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    <title>mindestenshaltbar 0301 (Magazin für Meinungen)</title>
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    <description>Magazin für Meinungen</description>
    <dc:publisher>philipp.droessler</dc:publisher>
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    <title>AW:AW:AW:AW:AW:osten text</title> 
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    <description>Guter Roland Gratzer, am Chaos Communication Congress im Dezember 2006 wurde von Lawrence Lessig, dem Guru der Creative-Commons-Bewegung und selbstdeklarierten Osteuropa-Forscher, ein Vortrag &amp;uuml;ber Free Culture gehalten. Er verglich in dieser Rede die Copyright-Anw&amp;auml;lte mit dem &amp;#8222;sturen&amp;#8220; sowjetischen Regime der fr&amp;uuml;hen 1980er Jahre, in dem alle Beteiligte schon wussten, dass das so nicht mehr weitergehen kann, und die Reform-Copyright-Bewegung mit den Leuten von Solidarnosc. Da frage ich mich schon: &quot;Muss das sein?&quot; Gibt es denn keine besseren Dissidenzbeispiele als die polnischen Zicke-Zacke-KatholikInnen?&lt;p/&gt;&lt;em&gt;Zweifellos, lieber Johannes Grenzfurthner. Man muss sich gar nicht weit von den Danziger Werften entfernen, um bessere Beispiele zu finden. Erw&amp;auml;hnt sei Alexander Dubcek, Anf&amp;uuml;hrer des Prager Fr&amp;uuml;hlings 1968. &quot;Schutz k&amp;uuml;nstlerischer Werke mit humanem Antlitz&quot; sollte die Parole hei&amp;szlig;en. Au&amp;szlig;erdem darf man die Nachwirkung nicht au&amp;szlig;er Acht lassen. Dubcek hat es nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes immerhin zum Pr&amp;auml;sidenten gebracht. Walesa auch, aber der schied nicht durch Tod aus dem Amt, sondern durch mangelnden W&amp;auml;hlerzuspruch. Andererseits schafften es die Polen, innerhalb von 25 Jahren eine kommunistische Fremdherrschaft durch nationalen Fundamental-Katholizismus zu ersetzen. Einer von den Zwillingen hat ob seines ausufernden Doppelkinns &amp;uuml;brigens ein Fotografieverbot seines Profils erwirkt. Und auf Krakauer Flohm&amp;auml;rkten kann man g&amp;uuml;nstige SS-Devotionalien erwerben. Freispruch durch Geschichte?&lt;/em&gt;&lt;p/&gt;Was mich ja an Polen fasziniert ist der 15. August. Das ist der Tag der polnischen Armee. Und gleichzeitig der Feiertag &quot;Mari&amp;auml; Aufnahme in den Himmel&quot;. Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel ist ja seit dem 6. Jahrhundert (Anm.: quasi dem Command-Line-Zeitalter der r&amp;ouml;misch-katholischen Kirche) bezeugt und wurde 1950 (Anm.: das w&amp;auml;re dann Windows 95) von Papst Pius XII in der Apostolischen Konstitution &amp;#8222;Munificentissimus Deus&amp;#8220; f&amp;uuml;r die r&amp;ouml;misch-katholische Kirche zum Dogma erhoben. Ich liebe Dogmen. Und das Milit&amp;auml;r ist ja eines meiner Lieblingsdogmen in Zusammenhang mit der nationalstaatlichen b&amp;uuml;rgerlichen Gesellschaft. Ich frage mich nur, wie das in Polen gehandhabt wird. Mit Milit&amp;auml;raufmarsch und Gottesdienstbesuch? Haben Sie Erfahrungswerte, guter Herr Gratzer?&lt;p/&gt;&lt;em&gt;Man liest ja schlie&amp;szlig;lich Zeitung. An den Schnittstellen beginnen erst die Probleme. Man denke nur Stanislaw Wiegus, den nicht mal designierten Erzbischof von Warschau. Ein junger Theologe, begierig nach Wissen, wollte &amp;uuml;ber Grenzen blicken und lie&amp;szlig; sich mit dem Geheimdienst ein. Freiheit der Wissenschaft durch Weitergabe von Informationen. Eigentlich Web 2.0. Walesa soll in der Kirche ja applaudiert haben. Wollte aber keiner mitmachen. Das erinnert mich an Alois Mock, als er mit der Zange den Stacheldraht durchzwickte, w&amp;auml;hrend Lafontaine tatenlos blieb. Warum eigentlich?&lt;/em&gt;&lt;p/&gt;Ja warum eigentlich, Herr Gratzer? Ich wei&amp;szlig; es nicht, genauso wenig wie ich wei&amp;szlig;, warum Herr Mock gerne kurze Hosen trug. Eine Recherche &amp;uuml;ber &amp;#8222;Polen&amp;#8220; und &amp;#8222;Lafontaine&amp;#8220; f&amp;ouml;rderte jedenfalls zu Tage, dass die Deutschen endlich anerkennen sollten, dass er der dritte verschollene Kaczynski-Bruder ist. Deswegen bleibe ich jetzt beim Humor - oder ehrlicherweise: beim schlechten Humor. Harald Schmidt, der &amp;uuml;berall von Bildungsb&amp;uuml;rgerInnen als humorvollster Bildungsb&amp;uuml;rger gepriesene Stahlbademeister, beherrscht n&amp;auml;mlich jene zweideutige Sprechweise meisterlich, die sich gezielt an zwei verschiedene Publika, deren Erwartungshaltungen und Denkweisen richtet. Die Zwangslogik mit der - und da sind wir beim Thema - bei ihm dem Begriff &quot;Polen&quot; der Begriff &quot;Autodiebstahl&quot; folgt, l&amp;auml;sst sich vom aufgekl&amp;auml;rten Studienr&amp;auml;tInnenanteil als satirische Zuspitzung decodieren, w&amp;auml;hrend es der andere Teil als lustig gewendete, aber 1:1 funktionierende Thematisierung des Realen nimmt. Oder, Herr Gratzer?&lt;p/&gt;&lt;em&gt;Sicher Grenzfurthner, sicher. Meine Gro&amp;szlig;mutter hat mir schon vor Jahren erkl&amp;auml;rt, dass Polen Autos stehlen, wohingegen Rum&amp;auml;nen in Wohnungen einbrechen. Unl&amp;auml;ngst sah ich ja in Spiegel TV eine Dokumentation &amp;uuml;ber die Reste heidnischen Lebens in Transsylvanien, das deutsche Bildungsb&amp;uuml;rgerInnen ja nach wie vor gerne Siebenb&amp;uuml;rgen nennen. Dort wurde die Leiche einer vom Teufel besessenen Frau in der Nacht nach dem Begr&amp;auml;bnis aufgeschnitten, das Herz entnommen, verbrannt und die Asche unter Zugabe von Wasser im k&amp;ouml;chelnden Zustand von den Familienmitgliedern verspeist. Und die Dame von Spiegel TV schloss mit der Abmoderation: &amp;#8222;Und dieses Land ist bald in der EU&amp;#8220;. J&amp;uuml;ngst wollten ja polnische Rechtsparteien verf&amp;uuml;gen, dass Jesus zum K&amp;ouml;nig von Polen ausgerufen wird. Leider wurde der Vorschlag abgelehnt. Gro&amp;szlig;es Humorkapital f&amp;uuml;r die Andracks dieser Welt, nicht wahr?&lt;/em&gt;&lt;p/&gt;Durchaus, gesch&amp;auml;tzter Gratzer, aber freuen kann ich mich dar&amp;uuml;ber nicht, denn die Medien sind leider nur sich selbst am n&amp;auml;chsten. Au&amp;szlig;erdem dachte ich, dass der einzige und wahre K&amp;ouml;nig Polens doch der (nomen est omen) Polenk&amp;ouml;nig Jan Sobieski w&amp;auml;re, ist und auch immer sein wird. Ein Name, der aus meinem Geschichtsstundeged&amp;auml;chnis klingelt, als w&amp;auml;re ich taubes Erz! Im selben Erinnerungssubstrat hockt auch der nicht totzukriegende, zutiefst kantige Begriff des &amp;#8222;Entsatzheeres&amp;#8220;. (Ich bin so was von Heereshistorie!) Jan III Sobieski (was ja jetzt echt was World-Of-Warcraft-Pseudonymistisches hat) beherrschte mehrere Sprachen und soll ein gro&amp;szlig;er Kunstliebhaber gewesen sein. Sein Palast in Wilan&amp;oacute;w wird f&amp;uuml;r eine der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Errungenschaften des polnischen Barockstils gehalten. Seine Briefe an seine Frau Marie werden als wichtige Zeugnisse polnischer Epistolografie bezeichnet. Da frage ich Sie, lieber Gratzer, was Sie auf diesem Gebiet zu bieten haben?&lt;p/&gt;&lt;em&gt;Seit dem Briefwechsel von Lotte Tobisch mit Theodor Adorno habe ich diesem Metier abgeschworen. Endg&amp;uuml;ltig. Richten wir unser Augenmerk doch einmal auf das Feld der Metaphorik. Hier bieten die politischen Entwicklungen seit dem Zweiten Weltkrieg ja einen wahren Metaphernfriedhof. Schon allein die Einteilung der Welt in zwei nach Himmelsrichtungen benannte politische Bl&amp;ouml;cke grenzt an geolinguistischen Wahnsinn! Der &quot;Eiserne Vorhang&quot; ist ja so etwas wie der Alfred Gusenbauer unter den sprachlichen Bildern. Es handelt sich hierbei ja nicht um eine mediale Wortsch&amp;ouml;pfung, um den Grenzwall des Warschauer Paktes zu bezeichnen. Urspr&amp;uuml;nglich verstand man unter diesem Terminus die Abtrennung einer B&amp;uuml;hne vor dem Zuschauerraum, der im Falle eines Brandes pomp&amp;ouml;s herunter krachte, damit ja kein Theatergast mit Feuer in Ber&amp;uuml;hrung kam. Erst sp&amp;auml;ter fand der Begriff auch in der Politik Anwendung und wurde ob des exzessiven Gebrauches eine so genannte Ex-Metapher (wie etwa auch die Motorhaube). Verst&amp;auml;ndlich? Gut. Weiter. Damit war aber noch lange nicht Schluss. Mittlerweile ist der &quot;Eiserne Vorhang&quot; ja zu einem Synonym f&amp;uuml;r die Trennung zwischen Welt 1 und Welt 2 geworden. Im Nachhinein entschied man sich, die urspr&amp;uuml;ngliche Bedeutung (Feuerschutz f&amp;uuml;r&apos;s Publikum) orthografisch abzuheben und verzichtet beim Adjektiv &quot;eisern&quot; auf die Gro&amp;szlig;schreibung. Ein Marsch durch sprachwissenschaftliche Institutionen. Absurd eigentlich, oder?&lt;/em&gt;&lt;p/&gt;Guter Gratzer! So viele Assoziationen! Eine Paintball-Salve der Bez&amp;uuml;ge! Da kann ich nur klein bei geben und bleibe in der ersten Zeile h&amp;auml;ngen, wobei ich geflissentlich die Domina des feinen Geschmacks ignoriere, und mich gleich meinem liebsten Wiesenbesitzer, Herrn Adorno, zuwende. In seiner Minima Moralia schreibt Adorno, dass es zum Mechanismus der Herrschaft geh&amp;ouml;rt, die Erkenntnis des Leidens, das sie produziert, zu verbieten. Es f&amp;uuml;hre ein &amp;#8222;gerader Weg vom Evangelium der Lebensfreude zur Errichtung von Menschenschlachth&amp;auml;usern so weit hinten in Polen, dass jeder der eigenen Volksgenossen sich einreden kann, er h&amp;ouml;re die Schmerzensschreie nicht mehr&amp;#8220;. Dem kann ich nichts mehr hinzuf&amp;uuml;gen.&lt;p/&gt;&lt;em&gt;Mechanismen der Herrschaft, Erkenntnis des Leidens, Menschenschlachth&amp;auml;user... Sie sprechen also nun die Kulturindustrie an. Erinnern Sie sich doch bitte an die drei jungen M&amp;auml;nner, die auf Flugzeugtragfl&amp;auml;chen &amp;uuml;ber &quot;Lindenbl&amp;uuml;tenliebe&quot; sangen. O-Zone - die drei fidelen Moldawier waren ja Opfer und Nutznie&amp;szlig;er eines Copyright-Vergehens zugleich. Das muss man sich erst einmal vorstellen! Ihr Liedgut &quot;Dragostea tin Tei&quot; war Nummer 1 in Rum&amp;auml;nien, als italienische Produzenten auf das Potential aufmerksam wurden. Prompt holten sie sich eine rum&amp;auml;nische S&amp;auml;ngerin namens Haiducii, coverten den Song und waren Platz 1 in Italien. Das weckte wiederum das Interesse anderer italienischer Produzenten, die O-Zone einen Plattenvertrag gaben, und das Cover des Covers, das gleichzeitig der Ursprung war, erneut aufzunehmen. Dieses &quot;Recover&quot; eroberte Platz 1 nat&amp;uuml;rlich zur&amp;uuml;ck. Hierbei kommt einem nat&amp;uuml;rlich unweigerlich erneut Lawrence Lassig in den Sinn. K&amp;ouml;nnen Revolutionen mit einem Copyright versehen sein? Die Gruppe, die Milosevic in die Schranken wies, gr&amp;uuml;ndete im Anschluss eine Agentur f&amp;uuml;r friedliche Umst&amp;uuml;rze. Das Konzept kam bereits in der Ukraine und Georgien mit unterschiedlichem Erfolg zur Anwendung. Gebrandet durch die wei&amp;szlig;e Faust. Das soll mir der Lawrence mal in eine fetzige Powerpoint pressen.&lt;/em&gt;&lt;p/&gt;Noch ist Powerpoint nicht verloren, solange wir leben. Was uns fremde &amp;Uuml;bermacht nahm, werden wir uns mit dem S&amp;auml;bel zur&amp;uuml;ckholen!</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Cover</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T15:53:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1602/">
    <title>Immer sch&amp;ouml;n im Kreis herum</title> 
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    <description>Wenn man, so wie ich &lt;strike&gt;superwichtig&lt;/strike&gt; ist viel fliegt, dann besitzt man, habe ich mir sagen lassen, bien s&amp;ucirc;r ein Miles&amp;amp;More Dingens. Naja, hab ich mir also vor ein paar Monaten gedacht, sowas kann auf keinen Fall was schaden, und habe mir an einem langweiligen Nachmittag einen Meilensammelaccount eingerichtet. War sehr einfach und online und alles. Ein paar Wochen sp&amp;auml;ter dann wieder mal einen Flug gebucht und nat&amp;uuml;rlich gehofft, dabei ein paar Meilen abzukassieren. Allein, Miles&amp;amp;More wollte nicht so ganz, wie ich das wollte und erkl&amp;auml;rte mir hochn&amp;auml;sig, dass ich kleiner Kacker nur im Besitz einer provisorischen Miles&amp;amp;More Karte w&amp;auml;re und daher keine Meilen sammeln k&amp;ouml;nne &lt;strike&gt;und sollte ich mich danebenbenehmen i.e. pupsen, r&amp;uuml;lpsen, mit ungewaschenen Haaren an Bord gehen wollen, dann w&amp;uuml;rde man mir diese&lt;/strike&gt; provisorische &lt;strike&gt;Karte sogleich aus den klammen Fingern winden, notfalls unter Anwendung von Gewalt.&lt;/strike&gt; Provisorisch ging folglich gar nicht. Ich also schlau die FAQ Abteilung konsultiert, wie ich denn an eine echte Karte kommen k&amp;ouml;nne. Tja.&lt;p/&gt;&lt;em&gt;Bei einem Meilenstand von 3000 Meilen auf Ihrem provisorischen Konto wird Ihnen Ihre Miles&amp;amp;More Karte per Post zugeschickt.&lt;/em&gt;&lt;p/&gt;Hm. Sehr hilfreich war das schon mal nicht, und mehr war auch nicht in Erfahrung zu bringen.&lt;p/&gt;Ein paar Fl&amp;uuml;ge sp&amp;auml;ter ein erneuter Versuch, weil wenn man schon mal viel fliegt, sollte man neben Thrombosen auch noch was anderes davon haben.&lt;p/&gt;FAQ erkl&amp;auml;rte mir diesmal, dass ich meine Meilen nachtr&amp;auml;glich aquirieren k&amp;ouml;nne. Dazu m&amp;uuml;sse ich lediglich ein Onlineformular mit den Daten aus meinem Boardingpass ausf&amp;uuml;llen. Soweit, so gut. Kennt aber irgendjemand jemanden, der den Abschnitt mit der Sitznummer monatelang zur sp&amp;auml;teren Verwendung aufhebt? Ich nicht. Habs mir aber gemerkt und heute war es dann endlich soweit. Ich habe das besagte Onlineformular ausgef&amp;uuml;llt. Mit Daten und allem. Und mich gefreut, dass ich jetzt vielleicht einen verchromten Sektk&amp;uuml;bel oder &amp;auml;hnlich N&amp;uuml;tzliches gewonnen habe. &lt;p/&gt;&lt;em&gt;Nein,&lt;/em&gt; sagte mir jedoch die freundliche Miles&amp;amp;More Maschine, &lt;em&gt;du kannst nicht nachtr&amp;auml;glich Meilen gutschreiben lassen. Du hast n&amp;auml;mlich nur eine provisorische Karte und bist der Abschaum der Menschheit. Und jetzt geh weg, ich habe zu tun.&lt;/em&gt;
&lt;p/&gt;Manchmal w&amp;auml;r ein Hammer nicht schlecht, um ihn sich und anderen auf den Kopf zu hauen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Dieser Beitrag ist bereits im &lt;a href=&quot;http://h0mebase.twoday.net/20070117/&quot;&gt;Weblog&lt;/a&gt; des Autors erschienen.&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T13:47:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1601/">
    <title>gedanken zur kartographie</title> 
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    <description>wir sollten uns wieder mehr an der essenz zu schaffen machen. grundlagendforschung mag ja wirklich tolle erkenntnisse an&apos;s licht bringen, aber grundlagenmanipulation bringt spass ins leben. oder zumindest spannung. und vielleicht beweisen wir ja sogar etwas damit. zum beispiel, dass unser aller verhalten viel zu sprunghaft, viel zu unvorhersehbar, viel zu verdreht f&amp;uuml;r den beobachter ist, um eine folgeerscheinung einiger, in winzingsten h&amp;ouml;hlen werkenden, physikalischen und chemischen wunderlichkeiten zu sein. halt. nicht, dass jetzt die in der letzten reihe sitzende und in gebete versunkene fraktion aufwacht und jubelnd einen beweis gottes wittert! dagegen finden wir ja m&amp;ouml;glicherweise auch einige gegenbeispiele...&lt;p/&gt;trotzdem d&amp;uuml;rfte es irgendwo zwischen den grundlagen und dem ganzen eine grenze geben, an der sich jede logik von der klippe st&amp;uuml;rzt; oder, wem das zu drastisch ist: erkennt, dass hier die cocktails am anregesten, das klima am angenehmsten und die arbeitsmoral am annehmbarsten sind, und ausserdem beschliesst, dass sie schon lang genug unterwegs ist und die eingeborenen zudem noch jeden dahergelaufenen fremden als gott ansehen, dann bleibt sie vielleicht auch einfach dort, pflanzt einen baum und trinkt rum an der strandbar.&lt;p/&gt;und dort haben wir dann irgendwie eine staatenfreie zone. das ding zwischen &quot;bis neun bist du o.k.&quot; und &quot;bei 10 erst k.o.&quot;. das dazwischen m&amp;uuml;sste auch irgendwie niemandsland sein, haben die sterne das jemals erkl&amp;auml;rt? also zur&amp;uuml;ck. man sollte sich also aufgrund all dieser vermutungen ein wenig jenseits der grenze aufhalten und sehen, was sich so machen l&amp;auml;sst. vielleicht ist es ja nicht viel, bloss unter das karussell kriechen, um mit einem schraubenzieher ein paar zahnr&amp;auml;der zu blockieren. es muss ja gar nicht so weit gehen, dass man die rotationsrichtung des den zirkus beherbengenden planeten umkehren muss, um die holzpferdchen stillstehen zu lassen, irgendwie zumindest. nur so ein wenig. schauen, ob ein paar gedr&amp;uuml;ckte kn&amp;ouml;pfe hier, ein paar umgelegte hebel dort irgendeine auswirkung zeigen.&lt;p/&gt;oder vielleicht muss man ja nicht einmal die ganze grenze &amp;uuml;berqueren, vielleicht ist die kolonie der logik zwischen den grenzbalken ja der ort, an dem man man handeln kann. also zumindest, wenn sie sich nicht dort von der klippe gest&amp;uuml;rzt hat. und wahrscheinlich ist das auch keine idylische kleine siedlung am strand, sondern ein ziemlich apokalyptisches kriegsgebiet. so ein bisschen madmax artig oder von mir auch waterworldig, jedenfalls etwas in die richtung, mehr sand oder mehr wasser kann sich jeder aussuchen. nunja, wie auch immer. helm auf, und wo ist bei einem panzer der erste gang? ok, wem das wieder zu drastisch ist: man wandert von strandkorb zu strandkorb und versucht die bewohner mit noch mehr rum zu &amp;uuml;berreden, ein paar dinge mal testweise etwas anders zu machen. oder man muss sowieso so weit wandern, dass getriebe sabotieren und das universum umzupolen den gleichen aufwand bedeuten. wie auch immer, immer noch im zirkus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Dieser Beitrag ist bereits im &lt;a href=&quot;http://www.maerchenland.net/&quot;&gt;Weblog&lt;/a&gt; des Autors erschienen.&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1604/">
    <title>Lebenstraum im Osten</title> 
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    <description>Mein Name ist Non A Noi. Dies sind meine Erinnerungen an eine Reise, die nie stattgefunden hat.&lt;p/&gt;Ich sitze in meinem alten Wagen, Marke Alfa Romeo. Es stinkt nach kalter Asche und ohne die geringsten B&amp;auml;sse kreischt Burzum aus den scheppernden Lautsprechern. Norsk Arysk Black Metal! Was Herr Vikernes wohl gerade macht, in seiner Gef&amp;auml;ngniszelle? Die Stra&amp;szlig;e ist dunkel, im Scheinwerferlicht  fliegt  der Schnee wie Asche auf meine Scheibe; irgendwie haben sie es hier nicht  mit Stra&amp;szlig;enbeleuchtung nach westlichen Standards. Wir sind ja auch im Osten. Kaum zu glauben. Vor zwanzig Jahren noch tiefster  Kommunismus und schon in der EU. Von der staatskapitalistischen Beamtenh&amp;ouml;lle in die konzernkapitalistische Beamtenh&amp;ouml;lle. Aber aussehen tut  es hier noch wie in der pr&amp;auml;-sozialistischen Bauernh&amp;ouml;lle.&lt;p/&gt;Ja, was war hier denn eigentlich einmal? Irgendwie war  dieses Land ein blinder  Fleck auf meiner geopolitischen Landkarte. Bevor ich losfuhr, habe ich noch Wikipedia bem&amp;uuml;ht, mir  etwas &amp;uuml;ber Rum&amp;auml;nien zu erz&amp;auml;hlen &amp;#8211; eigentlich ein sehr untypisches Verhalten  f&amp;uuml;r einen  desinteressierten Soziopathen wie mich. Au&amp;szlig;er Medial gehenkten &amp;#8222;Ostbanden&amp;#8220;, mafi&amp;ouml;sen Strukturen und minderj&amp;auml;hrigen Prostituierten, h&amp;ouml;rt man ja nicht viel. Doch, eines: k&amp;auml;ufliche Beamte. Na, da muss sich Rum&amp;auml;nien in der EU ja richtig wohl f&amp;uuml;hlen. Um mich etwas mehr in historisch-rum&amp;auml;nische Stimmung zu bringen, lege ich eine CD mit dem Titel &amp;#8222;Death&amp;#8217;s Gladsome Wedding: Legionari Movement&amp;#8220; auf und lausche den Kampfliedern der &amp;#8222;Eisernen Garde&amp;#8220; oder der &amp;#8222;Legion des Erzengel Michaels&amp;#8220;, wie sich die nationalfaschisten Rum&amp;auml;niens selbst gerne nannten. Die Zigarette zwischen meinen Lippen wippt im Rhythmus der Marschmusik und ich fahre durch ein (vermutliches) Bauerndorf, dessen einzige Lichtquellen eine flackernde Stra&amp;szlig;enlaterne sowie die Fenster eines &amp;#8211; ich vermute einmal &amp;#8211; Gasthauses sind. Da passierte es: Ich bekam Lust, nicht nur das Land, sondern auch die Menschen Rum&amp;auml;niens zu sehen und hielt vor dem Gasthaus an. Ich steige aus, hinterlasse einen Profilabdruck im frischen Schnee und hebe meinen Kopf an. Ich ziehe fest an der Zigarette und starre dabei in das flackernde Licht auf der anderen Stra&amp;szlig;enseite. Aus dem Haus kommen laute Ger&amp;auml;usche, Stimmen, Musik, klirrendes Geschirr. Ich werfe die Zigarette vor mir in den Schnee und trete drauf; knalle die Wagent&amp;uuml;r zu und &amp;uuml;berlege kurz, ob ich sie absperren soll. Schlechte Angewohnheiten aus dem Westen. Dort zwingen sie dich, Angst zu haben, dass jemand deine Sachen raubt. Vorwiegend diese omin&amp;ouml;sen &amp;#8222;Ostbanden&amp;#8220;, die unaufhaltsam, wie Elstern, in die Wohnungen alter Menschen einfallen und alles mitnehmen, das gl&amp;auml;nzt. Sagen zumindest die Medien. Man sagt dir von klein auf, dass die Medien dich nicht bel&amp;uuml;gen. Und dann, wenn du das erste Mal dahinter kommst, dass sie dich im gro&amp;szlig;en Stil bel&amp;uuml;gen, hast du nur zwei Optionen: Du l&amp;auml;sst dich weiter bel&amp;uuml;gen, damit du dir nicht weiter Gedanken dar&amp;uuml;ber machen musst oder du trittst in eine Fundamentalopposition. Andere M&amp;ouml;glichkeiten hast du nicht, vorausgesetzt, du willst nicht den Verstand verlieren. Aber fr&amp;uuml;her oder sp&amp;auml;ter wirst du das. Im Westen. Deshalb bin ich jetzt im Osten. &amp;#8222;Ich hasse die Zukunft, denn  ich lebe im Wald, im finsteren Wald.&amp;#8220;&lt;p/&gt;Ich &amp;ouml;ffne die T&amp;uuml;r und ein Schwall warmer Luft, ein Gemisch aus lokaler Hausmannskost, Rauch und &amp;#8222;altem Haus&amp;#8220; kommt mir entgegen, pr&amp;uuml;gelt die Schneeflocken von meiner Jacke.  Ich trete ein und stehe in einem Vorraum. Eine Menge M&amp;auml;ntel h&amp;auml;ngen da. Und Schals und Hauben. Hat denn niemand Angst, dass sie bestohlen werden? Ich betrete den Gastraum, niemand bemerkt mich, wie immer. Manchmal glaube ich, ich bin Unsichtbar. In F&amp;auml;llen wie diesen eine praktische Gabe. Oder im 9. H&amp;ouml;llenkreis, auf Parties, wenn man eigentlich einfach nur verschwinden will. Ich setze mich an einen leeren Tisch in einem Eck &amp;#8211; der letzte freie Platz im Raum. Ich ziehe meine Jacke aus und pr&amp;auml;sentiere mein T-Shirt: &amp;#8222;Where is Vlad the Impaler when we need him?&amp;#8220;. Ich, Ich, Ich. Meine Zigaretten sind in der Jackentasche; ich lege die Schachtel auf den Tisch und grabe in der Schenkeltasche meiner Cargohose nach meinem Feuerzeug. Ein simples, orangenfarbenes BIC, wie man es in meiner Heimatstadt um einen Euro an jeder Tankstelle und in jeder Trafik bekommt. Ich teste alle Stunden, ob es noch funktioniert. So auch jetzt. Zip! Mein Blick f&amp;auml;llt auf die Oberseite meiner G&amp;uuml;rtelschnalle: &amp;#8222;Gott mit uns&amp;#8220;. Ja, Gott mit mir, ich f&amp;uuml;hle mich hier Verlassener als im Westen. Eigentlich bin ich dem Westen quasi der Einsamkeit wegen entflohen. Aber was habe ich mir erwartet? Zuhause hatte ich zumindest meine kleine Wohnung, mein Reich im Zigarettenrauch, mit schwarz verklebten Fenstern, deren Griffe ich abgerissen habe.&lt;p/&gt;Ein M&amp;auml;dchen kommt an meinen Tisch, just in dem Moment, als ich eine Zigarette anz&amp;uuml;nde (das Feuerzeug funktioniert immer noch). Sie spricht mich an, nat&amp;uuml;rlich in der Landessprache, die ich nicht beherrsche. Ich deute ihr mit der Hand (erhobener Finger mit strengem Blick) kurz zu warten und krame wieder in der Cargohose, aus der ich einen Zettel fische, auf dem ich ein paar &amp;uuml;berlebensnotwendige Phrasen notiert habe, um mit den Eingeborenen zu kommunizieren. &amp;#8222;Una Bere&amp;#8220; sage ich, in der Annahme, dass es sich um eine Kellnerin handelt. Sie schaut mich kurz an, vermutlich verst&amp;ouml;rt sie mein &amp;#8222;Akzent&amp;#8220;, dann nickt sie und trippelt davon und, tats&amp;auml;chlich, sie bringt mir ein gro&amp;szlig;es Glas Bier. Ich nehme einen kr&amp;auml;ftigen Schluck, es schmeckt bitterer, als ich es gewohnt bin. Aber passabel. Ostbier ist trinkbar, damit haben sie schon fast gewonnen. Das M&amp;auml;dchen kommt wieder her, schaut mich etwas nerv&amp;ouml;s an. Ich blicke zu ihr hoch und hebe eine Augenbraue. Durch den Rauchschleier vor meinem Gesicht kann ich nicht so recht erkennen, ob sie jetzt tats&amp;auml;chlich wortlos vor mir err&amp;ouml;tet ist oder nicht. Ich kann ihr genau ansehen, dass sie mir etwas sagen m&amp;ouml;chte. Erneut ziehe ich an meiner Zigarette und nehme sie dann aus meinem Mund und blase unh&amp;ouml;flich den Rauch langsam in ihre Richtung. Dann, fast in Zeitlupe, &amp;ouml;ffnet sie ihren Mund und raus kommt: &amp;#8222;Rom&amp;acirc;n?&amp;#8220;. Ich sch&amp;uuml;ttle den Kopf und sage:  &amp;#8222;&amp;Ouml;sterreicher&amp;#8220;. Sie nickt verst&amp;auml;ndnislos, l&amp;auml;chelt noch mal h&amp;ouml;flich und geht dann wieder. Ich lasse mich etwas mehr die Eckbank sinken, in der einen Hand das Bier in der anderen eine Zigarette und beobachte. Haupts&amp;auml;chlich M&amp;auml;nner im oberen Drittel mittleren Alters. Sie spielen Karten, diskutieren lebhaft und einer spielt auf einem Akkordeon und singt dazu &amp;#8211; wie ich vermute &amp;#8211; lokale Volksweisen. Die meisten Rauchen und auf fast jedem Tisch stehen Schnapsflaschen und Gl&amp;auml;ser. Man k&amp;ouml;nnte fast von folkloristischer Partystimmung sprechen. Und das, wo man im Westen Rum&amp;auml;nien als korrupten Bauernstaat mit maroder Wirtschaft und praktisch nicht vorhandener Industrie kennt, wo Dracula zu Hause war und AIDS zum guten Ton geh&amp;ouml;rt. Ob jemand der &amp;auml;lteren Herren im Raum bei der &amp;#8222;Eisernen Garde&amp;#8220; war?&lt;p/&gt;Wie aufs Stichwort setzt sich ein alter Mann zu mir an den Tisch, der, wie ich schw&amp;ouml;ren k&amp;ouml;nnte, vor einer Sekunde noch am anderen Ende des Raumes gesessen ist. &amp;#8222;Gr&amp;uuml;&amp;szlig;&amp;#8217; Gott, junger Mann!&amp;#8220; sagt er mit leicht zittriger Stimme &amp;#8222;Was f&amp;uuml;hrt dich denn in unser kleines Dorf?&amp;#8220;. Ich ziehe an der Zigarette und bin ehrlich gesagt etwas entsetzt. Ja, ich f&amp;uuml;hle mich hier (Gott)verlassen, aber das war ja auch irgendwo nichts schlechtes, wenn man aus dem &amp;uuml;bersozialisierten (nicht &amp;uuml;bersozialistischen) Westen als quasi hirntotes Medienzombie in ein Land kommt, wo die hiesige Sprache nicht einmal mit dem eigenen Sprachstamm kompatibel ist. &amp;#8222;Ich bin auf der Durchreise.&amp;#8220; Der alte Mann nickt schweigend. &amp;#8220;Selten, dass sich Ausl&amp;auml;nder hier her verirren und noch viel seltener, dass sie hier einkehren.&amp;#8220;. Ich reagiere nicht. Langsam glaube ich, es war eine dumme Idee, &amp;#8222;die Menschen kennen zu lernen&amp;#8220;. Es ist irgendwie, als w&amp;uuml;rde man in den Zoo gehen, sich die Tiere ansehen und dann sagen &amp;#8222;Ohhh, wie sch&amp;ouml;n, lass und nach Afrika auf Safari gehen und diese edlen Gesch&amp;ouml;pfe in ihrer ganz nat&amp;uuml;rlichen Umgebung beobachten!&amp;#8220; und schlie&amp;szlig;lich am &amp;#8222;Schwarzen Kontinent&amp;#8220; angekommen, nimmt man die Bilder von herumliegenden, Gras fressenden Tieren, bewaffneten Stammesfehden und hermetisch abgeschotteten Touristenbunkern mit nach Hause. So geht es mir hier. Mit &amp;#8222;Kennenlernen&amp;#8220; meinte ich &amp;#8222;anstarren&amp;#8220;. Und jetzt redet einer mit mir. Und dann nicht einmal ein &amp;#8222;richtiger&amp;#8220; Einheimischer. Ich frage ihn, was das Bier kostet und er nennt mir einen Betrag in der heimischen W&amp;auml;hrung. Ich zucke mit den Schultern und lege einen F&amp;uuml;nf-Euro-Schein auf den Tisch, trinke aus, verabschiede mich knapp und gehe. Immerhin sind wir ja in der EU. Vermutlich habe ich dem M&amp;auml;dchen das Trinkgeld des Jahres gegeben.&lt;p/&gt;Ich steige in meinen (unverschlossenen) Wagen, zufrieden, dass ich der westlichen Konditionierung widerstanden habe und Recht behielt und mir niemand die Reifen zerstochen (oder gestohlen) hat.. Ich lege von Death In June die &amp;#8222;Take Care and Control&amp;#8220; auf, starte den Motor und pfl&amp;uuml;ge im d&amp;uuml;nnen Schnee aus dem Dorf raus, zur&amp;uuml;ck auf die dunklen, nicht gerade westlichen Stra&amp;szlig;en. Ich fahre und fahre. Stundenlang. Kein einziger Ort. Ich bilde mir ein, im Scheinwerferlicht am Stra&amp;szlig;enrand halb eingeschneite Katzen- und sonstige Tierkadaver zu sehen, wie ich sie bisher nur aus Polen kannte. Als w&amp;auml;ren die Stra&amp;szlig;en im Osten aus den Leichen niederer Lebewesen gepflastert. This Route leads to Heaven! Dann, praktisch aus dem nichts, gehen hinter mir Scheinwerfer an, fahren aus dem Stra&amp;szlig;engraben h&amp;uuml;pfend hinter mir her und, hurra, eine Sirene ert&amp;ouml;nt, stilecht mit rotem Licht am Dach. Im dunkel sah das aus wie ein hysterisch lachender Clown, der mir am Auspuff h&amp;auml;ngt. Ich, braver EU-B&amp;uuml;rger der ich bin, bleibe stehen, ebenso der Wagen der Neo-EU-Polizeibeamten hinter mir. Konditioniert von amerikanischen Filmen will ich die Scheibe runterkurbeln, aber der Herr drau&amp;szlig;en, fuchtelt wild mit den Armen und deutet mir scheinbar, auszusteigen. Ich seufze. Dann geht die T&amp;uuml;r zu meiner rechten auf und eine Hand packt mich, schleudert mich raus, noch ehe ich irgendetwas h&amp;auml;tte sagen oder tun k&amp;ouml;nnen (als w&amp;auml;re ich &amp;uuml;berhaupt motiviert genug zu so was. Ich kaue immer noch an der schockierenden Begegnung in der Gastwirtschaft vorhin.). Ich purzle in den weichen (aller Wahrscheinlichkeit nach von Katzenleichen &amp;uuml;bers&amp;auml;ten) Stra&amp;szlig;engraben und sehe gerade noch, wie jemand in mein Auto einsteigt, es startet und davonf&amp;auml;hrt; den &amp;#8222;Polizeiwagen&amp;#8220;, diesmal ohne Trara, im Schlepptau. Schei&amp;szlig;e. Ich stehe auf, klettere auf die Stra&amp;szlig;e hoch. Hat man mich doch tats&amp;auml;chlich aus meiner alten Schei&amp;szlig;karre gezogen und sie gestohlen. Mitten auf der Stra&amp;szlig;e! Ich z&amp;uuml;nde mir eine Zigarette an. Zip! Setze mich auf die Stra&amp;szlig;e. Ich greife in die andere Schenkeltasche und ziehe meinen iPod heraus. Ich h&amp;ouml;re &amp;#8222;Death to China!&amp;#8220; von Genocide Organ. Wenigstens habe ich alles wichtige am Leib. Nur das Auto ist weg, mitten in der Nacht, mitten im rum&amp;auml;nischen Nichts. Im Sommer sollen am Land Kornk&amp;auml;fer w&amp;uuml;ten, in biblischen Dimensionen. Ich hasse Insekten. Es hat Vorteile, wenn einem im Winter der Wagen gestohlen wird, in Rum&amp;auml;nien. Da stinken auch die Tierkadaver nicht. Wie in Stalingrad, bis zum Fr&amp;uuml;hling war es ja nicht so schlimm. Vielleicht h&amp;auml;tte ich ja mit dem Mann weiterreden sollen. Dann w&amp;uuml;rde ich vielleicht noch ein mobilisiertes Fortbewegungsmittel besitzen. Ich denke an mein T-Shirt. Wiederhole im Geiste den Aufdruck. Where is Vlad the Impaler when we need him?  Ja, Vlad Dracul w&amp;auml;re das so sicherlich nicht passiert. Der h&amp;auml;tte die Diebe aller Wahrscheinlichkeit nach walachisch Gepf&amp;auml;hlt und sich einen runtergeholt, w&amp;auml;hrend die armen Teufel wie von Sinnen zuerst nach ihrer Mutter riefen und dann zu Gott, kurz bevor sie den Heiland sehen und ihre starren Augen keinen Zweifel mehr lassen, dass sie gestorben sind; die Gesichter Wahn- und Schmerzverzerrt. Das waren noch Zeiten. Recht und Ordnung, Hand in Hand mit Mord und Folter.&lt;p/&gt;Und wo wir schon beim Thema sind: Wo ist Gott? Sollte er nicht mit mir sein? Hat Gott mich denn v&amp;ouml;llig vergessen? Herr im Himmel schicke mir ein Zeichen! Stehe mir bei, in dieser Stunde der Not! Ich &amp;uuml;berlege, wie dieses Zeichen aussehen w&amp;uuml;rde. Dabei beruhigt sich mein Puls langsam und ich sp&amp;uuml;re, dass ich dem Ruf der Natur folgen sollte. Ich stehe auf, drehe mich um, &amp;ouml;ffne meine Hose und uriniere in den Stra&amp;szlig;engraben, sch&amp;auml;nde Katzenleichen. So f&amp;uuml;hlen sich also Gottes Zeichen an. Keine Marienerscheinungen oder Engel in Form von R&amp;auml;dern. Nein, man muss urinieren. Ich setze mich wieder hin und rauche erneut eine Westzigarette. Am Horizont wird es etwas heller. Ich &amp;uuml;berlege, diesem Land hier noch eine Chance zu geben. Sind wir uns ehrlich: Arschl&amp;ouml;cher sind System&amp;uuml;bergreifend und mittlerweile ist es ja sogar schon das Selbe. Im Westen h&amp;auml;tte mir genauso gut jemand den Wagen knacken und davonfahren k&amp;ouml;nnen. Ich meine, ich bin ja selbst Schuld. Fahre mit einem 25 Jahre alten italienischen Luxuswagen in den ehemaligen Ostblock. Das ist, als w&amp;uuml;rde ich auf der Herrentoilette am Westbahnhof die Hosen runterlassen, mich vorn&amp;uuml;berbeugen und mich wundern, wenn ich &amp;#8222;spontan gepackt&amp;#8220; werde. Es wird immer heller und heller und ich erkenne bereits Strukturen um mich herum. Da liegt tats&amp;auml;chlich allerlei totes Getier. Katzen, Hunde, Igel, Hasen, verdammt, sogar eine halbverweste Ziege. Ich stehe auf, setze mich in Bewegung. Erst jetzt bemerke ich, dass mir nicht kalt ist. Aber das wundert mich nicht wirklich, mir ist ja nie kalt. Wie mein Gro&amp;szlig;vater immer gesagt hat: &amp;#8222;Mit Dir h&amp;auml;tten wir den Krieg gewonnen!&amp;#8220;. Verdammt, und wie wir ihn gewonnen h&amp;auml;tten. Ich erreiche das n&amp;auml;chste D&amp;ouml;rflein und erkenne meinen Wagen. Er ist in eine Mauer geparkt. Nicht davor, sondern hinein. Ein Polizist steht davor. Wenn es ein Polizist ist. Ich gehe zu ihm hin und versuche es mit meinem Euro-Englisch: &amp;#8222;What happens? I&amp;#8217;m the former owner of this car.&amp;#8220; und dr&amp;uuml;cke ihm meinen F&amp;uuml;hrerschein sowie die Zulassung in die Hand. Fast &amp;uuml;berrumpelt nimmt er sie, schaut abwechselnd auf mich und die Dokumente, dann auf das schiefe Kennzeichen, neben dem der europ&amp;auml;ische Hoheitssticker klebt und sagt dann, noch gebrochener als ich: &amp;#8222;Did crash. Bad wheels.&amp;#8220; In dem Moment f&amp;auml;llt mir ein, dass ich Sommerreifen aufgespannt hatte. Der Osten hat mir das Leben gerettet. There is God when i need him. Zip!</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Instant Illusion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
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    <title>Im Osten was Neues</title> 
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    <description>&quot;Das ist n&amp;auml;mlich so, &quot; erkl&amp;auml;rte mir Tom und lie&amp;szlig; fachm&amp;auml;nnisch den billigen Johnny Walker im Glas kreisen, &quot;die im Osten, die sind so lange hinterm Mond gewesen, die wissen gar nicht, wie das geht, mit dem guten Sex.&quot; Zufrieden ob seiner Feststellung lie&amp;szlig; er sich grinsend noch ein St&amp;uuml;ck tiefer in sein speckiges, gr&amp;uuml;nes Sofa sinken, dass er unter einem sehr gro&amp;szlig;en Sperrm&amp;uuml;llhaufen heraus gezerrt hatte. Tom war gro&amp;szlig;, schlank, dunkelhaarig und ein wenig schaute er wie der damalige James Bond Darsteller Timothy Dalton aus, was ihm, wie er unbescheiden gerne heraus posaunte, bei &quot;... den Ost-M&amp;auml;dels&quot; die Sache noch leichter machte. Tom hatte gerade eine einw&amp;ouml;chige Tour durch die ehemalige DDR hinter sich gebracht. Einfach so, mit seinem steinalten Audi 80, ein paar Kassetten und einem schwarzen Anzug. Tom wollte wissen, wie das so ist, da dr&amp;uuml;ben, wie die Landschaft aussieht und ob die St&amp;auml;dte wirklich so kaputt waren, wie sie im Fernsehen immer sagten.&lt;p/&gt;Aber er blieb dann schon in Magdeburg h&amp;auml;ngen, weil er Abends in der mobilen Diskothek eines DJ aus dem Ruhrgebiet eine Frau kennen lernte, mit der zwei Stunden sp&amp;auml;ter in seinem wackligen Hotelbett lag. Am n&amp;auml;chsten Abend versuchte er sein Gl&amp;uuml;ck in einer anderen mobilen Diskothek, die in Magdeburg offenbar so dicht gedr&amp;auml;ngt nebeneinander standen, wie heute Br&amp;ouml;tchenl&amp;auml;den und Handyshops. Wieder schleppte er nach kurzer Zeit jemanden ab, und am dritten Tag wurde es dann noch besser: &quot;Zwei! Zwei sind mit mir mitgegangen!&quot; sagte er mit einer triumphierenden Stimme, die obenrum etwas quietschig wurde, und so klang wie auf den alten Schallplatten mit dem M&amp;auml;rchen &quot;Das tapfere Schneiderlein&quot; wenn der Sprecher irgendwann &quot;Sieben auf einen Streich&quot; qu&amp;auml;kt. Da waren aber Fliegen gemeint. Tats&amp;auml;chlich behauptete er, dass es damals eine Art Sex-Tourismus in die neuen Bundesl&amp;auml;nder gegeben haben soll. Man fuhr mit seinem Gebrauchtwagen in die ehemalige DDR, verkaufte diesen zu absurden Preisen an einen gutgl&amp;auml;ubigen Einwohner und knallte am Abend dessen Tochter auf einem Grash&amp;uuml;gel hinter der mobilen Dorfdiskothek von einem DJ aus dem Hunsr&amp;uuml;ck. Tom zeigte sich noch monatelang von seinem Trip in den Osten begeistert und &amp;uuml;berlegte, ob er eine Schule f&amp;uuml;r einsame M&amp;auml;nner aufmachen sollte, in der die besten Trips weitergeben w&amp;uuml;rde, wie man ein &quot;Ost-M&amp;auml;del&quot; rum bekommen w&amp;uuml;rde. Mittlerweile ist er mit einer Pf&amp;auml;lzerin verheiratet und lebt in Landau.&lt;p/&gt;Mein erster eigener Kontakt mit einer Dame aus dem ehemaligen Osten der Republik fand erst viele Jahre sp&amp;auml;ter statt. Ich arbeitete mangels Geld mal wieder hinter der Theke einer Kneipe in Hamburg, war schlecht gelaunt und hatte an dem Abend tats&amp;auml;chlich eine Kellnerin namens Sandy. Sandy aus Eberswalde. Sandy war mit viel gutem Willen vielleicht gerade mal 1,60 Meter, hatte ein vorlautes Mundwerk und eine T&amp;auml;towierung die sich anscheinend vom R&amp;uuml;cken zur linken Brust zog. Fand ich toll. Wir zickten uns den ganzen Abend aus vortrefflichste an. Mal stellte ich das Tablett so voll, dass sie es kaum hoch bekam, mal zerbrach sie &quot;aus Versehen&quot; ein Glas im Aussp&amp;uuml;lbecken und unterlie&amp;szlig; es mich davon zu unterrichten. Das ging drei, vier Wochen so, dann tranken wir nach einer Schicht zwei bis acht Bier in gro&amp;szlig;er Runde und landeten sp&amp;auml;ter in ihrem Bett.&lt;p/&gt;&quot;Aha&quot;, sagte ich, &quot;so f&amp;uuml;hlt man sich also, wenn man ein Klischee bedient hat.&quot;&lt;br/&gt;Sie schaute mich fragend an.&lt;br/&gt;&quot;Dialekt, gepierced, t&amp;auml;towiert, rasiert, DDR, Sandy. Mehr geht ja nun echt nicht.&quot;&lt;p/&gt;Statt wie erwartet erschlagen zu werden, lachte Sandy laut auf und sagte: &quot;Arrogant, &amp;Uuml;bergebildet, ungebr&amp;auml;unt, zu dick, unrasiert und keine Ahnung vom Vorspiel. Ich bin genauso reingefallen.&quot;&lt;p/&gt;Sie z&amp;uuml;ndete mir eine Zigarette an und legte sich grinsend neben mich.&lt;p/&gt;&quot;Sag mal ehrlich, mit wie vielen Frauen aus dem Osten hast du schon.&quot;&lt;p/&gt;Ich nahm einen tiefen Zug.&lt;p/&gt;&quot;Du warst die erste. Ich w&amp;uuml;sste jetzt aber auch nicht, ob oder warum es beim Sex einen qualitativen Unterschied zwischen Osten und Westen geben sollte. Wenn ich mit einer Schweizerin knutsche, ist das ja auch nicht anders, mal abgesehen davon, dass ich sie nicht verstehen, sobald sie wieder den Mund aufmacht, aber das geht mir mit Frauen aus Sachsen vermutlich genauso.&quot;&lt;p/&gt;&quot;Aber hallo gibt es da einen Unterschied. Also f&amp;uuml;r mich schon,&quot; meinte sie leicht &amp;uuml;berrascht. &quot;Aha, und der w&amp;auml;re?&quot;&lt;p/&gt;&quot;M&amp;auml;nner aus dem Osten sind... anders beim Sex. Lebhafter. Offener. Nicht so auf einem Ego-Trip. Angenehmer.&quot;Sie stellte den Aschenbecher auf ihren Bauch, &amp;uuml;berlegte kurz und schaute mich dann lachend an.&lt;p/&gt;&quot;Siehste, da isses wieder. Du warst zufrieden, ich denke, einer aus dem Osten h&amp;auml;tte dieses oder jenes anders gemacht.&quot; &quot;Du bist halt kommunistisch indoktriniert. Du musst so was sagen&quot; sagte ich und machte eine entr&amp;uuml;stetes Gesicht.&lt;p/&gt;&quot;Nein, das meine ich ernst.&quot;&lt;p/&gt;Auch nachdem Sandy wieder ihrer Wege gegangen war, dachte ich noch oft &amp;uuml;ber das nach, was sie gesagt hatte. Ob es wirklich einen Unterschied gibt, zwischen Ost und West Sex? V&amp;ouml;gelt man im Osten anders, als im Westen? Das Problem konnte nur mittels weiterer Versuche gekl&amp;auml;rt werden. Aber wie anstellen? Schlie&amp;szlig;lich konnte ich schlecht rum laufen und erstmal fragen, aus welchen Landesteil man herkommen w&amp;uuml;rde. Das Schicksal war mir aber hold. Ich lernte ein paar Monate sp&amp;auml;ter bei einem Routinebesuch bei meinem Hausarzt Martina kennen. 27, klein, schwarzhaarig, t&amp;auml;towiert, Zungenpiercing und von einer seltenen Herzlichkeit. Es bereitete mir M&amp;uuml;he, sie anzusprechen, aber als ich bei meinem dritten v&amp;ouml;llig sinnlosen Besuch endlich mal ger&amp;ouml;ngt wurde und wir alleine waren, nahm ich meinen Mut zusammen und lud zu einem Abendessen ein. Zu meiner &amp;Uuml;berraschung sagte sie zu, und nach dem zweiten Long Island Ice Tea schaute ich angestrengt auf die Zigarettenpackung zwischen uns und lud meine Frage ab.&lt;p/&gt;&quot;Sach mal, ist es so, dass es zwischen Sex mit M&amp;auml;nnern aus dem Osten, und Sex mit M&amp;auml;nnern aus dem Westen, irgendeinen Unterschied gibt&quot;&lt;br/&gt;Sie schaute mich einen Moment erstaunt hat und sagte dann,  &quot;Ja, M&amp;auml;nner aus dem Westen sind netter nach dem Sex.&quot;&lt;br/&gt;&quot;Ach?&quot;&lt;p/&gt;&quot;West-M&amp;auml;nner tun wenigstens noch so, als w&amp;uuml;rden sie sich f&amp;uuml;r einen interessieren, wenn es alles gelaufen ist. Ost-M&amp;auml;nner sind da unromantischer. Es sei denn man erwischt eine Klette. Es gibt entweder Arschl&amp;ouml;cher oder Kletten im Osten. Im Westen gibt es Arschl&amp;ouml;cher, die so tun als ob sie nett seien, aber weniger Kletten.&quot;&lt;p/&gt;&quot;Jaja, sch&amp;ouml;n, sch&amp;ouml;n, aber das meinte ich nicht. Ich meinte &lt;em&gt;beim&lt;/em&gt; Sex, nicht danach.&quot; Sie schl&amp;uuml;rfte lautstark ihren Long Island Ice Tea leer, &amp;uuml;berlegte kurz und meinte dann: &quot;N&amp;ouml;, k&amp;ouml;nnen wir gehen, ich hab muss morgen ganz fr&amp;uuml;h die Stuhlproben vom Labor abholen.&quot;&lt;p/&gt;Sie kam aus der K&amp;uuml;che zur&amp;uuml;ck, in der Hand ein halbes K&amp;auml;sebrot ohne Butter. Aus den Boxen blubberte das VNV Nation Album &quot;Empire&quot; unnat&amp;uuml;rlich leise. Kauend legte sie sich neben mich, kr&amp;uuml;mmelte ihre Brust voll um sich dann umst&amp;auml;ndlich eine Zigarette anzuz&amp;uuml;nden.&lt;p/&gt;&quot;Was willst du eigentlich von mir?&quot;&lt;br/&gt;&quot;Ha,&quot; sagte ich, &quot;das ist jetzt wie einen Film von Godard oder Truffaut.&quot;&lt;br/&gt;Sie schaute mich &amp;uuml;berrascht an.&quot;Was meinst du damit?&quot;&lt;p/&gt;&quot;Ich glaube ich hab es. Den West-M&amp;auml;nnern geht es immer nur um das danach. In den Filmen von diesen Franzosen ging es nie um das &apos;davor&apos; sondern immer nur um das &apos;danach&apos;. Um Fragen wie &apos;War ich gut&apos; oder &apos;Was jetzt?&apos; oder im schlimmsten Fall um die Frage &apos;Konnte ich es ihr besorgen&apos;. Im besten Fall darum nicht ertappt zu werden.&quot;&lt;p/&gt;&quot;Achso, Du suchst ne Antwort auf ne d&amp;auml;mliche Frage.&quot;&lt;br/&gt;&quot;Ne,&quot; ich sch&amp;uuml;ttelte den Kopf, &quot; ich such die Wiedervereinigung&quot;.&lt;p/&gt;Es sollte ein Witz sein.
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    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Kolumne</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1606/">
    <title>Rechts die Berge, links der See.</title> 
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    <description>Der Balkan beginnt hinter dem Arlberg. Das ist bekannt. Und wo der Balkan ist, da sind die Heiden. Auch das ist bekannt. Und das Einzige, bei dem wir und die Ostler uns einig sind, ist: Wir geh&amp;ouml;ren nicht dazu.&lt;p/&gt;Das sieht man ja schon an der Sprache. W&amp;auml;hrend wir das Alemannische sprechen, sind im Rest &amp;Ouml;sterreichs vorwiegend bairische Dialekte zu finden. Umso spannender war daher in meinen Augen Marlene Streeruwitz&apos; Versuch &quot;&amp;Ouml;sterreichisch&quot; als eigene Sprache zu etablieren. Was &quot;Riebel&quot; mit &quot;Griesschmarrn&quot; zu tun hat, oder ein &quot;G&amp;auml;ngar&quot; mit einer &quot;Wespe&quot; muss man mir noch erkl&amp;auml;ren. Aber der deutsche Sprachraum ist ohnehin der einzige der Alemannisch noch nicht als eigene Sprache sondern nur als Dialekt sieht.&lt;p/&gt;So sind wir also von Paris nicht nur r&amp;auml;umlich gleich weit weg wie von Wien.&lt;p/&gt;Das sieht man ja schon an den Traditionen. Wir haben n&amp;auml;mlich welche. Gute, katholische Traditionen die noch auf den r&amp;ouml;mischen Kalender zur&amp;uuml;ck zu f&amp;uuml;hren sind. Den Funken zum Beispiel. Am Sonntag nach Aschermittwoch werden Meter hohe Scheiterhaufen errichtet, und die abgefackelt. Die erste schriftliche Erw&amp;auml;hnung geht auf das Jahr 1090 unseres Herrn zur&amp;uuml;ck als das Datum vom r&amp;ouml;mischen Jahresanfang auf das heutige verschoben wurde. Da wurde n&amp;auml;mlich aus Versehen ein Kloster niedergebrannt. Schwamm dr&amp;uuml;ber. Manchmal wird an den Funken noch eine Stoffpuppe mit Schie&amp;szlig;pulver angebracht, die Funkenhexe. Das hat aber nun wirklich nichts mit der Hexenverbrennung zu tun. Der Vorarlberger ehrt die Frau. Das sieht man ja schon daran, dass die Lauteracher sich die Sorgen gewisser feministischer Gruppierungen zu Herzen nahm und seither auch noch einen Hexer in die Luft jagen. Oder so.&lt;p/&gt;Auch die Printmedien sind bei uns fortschrittlicher. Naja. Technisch zumindest. Die &quot;Vorarlberger Nachrichten&quot; war die erste Tageszeitung weltweit die Vierfarbdruck standardisierte. Und die Meinungen der andern Regionalzeitungen auch. Zu diesem Zweck hat die VN einfach auch andere Zeitungen annektiert und sich zum Marktf&amp;uuml;hrer in allen Medienbreichen gemacht. Bis aufs Fernsehen. Da kann sich der ORF behaupten. Der Ostsender. Aber den kriegen wir auch noch. Man braucht nur sehen wieviele Landsleute da schon eingesickert sind.&lt;p/&gt;So ist das. Rechts die Berge, links der See.</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T15:08:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1600/">
    <title>Eyes On - Rum&amp;auml;nien und Bulgarien</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1600/</link>
    <description>Eine &amp;#8222;R&amp;uuml;ckkehr nach Europa&amp;#8220; nannte der bulgarische Pr&amp;auml;sident Simeon Sakskoburggotski den Beitritt Bulgariens und Rum&amp;auml;niens zur EU. Die Nachbarstaaten sind damit nach Jahrzehnten realsozialistischer Unterdr&amp;uuml;ckung und Jahren des Wiederaufbaus wieder mit dem Rest des Kontinents vereint. Willkommen daheim.</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T13:32:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1599/">
    <title>Eyes On - Nichtraucherzonen</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1599/</link>
    <description>Unl&amp;auml;ngst war ich mit Freunden in einer kleinen Creperie essen. Da der seit 1. J&amp;auml;nner verpflichtende Raucherbereich vollkommen &amp;uuml;berf&amp;uuml;llt war, wanderten wir ins Reich der Nikotinfreien ab - klar vom schwadengef&amp;uuml;llten S&amp;uuml;ndereck separiert durch kleine Pappkarten auf den Tischen. Der tiefere Sinn solcher Aktionen ist jedem ersichtlich, der keine Ahnung von Diffusion hat. </description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T13:14:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1607/">
    <title>Maria</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1607/</link>
    <description>In Europa bin ich noch nie &amp;ouml;stlicher gewesen als Wien, das sich selbst erst als Tor zum Osten sieht. Die L&amp;auml;nder des ehemaligen Ostblocks waren f&amp;uuml;r mich lange Zeit nur Namen, die sich geographisch nicht einordnen liessen. So weiss ich (wie ich zu meiner Schande gestehen muss) erst seit heute, dass die neuen EU-Staaten Bulgarien und Rum&amp;auml;nien viel eher s&amp;uuml;dlich als &amp;ouml;stlich liegen, und dass Bulgarien einen Zugang zum Schwarzen Meer hat.&lt;p/&gt;Vielleicht aufgrund meiner mangelhaften Geographiekenntnisse wird &apos;der Osten&apos; f&amp;uuml;r mich immer eine Person sein. Sie heisst nicht Maria, aber das ist f&amp;uuml;r die Geschichte auch nicht wichtig. Als ich Maria kennen lernte, war sie grade wieder f&amp;uuml;r drei Monate aus ihrem Heimatland Bulgarien nach Wien gekommen: sie musste in regelm&amp;auml;ssigen Abst&amp;auml;nden nach Bulgarien zur&amp;uuml;ck, da sie keine &amp;ouml;sterreichische Aufenthaltsgenehmigung hatte. Sie war klein, in meinem Alter und ehrlich gesagt nicht besonders h&amp;uuml;bsch. Sie schlurfte mit Vorliebe in abgelaufenen Hausschuhen und einem Trainingsanzug herum.&lt;p/&gt;Maria sprach, als ich sie kannte, nur zwei S&amp;auml;tze Deutsch: sie konnte &quot;Ficki-Ficki&quot; sagen und &quot;20 Euro&quot; - der Preis f&amp;uuml;r ihre Dienstleistung. Obwohl meine Bulgarischkenntnisse noch schlechter waren als ihre Deutschkenntnisse, unterhielten wir uns stundenlang mit H&amp;auml;nden und F&amp;uuml;ssen. Sie hatte anscheinend Familie in Bulgarien: zwei Kinder und einen Freund, den sie heiraten wollte. Ihre Art des umgekehrten Sextourismus war f&amp;uuml;r sie die einzige oder sinnvollste M&amp;ouml;glichkeit, ihre Familie zu ern&amp;auml;hren. Deswegen kam sie f&amp;uuml;r drei Monate, verkaufte sich f&amp;uuml;r wertvolle Euros und ging dann wieder - immer mit Angst vor der Polizei oder dem Grenzbeamten, der ihr grundlos die Einreise verweigern konnte.&lt;p/&gt;Bulgarien ist zusammen mit Rum&amp;auml;nien seit dem 1.Januar dieses Jahres das neueste EU-Mitglied. Wird sich f&amp;uuml;r Maria etwas &amp;auml;ndern, wenn sie ihre hart verdienten Wiener Euros in Zukunft nicht mehr in Lew umtauschen muss? Wird Bulgarien auch irgendwann zum Schengengebiet geh&amp;ouml;ren, und ihr kann nicht mehr grundlos die Einreise verweigert werden, wenn sie nach &amp;Ouml;sterreich reisen m&amp;ouml;chte? Wird Maria dann vielleicht sogar die M&amp;ouml;glichkeit haben, andere Arbeit in Wien oder sogar Bulgarien anzunehmen, die ihr die Versorgung ihrer Familie erm&amp;ouml;glicht, ohne sich prostituieren zu m&amp;uuml;ssen?&lt;p/&gt;Von Bulgarien selbst weiss ich nach meinen Gespr&amp;auml;chen mit Maria immer noch so gut wie nichts - nicht mehr als die Fotos, die sie mir zeigte, und den Geschichten, die sie mir erz&amp;auml;hlen wollte.&lt;p/&gt;Maria passierte regelm&amp;auml;ssig mehrere Grenzen und fuhr hunderte Kilometer, um von zu Hause nach Wien zu kommen - vielleicht weiss ich deshalb so wenig dar&amp;uuml;ber, weil das Land so unendlich weit weg von allem ist, was ich kenne. Aber die Bildungsl&amp;uuml;cke, die Bulgarien betrifft, l&amp;auml;sst sich einfach schliessen: meine n&amp;auml;chste Reise geht nach Bulgarien - ich besuche Maria.</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T15:26:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1605/">
    <title>Osten: eine Volksbefragung</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1605/</link>
    <description>Ich muss es zugeben, ich war noch nie im Osten. Das ber&amp;uuml;hrt mich unangenehm, halte ich mich doch f&amp;uuml;r einen weltgewandten, weit gereisten Menschen mit einem Horizont, so breit wie der &amp;Auml;rmelkanal. Aber nein, im &amp;#8222;Osten&amp;#8220; war ich noch nicht. Weder im deutschen, noch im ex-sowjetrepublikanischen, noch im nahen Osten. Entsprechend d&amp;uuml;rftig ist daher meine Kenntnis der Materie.&lt;p/&gt;Anderer Leute Wissen zum Thema ist da schon profunder: Im Osten gibt es viel zu viele Arbeitslose und viel zuwenig Bildung. Im Osten ist alles grau und die Wirtschaft ist im Arsch. Aus dem Osten kommen die Nutten mit den auftoupierten Haaren und den billigen Stiefeln, und die Neureichen mit den Pelzm&amp;auml;nteln und dem schlechten Geschmack. Im Osten wird dir dein Auto unterm Hintern weggeklaut und die Polizei ist furchtbar korrupt. Im Osten hat es &amp;Ouml;l und Atomraketen und alle M&amp;auml;nner tragen Pal&amp;auml;stinensert&amp;uuml;cher und B&amp;auml;rte.&lt;p/&gt;Wie man es auch dreht und wendet, der Osten ist schlecht. Da sollte man nicht hinfahren. Lieber nach Maledivien &amp;#8211; hei&amp;szlig;t doch so, n&amp;auml;? - oder nach S&amp;uuml;dafrika. &amp;#8222;S&amp;uuml;den&amp;#8220; ist ja so viel besser. Und w&amp;auml;rmer. Und die kleinen Negerlein kriegen so auch mal ein paar Devisen ab und k&amp;ouml;nnen sich was H&amp;uuml;bsches kaufen.&lt;p/&gt;Jetzt, wo die Rum&amp;auml;nen und die Bulgaren bei der EU sind, da lohnt es sich au&amp;szlig;erdem gar nicht mehr, zum Einkaufen mal schnell zu denen r&amp;uuml;ber zu fahren. Die passen &amp;uuml;ber kurz oder lang sowieso ihre Preise an, diese geldgierigen S&amp;auml;cke. Kein Wunder, dass die hier alle mit dem dicken Mercedes anrollen. Immer nur hinter der Kohle sind die her. Und unsereiner arbeiten sich die Finger wund f&amp;uuml;r nichts. Dann lieber gleich Hartz IV. Obwohl, da haben die Ossis ja auch ein Monopol drauf, dieses faule Pack. Die Mauer w&amp;auml;r&amp;#8217; mal besser stehen geblieben, aber in dem ganzen &amp;Uuml;berschwang, naja. H&amp;auml;tte man erstmal ein paar L&amp;ouml;cher reinbohren sollen und warten und kucken, wie sich das dr&amp;uuml;ben entwickelt. Die kannten doch nicht mal Bananen, im Osten. Das musste man denen doch erstmal alles m&amp;uuml;hsam beibringen, das mit der freien Marktwirtschaft und so.&lt;p/&gt;Und dann nichts im Kopf als Raketen und &amp;Ouml;l und Biowaffen. Das sind doch sowieso alles Terroristen. Wenn die Flugzeuge in irgendwelche Wolkenkratzer fliegen, dann brauchen die sich gar nicht zu wundern, wenn alle Welt von der Achse des B&amp;ouml;sen spricht. Kommt sicher nicht von ungef&amp;auml;hr. &amp;Uuml;berhaupt sollten die erstmal dankbar sein, dass man die endlich von ihrem Diktator befreit hat, bevor die da so einen Aufstand machen. Aber vielleicht w&amp;auml;re es wirklich besser, die ganze Bagage in Ruhe zu lassen. T&amp;uuml;r zu, Riegel vor; sollen die das doch unter sich ausmachen. Diese Moslems sind doch sowieso ein Volk von Ignoranten, die kann man nicht bekehren. Die essen ja nicht mal Schwein, und dann diese Verschleierei immer. Wenn es nach denen ginge, dann g&amp;auml;be es bald auf jedem Dorf eine Moschee und f&amp;uuml;r ins Puff gehen g&amp;auml;be es die Todesstrafe.&lt;p/&gt;Und die vermehren sich auch wie die Karnickel, die sind ja jetzt schon in der zehnten Generation, aber Deutsch reden k&amp;ouml;nnen die immer noch nicht. Da holt man die wegen der Wirtschaft ins Land und dann wollen die sich einfach nicht integrieren. Und wenn das Gastarbeiter sind, wieso sind die dann immer noch da? Hat sie ja keiner drum gebeten, nicht?&lt;br /&gt;
Ja, der Osten, das ewige Stiefkind des Westens. Dreckig, faul, korrupt, arm, und am Besten gro&amp;szlig;r&amp;auml;umig zu umfahren. Da gibt es nur ein klitzekleines Problem: wo liegt er denn nun eigentlich geografisch gesehen, der &amp;#8222;Osten&amp;#8220;?  Wo f&amp;auml;ngt er an, wo h&amp;ouml;rt er auf? Hinter Wien? In der Mitte von Deutschland? Im Norden der T&amp;uuml;rkei? Links, rechts, oben, unten, hinten, vorne, mittendrin?&lt;p/&gt;Ach, wenn das Leben doch nur noch einmal so einfach w&amp;auml;re wie damals, in der vierten Klasse Grundschule, als ich angesichts der Weltkarte zu der Erkenntnis kam: &amp;#8222;Osten ist dort, wo der Daumen links ist.&amp;#8220; (Also immer rechts von uns).</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T14:40:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1611/">
    <title>Editorial</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1611/</link>
    <description>Ist schon mal wem aufgefallen, dass Osten, obwohl zumindest am Kompass klar definiert, ein Begriff ist, der in seiner Schwammigkeit nur schwer zu &amp;uuml;bertreffen ist. Osten, dass muss der Ort sein, wo herzensgute Strassenr&amp;auml;uber vor lauter Hunger nicht wissen, ob sie mit Limousinen ihre Plattenbauten umkreisen oder doch auf Schr&amp;auml;nken voll mit Atomwaffen tanzen. Nat&amp;uuml;rlich alles Ungl&amp;auml;ubige und unmoralische Heiden, diese erzreligi&amp;ouml;sen Spie&amp;szlig;er. Oder so. Wobei immer noch nicht klar ist, ob diese Wilden &amp;ouml;stlich von Wien oder Vladivostok leben, oder doch schon in Wels?&lt;p/&gt;Jahrzehnte der Trennung zwischen West und Ost durch den kalten Krieg haben ein gigantisches Reservoir an Halbwahrheiten, Vermutungen, &amp;Auml;ngsten und L&amp;uuml;gen &amp;uuml;ber den Osten geschaffen, das erst langsam seit dem Fall des eisernen Vorhangs verebbt, und die historisch &amp;uuml;blichen Animosit&amp;auml;ten zwischen diversen Landstrichen machen den Prozess auch nicht leichter. Aber es tut sich was. L&amp;auml;nder wie Ungarn und Slowenien bl&amp;uuml;hen nach wenigen Jahren der Freiheit auf, und seit kurzem sind auch Rum&amp;auml;nien und Bulgarien offiziell Teil des westlich-demokratischen Europas.&lt;p/&gt;Apropos Ver&amp;auml;nderungen: Dr&amp;ouml;ssler, angenehm. Ich trete ab sofort als Chefredakteur von mindestenshaltbar in die schwer zu f&amp;uuml;llenden Fu&amp;szlig;stapfen von Robert Scharfenberg, den es in andere Gefilde gezogen hat. </description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Editorial</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T16:03:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1598/">
    <title>Rum&amp;auml;nien gestern und heute</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1598/</link>
    <description>&lt;div style=&quot;float: left; width: 240px; height: 450px; padding:0 0px 20px 0&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;storyTeaser&quot;&gt;
&lt;a href=&quot;&quot; style=&quot;color:#666666;&quot;&gt;Ceausescu Vission&lt;/a&gt;&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&quot;startAutor&quot;&gt;von aran but whothehellgivesadamn&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;padding:2px&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;280&quot; alt=&quot;&quot; width=&quot;237&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0301/images/trottoir1.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://flickr.com/photos/pyrotechnicphoenix/95725228/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;small&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1597/&quot;&gt;Permalink&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1597/comment&quot;&gt;Kommentar posten&lt;/a&gt; | &lt;a prefix=&quot; | &quot; href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1597/#comments&quot;&gt;0 Kommentare&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;float: left; width: 240px; height: 450px; padding:0 0px 20px 0&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;storyTeaser&quot;&gt;
&lt;a href=&quot;&quot; style=&quot;color:#666666;&quot;&gt;8 Bucharest&lt;/a&gt;&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&quot;startAutor&quot;&gt;von capnpitz&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;padding:2px&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;280&quot; alt=&quot;&quot; width=&quot;237&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0301/images/trottoir2.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://flickr.com/photos/thegoodreverend/33175928/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;small&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1596/&quot;&gt;Permalink&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1596/comment&quot;&gt;Kommentar posten&lt;/a&gt; | &lt;a prefix=&quot; | &quot; href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1596/#comments&quot;&gt;0 Kommentare&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;

&lt;div class=&quot;clearall&quot;&gt;&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Trottoir</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T13:11:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1609/">
    <title>Ohne Ziel und Lonely Planet</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1609/</link>
    <description>Wer sich nicht beirren l&amp;auml;sst und ein tiefes Loch gr&amp;auml;bt, kommt irgendwo zwischen Australien und Neuseeland im Meer heraus. Oder, wie jugendliche WitzbuchrezipientInnen vielleicht vorschlagen: im Irrenhaus. Wo der landet, der immer nach Osten geht, ist weniger klar. Im Westen? Im Osten? Im Sonnenaufgang? Personen, deren Namen der Redaktion bekannt sind (&lt;em&gt;Anm.: Halt ich f&amp;uuml;r ein Ger&amp;uuml;cht. -Die Red.&lt;/em&gt;), liefern unterschiedliche Reisetipps ab, wenn man sie nach einem guten Ziel fragt, den Osten kennen zu lernen.&lt;p/&gt;St. Petersburg beispielsweise gilt als geeignet. Da k&amp;ouml;nne man sich von korrupten Polizisten bestehlen lassen und sich &amp;#8211; wenn man es versteht &amp;#8211; ganze Ungarische Lebensgeschichten anh&amp;ouml;ren. Andere meinen, dass den Osten nicht kennt, wer noch nicht in Byzanz gewesen ist. Das sieht auch Y. so, die obwohl selbst noch nie in Byzanz gewesen, eine interessante Gespr&amp;auml;chspartnerin ist. Sie arbeitet n&amp;auml;mlich am Flughafen. Y. empfiehlt auf der Suche nach dem Osten eine Landkarte zur Hand zu nehmen und sich rechts zu halten. Den Osten w&amp;uuml;rde man dann schon finden. Am liebsten fertigt sie Fl&amp;uuml;ge in Richtung Norden ab. &amp;#8222;Da wird am meisten getrunken&amp;#8220;. Flugg&amp;auml;ste, die Richtung Osten unterwegs sein kultivierter als Westtouristen. Auch wenn ihr zum Zeichen der Wertsch&amp;auml;tzung ihrer Figur schon einmal ein Kondom nachgeworfen wurde. &amp;#8222;Das war wohl als Angebot zu verstehen&amp;#8220;.&lt;p/&gt;Markus ist Vorarlberger im Wiener Exil. Als er am Telefon Auskunft gibt, ist er bereits ein wenig angeheitert. Er empfiehlt Ostasien, das er kennt und Mekka, das er nicht kennt. Eine gro&amp;szlig;e Rolle Spielt das Ziel f&amp;uuml;r ihn jedoch nicht, so lange die Richtung stimmt. Er reist prinzipiell ohne Ziel und Lonely Planet. Aus Vorarlberger Perspektive sei Wien &amp;ouml;stlich genug. Im Osten sei generell mehr los als im Westen, daf&amp;uuml;r m&amp;uuml;sse man Zugest&amp;auml;ndnisse beim Lebensstandard machen. &amp;#8222;Ich habe in Wien noch keine richtig gute Dusche gesehen. Auch die Bausubstanz und die K&amp;uuml;chenger&amp;auml;te sind im Westen viel besser.&amp;#8220;&lt;p/&gt;F&amp;uuml;r uns Mitglieder der so genannten kultivierten und zivilisierten westlichen Welt ist es gar nicht so einfach den Osten kennen zu lernen. Wir nehmen den Westen gewisserma&amp;szlig;en mit uns. Kulinarische Vorlieben und sonstige Weltanschaulichkeiten folgen uns nach dem Motto: Westen ist, wo wir sind. Der Osten ist m&amp;ouml;glicherweise also immer dort, wo wir gerade nicht sind. Der Nahe Osten beispielsweise, dem niemand so wirklich nahe sein will. Englischsprachige Mitmenschen distanzieren sich konsequenterweise auch sprachlich. Der nahe Osten ist f&amp;uuml;r sie ein &amp;#8222;mittlerer&amp;#8220;, also eigentlich gar nicht so nah.&lt;p/&gt;F&amp;uuml;r A. beginnt der Osten in Wien. Als Studentin internationaler Beziehungen in Irland darf sie das sagen, ohne sich der Favoritner Engstirnigkeit verd&amp;auml;chtig zu machen. Das kann sie sogar geschichtlich begr&amp;uuml;nden.&lt;p/&gt;R. stimmt zu, dass der Osten in Wien beginnt. Pr&amp;auml;zisiert aber: am Mexikoplatz. Und weil wir gerade bei den Dingen sind, die sich geschichtlich begr&amp;uuml;nden lassen, kommt der gerade Recht. Mexiko hat als einziger Staat der Welt protestiert, als &amp;Ouml;sterreich zur Selbstumbenennung in &amp;#8222;Ostmark&amp;#8220; schritt.&lt;p/&gt;Die Wohl klarste Auskunft kann I. geben. F&amp;uuml;r sie ist das Ufer der Langen Lacke eine Ost-West Demarkationslinie.&lt;p/&gt;Wobei das Ufer noch im Westen ist. Das Wasser aber im Osten.</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T15:40:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1608/">
    <title>How the east was won.</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1608/</link>
    <description>Jede Erz&amp;auml;hlung sollte mit &amp;#8222;als ich ... Jahre alt war&amp;#8220; beginnen, und so m&amp;ouml;chte ich auch nun diese Geschichte einleiten:&lt;p/&gt;Als ich 19 Jahre alt war, die Matura &amp;uuml;berstanden, die Pubert&amp;auml;t halbwegs abgeschlossen und die erste Sturm und Drang Phase endlich vor&amp;uuml;ber, erwachte ich, blickte um mich und erkannte, dass ich in einem miesen Rattenloch gelandet war: Innsbruck, das Herz der Alpen, Innsbruck, einzw&amp;auml;ngt in einem Talkessel, gek&amp;uuml;rt vom goldenen Dachl der Dummheit, Innsbruck oh Innsbruck, ich muss dich hassen. Oder eben: &lt;a href=&quot;http://www.herbert-fritz.de/volksliedertext/innsbruck_ich_muss_dich_lassen.html&quot;&gt;lassen&lt;/a&gt;.&lt;p/&gt;What to do? war also die n&amp;auml;chste Frage. Wohin soll ich hin? Was gibt&amp;#8217;s denn sonst so? Berlin, oder besser: &lt;a href=&quot;http://www.brainfarts.de/fart/890/&quot;&gt;Berlin!&lt;/a&gt;, M&amp;uuml;nchen, Graz, ... oder eben: Wien. Wien, die Hauptstadt der Operette und der &lt;a href=&quot;http://fm4.orf.at/chat&quot;&gt;FM4-Chatter&lt;/a&gt;, die Stadt in die alle fr&amp;uuml;her oder sp&amp;auml;ter wollen und Wien, das von Christine N&amp;ouml;stlinger allzu oft in den, in meinen Augen, sch&amp;ouml;nsten Farben beschrieben wird. Oder aber auch: in den b&amp;ouml;sen b&amp;ouml;sen Osten, denn der Balkan f&amp;auml;ngt ja bekanntlich nach Jenbach an.&lt;p/&gt;Was kennt man denn nun als kleines Landei von der gro&amp;szlig;en Stadt? Nat&amp;uuml;rlich, das Flex, vielleicht das Trzesniewski,  die Fiaker, die Melange und den Wiener Grant. Oder so.&lt;p/&gt;Schnell ins Telefonbuch geblickt und ja, eindeutig, bei den Nicht-tiroler-Telefonnummern &amp;uuml;berwiegen die wiener und was soll ich gro&amp;szlig; sagen: weniger als zwei Monate sp&amp;auml;ter fand ich  mich in einer Hippie-WG irgendwo im vierten Bezirk wieder, vor meiner Haust&amp;uuml;r einmal mehr: Andreas Hofer. Damit das Heimweh nicht allzu gro&amp;szlig; wird.&lt;p/&gt;
Und nun. &lt;br /&gt;
Und nun.&lt;p/&gt;
2 &amp;frac12; Jahre sp&amp;auml;ter. &lt;br /&gt;
Gereift (ein wenig). Die Rudimente des nie sonderlich ausgepr&amp;auml;gten Dialekts abgestreift bestelle ich nun beim Heimaturlaub manches Mal aus versehen ein Kr&amp;uuml;gerl, werde nicht verstanden wenn ich die Semmel mit Leberk&amp;auml;s ordere und krieg des &amp;ouml;fteren gesagt dass ich &amp;#8222;voll den Wiener Sl&amp;auml;&amp;auml;ng&amp;#8220; angenommen habe und wei&amp;szlig; nie so ganz genau wie das denn ist mit Heimat, wo ich hinfahre wenn ich sage ich fahr heim und wo denn nun eigentlich meine Basis ist. Fakt aber ist: Freunde hab ich da wie dort, eine h&amp;auml;ssliche Katze...meine h&amp;auml;ssliche Katze! die mich t&amp;auml;glich weckt indem sie mir ins Ohr schnauft nur in Wien und ja, man muss wohl das Beste daraus machen. Aus allem. Wehmut bleibt, sowohl wenn ich am Innsbrucker Hauptbahnhof steh als auch wenn ich vom Westbahnhof aus Richtung...ja, Westen, starte.&lt;p/&gt;Conclusio: Und was sagt uns das alles?! Ich wei&amp;szlig; es nicht. H&amp;ouml;chstens aber: &lt;a href=&quot;http://www.kettcar.net/kettcar_musik_ausgetrunken.html&quot;&gt;Home ist nun mal where your heart is&lt;/a&gt;.&lt;p/&gt;
Und dem sind Himmelsrichtungen schlie&amp;szlig;lich schei&amp;szlig;egal.</description>
    <dc:creator>philipp.droessler</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 philipp.droessler</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T15:31:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1597/">
    <title>Ceausescu Vission</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0301/stories/1597/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;280&quot; alt=&quot;&quot; width=&quot;237&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0301/images/trottoir1.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://flickr.com/photos/pyrotechnicphoenix/95725228/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;</description>
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