie nicht herum, wenn es hier schon um Klang geht. Aber das ist vielleicht nur ein bl&amp;ouml;des Wortspiel, das ich an dieser exponierten Stelle nicht weiter ausf&amp;uuml;hren mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt; ist halt &lt;i&gt;Pop&lt;/i&gt;. Und: Stop!</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T12:52:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1890/">
    <title>Eine kleine Geschichte des Pop</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1890/</link>
    <description>er war kein sch&amp;ouml;nling, irgendwas durchschnittliches, manchmal auch besser, aber diverse geschlechtsteile fremder passanten f&amp;uuml;hlten sich zu ihm hingezogen. so fickte* er alles, was ihm wohlwollend auf zwei beinen begegnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
pop hasste es, wenn ihn irgendwelche menschen grundlos anl&amp;auml;chelten. er f&amp;uuml;hlte sich oft davon provoziert, weil er sich entweder schadenfreude oder mitleid** einbildete und zu allem &amp;uuml;bel beides durcheinanderbrachte. diese tatsache verschlimmerte das eine oder das andere komplex von ihm und &amp;auml;rgerte ihn bis tief in die nacht hinein. er war faul und hat kaum gearbeitet, aber er hatte das verm&amp;ouml;gen seines fast toten onkels vierten grades geerbt und so konnte er problemlos bis zu seinem lebensende (voraussichtlich, man hat es nur grob gesch&amp;auml;tzt) &amp;uuml;ber die runden kommen und sich ab und zu einen kleinen luxus g&amp;ouml;nnen. was sein &amp;uuml;beraus leicht einpr&amp;auml;gbares gesicht anging, so hasste er jegliche vergleiche seiner nase mit der von mozart, deren gemeinsamkeit einfach zu offensichtlich war. er hatte keine ahnung vom krieg und noch weniger von friedenserkl&amp;auml;rungen, kannte sich aber ausgezeichnet mit dialektischen abl&amp;auml;ufen aus (man vermutet, er hatte einfach ein h&amp;auml;ndchen f&amp;uuml;r sowas; manche nannten es sogar talent). jeder, aber auch jeder (au&amp;szlig;er manchen) kam mit ihm aus. solange er nicht zu viel trank, denn wenn er besoffen herumstolperte und der himmel violett war, hypertrophierte seine seele (was das zeug hielt). ja, direkt in einer riesigen menschenmasse, und er fing an zu glucksen und r&amp;uuml;lpsen und bekam einen schluckauf... und irgendwann wurde es zu abstrakt f&amp;uuml;r die meisten. einmal zogen sogar zwei paar fr&amp;ouml;sche einen revolver hinter seinem r&amp;uuml;cken, aber sie gingen in die andere richtung und alles endete in einem kompromiss (die rebellen mussten tantiemen an pop zahlen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das gl&amp;uuml;ckselige im l&amp;auml;cheln anderer (was oft an d&amp;auml;mlichkeit grenzte), chemische fabriken (die die umwelt verpesteten), verst&amp;auml;ndliche ellipsen und ja, wieder das werk von amadeus hielt er f&amp;uuml;r eine farce, aber sein mund war seit seiner geburt von heuchlerischer freundlichkeit verzerrt und gegen den ungerechten lauf des lebens wehrt man sich (nun mal) kaum. mit dem alter erfuhr pop viele tragische ereignisse (die halbe familie wurde durch permanente zuf&amp;auml;lle ausgerottet) und absurde, kaum erdenkbare begebenheiten, die er seitdem irgendwie f&amp;uuml;r sich zu behalten versucht. heute lebt er in einer einrichtung f&amp;uuml;r opfer von blitzeinschl&amp;auml;gen und genie&amp;szlig;t jeden morgen einen kakao aus kuba. ger&amp;uuml;chten zufolge hat er bei all seinem hass auf das k&amp;uuml;nstliche nie, niemals stromdosen und neologismen verabscheut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* falls jemanden ein gutes synonym f&amp;uuml;r den ausdruck eingefallen ist: man will seinem leser ja doch nicht alles so leicht machen.&lt;br /&gt;
** er hatte keine ahnung von schopenhauer, man m&amp;ouml;ge ihm sein irrtum verzeihen.
</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Instant Illusion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T12:36:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1887/">
    <title>Baracke</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1887/</link>
    <description>Er brachte sie mit, der alte versoffene Herr, brachte sie ins Fichtelgebirge hinein, dorthin, wo es keinen Strom gab und sie konnte sich von den Sitten und Gebr&amp;auml;uchen selbst &amp;uuml;berzeugen: wie die Schweine zu hausen. Gefrustet kam ich eines Tages an, weil die beiden aus Tirschenreuth nicht ein einziges Mal ihre Titten zeigen wollten und sah sie da hocken, w&amp;auml;hrend der Alte mit seiner Analphabetin Bier holen waren. Hockte da in ihrem Blond, verleitete mich, mit ihr zu knutschen und ein Rohr herumzuschleppen. Das war es also! Diese neunzehnj&amp;auml;hrige Bestie wollte mich verf&amp;uuml;hren! Drei Jahre &amp;auml;lter, eine Vergewaltigung!&lt;br /&gt;
&quot;Gef&amp;auml;llt es dir hier?&quot; fragte ich sie.&lt;br /&gt;
&quot;Sieht merkw&amp;uuml;rdig aus.&quot;&lt;br /&gt;
Ich nickte. &quot;Sieht nicht nur merkw&amp;uuml;rdig aus, ist der allerletzte angels&amp;auml;chsische Kerker. Wo sind die beiden Schweine hin?&quot; Ich grinste profund, als ich die Schaltschw&amp;auml;che bemerkte.&lt;br /&gt;
Sie sagte es mir. Dann sagte sie, dass sie nicht mitwollte, weil sie hoffte, ich w&amp;uuml;rde in der Zwischenzeit auftauchen.&lt;br /&gt;
&quot;Kein gutes Verh&amp;auml;ltnis?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Verh&amp;auml;ltnis? Hast du bemerkt, dass es hier &amp;uuml;berall stinkt wie der Hinterleib der Gliederf&amp;uuml;&amp;szlig;er?&quot;&lt;br /&gt;
Wenn man das Badezimmer betrat, sah man Plastikeimer und Plastiksch&amp;uuml;ssel voller kaltem Wasser mit aufgeweichter W&amp;auml;sche darin, die schon halb vergammelt Schaum schlug. Licht gab es keines, woher sollte also hei&amp;szlig;es Wasser kommen? Wenn ein von Spelunke zu Spelunke ziehender S&amp;auml;ufer sich mit einer minderj&amp;auml;hrigen und geistig behinderten, weil im Vollsuff gezeugten Tucke einl&amp;auml;sst- oh ihr Herren! Sie war gerade einmal ein Jahr &amp;auml;lter als ich, hatte zusammengewachsene Zehen und verwachsene Z&amp;auml;hne - wird man nicht viel vorfinden, als mit Alufolie tapezierte W&amp;auml;nde, die so dick waren, dass die mit einer Kanonenkugel nicht zu Einsturz gebracht werden konnten und Obstkisten, die als Schr&amp;auml;nke dienten. Das ist mein Ambiente, ihr freudigen Geister. Jetzt kommt dieser Scharlach und will mich aus dem Fichtelgebirge zerren, wo ich meine Ahnen begraben hatte, meine ersten Fensterscheiben eingeschlagen, schlicht: mein Leben verbarrikadiert hatte.&lt;br /&gt;
&quot;Und dann bringt er dich mit und du siehst: das Mittelalter ist gar kein so schrecklicher Ort, schlie&amp;szlig;lich haben wir verschlie&amp;szlig;bare T&amp;uuml;ren. Alles was wichtig gewesen w&amp;auml;re ist weg oder war, viel besser gesagt, niemals da.&quot;&lt;br /&gt;
Gott! Und wei&amp;szlig;t du, wie er es angestellt hatte, dieses arme Gesch&amp;ouml;pf in sein stinkendes Bett zu zerren? Er schlug ihrem Vater die Fresse ein. Einmal, zweimal war er in der Nacht angekommen und zeigte mir seine aufgesprungenen Kn&amp;ouml;chel, nahm sie schlie&amp;szlig;lich mit, der gute Samariter, damit er sie an seiner statt pimpern konnte.&lt;br /&gt;
Die ganze Familie hauste in Baracken am Rande der Stadt, dort, wo man heute die Ausl&amp;auml;nder hinschickt. Da&amp;szlig; die V&amp;auml;ter ihre T&amp;ouml;chter ficken, ich muss doch sehr bitten, hat h&amp;ouml;chsten kulturellen Stellenwert. Babalon und das Tier vereinigt, scharlachrote Frau der Apokalypse! In Assyrien versuchten sie Inzest wie auch in &amp;Auml;gypten. Die &amp;Auml;gyptern versuchten auch Br&amp;uuml;der und Schwestern, die Assyrer M&amp;uuml;tter und S&amp;ouml;hne, die Ph&amp;ouml;nizier versuchten V&amp;auml;ter und T&amp;ouml;chter, Griechen und Syrer meist Sodomie, diese indische Idee. Die Juden versuchten es durch Invokationsmethoden, auch durch Paedicatio Feminarum. Die Mohammedaner versuchten Homosexualit&amp;auml;t, mittelalterliche Philosophen versuchten durch chemische Experimente mit Samen Homunculi zu produzieren, aber die grundlegende Idee ist, da&amp;szlig; irgendeine andere Form der Fortpflanzung als die normale geeignet ist, Resultate von magischem Charakter zu erbringen. Der Sexualakt kann in solchen F&amp;auml;llen von dem Standard eines tierischen Aktes erh&amp;ouml;ht werden und durch den humanisierenden Einfluss der Mutter, welche, indem sie das tierische Feuer umwandelt, ein Kind produziert, das sowohl die tierischen als auch die menschlichen Qualit&amp;auml;ten seiner Eltern transzendiert. Maria und die Taube. Da gelang es, einen Messias zu machen. Das Tier als Verk&amp;ouml;rperung des Logos. Und darauf bezieht sich Babalon und das Tier vereinigt. Schaust&apos;n so? Ich sinniere! Du kannst dir ja vorstellen, dass ich viel sinniere. Es geht nicht darum, da&amp;szlig; man verliert, sondern wie man es verliert. H&amp;auml;ttest du nicht auch lieber eine verst&amp;auml;ndliche Schusswunde zu ertragen als durch den Stich der Inflationsbremse von Loa-Loa-W&amp;uuml;rmern sprichw&amp;ouml;rtlich unterwandert zu werden.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-03T12:15:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1886/">
    <title>test</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0307/stories/1886/</link>
    <description>.</description>
    <dc:creator>DonDahlmann</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 DonDahlmann</dc:rights>
    <dc:date>2007-07-02T23:33:00Z</dc:date>
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