CHäsCHueche

von Zorra
ChäsCHueche und CHriesiCHueche beinhalten nicht nur das Schweizer Länderkennzeichen CH (Confederation Helvetica) sondern sind auch, nebst ChochiCHäschtli, typische Schweizderdeutsche Wörter, die wir gerne Fremdsprachigen vorsagen, da sie für solche schwierig auszusprechen sind. Bei Chäs- und CHriesiCHueche handelt es sich um Kuchen, oder Wähen wie sie auch genannt werden. Einmal mit Käse, pikant, und einmal mit Kirschen, süss. Diese Kuchen werden in der ganzen Schweiz serviert.

Es gibt in der Schweiz, wie überall auf der Welt, viele regionale Spezialitäten und gerade solche fehlen mir manchmal als Auslandschweizerin sehr. Nicht, dass die spanische Küche schlecht wäre, aber meine Geschmacksnerven wurden als Kind auf Schweizer-Essen eingestellt. Wohl deshalb überkommen mich manchmal Gelüste nicht nur nach Schweizer Schoggi und Käse, welche es hier ohne Probleme zu kaufen gibt. Nein, Gelüste nach Bündnerfleisch, Saucisson vaudois, St. Galler Bratwurst oder einfach auf ein feines Bürli. (Wobei es nicht so ist, dass ich, als ich noch in der Schweiz lebte, diese Spezialitäten oft gegessen hätte. Es ist wohl eher so, dass wenn man es nicht hat, es einem fehlt. Hans-im-Schneckenloch-Syndrom quasi.)

Auch in Spanien gibt es, wie man kürzlich im Kochtopf lesen konnte eine Vielfalt von Würsten. Lange Zeit fand ich diese Würste ungeniessbar, bis ich mich an die „fremden“ Gewürze gewöhnt hatte. Inzwischen kommt vor allem die Chorizo häufer in Einsatz.

Glücklicherweise kann man vieles selbermachen. So muss ich nicht auf das feine Züri Geschnetzeltes, Luzerner Chügelipastetli und vieles mehr verzichten. Man findet im Ausland zwar nicht alle Zutaten, aber mit Improvisation und etwas Fantasie kriegt man etwas Gutes zusammen.

Und um wieder zum CHäsCHueche (na, Ausssprache geübt?) zurück zukommen, hier noch ein untradtionelles Rezept, bei dem ich beim Nachbacken natürlich wieder mal etwas improvisieren musste. Da es an der Käsetheke keinen Tilsiter zu kaufen gab, habe ich Greyerzer genommen. Anstelle des Apfelweins habe ich Weisswein verwendet und schlussendlich eine kleiner Form genommen, und nur knapp die Hälfte des Rezeptes zubereitet. Achtung, da muss man je nach Grösse der Zutaten, Aepfel und Zwiebeln evtl. etwas kleiner schneiden. Trotz alldem ist er köstlich geworden! Die Apfelstücke verleihen dem CHäsCHueche das gewisse Etwas.


CHäsCHueche
Rezept für 4 Personen

1 rund ausgewallter Kuchenteig (ca. 32 cm )
3 Äpfel (Kerngehäuse ausgestochen) in ca. 3 mm dicken Ringen
250 g rezenter Tilsiter, in ca. 3 mm dicken Scheiben
2 Zwiebeln, in ca. 3 mm dicken Ringen


Guss
1 dl Apfelwein
1 dl Rahm
2 Eier


Teig in das vorbereitete Blech legen, mit einer Gabel dicht einstechen. Äpfel und Käse mit den Zwiebeln kreisförmig darauf verteilen.

Guss: Apfelwein und alle Zutaten bis und mit Eiern gut verrühren, würzen, über den Kuchen giessen. Backen: 15 Min. auf der untersten Rille des auf 240 Grad vorgeheizten Ofens. Hitze auf 220 Grad reduzieren, 1/2 TL Salz wenig Cayennepfeffer wenig Muskat ca. 25 Min. fertig backen.

Herausnehmen, leicht abkühlen, Kuchen aus dem Blech nehmen, warm servieren.

Geschmacksnerven werden von Geburt an geprägt. So schwärmt eine von den köstlichen spanischen Spezialitäten umgebene Schweizerin immer noch unaufhaltsam von dem heißgeliebten CHäsCHuechli.
Zorra, eine 36-jährige Schweizerin, hat vor ein paar Jahren der alten Heimat adieu gesagt hat, und lebt seit dem in Andalusien. Als echter Blogoholic bloggt sie hier, hier und kocht zusammen mit anderen hier.
mindestens haltbar 01/2006
Jahrgang 02
Ausgabe 01
ISSN 1816-8159
Autor: Zorra
Titel: CHäsCHueche
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am 19. Jan, 16:03

"rezent" ist so ein cooles wort!
und danke fuer das rezept, jetzt habe ich eine idee, was ich heute abend machen kann (wenn auch ohne aepfle und mit dem blaetterteig, der noch im kuehlschrank wartet).

am 19. Jan, 16:52

wow, schaut das gut aus! muss ich unbedingt ausprobieren!


am 19. Jan, 17:43

au super zorra, das werd ich probieren. mit gruyere ... mmmh. merci vielmol. :)