
How the east was won.
von Frau Morgenstern
Jede Erzählung sollte mit „als ich ... Jahre alt war“ beginnen, und so möchte ich auch nun diese Geschichte einleiten:Als ich 19 Jahre alt war, die Matura überstanden, die Pubertät halbwegs abgeschlossen und die erste Sturm und Drang Phase endlich vorüber, erwachte ich, blickte um mich und erkannte, dass ich in einem miesen Rattenloch gelandet war: Innsbruck, das Herz der Alpen, Innsbruck, einzwängt in einem Talkessel, gekürt vom goldenen Dachl der Dummheit, Innsbruck oh Innsbruck, ich muss dich hassen. Oder eben: lassen.What to do? war also die nächste Frage. Wohin soll ich hin? Was gibt’s denn sonst so? Berlin, oder besser: Berlin!, München, Graz, ... oder eben: Wien. Wien, die Hauptstadt der Operette und der FM4-Chatter, die Stadt in die alle früher oder später wollen und Wien, das von Christine Nöstlinger allzu oft in den, in meinen Augen, schönsten Farben beschrieben wird. Oder aber auch: in den bösen bösen Osten, denn der Balkan fängt ja bekanntlich nach Jenbach an.Was kennt man denn nun als kleines Landei von der großen Stadt? Natürlich, das Flex, vielleicht das Trzesniewski, die Fiaker, die Melange und den Wiener Grant. Oder so.Schnell ins Telefonbuch geblickt und ja, eindeutig, bei den Nicht-tiroler-Telefonnummern überwiegen die wiener und was soll ich groß sagen: weniger als zwei Monate später fand ich mich in einer Hippie-WG irgendwo im vierten Bezirk wieder, vor meiner Haustür einmal mehr: Andreas Hofer. Damit das Heimweh nicht allzu groß wird.
Und nun.
Und nun. 2 ½ Jahre später.
Gereift (ein wenig). Die Rudimente des nie sonderlich ausgeprägten Dialekts abgestreift bestelle ich nun beim Heimaturlaub manches Mal aus versehen ein Krügerl, werde nicht verstanden wenn ich die Semmel mit Leberkäs ordere und krieg des öfteren gesagt dass ich „voll den Wiener Slääng“ angenommen habe und weiß nie so ganz genau wie das denn ist mit Heimat, wo ich hinfahre wenn ich sage ich fahr heim und wo denn nun eigentlich meine Basis ist. Fakt aber ist: Freunde hab ich da wie dort, eine hässliche Katze...meine hässliche Katze! die mich täglich weckt indem sie mir ins Ohr schnauft nur in Wien und ja, man muss wohl das Beste daraus machen. Aus allem. Wehmut bleibt, sowohl wenn ich am Innsbrucker Hauptbahnhof steh als auch wenn ich vom Westbahnhof aus Richtung...ja, Westen, starte.Conclusio: Und was sagt uns das alles?! Ich weiß es nicht. Höchstens aber: Home ist nun mal where your heart is. Und dem sind Himmelsrichtungen schließlich scheißegal.
Und nun. 2 ½ Jahre später.
Gereift (ein wenig). Die Rudimente des nie sonderlich ausgeprägten Dialekts abgestreift bestelle ich nun beim Heimaturlaub manches Mal aus versehen ein Krügerl, werde nicht verstanden wenn ich die Semmel mit Leberkäs ordere und krieg des öfteren gesagt dass ich „voll den Wiener Slääng“ angenommen habe und weiß nie so ganz genau wie das denn ist mit Heimat, wo ich hinfahre wenn ich sage ich fahr heim und wo denn nun eigentlich meine Basis ist. Fakt aber ist: Freunde hab ich da wie dort, eine hässliche Katze...meine hässliche Katze! die mich täglich weckt indem sie mir ins Ohr schnauft nur in Wien und ja, man muss wohl das Beste daraus machen. Aus allem. Wehmut bleibt, sowohl wenn ich am Innsbrucker Hauptbahnhof steh als auch wenn ich vom Westbahnhof aus Richtung...ja, Westen, starte.Conclusio: Und was sagt uns das alles?! Ich weiß es nicht. Höchstens aber: Home ist nun mal where your heart is. Und dem sind Himmelsrichtungen schließlich scheißegal.
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