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    <title>Mindestens haltbar: 0211 (Magazin für Meinungen)</title>
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    <description>Magazin für Meinungen</description>
    <dc:publisher>Christine Schranz</dc:publisher>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:date>2006-08-27T21:59:07Z</dc:date>
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    <title>Mindestens haltbar: 0211</title>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1026/">
    <title>Mundus vult decipi</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1026/</link>
    <description>Drau&amp;szlig;en &amp;#8211; unten &amp;#8211; Drumherum &amp;#8211; taumelt die Welt in ihrem Tran durch das Sonnensystem, gr&amp;ouml;lend wie ein Fu&amp;szlig;ballstadion und taub f&amp;uuml;r meine Bem&amp;uuml;hungen, den stetigen Wandel positiv zu beeinflussen. Denn, so sagte man mir, nur der Wandel sei best&amp;auml;ndig, und alles m&amp;uuml;sse besser werden. Derzeit kommt es mir allerdings vor, als w&amp;auml;re nur das Gef&amp;uuml;hl der Ohnmacht best&amp;auml;ndig. Und die Angst. Und alles geht den Bach runter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Reihe nach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fr&amp;uuml;her, Dreik&amp;auml;sehoch-im-Wunderland-Fr&amp;uuml;her, da dachte ich noch, wir leben in einem sch&amp;ouml;nen Land, K&amp;uuml;he weiden friedlich in eine Richtung, Demokratie macht alle gleich, und die Regierungsgesch&amp;auml;fte w&amp;uuml;rden von alten, aber schlauen Menschen mit Bart gef&amp;uuml;hrt, die gleichsam wie der Weihnachtsmann einen Weg einschlagen, der uns alle zu Gl&amp;uuml;ck und Wohlstand f&amp;uuml;hrt. Wenn ein neues, besseres Gesetz gemacht werden sollte, dann w&amp;uuml;rden sich ein paar Rechtsgelehrte und ein paar echt coole Fachleute hinsetzen und Regeln entwerfen, die letztlich allen n&amp;uuml;tzen. Und ich glaubte, was in den Nachrichten kam. Was da nicht berichtet wurde, war nicht passiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie l&amp;auml;uft es wirklich? Ich sa&amp;szlig; vor kurzem in einer gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Gespr&amp;auml;chsrunde von Unternehmens- und Ministeriumsvertretern zur Reform und zur Er&amp;ouml;rterung bestimmter Regelungen eines Gesetzes. Rauch stand breit und schwer &amp;uuml;ber den K&amp;ouml;pfen. Pl&amp;ouml;tzlich fuhr der Chefjurist eines gro&amp;szlig;en Unternehmens den Referenten des zust&amp;auml;ndigen Ministeriums lautstark vor aller Augen und Ohren an, warum denn eine bestimmte Klausel noch im Gesetzentwurf stand, obwohl er doch ausdr&amp;uuml;cklich darum gebeten habe, diese zu entfernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rauch war verweht, und meine Ohren zerbr&amp;ouml;selten wie Glas, denn Referenten des Ministeriums waren f&amp;uuml;r mich bis dahin Respektspersonen, die man nicht &amp;ouml;ffentlich blo&amp;szlig;stellt. Au&amp;szlig;erdem war die Klausel absolut ausgewogen und vorteilhaft, und h&amp;auml;tte dem Endkunden, dem B&amp;uuml;rger, wie es das europ&amp;auml;ische Recht vorschreibt, mehr Wettbewerb, effizientere Strukturen und niedrigere Preise beschert &amp;#8211; worauf er nicht nur durch europ&amp;auml;ische Richtlinien, sondern im &amp;uuml;brigen auch objektiv ein Recht hat, da die fr&amp;uuml;her aufgebauten Strukturen, mit denen diese Unternehmen jetzt Geld verdienen, mit seinen Steuergeldern bezahlt worden waren. Ein gutes Gesetzesteil also, mittel- und langfristig auch f&amp;uuml;r den Standort Deutschland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen, keine zwei Wochen sp&amp;auml;ter, stelle ich fest, dass die Vorschrift aus dem Gesetzentwurf, der in den Bundestag zur Abstimmung geht, verschwunden ist. Mitsamt einiger Verbraucherschutzregelungen, die die Unternehmen ebenfalls Geld gekostet und den Vertrieb behindert h&amp;auml;tten. Ohne weitere Argumente. Purer Druck aus der Wirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige gro&amp;szlig;e Konzerne nehmen sogar Einfluss auf die Gestaltung von Koalitionsvertr&amp;auml;gen, bringen teilweise in letzter Sekunde die von ihnen gew&amp;uuml;nschten Formulierungen unter. Wenn man den aktuellen einmal unter Ber&amp;uuml;cksichtigung dieses Wissens durchliest, z. B. in den Kapiteln Energie, Verteidigung oder Telekommunikation, ahnt man dunkel, wo die Reise mit manchen Formulierungen hin gehen k&amp;ouml;nnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Gesetze auf diese Weise entstehen, wundert es wohl keinen, wenn in manchem Erdbeerjoghurt keine Erdbeere drin ist, sondern aromatisierte, gef&amp;auml;rbte Pflanzenreste. Oder dass Energie nicht billiger wird. Oder warum ganz Deutschland sich auf Tabletten verl&amp;auml;sst. Demokratie also.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So in der Wahrnehmung f&amp;uuml;r Zusammenh&amp;auml;nge gesch&amp;auml;rft, erscheint die Tagesschau heute in anderem Licht. Wenn der Pr&amp;auml;sident der Vereinigten Staaten von Freiheit spricht, bekomme ich Angst, dass der industriell-milit&amp;auml;rische Komplex dahinter stecken k&amp;ouml;nnte. Denn zu viele Arbeitspl&amp;auml;tze k&amp;ouml;nnten m&amp;ouml;glicherweise an der Waffenindustrie h&amp;auml;ngen. Gleiches gilt f&amp;uuml;r einen Hollywoodfilm, in dem aufrechte Soldaten oder Maschinengewehre Probleme l&amp;ouml;sen. Ich frage mich dann, wer hat diese Imagewerbung finanziert? Wenn nun Winterreifen Pflicht werden sollen, und die Tagesschau dazu Bilder von abrutschenden Lastern zeigt, dann denke ich, ein gelungener Coup von Reifenfirmen und Versicherern. Wenn die Nachrichten einen Bericht &amp;uuml;ber das Leid in Afrika bringen, denke ich, f&amp;uuml;r welche sozialen K&amp;uuml;rzungen sollen wir nun wieder friedlicher gestimmt werden? Wenn ein rechtsradikaler &amp;Uuml;bergriff als Toppthema kommt, obwohl es jeden Tag seit Jahrzehnten schlimme Dutzende dieser Taten gibt, dann ist schon klar, wer vor die Kameras dr&amp;auml;ngt, und wer da welches S&amp;uuml;ppchen kochen will. Wenn sich einer hinstellt und schreit, die Preise seien zu hoch, und er appelliere an die Konzerne, dann denke ich, was f&amp;uuml;r ein Heuchler. Wenn allgemein von Reformen geredet wird, wei&amp;szlig; sowieso schon jeder, es geht an die eigene Geldb&amp;ouml;rse. Die gleichen Mechanismen vermute ich &amp;uuml;berall, bei der Zwangssteuer GEZ, bei Genmais wie bei Robbie Williams oder Mutter Theresa. Hat der Vatikan Kondomfabriken? Wer hat Interesse daran, dass ich mich f&amp;uuml;r Hitler schuldig f&amp;uuml;hlen soll? Ich k&amp;ouml;nnte endlos mit Beispielen weitermachen, egal aus welchem Bereich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konzerne haben Interessen. Menschen haben Interessen. Die aus all diesem erwachsende Folgerung w&amp;auml;re, dass eben nicht der Wandel Bestand hat, sondern nur ein Prinzip, dem sich alles, jede Moral und jeder Kodex, unterzuordnen hat: Gier. Die Erkenntnis, dass letztlich jede &amp;ouml;ffentliche &amp;Auml;u&amp;szlig;erung sich auf das dahinter stehende Interesse, Geld, reduzieren l&amp;auml;sst, kann desillusionierend und entmutigend sein. Sie kann einen bis ins Kleinste verfolgen. Das Wissen darum kann zu Ohnmachtgef&amp;uuml;hlen f&amp;uuml;hren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, die sich mir zwangsl&amp;auml;ufig angesichts ganzt&amp;auml;giger Verarschung durch die Informationsflut stellt, ist, wie kann ich das alles an mir abprallen lassen, mir meine St&amp;auml;rke bewahren, und trotzdem Spa&amp;szlig; am Leben haben, wenn sich letztlich nichts Echtes, nichts Wahres, sondern nur echt hohle H&amp;uuml;lsen finden lassen? Muss ich meinen Fernseher aus dem Fenster schmei&amp;szlig;en und meinen Job k&amp;uuml;ndigen? Muss ich Zyniker werden und alles l&amp;auml;cherlich finden? Soll ich die geistig Armen besuchen, da nur sie wissen, wie man Seligkeit schreibt? Muss ich mich den ganzen Tag wehren, weil ich es nicht schaffe, zu verdr&amp;auml;ngen oder zu ignorieren? Don Quijote gr&amp;uuml;&amp;szlig;t schon h&amp;ouml;flich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Drang zum Geld, der Wille zur Macht, erw&amp;auml;chst zumeist letztlich aus Angst. Angst treibt zum Handeln an. Und unsere, meine Angst wird mit verunsichernden Informationen st&amp;auml;ndig und &amp;uuml;berall gesch&amp;uuml;rt. Angst aus anderer Perspektive ist aber auch sehr menschlich, und zeigt Schw&amp;auml;che. Menschliche Schw&amp;auml;che wiederum ist liebenswert. Vielleicht ist also die L&amp;ouml;sung, das alles als menschlich und liebenswert zu betrachten, was ich so absto&amp;szlig;end finde. Einen freundlichen Blick drauf zu werfen. Oder es zumindest so sein zu lassen, wie es ist, ohne der Deutschen Krankheit, dem Jammern, zu verfallen. Ich m&amp;ouml;chte das f&amp;uuml;r mich Echte und Wahre herausfiltern, Selbstbewusstsein ausbauen und Verantwortung &amp;uuml;bernehmen, damit ich etwas Verl&amp;auml;ssliches habe, und nicht &amp;#8211; auch ein Deutscher Trend &amp;#8211; Verantwortung auf die anderen, die Politiker, die Wirtschaft, die Gesellschaft schieben. Ich m&amp;ouml;chte das M&amp;ouml;gliche erreichen und so Zufriedenheit entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht f&amp;uuml;hren ja Angst und Gier vieler Menschen dazu, dass sie besonderes leisten und es allen dadurch letztlich besser geht. Vielleicht geht das System also gar nicht den Bach runter, sondern lief schon immer so, best&amp;auml;ndig. Es lief m&amp;ouml;glicherweise sogar nie besser.
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    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:43:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1032/">
    <title>Editorial</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1032/</link>
    <description>Jeder von uns hat andere Bed&amp;uuml;rfnisse, um sein Leben seinen Vorstellungen nach zu leben. So mancher sehnt sich nach einer geradlinigen Lebenslinie, andere fahren lieber ein paar un&amp;uuml;berschaubare Kurven mehr aus. &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1023&quot;&gt;Beziehungen &lt;/a&gt;und Jobs sind ein gute Beispiele f&amp;uuml;r die Sehnsucht nach Best&amp;auml;ndigkeit bzw. Unbest&amp;auml;ndigkeit. Wobei meiner Meinung nach Best&amp;auml;ndigkeit nicht den Wunsch nach Ver&amp;auml;nderungen ausschlie&amp;szlig;t und Unbest&amp;auml;ndigkeit nicht unbedingt &amp;#8222;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1028/ &quot;&gt;in permanentem Wechsel&lt;/a&gt;&amp;#8220;  &lt;br /&gt;
bedeuten muss. Ob best&amp;auml;ndig gut ist oder &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1026/&quot;&gt;nicht&lt;/a&gt;, muss jeder f&amp;uuml;r sich entscheiden.
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    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1029/">
    <title>The never ending Tour</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1029/</link>
    <description>18 sein. Nachts vor irgendwelchen Clubs sitzen, eine Bierflasche in der Hand, rauchen und auf jemanden warten, der vielleicht gar nicht kommt. Irgendeiner Band zuh&amp;ouml;ren, die vielleicht mal ber&amp;uuml;hmt wird, und vielleicht auch nicht, und an der Decke des Clubs hing der Schwei&amp;szlig; der ganzen Nacht in dicken Tropfen. Man wusste, dass man sich geekelt h&amp;auml;tte, wenn man nicht l&amp;auml;ngst im Innern einer gro&amp;szlig;en Seifenblase gesessen h&amp;auml;tte, die pinkfarben, bunt schillernd und irisierend einige Zentimeter &amp;uuml;ber dem Boden schwebte, und man selbst schwerelos mittendrin. Langsam wurde die Sonne heller als die Bogenlampen l&amp;auml;ngs der Stra&amp;szlig;e, und man ging mit irgendwem zu irgendwem anders, weiterfeiern, und dann war es Nachmittag oder wurde schon wieder dunkel. Dann ging man nach Haus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Da bist du ja wieder&amp;#8220;, begr&amp;uuml;&amp;szlig;te mich mein Vater und schmierte mir dicke Scheiben Rosinenbrot mit Butter. Dann sch&amp;auml;lte er mir &amp;Auml;pfel, es gab Buttermilch, und mit angezogenen F&amp;uuml;&amp;szlig;en sa&amp;szlig; ich ihm gegen&amp;uuml;ber und lie&amp;szlig; ein paar Satzbrocken fallen. Die letzte Nacht. Der Club. Wer mit wem gekommen und gegangen war, und was war oder h&amp;auml;tte sein k&amp;ouml;nnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Fr&amp;uuml;her war da auch ein Club&amp;#8220;, erz&amp;auml;hlte mein Vater, und ganz in der N&amp;auml;he, um die Ecke sozusagen, h&amp;auml;tte sein kleiner Bruder ein Zimmer bei einer Witwe gehabt. Ab und zu besuchte er den Bruder, dann durfte er auf dem Sofa der Witwe schlafen. Auf dem Fensterbrett sa&amp;szlig; eine ausgestopfte Katze und sah ihn an. Abends waren beide ab und zu in dem Club, in dessen R&amp;auml;umen sp&amp;auml;ter mein Lieblingsclub aufmachen sollte, und ganz in der N&amp;auml;he hatte mein Vater im Schlepptau seines Freundes H. das erste Mal Bob Dylan geh&amp;ouml;rt, der in einem anderen Club spielte, den es auch nicht mehr gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahnsinnig jung war Bob Dylan damals, irrsinnig d&amp;uuml;nn, und Locken hatte er, die ganze Stadt damit einzuwickeln. Als er in die Mundharmonika blies, wurde die Freundin meines Vaters fast taub, aber mein Vater war hingerissen, denn Freiheit und Rebellion, und lauter sch&amp;ouml;ne, wilde Tr&amp;auml;ume standen auf der B&amp;uuml;hne und sangen von Zeiten, die sich &amp;auml;ndern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab und zu wurde Bob Dylan ein bisschen sonderbar, dann verstand mein Vater Bob Dylan nicht, aber seine Alben kaufte er trotzdem. Auch die n&amp;auml;chste Freundin meines Vaters mochte Bob Dylan nicht, und meine Mutter mochte ihn auch nicht, die mein Vater schlie&amp;szlig;lich heiraten sollte, und so ging er weiter mit seinem Freund H. zu Bob Dylan oder mit seinem kleinen Bruder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sei damals &amp;uuml;berhaupt alles anders gewesen, versuchte mir mein Vater zu erkl&amp;auml;ren und schnitt mir eine Apfelkrone. Alle seine Freunde seien f&amp;uuml;r oder gegen irgendwas gewesen und h&amp;auml;tten nicht einfach nur so gefeiert wie wir. Sein Bruder zum Beispiel wurde Maoist, und sein Freund H. wollte so eine Art Anarchismus einf&amp;uuml;hren. Als aber sein Bruder dann doch bei den GR&amp;Uuml;NEN eintrat und Volvo fuhr, und sein Freund H. irgendwie Staatsanwalt wurde, ging mein Vater immer noch zu Bob Dylan, und als er schon Vater war, nahm er mich einmal testweise mit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alt und grau ist Bob Dylan inzwischen geworden und so eine Art Orakel dazu. Auch mein Vater ist ein bi&amp;szlig;chen grau, und hat sich alle Alben von Bob Dylan ein zweites Mal gekauft, auf CD n&amp;auml;mlich, und h&amp;ouml;rt die alten Langspielplatten nur noch sehr selten. In dem Club, in dem mein Vater das erste Mal Bob Dylan live hat spielen h&amp;ouml;ren, ist heute aber ein Fitnesstudio, und auch der Club, in dem ich damals st&amp;auml;ndig war, vor zehn Jahren, ist l&amp;auml;ngst verschwunden, und wenn ich heimkomme, schmiert nicht mehr mein Vater Brote und sch&amp;auml;lt mir Obst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber morgen nacht werde ich wieder ausgehen, mit einer Bierflasche in der Hand werde ich vor einem Club sitzen, und irgendeine Band spielt, die vielleicht einmal ber&amp;uuml;hmt wird oder auch nicht. Wenn es hell wird, werde ich nach Hause gehen, und wenn Bob Dylan das n&amp;auml;chste Mal in Deutschland spielt, dann kauft mein Vater eine Karte und geht hin.</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:43:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1022/">
    <title>Mussja</title> 
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    <description>Jedes Kind wei&amp;szlig;, dass es nur eine begrenzte Anzahl unterschiedlicher Gespr&amp;auml;che auf der Welt gibt. Das erkl&amp;auml;rt, wieso etliche mehrfach, manche sogar t&amp;auml;glich gef&amp;uuml;hrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich Herrn Salonikis Schnellimbiss betrete, sagt er immer: &quot;Na, wie geht&apos;s?&quot;&lt;br /&gt;
Woraufhin ich: &quot;Mussja. Und selbst?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt einer Antwort st&amp;ouml;hnt er, der Herr Saloniki, der eigentlich gar nicht Saloniki hei&amp;szlig;t, der Imbiss hei&amp;szlig;t so, aber weil ich mir seinen vokalstrotzenden Namen einfach nicht merken kann -- jedenfalls, wie er so st&amp;ouml;hnt, der Herr Saloniki, wird mir bewusst: Dieser Mann hat&apos;s wirklich schwer. Wenn er fertig ist mit St&amp;ouml;hnen, winkt er ab, alles sinnlos, aber meine Bestellung nimmt er entgegen, man kennt sich, da tut man einander schon einmal einen Gefallen, auch wenn&apos;s gerade nicht so gut f&amp;uuml;r einen l&amp;auml;uft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn er also mit dem St&amp;ouml;hnen fertig ist, meine Beine sind vom langen Stehen schon ganz schwer, fragt er endlich: &quot;Gyrosteller, wie immer?&quot; Ich esse nie Gyros. Stattdessen verst&amp;auml;ndigen wir uns darauf, dass ich ein Thunfischbaguette nehme. Ich nehme immer Thunfischbaguette.&lt;br /&gt;
Danach dauert es noch etwa sieben Minuten, bis das Baguette fertiggestellt ist, ich beobachte Herrn Saloniki beim Verdrie&amp;szlig;lichsein und verlasse das Lokal schlie&amp;szlig;lich in der Sicherheit, dass die Weltordnung auch an diesem Tag Bestand haben wird. Irgendwann werde ich herausfinden, ob Herr Saloniki wei&amp;szlig;, dass seine Baguettes nicht besonders lecker sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass ich einmal in der Woche bei meinen Eltern anrufe, ist auch so eins von den Dingen, die nicht ohne Gef&amp;auml;hrdung der Weltsicherheit ge&amp;auml;ndert werden k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meistens geht der gestrenge Herr Papa ran. Er bellt den Namen in den H&amp;ouml;rer, das tut er immer, das ist v&amp;ouml;llig unabh&amp;auml;ngig davon, wie er gerade gelaunt ist. Jahrelang habe ich versucht herauszufinden, woran ich seine Stimmung ablesen kann. Stimmlage. Lautst&amp;auml;rke des Gebells. Anzahl der verschluckten Konsonanten. Vollkommen zwecklos. Er bellt also seinen Namen in den H&amp;ouml;rer. Darauf ich: &quot;Hallo, ich bin&apos;s.&quot; Sich so zu melden ist nat&amp;uuml;rlich total bescheuert, das muss ich machen, wegen der Weltordnung. Er wird mich schon erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Schatz, kennen wir jemanden, der Ich hei&amp;szlig;t?&quot;, tr&amp;ouml;tet er dann.&lt;br /&gt;
Und w&amp;auml;hrend es mir noch warm das Tochterherz durchflutet, offenbar ist alles in bester Ordnung, beeilt sich die gestrenge Frau Mama, ans Telefon zu kommen. Sie &amp;uuml;bernimmt traditionell den Rest des Gespr&amp;auml;chs.&lt;br /&gt;
&quot;Na, wie geht&apos;s?&quot;, frage ich sie.&lt;br /&gt;
&quot;Mussja. Und selbst?&quot;
</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Instant Illusion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:42:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1025/">
    <title>The times they are a-changin&apos;</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1025/</link>
    <description>Seit einer Woche gr&amp;uuml;bele ich &amp;uuml;ber dem Wort &amp;#8222;best&amp;auml;ndig&amp;#8220;, rolle es in meinem Kopf hin- und her und lande immer nur wieder bei: Das einzig Best&amp;auml;ndige ist die Unbest&amp;auml;ndigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte fr&amp;uuml;her Designerin werden, dann Bundeskanzlerin, dann Lehrerin, dann irgendwie gar nichts (no future), dann Ehefrau und Mutter, dann gl&amp;uuml;cklicher Single (das muss doch gehen), und heute bin ich soweit zu sagen: Ich guck einfach mal, was kommt. Einzige Best&amp;auml;ndigkeit: Alles &amp;auml;ndert sich. Na super. Bringt mich auch nicht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso unbest&amp;auml;ndig: die Sicht auf die Best&amp;auml;ndigkeit anderer. Fr&amp;uuml;her fand ich die Vorstellung grauenhaft, mit 18 schon zu wissen, was man in zehn Jahren so machen wird. Die Planungen meiner Mitsch&amp;uuml;ler zu Abiturzeiten, an die ich mich lebhaft erinnere: &amp;#8222;Ich werde Bankkauffrau, mit sp&amp;auml;testens 25 hab ich zwei Kinder, und mit 30 muss das Haus fertig sein.&amp;#8220; Fand ich f&amp;uuml;rchterlich. Aber auf einmal, als ich selbst suchend durch die Zwanziger wuselte, habe ich mich manchmal nach dieser Gewissheit gesehnt, so mit sich und seinen Pl&amp;auml;nen im Reinen zu sein. Der Wunsch nach Best&amp;auml;ndigkeit war immer dann da, wenn mein Konto leer war und sofort wieder verschwunden, wenn ich meine Karriereplanung mal wieder innerhalb von f&amp;uuml;nf Minuten neu definiert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bin ich die einzige, die so unbest&amp;auml;ndig ist? In ihren Wahrnehmungen, Vorstellungen, Pl&amp;auml;nen? Ich glaube nicht. Ich glaube, jeder Mensch ist unbest&amp;auml;ndig, und jedes Beharren auf einem festgelegten Status Quo eine ganz dumme Idee. Oder nicht? Wo w&amp;auml;ren wir heute, wenn wir uns vor ewig langer Zeit schon f&amp;uuml;r eine Richtung entschieden h&amp;auml;tten, in die die Menschheit wandern soll?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir h&amp;auml;tten uns zum Beispiel vor 2.000 Jahren schon auf ein paar nette Grundformen des Zusammenlebens einigen k&amp;ouml;nnen. Die zehn Gebote waren ein guter Anfang. Allein sich an das Gebot &amp;#8222;Du sollst nicht t&amp;ouml;ten&amp;#8220; zu halten, w&amp;auml;re eine prima Sache gewesen. Andere Ideen waren auch nicht so &amp;uuml;bel: Demokratie, Menschenrechte, Gleichberechtigung ... die Menschheit hat viele sch&amp;ouml;ne Ans&amp;auml;tze gehabt, und wenn wir in der Lage gewesen w&amp;auml;ren, best&amp;auml;ndig auf dem Guten aufzubauen, h&amp;auml;tten wir heute vielleicht weniger Stress. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits: Sind diese Ideen nicht erst dadurch entstanden, dass es einen Wunsch nach Ver&amp;auml;nderung gab? Sollten die zehn Gebote nicht willk&amp;uuml;rliches Verhalten in sinnvolle Bahnen lenken? Sollte die Demokratie nicht weniger freie Staatsformen abl&amp;ouml;sen? Sollte die Gleichberechtigung nicht die Besserstellung von bisher benachteiligten Gruppen bewirken?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist das Festhalten an Althergebrachtem vielleicht das D&amp;uuml;mmste, was wir tun k&amp;ouml;nnen? Vielleicht h&amp;auml;tten wir heute noch Sonneng&amp;ouml;tter und die Inquisition und &amp;#8222;Zahn&amp;auml;rzte&amp;#8220;, die auf Jahrm&amp;auml;rkten ohne Bet&amp;auml;ubung Backenz&amp;auml;hne ziehen, und die Sklaverei und die feste &amp;Uuml;berzeugung, die Erde sei eine Scheibe. Ist vielleicht die Unf&amp;auml;higkeit zur, nein, die bewusste Entscheidung gegen die Best&amp;auml;ndigkeit das, was uns Menschen voranbringt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich meine gesunde Halbbildung und die quergelesenen Biografien in meinem B&amp;uuml;cherregal heranziehe, glaube ich immer mehr daran, dass der Wunsch nach Ver&amp;auml;nderung eine viel gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Triebfeder f&amp;uuml;r die menschliche Weiterentwicklung ist als der Wunsch, an etwas festzuhalten. Aber ist das f&amp;uuml;r mich pers&amp;ouml;nlich genauso erstrebenswert wie f&amp;uuml;r meine sechs Milliarden Mitb&amp;uuml;rger? Hat mich meine eigene Unbest&amp;auml;ndigkeit vorangebracht? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, dass alles, was in meinem Leben passiert, einen Sinn hat. Und manches w&amp;auml;re nicht passiert, wenn ich nicht so unbest&amp;auml;ndig gewesen w&amp;auml;re. Ich w&amp;auml;re meinem heutigen Lebensgef&amp;auml;hrten nicht begegnet, wenn ich nicht aus meiner Heimatstadt weggezogen w&amp;auml;re. Ich h&amp;auml;tte viele Menschen nicht kennengelernt, wenn ich nicht Kontakt zu anderen Menschen abgebrochen h&amp;auml;tte. Ich h&amp;auml;tte nicht meinen derzeitigen Beruf, wenn ich brav zu Ende studiert h&amp;auml;tte. Ich w&amp;uuml;rde anders wohnen, anders essen, andere Filme gucken, wenn ich mich nicht dauernd ver&amp;auml;ndert h&amp;auml;tte, seit ich halbwegs selbst&amp;auml;ndig denken kann. Und ich bin inzwischen der Meinung, dass meine Unbest&amp;auml;ndigkeit das Beste ist, was mir passieren kann. Ich muss keine Angst mehr haben, vom Weg abzukommen, denn neben diesem einen Weg liegen viele weitere Wege, die auch zum Ziel f&amp;uuml;hren. Und selbst das &amp;auml;ndert sich dauernd. Ich finde Unbest&amp;auml;ndigkeit inzwischen sehr spannend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber vielleicht &amp;auml;ndert sich das morgen schon wieder.
</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Cover</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:43:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1027/">
    <title>Nebenbei</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1027/</link>
    <description>Das Jetzt ist nur ein Augenblick zwischen Gestern und Morgen, nur ein Sekundenbruchteil, der sich im n&amp;auml;chsten Moment schon in die schier unendliche Reihe vergangener Gegenwarten eingliedert. Und doch h&amp;auml;ufen sich in unseren modernisierten Breiten die Versuche, das Jetzt zu behalten, es zu vergr&amp;ouml;&amp;szlig;ern, optimal zu nutzen, der Gegenwart Bestand zu geben. Nicht soll l&amp;auml;nger Vergangenheit und Zukunft den Gro&amp;szlig;teil des Daseins ausf&amp;uuml;llen. Nein, das Jetzt ist entscheidend. Lebe den Augenblick! Genie&amp;szlig;e den Moment!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die L&amp;ouml;sung liegt im &quot;Nebenbei&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zug von A nach B sitzend f&amp;auml;llt es mir schwer, mich stundenlang nur dem Zugfahren hinzugeben. Ich zeichne nebenbei, schreibe nebenbei. Ich lese nebenbei. Oder lerne. Zus&amp;auml;tzlich esse ich noch etwas. Und h&amp;ouml;re Musik. Oder telefoniere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die moderne Technik, die t&amp;auml;glich gr&amp;ouml;&amp;szlig;er werdende Masse universell einsetzbarer Lebenserleichterungsprodukte, macht es m&amp;ouml;glich: Mit Headset und portablen Winzigger&amp;auml;ten bin ich nicht l&amp;auml;nger Zwei-Hand-Beschr&amp;auml;nkungen unterworfen, sondern kann das Jetzt mit zahllosen, nebenbei ausgef&amp;uuml;hrten T&amp;auml;tigkeiten bef&amp;uuml;llen, die Gegenwart bis zum Zerrei&amp;szlig;en dehnen. &lt;br /&gt;
Aus meinen Kopfh&amp;ouml;rern dringen Nachrichten. Auf einem briefmarkengro&amp;szlig;en Bildschirm flimmert mir ein Podcast entgegen, w&amp;auml;hrend ich nebenbei mit meinem Mobiltelefon Fotos schie&amp;szlig;e, den Tag plane, das Internet besuche, meinen Wecker stelle, Kurznachrichten schreibe, spiele oder per GPS meinen Standort bestimme. Und nebenbei male ich abstruse Kringel auf ein leeres Blatt, weil ich noch immer eine Hand freihabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moderne Ger&amp;auml;te sind Inkarnationen des Nebenbeis. Sie zerren das Jetzt, bis es knirscht. Und ich stehe l&amp;auml;chelnd daneben und f&amp;uuml;lle die Speicherkarte mit Momentaufnahmen, die ich mir nie wieder anschauen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nebenbei wird zur Hauptsache, wenn Haupts&amp;auml;chlichkeiten nebenbei erledigt werden. W&amp;auml;hrend ich mich rasiere, kann ich nebenbei mein Haar f&amp;ouml;nen, Blogs lesen und mir hin und wieder Teile meines Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cks ins Gesicht stopfen. Dass Musik im Hintergrund l&amp;auml;uft, brauche ich nicht zu erw&amp;auml;hnen. &lt;br /&gt;
FastFood und Getr&amp;auml;nkeToGo bilden Grundpfeiler der Nebenbei-Gesellschaft. Nebenbei noch eine Mahlzeit zu sich nehmen. Nebenbei noch einen dringend ben&amp;ouml;tigten Kaffee trinken. Das Umhertragen bedruckter Pappbecher mit ehemals hei&amp;szlig;en Fl&amp;uuml;ssiginhalten geh&amp;ouml;rt inzwischen so sehr zum Stadtbild, dass noch nicht einmal Umweltsch&amp;uuml;tzer und Gesundheitsfanatiker sich beschwerend &amp;uuml;ber den erh&amp;ouml;hten Kaffeekonsum und die damit erh&amp;ouml;hte M&amp;uuml;llproduktion &amp;auml;u&amp;szlig;ern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Durchorganisation des t&amp;auml;glichen Lebens gewinnt an Bedeutung. Hilfreiche Kalenderprogramme, die uns mit warnenden PopUps an t&amp;auml;gliche Termine erinnern, best&amp;uuml;cken Handys und Computer jeder Art. Die Kreation t&amp;auml;glich zu aktualisierender To-Do-Listen wurde l&amp;auml;ngst zur Normalit&amp;auml;t. Nie boten sich so viele M&amp;ouml;glichkeiten, jede einzelne vorbeigleitende Sekunde zu strukturieren und zu planen.&lt;br /&gt;
Pl&amp;ouml;tzlich sieht es so aus, als w&amp;auml;re es m&amp;ouml;glich, Unmengen von Zeit zu sparen und nebenbei noch Weihnachtsgeschenke oder S&amp;auml;ttigungsmahlzeiten zu besorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hier und Jetzt bl&amp;auml;ht sich auf zu einem Ballon der T&amp;auml;tig- und M&amp;ouml;glichkeiten. Pl&amp;ouml;tzlich existiert eine Gegenwart, die mehr ist als nur ein winziger Augenblick. Was die Werbung in den letzten Jahren zum ultimativen Lebensmotto deklarierte, scheint zu funktionieren: Lebe den Moment.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das ist kein &quot;Leben&quot;. Wir f&amp;uuml;llen jeden Moment bis zum Erbrechen mit Sein, mit T&amp;auml;tig-Sein, mit unz&amp;auml;hligen Nebenbeis, die uns das Gef&amp;uuml;hl schenken, etwas zu leisten. Wir zelebrieren das &quot;Nebenbei&quot; und vernachl&amp;auml;ssigen dabei die &quot;Hauptsache&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nichtigkeiten, die unser Dasein bestimmen, die jede Sekunde vollstopfen, sind ohne Bestand. Wann sa&amp;szlig; ich zum letzten Mal nur da und h&amp;ouml;rte Musik? Ohne jedes Nebenbei? Wann widmete ich mich zum letzten Mal einer einzigen Sache mit v&amp;ouml;lliger Hingabe?&lt;br /&gt;
Ich werde mich in wenigen Tagen nicht mehr daran erinnern k&amp;ouml;nnen, welchen Blog, welche Nachrichtenschlagzeile, ich heute las, welcher Musik ich im Zug lauschte, wann ich mich rasierte und ob ich gleichzeitig den F&amp;ouml;n laufen lie&amp;szlig;. Ich werde mich nicht an die zahllosen Nebenbeis erinnern k&amp;ouml;nnen, mit denen ich jeden Augenblick meines Lebens vollst&amp;auml;ndig ausstopfen wollte, an die unz&amp;auml;hligen Kleinigkeiten, die mich besch&amp;auml;ftigten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch ich wei&amp;szlig;, dass ich in naher Zukunft mich des heutigen Tages entsinnen werde, des Augenblicks, in dem ich alles Nebenbei hinter mir lie&amp;szlig; und den Computer ausschaltete. Ich werde mich daran erinnern, wie die Augen schloss und einer einzigen Hauptsache fr&amp;ouml;nte: warme Kl&amp;auml;nge, die aus den Lautsprechern wehten.</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:43:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1013/">
    <title>Best&amp;auml;ndigkeit im Alltag</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1013/</link>
    <description>&lt;div style=&quot;float: left; width: 240px; height: 450px; padding:0 0px 20px 0&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;storyTeaser&quot;&gt;
&lt;a href=&quot;&quot; style=&quot;color:#666666;&quot;&gt;Abitur bestanden!&lt;/a&gt;&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&quot;startAutor&quot;&gt;von Aenneken&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;padding:2px&quot;&gt;&lt;img width=&quot;237&quot; height=&quot;280&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0211/images/abitur_trottoir.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/aenneken/15754753/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;small&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1014/&quot;&gt;Permalink&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1014/comment&quot;&gt;Kommentar posten&lt;/a&gt; | &lt;a prefix=&quot; | &quot; href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1014/#comments&quot;&gt;0 Kommentare&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;float: left; width: 240px; height: 450px; padding:0 0px 20px 0&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;storyTeaser&quot;&gt;
&lt;a href=&quot;&quot; style=&quot;color:#666666;&quot;&gt;Wetterbest&amp;auml;ndige Jacke&lt;/a&gt;&lt;/h3&gt;
&lt;div class=&quot;startAutor&quot;&gt;von Zipfel &amp;amp; Frogi&lt;/div&gt;
&lt;div style=&quot;padding:2px&quot;&gt;&lt;img width=&quot;237&quot; height=&quot;280&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0211/images/goretex_trottoir.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/zipfel-frogi/38932465/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/div&gt;
&lt;span class=&quot;small&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1012/&quot;&gt;Permalink&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1012/comment&quot;&gt;Kommentar posten&lt;/a&gt; | &lt;a prefix=&quot; | &quot; href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1012/#comments&quot;&gt;0 Kommentare&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;

&lt;div class=&quot;clearall&quot;&gt;&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Trottoir</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:37:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1014/">
    <title>Abitur bestanden!</title> 
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    <description>&lt;img width=&quot;237&quot; height=&quot;280&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0211/images/abitur_trottoir.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
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    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:37:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1012/">
    <title>Wetterbest&amp;auml;ndige Jacke</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1012/</link>
    <description>&lt;img width=&quot;237&quot; height=&quot;280&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0211/images/goretex_trottoir.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/zipfel-frogi/38932465/&quot;&gt;Bildquelle&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:34:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1016/">
    <title>Eyes On - Batwoman</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1016/</link>
    <description>Batwoman, die ihre bisherige Karriere nur im Schatten &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Batman&quot;&gt;Batmans&lt;/a&gt; feiern durfte, kommt zur&amp;uuml;ck &amp;#8211; als lesbische Heldin. Eine Comicfigur als feministische Ikone?</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:38:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1017/">
    <title>Eyes On - die B&amp;auml;renjagd</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1017/</link>
    <description>W&amp;auml;hrend der Braunb&amp;auml;r immer noch munter durch die Freiheit streift, kann man nun schon Wetten darauf abschlie&amp;szlig;en, ob er in Deutschland, &amp;Ouml;sterreich oder Italien eingefangen wird. Sollte er 2007 immer noch nicht erwischt worden sein, bekommen die Wettlustigen ihr Geld zur&amp;uuml;ck.</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:39:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1018/">
    <title>Eyes On - Gratisurlaub</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1018/</link>
    <description>Wer knapp bei Kasse und trotzdem urlaubshungrig ist, f&amp;auml;hrt diesen Sommer am besten bei Schlechtwetter nach Italien: Hoteliers in Jesolo  bieten gratis &amp;Uuml;bernachtungen bei mehr als f&amp;uuml;nf Stunden Regen an.</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:40:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1030/">
    <title>best&amp;auml;ndigkeit und kunst &amp;#8211; eine betrachtung aus dem hermetischen raum</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1030/</link>
    <description>was hat ein ehemaliger bawag-generaldirektor mit einer gro&amp;szlig;en menge an k&amp;uuml;nstlern gemeinsam? richtig: nicht sehr viel &amp;#8211; und doch gibt es einen schnittpunkt: das zugestehen von geld. 6,8 millionen euro sind recht viel geld f&amp;uuml;r eine abfertigung. auf k&amp;uuml;nstlerseite kann es andererseits dazu kommen, dass eine dose, gef&amp;uuml;llt mit &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/K&amp;uuml;nstlerschei&amp;szlig;e&quot;&gt;k&amp;uuml;nstlerscheisse&lt;/a&gt; nach einigen jahren 30.000 euro am freien kunstmarkt einbringt. an diesem kleinen schnittpunkt zwischen den ansonsten sehr fremden professionen h&amp;auml;ngt sich eine gro&amp;szlig;e menge an proletarischer kunstkritik auf: wieso bekommt jemand f&amp;uuml;r etwas geld, was ich auch kann? und noch dazu &lt;i&gt;so viel&lt;/i&gt; geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erst neulich bekam ich auf einer party eine kunstdebatte &amp;uuml;ber dieses thema unmittelbar mit: das alpham&amp;auml;nnchen in der debatte verteidigte seinen standpunkt u.a. mit den worten: &amp;#8222;die kritzeleien vom arnulf rainer bringe ich auch zusammen&amp;#8220;.&lt;br /&gt;
mich verwunderte diese argumentation ein wenig, da es arnulf rainer inzwischen bereits so gut wie in die &amp;ouml;sterreichische &amp;#8222;goldkiste&amp;#8220; geschafft hat. &lt;br /&gt;
die &amp;#8222;goldkiste&amp;#8220; ist der ort, an dem alle kunst endet, vor allem in &amp;ouml;sterreich. der weg ist immer der gleiche: zun&amp;auml;chst wird die kunst gemacht und von kaum jemandem gemocht, verstanden oder gekauft. im laufe der zeit &amp;#8211; und hier kommt die best&amp;auml;ndigkeit ins spiel &amp;#8211; in der der k&amp;uuml;nstler &lt;i&gt;trotzdem&lt;/i&gt; seine bilder und projekte umsetzt und herzeigt, werden alle diese bastionen mehr oder weniger im sturm genommen. seine bilder werden zun&amp;auml;chst einmal von manchen gemocht, schrittweise sogar zu verstehen gesucht, und durch fortgesetzte penetration des publikums und des marktes ergibt sich dann auch der marktwert, der j&amp;auml;hrlich steigt. &lt;br /&gt;
als h&amp;ouml;he- und gleichzeitiger tiefpunkt einer karriere in &amp;ouml;sterreich ist die &amp;#8222;goldkiste&amp;#8220; anzusehen, in die es ein k&amp;uuml;nstler in 99% der f&amp;auml;lle erst nach seinem tode hineinschafft. ein beispiel: egon schiele. der mann ist zu lebzeiten wegen seiner zeichnungen im gef&amp;auml;ngnis gesessen. heute geh&amp;ouml;rt er zu den wesentlichen zeugnissen unserer &amp;#8222;gro&amp;szlig;en &amp;ouml;sterreichischen kultur&amp;#8220;. er sitzt also in der goldkiste, als eine moderne form des strafvollzuges anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
arnulf rainer ist kurz davor, in diese kiste hineinzusteigen. im ausland ist er l&amp;auml;ngst (verdient) weit &amp;uuml;ber dem range schieles als zeichner eingeordnet. bei uns aber muss er bisweilen immer noch auf parties als ein beispiel f&amp;uuml;r scharlatanerie herhalten. &lt;br /&gt;
irgendwie ist das aber ein zeichen daf&amp;uuml;r, dass seine kunst in &amp;ouml;sterreich noch lebendige reaktionen hervorzurufen imstande ist. ganz zu ende ist es, wenn wer in der goldkiste drin ist: dann er&amp;uuml;brigt sich n&amp;auml;mlich in &amp;ouml;sterreich jede diskussion &amp;uuml;ber den k&amp;uuml;nstler. aus dem hermetischen raum, den niemand betreten will wurde dann ein invers-hermetischer raum, den keiner betreten darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn mann oder frau in der goldkiste sitzt, dann ist jedes taschentuch wertvoll, auf das ein paar tintenkleckse gefallen sind, dann werden h&amp;auml;ferln mit dem wort &amp;#8222;franzl&amp;#8220; im geburtshaus zum verkauf angeboten. man ist dann quasi mittels der best&amp;auml;ndigkeit &amp;#8222;am ziel&amp;#8220; und angenommen von der &amp;ouml;sterreichischen &amp;ouml;ffentlichkeit. man hat nicht viel davon &amp;#8211; denn wenn man nicht ohnehin schon tot ist, stirbt man als k&amp;uuml;nstler in dieser umarmung recht schnell, und die kunst gleich mit. denn so paradox es klingt: die ablehnung und die kritik des publikums f&amp;ouml;rdert die best&amp;auml;ndige gegenarbeit und das hermetische wachstum der kunstpflanze. wo kritik aufbrandet, da ist etwas zu tun, da ist etwas zu ver&amp;auml;ndern. im moment, wo alle besucher friedlich nickend alles annehmen, was da kommt, kann man die sachen zusammenpacken und heimgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die umarmung des publikums in &amp;ouml;sterreich ist t&amp;ouml;dlich. best&amp;auml;ndig.
</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:43:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1028/">
    <title>Vom permanenten Wechsel</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0211/stories/1028/</link>
    <description>&quot;Alles flie&amp;szlig;t, nichts bleibt&quot; - sagt Heraklit, und er ist darin in den letzten fast 2500 Jahren vielfach best&amp;auml;tigt worden. Heute in unserer schnelllebigen (westlichen) Welt h&amp;auml;tten wir noch sehr viel mehr Grund, dies anzunehmen - sie ver&amp;auml;ndert sich schneller als die meisten Menschen es erfassen, geschweige denn begreifen und verstehen k&amp;ouml;nnen. Sie produziert im Moment viel mehr Fragen als Antworten - das Ungewohnte ist das Normale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern scheint es merkw&amp;uuml;rdig, dass es vielen Menschen zu begreifen schwer f&amp;auml;llt und selbst Staaten M&amp;uuml;he haben, sich darauf einzustellen, dass die einzige wirkliche Konstante (und Chance!) der permanente Wechsel und Umbruch ist. Viele Menschen neigen zur Gew&amp;ouml;hnung und Verwurzelung. Es denkt und lebt und handelt sich wohl scheinbar leichter, wenn man Sachverhalte und Gegebenheiten feststellt und festnagelt und glaubt, sie dadurch best&amp;auml;ndig machen zu k&amp;ouml;nnen. Man wirft gern einen Anker, hoffend, dass er irgendwo greift, bildet also Begriffe, Theorien, Modelle, entdeckt sogar Gesetzm&amp;auml;&amp;szlig;igkeiten, l&amp;auml;sst dar&amp;uuml;ber abstimmen, schreibt Werte fest und Regeln, erkl&amp;auml;rt&lt;br /&gt;
Verbindlichkeiten, positioniert sich ... Solche Anker relativer Best&amp;auml;ndigkeit sind beispielsweise eine Vorstellung von Gott und (in der westlichen Welt) christliche Werte (f&amp;uuml;r sehr einfache Menschlein&lt;br /&gt;
selbst der Papst), der Optimismus, Moral und Sitte, die Ehe, aber auch Dinge wie materieller Besitz, Luxus, Markenglaube, Demokratie- und Fortschrittsglaube, politische &amp;Uuml;berzeugungen, Nationalgef&amp;uuml;hl,&lt;br /&gt;
Tradition ... In all diesen Dingen ankert und ruht gelegentlich unser Bewusstsein in der Vorstellung, sie seien unter anderem best&amp;auml;ndig. Und je &amp;auml;lter man wird, umso mehr Anker hat man geworfen, umso konservativer wird man also, mit umso geringerer Geschwindigkeit kann und will man am permanenten Wechsel teilnehmen und umso gr&amp;ouml;&amp;szlig;er ist die Entt&amp;auml;uschung, wenn solch ein best&amp;auml;ndig geglaubter Wert sich in der Tat als unbest&amp;auml;ndig erweist, wenn er veraltet oder zerf&amp;auml;llt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit will ich nichts gegen die Erkenntnis und ihre Ergebnisse an sich gesagt haben, gegen Werte, Beurteilungen und Positionierungen, eine individuelle Weltsicht. Aber der schnelle Wechsel verlangt eben auch eine permanente, nie stillstehende Neubewertung, Neuorientierung und gegebenen Falls auch eine Kurskorrektur. Best&amp;auml;ndig werden hei&amp;szlig;t genau genommen sich wandeln, oder besser gesagt: sich entwickeln, jeden Tag, jede Stunde. Welche Auswirkungen es haben kann, wenn beispielsweise ein Staat mit der Geschwindigkeit des permanenten Wechsels nicht mehr mithalten kann, sieht man aktuell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte tats&amp;auml;chlich Kindern in der Schule diese Grunderkenntnis vermitteln. Alles flie&amp;szlig;t, nichts bleibt.</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:43:00Z</dc:date>
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    <title>Definitionssache</title> 
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    <description>Es war keine schlechte Idee von einigen amerikanischen Buchautoren, ihre Leser anl&amp;auml;sslich der Fu&amp;szlig;ball-WM mit einem &quot;survival guide&quot; f&amp;uuml;r  Deutschland auszustatten, in dem quasi &amp;uuml;berlebenswichtige Erkenntnisse referiert werden wie die, dass nicht alle Deutschen in der Lederhose durch die Stra&amp;szlig;en laufen und dass durchaus auch am Nachmittag Dinge im Fernsehen gezeigt werden k&amp;ouml;nnten, bei denen der Durchschnittsamerikaner schameserr&amp;ouml;tet, wohingegen er sich wegen der jenseits des Atlantiks schon im Kinderprogramm laufenden Blut- und Gewaltorgien hierzulande bis nach 22 Uhr gedulden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber was sie alle miteinander vergessen haben, die Herrschaften Deutschlandkenner, das sind ein paar Tipps zum Thema &quot;Deutschland und die Zukunftstechnologien&quot;. Dabei w&amp;auml;re gerade dieses Thema wichtig gewesen bei Hinweisen zu einem Land, das von Technologie lebt, weil es &amp;uuml;ber zu &lt;br /&gt;
konkurrenzf&amp;auml;higen Preisen verk&amp;auml;ufliche Rohstoffe nicht verf&amp;uuml;gt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Beispiel Fernsehen, daf&amp;uuml;r m&amp;uuml;ssen wir hier Geb&amp;uuml;hren bezahlen. Das versteht im Ausland kein Mensch. Da hei&amp;szlig;t es dann &quot;Ja, f&amp;uuml;r die Satellitensch&amp;uuml;ssel&quot; oder &quot;Ja, Kabelgeb&amp;uuml;hren&quot; oder &quot;Ja, Pay-TV&quot;, und man m&amp;uuml;ht sich ab, den Leuten klar zu machen, dass nichts von alledem zutrifft, sondern dass der pure &lt;i&gt;Besitz&lt;/i&gt; eines Rundfunkempf&amp;auml;ngers ausreicht, um eine Geb&amp;uuml;hrenpflicht von 17 Euro nulldrei im Monat auszul&amp;ouml;sen. Einfach so, weil man Rundfunk empfangen &lt;i&gt;k&amp;ouml;nnte&lt;/i&gt;. Das ist schon an Deutsche ausgesprochen schwierig zu vermitteln, was soll da erst ein Ausl&amp;auml;nder, der sich hier zu Gast bei Freunden aufh&amp;auml;lt, davon halten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch schwieriger wird die Angelegenheit dann allerdings dadurch, dass der deutsche Gesetzgeber &amp;uuml;ber das Konstrukt eines Rundfunkstaatsvertrages zwischen den Bundesl&amp;auml;ndern (versuchen Sie das mal in Englisch r&amp;uuml;berzubringen!) nunmehr nicht nur Radios und Fernseher mit Rundfunkgeb&amp;uuml;hr belegt, sondern auch &quot;neuartige Rundfunkempfangsger&amp;auml;te&quot; wie zum Beispiel Computer. Oder Mobiltelefone, wenn sie UMTS-f&amp;auml;hig sind. Vielleicht reicht auch schon, dass sie GPRS-f&amp;auml;hig sind, das ist noch nicht ganz raus.&lt;br /&gt;
Auf jeden Fall steht man vor dem Problem, erkl&amp;auml;ren zu m&amp;uuml;ssen, dass man in Deutschland durchaus einen Webserver zum Rundfunkempf&amp;auml;nger deklarieren kann, ohne notwendigerweise einer amts&amp;auml;rztlichen Untersuchung zugef&amp;uuml;hrt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bin ich kein F&amp;uuml;rsprecher amerikanischer Fernsehverh&amp;auml;ltnisse, es ist auch in Ordnung, wenn man die Ausstrahlung von Nachrichten, Fernsehkrimis, Wagner-Opern und chinesischen Autorenfilmen mittels zentral erhobener Abgaben finanziert, aber statt dem B&amp;uuml;rger hinterher zu spionieren, ob er nicht heimlich einen Server oder ein Telefon betreibt und so geb&amp;uuml;hrenpflichtig sein k&amp;ouml;nnte, w&amp;auml;re es wom&amp;ouml;glich ehrlicher - und praktischer - eine Mediengeb&amp;uuml;hr &lt;i&gt;von allen&lt;/i&gt; gleich mit der Steuer einzuziehen. Das w&amp;uuml;rde n&amp;auml;mlich den Kohl auch nicht mehr fett machen, weil sowieso schon - wieder ein Fakt, der unseren ausw&amp;auml;rtigen Freunden vorenthalten wird - 80 Prozent der Weltliteratur &amp;uuml;ber Steuern in Deutsch erscheint.</description>
    <dc:creator>Christine Schranz</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Christine Schranz</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-14T07:42:00Z</dc:date>
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