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    <title>mindestenshaltbar.net: 0219 (Magazin für Meinungen)</title>
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    <description>Magazin für Meinungen</description>
    <dc:publisher>robert scharfenberg</dc:publisher>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:date>2007-03-07T23:23:57Z</dc:date>
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    <title>mindestenshaltbar.net: 0219</title>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1516/">
    <title>Milchige Aura</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1516/</link>
    <description>Ich esse gern und viel, nur keine Pommes wegen des Fetts, keine Wurst wegen des Nitritnitrats, keine Kinderschokolade, weil keine Schokolade darin ist und ich esse auch kein Obst. Kein Obst? Ja, kein Obst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Hast du NIE Lust, in einen Apfel zu bei&amp;szlig;en? Dir den Saft eines &amp;uuml;berreifen Pfirsichs &amp;uuml;ber die Finger laufen zu lassen? Kirschkerne durch die Gegend zu spucken?&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, habe ich nicht und ja, es stimmt: Essen ist etwas Sinnliches, aber man kann die Romantik auch &amp;uuml;bertreiben, finde ich. Viel zu viel Fructose im Obst. Meine Insulinkurve soll schlie&amp;szlig;lich nicht durch den Fruchtzucker steil nach oben steigen und durch rapiden Abfall wieder zum l&amp;auml;stigen Hungerumoren in meinem Bauch f&amp;uuml;hren. Ich mag Zucchini, Tomaten, Champignons und Sellerie lieber, die sind vielleicht nur in Ma&amp;szlig;en sinnlich, bleiben aber bei den Kohlehydraten und Zuckern im gertenschlanken Bereich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Wie furchtbar!&quot; schreit die Menge. &quot;Warum,&quot; frage ich und &amp;uuml;berlege, ob man von den E&amp;szlig;gewohnheiten auf die sinnliche Pers&amp;ouml;nlichkeit schlie&amp;szlig;en kann? Ich weiss es nicht. Ich habe andere Vorlieben. Scharfe Chilischoten zum Beispiel. Je sch&amp;auml;rfer, desto rauschiger. Die machen auch ungeheuer hei&amp;szlig;e und rote Lippen, wenn man die Schoten darauf verreibt. Oder Zartbitterschokolade, die liebe ich. 85 Prozent Kakaogehalt sind mein gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Leidenschaft, das ist zwar so, als w&amp;uuml;rde man ein Brikett kauen, aber schlie&amp;szlig;lich ist da viel Theobromin drin. Theobromin ist g&amp;ouml;ttlich und f&amp;uuml;hrt zu gl&amp;uuml;cksseeligen Zust&amp;auml;nden, ich schw&amp;ouml;re! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was mir jedoch Sorge macht, ist der freundliche alte asiatische Mann, der mir immer wieder beim Spazierengehen begegnet und l&amp;auml;chelnd zu mir sagt &quot;Sie sehen sehr gl&amp;uuml;cklich aus.&quot; &quot;Ja,&quot; sage ich jedes Mal begeistert, &quot;das stimmt!&quot; Er verbeugt sich kurz und dr&amp;uuml;ckt mir ein kleines laminiertes K&amp;auml;rtchen mit einer Weissagung in die Hand, die mich auffordert, an Kursen teilzunehmen, damit mein Gl&amp;uuml;cklichsein anh&amp;auml;lt. Nach einer erneuten kleinen Verbeugung geht er langsam weiter. Jedes Mal das selbe Ritual, seit einigen Wochen jedoch nicht mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzten Sonntag lief er mir wieder &amp;uuml;ber den Weg. Er nahm meine Hand, sah mich ernst an und verbeugte sich so tief, dass er mich fast mit seiner kleinen Nase ber&amp;uuml;hrte und meinte allen Ernstes &quot;Sie haben eine milchige Aura.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor ich entsetzt &quot;Was!?&quot; rufen konnte, verschwand er schnell. Milchige Aura!? Ich liebe Joghurt, H&amp;uuml;tten- und Ziegenk&amp;auml;se und trinke am Tag drei Liter Milch, einen davon kurz vor dem Schlafengehen. Versaut mir das meine Aura!? Was ist denn nun eine Aura? Verwechselt der Mann das mit &quot;Karma&quot; oder meinte er meinen Heiligenschein?
</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:54:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1508/">
    <title>LCS*</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1508/</link>
    <description>Im Salon projiziert ein Projektor&lt;br /&gt;
Einen noch nicht vertriebenen Film&lt;br /&gt;
Auf Parkett sitzen Zweitliga-Medien-Menschen&lt;br /&gt;
Und trinken und schauen und kommen sich schick vor&lt;br /&gt;
Manche zucken bereits leicht angekokst&lt;br /&gt;
Ich schaue mich um, find nirgendwo Trost&lt;br /&gt;
Geh in die K&amp;uuml;che auf ein Glas Pinot noir&lt;br /&gt;
Da stehst du, r&amp;uuml;hrst im Chili, es ist noch nicht gar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bistn H&amp;uuml;bscher, bist fast sch&amp;ouml;n&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r dich lass ich die andren sitzen&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r dich lass ich die andren stehn&lt;br /&gt;
Komm wir drehn unsern eigenen Film&lt;br /&gt;
La&amp;szlig; das Chili und sei mir zu Willen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bilder im Salon an der Wand&lt;br /&gt;
Abstrakt und absurd - &amp;#8222;Die Blumen des B&amp;ouml;sen&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Mir sagen sie nichts und ich will auch nichts h&amp;ouml;ren&lt;br /&gt;
Die hast du gemalt in schwarz und in sand&lt;br /&gt;
Was soll&amp;acute;s - vielleicht gibt&amp;acute;s ja noch andere&lt;br /&gt;
Ich bin um dich rum, ich bewund&amp;acute;re, m&amp;auml;and&amp;acute;re&lt;br /&gt;
Ich warte, da&amp;szlig; du mich k&amp;uuml;sst&lt;br /&gt;
Und einfach mal das Schei&amp;szlig;-Chili vergi&amp;szlig;t&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bistn H&amp;uuml;bscher, bist fast sch&amp;ouml;n&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r dich la&amp;szlig; ich die andren sitzen&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r dich la&amp;szlig; ich die andren stehn&lt;br /&gt;
Komm wir malen unser eigenes Bild&lt;br /&gt;
Wie das hinhaut: du jung und ich wild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na endlich, wir k&amp;uuml;ssen einander, wie sch&amp;ouml;n&lt;br /&gt;
Gepresst aneinander, mein Weinglas f&amp;auml;llt hin&lt;br /&gt;
Das Chili brennt an, aber das ist egal&lt;br /&gt;
Der Film ist vorbei, was ich will ist banal&lt;br /&gt;
Die Stadt pocht im Nieselregen&lt;br /&gt;
Wir greifen einander - o, wie verwegen&lt;br /&gt;
Flanieren, spazieren, marschiern&lt;br /&gt;
Eine Stunde und wir sind bei mir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bistn H&amp;uuml;bscher, bist fast sch&amp;ouml;n&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r dich lass ich die andren sitzen&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r dich la&amp;szlig; ich die andren stehn&lt;br /&gt;
Komm la&amp;szlig; uns eine Nacht Liebe spielen&lt;br /&gt;
Voll Wollust das Spannbettlaken verw&amp;uuml;hlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir kuessen und brennen, umarmen, erstrahlen&lt;br /&gt;
Wir w&amp;auml;lzen uns, kommen&lt;br /&gt;
Verschwitzt und benommen&lt;br /&gt;
Ich werd wach als du mir das Nasenbein brichst&lt;br /&gt;
Und mein Blut auf die rosa Tapete spritzt&lt;br /&gt;
Ich denke noch - kann das die Wirklichkeit sein?&lt;br /&gt;
Denk zu lange, da bricht schon mein Schl&amp;uuml;sselbein&lt;br /&gt;
Die Blumen des B&amp;ouml;sen erbl&amp;uuml;hen als Veilchen&lt;br /&gt;
Bis du mich tot hast, das dauert ein Weilchen&lt;br /&gt;
Bem&amp;uuml;hst dich zwar sehr, aber daf&amp;uuml;r braucht&amp;acute;s mehr&lt;br /&gt;
Doch da z&amp;uuml;ckst du das Messer und schon geht es besser&lt;br /&gt;
Ein tiefer Stich, ein fester Hieb&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich hatte dich deine Mutter zu lieb&lt;br /&gt;
Ein Schlag ins Gesicht und ein Tritt in den Sack&lt;br /&gt;
Und wenn du mich tot hast ist alles im Lack&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War ein H&amp;uuml;bscher, war fast sch&amp;ouml;n&lt;br /&gt;
Jetzt l&amp;auml;&amp;szlig;t du mich im Blute liegen&lt;br /&gt;
Werd ohne Geleit in den Himmel gehn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du drapierst meine Leiche&lt;br /&gt;
Schaltst das Nachttischlicht ein&lt;br /&gt;
Du w&amp;auml;schst deine H&amp;auml;nde&lt;br /&gt;
Und trinkst ein Glas Wein&lt;br /&gt;
Zu regnen hat es jetzt aufgeh&amp;ouml;rt&lt;br /&gt;
Du bist etwas matt&lt;br /&gt;
Aber sonst nicht verst&amp;ouml;rt&lt;br /&gt;
Du schlie&amp;szlig;t mir die Augen&lt;br /&gt;
Und knipst noch ein Bild&lt;br /&gt;
Es wird dieses Bild sein&lt;br /&gt;
Das dein Album f&amp;uuml;llt&lt;br /&gt;
Dann schreitest du auf die Stra&amp;szlig;e hinaus&lt;br /&gt;
Hinterm Altenheim kommt die Sonne heraus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* stands for &quot;life changing sex&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Dieser Beitrag ist bereits im &lt;a href=&quot;http://glamourdick.twoday.net/stories/2926346/&quot;&gt;Weblog&lt;/a&gt; des Autors erschienen.&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:53:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1507/">
    <title>Eyes On - Das Liebesleben der Schimpansen</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1507/</link>
    <description>W&amp;auml;hrend in der Menschenwelt die M&amp;auml;nner meist nach einer j&amp;uuml;ngeren Partnerin Ausschau halten, suchen Schimpansenm&amp;auml;nnchen ganz gezielt nach &amp;auml;lteren Weibchen - sie k&amp;auml;mpfen sogar darum, mit dem &amp;auml;ltesten Weibchen der Gruppe Sex haben zu d&amp;uuml;rfen. Warum das so ist, dar&amp;uuml;ber r&amp;auml;tseln die Forscher.</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:53:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1506/">
    <title>Eyes On - If I did it</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1506/</link>
    <description>Wenn, ja &lt;i&gt;wenn&lt;/i&gt; OJ Simpson seine Frau h&amp;auml;tte umbringen wollen, dann h&amp;auml;tte er es so und so gemacht. Derweil geht es auf den Nebenschaupl&amp;auml;tzen umso hei&amp;szlig;er zu - die Fernsehsender, die das Interview mit ihm ausstrahlen wollen geraten unter Beschuss. Herrn Simpson kann das nur Recht sein - er bekommt Publicity und gleichzeitig sind die B&amp;ouml;sen die anderen, in diesem Falle FOX.</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:53:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1509/">
    <title>Taktiles</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1509/</link>
    <description>Demn&amp;auml;chst werde ich mir angew&amp;ouml;hnen, ein Diktierger&amp;auml;t in der Tasche zu tragen, weil ich mir manch sch&amp;ouml;nes Gespr&amp;auml;ch nicht in allen Details merken kann. Schade - sehr schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gestern war ich auf einer Tagung . Also morgens um kurz nach vier raus aus den Federn, um 7:00 Flieger nach M&amp;uuml;nchen bestiegen, mit M&amp;uuml;he das Transfershuttle zum Messegel&amp;auml;nde erwischt (sparte 51 Euro pro Fahrt, die sonst f&amp;uuml;r das Taxi draufgegangen w&amp;auml;ren), viele viele Vortr&amp;auml;ge geh&amp;ouml;rt, Shuttle zur&amp;uuml;ck gekapert, um 21.10 wieder von M&amp;uuml;nchen abgehoben. Haust&amp;uuml;re hinter sich geschlossen um 22:45. Um 23:30 ins Bett gefallen, nachdem der knurrende Magen noch mit ein paar L&amp;ouml;ffen Dosensuppe bes&amp;auml;nftigt worden war. Aber das wollte ich ja gar nicht erz&amp;auml;hlen. Also da war dieses Gespr&amp;auml;ch ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bus zur&amp;uuml;ck zum Flughafen war gestopft voll, mit vielen gesch&amp;auml;ftigen Gesch&amp;auml;ftsleuten, die sich den ganzen Tag auf der Messe rumgetrieben haben und nichts Besseres zu tun hatten, als lautstark in ihre Organizer-Telefone zu br&amp;uuml;llen. Im Schutze dieser Ger&amp;auml;uschkulisse unterhielten sich zwei (zweifellos sehr gesch&amp;auml;ftige) Gesch&amp;auml;ftsfrauen quer &amp;uuml;ber den Gang angeregt &amp;uuml;ber die Standparty vom vergangenen Abend. &quot;Du hast aber auch ganz sch&amp;ouml;n gepichelt gestern Abend&quot;, &quot;Wieso, das waren doch nur drei Prosecco und zwei Baileys ...&quot; , &quot;der Typ von *** war wirklich smart, genau wie auf dem Foto &quot;. Alles eigentlich normaler Frauen-Schnack, der auch v&amp;ouml;llig im Rauschen unterging.&lt;br /&gt;
Schlagartig still wurde es bei &quot;Und da fragt der mich doch glatt &apos;Wie Du tr&amp;auml;gst W&amp;auml;sche von La Perla?&apos; - das musst Du Dir mal vorstellen, das hat der nur vom Anfassen gemerkt ..&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Ruhe auf einmal... Dabei h&amp;auml;tte ich bis dahin wetten k&amp;ouml;nnen, dass die H&amp;auml;lfte der Anwesenden gar kein Deutsch verstand. An der Stelle schauten sich die beiden Damen noch mal kurz an und schwiegen. Leider. Dabei h&amp;auml;tte ich zu gerne gewu&amp;szlig;t, woran man La Perla BHs ertasten kann. Das w&amp;auml;re der erste Ansatz einer vern&amp;uuml;nftigen Kosten-Nutzen-Analyse gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Dieser Beitrag ist bereits im &lt;a href=&quot;http://nahlinse.twoday.net/stories/2943448/&quot;&gt;Weblog&lt;/a&gt; der Autorin erschienen.&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:54:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1515/">
    <title>Das Pizzakonglomerat</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1515/</link>
    <description>Ich bin also Studentin. So eine, die von zuhause ausgezogen ist um das Leben zu lernen. Mit elterlicher finanzieller Unterst&amp;uuml;tzung, versteht sich. Da kann man sich dann schon mal eine ausschweifende Esskultur leisten. Mit regelm&amp;auml;&amp;szlig;igen Eink&amp;auml;ufen in Bio-L&amp;auml;den oder in bahnh&amp;ouml;flichen Superm&amp;auml;rkten samstags um 10 Uhr nachts. &lt;i&gt;Apotheken&lt;/i&gt; nennen meine Eltern Letztere &amp;#8211; ob ihrer Preise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber manchmal, wenn es dann doch zu sp&amp;auml;t oder die Knochen zu m&amp;uuml;de wurden, muss man sich eben etwas Au&amp;szlig;ergew&amp;ouml;hnliches leisten. Einen Pizzalieferanten. Die ans&amp;auml;ssigen Pizzadienste haben diese weichen Standortfaktoren namens &amp;#8222;Unin&amp;auml;he&amp;#8220; und &amp;#8222;spendierfreudiges Elternhaus&amp;#8220; schon lange verstanden, und versorgen einen regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig mit gr&amp;uuml;n-roten Pizzaprospekten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und damit f&amp;auml;ngt es auch schon an. Welchen nehme ich? Ich habe hier 16 verschiedene Men&amp;uuml;karten von 12 verschiedenen Lieferdiensten. 12? Ja, manche Bl&amp;auml;ttchen gibt&amp;#8217;s nat&amp;uuml;rlich doppelt und dreifach. Welche das Aktuellste ist, kann man an den leise gestiegenen Preisen erkennen. Welchem Dienst man schon die Ehre erwiesen hat, an den darangetackerten Rechnungen und Gutscheinkarten (Ab 8 Karten eine Pizza gratis! &amp;#8211; Gilt nicht f&amp;uuml;r Familien- und Party-Pizzen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also noch 12 &amp;uuml;brig. Gehen wir also nach der Entfernung. Du bist in einem anderen Stadtteil? Weg mit dir. Neun. Du bietest kein Tiramisu an? Sechs. Mezzo-Mix bei dir nur in Halbeliterflaschen? F&amp;uuml;nf. Achso, das Sternchen hinter Schinken bedeutet bei dir &amp;#8222;Formschinken und Phosphat&amp;#8220;. Zwei. Das Los entscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riiiing.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Hallo, ich m&amp;ouml;chte gerne was bestellen.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Gibt&amp;#8217;s bei uns nur sonntags.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Wie bitte?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Lieferung nur sonntags.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Oh, &amp;auml;h, na dann halt nich&amp;#8230;&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Klack. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine halbe Stunde sp&amp;auml;ter klingelt es dann tats&amp;auml;chlich an der T&amp;uuml;re. Ein untersetzter kleiner Mann mit Schnauzer und gebrochenem Deutsch steht mit schwarzem Styroporkasten vor der T&amp;uuml;r (das mit dem sexy &lt;i&gt;Deliveryboy&lt;/i&gt; gibt es nur in Erotikfilmen 18+) und &amp;uuml;bergibt einem schwer atmend die hei&amp;szlig;begehrte Bestellung. Man bezahlt sch&amp;ouml;n artig. Wenn man lieb ist, gibt man noch 50 Cent Trinkgeld (die lieben Eltern h&amp;auml;tten&amp;#8217;s so gewollt) und bekommt noch einen sch&amp;ouml;nen Abend gew&amp;uuml;nscht. Auf der Rechnung steht ein Nachname, der einem bekannt vorkommt, aber auch nicht so wirklich.* Man ist gl&amp;uuml;cklich und sp&amp;auml;ter auch satt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* So, und jetzt noch ein R&amp;auml;tsel. Wie hei&amp;szlig;e ich mit Nachnamen? Hinweise der Pizzatelefonassistenten lauten: Bebel, Teiber, Bibl, Bieber, Biebel, Biber, Bebell.&lt;br /&gt;

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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:54:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1511/">
    <title>Buurezmorge</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1511/</link>
    <description>Liebe Freunde der gepflegten Esskultur! Wir nehmen heute ein Thema auf, das vorwiegend zur warmen Jahreszeit in jedem 2ten Garten stattfindet und in der kalten Jahreszeit ihre Fortsetzung in&lt;br /&gt;
Seminaren, Hotelrestaurants und Geburtstagsfeieren findet. Wir sprechen vom gepflegten Buffet, das im Sommer vor allem den Salat betrifft und in der gehobenen Gesellschaft jegliche weiteren Speisen.&lt;br /&gt;
Ein Buffet erm&amp;ouml;glicht es dem Essenden seinen Teller mit Speisen seiner Wahl und Lust zu f&amp;uuml;llen. Je nach dem Stand der Gesellschaft und dem Preis des Buffets geschieht dies in verschiedenen Variationen, angefangen bei der schlichten Selbstbedienung und der damit verbundenen chaotischen Bedienung eines Salatbestecks und dem gleichzeitgen festhalten am Teller was dann zumindest in der Erkenntnis endet dass 3 H&amp;auml;nde noch praktischer wie 2 H&amp;auml;nde w&amp;auml;ren. Dann lieber noch ein bedientes Buffet, an dem man nur sagen kann was man will und eine Fachperson f&amp;uuml;r das anst&amp;auml;ndige Aufladen der Speisen verantwortlich ist. Inklusive einer fachlich durchgedachten Pr&amp;auml;sentation und Aufbereitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cksbuffet, das in der Schweiz jeweils als &quot;Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck auf dem Bauernhof&quot; am 1. August mit einem nationalen Gedenktag gefeiert wird und ansonsten in fast jedem Hotel anzutreffen ist muss aus diesen Betrachtungen ausgeschlossen werden. Ein Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ckbuffet ist etwas vom praktischsten das es gibt, denn man weiss eigentlich eh was man will und die neue Situation dass mittlerweile zumeist auch Apfelsaft vorhanden ist, ist umso sympathischer. Ein Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cksbuffet kann einem soweit bringen seinen permanenten Wohnsitz in ein einfaches Landhotel zu verlegen, da damit auch die Pflege der Bettw&amp;auml;sche eingeschlossen w&amp;auml;re. Aber um zuhause auf regelm&amp;auml;ssiger Basis ein Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cksbuffet zu organisieren, dazu fehlt vielerorts der Durchhaltewillen der Haushaltsverantwortlichen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommen wir wieder zu den anderen Veranstaltungen, an denen man erwartungsvoll hingeht um sich dann an Speis und Trank zu erfreuen. Sobald man sitzt stellt man also fest dass man wieder aufstehen muss um dann in einer Schlange von Menschen an verschiedensten Speisen vorbeizugehen. An Speisen, denen man teilweise nicht ansieht was es ist, und es teilweise auch nicht wissen will. Hat man die falsche Strategie gew&amp;auml;hlt hat man den Teller schon voll bevor &amp;uuml;berhaupt was leckeres auftaucht und dauernd hat man Stress wieviel man nun eigentlich will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es auch anders geht sieht man in der griechischen Esskultur, in der jeweils ein &quot;Alphaesser&quot; sich f&amp;uuml;r eine Auswahl von Speisen entscheidet und diese f&amp;uuml;r den ganzen Tisch bestellt. Man hat dann n&amp;auml;mlich den Vorteil auch was zu probieren und wenns passt gleich zuzuschlagen und die ganze Platte abzur&amp;auml;umen. Sowas kann man jederzeit einem Buffet vorziehen und hat sogar den Vorteil das alte Sprichwort &quot;Was der Bauer nicht kennt isst er nicht&quot; auszuschalten. Ein Schlag gegen die schweizerische vorsichtige Esskultur!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommen wir also zum Schluss dass ein Buffet grunds&amp;auml;tzlich in etwa genauso anstrengend ist wie morgens vor dem Kleiderschrank zu stehen und sich f&amp;uuml;r einen der 2 Pullover zu entscheiden die noch sauber sind. Eine Entscheidung die den weiteren Verlauf des Tages pr&amp;auml;gt und genauso mag ich am Buffet nicht zu entscheiden was nun genau in welcher Kombination auf meinen Teller kommt. Ich entscheide so schon genug den lieben langen Tag. Im Endeffekt bestell ich lieber einen Teller mit einer Kombination die bew&amp;auml;hrt ist, anst&amp;auml;ndig angerichtet ist und in einer Menschenfreundlichen Portion!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber den Buurezmorgebuffet am 1. August lass ich mir nicht entgehen...&lt;br /&gt;
Nur sollte man diesen mal analysieren und die verschiedenen Taktiken der Besucher offenlegen...</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:54:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1513/">
    <title>Wo man abnehmen kann und wo nicht</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1513/</link>
    <description>Wer kennt das nicht, das ewige Problem mit dem Gewicht ?!&lt;br /&gt;
Meine Mutter war gro&amp;szlig; und schlank, mein Vater war/ist klein und dick und ich habe die Gene meines Vaters geerbt. Au&amp;szlig;erdem habe ich sicher schwere Knochen, ganz sicher. Dazu kommt, dass ich ein Genussmensch bin, durch und durch, essen ist bei nicht nur Mittel zum Zweck, sondern wird gerne auch zelebriert. Die richtige Stimmung kommt halt bei mir nicht auf, wenn ich einen Apfel sch&amp;auml;le und in vier Teile schneide.&lt;br /&gt;
Ich bin aufgewachsen mit den Spr&amp;uuml;chen:&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Iss, damit du gro&amp;szlig; und stark wirst.&amp;#8220; und auch &amp;#8222;Iss auf, damit es morgen sch&amp;ouml;n wird.&amp;#8220; war ein Renner. Der liebste Spruch meines Erwachsenenlebens lautet: &amp;#8222;Schoki macht gl&amp;uuml;cklich.&amp;#8220;, ein Motto, welches mich flott durch den Winter bringt. Und meine Waage zur Verzweiflung. &lt;br /&gt;
Es gibt 3 Situationen im Leben, die mich extrem unrund machen:&lt;br /&gt;
wenn ich m&amp;uuml;de bin, wenn ich keinen Sex habe und wenn ich hungrig bin.&lt;br /&gt;
Ich kann mich nur an sehr wenige Lebenssituationen erinnern, wo ich auch Essen verzichtet habe:&lt;br /&gt;
- Als ich in Florida durch Disney Land gewandert bin, hatte ich Angst etwas zu vers&amp;auml;umen und mir keine Zeit zum Essen genommen (eine T&amp;uuml;te Popkorn musste reichen).&lt;br /&gt;
- W&amp;auml;hrend der 3 Tage in Hongkong habe ich mich von Pringels ern&amp;auml;hrt, weil ich nicht wusste, was diese Stra&amp;szlig;enh&amp;auml;ndler als Nahrung verkauften.&lt;br /&gt;
- In Vietnam habe ich eine Woche lang haupts&amp;auml;chlich Reis gegessen, weil ich nie sicher war, ob nicht doch irgendwo ein Hund statt Huhn drin ist.&lt;br /&gt;
&amp;Uuml;berhaupt habe ich auf Reisen in Asien immer abgenommen und in den USA immer zugenommen. Ich wei&amp;szlig; noch, der Burger King in den USA hatte die besten Pommes.&lt;br /&gt;
Die &amp;ouml;sterreichische Hausmannskost versorgt uns auch mit dem einen oder anderen Fettp&amp;ouml;lsterchen. Obwohl wir nicht mehr mit Schmalz herausbacken, schon allein die Vielzahl an Gebackenem l&amp;auml;sst die Blutfettwerte explodieren: gebackene Leber (ui, ganz schlecht: Innereien und dann noch gebacken), Backhenderl, Schnitzel, ja selbst Nudeln &amp;uuml;berbacken wir (Schinkenfleckerl). Schweinsbraten &amp;amp; Co, machen uns ein Leben lang froh. Zwischen meinem 13. und 15. Lebensjahr habe ich bei jedem Restaurantbesuch Bauernschmaus bestellt und Niemand hat etwas abbekommen, nicht einmal ein St&amp;uuml;ck W&amp;uuml;rstel. Und erst unsere Mehlspeisen, ach ich darf gar nicht daran denken. Grie&amp;szlig;koch k&amp;ouml;nnte ich heute noch jeden Tag essen, aber unbedingt ein St&amp;uuml;ckerl Schokolade darin schmelzen.&lt;br /&gt;
Seit &amp;uuml;ber einem Jahr lebe ich nach den Regeln von weight watchers und habe tats&amp;auml;chlich 16 Kilo abgenommen. Ich esse soviel Obst und Gem&amp;uuml;se, wie seit meiner Kindheit nicht mehr. Ich versuche mindestens 2 Liter Wasser / Tag zu trinken, ich gehe schwimmen und reiten und merke, wie mein K&amp;ouml;rper sich ver&amp;auml;ndert. Aber ich merke auch, dass es ein t&amp;auml;glicher &amp;#8222;Kampf&amp;#8220; ist, ich muss mich immer wieder motivieren und daran erinnern, was gesund ist und was ich bleiben lassen sollte.&lt;br /&gt;
Ich bin grunds&amp;auml;tzlich kein neidischer Mensch, aber, wenn ich Leute beobachte, die essen k&amp;ouml;nnen, was sie wollen und trotzdem gertenschlank sind, dann regt sich in meinem Inneren ein kleines Teufelchen.&lt;br /&gt;
Dann halte ich mich an Komplimente, so, wie neulich ein Kunde zu mir sagte:&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Sie sind ein besonders gelungenes Gesch&amp;ouml;pf.&amp;#8220;&lt;br /&gt;

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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
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    <title>Mahlzeit</title> 
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&lt;div class=&quot;clearall&quot;&gt;&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Trottoir</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:53:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1514/">
    <title>Ern&amp;auml;hrungstechnische Demarkationslinien</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1514/</link>
    <description>Magst Du Rosenkohl? Die Mimik des befragten Gegen&amp;uuml;ber f&amp;auml;hrt das gesamte Grenzsicherungsarsenal hoch. Unwillk&amp;uuml;rlich werden B&amp;auml;h-Salven losgeschossen. Bei dieser Frage marschiert eine Art innerer Geschmackspolizei auf. Aber das ist beileibe nicht die einzige kulinarische Frage, an der sich die Kochl&amp;ouml;ffel und Bestecke scheiden. Wir essen, also sind wir. Da h&amp;ouml;ren die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Fisch zum Beispiel ist so eine Gr&amp;auml;tenfragen. Gem&amp;uuml;searm oder fleischlos geh&amp;ouml;rt dazu. Milch in schwarzen Tee, Pommes rot oder weiss, hartes oder weiches Ei, um ein paar weitere Markierungslinien abzustecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber beim was bleibt der Entscheidungsmarathon nicht stehen. Es zeigen sich auch ausgefeilte Differenzierungen bei der Essenszeit. Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck &amp;uuml;ppig oder ausfallen lassen? Mittags einen Salat - keinesfalls was Schweres, damit es ohne M&amp;uuml;digkeitsanfall weiter gehen kann. Gibt es eigentlich schon Arbeitsvertr&amp;auml;ge in denen die erlaubten Nahrungsmittel w&amp;auml;hrend der gesetzlich zugestandenen Mittagspause schriftlich fixiert wurden? Abends noch mal warm? Nach zwanzig Uhr noch was zu sich nehmen? By the way, was ist eigentlich aus der traditionellen nachmitt&amp;auml;glichen Kaffeetafel geworden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie h&amp;auml;ltst du es mit der Menge? In lukullischen Ferreri-Bergen oder eher Modellkarriere-kompatibel? Klar, die meisten von uns werden vern&amp;uuml;nftiger Weise irgendwo dazwischen liegen. Jedenfalls &amp;uuml;ber einen l&amp;auml;ngeren Zeitraum betrachtet. Ausnahmen kennen wir alle. Ein ausgewachsener &amp;#8222;Jieper&amp;#8220; oder &amp;#8222;Janker&amp;#8220; ist so eine Ausnahme, um mal plattdeutsch zu werden. Womit wir nahtlos in einen weiteren Fallstrick stolpern. Es grenzt schon an ein Wunder, dass wir nicht verhungern, w&amp;auml;hrend wir in anderen Gegenden dieses Landes unterwegs sind. Wer nach dem Weg fragen kann, hat noch lange nichts an der Ladentheke bestellt. Ich hab Pfannkuchen mitgebracht. Aber wolltest du nicht ein paar Berliner kaufen? Teilchenterror, nenn ich das. Versteht auch nicht jeder. Selbst abseits solch bekannter Beispiele des Lokalkolorits haben wir es nicht leicht. Schon das einfache &amp;#8222;Br&amp;ouml;tchen&amp;#8220; kennt vermutlich eine so hohe Begriffsvielfalt wie die Republik Regionen hat. Zum Gl&amp;uuml;ck hei&amp;szlig;t Coffee to go in Stuttgart genauso wie in Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es ist nicht nur entscheidend wo jemand herkommt. Manchmal spielt das Alter eine entscheidende Rolle. In den 50er Jahren wurde im wesentlichen nur gegessen. In den 60er und 70ern wurde gegessen &amp;#8222;was auf den Tisch&amp;#8220; kam. Die &amp;#8222;Gastarbeiter&amp;#8220; bildeten w&amp;auml;hrend dessen die schleichende Vorhut der in den 80ern &amp;uuml;ber alle Ozeane hereinschwappenden Einflusswellen. Wir sind ein nahrungstechnisches Einwanderungsland. Damit wir nicht irgendwann des Junkfoods &amp;uuml;berdr&amp;uuml;ssig wurden, haben uns die 90er denselben Schrott als functional food noch mal aufgetischt. Heute bekommt man alles zu kaufen, was unsere Eltern noch immer nicht aussprechen k&amp;ouml;nnen. Die bunte Vielfalt scheint uns jedoch zu &amp;uuml;berfordern, denn zum Gro&amp;szlig;teil wird nur noch virtuell gegessen. Wir gucken den G&amp;auml;sten unz&amp;auml;hliger Koch- und Dinnershows zu, wie sie am Ende der Vorf&amp;uuml;hrung das Angerichtete verschlingen. Oder wir sind die willigen Leser von Ausgehtipps in qype [www.qype.com], gekoppelt mit Bildergalerien auf flickr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den Text so betrachtet, bekommt der Begriff Trennkost eine ganz neue Bedeutung. Zum Abschluss was S&amp;uuml;&amp;szlig;es. Als Nachschlag noch eine Frage an sprachbewanderte Besseresser da drau&amp;szlig;en: Wie hei&amp;szlig;t eigentlich die Mehrzahl von Nachtisch? 
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:54:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1510/">
    <title>Wenn Kippen Kalorien h&amp;auml;tten</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1510/</link>
    <description>Als Kind war ich dick, als Teenager war ich dick, dann war ich kurz mal d&amp;uuml;nn, hab nicht aufgepasst, dann war ich wieder dick. Heute bin ich schlank, in meinem Kopf und vor jedem Spiegel werde ich trotzdem immer dick sein, aber das ist eine andere Geschichte.  &lt;br /&gt;
Weiber. Ich kenne kaum eine, die nicht schlagartig vom gesunden Menschenverstand verlassen wird, wenn es um Kilogramm oder das eigene Spiegelbild geht. Nat&amp;uuml;rlich gibt es &amp;uuml;berall das ein oder andere elfengleiche Ding, das damit auch meist lautstark rumkokettiert: &apos;Ich kann machen was ich will ich nehm einfach nicht zu, Penne Quattro Formaggi, bitte&apos;. Der Rest am Tisch starrt w&amp;auml;hrenddessen genervt auf den Salatteller und betrachtet das Messer pl&amp;ouml;tzlich mit ganz anderen Augen. Weil unser Nachname nicht Buendchen lautet, und weil uns ausserdem ein Y Chromosom fehlt, wissen wir um den Kampf, den ein Stoffwechsel auf Valium mit sich bringt. M&amp;auml;nnern ist der ganze Wahnsinn sowieso r&amp;uuml;hrend naiv egal, solange sie nicht weinerlich &apos;Schatz, findest Du mich zu dick?&apos; gefragt werden. Es gibt darauf nur eine Antwort, meine Herren: &apos;Nein&apos;. Schnell, &amp;uuml;berzeugt, ohne pr&amp;uuml;fend hinzukucken und mit einem verliebten L&amp;auml;cheln. Wenns sein muss l&amp;uuml;gen. Dann aber aufpassen, K&amp;ouml;rpersprache!&lt;br /&gt;
Man kann einiges machen, wenn man wochenlanges Frustessen pl&amp;ouml;tzlich glasklar als solches erkennt. Dann denkt man &apos;ungl&amp;uuml;cklich von mir aus, aber nicht auch noch fett!&apos; und dann fangen die Menschen an, Joghurts zu essen. Zum Abnehmen. Der Joghurt mit der Ecke, knickknack hat man Zucker galore im Becher. F&amp;uuml;r die, die sich wirklich &amp;uuml;berhaupt nicht lieb haben gibt es Ersatzmahlzeitspulvershakes, Slimfast und dergleichen. Das ist kein Shake, das ist ekelhaft und kostet so 200 Euro. Shakes m&amp;uuml;ssen Smoothie heissen, oder Frappuccino, da muss ganz sch&amp;ouml;n Zucker rein, und Eis, und manchmal Bananen. Trennkost funktioniert angeblich, ist aber kompliziert. Wenn ich das richtig verstehe, darf man immer nur vollfetten K&amp;auml;se essen, aber ohne Brot. Mein absoluter Liebling aber ist die Pasta Di&amp;auml;t. Das geht so: man kocht 20 Gramm Nudeln, am besten Spaghetti, die Kate Moss unter den Nudeln. Dann kommt nichts dran, ausser ein paar Tomaten, mit 2 Tropfen Oliven&amp;ouml;l. Wenn ich sowas auf meinem Teller hab reib ich eine halbe Stunde Parmesan dr&amp;uuml;ber, und aus Trotz trink ich 5 Gl&amp;auml;ser Wein dazu. Alkohol. V&amp;ouml;llig aussen vor, selbst bei den Frauen, die alles aus dem effeff mit Kalorienwert versehen k&amp;ouml;nnen. Alkohol hat so irrsinnig viele Kalorien, man glaubt es kaum. Ein Glas Wein hat ungef&amp;auml;hr soviel wie zwei Snickers. Seltsamerweise nimmt man mehr zu, wenn man 10 Snickers am Abend in sich reinstopft. &apos;Fl&amp;uuml;ssig hat keine Kalorien&apos; behauptet seit Jahren kategorisch eine Freundin, und bestellt sich noch ein Glaserl. &lt;br /&gt;
Body Mass Index, Kalorien, Joule. BMI ist zu kompliziert, man braucht einen Taschenrechner und kann dann immer noch nichts damit anfangen. Joule hat sich nat&amp;uuml;rlich auch nicht durchgesetzt, wer will schon h&amp;ouml;ren, dass ein klitzekleiner Joghurt 2 Millionen Joule hat. Als ich ein dicker, weltschmerzgeplagter Teenager war, gabs noch die M&amp;auml;r vom Idealgewicht. Das war K&amp;ouml;rpergr&amp;ouml;sse minus 100 minus 20%, Normalgewicht war K&amp;ouml;rpergr&amp;ouml;sse minus 100. Am allerliebsten war mir die Geschichte von den schweren Knochen. Jahrelang hab ich das geglaubt. Am besten stellt man sich eine herk&amp;ouml;mmliche Waage ins Bad, dann kann man auch behaupten, dass die nicht stimmt, und je nach Tagesform mit einem &apos;Ach, leck mich doch am Arsch&apos; oder einem &apos;Kill me. Kill me now&apos; wieder runtersteigen. &lt;br /&gt;
Das alles kann man sich antun, wenn man glaubt, man sei zu dick. Man kann aber auch einfach seine Koffer packen und in eine andere Stadt ziehen. New York zum Beispiel eignet sich hervorragend, falls Gewichtsverlust erw&amp;uuml;nscht ist. Es ist nicht nur die Stadt, die niemals schl&amp;auml;ft, es ist auch die Stadt, in der die Frauen nichts essen. Damit nimmt man relativ schnell ganz sch&amp;ouml;n viel ab. Wenn ich &amp;uuml;brigens &apos;nichts&apos; sage, dann meine ich tats&amp;auml;chlich nichts. &apos;Ich hab so einen Hunger, ich hab heut noch gar nichts gegessen&apos; heisst in M&amp;uuml;nchen: &apos;Zwei Toasts, ein Joghurt, dann waren alle b&amp;ouml;s zu mir oder ich f&amp;uuml;hlte mich PMS-bedingt wie eine tr&amp;auml;chtige Elefantenkuh, deshalb den ganzen Nachmittag Kekse, daf&amp;uuml;r hasse ich mich jetzt abgrundtief, Pizza mit extra K&amp;auml;se, bitte&apos;. Nothing in New York heisst genau das: Nichts, Nada, Zip. &lt;br /&gt;
Umgeben von superschlanken Frauen, die ein einziges Sushi-St&amp;uuml;ckchen zum Abendessen deklarieren, bestellt sich auch die Selbstbewussteste keinen Teller Nudeln mit Sahnesauce. Denn man lernt schnell: Pasta, Pizza ist gleich Kohlenhydrate, diese werden liebevoll Carbs genannt, ansonsten aber behandelt wie die allerschlimmste Droge auf der ganzen Welt. Selbst im Obst verstecken sie sich &amp;#8211; ich kenne Frauen, die w&amp;uuml;rden sich eher erschiessen, als einen Apfel zu essen und es ist ihnen auch ganz egal, dass einer am Tag den Doktor fernhalten w&amp;uuml;rde. Manchmal schleicht sich aber doch eine Pizza in den Speiseplan, in Manhattan allerdings auch nur in Form eines Slice. Dieses wird sorgf&amp;auml;ltig mit der Serviette abgetupft wie die Nasenspitze nach einem langen Arbeitstag. Dann beisst man einmal ab und l&amp;auml;sst den Rest liegen. Vielleicht liegt dieses seltsame Verhalten daran, dass in New York Models einfach so frei rumlaufen d&amp;uuml;rfen. Da f&amp;uuml;hlt sich eine schlanke Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e 38 schonmal wie eine sagenhaft fette Kuh.&lt;br /&gt;
Andererseits ist zu d&amp;uuml;nn nat&amp;uuml;rlich auch nicht sexy. Irgendwann muss man sich mal entscheiden, ob man lieber Wangenknochen oder Busen haben m&amp;ouml;chte, beides geht nicht. Doch, beides geht auch, das kostet dann aber. Ein Gl&amp;uuml;ck haben Zigaretten keine Kalorien. Zigaretten haben erst Kalorien, wenn man sie wegl&amp;auml;sst. Ich war nach Monaten ohne Kippen hysterisch genug, mir wieder eine anzuz&amp;uuml;nden. Das Nichtrauchen an sich war gar nicht so schwer, nur ich wurde so schwer, obwohl ich &apos;Ersatzbefriedigung&apos; blind erkenne. Nat&amp;uuml;rlich wollte ich auch unbedingt mal wieder eine rauchen, nur eine, ich dachte, das geht. Das ging auch, und zwar den Bach runter. Wenn Kippen Kalorien h&amp;auml;tten, dann w&amp;auml;re wahrscheinlich wenigstens das Problem mit dem Rauchen gel&amp;ouml;st.  
</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Instant Illusion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:54:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1518/">
    <title>Die Allesfresser-Problematik</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1518/</link>
    <description>Ich habe gro&amp;szlig;es Gl&amp;uuml;ck gehabt. Ich mag und esse theoretisch alles. Kalbshirn und Pferdefleisch inbegriffen. Aber es gibt Dinge, auf die ich verzichten kann, Saubohnen, beispielsweise, und Auberginen. Essig hat in meiner Linsensuppe nichts verloren, Kindheitstrauma eben. Und es gibt Speisen, die ich moralisch bedenklich finde, wie Fois-Gras und Froschschenkel, oder s&amp;auml;ttigungstechnisch wenig sinnvoll, wie Weinbergschnecken. Im Gegensatz zu Woody Allen, der sagt &apos;I will not eat oysters. I want my food dead &amp;#8211; not sick, not wounded &amp;#8211; dead&apos;, schrecke ich selbst vor Lebendem nicht zur&amp;uuml;ck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
M&amp;ouml;glich (und Gl&amp;uuml;ckssache), dass in Suppenh&amp;uuml;hnern, die man bei einem Bauern kauft, nebst Innereien auch ein Ei im Huhn zu finden ist. Es ist normal, dass es im Dezember keine hiesigen frischen Tomaten gibt. Weidevieh frisst Gras und Heu. Es ist hingegen nicht normal, wenn K&amp;uuml;he quasi mit K&amp;uuml;hen gef&amp;uuml;ttert werden, es ist nicht normal, dass Zuchtlachse genetisch so modifiziert werden, dass ihnen problemlos K&amp;ouml;rnerkraftfutter verabreicht werden kann. Und Schweine sind, wie Menschen und Ratten, Allesfresser. F&amp;uuml;r mich ist Essen die Transformation von Natur in Kultur, und ich habe ein Problem. Ich m&amp;ouml;chte wissen, was ich esse, wo es herkommt, warum und wie es gemacht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertreter der konventionellen Landwirtschaft, und ganz besonders der industriellen Nahrungsmittelwirtschaft, werden, auf ihre Produktionsmethoden angesprochen, nicht m&amp;uuml;de zu betonen, dass sie vorrangig einen wichtigen Beitrag zum Wohle der Menschheit und zur Beendigung des Hungers auf der Welt leisten w&amp;uuml;rden. Ich nenne es die H&amp;ouml;lle, und die H&amp;ouml;lle hat einige Namen: Industrieller Ackerbau. Massentierhaltung. Genetische Manipulation. Monopolwirtschaft. Mais. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mais ist dufte, Mais ist praktisch, l&amp;auml;sst sich nahezu &amp;uuml;berall anbauen und w&amp;auml;chst mit ein wenig D&amp;uuml;nger wie doof. Au&amp;szlig;erdem kann man aus Mais so gut wie alles herstellen. Wir essen und trinken Mais, wir laufen auf, in und mit Mais, unsere Autos sind aus und fahren mit Mais, unsere Magazincover gl&amp;auml;nzen ebenso wegen Mais, wie frische gr&amp;uuml;ne Gurken. Chicken Nuggets und eine Cola beispielsweise sind wenig mehr als ein wunderbares Potpourri aus Mais in Mais mit Mais, verpackt in &amp;#8211; tja, wer h&amp;auml;tte das gedacht &amp;#8211; Mais. Schnitzel, Steaks, Eier, Lachsfilet &amp;#8211; alles (in unterschiedlicher Konzentration) &lt;a href=&quot;http://www.michaelpollan.com/omnivore_excerpt.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Mais&lt;/a&gt;. Da kann man schnell hysterisch werden. Wenn es um Mais geht, dann gilt, was nicht passt, wird passend gemacht. Mehr Ernte -&amp;gt; mehr D&amp;uuml;nger. Mehr Produkte -&amp;gt; mehr Technik. Mehr Sch&amp;auml;dlinge &amp;#8211;&amp;gt; mehr Genmanipulation. Mehr Kosten &amp;#8211;&amp;gt; mehr Profit. Viel ist gut, besser ist mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer hat&apos;s erfunden? Wir k&amp;ouml;nnen uns bei den &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Haber-Bosch-Verfahren&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Herren Haber und Bosch&lt;/a&gt; bedanken, die im Sinne der nationalen Verteidigung eine L&amp;ouml;sung fanden, dringend ben&amp;ouml;tigten Sprengstoff &amp;#8211; Salpeter aus Chile war grade nicht zu kriegen, Krieg eben - auf dem Wege der Ammoniaksynthese zu gewinnen. Welcher unerfreulicher Weise nach Kriegsende nutzlos in den Sprengstofffabriken herumlagerte. Also nichts wie die Umwandlung in Stickstoffd&amp;uuml;nger in Gang gesetzt und das &apos;Wundermittel&apos; ans Bauernvolk verteilt. &amp;Auml;hnlich verfuhr man mit den Restbest&amp;auml;nden an Giftgas aus dem Ersten Weltkrieg, der Logik folgend, was wir haben, haben wir und was Menschen t&amp;ouml;tet, t&amp;ouml;tet auch Insekten. Wundert es da noch, dass das &lt;a href=&quot;http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/konzerne/artikel/monsantos_machtstrategien_unternehmensaufkaeufe_ein_report/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Unternehmen&lt;/a&gt;, das sich seinen weltweiten Ruhm mit &apos;Agent Orange&apos; erworben hat, heute Marktf&amp;uuml;hrer und Quasimonopolist in Sachen Saatgut, gerne auch genetisch manipuliert, ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich pers&amp;ouml;nlich finde zwar die Vorstellung grotesk, dass die Verwendung konventionellen Sprengstoffes in der Landwirtschaft ein billiges Hochglanzcover f&amp;uuml;r ein teures Magazins sichert. &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_E._Neumann&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Alfred&lt;/a&gt; E. Neumann kann man ja bei der Gelegenheit auch wieder mal zitieren: &apos;We are living in a world today where lemonade is made from artificial flavors and furniture polish is made from real lemons.&apos; Aber das ist mein geringstes Problem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Womit wir immer noch beim Mais w&amp;auml;ren. Und in den Mast- und Zuchtbetrieben, ebenso wie in den H&amp;uuml;hnerfarmen. Wo unter enorm hohem Einsatz an fossilen Brennstoffen reine &lt;a href=&quot;http://foodwatch.de/foodwatch/content/e10/e11/e1283/foodwatchFuttermittelreportkomplett0405.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;F&amp;uuml;tterungsfabriken&lt;/a&gt; betrieben werden, um in m&amp;ouml;glichst kurzer Zeit, maximal vielen Tieren unter anderem Unmengen an Mais (und Soja) einzutrichtern, was ja so nett billig ist. Zwei Kilo Futtermittel generieren ein Kilo Lebendhuhn. Dieses scheinbar vertretbare Umwandlungsverh&amp;auml;ltnis von Kalorien in Materie (2:1) verringert sich auf den Faktor 18:1, wenn der komplette Energieaufwand der Zucht und Haltung sowie der Futtermittelproduktion einberechnet werden, und dennoch, mit diesem absurden Verh&amp;auml;ltnis ist ein Kilo Huhn immer noch deutlich kosteng&amp;uuml;nstiger als ein Kilo Schwein, Kuh, Kalb oder Rind. Zur Verbesserung des Ertragsfaktors werden &amp;#8211; folgerichtig - Schlachtabf&amp;auml;lle aufbereitet und dem Viehfutter wieder beigemischt, oder landen in der lustig-lachenden Kinderwurst in heimischen Supermarktk&amp;uuml;hltheken. So wird aus der &amp;Uuml;berwindung des Welthungers schnell die Institutionalisierung eines &lt;a href=&quot;http://www.fgaia.org.br/texts/d-absurditat.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Weltekels&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir scheint, solche Produktionsprozesse k&amp;ouml;nnen nicht einmal im Ansatz kostendeckend sein. Wie kommt es dennoch zu Suppen- und Brath&amp;uuml;hnern, die an den Endverbraucher f&amp;uuml;r &amp;#8364; 1,50 verscheuert werden? Um das wirtschaftliche Abkacken der Branche sowie der Zulieferer zu verhindern, wird der komplette kommerzielle Agrarbereich bis in die Steinzeit und zur&amp;uuml;ck &lt;a href=&quot;http://www.wer-profitiert.de/upload/PM_060531_final.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;durchunddurchsubventioniert&lt;/a&gt;. Je gr&amp;ouml;&amp;szlig;er das Unternehmen, je &apos;monopolitischer&apos; dessen Position, desto geballter werden F&amp;ouml;rdermittel kassiert. B&amp;auml;uerliche Familienbetriebe und auch traditionelle Landwirtschaftszweige werden auf der Strecke bleiben, weltweit. Die Maisfarmer in Iowa ebenso, wie die Sojabauern in Brasilien, trotz allj&amp;auml;hrlicher Rekordernten, die ihre Preisanpassungen allesamt an der B&amp;ouml;rse erfahren. &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/197/47150/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Monokulturen&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.attac.de/oekologie/cms/media/Factsheet_1_final.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Terminatorgene&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/archiv/2002/24/200224_oeko-skandal.xml?page=2&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hybrid&lt;/a&gt; - H&amp;uuml;hner, alles gegen den Welthunger? Nicht wirklich...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie gesagt, wenig ist weiter weg von einem Huhn, als ein Chicken Nugget, und darin liegt der Witz. Eine manich&amp;auml;ische Sichtweise auf &amp;#8211; industrialisierte und zunehmend auch auf Bio - Nahrung ist extra f&amp;uuml;r uns Allesfresser wegtechnokratisiert worden. Kein Blut ist in Schokolade. Ruckedigu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welcome to the Church of Holy Cabbage. Lettuce pray. Ich darf alles essen, was mich nicht umbringt. Aber ich bin kein Idiot. Ich lasse mich nicht verarschen oder f&amp;uuml;r dumm verkaufen. Geiz ist nicht geil. There is no such thing as a free lunch. Es ist nicht das Fleisch- oder Fischessen, das abgeschafft werden sollte, sondern der Hamburger f&amp;uuml;r 99 Cent oder Suppenh&amp;uuml;hner f&amp;uuml;r unter 2 Euro. Genetisch durchmendeltes &lt;a href=&quot;http://www.umweltinstitut.org/frames/all/m436.htm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Saatgut&lt;/a&gt; empfinde ich als Angriff auf meine, unsere Gesundheit und unser Gemeinwesen. Und warum ist eigentlich unpolierter &lt;a href=&quot;http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,,,,A93077CF058739F0E0340003BA04DA2C,,,,,,,,,,,,,,,.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Reis&lt;/a&gt; teurer als polierter Reis, wenn doch das Polieren den zus&amp;auml;tzlichen Kostenfaktor darstellt? Wieso soll man mehr f&amp;uuml;r das unbehandelte, leichter verderbliche aber bessere Produkt bezahlen, als f&amp;uuml;r das behandelte, n&amp;auml;hrstoff&amp;auml;rmere aber haltbarere?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur weil an jeder x-beliebigen B&amp;ouml;rse Wachstumsraten erst bei 5%-10% relevant werden, hat sich das Gros der Esser daran nicht zu halten, denn wir Menschen wachsen eben nur zwischen 1% und 2% weltweit. Und weil ihr Industriefra&amp;szlig;hersteller nicht aufh&amp;ouml;ren wollt, mir eure teuer produzierten nutzlosen Kalorien unversch&amp;auml;mt und raffiniert, zudem auf Kosten anderer, unterzujubeln, kauf&apos; ich bei euch nichts mehr. Ich geh&apos; auf den &lt;a href=&quot;http://www.citizen.org/cmep/foodsafety/eu/eucafo/de/index.cfm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Markt&lt;/a&gt;. Mein Suppen- und mein Brathuhn hatten ein nettes Leben, sie durften sogar Gras fressen, daf&amp;uuml;r kosten sie drei- bis viermal so viel, wie in euren Superm&amp;auml;rkten und wenn ich ein Maishuhn haben will, dann wird es richtig teuer. Ein Maishuhn w&amp;auml;re in dem Fall &amp;uuml;brigens quietschgelb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, h&amp;ouml;re ich den ein oder anderen denken, aber diesen ganz Biokram kann ja kein Schwein bezahlen. 12% des durchschnittlichen Einkommens auf Nahrung zu verwenden muss reichen, gelle, aber ein Premiere-Decoder im Haus sollte schon drin sein, oder wie? Gut, man kann auch &amp;uuml;berlegen, nicht mehr so viel Fleisch in sich zu schaufeln, und mal ganz ehrlich, es geht ja nicht verloren, ich sch&amp;auml;tze irgendein freundlicher Mensch mit einer wirklich gro&amp;szlig;en Tiefk&amp;uuml;hltruhe wird sich schon finden, der den ganzen Mist f&amp;uuml;r das ein oder andere Jahrzehnt einfriert.&lt;br /&gt;

</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Cover</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:55:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1512/">
    <title>Gestatten, Br&amp;ouml;tchen, K&amp;auml;se Br&amp;ouml;tchen</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0219/stories/1512/</link>
    <description>&amp;raquo;Mahlzeit -- du bist, was du isst!&amp;laquo; plus &amp;raquo;typisch deutsche Sichtweise&amp;laquo;, so die Vorgaben f&amp;uuml;rs Ressort Nabelschau. Da bleibt mir ja nun wirklich nix anderes &amp;uuml;brig, als mich geb&amp;uuml;hrend &amp;uuml;ber diesen Unsinn zu beschweren, liebes Team von mindestens haltbar. Wie unfair, meckere ich typisch deutsch. Wie unfair gegen&amp;uuml;ber Menschen wie mir, die sich Kochorgien verweigern. Denn w&amp;uuml;rde ich nur Spa&amp;szlig; am Brutzeln, Backen und Blanchieren haben, w&amp;uuml;rde ich nat&amp;uuml;rlich behaupten, das sei ganz richtig, das mit dem &amp;raquo;Du bist, was du isst!&amp;laquo; und im Anschluss ekstatisch &amp;uuml;ber die sinnliche Erfahrung der Verspeisung eines guten, selbst zubereiteten Essens g&amp;uuml;ldene Worte der Verz&amp;uuml;ckung fabulieren, um am Ende zu behaupten, dass sich das aufs Wesen &amp;uuml;bertr&amp;auml;gt und mich folglich zu einer ungemein sinnlichen Zeitgenossin werden l&amp;auml;sst, deren Anwesenheit man nur zu gerne genie&amp;szlig;t &amp;#8211; in gro&amp;szlig;er Runde. Und dann w&amp;uuml;rde ich &amp;uuml;berraschenderweise den Bogen zu einem wahnsinnig ausufernden Gangbang schlagen. Weil die Leserschaft ja &amp;uuml;berrascht werden will. Und Sex geht sowieso immer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ich aber nicht gerne koche, bleibt mir nur Gemeckere: Wenn Wahrheit durch das Sinnspr&amp;uuml;chlein &amp;raquo;Du bist, was du isst!&amp;laquo; wehen w&amp;uuml;rde, w&amp;auml;re ich aktuell ein paar Vollkornbrotscheiben in eine Fertigsuppe getunkt, deren urspr&amp;uuml;nglich daf&amp;uuml;r geplantes Wasser zur H&amp;auml;lfte neben dem Topf landete. Wie sollen denn bitte ein paar Vollkornbrotscheiben in Fertigsuppe getunkt, deren urspr&amp;uuml;nglich daf&amp;uuml;r geplantes Wasser zur H&amp;auml;lfte neben den Topf ging, an einem Rechner sitzen und einen Text tippen? Aber das allein ist es ja nicht mal, denn vor den labbrigen Vollkornscheiben w&amp;auml;re ich ein K&amp;auml;sebr&amp;ouml;tchen aus der Kantine gewesen. Ein h&amp;uuml;bsches, leckeres K&amp;auml;sebr&amp;ouml;tchen zwar, mit Tomatenschnipsel und Salatblatt optisch und geschmacklich aufgewertet, aber das h&amp;auml;tte sicherlich noch gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Probleme gehabt, Wasser in einen Topf zu f&amp;uuml;llen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Au&amp;szlig;erdem: Ich w&amp;uuml;rde mich nicht sonderlich wohl f&amp;uuml;hlen, wenn sich auf der Autobahn pl&amp;ouml;tzlich der Fahrer im Opel Astra neben mir in einen Popel oder Ohrschorf verwandeln w&amp;uuml;rde. Ich bin mir zwar sehr sicher, dass noch niemand Popel oder Ohrschorf auf Fahrt&amp;uuml;chtigkeit &amp;uuml;berpr&amp;uuml;ft hat, aber mein gesunder Menschenverstand behauptet, dass sei ohnehin sinnlos.&lt;br /&gt;
Oder: Wie sollen denn bittesch&amp;ouml;n ein paar Schluck Wasser und ein Minz-Drag&amp;eacute;e die neueste Mail&amp;auml;nder Mode vorf&amp;uuml;hren? Das geht doch gar nicht. Das muss man doch einsehen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt aber mal andererseits typisch praktisch deutsch: W&amp;auml;re es nicht doch toll, wenn &amp;raquo;Du bist, was du isst!&amp;laquo; stimmen w&amp;uuml;rde? Man k&amp;ouml;nnte beim Betreten einer Party voller unbekannter Menschen gleich zwischen genormten H&amp;uuml;hnchenteilen, Nudeln mit Ketchup, Nusskuchen und Cr&amp;egrave;me Br&amp;ucirc;l&amp;eacute;e unterscheiden und sich dann die bevorzugten Gespr&amp;auml;chspartner aussuchen. Die Nusskuchen w&amp;uuml;rde ich meiden, ich hab&amp;#8217; eine Nussallergie. Bei den genormten H&amp;uuml;hnchenteilen w&amp;uuml;rde ich kurz anhalten und anklagend vegetarisch mit Gurken-Armen wedeln. Die Nudeln mit Ketchup w&amp;auml;ren f&amp;uuml;r einen schnellen wie befriedigenden Schwatz ganz ausgezeichnet, denke ich. Und bei der Cr&amp;egrave;me Br&amp;ucirc;l&amp;eacute;e w&amp;uuml;rde ich den Abend dessert-artig abschlie&amp;szlig;en, mit geistreichen Formulierungen an der Karamellkruste kratzen und hoffen, dass die Cr&amp;egrave;me darunter das Versprechen der k&amp;ouml;stlichen Kruste dar&amp;uuml;ber h&amp;auml;lt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt mal abschlie&amp;szlig;end klugschei&amp;szlig;erisch deutsch: Wenn &amp;raquo;Du bist, was du isst!&amp;laquo; stimmen w&amp;uuml;rde, w&amp;uuml;rde ich mich nur noch von Cate Blanchett oder wundersch&amp;ouml;nen, langbeinigen sowie rotm&amp;auml;hnigen Literaturnobelpreistr&amp;auml;gerinnen, die in ihrer Freizeit an der Weltformel schrauben und Klaviersonaten klimpern, ern&amp;auml;hren. Aber a-tens h&amp;auml;lt Frau Blanchett ja auch kein Leben lang und b-tens gibt es sicher keine wundersch&amp;ouml;nen, langbeinigen sowie rotm&amp;auml;hnigen Literaturnobelpreistr&amp;auml;gerinnen, die in ihrer Freizeit an der Weltformel schrauben und Klaviersonaten klimpern. Und c-tens k&amp;ouml;nnte ich mir so eine exklusive Ern&amp;auml;hrung bestimmt auch gar nicht leisten.
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-23T19:54:00Z</dc:date>
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