
Editorial
von Philipp Drössler
Obsolet ist, was überflüssig wurde, weggenagt vom Zahn der Zeit. Obsolet bedeutet nicht verschwunden - Auch in einer Zeit, wo man in Neu Delhi frühstücken und nachmittags eine Ausstellung in New York besuchen kann, gibt es noch Pferdekutschen. Und auch in einer Welt, die den Krieg, der alle Kriege beenden soll, bereits in zwei Auflagen gesehen hat, sind postdiplomatische Auseinandersetzungen keine Seltenheit. Die moralischen und ethischen Ansichten unserer Großeltern mögen für das Jetzt etwa so passend erscheinen wie ein Cheeseburger in einer Jeschiwa, aber das Obsolete kann man nicht wegargumentieren, mann kann es nur jedes Mal aufs Neue in die Mottenkiste sperren und hoffen, dass es nicht mehr hervorbricht.
Für viele Menschen stellt das Verschwinden von Dingen, mit denen sie ihr Leben verbracht haben, eine Belastung dar. Und nicht alles, was ad acta gelegt wird, wird auch wirklich nicht mehr gebraucht oder gewollt. Aber der Mensch an sich zeigt die Tendenz, dem Neuen zuzustreben, ganz egal, wieviel Angst es ihm macht. Und das Ergebnis dieses Triebes ist durchaus positiv. Zum Glück. Denn sonst würde das ganze 'Von den Bäumen runterklettern' in Retrospektive wie eine ziemlich dumme Idee erscheinen.
Apropos: Eine Sache, die (nach Ansicht führender Köpfe) definitiv überholt ist, ist das klassische Copyright. Wenn ein System kreative Arbeit einschränkt, anstatt diese zu schützen, muss man überlegen, ob es in dieser Form wirklich weitergeführt werden muss. An Alternativen mangelt es nicht. Um diesen Umstand zu demonstrieren, sind alle Photos in dieser Ausgabe Creative Commons-lizensiert. Mit Dank an Admit One, Enjoy Surveillance, jef safi, Fant, Shaylor, hopelessly devoted, .myke, kana*, YoSeLin und .susanne, die ihre Photos so bereitgestellt haben.
Für viele Menschen stellt das Verschwinden von Dingen, mit denen sie ihr Leben verbracht haben, eine Belastung dar. Und nicht alles, was ad acta gelegt wird, wird auch wirklich nicht mehr gebraucht oder gewollt. Aber der Mensch an sich zeigt die Tendenz, dem Neuen zuzustreben, ganz egal, wieviel Angst es ihm macht. Und das Ergebnis dieses Triebes ist durchaus positiv. Zum Glück. Denn sonst würde das ganze 'Von den Bäumen runterklettern' in Retrospektive wie eine ziemlich dumme Idee erscheinen.
Apropos: Eine Sache, die (nach Ansicht führender Köpfe) definitiv überholt ist, ist das klassische Copyright. Wenn ein System kreative Arbeit einschränkt, anstatt diese zu schützen, muss man überlegen, ob es in dieser Form wirklich weitergeführt werden muss. An Alternativen mangelt es nicht. Um diesen Umstand zu demonstrieren, sind alle Photos in dieser Ausgabe Creative Commons-lizensiert. Mit Dank an Admit One, Enjoy Surveillance, jef safi, Fant, Shaylor, hopelessly devoted, .myke, kana*, YoSeLin und .susanne, die ihre Photos so bereitgestellt haben.


Oliver
am 16. Mrz, 13:02
"Aber solche Gedankenspiele interessieren inzwischen niemanden mehr."
("interessieren" statt "interessiert")
"Gedankenspiele" --> Plural
Und dass das 'Von den Bäumen runterklettern' eine dumme Idee war, wusste schon Douglas Adams...