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    <title>mindestenshaltbar.net: 0220 (Magazin für Meinungen)</title>
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    <description>Magazin für Meinungen</description>
    <dc:publisher>robert scharfenberg</dc:publisher>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:date>2007-02-04T12:05:31Z</dc:date>
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    <title>mindestenshaltbar.net: 0220</title>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1568/">
    <title>Editorial</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1568/</link>
    <description>Ich glaube, Idole zu haben ist etwas gutes. Solange es unverkrampft ist und man sich die richtigen aussucht.&lt;br /&gt;
Mir gef&amp;auml;llt die Idee, die dahintersteckt - die Idee einer Inspiration, eines role models, an dem man sich im Zweifel richten kann. Und zwar gef&amp;auml;llt mir die Idee gleicherma&amp;szlig;en wie sie mich abschreckt.&lt;br /&gt;
Denn jemanden zu haben, hinter dem man herlaufen kann, macht nicht sicher, sondern denkfaul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine eindeutige Antwort auf das Problem &quot;Idol: ja/nein&quot; gibt es wohl nicht. Sehr wohl aber gibt es sehr viele interessante Meinungen dazu - viel Spa&amp;szlig; mit der Lekt&amp;uuml;re der neuen Ausgabe von mindestenshaltbar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Bei mindestenshaltbar gibt es ab der aktuellen Ausgabe eine Neuerung, &amp;uuml;ber die wir uns sehr freuen: Zuk&amp;uuml;nftig wird Don Dahlmann die Kolumne f&amp;uuml;r mindestenshaltbar schreiben - wir freuen uns sehr &amp;uuml;ber diesen Neuzugang!</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Editorial</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-15T02:17:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1557/">
    <title>herr bertelskamp, der in einem laubhaufen hockte</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1557/</link>
    <description>&amp;#8220;hallo herr bertelskamp&amp;#8221;, sagte der kleine timmy und kletterte von seinem dreirad. &amp;#8220;was machst du da?&amp;#8221;&lt;br /&gt;
herr bertelskamp, der in einem laubhaufen hockte und bis eben dachte, nicht gesehen werden zu k&amp;ouml;nnen, zog seinen kopf ein st&amp;uuml;ck weiter ein.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;ich&amp;#8230; &amp;auml;h, verstecke mich&amp;#8221;, fl&amp;uuml;sterte er gerade so laut, dass der kleine timmy ihn verstehen konnte.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;oh. vor einem b&amp;auml;ren?&amp;#8221;, wollte der kleine timmy wissen, und herr bertelskamp sagte nur &amp;#8220;ja, vor einem b&amp;auml;ren&amp;#8221;, da er so hoffte, den kleinen timmy schnell los werden zu k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;aber hier gibt es doch gar keine b&amp;auml;ren&amp;#8221;, behauptete der kleine timmy, was allerdings nicht stimmte. denn frau schmuse aus dem achten stock, deren vater 1965 in dem f&amp;uuml;rchterlichen flammeninferno von gogelshausen ums leben kam, hatte einen kleinen b&amp;auml;ren. wenn auch einen gut getrimmten.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;doch, hier gibt es sehr wohl b&amp;auml;ren&amp;#8221;, fl&amp;uuml;sterte herr bertelskamp, der frau schmuse recht gut kannte.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;hmm&amp;#8221;, meinte der kleine timmy und kletterte auf sein dreirad. &amp;#8220;das glaube ich nicht.&amp;#8221;&lt;br /&gt;
dann radelte davon.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;hallo herr bertelskamp&amp;#8221;, sagte der olle hinrich, der ein schlauchboot auf seinem kopf balancierte und vor dem laubhaufen stehen blieb.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;hallo oller hinrich&amp;#8221;, sagte herr bertelskamp. &amp;#8220;wieso kannst du mich sehen? und wieso zur h&amp;ouml;lle balancierst du ein schlauchboot auf deinem kopf?&amp;#8221;&lt;br /&gt;
&amp;#8220;das ist kein schlauchboot&amp;#8221;, behauptete der olle hinrich. &amp;#8220;das ist ein sushikutter.&amp;#8221;&lt;br /&gt;
&amp;#8220;quatsch&amp;#8221;, sagte herr bertelskamp. &amp;#8220;das ist kein sushikutter. sushikutter sind aus holz.&amp;#8221;&lt;br /&gt;
&amp;#8220;oder aus gummi.&amp;#8221;&lt;br /&gt;
&amp;#8220;so ein bl&amp;ouml;dsinn. sushikutter sind doch nicht aus gummi.&amp;#8221;&lt;br /&gt;
&amp;#8220;doch, der olle hinrich hat recht. sushikutter k&amp;ouml;nnen auch aus gummi sein&amp;#8221;, kr&amp;auml;chzte die alte frau dosenfu&amp;szlig;, die neben dem ollen hinrich stehen blieb und mit zusammengekniffenen augen auf den laubhaufen blickte. &amp;#8220;herr bertelskamp, sind sie das da in dem laubhaufen?&amp;#8221;&lt;br /&gt;
&amp;#8220;ich&amp;#8230; &amp;auml;h, ja&amp;#8221;, gab dieser entnervt zu und beschloss, dass es keinen sinn mehr machte, sich weiterhin in dem laubhaufen zu verstecken, wenn ihn jeder, ja sogar die fast blinde frau dosenfu&amp;szlig;, sehen konnte.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;meine g&amp;uuml;te&amp;#8221;, begann frau dosenfu&amp;szlig; zu schreien, als herr bertelskamp aus den laubhaufen kletterte und jede menge laub aufwirbelte. &amp;#8220;herr bertelsmann, sie&amp;#8230; sie sind ja nackt.&amp;#8221;&lt;br /&gt;
&amp;#8220;das ist so nicht richtig&amp;#8221;, sagte herr bertelskamp und deutete mit einer hand auf das ding vor seinem zipfel, das er mit seiner anderen hand festhielt.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;was ist das&amp;#8221;, wollte der olle hinrichwissen. &amp;#8220;eine schleckmuschel?!&amp;#8221;&lt;br /&gt;
&amp;#8220;nein, das ist eine badewanne&amp;#8221;, sagte herr bertelskamp, dem nat&amp;uuml;rlich bewusst war, dass es sich bei dem ding vor seinem zipfel um eine schleckmuschel handelte.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;oh. aber eine sehr kleine badewanne&amp;#8221;, meinte der olle hinrich, w&amp;auml;hrend herr bertelskamp nur die augen verdrehte und leise st&amp;ouml;hnte.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;du meine g&amp;uuml;te. ach, du meine g&amp;uuml;te&amp;#8221;, wiederholte sich frau dosenfu&amp;szlig; immer und immer wieder, konnte aber ihren blick nicht von der schleckmuschel nehmen.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;wieso haben sie eine schleckmuschel vor ihrem penis, herr bertelskamp?&amp;#8221;, wollte der kleine timmy, der pl&amp;ouml;tzlich zwischen dem ollen hinrich und frau dosenfu&amp;szlig; stand, wissen.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;das ist eine badewanne&amp;#8221;, belehrte ihn der olle hinrich.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;das ist eine lange geschichte&amp;#8221;, sagte herr bertelskamp.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;hat sie was mit der gro&amp;szlig;en zipfelpr&amp;uuml;fung zu tun?&amp;#8221;, fragte der kleine timmy.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;aber&amp;#8230; woher wei&amp;szlig;t du&amp;#8230;?&amp;#8221;&lt;br /&gt;
&amp;#8220;ach, mein vater&amp;#8230;&amp;#8221;, begann der kleine timmy, als pl&amp;ouml;tzlich die erde zu beben anfing und etwas &amp;uuml;beraus massiges langsam aber unaufhaltsam um die ecke walzte.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;oho&amp;#8221;, meinte der olle hinrich und warf sich blitzschnell zur seite, wobei der sushikutter aus gummi beinahe von seinem kopf gefallen w&amp;auml;re. und auch frau dosendu&amp;szlig; machte einen f&amp;uuml;r ihr alter ziemlich eleganten satz aus der laufbahn des elefantenartigen wesens, w&amp;auml;hrend der kleine timmy schon l&amp;auml;ngst wieder auf seinem dreirad davonged&amp;uuml;st war. nur herr bertelskamp, dem vor schreck beinahe die schleckmuschel hinunter gefallen w&amp;auml;re, reagierte zu sp&amp;auml;t. und so wurde er von dem ding aus schwerem fleisch gerammt und mit in den laubhaufen gerissen.&lt;br /&gt;
&amp;#8220;bo&amp;#8230;bonita&amp;#8230;&amp;#8221;, st&amp;ouml;hnte herr bertelskamp und hatte recht. es war tats&amp;auml;chlich die dicke bonita aus dem f&amp;uuml;nften stock, die sich mit vorliebe in laubhaufen warf und deren schwammige br&amp;uuml;ste nun wie zwei vorh&amp;auml;ngeschlossn&amp;auml;pfe herrn bertelskamp die luft nahmen. dass er langsam das bewusstsein verlor, fand er in diesem augenblick nicht sonderlich schlimm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Dieser Beitrag ist bereits im &lt;a href=&quot;http://totzumittag.dspn.de/2006/12/07/herr-bertelskamp-der-in-einem-laubhaufen-hockte/&quot;&gt;Weblog&lt;/a&gt; des Autors erschienen.&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-14T23:31:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1555/">
    <title>Gef&amp;auml;hrliche Zimtsterne</title> 
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    <description>Endlich ist es m&amp;ouml;glich: Sich Weihnachten ohne jeglichen Alkoholeinfluss einen dauerhaften Leberschaden zuf&amp;uuml;gen. Aber ganz ehrlich: Sind Zimtsterne nicht einfach zu gut, um aufzuh&amp;ouml;ren...?</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
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    <title>Grillen grillen...</title> 
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    <description>...aber Angelina macht keinen Halt bei Grillen - auch Kakerlaken und Bienenlarven standen schon auf dem Speiseplan. Jetzt will sie die Zubereitung von Insekten f&amp;uuml;r den Hausgebrauch lernen - klingt nach einem Weihnachtsfest abseits von Karpfen und Gans....</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
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  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1552/">
    <title>Idole</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1552/</link>
    <description>&lt;div style=&quot;float: left; width: 240px; height: 450px; padding:0 0px 20px 0&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;storyTeaser&quot;&gt;
&lt;a href=&quot;&quot; style=&quot;color:#666666;&quot;&gt;Theotokos Glykophilousa&lt;/a&gt;&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&quot;startAutor&quot;&gt;von zenosaurus&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;padding:2px&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;280&quot; alt=&quot;&quot; width=&quot;237&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0220/images/trottoir2.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://flickr.com/photos/97213807@N00/113181164/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;small&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1554/&quot;&gt;Permalink&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1554/comment&quot;&gt;Kommentar posten&lt;/a&gt; | &lt;a prefix=&quot; | &quot; href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1554/#comments&quot;&gt;0 Kommentare&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;float: left; width: 240px; height: 450px; padding:0 0px 20px 0&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;storyTeaser&quot;&gt;
&lt;a href=&quot;&quot; style=&quot;color:#666666;&quot;&gt;Bacchus Statue, Boboli Gardens, Florence&lt;/a&gt;&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&quot;startAutor&quot;&gt;von Amyesg&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;padding:2px&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;280&quot; alt=&quot;&quot; width=&quot;237&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0220/images/trottoir1.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://flickr.com/photos/53263730@N00/147917779/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;small&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1553/&quot;&gt;Permalink&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1553/comment&quot;&gt;Kommentar posten&lt;/a&gt; | &lt;a prefix=&quot; | &quot; href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1553/#comments&quot;&gt;0 Kommentare&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;

&lt;div class=&quot;clearall&quot;&gt;&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1553/">
    <title>Bacchus Statue, Boboli Gardens, Florence</title> 
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1554/">
    <title>Theotokos Glykophilousa</title> 
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1558/">
    <title>video</title> 
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    <description>&lt;img src=&quot;http://static.flickr.com/143/321212542_6948307b7e.jpg?v=0&quot; alt=&quot;&lt;img src=&quot;http://static.flickr.com/143/321212542_6948307b7e.jpg?v=0&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wir sind ja so gl&amp;auml;sern!&lt;br /&gt;
der gro&amp;szlig;e bruder hat seine augen ja &amp;uuml;berall. wir steigen in u-bahnen ein, bzw. warten auf solche, und irgendwo schaut uns eine videokamera zu, ganz vertr&amp;auml;umt in ihrem digitalen halbschlaf. die bilder, die sie filmt laufen alle irgendwo in einem zentralen rechner zusammen, der irgendwann mittels gesichtskontrolle (oder sogar iris-abstimmung, wie in &quot;minority report&quot;) jeden aus der menge filtern kann; dann wird es mit dem zeitungsfladern am sonntag haarig. da aber die zeitungen ja auch in papierkontainern zu finden sind (und auch eine woche sp&amp;auml;ter noch langweilig sind) geht da wenig verloren.&lt;br /&gt;
der gro&amp;szlig;e bruder muss sehr gelangweilt sein: da stehen leute am bahnsteig und fotografieren die monitore, die sie selber zeigen, g&amp;auml;hn! naja, es ist ja auch schon fast halb zw&amp;ouml;lf uhr nachts, die stadt legt sich zur ruhe, aber die monitore und die videokameras laufen weiter. die ganze nacht lang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
manchmal tut sich was: ein plastiksackerl fliegt irgendwo durch die luft, ganz einsam tanzt es seinen tanz, nur aufgezeichnet von einer einsamen videokamera, die traurig diesem tanz zuschaut, dieses ereignis registriert.&lt;br /&gt;
dem gro&amp;szlig;en bruder ist nachts sicher sehr langweilig. vielleicht sieht er sich ein paar nette videos an, von unter tags, wenn was los ist. menschen die in trauben vor gesch&amp;auml;ften stehen, menschenmassen, die &amp;uuml;ber einkaufsstra&amp;szlig;en hetzen... unm&amp;ouml;glich, einen herauszupicken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der gro&amp;szlig;e bruder ist gelangweilt. es ist so vieles zu registrieren, dass nichts h&amp;auml;ngenbleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Dieser Beitrag ist bereits im &lt;a href=&quot;http://davidramirer.twoday.net/stories/3060426/&quot;&gt;Weblog&lt;/a&gt; des Autors erschienen.&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-14T23:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1559/">
    <title>Schlechte Zeiten f&amp;uuml;r Idole</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1559/</link>
    <description>Das mit den Idolen ist ja so eine Sache. Auch und  weil sie gerade in jungen Jahren mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit kommen und gehen. Ich habe mal versucht, mich an all die Idole zu erinnern, die ich in meinen Leben so hatte und musste feststellen, dass die Suche sehr schwierig und nicht eben erfolgreich war. Meinem Vater erging es da ganz anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3 Jahre&lt;br /&gt;
In diesem Alter war der klare Favorit in Sachen Idol meine Ur-Gro&amp;szlig;mutter. Diese war am Vormittag f&amp;uuml;r mich verantwortlich, jedenfalls dann, wenn ich wach war und sie Lust hatte. Der Grund f&amp;uuml;r die quasi religi&amp;ouml;se Verehrung meiner Ur-Gro&amp;szlig;mutter lag in der F&amp;auml;higkeit begr&amp;uuml;ndet, dass sie mittels eines Messers einen Apfel so sch&amp;auml;len konnte, dass sich eine lange Apfelschalenschlange ergab. Und zwar eine durchgehende, von oben bis unten zum letzten Fitzel Apfelschale. Das soll erstmal einer nachmachen. Meine Mutter, von der ich selbstverst&amp;auml;ndlich &amp;auml;hnliche Ergebnisse beim Apfelsch&amp;auml;len erwartete, war diesbez&amp;uuml;glich v&amp;ouml;llig untalentiert und so rissen die Apfelschalenschlangen immer durch, was ihr deutliche Minuspunkte einbrachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 bis 5 Jahre&lt;br /&gt;
Erstmals entdeckte ich, dass auch Dinge zu einem Idol werden k&amp;ouml;nnen und so erw&amp;auml;hlte ich den Staubsauger meiner Mutter zum Idol. Das war n&amp;auml;mlich ein ganz besonderer Staubsauger. Zum einen war es, laut meiner Mutter, ein &quot;Klopfstaubsauger&quot; worunter ich mir zwar nichts vorstellen konnte, aber es klang spannend. Zum anderen, und das war das entscheidende, hatte der vorne Licht. Wie bei einem Auto ging vorne am Staubsauger ein Scheinwerfer an, der wahrscheinlich eher zur Schlampigkeit neigende Hausfrauen daran gemahnen sollte, das auch unter den Sesseln und dem Bett h&amp;auml;sslicher Staub zu finden sei, der mittels Klopfger&amp;auml;usche zur Aufgabe gezwungen werden sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5 bis 7 Jahre&lt;br /&gt;
Ich beschloss erstmal ein paar Jahre ohne Idolzu leben und erholte mich von dem Schock, dass meine Mutter einen neuen Staubsauger ohne Scheinwerfer hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7 Jahre&lt;br /&gt;
Donald Duck trat in mein Leben. Im Grunde war er schon ein paar Jahre l&amp;auml;nger da, aber so mit sechs oder sieben Jahren konnte ich dann auch einigerma&amp;szlig;en lesen und verstehen, was in wei&amp;szlig;en Feldern &amp;uuml;ber ihm stand. Mir blieb auch nicht verborgen, dass Donald im Grunde ein Verlierer war. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch die sozialistisch-romantische Vorstellung, dass Dagobert ja mal was abgeben k&amp;ouml;nnte, und besprach diese Angelegenheit h&amp;auml;ufiger mit meiner Mutter, die aber eine konservativ-kapitalistische Denkweise bevorzugte, was zu tr&amp;auml;nenreichen Auseinandersetzungen f&amp;uuml;hrte, bei denen komischerweise immer meine Mutter gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8 Jahre &lt;br /&gt;
Der Nachbar von nebenan. Dieser hatte einen sehr, sehr gepflegten Garten und tat den ganzen Tag nichts anderes, als im Garten ein wenig Unkraut zu j&amp;auml;ten und die Blumen zu betrachten. Es stand f&amp;uuml;r mich fest, dass ich auf jeden Fall G&amp;auml;rtner werden w&amp;uuml;rde, denn das war ja wohl ein absolut genialer Job. Den ganzen Tag zu Hause, Blumen schubsen und daf&amp;uuml;r auch noch Geld bekommen. Wahnsinn. Ich unterrichtete alsbald meine Eltern &amp;uuml;ber diesen Entschluss. Die nickten, machten mich aber darauf aufmerksam, dass der Nachbar mit seiner Gartenpflege ja kein Geld verdienen w&amp;uuml;rde, weil er Geld vom Staat bekommen w&amp;uuml;rde. Ich entgegnete verbl&amp;uuml;fft, dass ich das doch nicht brauchen w&amp;uuml;rde, da sie als meine Eltern ja Geld verdienen w&amp;uuml;rden. Mein Vater beschloss mir das Taschengeld zu k&amp;uuml;rzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 bis 13 Jahre&lt;br /&gt;
Mein Vater. Der war in dieser Zeit als Rennfahrer unterwegs. Weil seine Rennen oft im Rahmenprogramm von gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Veranstaltungen liefen, konnte die gesamte Familie immer mit &quot;All Areas&quot; P&amp;auml;ssen ausgestattet werden. Wenn man bei einem Motorsport begeisterten, ca 10j&amp;auml;hrigen Jungen Eindruck schinden will, dann ist Kombintion &quot;All Areas&quot; Pass und Mittagessen neben den damals gro&amp;szlig;en Stars wie Klaus Ludwig, Derek Bell und Jacky Ickx sicher nicht die schlechteste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13 Jahre&lt;br /&gt;
Susanne aus der dritten Reihe. Und Nena.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 Jahre&lt;br /&gt;
Susanne aus der dritten Reihe. Und Kim Wilde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Jahre &lt;br /&gt;
Herny Miller, wie ich anderer Stelle &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0210/stories/957/&quot;&gt;hier schon mal erw&amp;auml;hnte&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab 17 Jahre&lt;br /&gt;
Nach einer kurzen politischen Phase landete ich bei Menschen, denen es im Grunde ihres Herzens darum ging, dass sie sich um sich selbst k&amp;uuml;mmerten. Idole waren pass&amp;eacute;, auch weil es schlicht und ergreifend keine gab. Es war 1984 und die britische Band Heaven 17 hatte erst ein Album namens &amp;#8222;Penthouse and Pavement&amp;#8220; ver&amp;ouml;ffentlicht um dann mit &amp;#8222;The Luxury Gap&amp;#8220; nachzulegen. Darum sollte es also jetzt gehen &amp;#8211; gelangweilter Luxus im Synthesizer Gewand, statt handgemachte Musik von politisch engagierten Liedermachern. All die ideologischen Grabenk&amp;auml;mpfe der letzten Jahre waren so langweilig und ausgelutscht, dass man nicht mal mehr dar&amp;uuml;ber nachdachte, sich mit ihnen auseinander zu setzen. Es machte keinen Spa&amp;szlig; mehr, ein Idol zu haben. Aber irgendwas f&amp;uuml;hlt sich daran bis heute f&amp;uuml;r mich nicht richtig an und daran ist Elvis schuld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als am 16.08.1977 Elvis starb, habe ich meinen Vater das erste Mal weinen sehen. Mein Vater war kein Elvis Fan im klassischen Sinne. Er hatte nur ein oder zwei Schallplatten von ihm und er h&amp;ouml;rte ihn nicht mal besonders oft. Aber da war was anderes, was Elvis f&amp;uuml;r ihn und wahrscheinlich f&amp;uuml;r Millionen andere zu einem Idol werden lie&amp;szlig;. Der S&amp;auml;nger stand f&amp;uuml;r viel mehr, als nur f&amp;uuml;r Musik. Er war nicht nur der erste Popstar, er bedeutete viel mehr. Erst stand f&amp;uuml;r die Abgrenzung von den psychisch wie physisch immer noch kriegsversehrten Eltern, deren Erlebnisse man auf Grund des eigenen Geburtsdatums nicht geteilt hat und die sich Ende der 50er Jahre am deutschen Wirtschaftswunder festhielten. Musikalisch gab es keine Alternativen. 1958, dem Jahr, als Elvis nach Deutschland kam um seinen Wehrdienst abzuleisten, belegte Fred Bertelmann mit dem Titel &quot;Der lachende Vagabund&quot; von Januar bis M&amp;auml;rz den ersten Platz in den Hitparaden. So war es auch kein Wunder, das im Hause meines Vaters das laute H&amp;ouml;ren von Elvis Songs verboten war. Und weil das f&amp;uuml;r meisten Elternh&amp;auml;user galt, traf man sich in einer Bar die eine Jukebox hatte und dr&amp;uuml;ckte die Nummern von Elvis, Chuck Berry und Peter Kraus. Mit Rock &apos;n Roll und Elvis verband mein Vater seine erste Rebellion, seine Trennung von dem, was seine Eltern ihm vorsetzten. Und verantwortlich daf&amp;uuml;r war der gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Star von allen: Elvis. Er war der Grund, warum mein Vater immer wieder die Bar ging, er war der Grund, warum er nicht wie seine Eltern Arzt werden wollte. Als der 1977 starb, da starb auch ein St&amp;uuml;ck seiner Jugend und damit auch ein Lebensgef&amp;uuml;hl, dass man vielleicht immer exakt gelebt hatte, aber doch in sich trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute spuckt eine Unterhaltungsindustrie seine Stars nur noch f&amp;uuml;r wenige Momente auf den Markt. J&amp;auml;hrlich werden im Fernsehen neue &quot;Popstars&quot; gek&amp;uuml;rt, die nach wenigen Wochen schon wieder vergessen sind und nicht mal mehr als Klingelton taugen. Um zu einem Idol zu werden muss man etwas Revolution&amp;auml;res tun. Einen neuen Malstil erfinden, neue Schreibstile, eine neue Musikrichtung. Und man muss damit in die Herzen der Menschen kommen. Doch heute werden monatliche irgendwelche neuen &quot;Stars&quot; und &quot;Revolution&amp;auml;re Neuigkeiten&quot; propagiert. Heute findet man leider nur noch tote Idole, weil die Schnelligkeit unserer Welt und die der Konsumindustrie nichts anderes mehr zul&amp;auml;sst. Wenn irgendwann in der Zukunft mein Radiowecker los geht und mir mitteilt, dass Michael Jackson, Madonna oder Simon le Bon tot ist, werde ich sicher nicht in Tr&amp;auml;nen ausbrechen, was ich eigentlich viel trauriger ist. 
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Kolumne</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-14T23:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1563/">
    <title>Idolize me</title> 
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    <description>Erinnert ihr euch auch, fr&amp;uuml;her an diese B&amp;uuml;chlein die man mit seinen Freunden getauscht hat, damit die etwas hineinschreiben? Ich meine nicht die echten Stammb&amp;uuml;cher die dem Schreibenden jede Freiheit lassen, sondern diese Quiz-B&amp;uuml;cher, die eine Million nerviger Fragen stellen die man eigentlich nicht beantworten kann und vor allem nicht beantworten will - und sie selbstverst&amp;auml;ndlich, unserem schulantrainierten Verlangen Fragen zu beantworten, Tests zu bestehen und L&amp;uuml;ckentexte zu f&amp;uuml;llen, doch nach bestem Wissen und Gewissen auszuf&amp;uuml;llen, damals wie heute. Ich mochte diese Quiz-FreundschaftsB&amp;uuml;cher damals schon nicht, hatte aber nat&amp;uuml;rlich trotzdem eines, zus&amp;auml;tzlich zum althergebrachten Stammbuch, wie die meisten bei uns, am Stadtrand von Wien, Anfang der 90er Jahre. Die schlimmsten Fragen waren die nach dem Lieblingsbuch, Lieblingsessen, LieblingsmusikerIn - zu viele Antworten! Unm&amp;ouml;glich, auf der kurzen zumeist gepunkteten Linie alles unterzubringen - und die nach &amp;#8222;meinem Idol&amp;#8220;. Schon damals konnte ich das nicht zufriendenstellend beantworten und lie&amp;szlig; das Feld meist leer. In mein eigenes Freundschaftsbuch schrieb ich im zarten Alter von zehn Jahren neben &amp;#8222;Mein Idol&amp;#8220; - &amp;#8222;brauche keins&amp;#8220;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mich auch wirklich nicht daran erinnern, jemals ein Idol gehabt zu haben. Klar habe ich Vorbilder - aber f&amp;uuml;r die verschiedensten Dinge. Die Frau die ich vorige Woche auf der Stra&amp;szlig;e gesehen habe ist mein Vorbild, was den Plastikschmuck den sie trug betrifft. Meine Gesangslehrerin ist mein Vorbild in Bezug auf Technik und mein Interpretationslehrer ist mein Vorbild in Bezug auf Sprache. Angelika Kirchschlager ist mein Vorbild als junge &amp;ouml;sterreichische S&amp;auml;ngerin und Christa Ludwig ist mein Vorbild, was Gesang im allgemeinen betrifft. Siegfried Lenz ist mein Vorbild bei Sprache im Roman, Umberto Eco mein Vorbild beim Erz&amp;auml;hlen. Ich k&amp;ouml;nnte noch lange, lange weiter meine Vorbilder aufz&amp;auml;hlen, meine Eltern, meine Granny, meine Kollegen und Freunde nennen; Musiker, Maler, Schauspieler, Bildhauer, die mich inspiriert und ber&amp;uuml;hrt haben, K&amp;uuml;nstler, Wissenschaftler und andere Menschen, die mich beeindruckt haben und trotzdem w&amp;auml;re ich der Frage nach meinem Idol nicht n&amp;auml;her. Zum einen, weil Idole und Vorbilder nicht das gleiche sind - ein Idol ist eine einzelne Person, ein echtes So-m&amp;ouml;chte-ich-gern-sein-M&amp;auml;dchen, um mit Christine N&amp;ouml;stlinger zu sprechen. Und ich denke, genau da liegt auch mein Problem mit dem Konzept. Ich verstehe den Begriff &amp;#8222;Idol&amp;#8220; so, da&amp;szlig; das eben jemand ist, dem ich nacheifere, den ich nachahmen m&amp;ouml;chte. &amp;#8222;Du bist mein Idol&amp;#8220; hei&amp;szlig;t &amp;#8222;Ich w&amp;auml;r gern genau wie du&amp;#8220;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r mich stimmt das nicht. Ich w&amp;auml;re nicht gerne genau wie jemand anders, ich w&amp;auml;re gerne genau wie ich. Und das ist schon schwierig genug, auch ohne da&amp;szlig; ich versuche, jemand anderem gerecht zu werden. Nat&amp;uuml;rlich bin ich daf&amp;uuml;r, Ziele anzustreben, Ideale zu haben und immer zu versuchen, besser zu werden. Und dann noch besser. Und selbst wenn ich einmal die Beste w&amp;auml;re, w&amp;uuml;rde ich immer noch besser werden wollen, einfach, um mich immer weiterzuentwickeln und immer etwas Neues zu lernen. W&amp;uuml;rde mir ein Idol dabei helfen, h&amp;auml;tte ich vermutlich eines, aber so ist es nicht. Ich habe keines und ich will auch keines - &amp;#8222;brauche keins&amp;#8220;, genau wie damals.
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-14T23:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1560/">
    <title>MM, Kalifornia</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1560/</link>
    <description>Kai reicht mir in meiner bunt gestrichenen K&amp;uuml;che ein bunt verpacktes Geschenk in der Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e eines schmalen Taschenbuchs. Ich bin &amp;uuml;berrascht-verwundert (meist schenkt er in Deutschland nicht erh&amp;auml;ltliche DVDs, B&amp;uuml;cher usw) und packe aus. Es ist ein schmales Taschenbuch! Ein Travel Guide. Los Angeles. &lt;br /&gt;
&quot;Mach mal auf!&quot;&lt;br /&gt;
Ich falle angesichts eines Business Class Tickets nach LA in Ohnmacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitsprung. Nikotinpflaster pflastern meinen Flug. Ich deriliere angesichts meiner Sozialphobie (12 Stunden Reisen in Transportmitteln, die mit Fremden besetzt sind), des Zigaretten-Entzugs und des Lebenstraumes, der wahr werden wird, der so albern ist, aber existiert, seit ich 9 Jahre alt bin: Ihr Grab besuchen. Kai hat diesen Traum wahr gemacht. Drei Tage Los Angeles und Silvester 03/04 zur&amp;uuml;ck nach FFM und B. Das Hotel ist in Torrance, aber wir haben einen Mustang und cruisen die Highways entlang. LA scheint gar nicht so gro&amp;szlig; wie ich mir vorgestellt habe. Sogar der Smog riecht f&amp;uuml;r mich gut. Venice, Santa Monica, Abstecher nach Bel Air, Melrose. Sunset Boulevard, Mulholland Drive, Hollywood and Vine. Jede Stra&amp;szlig;e Celluloid. Wie in jeder Stadt in der ich bin &amp;uuml;berlege ich, ob ich hier leben k&amp;ouml;nnte und denke &quot;Ja&quot;. (Opportunist). Und dann suchen wir den Westwood Memorial Friedhof. Und finden ihn nicht. Er liegt ganz versteckt, irgendwo hinterm Wilshire Blvd. Da ist ein Kino, in dem &quot;Mona Lisa Smile&quot; l&amp;auml;uft und ein Film mit Owen Wilson. B&amp;uuml;ro-Hochh&amp;auml;user. Wir parken den Mustang (im Halteverbot, wie sich sp&amp;auml;ter herausstellt) und suchen. Finden. Leer, kaum jemand da, au&amp;szlig;er Kai und mir. Ein v&amp;ouml;llig undramatischer, geradezu peinlich kleiner Vorstadt-Friedhof mitten in LA. Rasenfl&amp;auml;chen mit identisch gestalteten Grabplatten. Kuck ma - Jack Lemmon! Truman Capote. Dann die &quot;Schr&amp;auml;nke&quot;, die Leichenschubladen. Wo man nicht verrottet sondern vertrocknet. Mein Blick wandert und ich werde ganz traurig - ich muss es doch auf Anhieb finden, das Grab meiner Kindheitsk&amp;ouml;nigin... Aber nee. Und es gab keinen Blumenladen. Ich mein, hey - jeder Schei&amp;szlig;friedhof hat einen Blumenladen. Dann &amp;auml;rgere ich mich &amp;uuml;ber meine bl&amp;ouml;de Idee, mir die Haare &amp;uuml;ber Weihnachten unbedingt rot t&amp;ouml;nen zu m&amp;uuml;ssen. Ich bin in LA! Auf ihrem Friedhof! Und nicht mal blond!! Dann sehe ich auf einem Grab einen Tinker Bell Aufkleber. Heather O&amp;acute; Rourke, &quot;Carol Ann&quot; aus den &quot;Poltergeist&quot;-Filmen. Da wird mein Herz warm. F&amp;uuml;r Tink stand SIE Modell. Und dann, paar Schritte weiter, sehe ich einen Sargschrank, einen Fl&amp;auml;che mit Plaketten, und eine Grabkammer ist viel dunkler als die anderen. Weil alle sie ber&amp;uuml;hren wollen. Ich gehe, schaue - ihr Name, 1926-1962. Lippenstiftabdr&amp;uuml;cke von bescheuerten Fans. Geschmacklose Blumen, teils vergammelt. Joe DiM.&amp;acute;s Dauerauftrag &quot;jeden Tag eine frische rote Rose&quot; lief 1982 aus. 20 Jahre waren gebucht, 20 Jahre reichen, er ist Pragmatiker. Und trotzdem gelten seine letzten Worte ihr. Er hat nach ihr nie wieder geheiratet. &lt;br /&gt;
Und ich hab nichts dabei. Keine Blume. Nichts. F&amp;uuml;r die Leiche meiner Heldin. Und dieses abgefummelte Grab schl&amp;auml;gt mir aufs Gem&amp;uuml;t und ich setz die Sonnenbrille auf, damit Kai nicht sieht, dass es dahinter zu flie&amp;szlig;en beginnt. Und will dem Schei&amp;szlig;-Governor Schwarzenegger einen Brief schreiben &quot;Sie da - so ruht Hollywod-Royalty aber nicht! Schafffen Sie ein Mausoleum f&amp;uuml;r die Dame, und zwar heute und nicht manana!&quot; Aber wir gehen einfach wieder, zupfen das Strafticket von der Windschutzscheibe, setzen uns in den Mustang und fahren schweigsam nach Torrance. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FINAL ADDRESS TO MARILYN MONROE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilshire Boulevard, East Rhode Island Street&lt;br /&gt;
North El Centro Avenue&lt;br /&gt;
Odessa, Archwood, Arbol Street.&lt;br /&gt;
Nebraska, Franklin, Fountain Ave&lt;br /&gt;
West Olympic Boulevard&lt;br /&gt;
Cold cold cold Stone Canyon Road&lt;br /&gt;
Crescent Heights and Kelton Way&lt;br /&gt;
Beverly Glen, Castilian Drive&lt;br /&gt;
Hilldale Ave, North Lodi Street&lt;br /&gt;
Delongpre Avenue&lt;br /&gt;
North Palm Drive&lt;br /&gt;
West Sunset&lt;br /&gt;
North Doheny. Doheny...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12305 Helena Drive&lt;br /&gt;
12305 Helena Drive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentwood&lt;br /&gt;
Los Angeles&lt;br /&gt;
Helena Drive&lt;br /&gt;
My spanish-style dream house&lt;br /&gt;
barely saw me alive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brentwood&lt;br /&gt;
Los Angeles&lt;br /&gt;
Helena Drive&lt;br /&gt;
The first house I owned&lt;br /&gt;
saw me barely alive&lt;br /&gt;
one two three o five Helena Drive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Twelve fifteen South Glendon Ave:&lt;br /&gt;
Westwood Memorial Park,&lt;br /&gt;
My Grave.</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Instant Illusion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-14T23:32:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1561/">
    <title>Wilhelm, das alte Arschloch</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1561/</link>
    <description>Wissen Sie, wir Schweizer sind ja ganz genau, wie Sie sich das immer vorstellen. Wir essen ausschlie&amp;szlig;lich R&amp;ouml;sti, klettern st&amp;auml;ndig auf Berge und sprechen komisch. Und nat&amp;uuml;rlich sind wir ein bisschen detailverliebt, sehr genau und vollkommen unlocker, &amp;#8222;odr&amp;#8220;?&lt;br /&gt;
Und nat&amp;uuml;rlich, um auch recht sch&amp;ouml;n ins Bild zu passen, finden wir (ich meine das tats&amp;auml;chlich im Sinne von &amp;#8222;ausnahmslos&amp;#8220;) Wilhelm Tell gut. Das liegt uns quasi im Blut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz zur Erinnerung f&amp;uuml;r die, denen die Geschichte nicht bekannt ist: Wilhelm Tell beschlie&amp;szlig;t, eine als Vogt verkleidete Stange mit Hut nicht zu gr&amp;uuml;&amp;szlig;en, was den tats&amp;auml;chlichen Vogt &amp;auml;rgert. Dieser l&amp;auml;sst Herrn Tell festnehmen und verspricht ihm die Freiheit wenn Tell es schafft, einen Apfel auf eine gewisse Entfernung mit der Armbrust zu treffen. Tell ist erleichtert, Vogt stellt unter den Apfel Walther, den Sohn von Tell, Tell ist nicht mehr erleichtert. Tell trifft aber doch mehr Apfel als Sohn und die Sache ist vorerst vorbei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und warum ist jetzt Wilhelm Tell mein (unser?) Idol? Weil er im Grunde genommen so ein wunderbarer Idiot ist. Weil er gerade das nicht ist, was uns Schweizern ja auf die Fahne geschrieben ist, n&amp;auml;mlich neutral. Vielleicht ist Tell unser aller Wunschdenken, unsere subtile &amp;#8222;aber wir k&amp;ouml;nnen auch anders&amp;#8220;-Warnung, unser Pfeifen im Dunkeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn nicht nur, dass er zuerst meint, eine Stange mit Hut anp&amp;ouml;beln zu m&amp;uuml;ssen und anschlie&amp;szlig;end auch noch den dazugeh&amp;ouml;rigen Vogt, f&amp;auml;llt er das n&amp;auml;chste Mal ungut auf, als er sich und seinen Sohn eigentlich schon gerettet hat. Eigentlich.&lt;br /&gt;
Denn nach dem Schuss durch den Apfel verr&amp;auml;t er dem Vogt noch schnell, dass er im Todesfalle seines Sohnes, den Vogt erarmbrustet h&amp;auml;tte.&lt;br /&gt;
Der Vogt ist nat&amp;uuml;rlich von der Idee seines eigenen Ablebens wenig begeistert, beschlie&amp;szlig;t also, Tell einzukerkern. Tell wiederum ist nicht sonderlich angetan von einem Leben im Kerker, fl&amp;uuml;chtet also im Bewusstsein, den eigentlich bis jetzt noch relativ geduldigen Vogt nun endg&amp;uuml;ltig sauer gemacht zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das hier soll ja keine Nachhilfestunde in Schweizer Geschichte sein &amp;#8211; und eigentlich geht es auch gar nicht darum, wer jetzt wem einen Apfel vom Kopf geschossen hat, wer ihn gegessen hat und ob der Apfel einen Wurm hatte. Nein, es geht vielmehr darum, dass wir Schweizer uns so einen netten Nationalhelden ausgesucht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverst&amp;auml;ndlich entsprechen wir nicht den Vorurteilen aus dem ersten Absatz &amp;#8211; nicht v&amp;ouml;llig zumindest. Aber weil wir in unserer Gesamtheit (und bitte entschuldigen Sie die Verallgemeinerung, in meinem subjektiven Empfinden ist es so) eben doch sehr neutral und zur&amp;uuml;ckgehalten sind, finde ich es geradezu wundervoll, ein totales Arschloch zum kollektiven Idol auszuerk&amp;uuml;ren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und genau da sind wir an dem Punkt angelangt, wo zumindest ich versuche, meinem Idol ein bisschen gerecht zu werden. Erstens kann man Nicht-Schweizer auf diese Weise wunderbar schockieren und zweitens lebt sich mein Leben angenehmer, seit mir bewusst ist, wie Tell mein Leben ver&amp;auml;ndern kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulich beim Einkaufen habe ich zum Beispiel der altem Dame vor mir, die den Betrag unbedingt in kleinstm&amp;ouml;glichen M&amp;uuml;nzen zahlen wollte, einfach einen Apfel auf den Kopf gesetzt, habe meine Armbrust&amp;#8230;. nein, nat&amp;uuml;rlich nicht.&lt;br /&gt;
Es sind die kleinen Gelegenheiten, wo ich den Tell rauslasse. Seitdem finde ich, ein &amp;#8222;Nein&amp;#8220; v&amp;ouml;llig ausreichend wenn ein Kollege Schicht tauschen m&amp;ouml;chte und ich bin auch in der Lage einem Menschen am Telefon zu sagen, dass wir sein Produkt a) nicht brauchen b) nicht von der Qualit&amp;auml;t &amp;uuml;berzeugt sind und c) gerade einfach nicht wollen.&lt;br /&gt;
Alles freundlich, versteht sich, aber doch bestimmt. Wilhelm Tell h&amp;auml;tte sich nicht eine halbe Stunde lang &amp;uuml;ber einen Kopierer berichten lassen &amp;#8211; ich schon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deswegen werde ich morgen wieder ein St&amp;uuml;ckchen mehr wie Wilhelm Tell sein.&lt;br /&gt;
Raus mit den &amp;Auml;pfeln &amp;#8211; hier komm ich!
</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-14T23:32:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1562/">
    <title>Harald Juuuhnke</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1562/</link>
    <description>&amp;#8222;Ja, wir haaaaaben ein Idol &amp;#8211; Harald Juuuuuuhnnke!&amp;#8220; dr&amp;ouml;hnt es neben mir durch die Autoscheibe. Im Inneren vier ich m&amp;ouml;chte fast sagen Kinder, wohl so Mitte 20, die lautstark und wiederholt beweisen, dass sie diese eine Zeile schon auswendig k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ampel wird gr&amp;uuml;n, der Motor des vollgepferchten Mazda heult (oder besser:schreit) auf und meine Kreuzungsbekanntschaften sind auf und davon. Ich steige wieder aufs Rad, fahre Richtung Brandstwiete und bekomme schlimmerweise weder die vier Autoinsassen noch die Melodie des Lieds aus dem Kopf. Was m&amp;ouml;gen ihre Idole wirklich sein? Sie k&amp;ouml;nnen doch nicht wirklich so sein wollen wir Juhnke, oder? Ich meine ja, ab und zu mal &amp;uuml;ber die Str&amp;auml;nge schlagen &amp;#8211; aber als alter, zitternder Mann mit allen m&amp;ouml;glichen Krankheiten im Krankenhaus liegen und bei jeder noch kleinen Sache Hilfe brauchen. Kann jemand Idol sein, der nicht selbstst&amp;auml;ndig Nahrung zu sich nehmen kann? Jemand, der sich selbst kaputt gemacht hat? Das kann ich nicht glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer also sind die Idole meiner vier Juhnke-Anh&amp;auml;nger? Sind es die Gesichter, die unsere Medien bev&amp;ouml;lkern? Sind es Merkel, Tokyo Hotel, Bohlen, Klinsmann? Ohne irgendeinem der genannten nahe treten zu wollen, finde ich nicht, dass sie Idol-Potential haben. Nat&amp;uuml;rlich haben sie auf irgendeine Art und Weise einige Dinge richtig, sehr richtig mitunter sogar, gemacht und sind erfolgreich geworden. Aber Idole? Menschen, die man sich aussucht, um von ihnen zu lernen, um zu versuchen, dieselben Dinge richtig zu machen. Wohl kaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei mangelt es ja nicht einmal an Begeisterung. Nehmen wir mal als relativ neutrales Beispiel Klinsmann her: War doch gut, was er mit unserer Mannschaft bei der WM gemacht hat, oder? Und bestimmt werden in dieser Minute B&amp;uuml;cher geschrieben, die &amp;#8222;Die Klinsmann-Methode&amp;#8220; propagieren, aber wann haben Sie zuletzt jemanden sagen geh&amp;ouml;rt, er oder sie w&amp;auml;re gerne so wie Klinsi?&lt;br /&gt;
Eben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je l&amp;auml;nger ich dar&amp;uuml;ber schreibe, desto eher kommt mir der Verdacht, dass wir vielleicht zuwenig Idole haben. Nicht auf eine altbackene, fingerhebende  &amp;#8222;Die Jugend von heute hat keine Idole mehr&amp;#8220;-Weise, sondern ganz allgemein. Sie und ich. Der Mensch, der vor meinem Fenster gerade an die Laterne pinkelt und die Dame, die sich heute im Supermarkt vorgedr&amp;auml;ngt hat. Die Menschen in der Politik und die Menschen bei der M&amp;uuml;llabfuhr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn sagen Sie mir mal ganz spontan, wer Ihr Idol ist. Ich kann Ihnen (leider?) so auf die schnelle keine Antwort geben. Und selbstverst&amp;auml;ndlich drehen wir das alle so hin als seien wir unheimlich individuell und sind selbst so toll, dass wir keine G&amp;ouml;tzenbilder brauchen, die wir nach&amp;auml;ffen k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, f&amp;uuml;r einen gewissen Teil (vielleicht sogar einen recht gro&amp;szlig;en) mag das sogar stimmen. Aber was ist mit den Menschen, die kein Ziel im Leben haben, die ihre Richtung noch nicht gefunden haben? Also insbesondere Jugendliche. An welchen Werten orientieren sich diese Menschen denn, wenn sie jemanden suchen? An der Politik? Wohl kaum. An den Gesichtern aus Funk und Fernsehen? Auch nicht. Denn auch, wenn &amp;#8222;unsere Kleinen&amp;#8220; oft f&amp;uuml;r dumm gehalten werden (ich werfe mal das Wort &amp;#8222;Pisa&amp;#8220; in die Luft) &amp;#8211; so dumm sind sie auch nicht, dass sie nicht wissen, dass G&amp;uuml;lcan und Carrie Bradshaw keine Leitbilder sein k&amp;ouml;nnen. Die Kirche w&amp;uuml;rde diese Leittierrolle wohl ganz gerne &amp;uuml;bernehmen, die Sch&amp;auml;fchen ins Trockene f&amp;uuml;hren und moralisch st&amp;uuml;tzen &amp;#8211; aber welches Vertrauen bringt man jemandem schon entgegen, der eine Steuer verlangt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht gibt es zuwenig &amp;#8222;Gutmenschen&amp;#8220;, die dann ein bisschen angehimmelt werden k&amp;ouml;nnen. Leute, die einfach vern&amp;uuml;nftige Ansichten haben (und zwar abseits von rot, gr&amp;uuml;n, schwarz oder gut, b&amp;ouml;se etc.) und ein bisschen in die &amp;Ouml;ffentlichkeit gehoben werden.&lt;br /&gt;
Das kann jetzt entweder hei&amp;szlig;en, dass die Medien bl&amp;ouml;d sind weil sie keine vern&amp;uuml;nftigen Menschen zeigen oder dass es keine vern&amp;uuml;nftigen Menschen mehr gibt.&lt;br /&gt;
Dass es zwar vern&amp;uuml;nftige Menschen gibt, die aber stillhalten, glaube ich nicht. Denn ein vern&amp;uuml;nftiger Mensch macht den Mund auf, wenn er Missst&amp;auml;nde sieht und dar&amp;uuml;ber sollten sich eigentlich alle freuen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber zur&amp;uuml;ck zu Idolen: Ich glaube, es gibt nicht genug Idole und die paar wenigen guten sind schon vergeben. Gesetz dem Fall man wei&amp;szlig; &amp;uuml;berhaupt, warum Ghandi eigentlich ganz ok war, hat bestimmt schon irgendein h&amp;uuml;bsches M&amp;auml;dchen auf ihrem Miss-Contest-Fragebogen unter Idol &amp;#8222;Gandi&amp;#8220; [sic] vermerkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich sollte man die Leute dann ganz einfach zwingen, sich mit ihren Idolen zu besch&amp;auml;ftigen &amp;#8211; das w&amp;uuml;rde bestimmt schon einiges bringen. Dann merken die Leute, die &amp;#8222;Ghandi&amp;#8220; geschrieben haben, wie sie vielleicht seine Ideen f&amp;uuml;r sich verwenden k&amp;ouml;nnen und die Menschen, die &amp;#8222;Harald Juhnke&amp;#8220; geschrieben haben, finden dann wohl bald raus, dass sie ein neues Idol brauchen.&lt;br /&gt;
Dann m&amp;uuml;ssen wir den Terminus &amp;#8222;Idol&amp;#8220; vielleicht alle noch ein bisschen weniger eng sehen (Herrgott, nur weil ich den Dalai Lama toll finde, renne ich doch nicht gleich in orange rum &amp;#8211; steht mir doch &amp;uuml;berhaupt nicht!) und vielleicht &amp;#8211; ja vielleicht kommt dann was ganz Gutes dabei raus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt machen Sie mir doch bitte eine Freude und sagen mir Ihr Idol und warum er oder sie so toll ist. Ich bin n&amp;auml;mlich gerade auf der Suche.
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-14T23:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1564/">
    <title>Heute bastel&apos; ich mir ein Idol</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1564/</link>
    <description>Als ich noch klein war hatte ich keines, da mir die richtige Dosis Muttermilch zur Lebensbew&amp;auml;ltigung durchaus ausreichend schien. Dann kam Old Shatterhand; schlie&amp;szlig;lich die Erkenntnis, dass ich keine Idole habe und dieser Text.&lt;br /&gt;
Man kann es sich ja leicht machen und behaupten, Idole w&amp;auml;ren nur etwas f&amp;uuml;r Kinder, die zwecks hormonell bedingter L&amp;ouml;sung aus dem Familienband ihre Altvorderen gerne mit den Fratzen von Doherty, Spears, Williams oder Schwarzenegger schrecken.Auch ich konnte mich der Faszination eines Mannes, der B&amp;auml;rentatzen bevorzugt wurmstichig genie&amp;szlig;t und aus christlichem Gro&amp;szlig;mut seine Feinde nur zu Kr&amp;uuml;ppeln macht, nicht erwehren (eher un-rebellisch, sieht man von einer tiefenpsychologischen Analyse ab). Old Shatterhand und seine Haberer verloren jedoch ziemlich schnell viel von ihrer Anziehungskraft, als ich feststellen musste, dass es heutzutage zur Bestreitung des Lebensunterhalts wenig beitr&amp;auml;gt, sich auf ein Pferd zu setzen und irgendwo in der Pr&amp;auml;rie wahlweise auf B&amp;auml;ren oder Kniescheiben zu schie&amp;szlig;en. Diese Entwicklung war zweifellos dem Fortschreiten meines Alterungsprozesses geschuldet; trotzdem hei&amp;szlig;t das nicht, dass man ab einem gewissen Alter keine Idole mehr hat, auch die von Erwachsenen produzierte Kleine Zeitung hat ja auch ihren &amp;#8222;Arnie&amp;#8220;. Also liegt es nicht am Alter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weichen wir aus: Was ist denn ein Idol &amp;uuml;berhaupt? Ein Vorbild, m&amp;ouml;chte man meinen, klarer Fall von Synonym. Allerdings behauptet der Duden: &amp;#8222;Jemand, Etwas als Gegenstand schw&amp;auml;rmerischer Verehrung&amp;#8220; mit dem kleinen Nachsatz &amp;#8222;meist als Wunschbild von Jugendlichen&amp;#8220;. Ein Vorbild hingegen ist lediglich eine &amp;#8222;Person/Sache, die als (idealisiertes) Muster, als Beispiel angesehen wird, nach dem man sich richtet&amp;#8220;. Sch&amp;ouml;n, wenn man sich nicht mehr selbst den Kopf zerbrechen muss, sondern sich einfach auf eine Autorit&amp;auml;t berufen kann; da m&amp;uuml;&amp;szlig;te sich doch ein sch&amp;ouml;nes Vorbild dazu finden lassen und gel&amp;ouml;st ist mein Problem. Dummerweise ist es mittlerweile nicht mehr en vogue, den Autorit&amp;auml;tsgl&amp;auml;ubigen heraush&amp;auml;ngen zu lassen, man denkt nat&amp;uuml;rlich selbst. Daher bildet man sich eine eigene Meinung, am besten, indem man sich die Meinungen anderer ansieht und sich das Bek&amp;ouml;mmlichste aussucht. Faustformel f&amp;uuml;r eigene Meinung pro Thema: Einen Monat Leitartikel lesen, mindestens in zwei verschiedenen Zeitungen, abw&amp;auml;gen ob man Links oder Rechts sein m&amp;ouml;chte (K&amp;ouml;nner machen das schon vor der Lekt&amp;uuml;re), fertig. In der Folge sucht man sich noch einen Proponenten der erlesenen Meinung und erw&amp;auml;hlt sie/ihn sich zum Vorbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt wei&amp;szlig; ich zwar, wie ich zu einem Vorbild komme, eigentlich wollte ich aber ein Idol. So ein Vorbild ist ja eine ziemlich verkopfte &amp;#8211; Obacht auf die treffende Vorsilbe &amp;#8211; Angelegenheit und appelliert lediglich an den Verstand, beziehungsweise das, was an dessen Stelle getreten ist. Ist es oft fragw&amp;uuml;rdig, sich strikt an sein Vorbild zu halten, werden die Dinge wirklich suspekt, wenn das Vorbild in Personalunion mit dem Idol besteht. Einem &amp;#8222;Gegenstand schw&amp;auml;rmerischer Verehrung&amp;#8220; glaubt man freilich jeden Unsinn. Drum trennt man idealerweise, was sich nur ungut bindet, und kombiniert nach Herzenslust. KHG muss kein Widerspruch zu Herrn Guevara sein! Wichtig ist allein, dass man sich in seinen Vorbildern und Idolen wiederfindet, stilm&amp;auml;&amp;szlig;ig, schiefe Optik auf den ersten Blick verleiht der Mischung erst einen gewissen Reiz und macht interessant. Das bietet dar&amp;uuml;ber hinaus den Vorteil, dass man flexibel bleibt, je nach Laune und Milieu mal der Eine, mal der Andere das Idol sein kann. Quintessenz: Sind Hirn und Herz erst einmal outgesourct, steigt die Lebensqualit&amp;auml;t mangels eigener Anstrengungen erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher krieg ich jetzt mein Idol? Ich wei&amp;szlig; nicht, ich lese wohl besser erst einmal nach, wie Old Shatterhand das angestellt h&amp;auml;tte.
</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-14T23:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1565/">
    <title>Idole</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0220/stories/1565/</link>
    <description>Ich hatte in meiner Kindheit nicht viele Freunde; nicht, dass ich nicht gewollt h&amp;auml;tte, aber irgendwie schaffte ich es immer wieder, mir die &quot;falschen&quot; auszusuchen und war im Endeffekt dann doch meistens alleine. Weder war ich das beliebteste M&amp;auml;dchen in der Klasse noch Liebling aller Lehrer. Unteres Mittelfeld h&amp;auml;tte ich gesagt. Von weitem hab ich sie immer still beobachtet. Die Klassenclowns, die sogar die Lehrer mit ihren Witzen zum Lachen brachten; die beliebten M&amp;auml;dchen, zu denen nie ein Junge jemals etwas Gemeines sagen w&amp;uuml;rde. Was h&amp;auml;tte ich damals gegeben, um so zu sein wie die, die von allen gemocht werden! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dem war nicht so, ich habe stets eine auf den Deckel bekommen, sogar Freundschaften stellten sich nach einiger Zeit als nicht best&amp;auml;ndig heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann baute ich dann eine Traumwelt f&amp;uuml;r mich auf, eine, in der ich die Person war, die ich in Wirklichkeit sein wollte; von allen gemocht und auch bewundert f&amp;uuml;r meine vielen Talente. Basis dieser Traumwelt damals war -- und nun halte man sich fest -- Mila Superstar. Das kleine, geschw&amp;auml;chte M&amp;auml;dchen, todkrank und neu in der Schule, hat keine Freunde und wird in so gut wie jeder Folge von irgendwen gemobbt. Mit ihr konnte ich mich identifizieren! Ich war begeistert von ihrer St&amp;auml;rke und dem Willen, nicht aufzugeben, tagt&amp;auml;glich bin ich schnell nach Hause geeilt, um ja keine Folge zu verpassen. Ich wollte einfach so sein wie sie und fing teilweise schon an, ihre Gestik und Mimik zu &amp;uuml;bernehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unverst&amp;auml;ndnis, auf das ich in der Familie gesto&amp;szlig;en bin, hat mich in meinem Wunsch nur best&amp;auml;rkt, noch st&amp;auml;rker zu werden. Oft bin ich vor der Garage stundenlang mit den Rollschuhen im Kreis gefahren und hab mir aufgenommene Folgen auf H&amp;ouml;rkassette angeh&amp;ouml;rt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Zeit stie&amp;szlig;en auch noch andere Anime-Charaktere hinzu. Aus jeder Serie pickte ich mir einen heraus, der ich gerne im realen Leben gewesen w&amp;auml;re und es war stets ein Weltuntergang f&amp;uuml;r mich, wenn eine Serie abgesetzt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meiner beste Freundin ging es &amp;auml;hnlich wie mir, vielleicht waren ihre Beweggr&amp;uuml;nde, sich in einer anderen Welt zu verstecken, andere. Wir haben Geschichten geschrieben, absolut fiktive, mit aktuellen Lieblingsstars und Zeichentrickfiguren vermischt, und wir mitten drin. Ich erinnere mich noch sehr gut an die erste &amp;uuml;berhaupt, sie hatte gegen Ende einen Umfang von mehr als 1000 Blatt und wir konnten uns stundenlang &amp;uuml;ber unseren Wahnsinn zerkugeln, den wir da auf Papier gebracht hatten... die anderen in der Klasse bekamen nur mit, das wir uns immer pr&amp;auml;chtig am&amp;uuml;sierten, aber niemand wusste warum. Leider fiel dieses Werk der Putzwut der Mutter meiner Freundin zum Opfer und ward nie mehr gesehen... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Zeit wurden der Geschichten weniger, die Schule wurde anspruchsvoller, die Zeit wurde knapp und der Zwang, schnell nach Hause zu fahren, um die ganzen Anime sehen zu k&amp;ouml;nnen, lies nach. Bis er schlie&amp;szlig;lich ganz aufh&amp;ouml;rte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor einiger Zeit ward ich gezwungen, die Schr&amp;auml;nke und Schubladen meines Kinderzimmers auszur&amp;auml;umen, da die Einrichtung einer neuen, der Mutter mehr zusagenden, M&amp;ouml;blierung weichen sollte. Und so kam es, dass ich auf einige der alten Geschichten gesto&amp;szlig;en bin; ich habe einige Stunden damit verbracht, alles durchzulesen und konnte mich oft vor lachen nicht mehr halten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich lache &amp;uuml;ber niemanden, der in den aktuellen Zeichentrick-Serien &quot;aufgeht&quot;, stemple diese Serien auch nicht als bl&amp;ouml;d oder was auch immer ab, ich schaue selbst wieder Gelegentlich welche; aber ich m&amp;ouml;chte nicht (mehr) so sein wie die Charaktere in den Serien, ich brauche kein Idol oder Vorbild mehr, denn ich bin so wie ich bin.
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-14T23:32:00Z</dc:date>
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