Liebe Eva Herman ...

von Katharina „Lyssa“ Borchert
zuerst habe ich mich ganz fürchterlich geärgert, als ich Ihren Text in Cicero las. Am liebsten hätte ich sofort eine gepfefferte Replik verfaßt, doch ich mußte das Heft erst ein paar Tage zum Trocknen aufhängen, weil ich bei der Lektüre meine Kaffeetasse so heftig auf den Tisch geknallt hatte, daß der größte Teil auf dem Papier landete und von Ihrem Manifest nichts mehr zu erkennen war. Aber während das Magazin zum Trocknen über dem Hundkörbchen hing, wurde ich erst immer ruhiger und schließlich sogar von tiefer Freude erfüllt. Und deshalb möchte ich Ihnen heute für Ihre antifeministische Polemik aus ganzem Herzen danken.

Wir, die Feministinnen einer vermeintlich emanzipiert aufgewachsenen Generation, sehnen uns nämlich nach einer Neuauflage des öffentlichen Disputs um den Feminismus, und mit öffentlich meine ich nicht bloß die Feuilletons großer Zeitungen. Wir brauchen etwas, an dem wir uns reiben können. Wir brauchen Gegner, die unsere Freundinnen mit ihren Ansichten auf die Palme treiben, damit sie in Scharen zu uns überlaufen. Und ich rechne es Ihnen hoch an, daß ausgerechnet Sie sich dazu durchgerungen haben, diese anstrengende Aufgabe zu übernehmen. Und dann auch gleich so gründlich.

Es war jetzt lange genug très chic, keine Feministin zu sein und Diskussionen zu diesem Thema anzufangen mit: „Ich bin zwar emanzipiert und auch für Gleichberechtigung und so, aber ich bin keine Feministin.“ Feminismus war etwas, das unsere Mütter befiel - wenn wir Glück hatten. Feminismus schien für viele nichts weiter zu beinhalten als Emma statt Amica zu abbonieren und die alten Birkenstockschuhe nicht bloß bei der Gartenarbeit zu tragen. Feminismus war für meine ohnehin wenig politischen Altersgenossinnen gleichbedeutend mit etwas angestaubte Jungfern in lila Latzhosen, die eine generationsbedingte Wut auf Männer hatten.

Wir hingegen, wir haben die Emanzipation ja schon mit der Muttermilch aufgesogen und konnten vermeintlich sorgenfrei in unsere gloriose Zukunft starten, privat ebenso wie beruflich. Deshalb glaubten wir auch lange, uns eine Art unpolitische „Sex and the City“-Emanzipation leisten zu können, die nicht über die Bettkante hinausreichte. Wir wollten alles, bloß nicht so biestig und verbittert wirken wie uns die alte Garde der Feministinnen erschien. Deshalb beschränkten wir uns freiwillig auf unser Äußeres und zogen die von unseren Müttern verbrannten BHs nicht nur wieder an, sondern polsterten sie auch noch gründlich aus. Womöglich gleich dauerhaft beim Chirurgen. Wir waren in den letzten Jahren noch sexistischer als die Männer und hielten das allen Ernstes für emanzipiert. Diese spaßorientierte Kurzsichtigkeit hat allenfalls die sexuelle Toleranz unserer Gesellschaft und das Bankkonto von Manolo Blahnik vorangebracht, nicht aber die echte Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Und jetzt kommen Sie und einige Feuilleton-Edelfedern und wollen uns eine „schöpfungsgewollte Aufteilung“ verkaufen, für die Sie abwechselnd den „Schöpfungsauftrag“ und eine romantisierte Biologismusvariante heranziehen. Ich kann nur hoffen, daß möglichst viele Frauen Ihren Artikel lesen und dann schreiend in unsere offenen Feministinnenarme gerannt kommen. „Der Mann steht in der Schöpfung als der aktive, kraftvolle, starke und beschützende Part, die Frau dagegen als der empfindsamere, mitfühlende, reinere und mütterliche Teil.“ Wir scheinen in völlig unterschiedlichen Welten zu leben. Ich fühle mich nämlich nicht so viel reiner als meine männlichen Mitbürger und auf die mütterlichen Anwandlungen warte ich schon sehr lange vergeblich. Und ich kenne jede Menge Männer und Frauen, auf die Ihre Aussagen ebenso wenig zutreffen. Die genannten Merkmale sind keine unumstößlichen biologische Gegebenheiten, ähnlich wie kurze Beine, sondern reichlich angestaubte Geschlechterklischees.
Ihrer Meinung nach ist der Verstoß gegen die in Jahrtausenden erprobte Rollenverteilung die Ursache vielerlei gesellschaftlichen Übels. „Eine Frau, die über die ihr von der Natur zugedachten Aufgaben hinaus in Konkurrenz treten will zu dem Männlichen, wird und kann in keiner der beiden Richtungen wirklich stark sein.“ Von der Natur zugedachte Aufgaben? Seit wann interessiert uns die natürliche Ordnung? Wir fliegen quer um den Erdball und auf den Mond. Wir haben U-Boote und Genmais, aber die Frau soll plötzlich zu ihrer natürlichen Bestimmung als hauptberufliche Gebärerin zurückfinden. Kommt Ihnen das nicht selbst ein wenig komisch vor?

Dem widernatürlichen Karrieredrang der modernen Frau schieben Sie allerhand Mißstände in die Schuhe, und zwar nur dem Handeln der Frau allein. Wenn Männer ihre Familien verlassen, um mit einer 20 Jahre jüngeren Blondine auf Mallorca als Partyveranstalter neu anzufangen, ist das natürlich die Schuld der Frau. Denn „Denn mit diesem Handeln, auch das ist nur logisch, lähmen wir jede starke Männlichkeit in unseren Partnern, ... Wenn die Frau zur Konkurrentin des Mannes wird, spürt er weder Bindung noch Verantwortung für sie.“ Zu behaupten, etwas sei logisch, macht es noch nicht zwangsläufig logisch, sondern versperrt meist nur den Blick auf andere Denkansätze.
Aber Sie haben offensichtlich ein Faible für apodiktische Aussagen (wie bedauerlich, daß Frauen nicht auf den Heiligen Stuhl dürfen): „Hieraus muß unweigerlich folgern, daß sie keinem der genannten Bereiche in seinen Ansprüchen gerecht werden kann. Weder in der Karriere noch in der Küche ist die Frau voll handlungsfähig, Partner und Kind kommen ebenfalls zu kurz.“ Ja und was bitte machen Männer seit Jahrtausenden? Küche und Partner zugunsten des Berufes vernachlässigen. Zwei Absätze später stellen Sie fest, daß beinahe die Hälfte aller Kinder bei der Einschulung deutliche Defizite in motorischer, sprachlicher oder kognitiver Hinsicht aufweist. Und warum? Wegen fehlender Bemutterung natürlich. Fehlende Bevaterung kommt ja schon im Wortschatz gar nicht vor. Und schließlich ziehen Sie Bilanz: „... nach fast einem halben Jahrhundert Feminismus und Frauenemanzipation. Es werden so viele Ehen geschieden wie noch nie zuvor.“

Den Kampf um Gleichberechtigung erklären Sie für gescheitert und die für Sie einzig logische Schlußfolgerung daraus ist, daß die Frau zurück zu ihrer „natürlichen“ Position an Herd und Wiege muß. Logik kann ich darin leider nicht erkennen. Wäre es nicht mindestens ebenso „logisch“ zu befinden, daß der Kampf um Gleichberechtigung noch lange nicht zu Ende gekämpft ist und man gerade jetzt verstärkt die Männer in die Pflicht nehmen muß? Was hindert sie daran zu kochen oder den Kindern abends eine Geschichte vorzulesen?

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ zitiert in der Ausgabe vom 2.4.2006 eine Studie, wonach selbst partnerschaftlich organisierte Ehen im Laufe der Zeit klassische Rollenmodelle entwickeln. Selbst wenn die Frau mehr arbeitet und mehr verdient, tut der Mann irgendwann nichts mehr im Haushalt. Bildung hat dabei den größten Einfluß auf die Wahrscheinlichkeit der egalitären Rollenverteilung. Es ist also nicht alles Biologie, sondern sehr viel mehr Soziologie. Und wer auf den Mond fliegen und Atomstrom produzieren kann, sollte doch wohl auch in der Lage sein, tradierte Rollenverhältnisse aufzubrechen und neu zu gestalten. Wir haben nicht gegen unsere Natur gehandelt, sondern wir haben uns einfach noch nicht genug Mühe gegeben bei der Durchsetzung dieser Ideale. Wir sind bequem geworden auf halber Strecke. Aber dank Ihres Artikels, könnte sich das schon sehr bald ändern.
Es kommt mitunter vor, dass man über eine Aussage stolpert, deren Urheberin man im ersten Moment am liebsten in der Luft zerreißen würde. Auf den zweiten Blick jedoch weicht Wut der Genugtuung: Warum antifeministische Äußerungen die Ziele des Feminismus ganz entscheidend unterstützen.
Wahlhamburgerin mit chronischem Fernweh, die sehr zum Leidwesen ihrer Eltern der anständigen Juristerei entsagt hat, um nicht immer ganz anständige Geschichten zu schreiben. Die Liebe zum Lesen und Schreiben ging eine Allianz mit der Begeisterung fürs Internet ein, woraus das Weblog "Lyssas Lounge" als öffentliche Chronik großer und kleiner Alltagsgeschichten entstand.
mindestens haltbar 05/2006
Jahrgang 02
Ausgabe 09
ISSN 1816-8159
Autor: Katharina „Lyssa“ Borchert
Titel: Liebe Eva Herman ...
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am 11. Mai, 16:13

ich vermag e. h. zwar immer noch nicht recht danken zu können, aber ihnen, werte lyssa schon. denn manchesmal habe ich mich als mann shcon gefragt, warum ich die damen daran erinnern musste, sich bitte nicht bestimmten rollenmustern klaglos hinzugeben. um es zu überspitzen: ich finde frauen hinterm herd nur reizvoll, wenn sie unter der schürze nicht viel anhaben.

am 12. Mai, 11:00

Ich verzweifle auch gelegentlich angesichts der Gleichgültigkeit der Frauen, die es für emanzipiert halten, wenn sie abends beim Prosecco über "Männe" lästern, am nächsten Tag aber wieder klaglos neben dem Beruf 90% der Hausarbeit machen und "Männe" das Bier kalt stellen.


am 16. Mai, 13:53

Danke für die schöne Danksagung! Die paar Zitate aus dem Original-Artikel haben mir gereicht und ich bin ehrlichgesagt sehr froh, dass mir nicht der gesamte Schmonzes in die Hände gefallen ist. Hat mir eine Menge Verärgertsein erspart.
Die Danksagung hingegen macht stark.

am 17. Mai, 14:53

Unbedingt lesen, Würgereiz ist allerdings garantiert!
Amelie Fried meinte dazu, das sei das "Reaktionärste und Dämlichste", was sie im Zuge der Debatte über Kinderlosigkeit bislang gelesen hätte ... dem gibt es echt nichts hinzuzufügen!


am 17. Mai, 12:28

Kleines Rezept:

Männer sagt der Corporate Welt ade. Arbeitet zu Hause (wie die Papas bevor das Fließband kam), frühstückt, luncht (weil 'mittagesst kein Verb ist) und dinnert mit euren Kindern, lest ihnen was vor (wenns geht das Zeug, das ihr selbst schon gelesen habt und nicht da neue Brainwash-Zeuchs). Und die Mama ist auch zu Hause, sorry ;).

Resultat: J. (6) hat den Kiga efolgreich absolviert, keine kognitiven oder motorischen Defizite, ausser einem hohen Mittelimgsdrang und einer leichten Schusseligkeit (keine Ahung von wem er DAS hat *g*) bei ansonsten prima Konzentrationsvermögen. Wir sollen ggf. auf Hochbegabungssignale achten.

Noch Fragen, Hauser?

Ja, IMO SIND es die Familien, die was tun können. Aber die Familie, nicht die Frau allein. (Ich leg schon mal den Eid ab, dass ich lieber Nichtwähler werd, als ne C-Partei zu wählen, sicherheitshalber ;) )

PS: Klar tut der Mann nix mehr im Haushalt, wenn beide gut verdeinen. Rate einmal warum ;)


am 29. Mai, 11:28

Ich verstehe immer noch nicht, wo Eva Herman mit Ihrem Artikel eigentlich hin will. Ist sie der Auffassung, es fährt gerade ein Zug aus dem Familienministerium, der ihr bei rechtzeitigem Aufspringen das Mutterkreuz bringen wird? Ist sie ihres exponierten, gut bezahlten Jobs müde und sucht eine vermeitlich starke Männerschulter, da solche Artikel auch immer Heiratsanträge von erzkonservativen Burschenschaftlern mit sich bringen, oder ist sie am Anfang einer Phase In-sich-Hineinhorchens auf etwas Unerwartetes gestoßen, mit dem sie nicht umgehen konnte und das sie nun auf diese Weise kompromisslos niederringen muss?

Ich bin nur froh, das die Lebenswirklichkeit längst eine andere ist, und sich durch das Geschwätz von Frau Hermann nicht einmal minimal ankratzen lassen wird. Es geht längst nicht mehr darum, wer spült. Jede Beziehung meines Bekanntenkreises, die ich genauer kenne, arbeitet offensiv-dynamisch daran, dass jedes Mitglied der Familie seine Bedürfnisse so weit es geht ausleben kann. Es funktioniert halt in manchen Phasen auch mal mehr schlecht als recht, aber alle Mitglieder wissen auch, dass nur auf diese Weise letztlich Glück für jeden zu erreichen ist.

am 9. Jun, 00:01


also die frau herman, die ist ja nicht dumm. klar steckt dahinter ein knallharter plan. und nicht nur einer.
plan a. mattel hat ein geheimes preissauscchreiben in den umlauf gerbracht, und sucht nach dem prototyp für die sprechende reife-barbie, die nächstes jahr endlich auf den markt kommen soll, ein mama-barbie-proto-typ, um die mädels wieder auf das gebären zu programmieren.
und wer die sachen sagt, die man der mama-barbie am besten in den mund legen kann, kriegt waaaaaaaaaaaaaaahnsinnsprämien. also barbie-brabbel-gema, das kann man sich gar nicht vorstellen was das abwirft, bei all den kleinen mädchen, die das eines tages in sämtlichen fernsehsendern, talentshows, radios und und und nachplappern werden. wenn sie erst mal gross und hübsch sind. und auf diese reife-barbie-brabbel-gema, auf die spekuliert frau herman. klarer fall. es handelt sich um millionen.

plan b- ja, die eva herman wird auch nicht jünger. und man weiss, besonders einst begehrte frauen, tun sich mit dem altern schwer- was man noch nicht wusste, ist das die wechseljahre das gehirn zerschlagen- weil es nämlich auch gar nicht stimmt: es ist ja alles kalte berechnung: die einzige möglichkeit einer paris hilton auf dem markt um die männergunst noch was vorzumachen, ist einfach in möglichst kurzer zeit möglichst viel schrott vom stapel zu lassen, und noch unterbelichteter zu wirken, als die millionärstochter mitsamt all ihrer klone. und: es hat funktioniert. man schaue in die cicero-ausgabe juni, die männchen kriegen sich schon wieder gar nicht ein vor lauter begeisterung über so eine tolle frau, die endlich mal sagt, was alle denken, die unserer nation nicht den untergang wünschen. nur der 50 cent, mit dem sich die paris jetzt ja ab und an mal.. trifft- der hat noch nix zu evas lyrics gesagt. vielleicht weil er kein deutsch kann, vielleicht, weil er grad schöpfungsbedingt an paris aktiv ist, aber vielleicht auch, weil er einer konkurrentin unmöglich seiner breiten-beschützer-schultern zum trost bieten kann: die eva hat da nämlich ein paar sachen über frauen geschrieben, mein lieber scholli,das hätt er nicht besser gekonnt- und ist somit durchaus eine ernst zu nehmende konkurrentin (und du weisst ja selber eva, da kann er dich jetzt nicht mehr lieb haben oder sich verantwortlich für dich fühlen oder sagen, mädchen, hast du gut gemacht) autsch aber wahr. also ist gar nicht mehr so einfach heutzutage, KEINEM mann als konkurrenz ins gehege zu kommen..


am 13. Aug, 19:53

Da sind Sie einem Werbegag von Frau Hermann auf den Leim gegangen ;-)

In ihrem neuen Buch („Das Eva-Prinzip“, Pendo Verlag; ca. 20 Euro) wirbt sie für eine Rückkehr der Frauen zur ihren traditionellen Aufgaben in der Familie, gibt dafür sogar ihren Job als „Tagesschau“-Sprecherin auf.

„Die Emanzipation – ein Irrtum?


am 25. Aug, 19:53

Dass Frau H. ein Buch geschrieben hat, ist allseits bekannt, Herr Waldmann.
Aber bei all dem Staub, den sie zur Zeit aufwirbelt, ist sie kaum originell. „The Way Home: Beyond Feminism, Back to Reality“ erschien in den USA vor 20 Jahren, in jüngerer Zeit wird das Thema vermehrt hochgekocht, siehe „What Our Mothers Didn´t Tell Us“ oder das unsägliche „The Proper Care And Feeding Of Husbands“ vorletztes Jahr. Beim Browsen durch Amazon.com finden sich weitere neo-antifeministische Machwerke.
Ich kann Frau H. nicht ernstnehmen, aber das Interesse, das ihr für ihren Versuch entgegengebracht wird, ihren eigenen Teller Neo-Con-Suppe über den Atlantik zu schwappen, überascht mich. Kommen denn als nächstes Pro-Life-Aktivismus oder Für die Wiedereinführung der Todesstrafe auf uns zu?
Anfangs dachte ich ja – lasst Frau H. links liegen, Mädels, Aufmerksamkeit kann hier nur schaden. Inzwischen findet das Thema aber auf der anderen, häufig männlichen Seite durchaus Beachtung, positive nämlich. Schlimm zu lesen beispielsweise hier in den Kommentaren.
Deshalb – uneingeschränkte Zustimmung, Dank und Beifall für diesen Beitrag.


am 6. Sep, 13:49

Natürlich unsere Kinder haben kognitive oder motorische Störungen, und warum? Ganz klar - weil die Mütter in Deutschland vermehr arbeiten. Ich sehe förmlich die Finninnen in der Mittagspause diesen Schwachsinn lesen und ich Herzhaftlachend auf die Schenkel klopfen, denn wie zumindest seit Pisa bekannt ist, sind die kleinen Finnen die schlausten. Und in Finnland arbeiten 70% aller Mütter.
Während also in Deutschland Leon mit der gelangweilten Juristen-Mama zu Hause sitzt, spielt klein Finni mit Pädagogisch Geschultem Personal und entwickelt sich prächtig. Darin liegt also das ganze Problem Frau Herman?


am 11. Sep, 12:26

Tut mir ja furchtbar (i.E. überhaupt nicht) leid, Ihnen in Ihrer Anti- Eva- Hermann- Tirade nicht zur Seite springen zu können.
Im Gegentum. Sie hat Recht.
Ihr Artikel, Frau Lyssa, fußt m.E. auf der Behauptung: "Es ist also nicht alles Biologie, sondern sehr viel mehr Soziologie."
DAS müssten Sie noch und können Sie nicht beweisen!
Ich behaupte: Ihr und der Emanzen absolut lobenswerter Versuch, die UNTERDRÜCKUNG der Frau, den Mißbrauch der Frauen und die Reduzierung auf Ihre "Verügbarkeit" zu beenden ist absolut NOT- wendig.
Es reduziert die Frau sich aber selbst, wenn sie dem Mann "gleichgestellt" werden will, wenn möglich zunächst auf finanzieller / Karriere- Ebene.
Den eigenen Selbstwert über das Einkommen (mit neidischem Blick auf den Nachbarn / Mann) zu definieren ist so typisch männlich und darüberhinaus hirnlos, daß ich Sie doch inständig bitten möchte, nicht denselben Fehler machen zu wollen!!!
Und sie ist ihm nicht gleich. Auch und gerade biologisch, damit emotional - geistig liegen Welten zwischen Mann und Frau.
Und - ist das nicht schön???
Lächerlich und rührend scheint mir, die in 2 Millionen Jahren Menschheitsgeschichte eingeschliffenen Archetypen von Mann und Frau durch - und jetzt polemisiere ich gewollt - von ihren Vätern frustrierten Emanzen ausradieren zu wollen. (Denn wichtiger, als das was jemand tut, ist doch WIE und warum er das tut. Dann schauen Sie sich die Biografie Ihrer Frau Schwarzer doch mal an!!!)
50 Jahre Emanzipation gegen Millionen Jahre Menschengeschichte, Auch Erfahrung aus 5.000 Jahren MÜSSEN Nicht absolut falsch sein:
Oder wie das I Ging vor x Tausend Jahren über das Weibliche, das Empfangende feststellte: "Dennoch kann von einem eigentlichen Dualismus nicht geredet werden denn es besteht zwischen den beiden Zeichen das Verhältnis einer klaren Rangordnung. An sich ist natürlich das Empfangende ebenso wichtig wie das Schöpferische. Aber dadurch die Eigenschaft der Hingebung ist die Stellung dieser Urkraft, dem Schöpferischen gegenüber bezeichnet. Sie muß unter der Leitung und Anregung des Schöpferischen sein, dann wirkt sie heilvoll. Nur wenn sie aus dieser Stellung heraustritt und dem Schöpferischen ebenbürtig zur Seite treten will, wird sie böse. [!]Daraus ergibt sich dann Gegensatz und Kampf gegen das Schöpferische, der für beide Teile unheilvoll wirkt..". (!!!)

Ihr könnt nicht besser sein als Männer - aber wir Männer können bessere Männer und ihr könnt bessere Frauen werden.
Und das will ich jeden Tag.

am 26. Nov, 00:45


haben sie sich eigentlich schon mal die mühe gemacht, im taoismus nachzulesen, dass ALLES leben, und somit jedes lebewesen, aus männlicher UND weiblicher energie besteht? dass das einfach nur die - abstrakten- pole sind, zwischen denen die spannung entstehen kann, die leben heisst? und dass insofern kein weiser jemals der meinung war, das frauen nur aus weiblicher und männer nur aus männlicher energie bestünden, und deswegen sich ganz (bio-)logisch auch nur dementsprechend verhalten dürften ?

und wenn sie denn so schöpferbegabt sind, wie es ihr geschlecht ihren eigenen angaben per se will- ja, warum zitieren sie dann überhaupt 5000 jahre alte weisheiten, anstatt sich eine eigene, neue zu überlegen?

übrigens ist das zitieren ein empfangendes prinzip und liegt damit quasi ausserhalb ihres männlichen kompetenzbereichs; - da sie ja ein besserer mann werden wollen.






am 26. Nov, 01:08


p.s. ich würde mir jedenfalls, wenn ich nur noch empfangen dürfte, und das schöpfen dem mann überlassen müsste, einen kreativeren kopf als sie suchen- bei derart wenig esprit und einfallsreichtum wäre nämlich die ganze sippe bei dem geringsten problem zum untergang verdammt.
daher halte ich es im nachhinein für durchaus von vorteil, dass sie mit frau herman sympathisieren. wenn sich nämlich "bessere männer" wie sie mit "besseren frauen" wie eva paaren haben wir mit ein bisschen glück in wenigen generationen tatsächlich eine bessere welt- natürlich gesäubert von den bequemen und denkfaulen, die unverschämterweise auch noch herrschaftsansprüche geltend machen.


am 11. Sep, 18:08

Herzliche Gratulation zu diesem Artikel, Lyssa! Eine neue Diskussion über den Feminismus scheint ja tatsächlich in Gang zu kommen. Immer mehr Frauen und Männer erkennen, dass die Gleichberechtigung vorschnell als erreicht ausgerufen wurde. Dagegen gibt es auch immer mehr Männer und Frauen, die sich plötzlich wieder getrauen, sich zum geschlechterpolitischen Backlash zu bekennen.


am 30. Sep, 16:20

Sorry, aber ich denke der Feminismus ist gescheitert. Letztlich haben sich die Emanzen als nichts anderes als die Östrogenvariante des Macho herausgestellt. Frauen, welche einen Wettbewerb starteten, der lautet: "wer hat die meiste Phantasie, um in ganz normalen Dingen Frauenbenachteiligungen zu finden."
Ihr glaubt wirklich, ihr habt das Wissen was für Frauen gut ist und sie glücklich macht, gepachtet.

Ich freue mich, dass es Frauen wie Eva Herman gibt und sie wird Frauen wieder den Mut geben so zu handeln, wie sich sich wohl fühlen und nicht wie es von selbsternannten Frauenretterinnen vorgegeben wird.

am 26. Nov, 00:52

ja stimmt brigitte, das ist mir an evas artikel auch als allererstes ins auge gestochen, dieser ausdrückliche appell an das selbsbestimmungsrecht der frau: indem sie zum beispiel einfach manchmal besser die klappe hält, die frau.

hat sie vielleicht dich damit gemeint?