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    <title>mindestenshaltbar.net: 0104 Revolution (Magazin für Meinungen)</title>
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    <description>Magazin für Meinungen</description>
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    <title>mindestenshaltbar.net: 0104 Revolution</title>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/255/">
    <title>Wir m&amp;uuml;ssen nicht wollen</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/255/</link>
    <description>Belgrad, Tiflis, Kiew  -  drei St&amp;auml;dte als Synonym f&amp;uuml;r die moderne Revolution. &lt;br /&gt;
Erst vor einigen Wochen titelte der Spiegel mit ihnen und sprach von der &quot;&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,384623,00.html&quot;&gt;Revolutions- GmbH&lt;/a&gt;&quot; &amp;#8211; eine Gesellschaft mit dezentraler F&amp;uuml;hrung, die den friedlichen Widerstand mittels Internet, Kongressen und den passenden Logos vermarktet, an Lokalit&amp;auml;ten anpasst und ihm ihren unverkennbaren Stempel aufdr&amp;uuml;ckt: Revolution &amp;#8211; ideologiefrei idealistisch. Ziel: der Machtwechsel. Was danach kommt, scheint egal. Man wei&amp;szlig; genau dass mit dem Abgang Milosevics, Schewardnadses oder der Verhinderung Janukowitschs die Probleme nicht gel&amp;ouml;st sind, aber das spielt keine Rolle.&lt;br /&gt;
Die Revolutions- GmbH k&amp;uuml;mmert sich nicht um das Morgen, sondern um das Hier und Jetzt, und das beschr&amp;auml;nkt sich vorerst darauf Diktatoren zu st&amp;uuml;rzen; gemeinsam aus einem echten Widerstand heraus, keinem gefakten. Gegen ein undemokratisches Regime anzuk&amp;auml;mpfen, hat Stil, seine Haare regierungskritisch zu f&amp;auml;rben, weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man beneidet sie, die Belgrader, Ukrainer, Georgier und wenn es sein soll, sogar die Chinesen, Nordkoreaner und Burmesen. Sie haben das Recht zum Aufstand, es handelt sich hierbei nicht um imagin&amp;auml;re Verbote, von denen es sich wie ein Pubertierender k&amp;uuml;nstlich zu befreien gilt, sondern um echte Emp&amp;ouml;rung, die wir uns als &quot;verdorbene Kinder des Westens&quot; -  so der franz&amp;ouml;sische Autor &lt;a href=&quot;http://www.perlentaucher.de/autoren/17780.html&quot;&gt;Camille de Toledo&lt;/a&gt; - verdienen m&amp;uuml;ssen. Und wie gerne, w&amp;uuml;rden einige, um nicht zu sagen viele, einmal wirklich aufbegehren, doch mangelt es ihnen an Authentizit&amp;auml;t und das wissen sie.&lt;br /&gt;
Als Opfer einer Geschichte, die wir nicht zu verantworten haben, Ideologien, die wir nicht entworfen haben und Utopien, die uns vorgetr&amp;auml;umt wurden, spielen wir auf einem abgeschlossenen Platz der gebrochenen Ideale wie Kinder, welche die ausgebleichten Kleidungsst&amp;uuml;cke ihrer Geschwister tragen. Es gibt nichts wogegen authentisch rebelliert werden kann. Die Revolte gegen das System wirkt kopiert, gegen Ideologien pathetisch und gegen die Familie aussichts- wenn auch zeitlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Camus&quot;&gt;Albert Camus&lt;/a&gt; &quot;ich emp&amp;ouml;re mich, also sind wir&quot; &amp;#8211; wurde l&amp;auml;ngst &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A9d%C3%A9ric_Beigbeder&quot;&gt;Fr&amp;eacute;d&amp;eacute;ric Beigbeders&lt;/a&gt; beil&amp;auml;ufiges &quot;ridiculo ergo sum.&quot; Was bleibt anderes &amp;uuml;brig, als die Dinge beim Namen zu nennen,  sich dem kollektiven &quot;Eine andere Welt ist m&amp;ouml;glich&quot; - Antiglobalisierungskitsch anzuschlie&amp;szlig;en um es im selben Augenblick zu bel&amp;auml;cheln. Oder wie es Toledo subsummiert unter dem Begriff des Massendandyismus: &quot;der Lebensumstand eines Mannes, der auf einem M&amp;uuml;llhaufen sitzt und lacht.&quot; Er lacht, weil er sich entschieden hat, auf dem M&amp;uuml;llhaufen und nicht dagegen zu leben. Es herrscht eine &amp;Auml;ra des permanenten Zynismus, deren zeitgen&amp;ouml;ssische Revolte darin besteht, gegen diesen Zynismus anzuk&amp;auml;mpfen und sich nach ein bisschen Kitsch und Pathos des Ehrlichen und Echten zu sehnen. &lt;br /&gt;
Doch wer sagt denn, dass wir nicht gerne auf diesem M&amp;uuml;llhaufen sitzen? Schlie&amp;szlig;lich haben wir uns entschieden l&amp;auml;cherlich zu sein. Hauptsache authentisch, auch wenn das zur Folge hat, dass man stinkt.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Instant Illusion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-05T13:46:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/254/">
    <title>Die Revolution im K&amp;uuml;hlregal</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/254/</link>
    <description>Ich hab ja keine Ahnung, aber ich habe das Gef&amp;uuml;hl, Revolutionen waren fr&amp;uuml;her blutr&amp;uuml;nstiger, brutaler und w&amp;auml;rmer. Ich denke da an Mittelamerika und die Karibik. Zigarrenrauchende S&amp;uuml;dl&amp;auml;nder mit kurzen Uniformhemden, stets mit Pistole am G&amp;uuml;rtel und auch mal bereit einen Konterrevolution&amp;auml;r abzuknallen oder f&amp;uuml;r den Sozialismus zu sterben.  &lt;br /&gt;
Warme L&amp;auml;nder, hei&amp;szlig;e Revolutionen. Das ist nat&amp;uuml;rlich Quark, Revolutionen hatten nie etwas mit den klimatischen Randbedingungen zu tun. W&amp;auml;re aber eine sch&amp;ouml;ne &amp;Uuml;berleitung zu modernen Revolutionen gewesen, zu kalten und friedlichen Revolutionen, zum Beispiel die in Deutschland im Herbst 1989. Oder die &amp;#8220;Orangene&amp;#8221; Revolution 2004 in der Ukraine. Eiskalt war es in Kiew, als Tausende in orangenen Klamotten auf die Strassen und Pl&amp;auml;tze gingen. So bitterkalt wie im K&amp;uuml;hlregal. Da passte es gut, dass &lt;a href=&quot;http://www.klitschko.com/de/index_de.html&quot;&gt;die Botschafter&lt;/a&gt; der &lt;a href=&quot;http://milchschnitte.de/&quot;&gt;Kindermilchschnitte&lt;/a&gt;, Wladimir und Vitali Klitschko, quasi direkt vom K&amp;uuml;hlregal, sich an der Revolution in ihrer Heimat &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/ 
RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E87B81A3AFE0349E3A294A91D0CAB6B28~ATpl~Ecommon~Sdetail_image~Aimg~E1 
.html&quot;&gt;beteiligen&lt;/a&gt; konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so einfach macht es einem die Geschichte nicht. Wohl aber die Werbung. Dank Werbung kann jeder, zu jeder Zeit an Revolutionen teilnehmen. Zum Beispiel an der &amp;#8220;probiotischen Revolution&amp;#8221;. Die findet wirklich im K&amp;uuml;hlregal statt und wer teilnehmen will muss sich nur einen probiotischen Drink kaufen, oft ist das sogar mit &amp;#8220;Geld-zur&amp;uuml;ck-Garantie&amp;#8221; m&amp;ouml;glich. Wer an der Revolution teilnimmt und solche probiotischen Lebensmittel zu sich nimmt, l&amp;auml;sst quasi freundlich gesinnte Agenten in seinen Magen-Darm Trakt die sehr &amp;uuml;berlebensf&amp;auml;hig (probiotisch eben) sind und feindliche Angriffe im Magen &amp;uuml;berstehen, als Schl&amp;auml;fer quasi, um dann im Darm aufzur&amp;auml;umen und dort sch&amp;auml;dliches Zeugs zu eliminieren. Das zumindest suggeriert die &lt;strike&gt;Propaganda&lt;/strike&gt; Werbung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#8220;probiotische Revolution&amp;#8221; ist Teil eines gro&amp;szlig;en Ganzen das sich anschickt die Weltherrschaft &amp;uuml;ber die Verkaufsregale zu erlangen und zwar Teil der sogenannten &amp;#8220;Funktions-Nahrungsmittel Revolution&amp;#8221; die auch noch fraktions&amp;uuml;bergreifend wirkt (links und rechtsdrehend). Zu dieser Revolution wurde auch schon ein Manifest ver&amp;ouml;ffentlicht, das auch k&amp;auml;uflich zu erwerben ist: &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/1853836885/qid%3D1133122300/028-4227399-7264543&quot;&gt;The  Functional Foods Revolution&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss sich tief vor Frau &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Luxemburg&quot;&gt;Rosa Luxemburg&lt;/a&gt; verneigen, die vor vielen Jahren vorhersah, dass der Molkerei und milchwirtschaftliche Komplex versuchen w&amp;uuml;rde, die revolution&amp;auml;ren Kr&amp;auml;fte an sich zu binden und zum eigenen Vorteil zu nutzen:

&lt;blockquote&gt;Die Revolution ist gro&amp;szlig;artig, alles andere ist Quark.  &lt;br /&gt;
(Rosa Luxemburg)&lt;/blockquote&gt;

Doch nicht nur die Milchindustrie ist revolution&amp;auml;r t&amp;auml;tig. Auch die Hersteller von &lt;strike&gt;Opium&lt;/strike&gt; Beruhigungsmitteln f&amp;uuml;r das Volk versuchen revolution&amp;auml;re Kr&amp;auml;fte zu kanalisieren und zu ihrem Vorteil zu nutzen. W&amp;auml;hrend der franz&amp;ouml;sischen Revolution mussten B&amp;uuml;rger mit Ambitionen auf hohe Regierungs&amp;auml;mter zuerst den K&amp;ouml;nig mittels einer Guillotine aus dem Weg r&amp;auml;umen. im modernen Mitteleuropa ist das einfacher geworden, &amp;#8220;&lt;a href=&quot;http://www.koenig.de/brauerei/presse/marke1.php&quot;&gt;heute ein K&amp;ouml;nig&lt;/a&gt;&amp;#8221; zu sein ist nur eine oder zwei Flaschen Bier entfernt. Auch die Agrarindustrie, die Bauernst&amp;auml;nde, stehen in einer langen revolution&amp;auml;ren Tradition die sie auch gegenw&amp;auml;rtig weiter verfolgen. So motivierte die Firma Pfanni 1995 das Volk mit folgender Agitation:

&lt;blockquote&gt;Jede Revolution beginnt mit einem Auflauf. (Pfanni)&lt;/blockquote&gt;

Die Agitation war zumindest in Deutschland erfolgreich, glaubt man dem Propagandab&amp;uuml;ro des deutschen Bauernstandes. Denn in &amp;#8220;der K&amp;uuml;che&amp;#8221; kam es bereits zur Revolution:

&lt;blockquote&gt;Jede zweite Knolle geht inzwischen in die Verarbeitung von Kartoffelp&amp;uuml;ree in Pulverform &amp;#8211; das galt vor vielen Jahrzehnten als kulinarische Revolution. (&lt;a href=&quot;http://www.cma.de/wissen_70653.php&quot;&gt;CMA&lt;/a&gt;)&lt;/blockquote&gt;

War es fr&amp;uuml;her mitunter schwierig Regierungseinrichtungen zu st&amp;uuml;rmen, so helfen heutzutage sogar Banken &amp;#8220;den Weg frei zu machen&amp;#8221;. Auch Regierungsorganisationen geben Einkaufstipps (&amp;#8220;kauft nur bei bio-bauern!&amp;#8221;) oder &lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/mickie/sets/983397/&quot;&gt;Umsturztipps&lt;/a&gt; gegen Regierungen die einen ungesunden, konterrevolution&amp;auml;ren Lebensstil f&amp;ouml;rdern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Revolution muss nat&amp;uuml;rlich auch verteidigt werden, die St&amp;auml;rkung der &amp;#8220;Abwehrkr&amp;auml;fte&amp;#8221; schreiben sich viele revolution&amp;auml;re Produkte auf die Fahnen (&amp;#8220;Casei Defensis unterst&amp;uuml;tzt das nat&amp;uuml;rliche Gleichgewicht unserer Darmflora und hilft die Ausbreitung unerw&amp;uuml;nschter Bakterien zu verhindern&amp;#8221;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit l&amp;auml;ngerer Zeit laufen Verhandlungen aller revolution&amp;auml;ren Kr&amp;auml;fte, alte &amp;uuml;berholte Revolutionsprosa wie &amp;#8220;Sozialismus oder Tod&amp;#8221; umzuwandeln in &amp;#8220;probiotische und gesunde Ern&amp;auml;hrung oder fr&amp;uuml;her Tod&amp;#8221;.  &lt;br /&gt;
Radikale Di&amp;auml;t &lt;strike&gt;Ideologen&lt;/strike&gt; Vordenker und Verfechter makrobiotischer Ern&amp;auml;hrung versuchen das Volk auf den revolution&amp;auml;ren Pfad zu f&amp;uuml;hren:

&lt;blockquote&gt;Seid ihr bereit, eine Revolution anzufangen? (Madonna, am Live8-Konzert in London, 2. Juli 2005)&lt;/blockquote&gt;

Jeder kann an der Revolution teilhaben, man muss am K&amp;uuml;hlregal nur auf das &lt;a href=&quot;http://mindestenshaltbar.net/&quot;&gt;mindesthaltbarkeit&lt;/a&gt;sdatum achten.
</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Cover</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-05T11:51:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/273/">
    <title>Ich w&amp;auml;r so gerne revolution&amp;auml;r!</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/273/</link>
    <description>Klein Ernesto ist schm&amp;auml;chtig, zwar ein gut aussehender Kerl, aber eben schm&amp;auml;chtig. Au&amp;szlig;erdem ist er Asthmatiker und kippt beim Rugby manchmal um und r&amp;ouml;chelt nach Luft. Er ist angehender Mediziner und Papa h&amp;auml;lt ihn dazu an sein Studium rasch zu beenden. Aber &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Che_Guevara&quot;&gt;Ernesto Guevara de la Serna&lt;/a&gt; geht lieber mit seinem Kumpel &lt;a href=&quot;http://film.guardian.co.uk/interview/interviewpages/0,6737,1146746,00.html&quot;&gt;Alberto Granado auf S&amp;uuml;damerika Tour&lt;/a&gt;. Dort trifft er jede Menge arme Menschen und h&amp;ouml;rt sich deren Geschichten an. Die ber&amp;uuml;hren ihn derma&amp;szlig;en, dass er sich entscheidet Revolution&amp;auml;r zu werden und f&amp;uuml;r seine Ideale in Kuba, im Kongo und in Bolivien zu k&amp;auml;mpfen um schlie&amp;szlig;lich am 9. Oktober 1967 vom CIA ermordet zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Revolution&amp;auml;re sehen anders aus, oder? Meine Informationen &amp;uuml;ber &quot;Che&quot; Guevara sind zwar sehr popul&amp;auml;rwissenschaftlich und zugegeben sehr oberfl&amp;auml;chlich aber trotzdem. &quot;&lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3462034499/302-2966495-0201643&quot;&gt;The Motorcycle Diaries&lt;/a&gt;&quot; von Ernesto Che Guevara ist eines von drei B&amp;uuml;chern &amp;uuml;ber &quot;Revolution&amp;auml;re&quot; die sich bei mir zu Hause finden lassen. Das Buch hab ich nur bis zur H&amp;auml;lfte gelesen, ich fand es nicht besonders gut geschrieben. Und k&amp;uuml;rzlich sah ich &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B00098FLD4/302-2966495-0201643&quot;&gt;den Film dazu auf DVD&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da stellten sich mir einige Fragen &amp;#8211; Wie wird man zum Revolution&amp;auml;r, wie sieht denn der prototypische Revolution&amp;auml;r aus und haben wir alle das Zeug zum Revolution&amp;auml;r? Wollen wir nicht alle sowohl revolution&amp;auml;r als auch Revolution&amp;auml;r sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Eine Revolution bezeichnet in der Soziologie immer einen radikalen und meist, jedoch nicht immer einen gewaltt&amp;auml;tigen Umsturz(-versuch) der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verh&amp;auml;ltnisse, der von einer organisierten (nicht notwendig geheimen) Gruppierung von Neuerern getragen wird und die Unterst&amp;uuml;tzung gr&amp;ouml;&amp;szlig;erer Bev&amp;ouml;lkerungsteile findet&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So definiert Wikipedia also eine &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Revolution&quot;&gt;Revolution&lt;/a&gt;. Der zugeh&amp;ouml;rige &quot;Macher&quot;, der Revolution&amp;auml;r der wird wie folgt beschrieben: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Radikaler und rapider sozialer Wandel (&amp;raquo;Revolutionen&amp;laquo;) kn&amp;uuml;pfte sich auch an erfolgreiche politische, oft auch charismatische Pers&amp;ouml;nlichkeiten, deren soziologische Urteilskraft sich eher nur implizit erschlie&amp;szlig;t, deren soziale Wirkung jedoch bewusst und gewollt revolution&amp;auml;r war.&lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anderen beiden B&amp;uuml;cher sind zum einen &quot;&lt;a href=&quot;http://www.infopartisan.net/archive/maobibel/maobibel.html&quot;&gt;Worte des Vorsitzenden Mao Tse Tung&lt;/a&gt;&quot;, ausnahmsweise nicht auf Amazon zu finden (&lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3100006038/302-2966495-0201643&quot;&gt;doch&lt;/a&gt;!), und ein skurriles Mitbringsel von meinem Shanghai Trip vor eineinhalb Jahren. So steht da im Vorwort: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Die Ideen Mao Tse-Tungs sind der Marxismus Leninismus jener Epoche, in welcher der Imperialismus seinem totalen Zusammenbruch und der Sozialismus seinem weltweiten Sieg entgegengeht.&lt;/cite&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann man sich irren. Das war eben die Auflage von 1967. Und das dritte Buch, das ich noch anzubieten h&amp;auml;tte ist das &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3150083230/302-2966495-0201643&quot;&gt;Manifest der Kommunistischen Partei&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx&quot;&gt;Karl Marx&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Engels&quot;&gt;Friedrich Engels&lt;/a&gt;. Im Endeffekt haben mich beide Werke nicht vom Hocker gerissen, aber anf&amp;auml;nglich durchaus mein Interesse geweckt. Es sind Werke von Revolution&amp;auml;ren oder revolution&amp;auml;re Werke, aber sie waren wenig hilfreich meine Fragen zu beantworten. Au&amp;szlig;erdem ist man heutzutage ja schon &lt;a href=&quot;http://www.google.at/search?q=revolution%C3%A4r&amp;amp;sourceid=mozilla-search&amp;amp;start=0&amp;amp;start=0&amp;amp;ie=utf-8&amp;amp;oe=utf-8&amp;amp;client=firefox-a&amp;amp;rls=org.mozilla:de-DE:official&quot;&gt;bald einmal revolution&amp;auml;r&lt;/a&gt;. Angefangen vom &lt;a href=&quot;http://www.google.at/search?hs=ZcZ&amp;amp;hl=de&amp;amp;client=firefox-a&amp;amp;rls=org.mozilla%3Ade-DE%3Aofficial&amp;amp;q=%22revolution%C3%A4rer+Verschluss%22&amp;amp;btnG=Suche&amp;amp;meta=&quot;&gt;revolution&amp;auml;ren Verschluss von Inlineskates&lt;/a&gt; bis zur revolution&amp;auml;ren neuen Schuhsohle mit atmungsaktiver Doppelkammer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum sind Revolutionen eigentlich so inflation&amp;auml;r geworden? Wollen wir alle unbedingt revolution&amp;auml;r sein? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, weil wir dann automatisch erfolgreich, charismatisch und hervorstechend sind. Weil wir eben nicht einer der grauen Punkte der gro&amp;szlig;en Masse sein wollen, die jeden Tag in der Fr&amp;uuml;h aufsteht, seine Kelloggs Cornflakes mit Milch isst, eine Tasse Kaffee trinkt, mit der U-Bahn in die Arbeit f&amp;auml;hrt, den PC andreht, 8 Stunden arbeitet, nach Hause kommt, zu Abend isst, zwei Stunden fernsieht und schlafen geht um auf den n&amp;auml;chsten spannenden Morgen zu warten. Weil man sich an Revolution&amp;auml;re auch noch Generationen sp&amp;auml;ter erinnert, weil &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-form/ref=sr_sp_go_qs/302-2966495-0201643&quot;&gt;&amp;uuml;ber sie B&amp;uuml;cher geschrieben&lt;/a&gt; werden, Filme gedreht, &lt;a href=&quot;http://www.google.at/search?hl=de&amp;amp;hs=tKu&amp;amp;client=firefox-a&amp;amp;rls=org.mozilla:de-DE:official&amp;amp;q=Karl+Marx+Strasse&amp;amp;spell=1&quot;&gt;Stra&amp;szlig;en benannt&lt;/a&gt; werden und weil &lt;a href=&quot;http://images.oldglory.com/product/013940MITSc.jpg&quot;&gt;Ihre Konterfeis auf T-Shirts gedruckt&lt;/a&gt; werden. Weit mehr als &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/15_minutes&quot;&gt;15 Minuten Ruhm&lt;/a&gt; eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, wir wollen keine Revolution&amp;auml;re sein, weil man als Revolution&amp;auml;r irgendwann einmal jemanden erschie&amp;szlig;en muss, oder zumindest erschie&amp;szlig;en lassen. Au&amp;szlig;er man ist einer der wenigen &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther_King&quot;&gt;pazifistischen&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Gandhi&quot;&gt;Revolution&amp;auml;re&lt;/a&gt;. Aber dann wird man erschossen und das lohnt sich ja auch nicht. Au&amp;szlig;erdem muss man sein ganzes Leben aufopfern, auf Kinder und gl&amp;uuml;ckliche Familie verzichten, aber meistens sind viele ergebene Geliebte zu erwarten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage ist ja viel eher, hat jeder von uns das Zeug zum Revolution&amp;auml;r? Tr&amp;auml;gt jeder von uns das Potential, das Samenkorn in sich eine die Welt ver&amp;auml;ndernde Revolution zu entfachen? Aber das f&amp;uuml;hrt uns wohl in eine langwierige und anstrengende Diskussion &amp;uuml;ber &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Determinismus&quot;&gt;Determinismus&lt;/a&gt; und Co&amp;#8230;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin ja auch mitten in einer Revolution &amp;#8211; wirklich. Das wurde mir vergangene Woche auf der &lt;a href=&quot;http://lesblogs.typepad.com/&quot;&gt;LesBlogs 2.0&lt;/a&gt; in Paris erst richtig bewusst. Ich hatte die Gelegenheit die Informationselite der Zukunft versammelt zu sehen. An die 350 tippenden und schwitzenden Geeks (leider ist auch diese Revolution mehrheitlich m&amp;auml;nnlich) in einem Vortragssaal. Ihre Waffen sind Laptops, WiFIs, RSS Feeds, Blogs und Ihre ungebrochene &amp;Uuml;berzeugung. Damit letztere auch erhalten bleibt trifft man sich regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig, auch international, w&amp;auml;hlt Sprecher aus den eigenen Reihen aus, die das sagen, was wir alle wissen und wovon wir ohnehin &amp;uuml;berzeugt sind. Au&amp;szlig;enstehende oder gar Kritiker sind kaum da oder interessieren sich nicht f&amp;uuml;r das Gerede. Weblogs und &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Social_software&quot;&gt;Social Software&lt;/a&gt; sind eine &lt;a href=&quot;http://www.amazon.com/gp/product/0596007337/103-8569917-0343066?v=glance&amp;amp;n=283155&quot;&gt;Medienrevolution&lt;/a&gt; gleichen Ausma&amp;szlig;es wie die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg&quot;&gt;Gutenbergsche&lt;/a&gt; Druckmaschine. Heute kann jeder Internetuser &lt;a href=&quot;http://www.twoday.net/members/newsite&quot;&gt;mit wenigen Handgriffen&lt;/a&gt; dieselbe potentielle Reichweite wie &lt;a href=&quot;http://www.cnn.com&quot;&gt;CNN.com&lt;/a&gt; haben und &lt;a href=&quot;http://www.sifry.com/alerts/Slide0002-1.gif&quot;&gt;zig Millionen weltweit&lt;/a&gt; machen schon davon Gebrauch. Und wir ver&amp;auml;ndern die Welt, t&amp;auml;glich. Die Self-fulfilling-prophecy-Karawane funktioniert wie geschmiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders &amp;uuml;berzeugend brachte diese Tatsache &lt;a href=&quot;http://www.benhammersley.com/&quot;&gt;Ben Hammersley&lt;/a&gt; in seiner Pr&amp;auml;sentation auf den Punkt. Er erkl&amp;auml;rte in seinem Beitrag &quot;&lt;i&gt;Eight ideas that will really revolutionize the 21st century (and why blogging isn&apos;t one of them)&lt;/i&gt;&quot;. Am Ende stellte er fest, dass blogging eben nicht eine der acht Ideen ist &amp;#8211; sondern gleich alle auf einmal. All die acht revolution&amp;auml;ren Ideen die WIRKLICH das 21. Jahrhundert ver&amp;auml;ndern werden, werden direkt oder indirekt durch blogging realisiert! Danach war mir klar, die Zukunft der Menschheit liegt in unserem Zehnfingersystem und ich bin ein Revolution&amp;auml;r. So schmeckt das Schnitzel gleich noch besser und - &lt;i&gt;Herr Ober, einen Cuba Libr&amp;eacute; bitte...&lt;/i&gt; </description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-12T10:04:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/263/">
    <title>Manche Wege sind unergr&amp;uuml;ndlich</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/263/</link>
    <description>&lt;p style=&quot;text-align:right&quot;&gt;&lt;small&gt;&lt;i&gt;Wo ist Zuhause, Mama? &lt;br /&gt;
Auf der gro&amp;szlig;en Stra&amp;szlig;e. &lt;br /&gt;
Doch diese Stra&amp;szlig;e ist so lang, so endlos lang. &lt;br /&gt;
Ich kann das Ende nicht seh&apos;n...&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
(Johnny Cash, &quot;Wo ist Zuhause, Mama?&quot;)&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;

Angeblich ist es was im Gehirn, behauptet die Wissenschaft. Irgendwelche Lappen, Br&amp;uuml;cken und Synapsen. Oder dieselben Gene, die auch dazu f&amp;uuml;hren, dass man als kleiner Junge Trapper und Indianer spielt. Aber seien es elektrische Funken in der Gro&amp;szlig;hirnrinde oder knierzerschindende Spiele mit Pfeil und Bogen in den Dornb&amp;uuml;schen der Vorstadt, eines ist gewiss: Frauen sind von der Venus, und M&amp;auml;nner gehen im Gel&amp;auml;nde nicht verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun komme keiner mit &amp;#8222;Geschlechterklischee&amp;#8220;. Ich z.B. kann einen Knopf ann&amp;auml;hen, aber ums Verrecken nicht Autofahren, geschweige denn r&amp;uuml;ckw&amp;auml;rts einparken. Aber ich wei&amp;szlig;, wie man eine Karte liest und kann Links und Rechts unterscheiden. So kommt es, dass ich mich &amp;uuml;berall zurechtfinde, sei es in gro&amp;szlig;en St&amp;auml;dten oder in den spinnwebverhangenen Labyrinthen von &lt;i&gt;Doom&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Sommers, tief in der Einsamkeit der bretonischen Wildnis, beschlossen meine Begleiterin und ich, die Pl&amp;auml;tze zu tauschen. Ich wollte auch mal l&amp;auml;ssig hinter dem Lenkrad sitzen und hoffte auf navigatorische Unterst&amp;uuml;tzung vom Beifahrersitz. Na, da waren aber Hopfen und Plan rasch verloren. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich das stetig nerv&amp;ouml;ser werdende, offenbar orientierungslose Drehen der zugegebenerma&amp;szlig;en etwas unhandlichen Karte.Vor mir beobachtete ich das zunehmend nerv&amp;ouml;ser werdende Trommeln der Finger aufs Lenkrad. Dann wechselte die Ampel die Farbe. 
&lt;br&gt;&amp;#8222;Und, wohin?&amp;#8220; fragte ich, deutlich interessiert. Vom Beifahrersitz kam keine Antwort, die Karte wurde nur heftiger gedreht und geknickt, begleitet nur von irritiert-verzweifelten Blicken aus dem Wagenfenster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Das Blaue ist das Meer&amp;#8220;, entschl&amp;uuml;pfte es mir mit einem wirklich nur leisen Anflug von Sarkasmus. Denn schlie&amp;szlig;lich hei&amp;szlig;t es auch in Stunden der Not und in den Sekunden der Entscheidung (linke Spur, rechte Spur?) Ruhe und mehr noch Mutterwitz bewahren. Doch es half alles nichts, keine zweihundert Meter sp&amp;auml;ter rauschte ich mit krachendem Getriebe an den Stra&amp;szlig;enrand (zum Gl&amp;uuml;ck musste ich nicht r&amp;uuml;ckw&amp;auml;rts einparken), und wir tauschten die Pl&amp;auml;tze zur&amp;uuml;ck. Der Wagen atmete auf unter der z&amp;auml;rtlichen F&amp;uuml;hrung meiner Begleiterin, ich atmete auf, weil ich mit raschem &lt;i&gt;&amp;agrave; gauche, &amp;agrave; droite&lt;/i&gt; das Schiff zur&amp;uuml;ck auf Kurs gebracht hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So versteht es sich von selbst, dass ich auch in der gro&amp;szlig;en Stadt gerne behilflich bin. Neulich der alten Dame zum Beispiel, die mich in der U-Bahn hilfesuchend ansprach. Ja, ob sie denn richtig sei, auf dem Weg zum Jungfernstieg? Na, da hatte sie aber Gl&amp;uuml;ck, auf einen alten Pfadfinderfuchs gesto&amp;szlig;en zu sein. &lt;br&gt;&amp;#8222;Werte Dame&amp;#8220;, meinte ich wohlwollend und im stillen Bewusstsein, dass wenn schon eine junge Frau den Weg nicht findet, man eine betagte Rentnerin umso mehr entschuldigen muss. &amp;#8222;Leider sind Sie v&amp;ouml;llig falsch. Zum Jungfernstieg m&amp;uuml;ssen Sie genau in die andere Richtung. Am besten steigen Sie an der n&amp;auml;chsten Station aus und nehmen die andere Bahn.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;Uuml;berrascht und ein wenig aufgeregt bedankte sie sich vielmals bei mir, der ich das aber ohne viel Aufhebens und abwinkend entgegennahm. &amp;#8222;Kannjamalpassieren&amp;#8220; und &amp;#8222;Sofr&amp;uuml;hammorgen&amp;#8220; murmelte ich freundlich, half der Dame noch aus der T&amp;uuml;r und winkte ihr freundlich nach, ganz berauscht von meiner Gutherzigkeit und dem selbstgewissen Gef&amp;uuml;hl, dem heutigen Tag bereits die gute Tat abgerungen und eine alte Frau vor Ungemach bewahrt zu haben. Erst der Name der n&amp;auml;chsten Station stach wie eine feine Nadel in den schrumpeligen Luftballon meiner Selbstzufriedenheit. Gut, hatte die alte Dame also Recht gehabt. Ich selbst war in der falschen Richtung unterwegs. Kein Drama, finde ich. &lt;i&gt;Kannjamalpassieren&lt;/i&gt;. Und so ein alte Dame, nun, die hat es gewiss nicht eilig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser lief es an einem der letzten warmen Herbsttage. Ein offener Wagen hielt neben mir. &amp;#8222;Hello&amp;#8220;, winkte der sportive Cabrio-Fahrer mit keckem Baseballk&amp;auml;ppi und breitem US-Akzent. &amp;#8222;Wo g&amp;auml;&amp;auml;ts d&amp;auml;nn hier su sehn Elbbrukken?&amp;#8220; Ha! Da hatte er zum Gl&amp;uuml;ck den richtigen erwischt. &amp;#8222;Howdy&amp;#8220;, rief ich freundlich und landsm&amp;auml;nnisch zugleich. Denn ich kenne mich nicht nur auf allen Wegen, sondern auch im Land der tausend Sprachen aus und spreche viele Zungen. Zudem meine ich, dass man die delikate Angelegenheit der deutsch-amerikanischen Freundschaft nicht nur vom Wege verirrter Politiker &amp;uuml;berlassen darf. &amp;#8222;Immer in diese Richtung!&amp;#8220; winkte ich also fr&amp;ouml;hlich - und wies in irgendeine Richtung. Begeistert lie&amp;szlig; der sportive Automobilist seinen Kaugummi knallen, hob gr&amp;uuml;&amp;szlig;end den Arm und kurvte um die Ecke. Ein sch&amp;ouml;ner Tag. In Hamburg kann man n&amp;auml;mlich fahren, wohin man will. Ob Norden oder S&amp;uuml;den: An jeder Kreuzung steht ein Schild &lt;i&gt;Richtung Elbbr&amp;uuml;cken&lt;/i&gt;. Glaube ich jedenfalls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Tage sp&amp;auml;ter sprach mich auf der Stra&amp;szlig;e ein blinder Mann an. Mit seinem wei&amp;szlig;en Stock hatte er sich an einem Bauzaun verhakt. Offenbar, so fiel mir auf, habe ich einen Magneten f&amp;uuml;r orientierungslose Menschen. Ich bugsierte den Blinden aus seiner Kalamit&amp;auml;t und bot gleich weitere Hilfe an. Ob ich ihn zur Bushaltestelle lotsen k&amp;ouml;nne. Kein Problem, meinte ich, hakte mich unter und schlug behutsam die Richtung zu den Bussen ein. Aber kaum hatten wir das feste Trottoir unter den F&amp;uuml;&amp;szlig;en, zog mein Begleiter so im Tempo an, dass ich kaum nachkam. &amp;#8222;Hier m&amp;uuml;ssen wir aber langsamer gehen&amp;#8220;, hechelte ich, ein wenig kurzatmig. &amp;#8222;Vor uns gehen ein paar Leute.&amp;#8220; &amp;#8222;Kein Problem&amp;#8220;, meinte der Blinde. Daf&amp;uuml;r h&amp;auml;tte er ja seinen Stock. Der w&amp;auml;re ihm Lotse und Martinshorn zugleich. Und mit festem Tapp-Tapp, das keine Widerrede duldete, schlug er mit dem Stock auf den Boden. Die Leute vor uns schreckten zusammen und stoben auseinander. Gleich Moses das Rote Meer teilte der Mann doch tats&amp;auml;chlich mit seinem Stock die Menschenmenge und preschte mit mir im Schlepptau mitten hindurch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8222;In welche Richtung m&amp;uuml;ssen Sie denn?&amp;#8220; fragte ich, nun aber deutlich au&amp;szlig;er Atem. Und f&amp;uuml;gte leutselig hinzu: &amp;#8222;Nicht, dass ich sie noch in den falschen Bus setze, ha ha...&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Mich k&amp;ouml;nnen Sie nicht in den falschen Bus setzen, junger Mann.&amp;#8220; Und er grinste in meine Richtung. &amp;#8222;Ich wei&amp;szlig; genau, wo ich bin!&amp;#8220; Verbl&amp;uuml;fft sah ich, wie er ohne zu Z&amp;ouml;gern seinen Bus bestieg. Und ein wenig fragte ich mich, wo ich eigentlich war.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-09T12:38:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/253/">
    <title>Outsourcing der Palastrevolution</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/253/</link>
    <description>Man sollte als Jugendlicher irgendwann mal gegen irgendetwas rebelliert haben. Gegen die Eltern, die Lehrer, gegen &amp;#8222;das System&amp;#8220;, ganz egal. Die Inhalte sind zun&amp;auml;chst sekund&amp;auml;r, wichtig ist das Gef&amp;uuml;hl, eine Mini-Revolution angezettelt zu haben. Das ist gut f&amp;uuml;rs die Identit&amp;auml;tsfindung, f&amp;uuml;rs Selbstbewu&amp;szlig;tsein und f&amp;uuml;r die Abnabelung vom Elternhaus. Und mit etwas Gl&amp;uuml;ck kann man sp&amp;auml;ter, wenn man l&amp;auml;ngst im kuscheligen Scho&amp;szlig; des vormals so bek&amp;auml;mpften &amp;#8222;Systems&amp;#8220; angekommen ist, tolle Anekdoten von bei Punkkonzerten zertr&amp;uuml;mmerten Kneipen (die man aus Angst vor der Ordnungsmacht l&amp;auml;ngst vor dem H&amp;ouml;hepunkt verlassen hat, aber das tut 20 Jahre sp&amp;auml;ter nichts zur Sache) oder berauschten Pilgerreisen zu Grateful Dead Konzerten erz&amp;auml;hlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur was soll man tun, wenn die eigenen Eltern furchtbar aufgekl&amp;auml;rt, wahnsinnig liberal und rund um die Uhr verst&amp;auml;ndnisvoll sind? Gegen was bitte soll man sich da auflehnen, wie soll man diesen wichtigen Teil des Erwachsenwerdens absolvieren? Meine Eltern waren gro&amp;szlig;e Anh&amp;auml;nger der antiautorit&amp;auml;ren Erziehung, die absolute Entfaltungsfreiheit ihrer Kinder ging ihnen &amp;uuml;ber alles. &amp;Uuml;ber ihre Nerven, &amp;uuml;ber ihren Ruf in der Verwandtschaft, &amp;uuml;ber ihr Mobiliar, das h&amp;auml;ufig unter meinem fr&amp;uuml;hkindlichen Selbstentfaltungsdrang zu leiden hatte. Was f&amp;uuml;r Kleinkinder ein Paradies sein kann, treibt pubertierende Teenager bald zur Verzweiflung.&lt;br /&gt;
Das Schlimme ist, da&amp;szlig; man nicht mal auf Verst&amp;auml;ndnis in seinem Umfeld hoffen kann. W&amp;auml;hrend sich die vermeintlich unterdr&amp;uuml;ckten Kinder konservativer Eltern zu Leidensgemeinschaften zusammenschlie&amp;szlig;en, bleibt unsereins au&amp;szlig;en vor. &amp;#8222;Ach, ich w&amp;uuml;nschte, meine Eltern w&amp;auml;ren so cool wie deine&amp;#8220;, seufzen sie und verstehen nicht, wie gern wir auch rebellieren w&amp;uuml;rden. Wie gern wir auch mal kr&amp;auml;ftig mit den T&amp;uuml;ren knallen, ein wenig rumbr&amp;uuml;llen und uns nachts heimlich fortschleichen w&amp;uuml;rden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus p&amp;auml;dagogischer Sicht hat sich das Konzept meiner Eltern durchaus bew&amp;auml;hrt. Ich habe z.B. das Kiffen recht schnell wieder eingestellt, weil statt Bewu&amp;szlig;tseinserweiterung stets nur der Tiefschlaf kam und auf einen Schockeffekt zuhause nicht zu hoffen war. Als die &amp;uuml;brigen Eltern unserer kleinen Clique erfuhren, da&amp;szlig; der s&amp;uuml;&amp;szlig;liche Geruch im Partykeller von Professor E. nicht von einer &amp;Uuml;berdosis Parfum herr&amp;uuml;hrte und sein Sohn Christian seine genial-d&amp;uuml;steren Comic-Ideen zum Teil kleinen Papierquadraten verdankte, wurde die eine H&amp;auml;lfte in anstaltsartige Internate verbracht und die andere H&amp;auml;lfte zur Beobachtung zuhause eingesperrt. Nur meine Eltern zeigten sich verst&amp;auml;ndnisvoll und erz&amp;auml;hlten von ihrer eignen wilden Jugend. Ich f&amp;uuml;hlte mich so gar nicht wild, sondern fr&amp;uuml;hzeitig vergreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich 17 war, lie&amp;szlig; meine Mutter endlich erste Anzeichen von elterlichem Widerstand erkennen. Wir stritten uns herzhaft, und ich zog probeweise aus. In einer Nacht- und Nebelaktion, gekr&amp;ouml;nt von einem h&amp;ouml;chst pathetischen Abschiedsbrief, den meine Eltern zum Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck finden sollten, aber leider nie fanden, weil meine Mutter ihn f&amp;uuml;r den alten Einkaufszettel hielt und ungelesen in den M&amp;uuml;ll warf. Ich zog zu J&amp;uuml;rgen, dem etwa 25j&amp;auml;hrigen existentialistischen, schwulen Kellner meines Stammcaf&amp;eacute;s. Nach etwa drei Tagen wurden mir die wabernden Lava-Lamps und die ebenso wabernden M&amp;auml;nnerk&amp;ouml;rper zuviel, und ich zog zu meiner besten Freundin, was zwei Vorteile hatte: ein riesiges, garantiert m&amp;auml;nnerfreies Zimmer und die konservativsten Eltern weit und breit. Wir hatten drei wundervolle gemeinsame Tage, dann warfen ihre Eltern mich raus und sperrten sie f&amp;uuml;r den Rest des Schuljahrs ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war wieder zuhause, hatte aber endlich begriffen, wie sich die elterliche Toleranz mit meinem Wunsch nach Rebellion verbinden l&amp;auml;&amp;szlig;t. Man mu&amp;szlig;te einfach nur den Angriffspunkt der Palastrevolution verlagern, die Umkehrung vom S&amp;ouml;ldnertum sozusagen, Pubert&amp;auml;tsoutsourcing. Fortan qu&amp;auml;lte ich den b&amp;auml;uerlich-d&amp;ouml;rflichen Teil meiner Verwandtschaft mit meiner Mitgliedschaft bei Amnesty, mit langhaarigen, linksradikalen Freunden, die als Berufsziel Vagabund angaben oder brachte schwule Schulfreunde als Begleiter mit zu Familienfeiern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich frage ich mich, was die nachfolgende Generation wohl tun wird. Wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umsehe, d&amp;uuml;rfen die Kinder auf gr&amp;ouml;&amp;szlig;tm&amp;ouml;gliches Verst&amp;auml;ndnis hoffen. Ihren Eltern ist kein noch so exaltierter Lebensentwurf fremd, sie kennen alle extravaganten Sexualformen und Partnerschaftskonstrukte und haben in zum Teil recht abenteuerlichen Berufen gearbeitet. Vermutlich werden ihre Kinder aus Protest im Anzug zur Schule gehen, Demonstrationen f&amp;uuml;r altmodisch und Monogamie f&amp;uuml;r eine revolution&amp;auml;re Idee halten, prinzipiell nie &amp;uuml;ber Sex reden und mit 20 bereits verheiratet sein. Wie sollten die &amp;Auml;rmsten sich sonst auch abgrenzen k&amp;ouml;nnen?</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Kolumne</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-05T11:19:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/251/">
    <title>Trauer, Marsch, Marsch!</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/251/</link>
    <description>Ein Raunen geht durch die Trauerhalle, als in der dritten Bank eine blonde Frau in tiefem Schwarz Platz nimmt. &quot;Was will DIE denn hier&quot;, zischt Tante Heidrun. DIE, das ist der Grund f&amp;uuml;r lautstarke famili&amp;auml;re Auseinandersetzungen und die seit Jahren getrennten Schlafzimmer des frisch Verblichenen und dessen Ehefrau. Nun bezieht er bald sein tiefergelegtes Einzelbett. Und die Hinterbliebenen stellen sich die Frage, wie der Verlust in der richtigen Weise zu beklagen sei. Denn so manche Beerdigung ist nicht nur aufgrund der zu Lebzeiten verworrenen zwischenmenschlichen Beziehungen ein wahres Minenfeld. Auch der Umgang mit dem emotionalen Erbe der Trauer will gelernt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wie viel Trauer ist genug? Und wie bringt man sie richtig zum Ausdruck? Ratgeber zum Thema &quot;Wie trauere ich richtig?&quot; gibt es viele, sie widmen sich kniggeartig dem Umgang mit dem Tod. Trauer als Kulturform ist so alt wie die Menschheit. Schon in von Urmenschen bewohnten H&amp;ouml;hlen fanden sich verscharrte Skelette nebst einfachsten Grabbeigaben, Ausdruck des Gedankens um den &amp;Uuml;bergang vom Leben zum Tod. Der moderne Homo Sapiens allerdings gibt auch im Trauerfalle weniger bei als an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;auml;u&amp;szlig;ere Ausdruck ist bisweilen wichtiger als die innere Anteilnahme. Bei aller Betr&amp;uuml;bnis sollte die Trauerbekleidung schon ein wenig modisch sein. Und tintenschwarz, wenn m&amp;ouml;glich. Nirgendwo sonst wird ein Tabubruch deutlicher als in der Beurteilung des Trauerausdrucks durch andere. Braune Schuhe, blo&amp;szlig;e Schultern, keine Str&amp;uuml;mpfe? Undenkbar! In einer jugendlich-rebellischen Torheit versuchte ich einmal, in einem knapp knie(!)langen Rock an der Beerdigung meiner Gro&amp;szlig;tante teilzunehmen. Meine Mutter schickte mich mit den Worten &quot;So nicht, junge Dame, was sollen denn die Leute denken&quot; nach Hause. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trauer ist konservativ. Hier kommen Wertvorstellungen zum Tragen, die &amp;uuml;ber Jahrhunderte hinweg Bestand hatten. Bekleidungsvorschriften, Einhaltung der Trauerzeit oder der obligatorische Leichenschmaus - klare Regeln, an die sich jeder hielt. Ein Jahr hatte die Witwe schwarz zu tragen, je nach Familiengrad war auch grau erlaubt. Von vorneherein unm&amp;ouml;glich machte sich, wer an Tanzveranstaltungen teilnahm. Ausdruck des Respekts vor den Toten ist &amp;uuml;brigens noch die Tanzsperre in Clubs w&amp;auml;hrend Allerseelen oder Totensonntag, wie sie in Bayern und Hessen zelebriert wird. Tante Heidrun, der weibliche arbiter elegantarium der Trauerbekleidung, nimmt wohlwollend mein schwarzes Kost&amp;uuml;m zur Kenntnis, verbreitet sich aber bissig &amp;uuml;ber den Gesichtsschleier der Witwe: &quot;Da sieht man wenigstens, dass sie keine Tr&amp;auml;nen vergie&amp;szlig;t.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Kulturen, andere Sitten. Im Judentum wird &quot;Schiwe&quot; gesessen, sieben Tage intensiver Totenwache. Spiegel werden verh&amp;auml;ngt, Nachbarn, Freunde und Familie stehen den Angeh&amp;ouml;rigen bei. Die eigentliche Trauerzeit dauert bis zu einem Jahr. Im Islam dauert die Trauerzeit drei Tage. Der Leichnam sollte m&amp;ouml;glichst noch am Tag des Versterbens beerdigt werden. Angesichts der deutschen Bestattungsverordnung ein Ding der Unm&amp;ouml;glichkeit, schreibt diese doch wenigstens 48 Stunden zwischen &amp;auml;rztlicher Feststellung des Todes und Beerdigung vor. In dieser Zeit hat sich die muslimische Gemeinde um die Hinterbliebenen in ihrem Schmerz zu k&amp;uuml;mmern. Solche Vorschriften gemahnen bisweilen an Zw&amp;auml;nge, erf&amp;uuml;llten jedoch auch eine wichtige Funktion. Der Trauer wird Raum und Zeit gegeben, sich zu entfalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Raum, den sie in unserer individuellen und schnelllebigen Zeit nicht mehr erh&amp;auml;lt. Weder engagieren wir Klageweiber, die laut weinen und sich die Haare raufen noch geben wir unseren Gef&amp;uuml;hlen wirklich &amp;ouml;ffentlich Ausdruck. Fast scheint es, als vermieden wir jeden Gedanken an Tod und Verg&amp;auml;nglichkeit, kommen wir damit doch meistens nur in offiziellem Rahmen in Kontakt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Nur ja keine Tr&amp;auml;nen zeigen&quot;, hei&amp;szlig;t es meistens. Beim Begr&amp;auml;bnis des oben genannten j&amp;uuml;ngst Verblichenen bleiben diese sowieso in den Dr&amp;uuml;sen. Man war dem Patenonkel mit den stets ein wenig feuchten H&amp;auml;nden zu Lebzeiten ebenso wenig zugetan wie nach dem Tode. Ich sitze die Zeremonie ab. Wenigstens wird hier ein ordentliches &quot;Ave Maria&quot; vom &amp;ouml;rtlichen Kirchenchor gesungen, anstatt diesem grauenvollen &quot;Time To Say Goodbye&quot; vom Band wie seit einigen Jahren so oft auf Beerdigungen zu h&amp;ouml;ren, das gerade mal f&amp;uuml;r den Abschied eines Boxers aus dem Ring gut genug ist. Schlie&amp;szlig;lich erz&amp;auml;hlt der Pfarrer noch einige Anekdoten aus dem Leben des Verstorbenen und schlie&amp;szlig;t mit den Worten Hermann Hesses: &quot;Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim anschlie&amp;szlig;enden Leichenschmaus wird der Verstorbene noch einmal auferstehen: Mit Schmalzstullen, Schn&amp;auml;psen und vielen Lobpreisungen. Denn: &quot;Man soll ja nicht schlecht von Toten sprechen.&quot; Es wird gelogen, was das Zeug h&amp;auml;lt. &quot;Ein guter Mann&quot;, sei er gewesen, sagt der Cousin. &quot;Immer verl&amp;auml;sslich&quot;, &quot;integer&quot;, f&amp;uuml;gen die Gesch&amp;auml;ftsfreunde hinzu. Das &quot;gro&amp;szlig;z&amp;uuml;giger Patenonkel&quot; kommt von mir. Die schwitzigen H&amp;auml;nde verschweige ich ebenso wie die Ehefrau des Verstorbenen ihre Mordgel&amp;uuml;ste &amp;#8211; &amp;uuml;brigens nicht urs&amp;auml;chlich f&amp;uuml;r das allzu fr&amp;uuml;he Versterben des stadtbekannten Seitensprungk&amp;ouml;nigs. Der kann jetzt ohnehin nicht mehr l&amp;uuml;gen und betr&amp;uuml;gen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die blonde Frau wurde &amp;uuml;brigens wenige Wochen nach der Bestattung am Arm eines neuen Mannes gesehen. Tante Heidrun wei&amp;szlig; genau: &quot;Na, lang hat DIE aber nicht getrauert.&quot; Offenbar ein Herz, das schneller Abschied genommen hat als es die kulturelle Beschwernis der Trauer verlangt. Ich w&amp;uuml;nsche ihr jedenfalls viel Gl&amp;uuml;ck. Und dem Patenonkel seinen ewigen Frieden vor den Frauen.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-02T10:36:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/276/">
    <title>Es schleiche die Revolution!</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/276/</link>
    <description>&lt;p style=&quot;text-align:right&quot;&gt;&lt;small&gt;&lt;i&gt;Convince an enemy  / convince him that he&apos;s wrong.&lt;br&gt;
To win a bloodless battle / where victory is long.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
(Sting, &quot;History will teach us nothing&quot;)&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;

Was war noch schnell eine Revolution? Aus Sicht der Soziologie handelt es sich dabei um &quot;&lt;i&gt;einen radikalen und meist, jedoch nicht immer einen gewaltt&amp;auml;tigen Umsturz(-versuch) der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verh&amp;auml;ltnisse, der von einer organisierten (nicht notwendig geheimen) Gruppierung von Neueren getragen wird und die Unterst&amp;uuml;tzung gr&amp;ouml;&amp;szlig;erer Bev&amp;ouml;lkerungsteile findet&lt;/i&gt;&quot; (aus &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Revolution&quot;&gt;Wikipedia&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolutionen entstehen aus Unzufriedenheit. Bestehende Ordnungen, Denkmuster oder Herangehensweisen sollen sich &amp;auml;ndern, sie sind veraltet, nutzlos oder gar gef&amp;auml;hrlich - zumindest nach Ansicht der Unzufriedenen. Solche &amp;Auml;nderungsw&amp;uuml;nsche k&amp;ouml;nnen auf eine von zwei Arten &amp;uuml;ber die bestehenden Ordnungen hereinbrechen: schnell, gewaltt&amp;auml;tig, gierend nach Umw&amp;auml;lzung, das Bestehende vernichtend; oder langsam, friedlich, fast unmerklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolutionen des ersten Typs kennen und erkennen wir: es sind die gro&amp;szlig;en historischen, wie &quot;&lt;a
href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution&quot;&gt;franz&amp;ouml;sische&lt;/a&gt;&quot;, &quot;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Revolution&quot;&gt;russische&lt;/a&gt;&quot; oder &quot;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kubanische_Revolution&quot;&gt;kubanische&lt;/a&gt;&quot;; hier fliehen Diktatoren, rollen K&amp;ouml;pfe, sind die Strassen knietief in Blut getr&amp;auml;nkt. Bei vielen dieser Revolutionen stellt sich nachtr&amp;auml;glich aber die Frage: und, was hat&apos;s gebracht? Beispiel Frankreich: 1789 wird der K&amp;ouml;nig in &quot;&lt;i&gt;einer der wichtigsten Z&amp;auml;suren in der europ&amp;auml;ischen Geschichte&lt;/i&gt;&quot; gest&amp;uuml;rzt, 1804 - und das sind nur 15 Jahre danach - haben die Franzosen in &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon&quot;&gt;Napol&amp;eacute;on Bonaparte&lt;/a&gt; einen Kaiser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen laufen die meisten nicht-politischen Revolutionen langsam, schleichend, fast unaufdringlich ab, wie bei der &quot;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Industrielle_Revolution&quot;&gt;industriellen&lt;/a&gt;&quot;, &quot;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Revolution&quot;&gt;sexuellen&lt;/a&gt;&quot; oder &quot;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Heliozentrisches_Weltbild&quot;&gt;kopernikanischen&lt;/a&gt;&quot;: am Anfang steht hier ebenfalls Unzufriedenheit oder der Drang, Gegebenes nicht als gegeben hinzunehmen. Ein neuer Weg taucht auf, wird informell weitergegeben, gewinnt immer mehr Anh&amp;auml;nger, bestehende Ordnungen werden unterwandert und infiltriert. Wobei Infiltration und Unterwanderung nicht so negativ zu verstehen sind wie es klingt: Grund ist nicht etwa Feigheit oder Nicht-f&amp;uuml;r-seine-Meinung-einstehen-wollen, nein, man hat einfach sehr viel Zeit. Hier werden keine Diktaturen mit Gewalt vertrieben, deren einzig logische Reaktion sein muss: Konterrevolution! Zur&amp;uuml;ckerobern der Pfr&amp;uuml;nde! Wiederherstellung der (ihrer alten) Ordnung!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langsame Revolutionen nimmt man erst wahr, wenn man sich bei der Frage ertappt, wie das denn fr&amp;uuml;her ohne...? Ob man tats&amp;auml;chlich...? Aber dann ist es eigentlich schon vorbei: gegessen, geschluckt, verdaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schleichende Revolutionen erlauben es gefahrlos aufzuspringen und zu beobachten, wohin die Reise geht. Die Weichen zu stellen wenn die Richtung zwar, aber dann doch nicht ganz stimmt. Kohlen nachzusch&amp;uuml;tten oder auch abzuspringen wenn&apos;s gar zu langsam geht. Irgendwann kommt der Zug dort an, wo er ankommen musste, und alle sind bereits an Bord: die Passagiere &lt;a href=&quot;http://www.skype.com/&quot;&gt;skypen&lt;/a&gt;, die bestehende Ordnung hat ihr Ticketing System mit &lt;a href=&quot;http://maps.google.com/&quot;&gt;Google Maps&lt;/a&gt; verlinkt, und neue Saloons hei&amp;szlig;en die Pioniere willkommen, bieten gratis &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Wlan&quot;&gt;WLAN&lt;/a&gt;, Whiskey aus &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Fair_Trade&quot;&gt;Fair-Trade-Anbau&lt;/a&gt; und Hilfe-Blogs f&amp;uuml;r Jungfarmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer jetzt noch drau&amp;szlig;en ist, der startet auch keine Contra-Revolution mehr. Vielleicht ein Telegramm verschicken?</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Slow Motion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-12T12:52:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/258/">
    <title>Siebenmeilenstiefel</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/258/</link>
    <description>Mit routinierter Sorgfalt schlie&amp;szlig;t Josef U. seinen Marktstand ab. Die selben Bewegungen, die er jetzt rund 30 Jahre lang gemacht hat: Licht ausschalten, Strom abstellen, die Rolll&amp;auml;den runterlassen, die T&amp;uuml;r versperren &amp;#8211; beide Schl&amp;ouml;sser, ein letzter pr&amp;uuml;fender Griff in die Jackentasche, ob er den Tagesumsatz auch eingesteckt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser letzte Punkt ist inzwischen tats&amp;auml;chlich blo&amp;szlig; mehr reine Gewohnheit, hat Herr U. doch seit einigen Wochen keinen Umsatz mehr gemacht - gar keinen. Deswegen ist er heute besonders gr&amp;uuml;ndlich beim Abschlie&amp;szlig;en seines Marktstandes, die Standgeb&amp;uuml;hren f&amp;uuml;r die n&amp;auml;chste Woche kann er sich nicht mehr leisten. Am Abend wird er hier auf den K&amp;auml;ufer des Standes warten, der ihn mit einem alten, beigefarbenen Mercedes zu einem anderen Markt schleppen wird &amp;#8211; den Inhalt soll Herr U. bis dahin entsorgt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr U. verkaufte Siebenmeilenstiefel &amp;#8211; so, wie zuvor sein Vater, davor sein Gro&amp;szlig;vater und sein Urgro&amp;szlig;vater und deren V&amp;auml;ter und Gro&amp;szlig;v&amp;auml;ter. Wenn er angestrengt nachdenkt, ist seine erste bewusste Erinnerung, die er vor Augen hat, wie er mit wahrscheinlich nicht mehr als 3 Jahren bei seinem Gro&amp;szlig;vater in der Werkstatt steht und mit gro&amp;szlig;en Augen und Ohren aufpasst, wie ein Paar Siebenmeilenstiefel entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann die Leute das Interesse an seinen Stiefeln verloren haben, vermag er nicht genau zu sagen, das kam schleichend. Und auch &amp;uuml;ber die Gr&amp;uuml;nde kann er nur r&amp;auml;tseln. Oft bekommt er blo&amp;szlig; noch einen irritierten Blick als Antwort, wenn er laut ruft &amp;#8222;Siiieeebenmeilenstiefel! Kommen Sie, kaufen Sie!&amp;#8220;. Zuletzt hat er auch gar nicht mehr gerufen, es h&amp;ouml;rt ja doch keiner hin.&lt;br /&gt;
Herr U. streicht noch einmal vertr&amp;auml;umt &amp;uuml;ber die T&amp;uuml;rklinke seines Standes, steckt den Schl&amp;uuml;ssel in die Tasche, dreht sich um und ist in ein, zwei Schritten zuhause.&lt;br /&gt;
Von der kleinen Blume, die sich ihren Weg durch den hart gefrorenen Boden gebahnt hat, nimmt er im Vorbeirauschen keine Notiz, genauso wenig wie vom L&amp;auml;cheln des Kindes, dem ein Fremder nach einem Sturz wieder aufs Dreirad geholfen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum man keine Siebenmeilenstiefel haben will, wenn man damit doch &amp;uuml;berall schneller hinkommt, versteht er noch immer nicht.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>RecAll</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-07T13:14:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/256/">
    <title>Weihnachtsm&amp;auml;rchen f&amp;uuml;r Erwachsene</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/256/</link>
    <description>Ihnen ist kalt, nicht? Ihnen ist jetzt nach etwas Warmem, Kuscheligem, Anheimelndem. Etwas f&amp;uuml;r die Seele und die gem&amp;uuml;tliche Teekerzenstunde, die Sie nicht ganz alleine auf Ihrer cremefarbenen Designerlichtinsel verbringen m&amp;ouml;chten. Etwas zum Anlehnen und Festhalten vielleicht, oder auch zum Zuh&amp;ouml;ren, ohne dass Sie st&amp;auml;ndig am Lautst&amp;auml;rkeregler drehen oder den Sendeplatz wechseln m&amp;uuml;ssen. Ihnen ist noch viel k&amp;auml;lter? So kalt, dass Sie schon gar nicht mehr wissen wohin mit Ihren frostigen Gedanken und F&amp;uuml;&amp;szlig;en au&amp;szlig;er unter die Katze? Dann kann ich leider nichts f&amp;uuml;r Sie tun. Au&amp;szlig;er gemeinsam mit Ihnen zu zittern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin n&amp;auml;mlich ein modernes M&amp;auml;rchen, m&amp;uuml;ssen Sie wissen. Eine von diesen Geschichten, die zum Schluss zwar immer gut ausgehen, in denen es auch zwischendurch mal heimelig und warm wird, die aber am Ende dann doch wieder in der Schublade landen, oder auf dem Stapel unerledigter Dinge, die noch bis n&amp;auml;chstes Jahr Zeit haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben keine Zeit bis n&amp;auml;chstes Jahr, Sie und Ihre Weihnachtsg&amp;auml;nsehaut? Sie brauchen jetzt sofort etwas Aufmunterndes? Mhm, das tut mir ja nun leid. Vielleicht versuchen Sie es mal statt mit einem modernen M&amp;auml;rchen mit einem Online-Flirt-Dienst. Da findet sich auch auf die Schnelle immer was Passendes. Richtige Geschichten dagegen brauchen etwas Zeit, wissen Sie. Ich bin da keine Ausnahme, daran &amp;auml;ndert auch das Moderne nichts. Bevor es bei mir so richtig zur Sache geht, schlage ich zun&amp;auml;chst am liebsten einen gro&amp;szlig;en Bogen Papier um alles, was Probleme machen k&amp;ouml;nnte. Und das Problem sind in diesem Falle ganz eindeutig Sie, liebe Leserin. Sie sind einfach viel zu ungeduldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach, Sie sind gar keine Leserin? Sie sind ein Leser? Ja, warum hat mir das denn keiner gesagt, dass hier auch M&amp;auml;nner zu finden sind? Damit rechnet doch keiner. Dann h&amp;auml;tte ich doch meinen Auftritt ganz anders vorbereitet, und mich vor allem auch ein bisschen sorgf&amp;auml;ltiger zurechtgemacht. Moment bitte, ich ziehe mir nur schnell eben die Lippen nach und k&amp;ouml;nnte bitte mal jemand die Nase und das Haar? So kann ich doch hier nicht erscheinen, also wirklich. So, danke, das ist besser. Viel besser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gef&amp;auml;llt es Ihnen? Hochgesteckt passt besser zu meinem tiefen Ausschnitt, finden Sie nicht auch? &lt;br /&gt;
Ach, Sie haben den Unterschied zu vorher gar nicht bemerkt? &lt;br /&gt;
Naja, das wird an der Beleuchtung liegen, wissen Sie? Bei Leselicht sieht schnell alles gleich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann also. Ein richtiger Mann. Ist ja ein Ding! Und auch noch einer, der lesen kann. Dann ist es nat&amp;uuml;rlich ein Leichtes f&amp;uuml;r mich, Sie auf andere Gedanken zu bringen. Obwohl, wenn ich es mir so recht &amp;uuml;berlege, M&amp;auml;nner denken vermutlich auch zur Weihnachtszeit immer nur an das Eine. Mit gro&amp;szlig;em E. Wie Eva. Aber die Geschichte kennen Sie ja bestimmt schon. Ist ja ein alter Hut, wenn man lesen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie? Das stimmt gar nicht, das M&amp;auml;nner immer nur an das Eine? Das ist nur ein Ammenm&amp;auml;rchen, sagen Sie? Das ist jetzt aber interessant, dass Sie das sagen. Wenn es ein M&amp;auml;rchen ist, m&amp;uuml;sste ich es ja eigentlich kennen. Wie hei&amp;szlig;t es denn genau? Wissen Sie vielleicht mehr dar&amp;uuml;ber? Nein? Ach, das ist aber schade. Nun, vielleicht ist es ja auch nur entfernt verwandt mit mir, und geh&amp;ouml;rt eher ins Reich der Sagen und Legenden. Sie wissen schon, diese etwas langatmigen Geschichten mit den Heiligenscheinen. In echten M&amp;auml;rchen kommen ja mehr Hexen und Teufel vor, und Prinzessinnen und Prinzen. Und Fr&amp;ouml;sche nat&amp;uuml;rlich; zumindest als Rohfassung. Die meisten Verlage finden Fr&amp;ouml;sche und die ganze K&amp;uuml;sserei, die damit zusammenh&amp;auml;ngt, allerdings inzwischen etwas altmodisch. Man geht ja insgesamt wieder ab von  zuviel Gr&amp;uuml;n, nicht nur politisch; statt Weihnachtsb&amp;auml;umen nimmt man jetzt gerne getrocknete &amp;Auml;ste und Zweige, die man kalkwei&amp;szlig; streicht, das passt besser zu den modernen Einrichtungen und Leichenbittermienen am Gabentisch. Kommt aus dem Ausland, diese neue Mode, wie ja fast alles inzwischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber entschuldigen Sie bitte, ich schweife vom Thema ab. Wo waren wir doch gleich?&lt;br /&gt;
Ach ja, beim gro&amp;szlig;en E. Wie Eva. Und Ihren Wunschvorstellungen f&amp;uuml;r die Weihnachtszeit. Ach, die gelten das ganze Jahr &amp;uuml;ber, sagen Sie? Das macht die Sache nat&amp;uuml;rlich doppelt einfach. Warum haben Sie das denn nicht gleich gesagt? Wie? Weil ich Sie nicht zu Wort kommen lasse?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissen Sie, das finde ich jetzt schon ein bisschen ungerecht von Ihnen. Ich wollte ja  nur, dass es Ihnen besser geht als Sie aussehen. Und mich ganz nach Ihren W&amp;uuml;nschen richten. Schlie&amp;szlig;lich ist bald Weihnachten, da k&amp;uuml;mmert man sich eben um seine lieben N&amp;auml;chsten, auch um seine lieben n&amp;auml;chsten Leser. Selbst wenn es nur einer ist. Wenn man schon f&amp;uuml;r seine Leserinnen nichts weiter tun kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch Frau, sagen Sie? Ja, aber wieso das denn? Nur weil ich eine Geschichte bin? Und damit weiblich? Aber um Himmels Willen, dann betrachten Sie mich doch einfach als M&amp;auml;rchen, das ist doch viel neutraler. Und moderner. Da m&amp;uuml;ssen wir doch gar nicht dr&amp;uuml;ber diskutieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie diskutieren gar nicht, sondern nur ich? Wissen Sie, ich finde, jetzt gehen Sie doch etwas zu weit. Daf&amp;uuml;r, dass wir noch am Anfang sind, werden Sie hier ganz sch&amp;ouml;n pers&amp;ouml;nlich, werter Herr. Was kann ich denn daf&amp;uuml;r, dass Sie Weihnachten dieses Jahr alleine unter einem vertrockneten wei&amp;szlig;en Zweig mit einer vertrockneten Gans verbringen m&amp;uuml;ssen? Habe ich Sie da etwa hingesetzt? Das war doch Ihre Idee, lesen Sie doch selber nach, wie es dazu gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch Mann, nie zuh&amp;ouml;ren k&amp;ouml;nnen und dann immer uns Frauengeschichten die Schuld in die Schuhe schieben, wenn es kompliziert wird. Puh. Also wirklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich will mal nicht so sein, mein Lieber, und es nochmal mit Ihnen versuchen. Was also w&amp;uuml;nschen Sie sich denn nun genau zu Weihnachten? Wie, einen Engel? Ich dachte, Sie wollten eine richtige Frau. Mit gro&amp;szlig;em E. Wie Eva. Mit &amp;Auml;pfeln und dem ganzen &amp;uuml;brigen Simsalabim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das haben Sie so nie gesagt? Das war alles meine Idee? Moment, das haben wir gleich. Ich sehe mal weiter oben nach. Da steht es schlie&amp;szlig;lich schwarz auf wei&amp;szlig;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oh, das tut mir jetzt aber leid. Wirklich. Das ist mir gar nicht aufgefallen, wissen Sie? Ich h&amp;auml;tte schw&amp;ouml;ren k&amp;ouml;nnen, dass das mit dem gro&amp;szlig;en E. von Ihnen kam. Mhm, sowas aber auch. Ob es sich  vielleicht um eine  Druckfehler handelt? Aber das kann ich sp&amp;auml;ter noch kl&amp;auml;ren, jetzt wollen wir uns erst mal um Ihre W&amp;uuml;nsche k&amp;uuml;mmern. Also kein gro&amp;szlig;es E. Das habe ich jetzt aber richtig verstanden, ja? Vielleicht ein kleines? Oder ein leicht schr&amp;auml;ges? Wenn Sie wollen, k&amp;ouml;nnen Sie die ganze e-Familie bekommen. Ein e-Book, sozusagen, wie f&amp;auml;nden Sie das? Zu anstrengend? Ach, Sie sind wirklich kein leichter Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann m&amp;ouml;chten Sie also jetzt einen anderen Vokal. Oder vielleicht doch lieber einen handzahmen und anschmiegsamen Konsonanten? Kostet ja nichts, wir sind hier ja nicht beim Fernsehen, und live ist es auch nicht, da k&amp;ouml;nnen wir nachher mit zarter Hand noch mal dr&amp;uuml;ber gehen und alles nach Ihren Vorstellungen gestalten. Schlie&amp;szlig;lich ist es ja Ihr Weihnachten, nicht? Na, was meinen Sie? Ein M. vielleicht? Das ist doch genau das Richtige zur Weihnachtszeit. Ein M. wie Maria? Ach, das ist Ihnen zu heilig, das hatten Sie schon. Sie haben eher an etwas Leidenschaftlicheres gedacht. Ja, da muss ich mal &amp;uuml;berlegen, eine Leidensgeschichte ist es ja schon, Weihnachten, im weitesten Sinne, allein schon jahreszeitlich, man k&amp;ouml;nnte also vielleicht ein P. einbauen, f&amp;uuml;r Passion. Oder Paula.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paula ist Ihnen zu altmodisch. Altmodisch hatten Sie auch schon. Ja, jetzt machen Sie bitte doch auch mal einen Vorschlag, irgendwie m&amp;uuml;ssen wir hier schlie&amp;szlig;lich mal vorankommen kommen, hin zum Ende, meine ich. Ich habe auch privat noch genug zu tun, Sie wissen schon, Zimtsterne backen und so. Falls ich &amp;uuml;berhaupt noch Backpapier zu Hause habe. Sonst m&amp;uuml;sste ich jetzt n&amp;auml;mlich langsam mal einkaufen gehen. Ach, Sie auch? Das trifft sich ja gut. Vielleicht besprechen wir den Rest einfach bei einem Einkaufsbummel und einem anschlie&amp;szlig;enden Gl&amp;auml;schen Gl&amp;uuml;hwein? Ich kenne da einen Stand mit ganz ausgezeichnetem Winzergl&amp;uuml;hwein, der d&amp;uuml;rfte sogar Ihnen feurig und leidenschaftlich genug sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissen Sie was? Da f&amp;auml;llt mir spontan was ein. Genau so machen wir es. Wir probieren, ob Ihnen der Gl&amp;uuml;hwein schmeckt, und wenn Ihnen die Lage zusagt, dann schreibe ich Ihnen eine ganze Kiste oder zwei auf. Dann k&amp;ouml;nnen Sie sich abends zuhause ungest&amp;ouml;rt bei einem Glaserl auf warme Gedanken bringen, und in Seelenruhe das ganze Alphabet von vorne bis hinten durchprobieren, bis Ihnen ein passender Rauschgoldengel vorschwebt. Und ich kann den Rest des Manuskripts hier als Backpapier verwenden. Ist das nicht perfekt ausgedacht? Und wenn alles nichts hilft, rufen Sie mich einfach an. Ich bin ja schlie&amp;szlig;lich nicht umsonst ein modernes M&amp;auml;rchen. Die ein oder andere Teufelsbraut habe ich schon noch auf Lager.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo? Sind Sie noch &amp;uuml;berhaupt noch da? Ja, aber Sie k&amp;ouml;nnen doch hier nicht einfach einschlafen. Sie schnarchen hier ja alles voll. Das ist doch keine Kinderstunde, und ich keine Gutenachtgeschichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach, Sie schlafen gar nicht? Sie haben nur laut nachgedacht? Ja, wor&amp;uuml;ber denn, wenn ich fragen darf? Das klang ja richtig angestrengt. Ob ich den Gl&amp;uuml;hwein und das Alphabet zusammen mit einer Bilddatenbank liefern kann? Also das wei&amp;szlig; ich nicht, da m&amp;uuml;sste ich erst mal nachfragen, weiter oben, Sie verstehen? Als Weihnachtsm&amp;auml;rchen bin ich am Ende nun mal nicht v&amp;ouml;llig frei in meinen Entscheidungen. Und das Spesenkonto ist dieses Jahr auch etwas schmaler ausgefallen als sonst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmal ist gut? Wieso das denn? Ach so, Sie meinten die Engelstaillen. Na, dann werde ich mal sehen, was ich f&amp;uuml;r Sie tun kann, und ein gutes Wort f&amp;uuml;r Sie einlegen, weiter oben. Hier unten sind wir doch jetzt f&amp;uuml;rs erste fertig, oder? Und wenn das mit der Datenbank nichts wird, dann besuchen Sie doch mal einen Online-Flirt-Dienst. Da wird Ihnen jeder Wunsch erf&amp;uuml;llt, von A bis Z, und es macht Ihnen auch keiner ein X f&amp;uuml;r ein U vor. Woher ich das wei&amp;szlig;? Ach, hatte ich das eingangs nicht erw&amp;auml;hnt? Ich arbeite nebenberuflich in einem Flirtforum als Standardtextvorlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Schmusek&amp;auml;tzchen, schlank, attraktiv, liest Dir jeden Wunsch von den Augen ab.&quot; Das ist von mir. Gut, nicht? &quot;Kuschelb&amp;auml;r, tageslichttauglich&quot; &amp;uuml;brigens auch. Ach, und bitte entschuldigen Sie das Du. Das liegt am Standardtext. Wir duzen uns im Flirtforum n&amp;auml;mlich alle. Genau wie in einer richtigen, gro&amp;szlig;en, gl&amp;uuml;cklichen Familie. Bei uns ist das ganze Jahr &amp;uuml;ber Weihnachten, wissen Sie? Deshalb habe ich ja auch so wenig Zeit f&amp;uuml;r meine traditionelle Kundschaft. Und das Pl&amp;auml;tzchenbacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
M&amp;ouml;gen Sie &amp;uuml;brigens Zimtsterne? Und wollen wir nicht einfach beim Du bleiben, wo wir schon mal beim W&amp;uuml;nschen und Warmwerden sind?</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-06T11:38:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/257/">
    <title>Wir, ein einig Volk von...</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/257/</link>
    <description>Woher ich den komme, wurde ich gefragt. Aus der Schweiz, war meine Antwort. Ach, das Land hinter den sieben Bergen wurde dies mit einem freudigen L&amp;auml;cheln erwidert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Land hinter den sieben Bergen? Ich habe mich nicht verh&amp;ouml;rt und sitze staunend da. Lebe ich im M&amp;auml;rchenland? Die Schweiz, das Land wo Milch und Schokolade flie&amp;szlig;t. Wo die Strassen mit Gold gepflastert sind und die Berge aus l&amp;ouml;cherigem K&amp;auml;se bestehen. Die Bewohner hier nach ihren Uhren gehen und sauber ihr G&amp;auml;rtlein bestellen. So kommt es mir manchmal vor wenn ich Ausl&amp;auml;nder &amp;uuml;ber die Schweiz reden h&amp;ouml;re. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sicher, uns geht es im Gro&amp;szlig;en und Ganzen gut. Wir sitzen ein wenig auf einer Insel, ein bisschen abgeschnitten, aber nicht g&amp;auml;nzlich fern von dem Rest der Welt. Mir geht es gut. Meinem Nachbar geht es gut. Den Jugendlichen geht es gut, auch wenn es einige Lehrlingsstellen zu wenig gibt. Aber es geht ihnen so gut dass Beobachter erkl&amp;auml;ren, &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,384502,00.html&quot;&gt;Kravalle&lt;/a&gt; wie es sie in Frankreich gab, hier nicht zu bef&amp;uuml;rchten sind. Keine Autos anz&amp;uuml;nden. Keine Kravalle. Kein Aufmucken. Keine Revolution. Fast nicht zu glauben, aber wir scheinen zufrieden zu sein. So zufrieden dass uns, au&amp;szlig;er unserem Privatleben nichts weiter interessiert. Ich nehme an wir sind zu besch&amp;auml;ftigt uns als Individuum zu betrachten, als dass die modische Frage ob ein &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Ernesto_Che_Guevara&quot;&gt;Che&lt;/a&gt; sich gut auf einem T-Shirt macht, einen Jugendlichen hier mehr besch&amp;auml;ftigt, denn ein anderes Thema oder die nahe wie weite Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krawalle. Revolution. Wann haben sie hier stattgefunden? Haben sie &amp;uuml;berhaupt stattgefunden? Wir Schweizer scheinen ein seltsames V&amp;ouml;lkchen zu sein, wo der Gedanke an Revolution alleine schon revolution&amp;auml;r zu sein scheint. Ich krame in der Vergangenheit und z&amp;uuml;cke wenige Gedankenbrocken aus meinem Ged&amp;auml;chtnis hervor. Ein sicheres Aufbegehren bereitet die allj&amp;auml;hrlich &lt;a href=&quot;http://www.wto.org/&quot;&gt;wto&lt;/a&gt; Demonstration in Davos. Und weiter. Ich muss nun schon weiter graben, ich hole schon mal den Spaten. Wann war das? Ich war da selber in der Lehre. Es war der Sommer 1988 als die &lt;a href=&quot;http://www.sozialarchiv.ch/Aktuell/02Stadtgaertnerei.html&quot;&gt;Alte Stadtg&amp;auml;rtnerei in Basel&lt;/a&gt; ger&amp;auml;umt wurde, die Zufluchtst&amp;auml;tte der autonomen Jugendkultur. Autonom - w&amp;uuml;ssten heutige Jugendliche was das bedeuten w&amp;uuml;rde? Wohl eher wenige. Gucci, Prada, Dolce&amp;amp;Gabbana, Hilfiger, Vuitton sind wohl mehr verbreitete Schlagw&amp;ouml;rter. Die 80er Jahre waren allgemein die Jahre der Jugendbewegung, des &quot;frei sein Wollens&quot; um jeden Preis. Weg von Zw&amp;auml;ngen. Bereit f&amp;uuml;r Selbstbestimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Revolten gef&amp;auml;llig? Landesweite Streike? Politische Umw&amp;auml;lzungen? Es sind keine in Aussicht. Selbst &lt;a href=&quot;http://www.swissinfo.org/sde/swissinfo.html?siteSect=41&amp;amp;sid=5280405&quot;&gt;Lenin&lt;/a&gt; als er Jahre noch in der Schweiz, genauer in Z&amp;uuml;rich im Exil weilte, biss hier auf Stein und erreichte auf politischer Ebene keine &amp;Auml;nderung. Erst wieder etwas bei seiner R&amp;uuml;ckkehr in seine Heimat Russland und seiner &lt;a href=&quot;http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.o/o367132.htm&quot;&gt;Oktoberrevolution&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich weiter grabe lande ich noch in Australien. Aber die Zeitmaschine setzt gewaltig an und dreht unaufh&amp;ouml;rlich das Rad zur&amp;uuml;ck. Und schon sind wir in &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon&quot;&gt;napoleonischer Zeit&lt;/a&gt;. Hier, Ende 18. Jahrhundert, tauchen sie auf, die Revolten. Die Auflehnung an die Obrigkeit angesteckt durch den Gedanken der Gleichheit, Freiheit und Br&amp;uuml;derlichkeit. Vereinzelt ziehen sie durchs Land, die Revolten, und die Ideen werden geboren die zu unsere heutigen Verfassung f&amp;uuml;hren und zur Demokratie wie wir sie kennen, das was auch heute noch unsere Schweiz ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Revolutionshelden&amp;#8230; Hatte die Schweiz &amp;uuml;berhaupt welche? Schnell triften wir nun in die mythische Welt ab und die Frage stellt sich, ob wir gerne welche gehabt h&amp;auml;tten, so dass wir uns so an die Legenden halten k&amp;ouml;nnen, und ob uns &lt;a href=&quot;http://www.willhelm-tell.ch/story.html&quot;&gt;Willhelm Tell&lt;/a&gt; deshalb so am Herzen liegt. Als Aufr&amp;uuml;hrer der sich gegen die Obrigkeit im 13. Jahrhundert auflehnt. Tell, der aufsteht und sich nicht alles sagen l&amp;auml;sst, der aber nie wirklich existiert hat. Die daraus resultierende Auflehnung der gesamten innerschweizerischen Region existierte aber wirklich und der daraus entstandene &lt;a href=&quot;http://www.admin.ch/ch/d/schweiz/bundesbrief/&quot;&gt;Bundesbrief&lt;/a&gt;, die erste Verfassung sozusagen, ebenso.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Telefon klingelt und meine Mutter erinnert mich daran, dass ich am Nikolaustag zu erscheinen h&amp;auml;tte - es g&amp;auml;be wie immer hei&amp;szlig;e Schokolade, Gr&amp;auml;ttima (&lt;a href=&quot;http://www.mypage.bluewin.ch/kl-hagmann/bericht/5-01/grittibenz/grittibenz.htm&quot;&gt;Grittibenz&lt;/a&gt;, Hefeteigm&amp;auml;nner), N&amp;uuml;sse und Mandarinen. Ich atme tief ein, lege alles Gewicht in meine Stimme. Nein, Mam, daf&amp;uuml;r bin ich nun wirklich schon zu alt und blablabla.... der ganze restliche Text geht unter. J&amp;auml;mmerlich, erb&amp;auml;rmlich. Ich h&amp;ouml;re nur noch das Schnauben und Schnupfen auf der anderen Seite. Keinen Sinn f&amp;uuml;r Tradition h&amp;auml;tte ich und blablabla... Nun geht bei mir die ganze Leier verloren. Ich gebe auf. Strecke meine Waffen. Jedes Jahr der gleiche Kampf. Gegen Traditionen und M&amp;uuml;tter habe ich nicht zu revolutionieren. Erstens n&amp;uuml;tzt es nichts und zweitens bringt es nichts. Also werde ich auch dieses Jahr wieder den Nikolaustag bei meinen Eltern verbringen und ebenso den Heiligabend und jedes Mal nach dem gleichen Ritual und werde nach Hause gehen mit dem Gef&amp;uuml;hl, dass es eigentlich doch ganz nett und gem&amp;uuml;tlich war und nicht wirklich schlimm.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-06T11:46:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/274/">
    <title>Letzter Moikaner</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/274/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://kundendienst.orf.at/orfstars/moik.html&quot;&gt;Moik&lt;/a&gt;, 67, Erfinder des &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Musikantenstadl&quot;&gt;Musikantenstadls &lt;/a&gt;1981, seit damals Moderator, mindestens ebenso lange von progressiven Kreisen (zu denen ich mich selbst z&amp;auml;hle) als Ausformung &amp;ouml;sterreichischen Urdeppentums und Hauptrepr&amp;auml;sentant der Volksd&amp;uuml;mmlichkeit geschm&amp;auml;ht &amp;#8211; Moik muss also gehen. Mit dem Silvesterstadl am 31. Dezember endet nicht nur das Jahr 2005, sondern auch seine Karriere. Riecht das nach Freudenbotschaft? Nein. Wer das anders sieht, hat nicht richtig aufgepasst und verdient eine Belehrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moik war nicht der, als der er schien. In der Zuckerwattewelt des Schlagers war er ein Unkontrollierbarer, eine ergraute unguided missile, einer, der die sumpfige Seichtigkeit der angeblichen Volksmusik mit dem Torpedo durchpfl&amp;uuml;gte. Niemand beleidigte G&amp;auml;ste, Musiker und Publikum sch&amp;ouml;ner als er, und Moik leistete damit mehr zur Verarschung des Schunkelunwesens als s&amp;auml;mtliche Moikver&amp;auml;chter zusammen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn eine treuherzige alte Dame sich ein Herz fasst, aufspringt, das Saalpublikum und 20 Millionen Zuschauer (laut ARD) hinter sich lassend, nur um ihrem Idol einen Strau&amp;szlig; Blumen und einen keuschen Kuss darzubringen &amp;#8211; dann ist das r&amp;uuml;hrend. Hei&amp;szlig;t dieses Idol Moik &amp;#8211; dann ist das alles andere als r&amp;uuml;hrend. Dann wird&amp;#8217;s brutal. Moik, der gerade dabei ist, &lt;a href=&quot;http://www.patrick-lindner.de/&quot;&gt;Patrick Lindner&lt;/a&gt; zu dem&amp;uuml;tigen, erblickt sein erwartungsvolles Opfer. Das Opfer umarmt und bebusselt Moik. Moik leidet. Moik beflegelt die alte Dame. Moik schickt sie r&amp;uuml;de auf die Heurigenbank zur&amp;uuml;ck und gibt ihr einen gebrauchten Witz &amp;uuml;ber Alter und/ oder Aussehen mit auf den Weg. Moik beh&amp;auml;lt den Blumenstrau&amp;szlig;, riecht missbilligend daran und dr&amp;uuml;ckt ihn einem herumstehenden Musikanten in die Hand. Nein, &amp;#8222;gem&amp;uuml;tlich&amp;#8220; war dieser Mann nie. Er ersch&amp;uuml;tterte die Idylle Volksmusik. Als Schwiegersohn taugte er nicht; er glich vielmehr dem Schwiegervater himself, dem hauseigenen &lt;a href=&quot;http://www.ostarrichi.org/wort-1260-at-ungustl.html&quot;&gt;Ungustl&lt;/a&gt;, der p&amp;uuml;nktlich &amp;#8222;Essen auf den Tisch!&amp;#8220; verlangt, weil er dringend ins Wirtshaus muss, zum Saufen. War das nicht besser als Sackbauer? War das nicht viel ehrlicher? Moik spielte nie, Moik war. Und zwar Moik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn er die Italiener gradheraus &amp;#8222;Spaghettifresser&amp;#8220; nannte, gab es erschrockenes Gemurmel, nur ein paar Mutige schmunzelten; wenn er sich einige Minuten sp&amp;auml;ter daf&amp;uuml;r &amp;#8222;entschuldigte&amp;#8220; und dem ein freiherziges &amp;#8222;Weil&amp;#8217;s woahr is&amp;#8217;!&amp;#8220; hinterherschickte, dann tobte der Saal vor Begeisterung. So ist er, der &amp;Ouml;sterreicher, redet unverstellt, ehrlich, frisch von der Leber weg, und wenn er sich auf Anweisung der Regie daf&amp;uuml;r entschuldigen soll, weil halt doch ein paar Katzelmacher zuschauen, bah, dann tut er&amp;#8217;s eben, aber er legt noch was nach, weil: man wird ja wohl noch sagen d&amp;uuml;rfen, und: jetzt erst recht, und: prinzipiell. Keiner h&amp;auml;tte dieses Meisterst&amp;uuml;ck an Publikumsblo&amp;szlig;stellung vollbringen k&amp;ouml;nnen, keiner au&amp;szlig;er dem unfreiwilligen Soziologen in Gestalt eines Dorfproleten, eben: Moik. Er brachte, obwohl selbst v&amp;ouml;llig unironisch, das Licht der Ironie dorthin, wo die Leute Humor f&amp;uuml;r gew&amp;ouml;hnlich an den blauen Flecken ihrer beklatschten Schenkel identifizieren. Er leistete sich die sichtliche Verachtung seiner Getreuen. Moik war der &lt;a href=&quot;http://www.hader.com/&quot;&gt;Josef Hader&lt;/a&gt; des Schlagerpublikums. Der Stadl war seine Erfindung; sein Spielzimmer, in dem er jedes Mal aufs Neue randalieren durfte; ein Reservat, in dem die Grenzen der Jovialit&amp;auml;t so sehr &amp;uuml;berdehnt wurden, dass es als v&amp;ouml;llig normal galt, der verlogenen Volksmusikwelt mit&amp;#8217;m Oarsch ins G&amp;#8217;sicht zu fahren. Und den Leuten gefiel es. (Wieder so ein sch&amp;ouml;nes &amp;Ouml;sterreicherklischee: die masochistische Masse, ihrem Qu&amp;auml;lgeist zujubelnd.) Der Musikantenstadl war Milieuberichterstattung mit zynischer Brechung. Moik war das Brechmittel. So jemanden setzt man nicht ab.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Nasarbajew! Ihr Vorname ist wohl der reinste Hohn; da herrschen Sie seit 15 Jahren &amp;uuml;ber Kasachstan, lassen sich noch mal f&amp;uuml;r sieben Jahre im Amt best&amp;auml;tigen, haben die Medien in der Hand und die Opposition im Kerker, und dann nennen Sie sich scheinheilig-bescheiden: &amp;#8222;Nur&amp;#8220;sultan&amp;#8230; Tyrannei mit Understatement, wie? </description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-12T10:29:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/252/">
    <title>Talkin&apos; &apos;bout a revolution</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/252/</link>
    <description>Revolution? Das Wort stammt aus dem Fundus des deutschen Gute-alte-Werte-Warenhauses Manufaktum (&quot;Es gibt sie noch, die guten Dinge&quot;). Was habe ich in den vergangenen Jahrzehnten f&amp;uuml;r Revolutionen erlebt. Mein alter franz&amp;ouml;sischer Kleinwagen, wegen seiner Federung angepriesen als &quot;C&apos;est la revolution&quot;, als er auf den Markt kam. Die &quot;Revolution in Military Affairs (RMA)&quot;, die digitale Revolution, die... ach, die Liste ist endlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte, merken wir uns Mitteleurop&amp;auml;er mal: Es gibt keine Revolution. Jedenfalls nicht bei uns. Umw&amp;auml;lzung der bestehenden Verh&amp;auml;ltnisse? Die Aristokraten an die Laterne? Die Zarenfamilie, an die Wand gestellt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Machen wir uns doch nicht l&amp;auml;cherlich. Was in den hoch entwickelten westlichen Industriegesellschaften passiert, hat mit Revolution nichts zu tun. Ver&amp;auml;nderung, ja, auch tiefgreifender, als wir sie uns vor Jahren noch vorstellen konnten oder auch nur wollten. Aber das alte System zu Staub zerfallen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin ja nicht blind: Auch meine mechanische Schreibmaschine verstaubt unter dem Schreibtisch, auch meine &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Schallplatte#Vinyl_-_Single_-_LP&quot;&gt;Vinyl-Platten&lt;/a&gt; stehen ungeh&amp;ouml;rt im Regal. Meine Privatwohnung enth&amp;auml;lt vermutlich mehr High-Tech als ein normaler mittelst&amp;auml;ndischer Betrieb noch vor 25 Jahren, als die Computer den Sprung vom wohnzimmergro&amp;szlig;en Mainframe zum Schreibtischrechner schafften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das, bitte sch&amp;ouml;n, kam ja nicht &amp;uuml;ber Nacht. Wir haben nicht im Handstreich ein System abgeschafft und durch ein neues ersetzt. St&amp;uuml;ck f&amp;uuml;r St&amp;uuml;ck haben sich neue Gedanken, neue Ideen, neue Technologien in unser Leben geschlichen. Ihren Platz erobert, wenn sie gut waren. Vieles verdr&amp;auml;ngt, sogar. Aber nicht auf einen Schlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, der Prozess war ein anderer. So vieles von dem, was heute unser Leben bestimmt und pr&amp;auml;gt, haben wir kommen sehen. Haben es testen k&amp;ouml;nnen, gewogen und f&amp;uuml;r gut befunden &amp;#8211; vielleicht  nicht immer bewusst. Der immer wieder hoch gehypte Paradigmenwechsel stand am Ende, als Ergebnis einer Synthese aus dem alten und dem neuen. Wir konnten und k&amp;ouml;nnen uns den Luxus leisten, Dinge nebeneinander zu erfahren und auszuprobieren. Die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Revolution&quot;&gt;sexuelle Revolution&lt;/a&gt; der sp&amp;auml;ten 60-er und fr&amp;uuml;hen 70er neben der Pr&amp;uuml;derie und Heuchelei, die die deutsche Gesellschaft noch bis weit in die 70er hinein pr&amp;auml;gte (und die, so scheint&apos;s, wieder auf dem Vormarsch ist). Die CD neben dem MP-3-Player. Die Kleinbild-Spiegelreflex (immer noch!) neben der Digitalkamera.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gro&amp;szlig;e Gleichmacher war nicht eine Revolution, sondern die Evolution. Schnelle Daten&amp;uuml;bertragungen gibt es seit Jahrzehnten, doch vor drei Jahrzehnten waren sie eine Dom&amp;auml;ne der Regierungen und der Milit&amp;auml;rs, vielleicht noch von gro&amp;szlig;en Unternehmen. Der Normalb&amp;uuml;rger schrieb vor 30 Jahren Briefe, wenn er korrespondierte &amp;#8211; und heute tut er nichts anderes, aber er tut das per E-Mail. Die billigere Technik hat ihm das erm&amp;ouml;glicht, was seine Regierung schon damals tat. Nachschlagewerke gab es schon immer &amp;#8211; aber nur die wenigsten konnten es sich leisten, den ledergebundenen Brockhaus auf dem jeweils neuesten Stand in ihr B&amp;uuml;cherregal zu stellen. Viele Informationen, die wir heute wie selbstverst&amp;auml;ndlich aus dem Web abrufen, hatten wir fr&amp;uuml;her griffbereit im Schrank stehen &amp;#8211; aber wer holt sich heute noch das neue Telefonbuch oder den aktuellen Fahrplan von Bus und Bahn, wenn er beides bequem im Internet findet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben unser Leben umgestellt, wenn es uns die Verh&amp;auml;ltnisse und die neuen Mittel erlaubt haben. Wir sahen es ja auch nicht als Revolution an, als wir endlich vom Fahrrad aufs eigene Auto umsteigen konnten. Dass in den 70er Jahren die Gewerkschaften in Deutschland zweistellige Lohnsteigerungen erk&amp;auml;mpften &amp;#8211; war das eine Revolution? Oder ist es eine Revolution von oben, wenn jetzt das Weihnachtsgeld gek&amp;uuml;rzt wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sich ver&amp;auml;ndert hat, merken wir oft erst Jahre, wenn nicht gar erst Jahrzehnte danach. Gut, es gab einen Knall, als 1989 &lt;a href=&quot;http://www.chronik-der-mauer.de/&quot;&gt;die Mauer&lt;/a&gt; fiel. Doch nicht ohne Grund tragen diese Umw&amp;auml;lzungen im ehemaligen Ostblock immer einen Beinamen: die sanfte Revolution, die orangene Revolution. Weil sie Ver&amp;auml;nderungen sichtbar machen, die sich lange schon ihren Weg gebahnt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Revolution findet wo anders statt, besser: k&amp;ouml;nnte wo anders stattfinden, im guten wie im schlechten. In Afrika, wo Jahrzehnte nach dem Ende des Kolonialismus korrupte Systeme durch noch korruptere ersetzt werden. In Afrika, wo Millionen noch nie ein Telefon hatten &amp;#8211; und jetzt durch den Mobilfunk die M&amp;ouml;glichkeit bekommen, sich ganz langsam dem Telekommunikationsstandard der Ersten Welt anzun&amp;auml;hern. In den L&amp;auml;ndern, wo staatlich kontrollierte Medien bislang die einzige M&amp;ouml;glichkeit der Information monopolisierten &amp;#8211; und jetzt durch Internet oder Satelliten-TV dieses Monopol verlieren. Aber machen wir uns nichts vor: Die Lieferanten dieser Technologien sind auch nur zu bereit, die Technologien zur Kontrolle und Einschr&amp;auml;nkung gleich mit zu verkaufen. Um dort eine Revolution zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knapper gesagt: Hasta la victoria siempre! gilt noch immer. Aber mit dem kleinen Unterschied: Viva la Evolucion!</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-02T10:55:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/272/">
    <title>Editorial</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/272/</link>
    <description>Revolution als Thema zur Weihnachtszeit? Wieder ein Versuch gegen die gesellschaftlichen Strukturen und Traditionen anzuk&amp;auml;mpfen? Nein. Die neue Ausgabe von mindestens haltbar zeigt wie vielschichtig die Worte &amp;#8222;Revolution&amp;#8220; und &amp;#8222;revolution&amp;auml;r&amp;#8220; interpretiert werden k&amp;ouml;nnen und werfen die Frage in den Raum, ob k&amp;uuml;nftige Revolutionen wieder auf jenen Ursprung zur&amp;uuml;ckf&amp;uuml;hren, den andere Revolution&amp;auml;re ver&amp;auml;ndern wollten. Und, wer entscheidet eigentlich wer oder was revolution&amp;auml;r ist? Ist eine Revolution nur eine solche, wenn man im Nachhinein sagt &amp;#8222;wie konnten wir bisher ohne diese Ver&amp;auml;nderung leben?&amp;#8220;, sowie die selbstverst&amp;auml;ndlichste M&amp;ouml;glichkeit sich zu Weihnachten eine Dauerwelle machen zu lassen? 1906 wickelte Karl Nessler das Haar der Damen auf bis zu 900g schwere, beheizte Bolzen, die ihnen dann das gew&amp;uuml;nschte Engelshaar verschafften. Heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie wir zum Beispiel die 80er Jahre ohne diese Erfindung erleben h&amp;auml;tten k&amp;ouml;nnen. &lt;br /&gt;
Ist das ein Beispiel daf&amp;uuml;r, was wir uns unter einer wirklichen Revolution vorstellen? Oder war diese Erfindung immer noch zu banal, um als revolution&amp;auml;r bezeichnet zu werden? Heutzutage wird oft Blogging und Podcasting im Zusammenhang mit der Medienrevolution gebracht. Sind &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net&quot;&gt;mindestens haltbar&lt;/a&gt; und der neue &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/podcast&quot;&gt;mindestens haltbar-Podcast&lt;/a&gt; also auch revolution&amp;auml;r? Entscheiden Sie selbst.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Editorial</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-12T09:27:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/268/">
    <title>Schnee</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/268/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/268/&quot;&gt;&lt;img width=&quot;237&quot; height=&quot;280&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0104/images/trottoir_fahrrad.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;Uuml;ber 6.000 verschiedene Kristallformen wurden 1962 von Bentley und Humphreys gez&amp;auml;hlt. Was ist erstaunlicher, die Existenz der 6.000 Schneekristallformen oder dass sie gez&amp;auml;hlt wurden?</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-09T14:59:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/269/">
    <title>Kekse</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/269/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0104/stories/269/&quot;&gt;&lt;img width=&quot;237&quot; height=&quot;280&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0104/images/kekse.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58% der M&amp;auml;nner und 41% der Frauen in Deutschland &amp;uuml;bergewichtig. Starkes &amp;Uuml;bergewicht lag bei 14% bzw. 12% vor. Trotz allem schmecken Weihnachtskekse wunderbar.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-12-09T15:00:00Z</dc:date>
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   <title>find</title>
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