
Geh bitte!
von miss.understood
Wenn ich mit der U-Bahn nach Hause fahre, und weil ich immer brav eine Fahrkarte kaufe denke ich, dass ich mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit problemlos von „meiner“
U-Bahn sprechen darf, wenn ich nun als mit meiner U-Bahn nach Hause fahre, dann hält diese in einer Station die direkt an einem Fitnesscenter liegt. Bisher habe ich gezählte zwei Mal Menschen mit grossen Sporttaschen dort aus- bzw. einsteigen gesehen. Eine junge Frau die tatsächlich nach Sport aussah und einen Mann, der war allerdings eher Zigarettenschmuggler oder Vertreter für Sporttaschen. Auch sehe ich vor dem Fitnesscenter nie Fahrräder stehen, dafür ist die Parkgarage immer bestens besucht.
Da ich selbst weder den Schein besitze, der mich dazu berechtigen würde ein Auto zu steuern, noch ein grosser Fan des selbst ausgeübten Sports bin, ist das ja eine Sache, die ich so gar nicht verstehen kann. Warum fahren Menschen jeden noch so kurzen Weg mit dem Auto, um sich später am Tag dann in Trainingsklamotten zu werfen und wie wild los zu laufen um aber tatsächlich überhaupt nirgendwo anzukommen ? Ständig sind alle in Bewegung mit ihren Nordic Walking Stöcken und ihren Laufschuhen und ihren Rollerblades und ihren Fahrrädern, aber will man wahres Entsetzen sehen, muss man nur sagen: „Lass uns doch die zwei Stationen zu Fuss gehen, das dauert maximal fünfzehn Minuten.“ Fällt irgendwo mal die Rolltreppe aus, granteln sich die Leute notgedrungen und empört die Stufen hoch, oben angekommen überweisen sie dann 125,- Euro Mitgliedschaftsbeitrag an den Health Club ihres Vertrauens, um dort abends den Stepper benutzen zu können.
Ständig wird überall betont und dreimal unterstrichen wie wichtig es ist, Sport zu treiben, viel zu selten hingegen wird über die Bewegungs-Antihelden des Alltags berichtet. Fährt den Clark Kent mit dem Auto zur Telefonzelle um sich in Superman zu verwandeln? Nö, der läuft! „Und was ist mit Batman, bitte schön ?“ könnte man jetzt fragen. Na, bitte schön, Batman ist aber wirklich ein gutes Beispiel. Ständig trainiert er, aber geht er mal irgendwo zu Fuss hin oder fährt mit der U-Bahn? Nein, er fährt mit dem Auto. Aber der ist ja auch gar kein Superheld, sondern vielmehr Leichtathleth und Bodenturner. Er passt damit also ganz wunderbar in diesen Absatz.
Mein Chef ist auch so einer. Wenn ihm die Zigaretten ausgehen ist das ein kleines Drama, weil die Trafik ja dann doch vier Gehminuten vom Büro entfernt ist, aber er steht gerne um sechs Uhr auf, um noch eine Stunde laufen zu gehen. Natürlich sind zwei mal vier Minuten nicht mit sechzig Minuten gleich zu setzen, aber mir wären die zwei mal vier Minuten trotzdem lieber, weil er dann nämlich mich nicht darum bitten würde, ihm Zigaretten zu holen. Ein Freund von mir wohnt wenige Gehminuten von seinem Büro entfernt. Er fährt aber trotzdem mit dem Auto, weil es immer sein kann, dass er sich noch Arbeit mit nach Hause nehmen muss, darf und soll und die ganzen Ordner will er dann nicht schleppen. Daran ist nun aber wirklich alles falsch. In die vollkommen falsche Richtung motiviert ist der arme Kerl. Er sollte lieber zu Fuss ins Büro gehen, sich die netten Leute auf der Strasse ansehen, die schönen Auslagen und die lustigen Namen auf den Geschäften. Und die Arbeit sollte er im Büro lassen, denn da gehört sie hin und ausserdem hat er ja gar keine Zeit mehr, sich abends ins Fitnesscenter zu stressen, wenn er zu Hause noch arbeitet.
In Wahrheit hätte ich ja viel weniger gegen die allgemeine Bereitschaft, sich möglichst wenig zu bewegen, wenn die Leute dann nicht doch wieder fit genug wären, um mir zu sagen: „Dir macht es ja nichts aus da schnell mal hinzugehen, könntest du nicht eben...“. Oder ich mir von einem, der absolut jeden blöden Schritt mit dem Auto zurücklegt regelmässig übermotiviertes „im Winter werde ich jeden Tag in der Hauptallee laufen gehen. JEDEN TAG!“ anhören muss.
U-Bahn sprechen darf, wenn ich nun als mit meiner U-Bahn nach Hause fahre, dann hält diese in einer Station die direkt an einem Fitnesscenter liegt. Bisher habe ich gezählte zwei Mal Menschen mit grossen Sporttaschen dort aus- bzw. einsteigen gesehen. Eine junge Frau die tatsächlich nach Sport aussah und einen Mann, der war allerdings eher Zigarettenschmuggler oder Vertreter für Sporttaschen. Auch sehe ich vor dem Fitnesscenter nie Fahrräder stehen, dafür ist die Parkgarage immer bestens besucht.
Da ich selbst weder den Schein besitze, der mich dazu berechtigen würde ein Auto zu steuern, noch ein grosser Fan des selbst ausgeübten Sports bin, ist das ja eine Sache, die ich so gar nicht verstehen kann. Warum fahren Menschen jeden noch so kurzen Weg mit dem Auto, um sich später am Tag dann in Trainingsklamotten zu werfen und wie wild los zu laufen um aber tatsächlich überhaupt nirgendwo anzukommen ? Ständig sind alle in Bewegung mit ihren Nordic Walking Stöcken und ihren Laufschuhen und ihren Rollerblades und ihren Fahrrädern, aber will man wahres Entsetzen sehen, muss man nur sagen: „Lass uns doch die zwei Stationen zu Fuss gehen, das dauert maximal fünfzehn Minuten.“ Fällt irgendwo mal die Rolltreppe aus, granteln sich die Leute notgedrungen und empört die Stufen hoch, oben angekommen überweisen sie dann 125,- Euro Mitgliedschaftsbeitrag an den Health Club ihres Vertrauens, um dort abends den Stepper benutzen zu können.
Ständig wird überall betont und dreimal unterstrichen wie wichtig es ist, Sport zu treiben, viel zu selten hingegen wird über die Bewegungs-Antihelden des Alltags berichtet. Fährt den Clark Kent mit dem Auto zur Telefonzelle um sich in Superman zu verwandeln? Nö, der läuft! „Und was ist mit Batman, bitte schön ?“ könnte man jetzt fragen. Na, bitte schön, Batman ist aber wirklich ein gutes Beispiel. Ständig trainiert er, aber geht er mal irgendwo zu Fuss hin oder fährt mit der U-Bahn? Nein, er fährt mit dem Auto. Aber der ist ja auch gar kein Superheld, sondern vielmehr Leichtathleth und Bodenturner. Er passt damit also ganz wunderbar in diesen Absatz.
Mein Chef ist auch so einer. Wenn ihm die Zigaretten ausgehen ist das ein kleines Drama, weil die Trafik ja dann doch vier Gehminuten vom Büro entfernt ist, aber er steht gerne um sechs Uhr auf, um noch eine Stunde laufen zu gehen. Natürlich sind zwei mal vier Minuten nicht mit sechzig Minuten gleich zu setzen, aber mir wären die zwei mal vier Minuten trotzdem lieber, weil er dann nämlich mich nicht darum bitten würde, ihm Zigaretten zu holen. Ein Freund von mir wohnt wenige Gehminuten von seinem Büro entfernt. Er fährt aber trotzdem mit dem Auto, weil es immer sein kann, dass er sich noch Arbeit mit nach Hause nehmen muss, darf und soll und die ganzen Ordner will er dann nicht schleppen. Daran ist nun aber wirklich alles falsch. In die vollkommen falsche Richtung motiviert ist der arme Kerl. Er sollte lieber zu Fuss ins Büro gehen, sich die netten Leute auf der Strasse ansehen, die schönen Auslagen und die lustigen Namen auf den Geschäften. Und die Arbeit sollte er im Büro lassen, denn da gehört sie hin und ausserdem hat er ja gar keine Zeit mehr, sich abends ins Fitnesscenter zu stressen, wenn er zu Hause noch arbeitet.
In Wahrheit hätte ich ja viel weniger gegen die allgemeine Bereitschaft, sich möglichst wenig zu bewegen, wenn die Leute dann nicht doch wieder fit genug wären, um mir zu sagen: „Dir macht es ja nichts aus da schnell mal hinzugehen, könntest du nicht eben...“. Oder ich mir von einem, der absolut jeden blöden Schritt mit dem Auto zurücklegt regelmässig übermotiviertes „im Winter werde ich jeden Tag in der Hauptallee laufen gehen. JEDEN TAG!“ anhören muss.
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