Das Spiel

von lieblingsbank
Ich gehe im Park spazieren und setzte mich auf eine Bank. Da sitzt sie plötzlich neben mir. Wir verstehen uns gut. Sehr gut sogar. Plötzlich bemerken wir, dass wir auf einem Karussell sitzen. Erstaunt, wer es wohl eingeschaltet hat, genießen wir die Fahrt. Es macht sehr viel Spaß. Es ist wie fliegen. Das Karussell wird schneller. Es macht noch mehr Spaß. Es drückt uns richtig eng zusammen. Das Karussell wird noch schneller. Jetzt wird’s etwas zu eng. Es wird noch schneller. Uns wird’s zu eng. Es grenzt an Schmerz. Noch schneller, es ist nicht mehr zum Aushalten. Schmerz ... es ist zu schnell. Wir werden beide herausgeschleudert. Ich lande wieder auf dem Weg im Park. Sie landet wieder auf einer Bank und es sitzt wieder ein Fremder neben ihr. Sie fährt wieder Karussell. Ich finde die Bank nicht mehr ...




Dieser Artikel ist bereits im Weblog des Autors erschienen.
Eine Erfahrung an der Grenzlinie ist wie Karussellfahren: Schnell, schneller... bis wir aus dem Karussell geschleudert werden und wieder im Alltag landen.
Für mich ist es eine besondere Bank. Verbringe auf ihr täglich schon so manche Zeit, gute Zeit. Ich erzähl ihr viele Dinge. Bestimmt weiß sie auch was von dir! Es ist ein sehr schöner Ort, dort wo sie steht. Sie weiß viel von mir. Muss sie mal loben für das lange Zuhören. Vielleicht ist es gut so, dass sie nicht reden kann. Schlecht für mich, kann mich nicht mit ihr unterhalten. Aber dazu hab ich ja dich! Sie ist eben "nur" eine Bank, aber eine ganz besondere!
mindestens haltbar 07/2006
Jahrgang 02
Ausgabe 12
ISSN 1816-8159
Autor: lieblingsbank
Titel: Das Spiel
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