"Ich hasse steife Dissertationen - und es gibt auf der Welt nichts Törichteres, als wenn man darin seine Hypothese verdunkelt, dass man eine Menge großmächtiger, undurchschaubarer Worte in gerader Reihe hintereinander zwischen sein eigenes Begriffsvermögen und das seines Lesers stellt, - wo man doch, hätte man sich nur ein wenig umgeschaut, aller Wahrscheinlichkeit irgendwas herumstehen oder -hängen gesehen haben würde, was den Punkt sofort klar gemacht hätte" (Laurence Sterne - Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman [1759-1767])
Wenn es der Eindeutigkeit dient, habe ich keinerlei Probleme mit Fremdwörtern. Indes: Allzugern verbirgt sich hinter allzu fremdwörterlastigen Texten nur manieristisches Wortgeklingel, prätentiöser Hang zur Bedeutsamkeitssteigerung durch Latinisierung, der Unwillen oder die Unfähigkeit, sich auf deutsch klar auszudrücken und nach entsprechenden Begriffen zu suchen, oder einfach der Wille zur Verknappung des Diskurses, in dem man simpelste Ideen so verunklart und mit sprachlich verschwierigt, dass das Gros der Leser nicht mehr fähig oder gewillt ist, dies zu entwirren oder sich zu erschließen.
"A priori" verliert nichts von seiner Präzision, wenn man es durch "vorab" ersetzt. "Trianguläre Relationen" sind nichts anderes als "Dreiecksbeziehungen". Allzu oft stehen Fremdwörter wie verrammelte Metallschränke im Satz. Ich habe nichts gegen Fremdwörter, aber die Unart wissenschaftlicher Schreibe, sich gar nicht mehr die Mühe zu machen, seine Gedanken klar zu formulieren, das Scheinargument, dass es der Genauigkeit diene oder das Bedürfnis, das Erdachte bedeutsamer klingen zu machen, ist allzu oft ein unnötiges Ärgernis.
Ole
am 28. Mrz, 12:56
Wenn es der Eindeutigkeit dient, habe ich keinerlei Probleme mit Fremdwörtern. Indes: Allzugern verbirgt sich hinter allzu fremdwörterlastigen Texten nur manieristisches Wortgeklingel, prätentiöser Hang zur Bedeutsamkeitssteigerung durch Latinisierung, der Unwillen oder die Unfähigkeit, sich auf deutsch klar auszudrücken und nach entsprechenden Begriffen zu suchen, oder einfach der Wille zur Verknappung des Diskurses, in dem man simpelste Ideen so verunklart und mit sprachlich verschwierigt, dass das Gros der Leser nicht mehr fähig oder gewillt ist, dies zu entwirren oder sich zu erschließen.
"A priori" verliert nichts von seiner Präzision, wenn man es durch "vorab" ersetzt. "Trianguläre Relationen" sind nichts anderes als "Dreiecksbeziehungen". Allzu oft stehen Fremdwörter wie verrammelte Metallschränke im Satz. Ich habe nichts gegen Fremdwörter, aber die Unart wissenschaftlicher Schreibe, sich gar nicht mehr die Mühe zu machen, seine Gedanken klar zu formulieren, das Scheinargument, dass es der Genauigkeit diene oder das Bedürfnis, das Erdachte bedeutsamer klingen zu machen, ist allzu oft ein unnötiges Ärgernis.