
Auf dem Postamt
von Georg Wiltschek
menschen einpacken und mitnehmen. vielleicht gar keine so dumme idee. vielleicht liegen sie sogar schon verpackt unter den karusselpferdchen. oder in den regalen der mit luftdruckgewehren bewaffneten trickbetrüger? ich hätte meinen menschen bitte gern per post nach hause geschickt. um mir die suche zu ersparen. andererseits. würde man dann nicht zögern? das paket auch wirklich aufmachen? schliesslich kommt da irgendwer per post zu irgendwem. ob das menschlein im paket wirklich so erfreut darüber ist? vielleicht in einem grossen karton? vielleicht selbstöffnende kartons? oder vor dem öffnen beruhigungsmittel durch den karton spritzen? pakete öffnen ist zerstörung. sollte man deshalb nie wieder etwas öffnen? das könnte über kurz oder lang zum problem werden. aber im prinzip ist es so. ende und anfang. zerstörung und neubeginn. phönix aus der box? schachteln und kisten als neues trauma für die menschheit? gibt es dafür irgendein gut klingendes und auf -phobie endendes wort? was solls.
irgendein psychiater wird eines erfinden. darin sind die mittlerweile ganz gut, denke ich. trotzdem wäre die idee nett. menschen sollten einfach kommen und nicht erst gefunden werden müssen, doch selbst wenn dem so wäre, wer würde die verteilung übernehmen? irgendwie hat die ganze sache einen haken. einen, der mir gar nicht gefällt. wir brauchen mehr schicksalshafte zufälle im hauptpostamt des lebens. welches irgendwo im kopf des grünen pferdchens versteckt ist. mehr unmotiviertes öffnen von interessant aussehenden kästchen. auch wenn diese von seltsamen maschinen und sehr wahllos befüllt worden sind. wer weiss was darin ist. vielleicht völlig neue möglichkeiten, nie begangene wege und niemals gedachte gedanken. eine völlig neue welt im kleinen standardkarton der post. vielleicht auch jenes etwas, dass immer zu fehlen scheint, keinen namen und keine form hat und sich hauptsächlich durch eines hervortut: dem nichtvorhandensein. und sind diese schachteln für jeden da, oder steht auf jeder ein name? darf sich jeder soviele nehmen, wie er tragen kann, oder gibt es die dinger nur in begrenzter stückzahl und solange der vorrat reicht?
verkörpert so ein kleines päckchen wirklich das absolut mystische? das absolut unbekannte? die ultimative überraschung, wenn es dann mit einem lauten knall in die luft geht? und doch sind wir neugierig. nicht neugierig genug um alles zu öffnen, aber neugierig genug um uns hunderte mal zu fragen: was wäre wenn? und genau das ist der fehler. der gedanke des öffnens ohne die absicht es auch zu tun. klassische eigenschaft des menschen? vermutlich. menschen sind pakete. ziemlich gut verpackte pakete. oder es gibt nur noch stumpfe scheren, das kann auch sein. ich will es gar nicht wissen. ich will post.
irgendein psychiater wird eines erfinden. darin sind die mittlerweile ganz gut, denke ich. trotzdem wäre die idee nett. menschen sollten einfach kommen und nicht erst gefunden werden müssen, doch selbst wenn dem so wäre, wer würde die verteilung übernehmen? irgendwie hat die ganze sache einen haken. einen, der mir gar nicht gefällt. wir brauchen mehr schicksalshafte zufälle im hauptpostamt des lebens. welches irgendwo im kopf des grünen pferdchens versteckt ist. mehr unmotiviertes öffnen von interessant aussehenden kästchen. auch wenn diese von seltsamen maschinen und sehr wahllos befüllt worden sind. wer weiss was darin ist. vielleicht völlig neue möglichkeiten, nie begangene wege und niemals gedachte gedanken. eine völlig neue welt im kleinen standardkarton der post. vielleicht auch jenes etwas, dass immer zu fehlen scheint, keinen namen und keine form hat und sich hauptsächlich durch eines hervortut: dem nichtvorhandensein. und sind diese schachteln für jeden da, oder steht auf jeder ein name? darf sich jeder soviele nehmen, wie er tragen kann, oder gibt es die dinger nur in begrenzter stückzahl und solange der vorrat reicht?
verkörpert so ein kleines päckchen wirklich das absolut mystische? das absolut unbekannte? die ultimative überraschung, wenn es dann mit einem lauten knall in die luft geht? und doch sind wir neugierig. nicht neugierig genug um alles zu öffnen, aber neugierig genug um uns hunderte mal zu fragen: was wäre wenn? und genau das ist der fehler. der gedanke des öffnens ohne die absicht es auch zu tun. klassische eigenschaft des menschen? vermutlich. menschen sind pakete. ziemlich gut verpackte pakete. oder es gibt nur noch stumpfe scheren, das kann auch sein. ich will es gar nicht wissen. ich will post.
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