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    <title>Mindestens haltbar: 0213 (Magazin für Meinungen)</title>
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    <description>Magazin für Meinungen</description>
    <dc:publisher>Christine Schranz</dc:publisher>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:date>2006-09-05T06:55:58Z</dc:date>
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    <title>Mindestens haltbar: 0213</title>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1136/">
    <title>Editorial</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1136/</link>
    <description>Kleidung steht leider immer noch direkt proportional zur Figur. Und im Sommer ist, nicht zu letzt aufgrund der reduzierten Stoffmengen, die den K&amp;ouml;rper bedenken, die Figur noch wichtiger als im restlichen Jahr. &lt;br /&gt;
Was also tun? &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1127/&quot;&gt;alles macht weiter wie bisher&lt;/a&gt; zum Beispiel. Wozu Kleidung &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1129/&quot;&gt; so viel Bedeutung&lt;/a&gt; geben? Kleidsam ist einfach, was man selbst sch&amp;ouml;n und passend findet. Nur in solch kleidsamer Kleidung kann man so sein wie man ist. Es ist eben nicht jeder Anzugtr&amp;auml;ger ein wirklicher Anzugtr&amp;auml;ger, oder? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber eigentlich muss kleidsam aber &lt;a href=&quot;http://www.ludwig-magazin.de/ez/index.php/ludwig/content/view/full/4423/?PHPSESSID=eb9e3462e9a668... &quot;&gt;gar nichts mit Kleidung&lt;/a&gt; zu tun haben&amp;#8230;
</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:35:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1126/">
    <title>Kein Schneefl&amp;ouml;ckchen, aber jede Menge Wei&amp;szlig;r&amp;ouml;ckchen </title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1126/</link>
    <description>Ich mag den Sommer, wirklich, mir macht auch die &amp;#8222;m&amp;ouml;rderische&amp;#8220; Hitze im &amp;#8222;Jahrtausendsommer&amp;#8220; nichts aus (sieht man mal von jenen unangenehmen Minuten in unklimatisierten Bussen ab, in denen mich die Ausd&amp;uuml;nstungen meiner deoabstinenten Mitmenschen der Ohnmacht nahe bringen). Habe ich mich erst mal daran gew&amp;ouml;hnt, k&amp;ouml;nnte es meinetwegen drei Monate am St&amp;uuml;ck so hei&amp;szlig; sein. Die andauernde Sonneneinstrahlung l&amp;auml;&amp;szlig;t mich gl&amp;uuml;cklicher und entspannter durch den Tag gehen und auch meinen Mitmenschen tut sie gut. Die Welt um mich herum ist pl&amp;ouml;tzlich viel freundlicher, offener und geselliger. Aber optisch? Optisch bringt der Sommer leider h&amp;auml;ufig das Schlechteste im Menschen ans grelle Tageslicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gilt besonders f&amp;uuml;r diesen Sommer, der sich durch eine ung&amp;uuml;nstige Kombination aus langanhaltender Hitze und modischer Verirrung auszeichnet. Daran ist nicht zuletzt der aktuelle Modetrend Wei&amp;szlig; schuld. Wei&amp;szlig;e Oberteile sind ein Klassiker und vielen Varianten sexy, aber wei&amp;szlig;e Hosen sind, nun ja, schwierig. Man mu&amp;szlig; schon extrem wohlproportioniert sein, um in einer engen wei&amp;szlig;en Hose nicht wie eine schlecht gestopfte Wurstspezialit&amp;auml;t auszusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem die mit einem Stretchanteil versehenen wei&amp;szlig;en Stoffhosen, sehr beliebt, weil sehr bequem, geben gnadenlos jede noch so zarte Delle an Hintern und Oberschenkel preis. Cellulite betrifft etwa 80% aller Frauen, aber mu&amp;szlig; man diese allgemein bekannte Tatsache auch noch &amp;ouml;ffentlich unter Beweis stellen? Oder habe ich nur einen neuen Trend verpa&amp;szlig;t? Etwa eine Solidarit&amp;auml;tsbewegung zur gesteigerten Akzeptanz oder gar Salonf&amp;auml;higkeit von Orangenhaut? Eine Protestwelle gegen die makellosen Photoshopsch&amp;ouml;nheiten in Frauenzeitschriften? Fehlanzeige. Der ganze normale Irrsinn eines Sommers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trend zur Wei&amp;szlig;wursthose sorgt &amp;uuml;brigens auch daf&amp;uuml;r, da&amp;szlig; wir neuerdings nicht nur das obere Ende des Stringtangas bewundern d&amp;uuml;rfen, dem schon viel zu lange Frischluft und Freiblick geg&amp;ouml;nnt wird. Nein, jetzt zeichnet sich alles so deutlich ab, da&amp;szlig; wir den weiteren Verlauf der knappen W&amp;auml;sche bis zum endg&amp;uuml;ltigen Verschwinden eines F&amp;auml;dchens zwischen zwei mehr oder weniger verdellten Sitzfl&amp;auml;chen genau verfolgen k&amp;ouml;nnen. Gewarnt werden muss aber auch vor ultrakurzen weiten R&amp;ouml;cken, ganz egal ob in wei&amp;szlig; oder bunt. Nat&amp;uuml;rlich kann sich darunter nichts abzeichnen, daf&amp;uuml;r ist es fast unm&amp;ouml;glich, sich darin zu bewegen ohne den Blick auf so ziemlich alles freizugeben. Ganz abgesehen davon will mir nicht einleuchten, warum Frauen ihren H&amp;uuml;ft- und Hinternumfang ein halbes Jahr mit einer Di&amp;auml;t nach der anderen reduzieren, um dann etwas zu tragen, das sie um die frisch verschlankte K&amp;ouml;rpermitte wie ein aufgeplatztes Sofakissen aussehen l&amp;auml;&amp;szlig;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sommerliche Debakel beschr&amp;auml;nkt sich jedoch nicht auf das helle Beinkleid. Dar&amp;uuml;ber qu&amp;auml;lt uns noch ein weiteres Jahr das bauchfreie Shirt, das aus unerfindlichen Gr&amp;uuml;nden immer noch als sexy gilt, obwohl es in den meisten F&amp;auml;llen deutlich triebmindernd wirkt. Was an Babyspecktr&amp;auml;gerinnen unter 20 noch irgendwie niedlich aussehen kann, l&amp;auml;&amp;szlig;t studiogest&amp;auml;hlte, solariumsgebr&amp;auml;unte Fitnessanorektiker hart an der 40 wie traurige Karikaturen erscheinen. Und weil der enge Fetzen selbst nicht auszurotten ist, &amp;auml;ndern die Verk&amp;auml;ufer eben jedes Jahr das Motto darauf. Von der Schlampe zum Luxusgirlie zum Ronaldinho-Fan in nur f&amp;uuml;nf Sommern. Wohl eher ein Fall f&amp;uuml;r Sozialwissenschaftler als f&amp;uuml;r Mode-Enthusiasten.&lt;br /&gt;
Und das alles nur, weil der Mensch jenseits der 24-Grad-Grenze seine Garderobe pl&amp;ouml;tzlich nicht mehr nach Kleidsamkeit, sondern nach Luftigkeit und einer pervertierten Form von &amp;#8222;sexy&amp;#8220; ausw&amp;auml;hlt. Modisch ziehe ich daher ganz eindeutig den Herbst vor. Die wenige freie Haut, die man dann noch zu sehen bekommt, kann wirklich erotisch wirken, die schwarzen Stiefel unterm knielangen Rock sind es auf jeden Fall. Sie verdecken au&amp;szlig;erdem die rissigen Fersen und den abbl&amp;auml;tternden Nagellack, mit dem uns Flipflop-Tr&amp;auml;gerinnen in den Monaten zuvor noch begl&amp;uuml;ckten. Der Winter hingegen ist in jeder Hinsicht schwierig. Kalt, na&amp;szlig;, dunkel und der feuchte Wind treibt zahllose Michelinm&amp;auml;nnchen mit wolligen Geschw&amp;uuml;ren auf dem Kopf vor sich her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na gut, wenigstens in Sachen Kopfbekleidung geht es in diesem Sommer wieder bergauf. Sowohl der Putzfrauenlook als auch Omas H&amp;auml;kelm&amp;uuml;tze werden au&amp;szlig;erhalb k&amp;uuml;nstlicher Biotope wie der Loveparade kaum noch gesehen. Ich werde mich also auf die K&amp;ouml;pfe konzentrieren, wenn ich jetzt mit dem Hund an die Alster gehe. Die dunkle Sonnenbrille kommt trotzdem mit. Sicher ist sicher.
</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Kolumne</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:32:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1131/">
    <title>An G-Sowieso</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1131/</link>
    <description>Was scheinbar alle anderen k&amp;ouml;nnen, versagt bei mir stets: Ich kann schlicht nicht inbr&amp;uuml;nstig an &amp;ouml;ffentlichen Pl&amp;auml;tzen lesen. An semi-&amp;ouml;ffentlichen &amp;uuml;brigens auch nicht. Etwa im Wartebereich von Gate &apos;G-Sowieso&apos; oder &apos;C-Dingenskirchen&apos; von innerdeutschen Trips der Bushansa. Ich hab&apos; nat&amp;uuml;rlich immer ein B&amp;uuml;chlein (wenn m&amp;ouml;glich auf Englisch) oder ein Magazin (lifestylig-ernstes in Minimal-Layout) oder ein Tagesblatt (S&amp;uuml;ddeutsche oder vergleichbares) vor mir, wenn ich an Flugh&amp;auml;fen rumgammel, weil man unbedingt eine gewisse intellektuelle Gleichg&amp;uuml;ltigkeit zur Schau stellen muss, sonst gilt man -- zappzarapp -- als Erstflieger, der h&amp;uuml;hnerig auf den Aufruf wartet. Und das geht mal gar nicht! Aber lesen geht auch nicht. Dazu ist die Gesellschaft in Wartebereichen h&amp;auml;ufig viel zu exklusiv. Beobachten. Einordnen. Klischees anlegen. Verhaltensmuster erkennen. Sich im besten Fall k&amp;ouml;niglich am&amp;uuml;sieren.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind etwa nahezu immer kleinere Reisegruppen von Wannabe-Meistern-des-Universums: jungdynamischen Agenturler, die irgendwo eine agent&amp;uuml;rliche Powerpoint-Pr&amp;auml;sentation zu halten gedenken. Die haben nicht selten etwas von Hahnenkampf: laut, aufgesetztes Lachen, jeder &amp;uuml;berbietet den anderen im &apos;gekonnt mit einer Hand in der Hosentasche des Trendanzugs Rumstehen&apos;. Den Gegenpart dazu bilden die alleinfliegenden frisch gebackenen Au&amp;szlig;endienstler kleinerer Betriebe. Die sind noch oft noch j&amp;uuml;nger (oder wahnsinnig viel &amp;auml;lter) als die Agenturler, haben sicher einen exzellenten Inselbegabten-Uni-Abschluss, haben aber auch eine praktische wie h&amp;auml;ssliche Einmal-mit-Handtuch-rubbel-und-schon-trocken-Frisur, tragen gedeckt-farbige und schlecht sitzenden Einreiher, die durch die viel zu gro&amp;szlig;e und schwere Laptop-Tasche &amp;uuml;ber der rechten Schulter noch mehr aus der Form gebracht werden. Dazu futtern sie mit einer beneidenswerten Gleichg&amp;uuml;ltigkeit gegen&amp;uuml;ber der tropfenden Mayonnaise &amp;uuml;berteuerte Kiefersperr-Eierbaguettes aus Klarsichtfolien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bisschen &amp;auml;rgerlich sind die &amp;auml;lteren Ingenieure in kurz&amp;auml;rmeligen, karierten Hemden. Die sitzen tats&amp;auml;chlich h&amp;auml;ufig einfach nur rum und schauen Pl&amp;auml;ne an, w&amp;auml;hrend ihr Ticket gleichg&amp;uuml;ltig aus der Brusttasche baumelt. Selbst, wenn eine Shopping-Reisende mit Freundin direkt neben ihnen durch Gerader&amp;uuml;cken der zierlichen Golduhr und Richten der dezent bestr&amp;auml;hnten Haare um Aufmerksamkeit buhlt. &amp;Uuml;brigens sind die Shopping-P&amp;auml;rchen klischeem&amp;auml;&amp;szlig;ig tats&amp;auml;chlich h&amp;auml;ufig zusammengebaut aus einer wirklich gut aussehenden, in dezenten Farben gekleideten wie geschminkten Dame &amp;auml;lterer Bauart und einer nicht ganz so gut aussehenden Schreckschraube gleichen Alters mit fisseligen, rot gef&amp;auml;rbten Haaren und grellem Lippenstift -- passend zur Blusenfarbe. Ich frag&apos; mich immer, wie die Gutaussehenden an diese Freundinnen geraten. Sicherlich &amp;uuml;ber gezielte Kontrast-Anzeigen.            &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Apropos Kontrast: Es gibt sie ja, auch bei innerdeutschen Kurzfl&amp;uuml;gen der Bushansa, diese Erstflieger und Erstfliegerinnen. Erstflieger sind unspannend. Erstfliegerinnen hingegen umso mehr: Die balancieren entweder in &amp;uuml;bertrieben bequemen Klamotten ihr in Sporttaschen steckendes Reisegep&amp;auml;ck auf dem Scho&amp;szlig; oder staksen ungelenk auf stets leicht abgetragenen St&amp;ouml;ckelschuhen und in deplatziert schicken Klamotten rum. Letzteres wahrscheinlich dank vorheriger Betrachtung von Hochglanz-Magazinen voll mit Abbildungen weltfraulicher Mode. Erkennen kann man sowohl die Bequem-, als auch die Staks-Erstflieger an den regelm&amp;auml;&amp;szlig;igen nerv&amp;ouml;sen Blicken auf die Anzeigetafel und auf die im Schutzumschlag (mit gelbem Druckknopf) geordneten Flugunterlagen. Und so weiter&amp;#8230;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8230; kurz: Ich beobachte mit Hingabe. Meist in modischer Jeans, adrettem, leicht K&amp;ouml;rper-betonend geschnittenem Oberteil und sportlich schicken Tretern, schaue zuweilen in mein Bl&amp;auml;ttchen und sonst eher genervt oder gelangweilt in die Runde. Das signalisiert dann idealerweise, dass mir Fliegen gleicherma&amp;szlig;en vertraut wie l&amp;auml;stig ist, dass ich unfassbar vielbesch&amp;auml;ftigt bin, aber keinem Anzug- und Exceltabellenzwang unterliege und die wenigen Minuten Zwangsfreizeit nutzen m&amp;ouml;chte, um Literatur oder Weltgeschehen zu konsumieren. Sonst kommt man ja zu nix, hach&amp;#8230;! Und weil das irgendwie bekannte Verhaltensmuster sind, um an Flugh&amp;auml;fen mordsm&amp;auml;&amp;szlig;ig l&amp;auml;ssig zu wirken, breche ich das Ganze gerne mit v&amp;ouml;llig unsinnigen wie &amp;uuml;bertriebenen Handlungen: Haaresch&amp;uuml;tteln, &amp;uuml;berraschendem, versonnenem L&amp;auml;cheln oder mit Auf-Stuhl-Extremzusammenfalten. Warum das? Weil es sicherlich in jedem Wartebereich auf jedem Flughafen dieser Welt mindestens noch einen Jemand gibt, der aus den gleichen Gr&amp;uuml;nden genau so wenig dort lesen kann wie ich. Und dem gebe ich h&amp;ouml;chstens ein halbes Klischee. Vielleicht aber auch einen wissenden Blick -- sollte ich ihn erkennen.  
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    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:34:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1133/">
    <title>Frau Grabow und ich</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1133/</link>
    <description>Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Meine Zuneigung zu Frau Grabow r&amp;uuml;hrt vor allem aus der Begeisterung f&amp;uuml;r ihre Produkte &amp;#8211; einer Begeisterung, die gelegentlich ins fetischhafte schwappen mag, aber sei&amp;#8217;s drum: T&amp;ouml;rtchen, Kuchen, Geb&amp;auml;ckst&amp;uuml;cke, goldbraun schimmernd, bepudert mit feinstem Zucker und dem leckersten Obst gef&amp;uuml;llt, warm dampfend und mit dem Geruch frischer Hefe ... ich schweife ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Grabow war Konditoreifachverk&amp;auml;uferin, sie war der Inbegriff dessen, was man gemeinhin als adrett bezeichnet und ihre Farbe hie&amp;szlig; rosa. Ich lebte damals in einer kleinen Stadt im Wald und mein Weg von der Arbeit nach Hause f&amp;uuml;hrte mich t&amp;auml;glich an ihrer Konditorei vorbei. Betrat man sie, glaubte man sich in eine andere Zeit versetzt. Die letzten vierzig Jahre hatten in diesen R&amp;auml;umen einfach nicht stattgefunden. Auch Frau Grabow schien geradewegs einem Peter-Alexander-Film entsprungen, der Stolz der Wirtschaftswunderzeit lebte munter fort in ihrem Auftreten, ihrem Gesicht, ihrer Kleidung: Blass rosa war ihre Bluse, satt rosa ihre Sch&amp;uuml;rze, frisch gest&amp;auml;rkt und mit einer perfekten Schleife am R&amp;uuml;cken gebunden. Der wei&amp;szlig;e Kragen war mit einer funkelnden Brosche besetzt, das Haar trug sie hochgesteckt und ihr Make-up war dezent, aber wahrnehmbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Jahre besuchte ich sie fast t&amp;auml;glich und niemals trug sie etwas anderes. Ich stellte sie mir morgens vor ihrem Kleiderschrank vor, in dem ein Dutzend identischer, rosafarbener Sch&amp;uuml;rzen h&amp;auml;ngen w&amp;uuml;rden. Sie w&amp;uuml;rde nachdenklich einen Finger an die Lippen legen und sich nach kurzem Z&amp;ouml;gern f&amp;uuml;r die dritte, nein, halt, die vierte von links entscheiden. Immer w&amp;auml;re sie zufrieden mit ihrer Wahl, denn der Wunsch nach modischen Torheiten war ihr stets fremd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konditoreifachverk&amp;auml;uferinnen, wenn ich das kurz erw&amp;auml;hnen darf, werden dringend gesucht, gelegentlich f&amp;auml;llt sogar das Wort &amp;#8222;h&amp;auml;nderingend&amp;#8220;. Orientierungswilligen Jugendlichen sei das Internet empfohlen. Dort erfahren sie, dass eine erstklassige Konditoreifachverk&amp;auml;uferin vor allem eines ben&amp;ouml;tigt: &amp;#8222;Backgroundwissen&amp;#8220;. Und auch den karrierebewussten Aspirantinnen wird Hoffnung gemacht. &amp;#8222;Was willst du erreichen?&amp;#8220; fragen die Meister des Gewerbes und behaupten: &amp;#8222;Alles ist m&amp;ouml;glich!&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Grabow erweckte nie den Eindruck, als h&amp;auml;tte sie eine Karriere im Sinn. Sie ruhte in sich selbst, jede ihrer Bewegungen war voller W&amp;uuml;rde und ihr mildes L&amp;auml;cheln verriet einen Grad an Weisheit, den strengste Buddhistinnen selbst nach f&amp;uuml;nf Wiedergeburten nur selten erreichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages fehlte Frau Grabow. Sie fehlte eine ganze Woche lang, es war eine Woche der Appetitlosigkeit f&amp;uuml;r mich, nie zuvor hatte ich Kuchen derart lustlos vertilgt, aus purem Pflichtgef&amp;uuml;hl und ohne jeden Genuss. Dann, genauso unvermittelt, stand sie wieder hinter der Theke, aber etwas war anders: Ein leises Leuchten ging von ihr aus, sie gl&amp;uuml;hte, wie ich erfuhr, noch im Banne des soeben Erlebten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erz&amp;auml;hlte von der Konferenz ihres Bundesverbandes, unter dem Motto &amp;#8222;Aus dem Ofen in die Welt &amp;#8211; die Konditoreifachverk&amp;auml;uferin als Mittlerin des guten Geschmacks&amp;#8220;. Sie erz&amp;auml;hlte von den Tausenden Teilnehmerinnen, von der einzigartigen, vibrierenden Atmosph&amp;auml;re, die beseelt gewesen sei von dem Wissen um die Bedeutung des eigenen Tuns. Sie erz&amp;auml;hlte von Seminaren mit Titeln wie &amp;#8222;Optimale Wechselgeldstrategien&amp;#8220; und &amp;#8222;Dekorieren im Wandel der Zeiten&amp;#8220;. Und sie erz&amp;auml;hlte von der Modenschau, von der Sch&amp;uuml;rze des jungen belgischen Designers, die ihr so gefallen hatte. &amp;#8222;Rosa?&amp;#8220; fragte ich und sie strahlte und nickte: &amp;#8222;Mit echter Spitze!&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nie traf ich Frau Grabow au&amp;szlig;erhalb der Konditorei, und um ehrlich zu sein, ich war froh dar&amp;uuml;ber. Die Vorstellung, sie tr&amp;uuml;ge bei dieser Gelegenheit statt ihres adretten Ensembles ein, sagen wir, tarnfarbenes Shirt zu Jeans und Flipflops, das Haar wom&amp;ouml;glich offen, vielleicht gar h&amp;ouml;lzernen Ethnoschmuck am Handgelenk, diese Vorstellung war unertr&amp;auml;glich, die Konfrontation mit dieser Art von Wirklichkeit h&amp;auml;tte einen Zauber gebrochen, h&amp;auml;tte unsere ganz besondere Beziehung zerst&amp;ouml;rt: Nur noch mit Verachtung h&amp;auml;tte ich ihr gegen&amp;uuml;bertreten k&amp;ouml;nnen, bebend vor Zorn und mit dem steten Drang, ihr ein emp&amp;ouml;rtes &amp;#8222;Verr&amp;auml;terin!&amp;#8220; entgegenzuschleudern. Aber die Stadt war klein und ich wusste: Irgendwann w&amp;uuml;rde es geschehen, es war unabwendbar, geradezu vorherbestimmt. Und es gab nur eine M&amp;ouml;glichkeit, die Magie f&amp;uuml;r immer zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich lebe jetzt in Hamburg.
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    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:34:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1134/">
    <title>Entwicklungszyklen in der Kleiderwahl</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1134/</link>
    <description>Den kleinen Jungen interessiert es nicht die Bohne, was er anhat. Er spielt im Dreck, w&amp;auml;lzt sich darin, die Mutter schl&amp;auml;gt die H&amp;auml;nde vors Gesicht, aber am Ende w&amp;auml;scht sie es doch wieder rein und die Fleckenzwerge sind verscheucht. Was z&amp;auml;hlt ist der kurzfristige Spa&amp;szlig;, kleine Jungs sind nicht sehr oberfl&amp;auml;chlich, Kleidung ist unwichtig und was f&amp;uuml;r Erwachsene. Das kleine M&amp;auml;dchen ist allerdings schick gekleidet, daf&amp;uuml;r sorgt mindestens Mutti. Ein Kleidchen und ein Seil nimmt sie mit nach drau&amp;szlig;en und spiel Seilh&amp;uuml;pfen oder irgendwelche H&amp;uuml;pfspiele auf aufgemalten Quadraten mit ihren ebenfalls schick gekleideten Freundinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar Jahre sp&amp;auml;ter, im Alter, in dem man von Teenies spricht, wenn die ersten Zigaretten umgehen, rumgeknutscht wird und auch mal ein Schl&amp;uuml;ckchen Alkohol flie&amp;szlig;t, da wird auch Kleidung wichtiger. Der Junge kleidet sich in tief sitzende Hosen, die gern einige Nummern zu gro&amp;szlig; gekauft werden. Das M&amp;auml;dchen h&amp;auml;lt es gegenteilig, sie tauscht das Kleidchen gegen eine eng sitzende Jeans und versucht dabei m&amp;ouml;glichst daf&amp;uuml;r zu sorgen, dass der Junge mit den tief sitzenden Hosen auch immer viel von der Unterw&amp;auml;sche sieht, er zeigt schlie&amp;szlig;lich auch genug davon, ob Absicht oder nicht, wei&amp;szlig; man nicht genau. Gewandelt hat sich der neue Hang zur Oberfl&amp;auml;chlichkeit nur beim Jungen, das M&amp;auml;dchen war es schon immer, wenn auch vielleicht nicht unbedingt freiwillig. Der Junge spielt nicht mehr im Dreck (h&amp;ouml;chstens im Trikot des &amp;ouml;rtlichen Fu&amp;szlig;ballvereins), sondern passt sich den Bed&amp;uuml;rfnissen des M&amp;auml;dchens an, die einen sauberen Jungen nat&amp;uuml;rlich lieber mag. Schlie&amp;szlig;lich will der Junge ja auch mal rumknutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahre vergehen, der Junge und das M&amp;auml;dchen kommen zusammen und heiraten schlie&amp;szlig;lich. Zwei Jahre lang hielt er es mit der Oberfl&amp;auml;chlichkeit, nur, dass die an den Knien sitzenden Hosen jetzt normal geschnitten sind, der ein oder andere tr&amp;auml;gt vielleicht sogar einen Anzug. Sie tr&amp;auml;gt vielleicht mal wieder ein Kleidchen oder ein R&amp;ouml;ckchen, Seil springen tut sie im Idealfall allerdings nicht mehr. So geht das einige Jahre, beide sind gut gekleidet, ein h&amp;uuml;bsches Paar, bis sich im Hirn des Jungen, der jetzt ein Mann ist (bzw. sein sollte), der Wandel einstellt. Er bemerkt (oder glaubt zumindest), dass die Frau an seiner Seite bleiben wird, egal was er tr&amp;auml;gt und wechselt daher von der gut sitzenden Anzughose zur bequemen Jogging- oder Jeanshose. Der Wechsel vollzieht sich f&amp;uuml;r die Frau fast unbemerkt, er verl&amp;auml;uft flie&amp;szlig;end und bei jedem Mann zu anderer Zeit. Einige wenige Ausnahmen (heutzutage nennt man sie metrosexuell oder Beckham) bleiben immer in der Rolle des jungen, gut gekleideten Mannes, die meisten aber werden wieder zu kleinen Jungs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe Frauen, die sie noch ihr R&amp;ouml;ckchen oder Kleidchen tragen, wenn ihr Mann nach dem Herumschrauben am Auto wieder dreckig nach Hause kommt und Sie die Fleckenzwerge heraus waschen m&amp;uuml;ssen,  dann haben auch Sie sich erstmals gewandelt: Zur Mutter vom kleinen Jungen am Anfang dieses Textes.
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    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:34:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1135/">
    <title>Die Strickjackenfraktion</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1135/</link>
    <description>Ich geh&amp;ouml;re der Strickjackenfraktion an. Jedenfalls sagt das mein Freund Soul. Mitglieder der Strickjackenfraktion lieben es bequem und praktisch. Sie bevorzugen Jeans und Sneakers statt Kost&amp;uuml;me mit kurzen R&amp;ouml;cken und High Heels oder elegante Anz&amp;uuml;ge und feine Oberhemden. Ja, derartige Kleidung verabscheuen sie regelrecht und finden, dass ihr spie&amp;szlig;ige Zwanghaftigkeit anhaftet. Mitglieder dieser Fraktion sind aus &amp;Uuml;berzeugung Strickjackentr&amp;auml;ger und nicht etwa, weil ihnen nichts Besseres einf&amp;auml;llt. Ihr Kleidungsstil ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern Ausdruck eines Lebensgef&amp;uuml;hls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strickjackentr&amp;auml;ger sind Gutmenschen, die die Welt verbessern wollen und sich nach Liebe und Frieden sehnen. In ihrer Stadt, ihrem Land, weltweit, aber vor allem in ihrem kleinen, privaten Umfeld. Sie sind umweltbewusste Menschen, die ihren M&amp;uuml;ll trennen und mit &amp;ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln statt dem Auto fahren. Sie sind f&amp;uuml;r ihr soziales Engagement ber&amp;uuml;hmt und ber&amp;uuml;chtigt. Sie beherbergen Asylanten in ihrer Gartenlaube und verteilen im Winter selbst gestrickte M&amp;uuml;tzen an Obdachlose. Sie haben immer noch einen Atomkraft-nein-danke-Aufkleber von 1982 auf ihrer Lederumh&amp;auml;ngetasche (ebenfalls von 1982) kleben und setzen sich daf&amp;uuml;r ein, dass alle Zootiere frei gelassen werden. Die Strickjackenfraktion gr&amp;uuml;ndet jeden Monat in einem anderen Stadtteil eine Frauengruppe, in der dar&amp;uuml;ber diskutiert wird, ob Frauen staatliche Zusch&amp;uuml;sse f&amp;uuml;r ihren Bedarf an Monatshygiene erhalten sollten. Ihre Mitglieder sind extrem harmoniebed&amp;uuml;rftig und stecken lieber ihre eigenen Bed&amp;uuml;rfnisse zur&amp;uuml;ck, als sich mit anderen Leuten zu streiten. Zwei Drittel aller weltweiten Ums&amp;auml;tze im Tee- und Kerzengesch&amp;auml;ft gehen auf ihr Konto. Dabei wirken sie oft kraftlos und frustriert. Ihre Schultern sind ein wenig krumm und ihre Stimmen leise und m&amp;uuml;de. Sie empfinden es als eine gro&amp;szlig;e Belastung, die Welt verbessern zu m&amp;uuml;ssen. Die Anh&amp;auml;nger der Strickjackenfraktion wohnen in gro&amp;szlig;en Altbauwohnungen mit Dielenb&amp;ouml;den und ohne Gardinen vor den Fenstern. Oder in alten Bauernh&amp;auml;usern, die sie &amp;ouml;kologisch korrekt restauriert haben. Obwohl sie sich eigentlich allem B&amp;uuml;rgerlichen entziehen wollen, sind die meisten Strickjackentr&amp;auml;ger verheiratet und haben Kinder, einen Golden Retriever und einen Bausparvertrag. Wenn sie abends vor ihrem Kaminfeuer sitzen und sich gem&amp;uuml;tlich in ihre Strickjacken kuscheln, dann rauchen sie Pfeife, trinken italienischen Rotwein und lesen Arno Gr&amp;uuml;n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ein Mensch also sei ich, sagt Soul. Soul ist ein Anh&amp;auml;nger der schwarzen Fraktion. Das sind Leute, die grunds&amp;auml;tzlich nur schwarze Kleidung tragen, mal mehr mit der intellektuellen Note inklusive Schlapphut und Aktentasche unterm Arm, mal eher dem Gothic-Stil verfallen. Anh&amp;auml;nger der schwarzen Fraktion gewinnen wahlweise einen Nobelpreis oder st&amp;uuml;rzen sich aus dem Fenster. Wenn sie nicht gerade mit diesen Dingen besch&amp;auml;ftigt sind, dann ist ihr Leben eine einzige gro&amp;szlig;e Party. Sex and Drugs and Rock&amp;#8217;n&amp;#8217;Roll. Oder so &amp;auml;hnlich. In ihren Augen liegt st&amp;auml;ndig ein melancholischer Schatten, in dem sich der Schmerz der ganzen Welt vereint, der sie beim anderen Geschlecht aber geradezu unwiderstehlich erscheinen l&amp;auml;sst. Die Anh&amp;auml;nger der schwarzen Fraktion sind die Gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten, die Tollsten, die Coolsten. Es versteht sich von selbst, dass sie f&amp;uuml;r alle anderen Parteien, vor allem aber f&amp;uuml;r die Strickjackenfraktion, nur ein herablassendes L&amp;auml;cheln &amp;uuml;brig haben. So cool wie ein Schwarzer kann eine Strickjacke nie werden, und wenn sie sich noch so sehr anstrengt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaute in meinen Kleiderschrank und entdeckte auf Anhieb gleich f&amp;uuml;nf Strickjacken: Zwei graue, zwei anthrazitfarbene, eine rote. Dicke aus warmer Wolle f&amp;uuml;r den Winter, leichtere aus feiner Baumwolle f&amp;uuml;r den Sommer. Ich wagte nicht, in den Tiefen meines Schrankes noch nach weiteren, vergessenen Exemplaren Ausschau zu halten. Das ist ein wirklich schlechtes Zeichen, dachte ich bedr&amp;uuml;ckt und kochte mir zum Trost erst mal eine Kanne Gl&amp;uuml;ckstee mit Roiboos und Kakaoschalen. Die Erkenntnis, dass ich wohl wirklich der Strickjackenfraktion angeh&amp;ouml;re, frustrierte mich zutiefst. Ich w&amp;uuml;rde so gerne auch cool sein und kurze, knappe R&amp;ouml;cke mit spitzen, hochhackigen Stiefeln tragen, so dass die M&amp;auml;nner auf der Stra&amp;szlig;e die H&amp;auml;lse nach mir verdrehen w&amp;uuml;rden, bis sie vor den n&amp;auml;chsten Laternenpfahl laufen oder &amp;Auml;rger mit ihrer Gattin bekommen w&amp;uuml;rden. Ich w&amp;auml;re zu gerne w&amp;auml;hrend der WM zum Public Viewing gegangen und h&amp;auml;tte mit Hingabe die Nationalhymne mitgesungen und mein schwarz-rot-goldenes F&amp;auml;hnlein geschwungen. Ich w&amp;uuml;rde mich gerne im Urlaub in einem 5-Sterne-Club auf Ibiza verw&amp;ouml;hnen lassen und nachts halbnackt durch die Discotheken der Insel ziehen, statt zum Heilfasten an die Nordsee zu fahren. Doch leider traue ich mich das alles nicht. Schlie&amp;szlig;lich bin ich doch eine Strickjacke und kann schlecht aus meiner eigenen Haut schl&amp;uuml;pfen. Also schlurfe ich in meinen ausgeleierten Strickjacken und billigen Sneakers durch die Stra&amp;szlig;en und bin sehr bem&amp;uuml;ht, nicht weiter aufzufallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch halt &amp;#8211; das stimmt ja gar nicht. Ich falle ja auf. War da nicht erst neulich dieser reizende junge Mann, der im Supermarkt am Eierregal seinen Einkaufswagen in meinen rammte und dem ich auf seine Frage nach den besten Eiern eine Packung Bio-Eier von gl&amp;uuml;cklichen H&amp;uuml;hnern in die H&amp;auml;nde dr&amp;uuml;ckte? Und der so aussah, als h&amp;auml;tte er am liebsten meine Telefonnummer gehabt? Und sind da nicht die Kollegen, die sich oft genug die Klinke in die Hand geben, um mir die Aufwartung zu machen? Und all die M&amp;auml;nner der letzten Jahre, die mir zu gerne einen Heiratsantrag gemacht h&amp;auml;tten &amp;#8211; wenn ich sie nur gelassen h&amp;auml;tte? Von den Liebhabern ganz zu schweigen. Leider waren viele dieser M&amp;auml;nner Anh&amp;auml;nger der Strickjackenfraktion &amp;#8211; und ich fand sie langweilig! Daher habe ich keinen Mann und keine Kinder, kein Haus und keinen Hund. Und noch etwas stelle ich fest: Dieses ganze Gutmenschengetue geht mir manchmal unglaublich auf die Nerven. Ich will nicht immer mit einer Leidensmiene herum rennen, weil diese Welt so schlecht ist. Ich will Spa&amp;szlig; haben, ohne mich dabei f&amp;uuml;r meinen Egoismus sch&amp;auml;men zu m&amp;uuml;ssen. Gut, ich trinke viel Tee und bin sehr harmoniebed&amp;uuml;rftig. Ich habe schon so manche Beziehung zu Tode diskutiert. Aber ich besuche weder Seminare &amp;uuml;ber die magischen Kr&amp;auml;fte von Hexen und Hebammen noch habe ich jemals eine Urschreitherapie gemacht. Daf&amp;uuml;r bin ich zum Public Viewing gegangen. Heimlich. Und die praktische Baumwollunterw&amp;auml;sche habe ich schon lange gegen sinnliche Spitzendessous ausgewechselt. Noch heimlicher. Ich esse Fleisch, wenn ich gerade Appetit darauf habe, selbst dann, wenn es aus einer Massentierhaltung stammt. Immer seltener heimlich. Und ich langweile mich bei Gutmenschenb&amp;uuml;chern und schaue mir stattdessen lieber triviale Hollywoodfilme an. Ganz &amp;ouml;ffentlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, genau genommen werden mir die ganzen Strickjacken immer unsympathischer. Sowohl meine eigenen als auch alle anderen. Nach langem Gr&amp;uuml;beln kam ich zu einer Erkenntnis, die ich Soul umgehend mitteilen musste:&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Ich bin in Wahrheit nur &amp;auml;u&amp;szlig;erlich eine Strickjacke. Innerlich bin ich auch eine Schwarze.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Ich dachte, der coole Soul w&amp;uuml;rde mich jetzt auslachen und diese Bemerkung als den billigen Versuch deuten, mich bei ihm anzubiedern. Doch stattdessen sagte er ganz ernst: &lt;br /&gt;
&amp;#8222;Nat&amp;uuml;rlich bist du das. Das wusste ich schon immer. Was glaubst du wohl, warum ich mit dir befreundet bin und warum ich dich immer mit deiner Strickjacke aufziehe? Aber eins sage ich dir: Falls du jemals heiraten und zu einer echten Strickjackentr&amp;auml;gerin mutieren solltest, dann wirst du das daran merken, dass ich keine Spr&amp;uuml;che mehr &amp;uuml;ber deine Strickjacken mache.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Seitdem erbitte ich mir jede Woche mindestens einen l&amp;auml;sterlichen Spruch &amp;uuml;ber meine Mitgliedschaft in der Strickjackenfraktion. Diese Woche habe ich ihn schon geh&amp;ouml;rt. Wie gut. 
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    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Cover</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:35:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1129/">
    <title>Es war einmal</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1129/</link>
    <description>Es war Winter, damals, in einem kleinen St&amp;auml;dtchen im Waldviertel. Nicht einer dieser Wintertage wie sie heute &amp;uuml;blich sind, voller K&amp;auml;lte, braungetretenem Schneematsch und Hektik, voller ungeduldig hupender Autofahrer und fluchender Menschen mit IKEA-Einkaufstaschen, sondern ein Tag voller Stille. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonne schien auf den frisch gefallenen Schnee und unser Hund, damals noch ganz jung, jagte hinter Schneeb&amp;auml;llen her, die wir Kinder f&amp;uuml;r ihn warfen. Manchmal, wenn er sich besonders stark freute, sprang er an mir hoch, legte mir die Pfoten auf die Schultern und stupste mich so lange mit der Schnauze an, bis ich lachend im Schnee landete. Schoko war der coolste Hund der ganzen Nachbarschaft, weil er der einzige war, der Frisbeescheiben apportieren und &amp;uuml;ber Gartenz&amp;auml;une springen konnte, und weil man sich im Sommer beim Schwimmen an ihm festhalten und durch den halben See ziehen lassen konnte &amp;#8211; das freilich nur, wenn man klein und leicht genug war. Weil ich Schoko hatte, durfte ich mit den Gro&amp;szlig;en mit. Die anderen Kinder meines Alters mussten immer zu Hause bleiben, ich aber war von Anfang an dabei, wenn es darum ging, im Wald eine H&amp;ouml;hle zu bauen oder mit Luftdruckgewehren &amp;#8222;Das A-Team&amp;#8220; zu spielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Schoko an diesem Tag durch den Schnee rannte, entdeckte er ein neues Spiel. Er sprang aus vollem Lauf pl&amp;ouml;tzlich senkrecht in die Luft und landete dann im Liegen, vergrub den Kopf unter den Vorderpfoten und r&amp;uuml;hrte sich nicht. Als er seinen neuen Trick zum ersten Mal vorf&amp;uuml;hrte, jagte er uns allen einen geh&amp;ouml;rigen Schrecken ein, so perfekt simulierte er das Totstellen. Er wartete, bis wir ganz nah herangekommen waren und sprang dann pl&amp;ouml;tzlich mit einem langgezogenen Jaulen wieder auf, um uns gleich nochmal zu schrecken. Dann setzte er sich mit schiefgelegtem Kopf auf die Hinterpfoten, so wie er es immer tat, wenn er etwas angestellt hatte, und schien zu lachen. Schoko war wei&amp;szlig; wie der Schnee &amp;#8211; naja, ein bisschen dunkler vielleicht, aber fast &amp;#8211; und hie&amp;szlig; nur Schoko, weil er an dem Tag, als er bei uns eingezogen war, eine Schokoladentorte vom K&amp;uuml;chentisch gefressen hatte. Nat&amp;uuml;rlich konnte ihm sowohl bei dieser wie auch bei allen folgenden Missetaten keiner richtig b&amp;ouml;se sein. Niemand, der ihn kannte, konnte das &amp;#8211; als meine Tante meiner Mutter einmal vorwarf, den Hund wie ein Kind zu verw&amp;ouml;hnen, redete sie f&amp;uuml;r ein halbes Jahr nicht mehr mit ihr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Schoko war ich das gl&amp;uuml;cklichste Kind, das man sich vorstellen kann, und Schoko war mit unserer Familie wohl der privilegierteste Hund im ganzen Waldviertel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider ist es in der Regel so, dass irgendwann der Tag kommt, an dem selbst auf den sch&amp;ouml;nsten Traum das Erwachen folgt. F&amp;uuml;r Schoko und mich war es der Wintertag, damals, an dem die Sonne auf den frisch gefallenen Schnee schien und unser Hund hinter Schneeb&amp;auml;llen herjagte. Es sollte der letzte Wintertag sein, an dem wir unbeschwert durch den Schnee toben durften &amp;#8211; am selben Abend er&amp;ouml;ffneten mir meine Eltern, dass wir nach Berlin ziehen m&amp;uuml;ssten, in die Stadt der engen Wohnungen mit Hundeverbot, der Hektik und des Schneematsches. Seither sind die Winter irgendwie nicht mehr das gleiche, und werden es wohl nie wieder sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was aus Schoko geworden ist? Ich wei&amp;szlig; es nicht, werde es wohl nie erfahren. Aber seine Jugend war wohl gl&amp;uuml;cklicher als meine &amp;#8211; er durfte dort bleiben, wo der Schnee wei&amp;szlig; war und man IKEA nur aus der Fernsehwerbung kannte.
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    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:33:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1122/">
    <title>Eyes On &amp;#8211; den Happy Planet Index</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1122/</link>
    <description>Der Happy Planet Index dr&amp;uuml;ckt aus, wo Mensch am gl&amp;uuml;cklichsten ist. Dabei werden Umweltbewusstheit, Lebenserwartung und Zufriedenheit miteinander verglichen. Das Ergebnis: Auf &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Vanuatu&quot;&gt;Vanuatu&lt;/a&gt;, einer s&amp;uuml;dpazifische Inselgruppe, l&amp;auml;sst sich&amp;#8217;s am leichtesten zufrieden sein.  </description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
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  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1123/">
    <title>Eyes On &amp;#8211; die Eiszeit</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1123/</link>
    <description>Nachdem der Sommer im letzten Jahr vergeblich auf sich warten lie&amp;szlig;, ist es heuer umso hei&amp;szlig;er &amp;#8211; Grund genug, sich ein s&amp;uuml;&amp;szlig;-klebrig-kaltes Eis zu g&amp;ouml;nnen. Doch da Eis nicht gleich Eis ist, probiert man am besten erst mal in Ruhe alle Sorten durch...</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
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    <dc:date>2006-07-12T09:31:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1119/">
    <title>Markenkleidung, Vorurteile...</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1119/</link>
    <description>&lt;div style=&quot;float: left; width: 240px; height: 450px; padding:0 0px 20px 0&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;storyTeaser&quot;&gt;
&lt;a href=&quot;&quot; style=&quot;color:#666666;&quot;&gt;Kleider machen Leute?&lt;/a&gt;&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&quot;startAutor&quot;&gt;von Ladislav Bene&amp;#353;&lt;/div&gt;
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&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://flickr.com/photos/ladislav/3537747/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir tragen Kleidung, die repr&amp;auml;sentiert, was wir gerne w&amp;auml;ren.&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;small&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1117/&quot;&gt;Permalink&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1117/comment&quot;&gt;Kommentar posten&lt;/a&gt; | &lt;a prefix=&quot; | &quot; href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1117/#comments&quot;&gt;0 Kommentare&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;float: left; width: 240px; height: 450px; padding:0 0px 20px 0&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;storyTeaser&quot;&gt;
&lt;a href=&quot;&quot; style=&quot;color:#666666;&quot;&gt;Branded by Society&lt;/a&gt;&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&quot;startAutor&quot;&gt;von Sean McNeil&lt;/div&gt;
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&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/seanmcneil/76671161/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch ungeachtet dessen sieht uns &lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/seanmcneil/76671161/&quot;&gt;die Gesellschaft&lt;/a&gt; nur selten vorurteilsfrei...&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;small&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1118/&quot;&gt;Permalink&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1118/comment&quot;&gt;Kommentar posten&lt;/a&gt; | &lt;a prefix=&quot; | &quot; href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1118/#comments&quot;&gt;0 Kommentare&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;

&lt;div class=&quot;clearall&quot;&gt;&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Trottoir</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:29:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1118/">
    <title>Branded by Society</title> 
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    <description>&lt;img width=&quot;237&quot; height=&quot;280&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0213/images/trottoir_branded.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/seanmcneil/76671161/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch ungeachtet dessen sieht uns &lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/seanmcneil/76671161/&quot;&gt;die Gesellschaft&lt;/a&gt; nur selten vorurteilsfrei...</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:29:00Z</dc:date>
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    <title>Kleider machen Leute?</title> 
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&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://flickr.com/photos/ladislav/3537747/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir tragen Kleidung, die repr&amp;auml;sentiert, was wir gerne w&amp;auml;ren.</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1124/">
    <title>da HEIM-AT home</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1124/</link>
    <description>ich packe in meinen Koffer&lt;br /&gt;
meine Lieblingsl&amp;uuml;ge&lt;br /&gt;
ich packe in meinen Koffer&lt;br /&gt;
meine Lieblingsl&amp;uuml;ge und mein wei&amp;szlig;es Hemd mit Rotweinflecken&lt;br /&gt;
ich packe in meinen Koffer&lt;br /&gt;
meine Lieblingsl&amp;uuml;ge mein wei&amp;szlig;es Hemd mit Rotweinflecken und bunte Bonbons&lt;br /&gt;
ich packe in meinen Koffer&lt;br /&gt;
meine Lieblingsl&amp;uuml;ge mein wei&amp;szlig;es Hemd mit Rotweinflecken bunte Bonbons und eine Tr&amp;auml;ne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
da HEIM-AT home&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mir dir und Fremden ist die Heimat kein Begriff&lt;br /&gt;
veraltert umgarnt von s&amp;uuml;&amp;szlig;en Kindheitserinnerungen&lt;br /&gt;
erahnen wir hin und wieder Heimat&lt;br /&gt;
das gro&amp;szlig;e Haus brauchen wir nicht mehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Koffer ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Koffer so schwer wie tausend Tr&amp;auml;ume&lt;br /&gt;
dort liegt der Schrei der Papageien schr&amp;auml;g neben der Regenzeit&lt;br /&gt;
der W&amp;uuml;stenwind umspielt die reifen Tomaten&lt;br /&gt;
verdunstendes Wasser sammelt die D&amp;uuml;fte der Metropole&lt;br /&gt;
auf der tr&amp;auml;nerverwischten Postkartensammlung&lt;br /&gt;
grenzenloser Stolz erf&amp;uuml;llt die Erz&amp;auml;hlungen die sich mit jedem Teil des Gep&amp;auml;cks vereinen&lt;br /&gt;
staunend nicht ohne Neid lauschen die heimattreuen Seelen&lt;br /&gt;
nicht nur Kinder spielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich packe meinen Koffer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich packe in meinen Koffer&lt;br /&gt;
meine Lieblingsl&amp;uuml;ge&lt;br /&gt;
ich packe in meinen Koffer&lt;br /&gt;
meine Lieblingsl&amp;uuml;ge und mein wei&amp;szlig;es Hemd mit Rotweinflecken&lt;br /&gt;
ich packe in meinen Koffer&lt;br /&gt;
meine Lieblingsl&amp;uuml;ge,mein wei&amp;szlig;es Hemd mit Rotweinflecken und bunte Bonbons&lt;br /&gt;
ich packe in meinen Koffer&lt;br /&gt;
meine Lieblingsl&amp;uuml;ge mein wei&amp;szlig;es Hemd mit Rotweinflecken bunte Bonbons und eine Tr&amp;auml;ne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Dieser Artikel ist bereits im &lt;a href=&quot;http://rehvolution.twoday.net/stories/1535232/&quot;&gt;Weblog&lt;/a&gt; des Autors erschienen.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:32:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1125/">
    <title>Ekstasis</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1125/</link>
    <description>&lt;i&gt;Habt ihr vielleicht &apos;ne Zigarette f&amp;uuml;r mich?&lt;/i&gt; fragt mich das hagere M&amp;auml;dchen, den Plural wohl der Tatsache geschuldet, da&amp;szlig; sie mich als einen Begleiteten erkennt, der, kaum da&amp;szlig; er vollends selig die zu Recht rauchfreie &lt;i&gt;dining-area&lt;/i&gt; verlassen hat, den kaum entbehrten Stengel habituell sich zum Mund f&amp;uuml;hrt. &lt;i&gt;Ja, die letzte&lt;/i&gt; entgegne ich, meiner Gleichg&amp;uuml;ltigkeit zum Trotz geflissentlich die Exklusivit&amp;auml;t der Gabe herausstellend. Sie lehnt ab, erwartungsgem&amp;auml;&amp;szlig; - die &quot;letzte&quot; verbietet sich offenbar -, blickt abwesend aus groschengro&amp;szlig;en Pupillen und verschwindet im &lt;i&gt;flow&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir folgen ihm, dem Sog hin zum Geschehen, dort, wo die Musik spielt. (Ohne T&amp;uuml;rtaxieren, ohne Adabei-Abla&amp;szlig; das Tabernaculum des mainhattaneser Nightlife in Augenschein nehmen zu k&amp;ouml;nnen, mag ich mir nun wirklich nicht entgehen lassen.) Bunt ist&apos;s, formenreich, geometrisch &lt;i&gt;multi-layered&lt;/i&gt;. Die Aufleger k&amp;uuml;nden kanzelseits, thronen allgewaltig &amp;uuml;ber den Beschallungswilligen. &amp;Uuml;berreichlich nacktes M&amp;auml;dchenfleisch hockt pulkweise zusammen, uniformiert, harte, fast &amp;uuml;berdr&amp;uuml;ssige Mienen, ebenso lethargisch wie verborgen erwartungsvoll. Um sie herum unruhige Jungm&amp;auml;nner, unabl&amp;auml;ssig in Bewegung - die obsolete Vokabel &lt;i&gt;scharwenzeln&lt;/i&gt; kommt mir in den Sinn -, verbissen um Nonchalance bem&amp;uuml;ht. Aber die Grenzen bleiben eisern demarkiert &amp;#8211; suum cuique: Unnahbarm&amp;auml;dels und Poserbubis verteidigen ihre Territorien. Kaum eine Szene, die auf Genu&amp;szlig;, auf Vergn&amp;uuml;gen, auf Lust gar schlie&amp;szlig;en lie&amp;szlig;e. Und dabei ist die Verhei&amp;szlig;ung doch so kategorisch: Ekstase hat gef&amp;auml;lligst am Start zu sein - qua Musik, surrounding, sexyfunky partypeople anyway. It&apos;s your Heimspiel &amp;#8211; make it real! Jawoll, Ekstase! Kaum noch ein Duschgel, das auf jene Metapher verzichtet: &lt;i&gt;Tauch&amp;#8217; ein in Deine refreshing ecstatic Wi-Wa-Wohlf&amp;uuml;hlwelt, be different or make yourself insignificant, whatsoever.&lt;/i&gt; Aberhallo, und hier? Auf jedem Kaninchenz&amp;uuml;chtertanzindenmai gehts sicher sinnlicher zu. Vielleicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ekstase sei das &lt;i&gt;Aus-Sich-Herausstehende&lt;/i&gt;, &amp;#949;&amp;#954;-&amp;#963;&amp;#964;&amp;#940;&amp;#963;&amp;#953;&amp;#962;, das begrifflich nicht zu Verortende, das Fernnahe, das sich unversehens einstellt und &amp;uuml;ber die Macht verf&amp;uuml;gt, Zweifel und Gewi&amp;szlig;heit miteinander zu vers&amp;ouml;hnen; so lehrte mich Frau S., die gestrenge Philosophieprofessorin mit den pastellenen Twinsets. Und eben das kam mir unvermittelt in den Sinn, als ich um Punkt sieben die Augen aufschlug, die verhaltenen Atemz&amp;uuml;ge neben mir vernahm und nichts weiter w&amp;uuml;nschte, als zu sein, wo ich bin. Mit spitzen Fingern, als ob ich f&amp;uuml;rchtete, da&amp;szlig; der cartesianische Zweifel mit einem Mal als wahr sich decouvrierte, r&amp;uuml;hrte ich an den gl&amp;uuml;henden K&amp;ouml;rper, zeichnete ungl&amp;auml;ubig seine Kontur nach, vergewisserte mich seiner Wahrhaftigkeit und begriff. Genau das. Ein Zustand, in dem es nicht um das Was des Ereignisses geht, als vielmehr ums Ereignen selbst, um seine &amp;uuml;berw&amp;auml;ltigende Intensit&amp;auml;t: Es ereignet sich, steht im wahren Wortsinn der &amp;#941;&amp;#954;&amp;#963;&amp;#964;&amp;#945;&amp;#963;&amp;#953;&amp;#962; aus sich heraus &amp;#8211; kein &lt;i&gt;Etwas&lt;/i&gt;, sondern eine Kraft, die zieht, tr&amp;auml;gt, trifft. Die schiere Pr&amp;auml;senz avanciert zum nachgerade Numinosen: Die blo&amp;szlig;e Gegenwart, die ein Mystisches zelebriert, dessen Geheimnis sich wohl am ehesten in entwortetem Staunen aufgehoben findet. Ein Unsagbares, das &lt;i&gt;sich zeigt&lt;/i&gt;. (Ans gro&amp;szlig;e Wort, das &amp;uuml;ber allem strahlt, wag&apos; ich mich nicht.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Dieser Artikel ist bereits im &lt;a href=&quot;http://abraum.twoday.net/stories/2278568/&quot;&gt;Weblog&lt;/a&gt; des Autors erschienen.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:32:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1128/">
    <title>Leute machen Kleider</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0213/stories/1128/</link>
    <description>Man braucht nicht mehr viel, um heute Kleider zu machen. Man braucht so etwas wie eine Idee. Man braucht idealerweise ein bisschen Verst&amp;auml;ndnis f&amp;uuml;r Grafik. Im Wesentlichen aber braucht man einen Full-Service-Lieferanten und im Handumdrehen hat man seinen eigenen Online-Shop voller toller T-Shirts und anderer Kleider, die sich wie bl&amp;ouml;d verkaufen. So weit die Theorie. Nun zur Praxis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Z&amp;uuml;rich: &lt;/em&gt;Eine Werbekampagne h&amp;auml;mmert mir ein, ich sei Deutschland. Ich finde, ich bin ganz was anderes, und denke, viele andere sind auch nicht Deutschland. Ich bin Berlin, zum Beispiel. Oder ich bin Schweiz. Dazu k&amp;ouml;nnte ich was schreiben, finde ich, reserviere die URL &lt;a href=&quot;http://i.ch-b.in/&quot; title=&quot;i.chb.in&quot;&gt;i.ch-b.in&lt;/a&gt; und fange an zu Bloggen &amp;uuml;ber &lt;a href=&quot;http://i.ch-b.in/berlin&quot; title=&quot;i.ch-b.in &amp;raquo; berlin&quot;&gt;i.chb.in/berlin&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://i.ch-b.in/schweiz&quot; title=&quot;i.ch-b.in &amp;raquo; schweiz&quot;&gt;i.ch-b.in/schweiz&lt;/a&gt;. Und &lt;br /&gt;
nebenbei werde ich so stolz auf dieses St&amp;uuml;ck URL-Design, dass ich&amp;#8217;s gerne spazieren f&amp;uuml;hren w&amp;uuml;rde. Zum Beispiel als T-Shirt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Im Netz: &lt;/em&gt;Kurz mal &lt;a href=&quot;http://www.google.com/search?rls=de-de&amp;amp;q=t-shirt+druck&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;oe=UTF-8&quot; title=&quot;t-shirt druck -Google-Suche&quot;&gt;&amp;laquo;t-shirt druck&amp;raquo;&lt;/a&gt; gegoogelt, und ich stelle fest, dass ich l&amp;auml;ngst nicht mehr in den Copy-Shop um die Ecke muss, um zu einem eigenen T-Shirt zu kommen. Wahre Massen von Firmen geben Geld f&amp;uuml;r Adwords-Anzeigen aus, um mir ihre Dienste als Hersteller meiner T-Shirts anzubieten. Ein paar von denen gehen sogar noch weiter: Sie w&amp;uuml;rden mir sogar einen Shop einrichten, &lt;br /&gt;
in dem die ganze Welt meine Kreation bestellen kann. Ich bin begeistert: So schnell ist noch nie eine Idee zum Imperium geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Leipzig:&lt;/em&gt; Die Kandidaten, die mein Full-Service-Lieferant werden k&amp;ouml;nnen, fallen einer nach dem anderen unter den Tisch. Der &lt;a href=&quot;http://www.cafepress.com/&quot; title=&quot;CafePress.com : Create, Buy and Sell Unique Gifts, Custom T-Shirts and More&quot;&gt;eine&lt;/a&gt; scheint toll, liefert aber aus den USA. Wie lange soll ich auf die Shirts warten? Ein &lt;a href=&quot;http://shirtinator.de/&quot; title=&quot;T-Shirt druck ganz individuell mit dem 
online Creator -Shirtinator&quot;&gt;anderer&lt;/a&gt; liefert aus Deutschland nicht in die Schweiz. Ein &lt;a 
href=&quot;http://www.epresso.com/index.php?m=0,&amp;amp;lang=de&quot; title=&quot;epresso.com -Eigene T-Shirts, Mousepads und mehr kostenlos gestalten und verkaufen&quot;&gt;dritter&lt;/a&gt; kann nur Digitaldruck. Wie selten soll ich das Shirt waschen? &amp;Uuml;brig bleibt Marktf&amp;uuml;hrer &lt;a href=&quot;http://www.spreadshirt.net/&quot; title=&quot;spreadshirt: mein Shirt-Shop - eigene T-Shirts, Caps und Tassen bedrucken und verkaufen : Spreadshirt.net&quot;&gt;spreadshirt.net&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Z&amp;uuml;rich: &lt;/em&gt;Mein erstes T-Shirt braucht keine Schachtel, ein gro&amp;szlig;er Briefumschlag reicht, und so liegt es fast unscheinbar, zwischen Rechnungen und Werbung, in meinem Briefkasten. Voller Vorfreude packe ich es aus, und &amp;#8211; in all meinen Stolz mischen sich ein paar Bedenken: H&amp;auml;tte der Schriftzug nicht etwas tiefer sitzen sollen? H&amp;auml;tte die obere Zeile mit dem &lt;em&gt;i.ch-b.in/&lt;/em&gt; die untere Zeile mit &lt;em&gt;berlin&lt;/em&gt; nicht etwas st&amp;auml;rker &amp;uuml;berlappen sollen, beide etwas mehr auf der Mittelachse? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Im Netz: &lt;/em&gt;Die Druckvorlagen f&amp;uuml;r &lt;a href=&quot;http://i.ch-b.in/berlin&quot; title=&quot;i.ch-b.in &amp;raquo; berlin&quot;&gt;i.chb.in/berlin&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://i.ch-b.in/hamburg&quot; title=&quot;i.ch-b.in &amp;raquo; hamburg&quot;&gt;i.ch-b.in/hamburg&lt;/a&gt; und &lt;a 
href=&quot;http://i.ch-b.in/schweiz&quot;&gt;i.ch-b.in/schweiz&lt;/a&gt;, in kurzem Abstand nacheinander auf den Server hochgeladen, sehen irgendwie alle leicht anders aus, nachdem spreadshirt sie freigeschaltet hat. Manche werden mit lapidaren automatisierten Begr&amp;uuml;ndungen abgelehnt, wieder andere offensichtlich von irgendwem nachbearbeitet. Keine zwei sind mehr gleich. Im &lt;a href=&quot;http://forum.spreadshirt.net/&quot; title=&quot;Spreadshirt 
Forum&quot;&gt;Spreadshirt Forum&lt;/a&gt; stelle ich fest, dass sich andere Shoppartner sich mit diesem Umstand l&amp;auml;ngst abgefunden haben. Ich mich nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Leipzig: &lt;/em&gt;Ist dieses Unternehmen doch nicht ganz so virtuell? Wenn dort Menschen Spielraum haben zu entscheiden, wie sie meine Entw&amp;uuml;rfe ver&amp;auml;ndern, damit sie drucktechnisch passen, dann muss es doch auch einen Menschen geben, mit dem ich dar&amp;uuml;ber reden kann, was ich tun muss, damit das nicht n&amp;ouml;tig ist? Eine Grafikerin im Service nimmt sich Zeit und ist freundlich. In vielen Mails hin und her schaffen wir es, dass ich die Druckvorlagen so anliefern kann, dass alle gleich wirken. &lt;em&gt;(Ein paar Wochen lang. Ich habe nicht mehr gefragt, warum die neuesten Motive, nach dem gleichem Muster gestrickt, seit dem 8. Juni dann doch wieder anders aussehen.)&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Z&amp;uuml;rich: &lt;/em&gt;Auch wenn&amp;#8217;s die Vorlagen jetzt sind, die Shirts sind deshalb noch lange nicht gleich. Der Schriftzug ist gelegentlich richtig platziert, meist aber zu hoch. Eines Tages kommt ein Shirt, da ist nichts mehr zentriert, alles nach links gerutscht. Innerlich raste ich aus: Erst lange warten, und dann schief aufgebrachte Typo bekommen? Was, wenn nicht ich pers&amp;ouml;nlich diese Lieferung bekommen h&amp;auml;tte, sondern einer meiner Leser? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Leipzig: &lt;/em&gt;Nach au&amp;szlig;en bleibe ich ruhig, ich versuche einfach was passiert, wenn ich ganz gesch&amp;auml;ftsm&amp;auml;&amp;szlig;ig umtausche. Und mache wieder die Erfahrung: Alles ist nett. Alles braucht seine Zeit. Aber alles passiert tats&amp;auml;chlich, und es passiert ganz kulant. (Netter Versuch &amp;uuml;brigens, Leute, mir 4 Euro Rabatt anzubieten, damit ich die Ware, die ich tats&amp;auml;chlich umtauschen will, doch lieber behalte...) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Z&amp;uuml;rich: &lt;/em&gt;Wegen Fussball bin ich doch &lt;a href=&quot;http://i.ch-b.in/2006/05/15/wegen-wm-dochdeutschland/&quot; title=&quot;i.ch-b.in &amp;raquo; Blog Archiv &amp;raquo; Wegen WM doch Deutschland&quot;&gt;Deutschland&lt;/a&gt;. Und wie&amp;#8217;s zeitweilig aussieht, fast schon Weltmeister. Dumm nur, dass wegen der WM Spreadshirt so viel zu tun hat, dass sie mit Liefern gar nicht mehr nachkommen. Statt zwei Tagen f&amp;uuml;r die Fertigung brauchen sie jetzt sieben. Und zwar sieben Werktage, was manchmal neun Tage sind, manchmal elf, je nachdem, ob noch ein zweites Wochenende dazwischen f&amp;auml;llt. Plus Postweg. Wenn ich also ein Shirt entwerfe, auf dem steht &lt;a 
href=&quot;http://i.ch-b.in/weltmeister&quot; title=&quot;i.ch-b.in &amp;raquo; weltmeister&quot;&gt;i.ch-b.in/weltmeister&lt;/a&gt; -schaffe ich es dann noch rechtzeitig? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Luzern: &lt;/em&gt;Ein Zufallsfund im Kaufhaus coop-city. Rote T-Shirts gibt&amp;#8217;s in der Schweiz zur WM ja viele. Die meisten sind wie dieses hier vorne und hinten sch&amp;ouml;n siebbedruckt. Aber nicht bei allen ist der Hersteller der Rohware so leicht zu erkennen. Hier sagt das Etikett: BC-Europeanstyle Exact 190. Das ist genau Shirt, das spreadshirt unter dem Namen&lt;em&gt; Comfort T&lt;/em&gt; f&amp;uuml;hrt, und das ich dort einseitig beflocken lasse. Zu einem Einkaufspreis, den das hier im Verkauf kostet. Ja, bin ich eigentlich bl&amp;ouml;d? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Leipzig: &lt;/em&gt;Es ist Freitag, der Versand meiner Prototypen &lt;a 
href=&quot;http://www.spreadshirt.net/shop.php?sid=130812&amp;amp;p=13&amp;amp;op=articles&amp;amp;motive_id=1866795&quot; 
target=&quot;shop&quot; 
onclick=&quot;javascript:popup(&apos;shop&apos;,&apos;width=600,height=790,directories=no,toolbar=no,location=no,menubar=no, 
scrollbars=no,status=no,resizable=no,dependent=no&apos;)&quot;&gt;i.ch-b.in/weltmeister&lt;/a&gt; wird per Mail best&amp;auml;tigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwer packt die drei d&amp;uuml;nnen Shirts nicht in einen Umschlag, sondern dieses Mal in einen Karton, in dem locker zwanzig Taschenb&amp;uuml;cher Platz gehabt h&amp;auml;tten. Gross wie es ist, bleibt das Paket im Zoll h&amp;auml;ngen. Kann am Dienstag abgeholt werden. Dumm nur, dass &lt;a href=&quot;http://i.ch-b.in/schweiz&quot; title=&quot;i.ch-b.in &amp;raquo; 
schweiz&quot;&gt;i.ch-b.in/schweiz&lt;/a&gt;, das Team zum rot-wei&amp;szlig;en Weltmeister, am Montag im Achtel nach drei verschossenen Elfern ausgeschieden ist. Es bleiben noch ein paar Tage, das wei&amp;szlig;-schwarze Shirt in aller Hoffnung zu tragen. Nur f&amp;uuml;r &lt;a href=&quot;http://i.ch-b.in/author/daniele&quot; title=&quot;i.ch-b.in &amp;raquo; Daniele Pucci&quot;&gt;Daniele&lt;/a&gt; ist das alles sehr, sehr rechtzeitig: Der hat jetzt vier Jahre Zeit, das blau-wei&amp;szlig;e zu tragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Z&amp;uuml;rich:&lt;/em&gt; Wenn ich weiterhin schnell reagieren will, darf ich meine Prototypen nicht mehr virtuell machen lassen - sie m&amp;uuml;ssen hier entstehen. Vielleicht doch wie fr&amp;uuml;her im Copy-Shop um die Ecke, w&amp;auml;hrend ich an der Theke warte. Dann kann ich mein eines selbstgemachtes T-Shirt gleich anziehen. Wenn ich allen, die zu i.ch-b.in Artikel beisteuern, weiterhin ein Shirt schenken will, dann sollte ich mir vielleicht lieber bei ebay einen gebrauchten Schneidplotter und eine B&amp;uuml;gelpresse kaufen und ein paar Shirts und gen&amp;uuml;gend &lt;br /&gt;
Flockfolie einlagern. Oder gleich 50 St&amp;uuml;ck sch&amp;ouml;n und g&amp;uuml;nstig Siebdrucken lassen und mir in aller Ruhe auf Lager legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Berlin: &lt;/em&gt;Bei meinen n&amp;auml;chsten Besuch in Berlin werde ich mir den Laden von spreadshirt angucken, der neu aufgegangen ist und &lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/andreasm/sets/72157594166431118/&quot; 
title=&quot;derby store berlin -a photoset on Flickr&quot;&gt;derby&lt;/a&gt; hei&amp;szlig;t. Ich freue mich darauf, dass echte Leute Kleider ausstellen, die von Leuten echt physisch angefasst werden k&amp;ouml;nnen. Vielleicht macht mich das ja gl&amp;uuml;cklicher als virtuelle Shirts. Aber das ist eine andere Geschichte... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Leipzig: &lt;/em&gt;spreadshirt als Unternehmen scheint durchaus gl&amp;uuml;cklich zu werden. Im Jahr 2002 ohne Kapital gegr&amp;uuml;ndet besch&amp;auml;ftigt der Laden heute &lt;a 
href=&quot;http://www.saxxess.com/news/archiv/2006/sachsen/7446.jsp&quot; title=&quot;saxxess.com -Spreadshirt expandiert&quot;&gt;200 Mitarbeiter&lt;/a&gt;, nennt sich selber immer noch gerne Studentenbude und ver&amp;ouml;ffentlicht den Jahresumsatz nicht, den er aus den Designs, der Kreativit&amp;auml;t und der Vermarktungspower seiner 120.000 Shoppartner erzeugt. Leuten wie mir. Leuten wie dir? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Im Netz:&lt;/em&gt; Offensichtlich braucht es auch heute noch immer viel, um gute Kleider zu machen. Leute n&amp;auml;mlich. Und ihren geballten Sachverstand, jeder f&amp;uuml;r seine Spezialit&amp;auml;t. Drum meine Frage: Was sind deine Erfahrungen im T-Shirt-Business? Hast du mit deinen Projekten andere Full-Service-Dienstleister ausprobiert? Viel bessere Erfahrungen mit spreadshirt gemacht als ich? Hast du anderswo spannende Lekt&amp;uuml;re zum Thema entdeckt? Dann diskutier mit mir, &lt;a href=&quot;http://i.ch-b.in/2006/07/12/leute-machenkleider/#comments&quot;&gt;gleich hier&lt;/a&gt;. 
</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-12T09:33:00Z</dc:date>
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