
Schwumm
von nahlinse
Langsam und unsicher stakse ich näher. Kiesel pieksen mich in die Fußsohlen. Halb ängstlich, halb gespannt taste ich mich heran an das milchig-blaue Wasser. Mein großer Zeh taucht zuerst ein. Es ist kalt, aber nicht so sehr wie befürchtet. Keine lähmende Kälte – eher erfrischend und prickelnd strudelt es um meine Knöchel.
Ich mache ein paar Schritte weiter hinein und die Strömung beginnt, kaum merklich an mir zu ziehen. Jetzt kommt der Moment, an dem ich mich einfach fallen lassen müsste. Am besten gleich kopfüber hinein. Mich einfach mitreißen lassen, immer weiter, immer vorwärts. Schnell. Dazu bin ich schließlich hier. Und es ist heiß. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Die letzten Meter bis zum Untertauchen sind schnell überbrückt. Ein Sprung und die Kälte nimmt mir einen Moment lang den Atem. Nach ein paar schnellen Schwimmzügen Richtung Flussmitte schwindet das klamme Gefühl mehr und mehr. Ich lasse mich treiben. Zurück geht es nicht mehr – alles andere als ein paar steuernde Züge, die mich in der Flussmitte halten, hat wenig Aussicht auf Erfolg. Mein Körper fühlt sich ganz leicht an. Nie bin ich mit weniger Aufwand schneller geschwommen. Vorbei am Ufer, an Bäumen und Spaziergängern.
Wenn ich untertauche, höre ich die Flusskiesel unter mir singen. Mal klingt es wie ein helles Zirpen, mal wie ein Summen. Dazwischen mischen sich vereinzelte Töne wie „Pling“ oder „Klang“. Über Wasser höre ich nur ein paar Rufe vom Ufer, sonst ist es still. Ich treibe unter der ersten Brücke durch. Touristen winken mir und den anderen Schwimmern zu. Wir sind zu schnell vorübergetrieben, um zurückzuwinken.
Langsam fällt auch die letzte Anspannung von mir ab. Ich kann nicht viel tun und das ist schön. Immer weiter. Pling! Immer vorwärts. Klang! Schnell.
Nach der nächsten Biegung taucht das Marzilibad auf, dort soll ich raus - am vorletzten Ausstieg, dem mit der Petunie. Jetzt muss ich wieder arbeiten. Langsam weg, raus aus der Flussmitte, rauf auf die Innenbahn. Das kostet Kraft, die Strömung will mich nicht gehen lassen, doch allmählich habe ich den Bogen raus. Schräg nähere ich mich dem Ufer, es wird immer flacher. Mein großer Zeh nimmt – wieder als erster – Kontakt auf. Autsch!
An „meinem“ Ausgang greife ich im Vorbeitreiben nach dem Geländer und erwische es auf Anhieb. Erst hänge ich daran wie ein Wäschestück im Wind. Dann fällt mir auf, wie flach es hier ist, und dass ich, trotz Strömung, einfach aufstehen kann. Ich hangele mich aus dem Fluss. Die Sommerhitze hat mich wieder. Mein erster Aareschwumm ist Geschichte.
Ich mache ein paar Schritte weiter hinein und die Strömung beginnt, kaum merklich an mir zu ziehen. Jetzt kommt der Moment, an dem ich mich einfach fallen lassen müsste. Am besten gleich kopfüber hinein. Mich einfach mitreißen lassen, immer weiter, immer vorwärts. Schnell. Dazu bin ich schließlich hier. Und es ist heiß. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Die letzten Meter bis zum Untertauchen sind schnell überbrückt. Ein Sprung und die Kälte nimmt mir einen Moment lang den Atem. Nach ein paar schnellen Schwimmzügen Richtung Flussmitte schwindet das klamme Gefühl mehr und mehr. Ich lasse mich treiben. Zurück geht es nicht mehr – alles andere als ein paar steuernde Züge, die mich in der Flussmitte halten, hat wenig Aussicht auf Erfolg. Mein Körper fühlt sich ganz leicht an. Nie bin ich mit weniger Aufwand schneller geschwommen. Vorbei am Ufer, an Bäumen und Spaziergängern.
Wenn ich untertauche, höre ich die Flusskiesel unter mir singen. Mal klingt es wie ein helles Zirpen, mal wie ein Summen. Dazwischen mischen sich vereinzelte Töne wie „Pling“ oder „Klang“. Über Wasser höre ich nur ein paar Rufe vom Ufer, sonst ist es still. Ich treibe unter der ersten Brücke durch. Touristen winken mir und den anderen Schwimmern zu. Wir sind zu schnell vorübergetrieben, um zurückzuwinken.
Langsam fällt auch die letzte Anspannung von mir ab. Ich kann nicht viel tun und das ist schön. Immer weiter. Pling! Immer vorwärts. Klang! Schnell.
Nach der nächsten Biegung taucht das Marzilibad auf, dort soll ich raus - am vorletzten Ausstieg, dem mit der Petunie. Jetzt muss ich wieder arbeiten. Langsam weg, raus aus der Flussmitte, rauf auf die Innenbahn. Das kostet Kraft, die Strömung will mich nicht gehen lassen, doch allmählich habe ich den Bogen raus. Schräg nähere ich mich dem Ufer, es wird immer flacher. Mein großer Zeh nimmt – wieder als erster – Kontakt auf. Autsch!
An „meinem“ Ausgang greife ich im Vorbeitreiben nach dem Geländer und erwische es auf Anhieb. Erst hänge ich daran wie ein Wäschestück im Wind. Dann fällt mir auf, wie flach es hier ist, und dass ich, trotz Strömung, einfach aufstehen kann. Ich hangele mich aus dem Fluss. Die Sommerhitze hat mich wieder. Mein erster Aareschwumm ist Geschichte.


Mone
am 2. Sep, 13:17