
Sommer, Sonne, Sauerkraut
von Richard Gleim
In den Ohren steckten Stöpsel, von denen aus dünne Kabel zu einem iPod führten, den er in einer seiner kleinen, zierlichen, faltigen Hände hielt.
Dieses Männchen schaukelte ein wenig zur Musik und das Mienenspiel in seinem knittrigen, beweglichen Gesicht, welches häufig in dieses geheimnisvolle wissende, asiatische Grinsen überging, verriet innere Freude. So musste ich als Europäer es interpretieren.
Ein fast glatzköpfiger Mann offensichtlich arabischer Herkunft setzte sich neben ihn und begann, auf ihn einzureden. Der Chinese grinste. Er grinste und grinste und wackelte manchmal wie vor Freude mit dem Kopf und ließ seine Hände Kapriolen schlagen.
Erst als er nach einer ganzen Weile die Stöpsel aus seinen Ohren nahm, stellte ich fest, dass er gar nicht verstanden haben konnte, was sein Nachbar ihm erzählte. Da der eine Chinese ist der andere arabischer Herkunft und sie sich in ihren jeweiligen Heimatsprachen nicht verständigen konnten, sprachen sie Deutsch. D.h. nur der Araber redete. Der Chinese nickte mit dem Kopf und grinste bestätigend und ein wenig belustigt.
Nach etwa einer viertel Stunde, in der der sprechende Mann pausenlos erzählt hatte, was er wie als Essen zubereitete und wo er dieses und jenes jeweils kaufte, stand dieser auf und meinte jetzt etwas gehetzt wirkend. "Jetzt muss ich aber" und ging eilends von dannen.
Der Chinese wand sich hell lachend mir, der ich auf der Nachbarbank saß, zu und wiederholte mit hoher, feiner Stimme in exzellentem Deutsch: "Jetzt muss ich aber. Jetzt muss ich aber." Und nach einer kleinen Kunstpause: "Sauerkraut kaufen" gestikulierte aufgeregt mit den Armen, steckte die Stöpsel wieder in seine Ohren, schaukelte ein wenig und grinste geheimnisvoll wissend.
Dieses Männchen schaukelte ein wenig zur Musik und das Mienenspiel in seinem knittrigen, beweglichen Gesicht, welches häufig in dieses geheimnisvolle wissende, asiatische Grinsen überging, verriet innere Freude. So musste ich als Europäer es interpretieren.
Ein fast glatzköpfiger Mann offensichtlich arabischer Herkunft setzte sich neben ihn und begann, auf ihn einzureden. Der Chinese grinste. Er grinste und grinste und wackelte manchmal wie vor Freude mit dem Kopf und ließ seine Hände Kapriolen schlagen.
Erst als er nach einer ganzen Weile die Stöpsel aus seinen Ohren nahm, stellte ich fest, dass er gar nicht verstanden haben konnte, was sein Nachbar ihm erzählte. Da der eine Chinese ist der andere arabischer Herkunft und sie sich in ihren jeweiligen Heimatsprachen nicht verständigen konnten, sprachen sie Deutsch. D.h. nur der Araber redete. Der Chinese nickte mit dem Kopf und grinste bestätigend und ein wenig belustigt.
Nach etwa einer viertel Stunde, in der der sprechende Mann pausenlos erzählt hatte, was er wie als Essen zubereitete und wo er dieses und jenes jeweils kaufte, stand dieser auf und meinte jetzt etwas gehetzt wirkend. "Jetzt muss ich aber" und ging eilends von dannen.
Der Chinese wand sich hell lachend mir, der ich auf der Nachbarbank saß, zu und wiederholte mit hoher, feiner Stimme in exzellentem Deutsch: "Jetzt muss ich aber. Jetzt muss ich aber." Und nach einer kleinen Kunstpause: "Sauerkraut kaufen" gestikulierte aufgeregt mit den Armen, steckte die Stöpsel wieder in seine Ohren, schaukelte ein wenig und grinste geheimnisvoll wissend.
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