
Kompliziert ist the new eigentlich
von Neuro
Eigentlich bin ich gar nicht wirklich da. Eigentlich bin ich nur rein zufällig da, weil das Leben, das vorgeschriebene Drehbuch mit dem Regisseur Herrn Schicksal und der Frau Weltordnung, das so will. Aber eigentlich gehöre ich gar nicht hierher. Das weiß ich eigentlich. Eigentlich müsste ich jetzt mit meinen knapp über dreißig Jahren ganz woanders sein, ganz andere und großartigere Dinge machen, Rockstar sein oder wenigstens eine Anarcho-Modedesignerin mit einem Hang zum abstrakten Und eigentlich wollte ich ab knapp Dreißig nicht mehr arbeiten, meine Millionen von Dollars, angelegt in gefährlichen und waghalsigen Aktien, verwaltet mein gut aussehen der Akteinberater. Ich hätt’s eigentlich schaffen können. Und ich weiß ums verrecken nicht, wieso alles anders gelaufen ist, wieso Herr Schicksal sich da was anderes ausgedacht hat und wieso die Frau Weltordnung das zugelassen hat.
Der Masterplan war wohl nicht richtig ausgearbeitet. Die internationalen Wirtschaftskrisen, die globale Erderwärmung, die sterbende Wale, die Hormonschwankungen, der Östrogenspiegel, der Krieg den keiner will, der Frieden den auch keiner will. Hätte mir eigentlich alles denken können. Der große Versuch der Menschheit, die eigentlichen Ziele ihres Lebens zu verfolgen, scheitern meistens knapp vor der Zielgerade. Den Menschen die ich kenne, geht eigentlich nicht anders. Sind alle ausnahmslos irgendwann mal hängen geblieben, irgendwo zwischen Traum und Verwirklichung, gefolgt von Resignation und gesundem Menschenverstand. Da gab es auf einmal unerwartete Komplikationen, Frühgeburten, mobbende Arbeitgeber, Mama, Mama, der Typ da, der mag mich nicht, Professoren, denen das Gesicht nicht gepasst hat oder Frauen, wo man den Verstand total verlor, aber so was von total. Alles Dinge, die wir eigentlich so, gar nicht vorgesehen haben. Die eigentlich ganz anderes laufen müssten, und wir unternehmen nichts dagegen, weil ist eh zu spät.
Würde der Mensch, so ohne weiteres, die eigentlichen Dingen des Lebens beachten, und damit meine ich wirklich all die Eigentlichkeiten, die hinter jedem Satz, jedem Vorhaben, nicht ausgesprochen werden oder aber ist keiner da, der sie raushört, die kleinen Eigentlichkeiten, so ganz am Rande bemerkt, dann wäre die Welt wirklich, wirklich viel einfacher. Zumindest für dich, die anderen müssen schon selbst für sich selbst sorgen. Aber wein doch nicht, sei nicht traurig. Du machst jeden die Augen auf, lebst ein bisschen, machst du Augen zu, schläfst ein bisschen, deine 7 Stunden oder so, du nimmst die notwendige Mahlzeiten zu dir, nimmst du gering ab, nimmst du wieder ordentlich zu, deine ausgezeichnete Sozialkompetenz macht dich für die Umwelt erträglich, ohne dass sie Umwelt dir sozial und/oder kompetent entgegen kommt.
Du hast studiert, weil man einem eingeprägt hat, ohne Studium wäre man eine komplette null, oder hast Kinder auf die Welt gebracht, für die du in der Zukunft sorgen muss und denen erst mal den ganzen Mist mit dem Krieg und den sterbenden Walen erklären muss und nicht vergessen, sehr wichtig die Aufklärung! Die Kontoauszüge interessieren dich nur noch geringfügig, weil sie aufgehört haben spannend zu sein, läuft eigentlich alles wie am Schnürschen und das Augen-aufmachen, ein bisschen Leben, ein bisschen Essen, macht sogar Spaß. Obwohl du eigentlich was ganz anderes machen wolltest. Wäre bloß das verdammte Denken nicht da, das dir dein schönes Leben immer wieder so eigentlich macht, weil es dich vielleicht immer wieder in die Knie zwingt, und alles was dich die Knie zwingt, macht dir schlechte Laune. Das Aufstehen, die Schürfwunden, man wird ja nicht jünger. Es wäre so schön, wenn man einfach so beschließen könnte, dass es endlich an der Zeit ist, etwas kompromissloser zu denken und mal die Dinge machen, die man eigentlich schon immer machen wollte. Aber wie bereits erwähnt, geht das nicht so ohne weiteres. Weil eigentlich zu kompliziert das alles. Vielleicht warten wir alle eigentlich auf ein Wunder! Dass z.B. ein seriöser Verlag anruft und sagt: „Sehr geehrter Herr Blogger oder Frau Bloggerin, wir haben Sie gerade entdeckt, ihr Talent erkannt, ihren brillanten Stil, hier schon mal ein Scheck im Voraus, machen wir paar vorteilhafte Pressfotos in schwarz-weiß, bevorzugen Sie Sekt oder Selters?“
Aber das ist ja eigentlich nicht mein Wunder. Das Glauben an Wunder macht uns alle auch nicht glaubwürdiger als wir sind. Das Glauben alleine macht nicht glaubwürdiger. Der deutsche Aktienindex hat die vergangene Woche mit einem mageren Plus von 0,7 Prozent bei einem Punktestand von 5701 beendet. Was Börsianer Seitwärtsbewegung nennen, dokumentiert eine Unentschlossenheit der Marktteilnehmer. Wir warten auf Wunder und es passieren natürlich keine. Vielleicht sollt ich wirklich und ich meine wirklich und nicht eigentlich, aufhören auf Wunder zu warten, sondern das tun, was eigentlich Herr Schicksal und Frau Weltordnung so für mich so vorgesehen hat. Oder ist das „Vielleicht“ doch das neue „Eigentlich“?
Der Masterplan war wohl nicht richtig ausgearbeitet. Die internationalen Wirtschaftskrisen, die globale Erderwärmung, die sterbende Wale, die Hormonschwankungen, der Östrogenspiegel, der Krieg den keiner will, der Frieden den auch keiner will. Hätte mir eigentlich alles denken können. Der große Versuch der Menschheit, die eigentlichen Ziele ihres Lebens zu verfolgen, scheitern meistens knapp vor der Zielgerade. Den Menschen die ich kenne, geht eigentlich nicht anders. Sind alle ausnahmslos irgendwann mal hängen geblieben, irgendwo zwischen Traum und Verwirklichung, gefolgt von Resignation und gesundem Menschenverstand. Da gab es auf einmal unerwartete Komplikationen, Frühgeburten, mobbende Arbeitgeber, Mama, Mama, der Typ da, der mag mich nicht, Professoren, denen das Gesicht nicht gepasst hat oder Frauen, wo man den Verstand total verlor, aber so was von total. Alles Dinge, die wir eigentlich so, gar nicht vorgesehen haben. Die eigentlich ganz anderes laufen müssten, und wir unternehmen nichts dagegen, weil ist eh zu spät.
Würde der Mensch, so ohne weiteres, die eigentlichen Dingen des Lebens beachten, und damit meine ich wirklich all die Eigentlichkeiten, die hinter jedem Satz, jedem Vorhaben, nicht ausgesprochen werden oder aber ist keiner da, der sie raushört, die kleinen Eigentlichkeiten, so ganz am Rande bemerkt, dann wäre die Welt wirklich, wirklich viel einfacher. Zumindest für dich, die anderen müssen schon selbst für sich selbst sorgen. Aber wein doch nicht, sei nicht traurig. Du machst jeden die Augen auf, lebst ein bisschen, machst du Augen zu, schläfst ein bisschen, deine 7 Stunden oder so, du nimmst die notwendige Mahlzeiten zu dir, nimmst du gering ab, nimmst du wieder ordentlich zu, deine ausgezeichnete Sozialkompetenz macht dich für die Umwelt erträglich, ohne dass sie Umwelt dir sozial und/oder kompetent entgegen kommt.
Du hast studiert, weil man einem eingeprägt hat, ohne Studium wäre man eine komplette null, oder hast Kinder auf die Welt gebracht, für die du in der Zukunft sorgen muss und denen erst mal den ganzen Mist mit dem Krieg und den sterbenden Walen erklären muss und nicht vergessen, sehr wichtig die Aufklärung! Die Kontoauszüge interessieren dich nur noch geringfügig, weil sie aufgehört haben spannend zu sein, läuft eigentlich alles wie am Schnürschen und das Augen-aufmachen, ein bisschen Leben, ein bisschen Essen, macht sogar Spaß. Obwohl du eigentlich was ganz anderes machen wolltest. Wäre bloß das verdammte Denken nicht da, das dir dein schönes Leben immer wieder so eigentlich macht, weil es dich vielleicht immer wieder in die Knie zwingt, und alles was dich die Knie zwingt, macht dir schlechte Laune. Das Aufstehen, die Schürfwunden, man wird ja nicht jünger. Es wäre so schön, wenn man einfach so beschließen könnte, dass es endlich an der Zeit ist, etwas kompromissloser zu denken und mal die Dinge machen, die man eigentlich schon immer machen wollte. Aber wie bereits erwähnt, geht das nicht so ohne weiteres. Weil eigentlich zu kompliziert das alles. Vielleicht warten wir alle eigentlich auf ein Wunder! Dass z.B. ein seriöser Verlag anruft und sagt: „Sehr geehrter Herr Blogger oder Frau Bloggerin, wir haben Sie gerade entdeckt, ihr Talent erkannt, ihren brillanten Stil, hier schon mal ein Scheck im Voraus, machen wir paar vorteilhafte Pressfotos in schwarz-weiß, bevorzugen Sie Sekt oder Selters?“
Aber das ist ja eigentlich nicht mein Wunder. Das Glauben an Wunder macht uns alle auch nicht glaubwürdiger als wir sind. Das Glauben alleine macht nicht glaubwürdiger. Der deutsche Aktienindex hat die vergangene Woche mit einem mageren Plus von 0,7 Prozent bei einem Punktestand von 5701 beendet. Was Börsianer Seitwärtsbewegung nennen, dokumentiert eine Unentschlossenheit der Marktteilnehmer. Wir warten auf Wunder und es passieren natürlich keine. Vielleicht sollt ich wirklich und ich meine wirklich und nicht eigentlich, aufhören auf Wunder zu warten, sondern das tun, was eigentlich Herr Schicksal und Frau Weltordnung so für mich so vorgesehen hat. Oder ist das „Vielleicht“ doch das neue „Eigentlich“?




provinzler
am 2. Mrz, 16:33
am 2. Mrz, 17:08
@provinzler
na das ist schon mal was, anerkennung ist the new geld!
aber falls du mal irgendwannmal zu viel geld hast
und keine ahnung was du damit anstellen willst ( angeblich haben millionäre solche sorgen) dann mail an mich. sogar ohne ganzkörperfoto :-))
thnx!