
Taktiles
von Nahlinse
Demnächst werde ich mir angewöhnen, ein Diktiergerät in der Tasche zu tragen, weil ich mir manch schönes Gespräch nicht in allen Details merken kann. Schade - sehr schade.
Gestern war ich auf einer Tagung . Also morgens um kurz nach vier raus aus den Federn, um 7:00 Flieger nach München bestiegen, mit Mühe das Transfershuttle zum Messegelände erwischt (sparte 51 Euro pro Fahrt, die sonst für das Taxi draufgegangen wären), viele viele Vorträge gehört, Shuttle zurück gekapert, um 21.10 wieder von München abgehoben. Haustüre hinter sich geschlossen um 22:45. Um 23:30 ins Bett gefallen, nachdem der knurrende Magen noch mit ein paar Löffen Dosensuppe besänftigt worden war. Aber das wollte ich ja gar nicht erzählen. Also da war dieses Gespräch ...
Der Bus zurück zum Flughafen war gestopft voll, mit vielen geschäftigen Geschäftsleuten, die sich den ganzen Tag auf der Messe rumgetrieben haben und nichts Besseres zu tun hatten, als lautstark in ihre Organizer-Telefone zu brüllen. Im Schutze dieser Geräuschkulisse unterhielten sich zwei (zweifellos sehr geschäftige) Geschäftsfrauen quer über den Gang angeregt über die Standparty vom vergangenen Abend. "Du hast aber auch ganz schön gepichelt gestern Abend", "Wieso, das waren doch nur drei Prosecco und zwei Baileys ..." , "der Typ von *** war wirklich smart, genau wie auf dem Foto ". Alles eigentlich normaler Frauen-Schnack, der auch völlig im Rauschen unterging.
Schlagartig still wurde es bei "Und da fragt der mich doch glatt 'Wie Du trägst Wäsche von La Perla?' - das musst Du Dir mal vorstellen, das hat der nur vom Anfassen gemerkt .."
Diese Ruhe auf einmal... Dabei hätte ich bis dahin wetten können, dass die Hälfte der Anwesenden gar kein Deutsch verstand. An der Stelle schauten sich die beiden Damen noch mal kurz an und schwiegen. Leider. Dabei hätte ich zu gerne gewußt, woran man La Perla BHs ertasten kann. Das wäre der erste Ansatz einer vernünftigen Kosten-Nutzen-Analyse gewesen.
Dieser Beitrag ist bereits im Weblog der Autorin erschienen.
Gestern war ich auf einer Tagung . Also morgens um kurz nach vier raus aus den Federn, um 7:00 Flieger nach München bestiegen, mit Mühe das Transfershuttle zum Messegelände erwischt (sparte 51 Euro pro Fahrt, die sonst für das Taxi draufgegangen wären), viele viele Vorträge gehört, Shuttle zurück gekapert, um 21.10 wieder von München abgehoben. Haustüre hinter sich geschlossen um 22:45. Um 23:30 ins Bett gefallen, nachdem der knurrende Magen noch mit ein paar Löffen Dosensuppe besänftigt worden war. Aber das wollte ich ja gar nicht erzählen. Also da war dieses Gespräch ...
Der Bus zurück zum Flughafen war gestopft voll, mit vielen geschäftigen Geschäftsleuten, die sich den ganzen Tag auf der Messe rumgetrieben haben und nichts Besseres zu tun hatten, als lautstark in ihre Organizer-Telefone zu brüllen. Im Schutze dieser Geräuschkulisse unterhielten sich zwei (zweifellos sehr geschäftige) Geschäftsfrauen quer über den Gang angeregt über die Standparty vom vergangenen Abend. "Du hast aber auch ganz schön gepichelt gestern Abend", "Wieso, das waren doch nur drei Prosecco und zwei Baileys ..." , "der Typ von *** war wirklich smart, genau wie auf dem Foto ". Alles eigentlich normaler Frauen-Schnack, der auch völlig im Rauschen unterging.
Schlagartig still wurde es bei "Und da fragt der mich doch glatt 'Wie Du trägst Wäsche von La Perla?' - das musst Du Dir mal vorstellen, das hat der nur vom Anfassen gemerkt .."
Diese Ruhe auf einmal... Dabei hätte ich bis dahin wetten können, dass die Hälfte der Anwesenden gar kein Deutsch verstand. An der Stelle schauten sich die beiden Damen noch mal kurz an und schwiegen. Leider. Dabei hätte ich zu gerne gewußt, woran man La Perla BHs ertasten kann. Das wäre der erste Ansatz einer vernünftigen Kosten-Nutzen-Analyse gewesen.
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