
Sixpack
von derbaron
Eigentlich dachte ich bis vor kurzem, mein Leben sei zur Gänze idolfrei. Zugegeben, jeder hat Vorbilder und bewundert die eine oder andere Person. So fand ich dazumals zum Beispiel Grisu den feuerwehrmannwerdenwollenden Drachen cool, lachte stundenlang über Pierre Richard, um mich wenig später unsterblich in Sophie Marceau zu verlieben und beendete schließlich meine frühe Jugendzeit mit dem stundenlangen Anhören alter Genesis-Platten.
Natürlich kann man bei diesen meine Zeit des Heranreifens begleitet habenden Figuren schwerlich davon sprechen, daß es sich bei diesen um Idole gehandelt hat, denn Idolen versucht man in der Regel nachzueifern oder ihnen ähnlich zu werden, doch wollte ich weder Feuerwehrmann noch grün werden (auch wenn ich derzeit ein drachengrünes Auto fahre), so tollpatschig wie Pierre Richard werden (auch wenn mir manchmal eine gewisse Tollpatschigkeit beschieden wird), ich wollte auch nicht so weiblich und sinnlich wie Sophie Marceau werden, lediglich so gut Schlagzeug spielen zu können wie Phil Collins wäre mein Traum gewesen. Zumindest gelang es mir im Lauf der Jahre, mir seine Frisur anzueignen.
Wirkliche Idole hatte ich allerdings nie. Nun wuchs ich also idollos heran, studierte, begann zu arbeiten und das Leben zu genießen. Dazu frönte ich der Devise, daß Sport Mord wäre, ich als friedfertiger Mensch diesen also ablehnte. Und so kam es, daß ich eines Tages bemerkte, daß ich einen kleinen Wohlstandsbauch angesetzt hatte und beim Stiegensteigen außer Atem geriet. Ich kaufte mir einen Hometrainer, der fortan als Kleiderständer fungierte, und ging, statt diesen seinem ursprünglichen Verwendungszweck zu unterziehen, lieber und regelmäßig mit Freunden auf ein Bier.
Doch dann kam jener denkwürdige Tag im heurigen Sommer, der meinem Leben eine fundamentale Wendung bescheren sollte. Ich besuchte das "Lovely Days"-Rockfestival in der beschaulichen Provinzlandeshauptstadt St. Pölten, um dort einen ganzen Konzerttag lang dem Höhepunkt, einem Auftritt von "The Who", entgegenzufiebern und nahm dafür neben einer Reihe von guten anderen Bands auch ein paar Auftritte von Musikern in Kauf, die ich mir freiwillig nicht anhören würde. So stand unter anderem ein einstündiges Set von Billy Idol auf dem Programm.
Billy Idol, dachte ich bei mir, das ist doch dieser Halbstarke, der ein paar seichte Hits fabriziert hatte, die mich schon in meiner Jugend regelmäßig genervt hatten. Auf der Bühne jedoch erschien zu meinem Erstaunen ein charismatischer, gutgelaunter und vor Energie strotzender Sänger, der mit seinem Image selbstironisch umging, der eine gewinnende Ausstrahlung und sein Publikum fest im Griff hatte.
Ich war positiv überrascht und warf meine Vorurteile umgehend über Board. Billy Idol warf im Gegenzug sein Hemd ins Publikum, und was ich nun sah, hätte mir den Verstand geraubt, wäre ich eine Frau oder mit homophilen Zügen ausgestattet. Wenige Meter vor und über mir stand ein Mann von 51 Jahren, der einen durchtrainierten Oberkörper hatte, wie ich ihn noch selten gesehen habe. Nicht übertrainiert wie ein Bodybuilder sondern ausgewogen und schön anzusehen, kein Gramm zu viel, sondern so, daß man jeden einzelnen Muskel wie in einem Anatomielehrbuch erkennen konnte.
Ich ertastete meinen durch den Genuss unzähliger Sixpacks Bier geformten Onepack und blickte neiderfüllt auf Billy Idols Sixpack. Und ehe das Konzert zu Ende war, fasste ich den Entschluss, ebenfalls über eine derartige Körperstatur verfügen zu wollen.
Wenig später schrieb ich mich in einem Fitnessstudio ein, wo ich mich seither quäle und versuche, meinem Idol Idol Ebenbild zu werden. Auf der Haben-Seite des Lebens werde ich demnächst den Körper von Billy Idol und die Haarpracht von Phil Collins besitzen, Schlagzeug spielen werde ich dann aber immer noch nicht g'scheit können.
Natürlich kann man bei diesen meine Zeit des Heranreifens begleitet habenden Figuren schwerlich davon sprechen, daß es sich bei diesen um Idole gehandelt hat, denn Idolen versucht man in der Regel nachzueifern oder ihnen ähnlich zu werden, doch wollte ich weder Feuerwehrmann noch grün werden (auch wenn ich derzeit ein drachengrünes Auto fahre), so tollpatschig wie Pierre Richard werden (auch wenn mir manchmal eine gewisse Tollpatschigkeit beschieden wird), ich wollte auch nicht so weiblich und sinnlich wie Sophie Marceau werden, lediglich so gut Schlagzeug spielen zu können wie Phil Collins wäre mein Traum gewesen. Zumindest gelang es mir im Lauf der Jahre, mir seine Frisur anzueignen.
Wirkliche Idole hatte ich allerdings nie. Nun wuchs ich also idollos heran, studierte, begann zu arbeiten und das Leben zu genießen. Dazu frönte ich der Devise, daß Sport Mord wäre, ich als friedfertiger Mensch diesen also ablehnte. Und so kam es, daß ich eines Tages bemerkte, daß ich einen kleinen Wohlstandsbauch angesetzt hatte und beim Stiegensteigen außer Atem geriet. Ich kaufte mir einen Hometrainer, der fortan als Kleiderständer fungierte, und ging, statt diesen seinem ursprünglichen Verwendungszweck zu unterziehen, lieber und regelmäßig mit Freunden auf ein Bier.
Doch dann kam jener denkwürdige Tag im heurigen Sommer, der meinem Leben eine fundamentale Wendung bescheren sollte. Ich besuchte das "Lovely Days"-Rockfestival in der beschaulichen Provinzlandeshauptstadt St. Pölten, um dort einen ganzen Konzerttag lang dem Höhepunkt, einem Auftritt von "The Who", entgegenzufiebern und nahm dafür neben einer Reihe von guten anderen Bands auch ein paar Auftritte von Musikern in Kauf, die ich mir freiwillig nicht anhören würde. So stand unter anderem ein einstündiges Set von Billy Idol auf dem Programm.
Billy Idol, dachte ich bei mir, das ist doch dieser Halbstarke, der ein paar seichte Hits fabriziert hatte, die mich schon in meiner Jugend regelmäßig genervt hatten. Auf der Bühne jedoch erschien zu meinem Erstaunen ein charismatischer, gutgelaunter und vor Energie strotzender Sänger, der mit seinem Image selbstironisch umging, der eine gewinnende Ausstrahlung und sein Publikum fest im Griff hatte.
Ich war positiv überrascht und warf meine Vorurteile umgehend über Board. Billy Idol warf im Gegenzug sein Hemd ins Publikum, und was ich nun sah, hätte mir den Verstand geraubt, wäre ich eine Frau oder mit homophilen Zügen ausgestattet. Wenige Meter vor und über mir stand ein Mann von 51 Jahren, der einen durchtrainierten Oberkörper hatte, wie ich ihn noch selten gesehen habe. Nicht übertrainiert wie ein Bodybuilder sondern ausgewogen und schön anzusehen, kein Gramm zu viel, sondern so, daß man jeden einzelnen Muskel wie in einem Anatomielehrbuch erkennen konnte.
Ich ertastete meinen durch den Genuss unzähliger Sixpacks Bier geformten Onepack und blickte neiderfüllt auf Billy Idols Sixpack. Und ehe das Konzert zu Ende war, fasste ich den Entschluss, ebenfalls über eine derartige Körperstatur verfügen zu wollen.
Wenig später schrieb ich mich in einem Fitnessstudio ein, wo ich mich seither quäle und versuche, meinem Idol Idol Ebenbild zu werden. Auf der Haben-Seite des Lebens werde ich demnächst den Körper von Billy Idol und die Haarpracht von Phil Collins besitzen, Schlagzeug spielen werde ich dann aber immer noch nicht g'scheit können.


nahlinse
am 15. Dez, 23:24
am 15. Dez, 23:26
Ich möchte ein 'r' kaufen. :-)