Berlin bei Nacht

von nberlin
Gestern Nacht (oder heute Morgen) bin ich mal wieder, nach langer Zeit, durch die Stadt gefahren. Unsere Tour began in Kreuzberg zu Hause bei ihr mit Sekt (Geburtstag!) und wir fuhren dann zum Rosa-Luxemburg-Platz um Makali (arabische Teigtasche mit frittierten Gemüse und Salat mit Sesamkischererbsensoße) zu essen. Der Weg dahin führte über den Hackeschen Markt. Dort waren große touristische Menschenmengen versammelt und in der Tram sprach kaum einer deutsch. Irgendwo scheint es ein Gesetz zu geben das Touristen oder Geschäftsreisende sich am Samstag auf dem Hackeschen versammeln müssen. Das Makali war gut und obwohl wir ins White Trash wollten liessen wir uns zu Tante Käthe entführen. Dafür mussten wir nur durch den ganzen Mauerpark rennen und diverse Zäune überklettern. War dann auch nett da, kein Eintritt, großer Vorgarten mit Chilllounge, kleiner Raum mit Dj, Bar und Kicker Bereich. Das Volk dort war angenehm und sehr gemischt, aber im Schnitt etwas jünger, was meiner Freundin, die gerade die große 30 verarbeitet, nicht ganz so gut gefiel.
Also sind wir wieder los, ab durchs Gewerbegebiet und haben uns natürlich verlaufen. Trotzdem kamen wir irgendwo an wo es ein große "H" zu sehen gab und fuhren Richtung Eberswalder. Dort begriff ich dann endlich was der Prenzlauer Berg Schick ist. Wir standen vor dem White Trash, was Eintritt kostete und mittelmässig bei lauter Rockmusik besucht war und konnten uns nicht entscheiden. Schöne Menschen jeden Alters oder solche die sich für schön hielten, gingen ein und aus. Ein Ort der Selbsinszenierung. Prenzlauerberg halt, ein Ort wo jeder aussieht als ob er Modell oder Künstler wär oder zumindestens versucht so auszusehen. Da es mittlerweile nach drei war und uns vier Euro um nur mal reinzugucken viel erschien nahmen wir doch die UBahn heim. Wir waren auch fertig und sahen auch so aus (meine Freundin meinte wir sehen auch aus wie White Trash), zwischen den Modells schlossen wir da schlecht ab. Naja war nach vier zu Hause, habe zum Glück nur einen mittelmässigen Kater, da ich nachts schon Wasser getrunken habe und fand den Abend trotzdem gelungen. Berlin ist halt ne Stadt wo es Leute gibt die es gar nicht gibt...;-)

Dieser ist is bereits im Weblog der Autorin erschienen.
Von arabischem Essen über feiernde Touristen aus aller Herren Länder bis hin zu Rockmusik in einer sogenannten "guten Gegend" - Berlins Nächte sind lang, aber keinesfalls langweilig.
betreibt ihren Gemischtwarenblog "Nadine in Berlin" seit über einem Jahr und schreibt über das Leben und das Universum und den Rest... tiefsinnig, sinnfrei, persönlich, lustig und kritisch.
mindestens haltbar 10/2006
Jahrgang 02
Ausgabe 17
ISSN 1816-8159
Autor: nberlin
Titel: Berlin bei Nacht
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am 22. Okt, 21:09

Ja, iss schon witzich: Wenn ich an der Warschauer Straße aussteige, denn kommen mir auf der Brücke nach Friedl´hein auch die ganzen "Popper" entgegen... :) Vorher war doch auch alles normal...*g*

Grüße, Olli

am 22. Okt, 22:37

Vorher? Vor ein paar Jahren oder bevor du Warschauer Richtung F´hain gelaufen bist? ;-) Warschauer war ich gestern, ich weiß was du meinst...