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    <title>Mindestens haltbar: 0216 (Magazin f??r Meinungen)</title>
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    <description>Magazin f??r Meinungen</description>
    <dc:publisher>kristina</dc:publisher>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:date>2006-11-30T12:52:32Z</dc:date>
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    <title>Mindestens haltbar: 0216</title>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1294/">
    <title>Editorial</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1294/</link>
    <description>Die neue Ausgabe von &quot;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net&quot;&gt;mindestens haltbar&lt;/a&gt;&quot; hat aber nichts mit Gesundheitswahn und Sport zu tun, diesem Thema widmen sich schon genug &lt;a href=&quot;http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=m&amp;amp;ressort=q&amp;amp;id=509555&quot;&gt;andere Medien&lt;/a&gt;. Das &quot;Magazin f&amp;uuml;r Meinungen&quot; feiert mit dieser Ausgabe seinen ersten Geburtstag! &quot;mindestens haltbar&quot; war st&amp;auml;ndig in Bewegung - Layout&amp;auml;nderungen, Erweiterung der Textelemente, Einf&amp;uuml;hrung des Podcasts und vieles mehr. Alles in allem - viel hat sich getan seit &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0101&quot;&gt;0101&lt;/a&gt;: 15 Ausgaben, 230 Texte, 350 Fotos/ Illustrationen und 60 Podcasts sind entstanden. In n&amp;auml;chster Zukunft wird sogar 1 Buch erscheinen &amp;#8211; ein kleiner Auszug aus dem ersten Jahr: &quot;Das Buch f&amp;uuml;r Meinungen&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den ersten Geburtstag und die vielen Aktivit&amp;auml;ten bis dahin hat &quot;mindestens haltbar&quot; seinen Autoren, Fotografen und Illustratoren, Lesern und Kommentatoren, Redakteuren und auch ein kleines bisschen seinen &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0101/stories/46/&quot;&gt;Gr&amp;uuml;ndern&lt;/a&gt; zu verdanken. Ein gro&amp;szlig;es Dankesch&amp;ouml;n an alle Mitwirkenden an dieser Stelle! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich freue mich auf zahlreiche neue Meinungen, die das Magazin weiterhin in Bewegung halten!</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Editorial</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-26T13:02:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1297/">
    <title>Eyes On - Der Traum vom Fliegen</title> 
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    <description>Von den rund 6.000 Menschen in &amp;Ouml;sterreich, die Paragleiten als Sport betreiben, werden j&amp;auml;hrlich 900 so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus m&amp;uuml;ssen. Trotz dieser relativ hohen Zahl scheint die Lust an der Sportart aber ungebrochen - die Faszination, fliegen zu k&amp;ouml;nnen ist immer wieder f&amp;uuml;r viele Menschen Anreiz genug, sich mit umgeschnallten Nylonfl&amp;uuml;geln in die Luft zu begeben.</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:00:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1296/">
    <title>Eyes On - Die &quot;Wiesn&quot;</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1296/</link>
    <description>Dass Alkohol in Massen statt Ma&amp;szlig;en getrunken s&amp;uuml;chtig macht, war ja gemeinhin bekannt. Neu ist jedoch, dass auch das Oktoberfest suchterregend ist. Die Besucher werden von der &amp;#8222;Massenekstase&amp;#8220; derart angezogen, dass sie immer wieder auf die &amp;#8222;Wiesn&amp;#8220; wollen, fand die M&amp;uuml;nchner Psychologin Brigitte Veiz heraus.
</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T16:59:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1299/">
    <title>Kr&amp;uuml;melkai</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1299/</link>
    <description>Als die Herzdame und ich noch nicht zusammenlebten, wohnte sie in einer WG im eher unappetitlichen Teil des Hamburger Bahnhofsviertels. Es war eine gro&amp;szlig;e Altbauwohnung f&amp;uuml;r erstaunlich wenig Geld, was daran lag, da&amp;szlig; vor der Haust&amp;uuml;r mit Crack gehandelt wurde und nachts junge Stricher auf Freier warteten. Wenn man von Land kommt und sich die Gro&amp;szlig;stadt als wild und gef&amp;auml;hrlich vorstellt, war es die ideale Szenerie zum Klischee. Die WG-Bewohner waren jung und hatten oft G&amp;auml;ste, Besucher aus den Heimatregionen, Kommilitonen, alte Schulfreunde. Einer dieser G&amp;auml;ste war jemand, den wir sp&amp;auml;ter Kr&amp;uuml;melkai nannten. Als ich ihn zum ersten Mal sah, sa&amp;szlig; er auf dem Wohnzimmersofa mit einer Gruppe von jungen Menschen aus Mecklenburg, die sich f&amp;uuml;r einen Hamburgbesuch in einem der Zimmer einquartiert hatten. Die G&amp;auml;ste waren alle sehr munter, erlebnishungrig und neugierig auf das Hamburger Nachtleben, nur er nicht. Er sprach kaum und wenn, dann nur sehr leise, wobei er den Kopf kaum hob und sich eher widerstrebend im Raum umsah. Man konnte seinen Blick kaum erkennen, so dreckig und fettverschmiert war seine Brille. Es schien ihm nichts auszumachen, ich habe diese Brille an ihm auch sp&amp;auml;ter nie in anderem Zustand gesehen. Gelegentlich wurde er auf einen Satz in dem Gespr&amp;auml;ch um ihn herum aufmerksam und machte einen Ansatz, sich ins Gespr&amp;auml;ch einzumischen. Seine Beitr&amp;auml;ge brachen aber nach wenigen W&amp;ouml;rtern wieder weg, er winkte ab und versank in Nachdenken, wobei er sehr angestrengt aussah. Seine Freunde schienen das gut zu kennen und achteten wenig auf seine Bemerkungen, sie waren es wohl gewohnt, da&amp;szlig; die Halbs&amp;auml;tze ins Leere liefen. Seine Kleidung war im Gegensatz zu der seiner Mitreisenden &amp;uuml;berhaupt nicht modisch. Er trug, was Menschen tragen, denen Trends vollkommen egal sind, eine einfache Jeans und ein schlichtes Sweatshirt. Die Sachen wirkten etwas schmuddelig. Seine Haare hingen wirr, man konnte ahnen, da&amp;szlig; es sich vor Wochen einmal um eine Frisur gehandelt haben mu&amp;szlig;te. Er hatte anscheinend &amp;uuml;berhaupt kein Interesse an seiner Erscheinung.&lt;br /&gt;
Er blieb eine Weile in Hamburg und kam &amp;ouml;fter vorbei, so da&amp;szlig; wir ihn etwas n&amp;auml;her kennenlernten. Er hatte einige Semester eher ziellos in verschiedenen St&amp;auml;dten unterschiedlichste F&amp;auml;cher studiert und war schon seit Monaten in krampfhaftem Nachdenken gefangen: Er wu&amp;szlig;te einfach nicht, was er weiter tun sollte. Er wu&amp;szlig;te es in einem solchen Ausma&amp;szlig; nicht, da&amp;szlig; das Gr&amp;uuml;beln &amp;uuml;ber die eigene Lage ihm zur schwersten Arbeit geworden war, so unvorstellbar schwer und zeitraubend, da&amp;szlig; er f&amp;uuml;r alle anderen Jobs schlicht unbrauchbar war. Er hatte Friedh&amp;ouml;fe geharkt, Kartons gestapelt, war in Gewerbegebieten Streife gelaufen und hatte einige andere eher schlichte Besch&amp;auml;ftigungen probiert, wurde aber stets schnell wieder entlassen, denn er pa&amp;szlig;te einfach nicht auf. Guckte in die Luft, dachte nach und verga&amp;szlig; den Rest um sich herum.&lt;br /&gt;
Er sah nach innen und gr&amp;uuml;belte. Kaum da&amp;szlig; er noch in seiner Umwelt etwas wahrnahm, was ihn nicht sofort wieder in sich zur&amp;uuml;ckwarf, wo er den neu aufgetauchten Aspekt von allen Seiten betrachtete, jeder m&amp;ouml;glichen Verzweigung des Themas hinterhersann und lange &amp;uuml;berlegte, was daraus zu folgern sei. Es gab niemals ein Ende dieser Gedankenkn&amp;auml;uel, kein Knoten l&amp;ouml;ste sich auf, kein loses Ende war je der Anfang des Ariadnefadens. Er sa&amp;szlig; oft allein in der K&amp;uuml;che der WG und drehte Zigaretten, damit konnte er sich erstaunlich lange besch&amp;auml;ftigen. Da er nicht darauf achtete, was er tat, waren der Tisch und sein Stuhl hinterher mit Tabakkr&amp;uuml;meln und verlorenen, angerissenen Bl&amp;auml;ttchen &amp;uuml;bers&amp;auml;t, daher auch sein Name bei uns, Kr&amp;uuml;melkai. Wenn er sich auch nur ein Br&amp;ouml;tchen schmierte, richtete er ein unfa&amp;szlig;bares Chaos an, da ihm alles herunterfiel und er mit fahrigen Bewegungen alles durcheinanderwarf. Man sah sofort, wenn er in der K&amp;uuml;che gewesen war, er hinterlie&amp;szlig; Spuren wie ein f&amp;uuml;nfj&amp;auml;hriges Kind. Der deutliche, erdbeerrote Marmeladenabdruck seiner Hand auf der K&amp;uuml;hlschrankt&amp;uuml;r taugte uns zur Erheiterung und auch als Fotomotiv.&lt;br /&gt;
Wir haben uns vorgestellt, da&amp;szlig; es wahrscheinlich gereicht h&amp;auml;tte, ihm das Hamburger Telefonbuch zu geben, um ihn bis ans Lebensende geistig zu besch&amp;auml;ftigen. Er sa&amp;szlig; und dachte und kr&amp;uuml;melte Tabak um sich herum. Vorstellungsgespr&amp;auml;che scheiterten schon daran, da&amp;szlig; er versuchte, sich dabei eine Zigarette zu drehen. Unsere vorsichtigen Hinweise auf die M&amp;ouml;glichkeiten therapeutischer Hilfe wies er freundlich zur&amp;uuml;ck, er m&amp;uuml;sse sich erst &amp;uuml;ber ein paar Dinge klar werden, bevor er sich solchen neuen Fragen widmen k&amp;ouml;nne.&lt;br /&gt;
Als er eines Tages mitbekam, da&amp;szlig; ich gelegentlich nebenbei als Astrologe arbeite, bedr&amp;auml;ngte er mich, ihm etwas &amp;uuml;ber den Sch&amp;uuml;tzen zu erz&amp;auml;hlen. Er wu&amp;szlig;te nur sein Sonnenzeichen und sonst nichts zu dem Thema. Ich habe mit ein paar einfachen Schlagworten und eher ohne Begeisterung geantwortet; etwa mit dem Streben nach Horizonterweiterung, mit der Reiselust und dem Interesse an religi&amp;ouml;sen oder philosophischen Fragen. Wenn man solche Gespr&amp;auml;che einmal beginnt, kann man sich ihnen manchmal &amp;uuml;ber Stunden nicht mehr entziehen und ich wollte ins Bett. Er sah mich mit offenem Mund an und bat mich, das mit dem Horizont zu wiederholen.&lt;br /&gt;
Er sah pl&amp;ouml;tzlich ungewohnt wach und interessiert aus und er sprang hektisch auf und suchte in seinen Sachen nach etwas. Seine Hosentaschen bargen Sch&amp;auml;tze wie bei kleinen Jungs, Taschenmesser, Kastanien, Bonbons und mehrere Streichholzschachteln. Schlie&amp;szlig;lich fand er einen zerknitterten Zettel, eine herausgerissene Seite aus einem Esoterikmagazin. Es war die Ank&amp;uuml;ndigung eines Vortrages &amp;uuml;ber sibirische Schamanen, er hatte sich diese Einf&amp;uuml;hrung gerade am Vorabend angeh&amp;ouml;rt. Er wirkte jetzt sehr euphorisiert: &amp;#8220;Das ist es, da mu&amp;szlig; ich hin. Sibirien. Gleich! Kam mir gestern schon so vor, als ich das geh&amp;ouml;rt habe und du sagst es jetzt ja auch. Reisen, Horizonterweiterung, religi&amp;ouml;se Fragen. Das ist es ja! V&amp;ouml;llig klar!&amp;#8221;&lt;br /&gt;
Es war vergeblich, ihn darauf hinzuweisen, da&amp;szlig; es keineswegs meine Absicht gewesen war, ihn spontan zu einer Weltreise zu motivieren, er war Feuer und Flamme von der Idee und sehr entt&amp;auml;uscht, da&amp;szlig; ich mich hartn&amp;auml;ckig weigerte, ihm mehr &amp;uuml;ber den Sch&amp;uuml;tzen zu erz&amp;auml;hlen.&lt;br /&gt;
Bereits am n&amp;auml;chsten Tag war er zu unserem Entsetzen tats&amp;auml;chlich auf dem russischen Konsulat, wo er in einer Wachheit, die man ihm nicht mehr zugetraut h&amp;auml;tte, die Einreisebedingungen kl&amp;auml;rte und schon am Nachmittag traf er sich mit dem reisenden Schamanen, der den so verlockenden Vortrag gehalten hatte. Abends kam er vorbei und erkl&amp;auml;rte er uns vergn&amp;uuml;gt, alles geregelt zu haben und startklar zu sein. Es g&amp;auml;be nur das kleine Problem der Reisekosten, denn Geld hatte er keines und Sibirien war nicht eben billig zu erreichen. Er hatte daher den Plan gefa&amp;szlig;t, sich in aller Eile einen Job, irgendeinen Job zu suchen, ganz gleich was, jeden Cent zu sparen und dann sehr schnell aufzubrechen. &amp;#8220;Ich mach irgendwas, und dann weg, Sibirien. Alles gekl&amp;auml;rt, klappt alles, nur noch ein Job f&amp;uuml;r ein, zwei Monate und los. Ich bin ein Sch&amp;uuml;tze und ich mu&amp;szlig; hier raus. Dringend.&amp;#8221;&lt;br /&gt;
Er fand keinen Job. Schon nach wenigen Tagen der geistigen Anspannung fing er an, &amp;uuml;ber die Probleme der Jobsuche und alle denkbaren M&amp;ouml;glichkeiten des Gelderwerbs nachzudenken und verfing sich wieder hoffnungslos in dem Geflecht seiner &amp;Uuml;berlegungen. Die unerwarteten Hindernisse irritierten ihn ma&amp;szlig;los, er sank zusehends in sich zusammen.&lt;br /&gt;
Die Herzdame und ich zogen kurz darauf in eine andere Wohnung zusammen, hatten bald keinen Kontakt mehr zu der WG und verloren ihn aus den Augen. Monate sp&amp;auml;ter trafen wir jemanden aus seinem damaligen Freundeskreis und fragten nach ihm. Nein, er war nicht nach Sibirien gekommen, erfuhren wir, obwohl er noch oft den Eindruck erweckt hatte, schon auf gepackten Koffern zu sitzen und auch jedes Buch &amp;uuml;ber Schamanismus gelesen hatte, das er irgend auftreiben konnte. Weiter konnte man uns allerdings nichts &amp;uuml;ber ihn berichten. Als er nach einigen Monaten vor sich selbst zugeben mu&amp;szlig;te, Sibirien nicht erreichen zu k&amp;ouml;nnen, hat er n&amp;auml;mlich eine andere Form der Horizonterweiterung beschlossen und sich selbst in die Psychiatrie eingeliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach hat keiner mehr etwas von ihm geh&amp;ouml;rt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Dieser Beitrag ist bereits im Weblog des Autors &lt;a href=&quot;http://www.herzdamengeschichten.de/2006/09/15/kruemelkai/&quot;&gt;erschienen&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:01:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1300/">
    <title>Feste Wurzeln und leichtes Gep&amp;auml;ck</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1300/</link>
    <description>Feste Wurzeln und leichtes Gep&amp;auml;ck&lt;br /&gt;
Jetzt sitze ich hier schon geraume Zeit und versuche, eine Kurzbiographie zu schreiben. Meine Kurzbiographie. Und weil das gar nicht so einfach ist, widme ich lieber endlich wieder meiner vernachl&amp;auml;ssigten Kolumne. Das klappt zwar auch nicht immer, aber immer dann, wenn man eigentlich andere, dr&amp;auml;ngendere, komplizierte Dinge tun sollte. Dinge wie der Vermieterin am Telefon mal richtig die Meinung sagen, sich mit seiner nicht vorhandenen Altersvorsorge auseinandersetzen oder eben eine Kurzbiographie schreiben. Bei so einer Biographie f&amp;auml;llt n&amp;auml;mlich wieder mal auf, da&amp;szlig; das eigene Leben erstaunlich wenig hergibt daf&amp;uuml;r, da&amp;szlig; man die 30 &amp;uuml;berschritten hat. &lt;br /&gt;
Zumindest gibt es nichts von dem her, von dem man fr&amp;uuml;her immer diese diffuse Vorstellung hatte, das eigene Leben m&amp;uuml;&amp;szlig;te all diese Dinge mit 30 hergeben. Einen Doktortitel etwa, oder einen Job in New York und K&amp;ouml;rbchengr&amp;ouml;&amp;szlig;e C. Und es hat auch nichts von dem, was das Leben der Altersgenossen so aufweist. Bausparvertr&amp;auml;ge, Ehem&amp;auml;nner und Zweitwagen (oder immer noch den alten Wagen, aber daf&amp;uuml;r den zweiten Ehemann). Auf letzteres hat man bewu&amp;szlig;t verzichtet, ersteres ist einem so durch die Finger geglitten, weil man zu sehr mit sich selbst besch&amp;auml;ftigt war, w&amp;auml;hrend sich andere die Selbstanalyse als nettes Hobby f&amp;uuml;r die Zeit nach der Karriere aufgespart haben.&lt;br /&gt;
Was schreibt man also, au&amp;szlig;er vielleicht noch den allernacktesten Fakten, wenn man die Kurzbiographie nicht zu einem schlichten Lebenslauf verkommen lassen will. Was erw&amp;auml;hnt man, wenn die aktuelle T&amp;auml;tigkeit so gar nichts mit dem Studium zu tun hat (&quot;Kind, willst du das alles einfach so wegwerfen, das gute Studium&quot;)? Was ist wichtig, wenn man das Gef&amp;uuml;hl hat, das halbe Leben damit verbracht zu haben, mit sich selbst zu ringen? &quot;Heitere Kindheit auf dem Bauernhof, vom Tag der Einschulung an ging es systematisch bergab. Probandin entwickelt sich aufgrund fr&amp;uuml;hkindlicher Indoktrination schlecht in autorit&amp;auml;ren Systemen.&quot;&lt;br /&gt;
Ein Freund empfiehlt, vor allem die Jahre im Ausland hervorzuheben. USA, Afrika, Schweiz. Klingt gut und hat mich definitiv sehr gepr&amp;auml;gt. Aber dabei entsteht fast immer ein falscher Eindruck. Die Menschen glauben gerne, ich sei unglaublich mutig, so fr&amp;uuml;h schon ganz allein ins Ausland zu gehen. Und dann auch noch nach Afrika. In den Busch. Isjaallerhand. Dabei erschien mir das damals wie heute ganz nat&amp;uuml;rlich. Ich bin einem Instinkt gefolgt, der mich wegtreibt aus meiner angestammten Umgebung. Mit Mut hat das nichts zu tun.&lt;br /&gt;
Manche brauchen die Sicherheit eines bekannten Umfelds, ich brauche regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig neue Herausforderungen, die mir schlaflose N&amp;auml;chte und atemlose Momente bereiten, ich brauche einen &amp;Uuml;berflu&amp;szlig; an neuen Eindr&amp;uuml;cken, ein Leben in Bewegung. Ich finde viel leichter zu mir und zu dem, was mir wirklich wichtig ist, wenn ich mich mit Leidenschaft in eine schwierige Aufgabe st&amp;uuml;rzen oder mich an einer v&amp;ouml;llig fremden Kultur reiben kann. (Das wird eine tolle Kurzbiographie: &quot;Reibt sich gern am Fremden. Leidenschaftliche Kulturfrotteuse.&quot;) Es scheint, als m&amp;uuml;sse ich erst m&amp;ouml;glichst viel ansammeln, um hinterher besser aufr&amp;auml;umen zu k&amp;ouml;nnen. Mutig w&amp;auml;re es vielleicht, zuhause zu bleiben, Verpflichtungen einzugehen und nicht mehr auf das Gef&amp;uuml;hl angewiesen zu sein, jederzeit seine Zelte abbrechen zu k&amp;ouml;nnen und weiterzuziehen. Mutig, aber einfach nicht meiner Pers&amp;ouml;nlichkeit entsprechend.&lt;br /&gt;
Ich habe ziemlich feste Wurzeln, eine Familie, die zusammenh&amp;auml;lt, die besten Freunde, die man sich w&amp;uuml;nschen kann, die immer nah sind, egal wie viele Kilometer zwischen uns liegen, und wahrscheinlich erm&amp;ouml;glicht mir gerade das, immer wieder leichtherzig und mit wenig Gep&amp;auml;ck zu reisen. Zu viel Sicherheit, zu viel Vorhersehbarkeit macht mir Angst &amp;#8211; was mich nicht davon abh&amp;auml;lt, gelegentlich &amp;uuml;ber den eklatanten Mangel an Sicherheit in meinem Leben zu klagen. (Die Kurzvita w&amp;auml;chst und gedeiht: &amp;#8222;Verh&amp;auml;lt sich auch jenseits der 30 extrem widerspr&amp;uuml;chlich. Frage der Altersvorsorge weiterhin ungekl&amp;auml;rt.&amp;#8220;) Heute bereits zu wissen, wo ich in zehn Jahren arbeiten und leben werde, f&amp;uuml;r viele ein Wunschtraum, w&amp;auml;re mein pers&amp;ouml;nlicher Albtraum. Ich h&amp;auml;tte allerdings so gar nichts dagegen, heute bereits zu wissen, da&amp;szlig; es mindestenshaltbar auch in f&amp;uuml;nf Jahren noch geben wird und ich weiterhin schreibend ein Teil davon sein darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzlichen Gl&amp;uuml;ckwunsch zum ersten Geburtstag, mindestenshaltbar!
</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Kolumne</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:01:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1301/">
    <title>Haarteil</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1301/</link>
    <description>Eine Stadt gewinnt an Kultur, wenn die Anzahl der Einwohner mit einer Frisur aus der UNISEX-Friseurmanufaktur in umgekehrter proportionaler Anzahl zu den kulturellen Veranstaltungen steht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Einleitung, die an Komplexit&amp;auml;t einen einfachen Menschen wie mich gerade &amp;uuml;berfordert hat, aber immerhin habe ich das Wichtigste in einem Satz untergebracht, ohne den Stift abzusetzen: Braunschweig ist f&amp;uuml;r eine Ex-Kulturhauptstadt-in-spe wider allen Naturgesetzen mit einer unangenehm hohen Einwohnerzahl gestraft, die es noch f&amp;uuml;r cool h&amp;auml;lt, aus einem Friseurladen zu kommen, das, vom Geschreipegel und durchschnittlichem IQ der Probanten ausgehend, Schwierigkeiten hat mit dem Smallland des hiesigen Ikeas mitzuhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem an der Zielgruppe der Antichristen-Friseurenkette ist, dass sie sich f&amp;auml;lschlicherweise nicht nur f&amp;uuml;r besonders &quot;hip&quot;, &quot;funky&quot;, &quot;slick&quot; und &quot;crank&quot; halten, sondern ihren permanenten Indenvordergrundstellen mit einer Jugendbewegung verwechseln. Ihr zappeliges, aufdringliches Auftreten, gern in Drogeriem&amp;auml;rkten hinter der Kasse, als Platzanweiser im Theater oder als Flyerverteiler in der Innenstadt, ruft instinktiv f&amp;uuml;r einen kurzen Moment das Bed&amp;uuml;rfnis auf, die Polizei zu rufen oder die Frisur nachzueifern, aus Angst sein Gegen&amp;uuml;ber w&amp;uuml;rde einem sonst zombielike in den Kopf zu bei&amp;szlig;en. Das hat nichts (in Worten: N I C H T S) mit herk&amp;ouml;mmlichen Jugendbewegungen zu tun, wie Punk, Rock &apos;n Roll und meinetwegen sogar noch Boygroups. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auffallend ist tats&amp;auml;chlich das &amp;uuml;berm&amp;auml;&amp;szlig;ige Vorkommen derjenigen, die den schiefen Pony mit Farbnuancen im zweistelligen Bereich bevorzugen, in St&amp;auml;dten der Gr&amp;ouml;&amp;szlig;enordnung Braunschweig-&amp;gt;abw&amp;auml;rts. Vielleicht mit einem Komplex behaftet, nicht in einer &quot;richtigen&quot; Gro&amp;szlig;stadt zu leben, versuchen sie uns wei&amp;szlig; zu machen, dass sie ja total in der Zeit sind und wissen was abgeht. In Wirklichkeit stellen sie, gerade hier in Niedersachsens zweitgr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Stadt, die zweitgr&amp;ouml;&amp;szlig;te Gefahr hinsichtlich der Gef&amp;auml;hrdung meines seelischen Wohls dar. Die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Gefahr lauert in Form mittelamerikanischer Panfl&amp;ouml;tenspieler in der Fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngerszone. Das w&amp;auml;re aber jetzt eine andere Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kenne jemanden, die in den Laden arbeitet. Wir sind nie richtig miteinander warm geworden, aber ich habe trotzdem mitbekommen, dass das Arbeiten in dieser Institution nicht gerade einfach ist. Es hei&amp;szlig;t zum Beispiel, man m&amp;uuml;sse schon morgens sagen, wievielen Menschen man den Kopf versauen will, unabh&amp;auml;ngig davon, dass man eigentlich nicht wei&amp;szlig;, wer in die Vorh&amp;ouml;lle der Figaros reinspaziert. Au&amp;szlig;erdem habe ich von mehreren Quellen best&amp;auml;tigt bekommen, dass man zwischendurch die Schere wie ein Colt um den Finger schwingen muss. F&amp;uuml;r Au&amp;szlig;enstehende irritierend bis be&amp;auml;ngstigend, f&amp;uuml;r den gemeinen Frisuer wahrscheinlich eine Art Genugtuung. Oder eben Zeitvertreib, ob der Langeweile, die aufkommt, wenn man doch nur eine beckhamsche Frisur ohne reinrasierte Ecken und Kanten in die Kopfhaut des Probanten mei&amp;szlig;eln darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Jahre wartete ich auf dem Moment es sagen zu k&amp;ouml;nnen. Beinahe sehns&amp;uuml;chtig fieberte ich dem Moment entgegen, in dem ich es ihnen allen zeigen konnte. Diesen klugschei&amp;szlig;enden altklugen Klugschei&amp;szlig;er, die mich mein Leben lang damit nervten: &quot;Komm du erstmal in mein Alter...&quot;. Jetzt bin ich in ihrem Alter und k&amp;ouml;nnte eigentlich den Satz sagen, nach dem ich mich all die Jahre so sehr gesehnt habe: &quot;Das h&amp;auml;tte es bei uns nicht gegeben, doo!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was ist? Das hatte es bei uns gegeben! Wir sahen ebenfalls absichtlich schei&amp;szlig;e aus, haben uns sonst etwas in die Haare rasiert (ja, auch in die Augenbrauen!) und haben rumgeschrien und gezappelt, in der Hoffnung, dass jemand unser j&amp;auml;mmerliches Leben bemerken w&amp;uuml;rde. Nur durften wir das noch eine Jugendbewegung nennen. Wir waren immerhin &quot;Generation X&quot;, &quot;Generation Golf&quot;, &quot;Generation Wir Geben Unserer Generation Namen&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sahen schei&amp;szlig;e aus, aber mit Stil.
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Instant Illusion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:01:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1302/">
    <title>Vive la r&amp;eacute;volution! Vive le chocolat!</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1302/</link>
    <description>Es gibt immer wieder Menschen, die behaupten, dass sich in der Schweiz nichts bewege und ich kann dazu nur immer sagen, dass oft genau das Gegenteil der Fall ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin Schweizer. Und ich esse gerne Schokolade. Und im Grunde genommen sind wir damit schon mittendrin in einer ziemlich grossen Bewegung in der zugegeben zwar  kleinen, aber eben auch sehr feinen Schweiz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen davon, dass die Schweizer mit einem Konsum von 11,6 Kilogramm Schokolade pro Person und Jahr die Weltmeister im Geniessen von Schokolade sind, m&amp;uuml;sste ich mich dann wohl Mister Universum du Chocolat nennen, denn ich lasse schon seit Jahren auf meiner verw&amp;ouml;hnten Zunge weit mehr als der Durchschnitt dahinschmelzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich mache noch eine Ausnahme, da ich nur eine Marke bevorzuge, die schon im Namen so fein klingt wie ihre Produkte schmecken. Die Rede ist nat&amp;uuml;rlich von Cailler, 1819 in dieses s&amp;uuml;sse Leben geboren, welches die &amp;auml;lteste Marke in der Schokoladen-Industrie ist. Und bitte stellen Sie sich an dieser Stelle einfach einmal vor, dass Cailler j&amp;auml;hrlich 160&apos;000 Tonnen feinster &amp;#8222;Schoki&amp;#8220; herstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da muss ich sie doch fragen: &amp;#8222;Ist das nicht s&amp;uuml;ss?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diese Traditionsmarke kam vor ein paar Monaten eine Bewegung, die einem Schokoladenbeben entsprach, das auf der Kakaoscala die Zahl 10 zu &amp;uuml;berschreiten schien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cailler geh&amp;ouml;rt seit 1929 zu Nestl&amp;eacute; und Nestl&amp;eacute; holte sich vor nicht allzu langer Zeit einen neuen &amp;#8222;Chef Schweiz&amp;#8220;.&lt;br /&gt;
Eine Frau ist es und sie hat vorher alles andere gemanagt,&lt;br /&gt;
nur eben so gar keine feine Schokolade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Besen kehren bekanntlich gut und so machte sich diese Dame von der ersten Minute ans Werk und stellte das Markenbild von Cailler fast vollkommen auf den Kopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Cailler wurde Cailler of Switzerland, das macht man heute so in Zeiten der Globalisierung, und weil der Marke ein internationales Flair eingehaucht und aufgepfropft wurde, bestellte die Dame einen weltber&amp;uuml;hmten Herren aus der Welt der Architektur und bat ihn und sein Atelier, sie m&amp;ouml;gen doch ein neues Packungsdesign f&amp;uuml;r Cailler aus dem Hut zaubern. Ein teures Projekt wurde angeschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle darf ich erw&amp;auml;hnen, dass die Beteiligten sich auch schon vor dem Eintauchen in die Welt der feinen Schokoladen gut kannten, man nennt das witzigerweise auch im Land der Schokoladenberge gerne Seilschaft, und die Dame zu diesem Zeitpunkt bei Nestl&amp;eacute; wohl noch die Carte blanche im Hause hatte. Diese Zeit ist allerdings vor&amp;uuml;ber. In der Presse munkelt man alles und nichts, aber das soll uns hier nicht weiter besch&amp;auml;ftigen, denn nun kommen wir zum eigentlichen Drama dieses Artikels:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den vollkommen neuen Verpackungen verzichtete man wie bis anhin auf Papier und entschied sich f&amp;uuml;r PED, was keine Evolution sondern eben eher eine Revolution war. Interessant ist, dass die Manager auf der Schokoladenseite auf die Idee mit dem PED kamen und der Architekt es von Anfang an deutlich ablehnte, solch ein absolut un&amp;uuml;bliches und umweltunfreundliches Material f&amp;uuml;r die Verpackung der Schokoladen von Cailler zu verwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unvorstellbar, das sich dieser ber&amp;uuml;hmte Stararchitekt nicht durchsetzen konnte und somit der Unmut ungez&amp;auml;hlter Verbraucher seinen Lauf nahm. Eine Marktforschung ist offensichtlich auch erst gar nicht unternommen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer will denn Schokolade lieben, die in PED verpackt ist?&lt;br /&gt;
Als ich, der grosse Cailler-Geniesser und Kenner vieler Bauten des Stararchitekten, die ersten Packungen im Handel fand, war ich zun&amp;auml;chst angetan &amp;uuml;ber den Mut, aber ich war auch sofort sicher, dass das ein schweres Unterfangen sei und ich war etwas ver&amp;auml;rgert, weil ich den Markenrelaunch auch noch bezahlen durfte, denn Cailler war &amp;uuml;ber Nacht sp&amp;uuml;rbar teurer geworden. Auch das noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der ganz grossen Detailh&amp;auml;ndler in der Schweiz weigerte sich, die Preiserh&amp;ouml;hung auf seine Kunden abzuw&amp;auml;lzen und bezeichnete das Ganze sofort als einen Marketing-Gag und &amp;uuml;berwarf sich mit Cailler, hoppla.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geschah der feinen Schokolade etwas, das ihr einfach nie passieren darf. Ihre Ums&amp;auml;tze waren und sind nicht gut, aber noch hofft man auf das grosse Gesch&amp;auml;ft mit den besseren Ums&amp;auml;tzen im Herbst und an Weihnachten und teilweise hat man die PED Verpackungen wieder durch Papier ersetzt, welches allerdings metallischen Charakter hat und auch so Cailler so etwas wie neuen Glamour gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde dennoch in Zukunft meine heissgeliebte Cailler essen, denn nur weil eine etwas schokoladenunerfahrene Managerin und ein Stararchitekt, dem man nicht zuh&amp;ouml;ren wollte, irgendwie  eine Zeit lang auf dem Drahtseil des Marketings herumh&amp;uuml;pften, werde ich mir doch den Appetit an etwas vom Allerfeinsten nicht verderben lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin ja schliesslich eben ziemlich caillers&amp;uuml;chtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Falls Sie Cailler nicht kennen, sorry, falls Sie Cailler of Switzerland nicht kennen, dann empfehle ich Ihnen den Gang zum n&amp;auml;chsten Schokoladen-Regal. Sie schmeckt n&amp;auml;mlich unvergleichlich wunderbar, diese Cailler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da k&amp;ouml;nnen mir alle anderen Marken, auch die aus anderen L&amp;auml;ndern sagen, was sie wollen, ich schw&amp;ouml;re auf Cailler. Aber die Story mit dem PED, die war und ist nun wirklich gar nicht lustig und hat so gar nichts S&amp;uuml;sses. Nur eines sagt die Geschichte: In der Schweiz ist Bewegung.
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:02:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1304/">
    <title>Geh bitte!</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1304/</link>
    <description>Wenn ich mit der U-Bahn nach Hause fahre, und weil ich immer brav eine Fahrkarte kaufe denke ich, dass ich mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit problemlos von &amp;#8222;meiner&amp;#8220;&lt;br /&gt;
U-Bahn sprechen darf, wenn ich nun als mit meiner U-Bahn nach Hause fahre, dann h&amp;auml;lt diese in einer Station die direkt an einem Fitnesscenter liegt. Bisher habe ich gez&amp;auml;hlte zwei Mal Menschen mit grossen Sporttaschen dort aus- bzw. einsteigen gesehen. Eine junge Frau die tats&amp;auml;chlich nach Sport aussah und einen Mann, der war allerdings eher Zigarettenschmuggler oder Vertreter f&amp;uuml;r Sporttaschen. Auch sehe ich vor dem Fitnesscenter nie Fahrr&amp;auml;der stehen, daf&amp;uuml;r ist die Parkgarage immer bestens besucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ich selbst weder den Schein besitze, der mich dazu berechtigen w&amp;uuml;rde ein Auto zu steuern, noch ein grosser Fan des selbst ausge&amp;uuml;bten Sports bin, ist das ja eine Sache, die ich so gar nicht verstehen kann. Warum fahren Menschen jeden noch so kurzen Weg mit dem Auto, um sich sp&amp;auml;ter am Tag dann in Trainingsklamotten zu werfen und wie wild los zu laufen um aber tats&amp;auml;chlich &amp;uuml;berhaupt nirgendwo anzukommen ? St&amp;auml;ndig sind alle in Bewegung mit ihren Nordic Walking St&amp;ouml;cken und ihren Laufschuhen und ihren Rollerblades und ihren Fahrr&amp;auml;dern, aber will man wahres Entsetzen sehen, muss man nur sagen: &amp;#8222;Lass uns doch die zwei Stationen zu Fuss gehen, das dauert maximal f&amp;uuml;nfzehn Minuten.&amp;#8220; F&amp;auml;llt irgendwo mal die Rolltreppe aus, granteln sich die Leute notgedrungen und emp&amp;ouml;rt die Stufen hoch, oben angekommen &amp;uuml;berweisen sie dann 125,- Euro Mitgliedschaftsbeitrag an den Health Club ihres Vertrauens, um dort abends den Stepper benutzen zu k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St&amp;auml;ndig wird &amp;uuml;berall betont und dreimal unterstrichen wie wichtig es ist, Sport zu treiben, viel zu selten hingegen wird &amp;uuml;ber die Bewegungs-Antihelden des Alltags berichtet. F&amp;auml;hrt den Clark Kent mit dem Auto zur Telefonzelle um sich in Superman zu verwandeln? N&amp;ouml;, der l&amp;auml;uft! &amp;#8222;Und was ist mit Batman, bitte sch&amp;ouml;n ?&amp;#8220; k&amp;ouml;nnte man jetzt fragen. Na, bitte sch&amp;ouml;n, Batman ist aber wirklich ein gutes Beispiel. St&amp;auml;ndig trainiert er, aber geht er mal irgendwo zu Fuss hin oder f&amp;auml;hrt mit der U-Bahn? Nein, er f&amp;auml;hrt mit dem Auto. Aber der ist ja auch gar kein Superheld, sondern vielmehr Leichtathleth und Bodenturner. Er passt damit also ganz wunderbar in diesen Absatz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Chef ist auch so einer. Wenn ihm die Zigaretten ausgehen ist das ein kleines Drama, weil die Trafik ja dann doch vier Gehminuten vom B&amp;uuml;ro entfernt ist, aber er steht gerne um sechs Uhr auf, um noch eine Stunde laufen zu gehen. Nat&amp;uuml;rlich sind zwei mal vier Minuten nicht mit sechzig Minuten gleich zu setzen, aber mir w&amp;auml;ren die zwei mal vier Minuten trotzdem lieber, weil er dann n&amp;auml;mlich mich nicht darum bitten w&amp;uuml;rde, ihm Zigaretten zu holen. Ein Freund von mir wohnt wenige Gehminuten von seinem B&amp;uuml;ro entfernt. Er f&amp;auml;hrt aber trotzdem mit dem Auto, weil es immer sein kann, dass er sich noch Arbeit mit nach Hause nehmen muss, darf und soll und die ganzen Ordner will er dann nicht schleppen. Daran ist nun aber wirklich alles falsch. In die vollkommen falsche Richtung motiviert ist der arme Kerl. Er sollte lieber zu Fuss ins B&amp;uuml;ro gehen, sich die netten Leute auf der Strasse ansehen, die sch&amp;ouml;nen Auslagen und die lustigen Namen auf den Gesch&amp;auml;ften. Und die Arbeit sollte er im B&amp;uuml;ro lassen, denn da geh&amp;ouml;rt sie hin und ausserdem hat er ja gar keine Zeit mehr, sich abends ins Fitnesscenter zu stressen, wenn er zu Hause noch arbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit h&amp;auml;tte ich ja viel weniger gegen die allgemeine Bereitschaft, sich m&amp;ouml;glichst wenig zu bewegen, wenn die Leute dann nicht doch wieder fit genug w&amp;auml;ren, um mir zu sagen: &amp;#8222;Dir macht es ja nichts aus da schnell mal hinzugehen, k&amp;ouml;nntest du nicht eben...&amp;#8220;. Oder ich mir von einem, der absolut jeden bl&amp;ouml;den Schritt mit dem Auto zur&amp;uuml;cklegt regelm&amp;auml;ssig &amp;uuml;bermotiviertes &amp;#8222;im Winter werde ich jeden Tag in der Hauptallee laufen gehen. JEDEN TAG!&amp;#8220; anh&amp;ouml;ren muss.</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:02:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1298/">
    <title>Der junge Mann von nebenan</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1298/</link>
    <description>Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu und war eigentlich gar kein richtiger Sommer, sodass ich ihn gar nicht gehen lassen m&amp;ouml;chte.&lt;br /&gt;
Schei&amp;szlig; Petrus..&lt;br /&gt;
Als ich klein war, gab es Winter mit viel viel Schnee und Sommer in br&amp;uuml;tender Hitze.&lt;br /&gt;
Jetzt sind die Jahre wie ein Einheits-Wisch-Wasch und irgendwo nicht gerade spannend, sondern fad und zur Tr&amp;auml;gheit verleitend.&lt;br /&gt;
An einem der letzten diesj&amp;auml;hrigen Sommer-Morgende, schlenderte ich durch mein Viertel zur n&amp;auml;chsten &amp;ouml;ffentlichen Nahverkehrs-Haltestelle.&lt;br /&gt;
Die Nacht zuvor hatte ich mir endlich einmal Musik in MP3-Format handlich zum Mitnehmen auf mein Ger&amp;auml;t gespielt (komischerweise hat es geklappt...ich bin ja nicht gerade Technik-affin..) und genoss den sommerlichen Duft der Stra&amp;szlig;en, bei sch&amp;ouml;nen Kl&amp;auml;ngen.&lt;br /&gt;
Mit quietschenden Reifen bremst vor mir ein Bus. Ich suche mir ganz hinten einen Platz, lehne am Fenster und lausche noch im Halbschlaf der Musik.&lt;br /&gt;
Irgendwann schweift mein Blick zu ihm ab.&lt;br /&gt;
Er steht ungef&amp;auml;hr f&amp;uuml;nf Meter seitlich vor mir und h&amp;auml;lt sich an einer Plastikschlinge fest, die von der Decke herab h&amp;auml;ngt.&lt;br /&gt;
Vor ihm ein Herr mit Anzug.&lt;br /&gt;
Er guckt mich an und dreht rasch seinen Kopf zu seinem Gegen&amp;uuml;ber und beginnt mit diesem ein Gespr&amp;auml;ch.&lt;br /&gt;
Immer wieder dreht er seinen Kopf und guckt ruhig und ohne Hast her&amp;uuml;ber, ich kann nicht genau beschreiben wie, es sah so aus, als suche er etwas, obwohl er mich dabei ansah und nicht den Platz neben mir , oder die Frau vor mir. &lt;br /&gt;
Sein Blick verweilt in meinem Gesicht, sieht trotzdem suchend aus und dann dreht er wieder irgendwann ab zu seinem Gegen&amp;uuml;ber.&lt;br /&gt;
Er sah immer pr&amp;uuml;fend, so als ob er sicher gehen wolle, dass ich noch da sitze.&lt;br /&gt;
Vielleicht denkt er ja, dass er mich kennt?&lt;br /&gt;
Das passiert h&amp;auml;ufiger, weil ich bei meinem Job viele Menschen zu Gesicht bekomme.&lt;br /&gt;
Wie dem auch sei. Er ist s&amp;uuml;&amp;szlig;, hat eine gro&amp;szlig;e Nase, fast wie Adrian Brody...und einen sch&amp;ouml;nen Mund und seine Haare fallen vorne schr&amp;auml;g von links oben nach rechts unten (diese Art &quot;Pony&quot;, wie sie jetzt modern sind).&lt;br /&gt;
Ich sitze also da und beobachte und wenn er guckt, weiche ich nicht ab, nur nach l&amp;auml;ngerer Zeit.&lt;br /&gt;
Da er mich nicht kennt, ist es schlie&amp;szlig;lich egal, was er davon h&amp;auml;lt, denn er wird mich nicht ansprechen und wenn, w&amp;uuml;rde ich verst&amp;ouml;rt ablehnen und somit w&amp;uuml;rden wir uns nicht kennen lernen und er kann denken was er will.&lt;br /&gt;
Ich glaube nicht, das ich ihn angestarrt habe, oder dass er wegen meinem Beobachten immer wieder aufgeschaut hat.&lt;br /&gt;
Es war anders und eine komische Situation.&lt;br /&gt;
Warum passiert mir so etwas eigentlich immer im Bus, in der M&amp;eacute;tro, in der Stra&amp;szlig;enbahn, im Supermarkt????&lt;br /&gt;
W&amp;auml;re ich abends tanzen, k&amp;ouml;nnte er mich ansprechen, oder ich ihn. Es w&amp;auml;re angebracht und ich w&amp;auml;re sicherlich nicht schockiert oder erschrocken dar&amp;uuml;ber, angesprochen zu werden.&lt;br /&gt;
In einem Bus geht so etwas nur beschr&amp;auml;nkt.&lt;br /&gt;
Wenn sich jemand f&amp;uuml;nf Meter durch die Passanten-Masse durchzw&amp;auml;ngen w&amp;uuml;rde, um zu fragen, was ich mache, wie ich hei&amp;szlig;e und solche Dinge eben, ich w&amp;uuml;rde ihn entsetzt ansehen und auf Grund der ungewohnten und ungew&amp;ouml;hnlichen Situation wahrscheinlich abblocken und ihn f&amp;uuml;r einen durchgeknallten Kauz halten.&lt;br /&gt;
W&amp;uuml;rde ich ihn ansprechen, w&amp;uuml;rde er ebenso &amp;uuml;ber mich denken.&lt;br /&gt;
Ich habe also weder die M&amp;ouml;glichkeit seine Stimme zu h&amp;ouml;ren, noch zu sehen, ob hinter diesem charmanten L&amp;auml;cheln, ein sch&amp;ouml;ner Charakter und ein intelligenter Kopf steckt.&lt;br /&gt;
So frage ich mich nun seit Tagen, ob ich diesen Menschen irgendwann mal wieder sehe.&lt;br /&gt;
Zu dumm, dass es nicht der Norm entspricht im Bus Menschen kennen zu lernen.&lt;br /&gt;
Auch w&amp;uuml;sste ich ja zu gerne, was er sich wohl gedacht hat.&lt;br /&gt;
Vielleicht: warum starrt mich das komische Weib da dr&amp;uuml;ben die ganze Zeit an???&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und mir passiert es dann auch, dass mir M&amp;auml;nner auf der Stra&amp;szlig;e begegnen und mir in die Augen sehen und das mit einer wirklichen Konstanz ohne einen einzigen Wimpernschlag und mich dann anl&amp;auml;cheln.&lt;br /&gt;
Was soll ich da tun, wenn mir da gerade einer &amp;uuml;ber den Weg l&amp;auml;uft, der mir gef&amp;auml;llt?&lt;br /&gt;
Ihm nachlaufen und ansprechen?&lt;br /&gt;
Dabei k&amp;auml;me ich mir ziemlich d&amp;auml;mlich vor.&lt;br /&gt;
Man m&amp;uuml;sste wirklich Gedanken lesen k&amp;ouml;nnen...&lt;br /&gt;
Und obwohl ich nicht die einzige bin, die so denkt, sind ich und sicher einige andere verschreckt, wenn sie angesprochen werden w&amp;uuml;rden.&lt;br /&gt;
Ich bin schon einmal Im Supermarkt, an der Supermarktkasse, auch im Bus und in der M&amp;eacute;tro angesprochen worden, aber das waren alles Situationen, die, nun ja nicht &amp;uuml;blich waren.&lt;br /&gt;
Beispielsweise w&amp;auml;re es eine prima Gelegenheit gewesen, wenn er im Supermarkt gestanden h&amp;auml;tte und mich gefragt h&amp;auml;tte, was man so alles in welchen Kuchen tun k&amp;ouml;nnte, oder wenn ihm im Bus ein Stapel B&amp;uuml;cher heruntergefallen w&amp;auml;re und ich gerade neben ihm gestanden h&amp;auml;tte.&lt;br /&gt;
Dummerweise stand er nun zu weit weg und hatte auch keine B&amp;uuml;cher im Arm.&lt;br /&gt;
Gleich kommt der Pizza-Service, vielleicht arbeitet er ja dort neben seinem Studium?!&lt;br /&gt;
Oder vielleicht ist er auf dieser Party, auf der ich n&amp;auml;chste Woche auch sein werde?&lt;br /&gt;
W&amp;uuml;rde ich ihn &amp;uuml;berhaupt noch wieder erkennen?&lt;br /&gt;
Ich habe nur noch ein verschwommenes Bild seines Gesichtes vor mir...&lt;br /&gt;
Am Montag werde ich extra fr&amp;uuml;h aufstehen und denselben Bus nehmen, wie an jenem Tag und pr&amp;uuml;fen, wenn er denn auch dort ist, ob ich ihn wohl richtig in Erinnerung behalten habe.&lt;br /&gt;
Es ist be&amp;auml;ngstigend, wie schnell Gesichter verloren gehen.&lt;br /&gt;
Wenn man sich einmal fragt, ob die Gro&amp;szlig;mutter Muttermale im Gesicht hatte und wie ihre Z&amp;auml;hne, Augen, Augenbraue etc. aussahen, oder gar die von Freunden und ehemaligen Freunden, so merkt man doch, wie wenig aufmerksam man sie betrachtet hat.&lt;br /&gt;
Ich hatte einmal einen Freund, den ich irgendwann zeichnen konnte, ich kannte jede einzelne Pore, jedes schiefe Wimpernh&amp;auml;rchen und jeden winzigen Fleck im Auge.&lt;br /&gt;
Manchmal habe ich ein Bild einer Person im Kopf und kann es nicht zeichnen. Denn sobald ich auf einzelne Dinge achte bzw. versuche mich sie zu erinnern, sind sie verschwunden.&lt;br /&gt;
Vielleicht habe ich nur grobe Tiefen und Schatten seines Gesichtes in Erinnerung und stelle bei der zweiten Begegnung fest, dass ich &amp;uuml;ber die H&amp;auml;lfte an Eigenschaften seines Gesichtes vergessen habe. Das er pl&amp;ouml;tzlich ganz anders, wenn auch attraktiv aussieht.&lt;br /&gt;
Vielleicht erkenne ich ihn auch gar nicht wieder und denke nur, da sitzt aber ein h&amp;uuml;bscher Mann im Abteil.&lt;br /&gt;
Und wahrscheinlich hat er sowieso eine versoffene Stimme, ist Kettenraucher und schwul zugleich.&lt;br /&gt;
Also was mache ich mir Gedanken...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Dieser Beitrag ist bereits im Weblog der Autorin &lt;a href=&quot;http://kaweechelchen.twoday.net/stories/2712170/&quot;&gt;erschienen&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:01:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1295/">
    <title>alles in Bewegung</title> 
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&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/clickykbd/55115866/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;small&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1310/&quot;&gt;Permalink&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1310/comment&quot;&gt;Kommentar posten&lt;/a&gt; | &lt;a prefix=&quot; | &quot; href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1310/#comments&quot;&gt;0 Kommentare&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;float: left; width: 240px; height: 450px; padding:0 0px 20px 0&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;storyTeaser&quot;&gt;
&lt;a href=&quot;&quot; style=&quot;color:#666666;&quot;&gt;the camera tossed back!&lt;/a&gt;&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&quot;startAutor&quot;&gt;von spidrwegian&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;padding:2px&quot;&gt;&lt;img width=&quot;237&quot; height=&quot;280&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0216/images/2.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/tarantulastar/61052477/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;small&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1311/&quot;&gt;Permalink&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1311/comment&quot;&gt;Kommentar posten&lt;/a&gt; | &lt;a prefix=&quot; | &quot; href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1311/#comments&quot;&gt;0 Kommentare&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;

&lt;div class=&quot;clearall&quot;&gt;&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Trottoir</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T16:59:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1303/">
    <title>Eine ganz gew&amp;ouml;hnliche ICE-Geschichte</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1303/</link>
    <description>Eine ganz gew&amp;ouml;hnliche ICE strecke mitten in Deutschland.&lt;br /&gt;
Ich sitze auf meinem Gangplatz und beobachte die Leute.  Ich fokussiere die n&amp;auml;chste Umgebung und behalte sie f&amp;uuml;r einen Augenblick im Kopf. Ich drucke w&amp;auml;hrend dessen auf den Speicherkopf  und schaue mich weiter um. Auf den Speicherknopf hab ich keinen Einfluss, da steht irgendeine Mechanik dahinter, die ich nicht kapiere. Anders/verst&amp;auml;ndlicher: ich kann das Speicherverhalten nicht steuern. Es hat wohl Macht &amp;uuml;ber mich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unmittelbarer n&amp;auml;he sehe ich : einen Junge im Grundschulalter, ein Frau die ein Buch liest, eine Gruppe von zwei Ehepaaren, leicht angetrunken, ein Gesch&amp;auml;ftsmann mit einem Handy, ein P&amp;auml;rchen, das sich offensichtlich nichts zu sagen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Junge im Grundschulalter sieht aus, als ob die Klamotten seines &amp;auml;lteres Bruders tragen muss. Die Jeanshose zu kurz, die &amp;Ouml;ko-Sandalen zu alt, die &amp;Auml;rmel des rotes Sweatshirts ausgeleiert. Er sitzt neben der Frau mit dem Buch, die aber nicht seine Mutter zu sein scheint. Sagt mir mein inneres Gef&amp;uuml;hl. &amp;Uuml;ber meine innere Gef&amp;uuml;hle hab ich auch keine Macht, &amp;uuml;brigens. Die Frau liest in einem Buch und beachtet den Jungen nicht. Er fragt sie, ob er ein Apfel essen darf und sie sagt &amp;#8222;ja&amp;#8220;. Nicht mehr und nicht weniger. Der Junge holt sich einen Apfel aus seinem Rucksack ( der &amp;uuml;brigens so aussieht, als ob ein &amp;auml;lterer Bruder ihn schon  jahrlang benutzt h&amp;auml;tte) aus, wischt den Apfel mit dem ausgeleiertem &amp;Auml;rmel seines T-Shirts, und legt den Apfel auf die Seite. Er streckt pl&amp;ouml;tzlich seinen rechten arm grade, vor sich hin, dreht den Arm, so dass die Innenhand nach oben zeigt. Dann knick er den Arm  um 90 grad nach innen, so dass er die Innenfl&amp;auml;che seiner Hand sehen kann. Direkt vor den Augen.  Er betrachtet die Hand, ne Weile so, als ob er sich darin spiegeln k&amp;ouml;nnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann knickt er den Arm um 25 grad nach links und sagt zu mir: &amp;#8222; das ist ein Backslash&amp;#8220;. &amp;#8222; und das ist ein Slash&amp;#8220; sagt er, w&amp;auml;hrend er den Arm nach rechts um 25 grad biegt. Ich finde das nett, und sage &amp;#8222; Ah so&amp;#8220;. Vermutlich f&amp;uuml;hlte er sich durch mein Beobachten dazu verpflichtet, irgendwas au&amp;szlig;ergew&amp;ouml;hnliches zu machen. Einen Augenblick lang dachte ich daran, ihm auch was au&amp;szlig;ergew&amp;ouml;hnliches zu zeigen, ( ich habe Gummiarme und kann sie in alle Richtungen drehen/knicken, eine riesige Gruselnummer f&amp;uuml;r die Kindern, damit verschaff ich mir immer Respekt), verwarf die Idee aber schlie&amp;szlig;lich, weil sonst zu viele Blicke auf mich ziehen w&amp;uuml;rde. &lt;br /&gt;
Ich denke, was w&amp;auml;re , wenn der Junge eine gro&amp;szlig;e Schwester  h&amp;auml;tte. Ob er die Klamotten der Schwester tragen w&amp;uuml;rde? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frau mit dem Buch reagiert nicht. Der Junge f&amp;uuml;hrt vielleicht regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig Selbstgespr&amp;auml;che .&lt;br /&gt;
Ich fokussiere die Frau. Sie hat dunkles Haar, das sie zu einem Pferdeschwanz gebunden hat, eine beigefarbene Hemdbluse, die etwas zu altmodisch f&amp;uuml;r ihren alter scheint und braune Cordhose. Sie sieht aus wie eine asiatische Studentin, die aber europ&amp;auml;ische Gesichtsz&amp;uuml;ge hat. Sie sitzt am Fenster, wobei sie den Kopf seitlich an die ICE-Fensterscheibe anlehnt. Im Hintergrund sieht man in Schnelldurchlauf die Landschaft, wo man nur die Stromm&amp;auml;ste erkennen kann. Und mitten drin, wie in einem surrealistischem Gem&amp;auml;lde, der Kopf der Frau. Ich muss an &amp;#8222;lost in translation &amp;#8222;denken. Vielleicht ist das eine Asiatin, die aber total europ&amp;auml;isch aussieht. Ich wende mich ab, weil mich das Bild ein bisschen m&amp;uuml;de macht. Bei &amp;#8222;lost in translation&amp;#8220; schlief ich &amp;uuml;brigens ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue mir die zwei angetrunkene P&amp;auml;rchen an, die einen Dialekt sprechen, den ich kaum verstehen kann. Noch nie geh&amp;ouml;rt. Vielleicht Franke-Dialekt oder so was. Ich habe noch nie den fr&amp;auml;nkischen Dialekt geh&amp;ouml;rt, ich habe nur davon geh&amp;ouml;rt. Die Frauen und M&amp;auml;nner, vermutlich Ehepaare, sind angezogen, als ob vorh&amp;auml;tten, direkt aus dem ICE in einen Kegelklub zu gehen, oder irgendein Turnverein, wo man einen gro&amp;szlig;en Wert auf den Partnerlook legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paar_1 ist so um die 60. Der Mann leicht alkoholisiert aber eh ruhig, ein Typ vom Mann, der im betrunkenen Zustand nicht aggressiv ist sondern eh sanft Die Frau deutlich mehr alkoholisiert und mehr der Typ der zur Aggressionen neigt. Sie meiden es, sich beim Namen zu nennen. Die Frau erz&amp;auml;hlt Witze, die aus folgenden Worten bestehen: sauf`n, bier, pils, nen halben, da haben wir schon gesoffen, krumbacher. Die Frau lacht sehr laut, wobei sie dabei grunzt wie ein Schwein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paar_2 ist ebenfalls um die 60. Der Mann ist so ein &amp;#8222;Vital-Typ&amp;#8220; , ein Typ den man gerne als r&amp;uuml;stigen Rentner bezeichnen w&amp;uuml;rde Er hat eine markenlose Jeans an,  ein gelbes Hemd und seine Lesebrille ist an einem Band befestigt. Er findet die Alkohol Witze sehr witzig und lacht sehr laut, ohne zu grunzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Partnerin ist wohl die &amp;auml;lteste der Gruppe. Sie hat graues Haar, pastellfarbene Kleidung und sie k&amp;ouml;nnte in einer chirurgischen Arztpraxis arbeiten, als der Arzthelferoberdrache. Um es kurz zu beschreiben, die sah aus wie ein Drache. Man sagt wohl, mit solchen Leuten ist nicht gut Kirschen essen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muss dran denken, ob bei den Leuten noch was im Bett l&amp;auml;uft, ob sie vielleicht alle zu viert was drehen und ob der Drache auf die Grunzsau eifers&amp;uuml;chtig ist. Ich will  nicht mehr dar&amp;uuml;ber nachdenken, st&amp;ouml;psle Kopfh&amp;ouml;rer  und stelle die Lautst&amp;auml;rke  auf 27 in der Skala von 1 bis 30. Und drehe mich um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesch&amp;auml;ftsmann, grauer Anzug, Standarduniform eines ICE-Reisendes IT&amp;#8217;ler, mittleres Management sch&amp;auml;tz ich, sonst w&amp;uuml;rde er first-class fahren. Vielleicht ein Junior-key-account-manager. Er checkt alle 20 sek sein Handy, ob der Empfang da ist. Sonst keine besondere Vorkommnisse. Ich starre ihn offensichtlich komisch an, weswegen er um einen Sitzplatz weiterrutscht, so dass er aus meiner Blicksicht verschwindet. Ist mir recht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich fokussiere jetzt das junge Paar, das sich wohl nichts zu sagen hat. Sie sind gemeinsam zugestiegen, die Frau zog gleich, nach dem sie den Fensterplatz eingenommen hat, ihre Schuhe aus, setzte sich quer auf den Sitz und legte ihre F&amp;uuml;&amp;szlig;e &amp;uuml;ber die Beine des Mannes. Der Mann streichelte die F&amp;uuml;&amp;szlig;e dann ab und zu. Die Frau schaut den Mann fragend an, als ob sie was nettes h&amp;ouml;ren will z.B. ich habe dich lieb oder ich bin froh dass wir zusammen sind. Aber der Mann sagt nichts, er streichelt ab und zu ihre F&amp;uuml;&amp;szlig;e und blickt irgendwo in die Ferne. Ich habe versucht den Punkt zu finden, wo seine Augen zu ruhen schienen, aber ich fand nichts, wo es sich f&amp;uuml;r die Augen lohnen w&amp;uuml;rde. Er blickte wohl in die Leere. Die Leere spiegelte sich dann in seinen Augen. Einmal hab ich gesehen, hat sie nach seiner Hand gesucht, fand sie aber nicht. Irgendwie fanden ihre H&amp;auml;nde nicht zu einander. Die Frau will bestimmt auch immer einen Fensterplatz im Flugzeug haben, &amp;uuml;berlege ich, vielleicht findet er das ungerecht und vielleicht ist das der Grund, wieso ihre H&amp;auml;nde nicht zueinander finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich drehe mich um und versuche auch in die Leere zu starren. Ich sehe Stromm&amp;auml;ste, die an mir vorbei fahren, was unm&amp;ouml;glich ist, weil ich  an ihnen vorbei fahre. Ich mache die Augen zu. Ich versuche die Zugger&amp;auml;usche des ICE zu unterdr&amp;uuml;cken, die trotz des MP3players in der Lautst&amp;auml;rke 27 von 30 , nicht aus dem Innenohr verschwinden wollen. Ich versuche die Musik von dem Zugger&amp;auml;usch zu trennen, aber das geht auch nicht. Ich gebe auf , versuche gar nichts mehr und lass mich in die Ger&amp;auml;uschewolke fallen, die mich wie gas umh&amp;uuml;llt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auf 3 .. hab ich die Augen wieder aufgemacht&lt;br /&gt;
..auf 2.. hab ich gar keine Ger&amp;auml;usche mehr geh&amp;ouml;rt&lt;br /&gt;
und auf 1 war ich wach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;467&quot; height=&quot;589&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0216/images/neuro.gif&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:02:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1306/">
    <title>Wasser? Matsch.</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1306/</link>
    <description>Hannelores Dauerwelle sitzt. Knapp darunter schiebt sie ihre Unterlippe zur Flunsch. Horst steht schulterzuckend daneben und lutscht an einer Nugatstange, die er in einer der Buden am Wegrand gekauft hat. In der linken Hand baumelt seine Kamera. Die hohe Stirn duckt sich unter den Schirm seiner Kappe von Rot-Wei&amp;szlig; Essen. &amp;#8222;Wenn, kriegst Du hier nur ne Staub- und keine Wasserdusche&amp;#8220;, brummelt er. &amp;#8222;Du siehst doch, nur gelbbrauner Matsch. Da bewegt sich nix. Und wenn Du Dich auf den Kopf stellen w&amp;uuml;rdest. Dann w&amp;auml;re nur Deine Dauerwelle platt und staubig.&amp;#8220; &amp;#8222;Aber im Reisef&amp;uuml;hrer stand doch&amp;#8230;&amp;#8220; Hannelore durchbl&amp;auml;ttert die zerfledderte Brosch&amp;uuml;re. &amp;#8222;Hier steht: &amp;#8222;Unter schroffen Kalksteinh&amp;auml;ngen liegt eins der bekanntesten Naturdenkm&amp;auml;ler Frankreichs &amp;#8211; die Fontaine de Vaucluse. Hier schie&amp;szlig;t aus einer Felsenh&amp;ouml;hle am Bergfu&amp;szlig; mit m&amp;auml;chtigem Schwall das Wasser aus dem Gestein. Hier entspringen die wilden Wasser der Sorgue. Es ist ein beinahe unheimlicher Ort, der schon Petrarca zu ber&amp;uuml;hmten Liebesgedichten inspirierte.&amp;#8220; &amp;#8222;Wer ist denn Petra K.?&amp;#8220; &amp;#8222;Das steht hier nicht.&amp;#8220; &amp;#8222;Dann soll sie jetzt eben ein Gedicht dar&amp;uuml;ber schreiben, dass kein Wasser mehr kommt.&amp;#8220; &amp;#8222;Ob die sich im Reisef&amp;uuml;hrer versehen haben? Aber wir sind hier doch richtig, oder?&amp;#8220; &amp;#8222;Ne H&amp;ouml;hle ist da vorne doch. Und steile Kalkfelsen auch.&amp;#8220; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hannelore nestelt an ihrer Blumenbluse und schmollt. Grelles Sonnenlicht bohrt sich zwischen zerkl&amp;uuml;fteten Felszacken und Pinienkronen hindurch. Sie blinzelt. &amp;#8222;Aber wir sind doch extra hierher gefa&amp;#8230;&amp;#8220; &amp;#8222;Herrje, dann sind wir eben umsonst hergefahren!&amp;#8220;, f&amp;auml;hrt Horst ihr dazwischen. Den Tr&amp;auml;nen nahe, dreht sich Hannelore um und st&amp;ouml;ckelt &amp;uuml;ber das Felsenger&amp;ouml;ll, stolpert fast, abw&amp;auml;rts zur H&amp;ouml;hle. &amp;#8222;Warte mal, ich will mal da unten gucken. Vielleicht sieht man da ja doch mehr.&amp;#8220; &amp;#8222;Da siehst Du nicht mehr. Du kannst doch hier schon sehen, da ist nur gelbbrauner Matsch. Musst Du Dir das Wildwasser eben hinzudenken.&amp;#8220; Eine Tr&amp;auml;ne kullert Hannelores Wangen hinab. &amp;#8222;Aber da vorne ist Herr Wiesloch. Vielleicht wei&amp;szlig; der mehr.&amp;#8220; &amp;#8222;Watt soll der denn mehr wissen? Nur, weil der Reiseleiter ist?&amp;#8220; &amp;#8222;Genau deshalb&amp;#8220;, kn&amp;ouml;delt sie und hoppelt zwischen den Felsbrocken hindurch einem wulstigen Herrn entgegen, der gerade Kn&amp;ouml;pfe an seiner Kamera dr&amp;uuml;ckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Herr Wiesloch, wo ist denn nun das Wildwasser?&amp;#8220; &amp;#8222;Wie es scheint haben wir heute kein Gl&amp;uuml;ck gehabt, Frau Helmer. Wahrscheinlich liegt es am lang anhaltenden guten Wetter.&amp;#8220; &amp;#8222;Wieso datt denn? Ich find datt toll!&amp;#8220; &amp;#8222;Toll ist es ja auch. Aber wenn es wochenlang nicht regnet und nur herrlicher Sonnenschein herrscht: Wo soll das Wasser denn herkommen, dass hier rausschie&amp;szlig;t, wenn es nicht regnet?&amp;#8220; &amp;#8222;Geht das denn nur bei Regen?&amp;#8220; &amp;#8222;Nicht nur. Auch die Schneeschmelze sorgt hier f&amp;uuml;r rei&amp;szlig;ende Fluten. Doch Schnee wird gerade auch nicht schmelzen. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn auch schade, dass dieses atemberaubende Schauspiel heute nicht zu sehen ist. Sie k&amp;ouml;nnten sonst da vorne aber auch noch die Papierm&amp;uuml;hlen besichtigen, und es gibt auch Keramik und Bildb&amp;auml;nde mit tollen Fotos hier von der Quelle.&amp;#8220; &amp;#8222;Die Fotos wollte ich lieber selbst machen. Papier gibt&amp;#8217;s auch bei uns zu Hause, und B&amp;uuml;cher mag ich nicht.&amp;#8220; &amp;#8222;Aber schauen Sie doch mal nach oben. Die kargen Felsh&amp;auml;nge mit den kleinen in den Fels gesp&amp;uuml;lten und gegrabenen H&amp;ouml;hlen in vielen Metern H&amp;ouml;he. Darin haben nach vor wenigen Jahrzehnten Menschen gelebt. Und selbst ohne gischtsch&amp;auml;umendes Wildwasser: Ist nicht allein schon dieses Felsenpanorama mit der zerkl&amp;uuml;fteten Quellenh&amp;ouml;hle bewegend?&amp;#8220; Hannelore zuckt mit den Schultern, dreht sich wortlos um und st&amp;ouml;ckelt fort, um sich auch eine Nugatstange zu besorgen. Ihre Dauerwelle sitzt. Knapp darunter schiebt ihre Unterlippe zur Flunsch.</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:02:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1307/">
    <title>Bewegungslos</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1307/</link>
    <description>Sport ist Mord . Diese Erkenntnis formte sich schon am Anfang meiner Schulzeit, in der sich der Sportunterricht sehr leistungsorientiert und zudem paramilit&amp;auml;risch durchsetzt gestaltete. Der Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e nach wurde sich zu Beginn der Unterrichtsstunde in einer Reihe aufgestellt und dem Lehrer wurde zackig Meldung gegeben: &amp;#8222;Stillgestanden! Richt Euch! Augen geradeaus! Zur Meldung die Augen links! Herr Sowieso, ich melde die Klasse Soundso zum Unterricht bereit! Es fehlt niemand. Spooort frei!&amp;#8220; Was mit einem ebenso zackigem &amp;#8222;Sport frei!&amp;#8220; beantwortet wurde. Und dann ging die Trietzerei los. Die Aufw&amp;auml;rm&amp;uuml;bungen h&amp;auml;tten schon vollkommen ausgereicht, danach begann aber erst die eigentliche Tortur. Die Erfolge von DDR-Sportlern waren eben nicht nur im Doping zu suchen, sondern auch in der konsequenten Orientierung an Vorgaben des Leistungssports. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es reichte nicht aus, dass die Besten teilweise schon im Kindergartenalter an die &lt;i&gt;KJS&lt;/i&gt; (Kinder- und Jugendsportschule) delegiert wurden. Sondern die Maxime &amp;#8222;Der Leistungssport hilft allseitig gebildete sozialistische Pers&amp;ouml;nlichkeiten zu entwickeln und f&amp;ouml;rdert die Erziehung zum Staatsbewusstsein&amp;#8220; galt &amp;uuml;berall. Es waren die Zeiten des Kalten Krieges, die sich gar nicht so kalt anf&amp;uuml;hlten, wenn einem wieder einmal ein schwei&amp;szlig;triefender Beitrag zur Festigung des Sozialismus abverlangt wurde. Damit jedem bewusst wurde, dass dieser Sport nicht zur reinen K&amp;ouml;rperert&amp;uuml;chtigung diente, gab es dann auch Disziplinen wie Handgranatenweitwurf. Die M&amp;auml;dchen griffen zu den kugeligen Eierhandgranaten F1 (Limonka), deren maximaler, t&amp;ouml;dlicher Wirkungsradius 200 Meter betr&amp;auml;gt. Wie sich das geriffelte, k&amp;uuml;hle Metall anf&amp;uuml;hlt, wei&amp;szlig; ich immer noch. Sehr weit sind die 600 Gramm schweren Teile bei mir allerdings nicht geflogen. Und mit Sprengstoff waren sie auch nicht best&amp;uuml;ckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aus&amp;uuml;bung solcher T&amp;auml;tigkeiten erfolgte dementsprechend nicht in irgendwelchen Sportklamotten. Nein, auch die Kleidung war streng vorgeschrieben. Jede Schule hatte ihre eigenen Farben, ungeachtet des geringen Angebots der &lt;i&gt;Spowa&lt;/i&gt; (Abk&amp;uuml;rzung f&amp;uuml;r Sportwaren, einem Kaufhaus in jeder gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Stadt, in dem es gr&amp;ouml;&amp;szlig;tenteils Sportbekleidung gab, aber auch Pionier- und FDJ-Uniformen) und auch ungeachtet dessen, dass die Wahl einer wei&amp;szlig;en Hose wie in meinem Fall h&amp;ouml;chst unpraktisch war. Das fanden zumindest die M&amp;uuml;tter nach einer Sportstunde, die drau&amp;szlig;en bei weniger guten Wetterbedingungen stattfand.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nicht genug, dass es den Sportunterricht gab, selbst in der mageren Freizeit wurde man gedr&amp;auml;ngt, da und dort sportlich in Erscheinung zu treten. Als wenn diese durch Pioniernachmittage und diverse Arbeitsgemeinschaften nicht schon eingeengt genug gewesen w&amp;auml;re. Immer wieder gab es Vorschl&amp;auml;ge zur gezielten F&amp;ouml;rderung in einer geeigneten Sportart, nachdem akribisch die K&amp;ouml;rperma&amp;szlig;e ausgewertet wurden. Hatte man es geschafft, sich diesen zu entziehen, stand ganz gewiss die n&amp;auml;chste Spartakiade oder sonstige Wettk&amp;auml;mpfe bevor. Die gab es auch extra f&amp;uuml;r jene, die nicht zu den  &lt;i&gt;Kadern&lt;/i&gt; z&amp;auml;hlten, also keiner Form des organisierten Sports angeh&amp;ouml;rten. Und so fanden sich diverse Medaillen, Urkunden und das allj&amp;auml;hrlich obligatorisch zu erringende Sportabzeichen bei wirklich jedem ein. So oder so, die Freude an sportlichen Bet&amp;auml;tigungen wurden bei mir auf diese Weise nicht geweckt. Es wurde das genaue Gegenteil bewirkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann geschah etwas Erstaunliches. Nicht nur &lt;i&gt;die&lt;/i&gt; Mauer fiel, sondern auch noch einige andere Ansichten. Von einem Tag auf den anderen verabschiedete sich der Sportlehrer vom eingeschliffenen Drill, dem er mit sehr viel Freude nachgegangen war. Ja, man k&amp;ouml;nnte behaupten, dass dieser Lehrer durchaus sadistische Neigungen hatte. Aber das war nun pl&amp;ouml;tzlich Vergangenheit. Spiel und Spa&amp;szlig; standen jetzt im Vordergrund, bar von jedem Leistungsdruck. Nun ja, es war eine Zeit, in der so mancher eine Drehung um hundertachtzig Grad machte. Die Zeit der Wende und der Wendeh&amp;auml;lse. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es n&amp;uuml;tzte aber alles nichts, Sport blieb f&amp;uuml;r mich etwas, dem ich fortan aus dem Weg ging. Durchaus auch sehr weite Wege, denn Gehen erfreut sich bei mir dann doch einiger Beliebtheit. Genaugenommen, sehr gro&amp;szlig;er Beliebtheit. Selbstverst&amp;auml;ndlich aber ohne Nordic-Walking-St&amp;ouml;cke. Zum einen sieht das einfach l&amp;auml;cherlich aus, zum anderen k&amp;ouml;nnte man zu leicht meinen, dass es sich um Sport handelt. Und den mag ich ja nicht. 
</description>
    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:03:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1308/">
    <title>Technik ist ein Hund</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0216/stories/1308/</link>
    <description>L&amp;auml;sst man sein Automobil mit etwa 166 km/h &amp;uuml;ber eine &amp;ouml;sterreichische Autobahn gleiten, so kann es dazu kommen, da&amp;szlig; dieses von einem Exekutivorgan angehalten und der Fahrer mit den nachfolgenden Worten zu einer vertiefenden Diskussion &amp;uuml;ber die Stra&amp;szlig;enverkehrsordnung und deren Einhaltung angeregt wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Guten Tag. Fahrzeugkontrolle. Sie haben Ihr Fahrzeug laut geeichtem Lasermessger&amp;auml;t mit 166 km/h bewegt. F&amp;uuml;hrerschein und Zulassungspapiere bitte.&amp;#8220; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf des nun folgenden Dialoges h&amp;auml;ngt es vom Verhandlungsgeschick des ertappten Fahrers ab, das Geschehen mit einer m&amp;ouml;glichst geringen Geldstrafe abzurunden. Im eben erw&amp;auml;hnten Anschauungsbeispiel &amp;uuml;brigens fiel die monet&amp;auml;re Bemessung der Missetat mit einem Betrag von 20 Euro vergleichsweise unterbewertet aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
W&amp;auml;re das f&amp;uuml;r den Vergehensnachweis eingesetzte Lasermessger&amp;auml;t noch nicht erfunden worden, m&amp;uuml;sste sich der Polizist auf sein geschultes Auge verlassen, welches jedoch keiner Eichung unterliegt, soda&amp;szlig; ein Diskurs &amp;uuml;ber eine angebliche Geschwindigkeits&amp;uuml;berschreitung bei taktisch klug gef&amp;uuml;hrter Argumentation m&amp;ouml;glicherweise auf des Anhalters Fehlsichtigkeit hinauslaufen k&amp;ouml;nnte. So gesehen hatten es Autofahrer vor 100 Jahren besser, andererseits fuhren Autos damals noch nicht 166 km/h.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel f&amp;uuml;r eine technische Errungenschaft, die Nachteile f&amp;uuml;r die zugedachte Zielgruppe mit sich bringt, ist der Bewegungsmelder, der f&amp;uuml;r das Einschalten des Lichts in R&amp;auml;umen eingesetzt wird, die einer nat&amp;uuml;rlichen Belichtung entbehren oder deren Fenster in das Dunkel der Nacht blicken. Betrat man etwa in fr&amp;uuml;heren Zeiten den Sanit&amp;auml;rbereich eines B&amp;uuml;rogeb&amp;auml;udes, so wusste man, da&amp;szlig; ein schlichtes mechanisches Einschalten des Lichtschalters die heimelige Beleuchtung erwirkte, die f&amp;uuml;r das nachfolgende Absolvieren menschlicher Grundbed&amp;uuml;rfnisse notwendig zu sein scheint. Mittlerweise mu&amp;szlig; man den Raum betretend erstmal wild mit den Armen fuchteln, um dem &amp;uuml;ber der Eingangst&amp;uuml;re montierten Bewegungsmelder zu signalisieren, da&amp;szlig; man den &amp;uuml;berwachten Bereich betritt, soda&amp;szlig; dieser nun seine Aufgaben wahrnehmen m&amp;ouml;ge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verl&amp;auml;sst man den unmittelbaren Eingangsbereich der Sanit&amp;auml;rr&amp;auml;umlichkeiten und dringt in die hinteren &amp;Ouml;rtlichkeiten vor, um es sich hinter einer T&amp;uuml;re auf einer mittig nach unten offenen Sitzgelegenheit gem&amp;uuml;tlich zu machen, so sollte man nicht allzu lange tr&amp;ouml;deln. Denn schon &amp;auml;u&amp;szlig;erst knapp bemessene 15 Minuten sp&amp;auml;ter schaltet der Timer des Bewegungsmelders das Licht in den Toilettenanlagen ohne Vorank&amp;uuml;ndigung ab. Nun ist eine diskrete Vorgangsweise vonn&amp;ouml;ten. Um das Licht wieder in Betrieb zu setzen mu&amp;szlig; man sich n&amp;auml;mlich erheben und sich im Dunkeln in die N&amp;auml;he des Melders vortasten, um dann erneut das Ritual des Armfuchtelns durchzuf&amp;uuml;hren. Leicht vorstellbar ist die raumgreifende Peinlichkeit, wenn man mit heruntergelassener Hose im Dunkeln stehend wild gestikulierend vom Vorstandsvorsitzenden des Arbeit gebenden Weltkonzerns erblickt wird, der just in diesem Moment die T&amp;uuml;re &amp;ouml;ffnet, um ebenfalls einer dringenden Bed&amp;uuml;rfnisbefriedigung nachzugehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewegungsmelder werden aber auch dazu eingesetzt, um Einbrecher in R&amp;auml;umen aufzusp&amp;uuml;ren, in denen sie berufsbedingt nichts zu suchen haben. Die Funktionalit&amp;auml;t in der  Erfassung sich bewegender Personen unterscheidet sich in diesem Anwendungsbereich von jenem der WC-Anlagen allerdings in zwei wesentlichen Punkten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum einen reagieren diese Melder sensitiver, denn Einbrecher pflegen f&amp;uuml;r gew&amp;ouml;hnlich nicht mit ihren Armen zu fuchteln, andererseits wird jenen kein Licht aufgedreht. Vielmehr wird ein lauter Alarm ausgel&amp;ouml;st, der dem Einbrecher signalisiert, da&amp;szlig; er aufgesp&amp;uuml;rt wurde, soda&amp;szlig; diesem noch genug Zeit zur Flucht bleibt, bevor eine Heerschar von Polizisten in der vergeblichen Absicht auftaucht, jenen dingfest zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In fr&amp;uuml;heren Zeiten setzte man dazu einfach einen Hund in das zu besch&amp;uuml;tzende Haus. Dieser machte im Fall der F&amp;auml;lle sowohl L&amp;auml;rm als auch verbiss er sich in des Einbrechers Bein, soda&amp;szlig; jener nicht den Funken einer Chance bekam, das Weite zu suchen. Die moderne Technik erm&amp;ouml;glicht aber immerhin, da&amp;szlig; in bewegungsmelder&amp;uuml;berwachten H&amp;auml;usern der als Relikt von fr&amp;uuml;heren Zeiten noch vorhandene Hund ungeplanterweise die Alarmanlage ausl&amp;ouml;st, soda&amp;szlig; dieser von den herbeieilenden Polizisten ebenso ungeplanterweise &amp;uuml;ber den Haufen geschossen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technik ist ein Hund und Bewegung ist Leben. Au&amp;szlig;er wenn Technik, Hund und Bewegung aufeinander treffen.
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
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    <title>Ich mach&apos; das dann morgen...</title> 
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    <description>Mein alter Deutschlehrer sagte immer: Beweglichkeit kann manches in Bewegung setzen! Aus seinem Munde eigentlich ein Oxymoron, denn auf der einen Seite sagte er es nur, weil weiche Drogen, denen man bei l&amp;auml;ngerem Konsum ja eine einkehrende Tr&amp;auml;gheit nachsagt, gerade Einzug auf dem Schulhof hielten. Auf der anderen Seite war seine Plauze aber so gro&amp;szlig;, dass er diese am Wochenende als Leinwand f&amp;uuml;r das lokale Autokino zur Verf&amp;uuml;gung stellte. Er selbst bewegte sich also vermutlich weniger als Stonehenge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein alter Deutschleherer pr&amp;auml;gte mich, naiv wie ich damals ja gl&amp;uuml;cklicherweise noch war. Seither habe ich ein bilaterales Verh&amp;auml;ltnis zur Bewegung. Bewegung ist schon eine sch&amp;ouml;ne Sache, wer viel in Bewegung ist, sieht viel. Wer viel sieht, lernt viel. Wer viel lernt, ist gebildet und kommt beim anderen Geschlecht un&amp;uuml;bertrefflich gut an. Und wer beim anderen Geschlecht gut ankommt, hat mehr Sex und somit mehr Lebensqualit&amp;auml;t. Vorausgesetzt, man bewegt sich dabei. Denn wieviel Freude bringt schon eine statische Kohabitation; nicht umsonst produziert unser K&amp;ouml;rper doch nat&amp;uuml;rliches Gleitmittel in Form von Vaginalsekret, respektive Pr&amp;auml;ejakulat (auch &quot;liquor of love&quot;). So gesehen ein klares &quot;Pro Bewegung&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein alter Deutschlehrer mochte dick belegte Pizza, ger&amp;ouml;stete Erdn&amp;uuml;sse und zapffrisches Bier. Das Alles am liebsten vor dem Fernseher. Und wie das bei einem Mentor nunmal so ist: man plagiiert. Ich habe diese Art von Lifestyle also zwischen meinem neunzehnten und zweiundzwanzigsten Lebensjahr auf meine Weise reproduziert. Und f&amp;uuml;r gut befunden. Denn Stillstand bedeutete Ruhe. Und irgendwie liegt doch in der Ruhe die Kraft. Und kr&amp;auml;ftig will man doch sein, denn wer kr&amp;auml;ftig ist kommt beim anderen Geschlecht un&amp;uuml;bertrefflich gut an. Und wer beim anderen Geschlecht gut ankommt, hat mehr Sex und somit mehr Lebensqualit&amp;auml;t. Schnell stellte ich jedoch fest, dass dies nicht funktioniert, wenn man aussieht wie der Sohn von Roseanne Barr und Jack Osbourne, mit der Gesichtshaut von Keith Richards und dem Charisma von Miroslav Klose. Auch ohne weiche Drogen wurde ich aufgrund meines miserablen BMI&apos;s tr&amp;auml;ge und als ich zum Blutspenden ging, wies man mir sofort 4 Zivis zu. Ich fing also wieder an, mich zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein alter Deutschlehrer wollte sich auch wieder bewegen, wieder etwas Gewicht reduzieren. Bez&amp;uuml;glich der Realisierung entschied er sich f&amp;uuml;r Nordic Walking und frug ausgerechnet mich nach einer Wertung. Nat&amp;uuml;rlich war mir klar, dass Nordic Walking (dessen Sch&amp;ouml;pfer eine Koryph&amp;auml;e im Bereich der Selbstuntersch&amp;auml;tzung und Monotonie sein musste) das neue TrimmDich war, nur in faulenziger. Nordic Walking hat so viel mit Bewegung zu tun, wie Elton John mit Still_stand. Ich meine, ich bewundere sie ja, diese Nordic Walker. Was m&amp;uuml;ssen die f&amp;uuml;r ein Ego haben, bei all der Gehweg Versperrerei und Stock-in-Speichen-Steckerei; wer wurde noch nicht von so einem weggegr&amp;auml;tscht? Dann diese Selbstironie. Wer kann Nachts ohne zu weinen einschlafen, wenn er allabendlich lauthals von Passanten und Nachbarnskindern 60 Minuten am St&amp;uuml;ck ausgelacht wird? Dennoch sagte ich: &quot;Gut! Nordic Walking ist gut. Auch schonender f&amp;uuml;r die Gelenke, machen sie mal!&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein alter Deutschleherer war n&amp;auml;mlich ein Arschloch. Jetzt wo ich weiss, dass er uns nur mit fadenscheinigen Argumenten das Kiffen vermiesen wollte, selbst aber mindestens f&amp;uuml;nf der sieben Tods&amp;uuml;nden in Perfektion auslebte! Jetzt, wo klar ist, dass Erdn&amp;uuml;sse und Fa&amp;szlig;bier im Sitzen schlimmere Tr&amp;auml;nens&amp;auml;cke machen als ein &quot;Schindler&apos;s Liste&quot; Film-Marathon. Und jetzt, wo meine Waden von Nordic-Walkst&amp;ouml;cken zerschunden sind und der tr&amp;auml;ge Sack bis zur Rente auf meine Kosten jedes Jahr 12 Wochen Urlaub hatte - jetzt ist doch meine ganze Weltanschauung zerr&amp;uuml;ttet! Nicht viel, was bleibt. Das Einzige, was ich jetzt mit Gewissheit sagen kann: Bewegung ist Fortschritt. Aber Morgen ist auch noch ein Tag.
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    <dc:creator>robert scharfenberg</dc:creator>
    <dc:subject>Cover</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 robert scharfenberg</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-28T17:03:00Z</dc:date>
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