
Abwarten und Frosch trinken
von Johnny Bravo
Fabelhaft. Mal wieder ein Tag an dem alles anders läuft als ursprünglich geplant, wobei, geplant nicht im Sinne des großen, universalen Plans des Universums, nein, geplant im Sinne meines Planes. Meiner Vorstellung. Aber wen kümmert schon das Universum. Mein Plan zählt. Ein Tag dessen Menge an unguten Nachrichten durchaus für ein ganzes Monat genügen würde, dessen Auswirkungen weit über den Tag hinaus wirken und sicher noch lange für Kopfschmerzen, negative Gefühle und im Endeffekt vermutlich zu einem Magengeschwür führen werden.
Da gibt es dann immer die gut gemeinten Ratschläge von Menschen in der näheren oder weiteren Umgebung: "Kommt Zeit kommt Rat", "Abwarten und Tee trinken" oder "Die Zeit heilt alle Wunden". Freilich ist schon gut nachvollziehbar, dass diese Menschen mangels eigener, unmittelbarer Betroffenheit nur alte Weisheiten zum Besten geben können, deren Gehalt sich meist mit einem durchschnittlichen Landwein aus dem nächstbesten Aldi (an dieser Stelle sei die bedeutendste Tetrapak Cover Sammlung wärmstens empfohlen!) vergleichen lässt. Aber wir haben bis dato gut mit ihnen gelebt, warum nicht länger.
Die Rede ist von eben diesen Sprüchen, Floskeln, Fabeln, deren Ursprung in den meisten Fällen ungeklärt ist (wer würde sich schon gerne einen Dampfplauderer nennen lassen), die aber dennoch bei allen nötigen und unnötigen Gelegenheit zum Besten gegeben werden. Das fabelhafte daran ist nämlich: sie passen immer und nie, sind wie ein Horoskop oder ein Müllsack, fast immer parat, nie wirklich richtig passend, aber doch irgendwie in Ordnung.
Sie zielen alle in Richtung Verdrängung, hoffen auf unsere Fähigkeit zu vergeben und vergessen. Arbeiten mit der Zeit. Dabei ist doch, dank stattlicher Lebenserfahrung, längst klar, dass die Zeit im besten Fall überhaupt nicht arbeitet, im schlimmsten Fall aber gegen einen. Es geht um Veränderung und um Erinnerung, und ich behaupte noch immer beinahe jedes furchtbar peinliche Erlebnis in meinem Leben zu kennen und mich mit dem blossen Gedanken daran sofort wieder in die Gefühlslage versetzen zu können.
Es ist mir noch immer peinlich, dass ich damals unerlaubterweise Emails eines Kollegen gelesen habe, ganz automatisch, als wären es meine eigenen. Ich habe herumgeklickt und nicht nur Posteingang sondern auch Postausgang gelesen und mir wurde erst bewusst was ich da gerade tat, als er in voller Lebensgröße hinter mir stand. Noch immer genau das gleiche Gefühl wie damals. Obwohl das Jahre her ist. Die Zeit heilt also nicht alle Wunden. Definitiv.
Da hilft es nur langsam die Veränderung herbeizuführen, unbemerkt, Schritt für Schritt, langsam, behutsam. Mit der Zeit arbeiten. So wie der berühmte Frosch
im Kochtopf. Es geht die Fabel umher, würde man einen Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser setzen und dann den Topf langsam aufheizen, so würde der Frosch sitzen bleiben und langsam gegart. Wirft man ihn hingegen in einen Topf mit siedend heißem Wasser, so springt er heraus. Ein Plädoyer für die langsame Veränderung. Bewiesener Humbug. Genau wie unsere Hoffnungen in die Zeit.
Die Zeit ist ein ziemlich ignorantes, eigensinniges und hinterhältiges Wesen. Ständig zu kurz, zu knapp, in schlimmen Momenten dann wieder unendlich lang, definitiv nicht auf unserer Seite und schon gar kein Mitarbeiter, den man anweisen könnte doch endlich eine Wunde zu heilen. Deshalb können Sie in Zukunft auch einfach "Der Tee heilt alle Wunden", "Kommt Rat kommt Zeit" oder "Abwarten und Frosch Trinken" sagen.
Da gibt es dann immer die gut gemeinten Ratschläge von Menschen in der näheren oder weiteren Umgebung: "Kommt Zeit kommt Rat", "Abwarten und Tee trinken" oder "Die Zeit heilt alle Wunden". Freilich ist schon gut nachvollziehbar, dass diese Menschen mangels eigener, unmittelbarer Betroffenheit nur alte Weisheiten zum Besten geben können, deren Gehalt sich meist mit einem durchschnittlichen Landwein aus dem nächstbesten Aldi (an dieser Stelle sei die bedeutendste Tetrapak Cover Sammlung wärmstens empfohlen!) vergleichen lässt. Aber wir haben bis dato gut mit ihnen gelebt, warum nicht länger.
Die Rede ist von eben diesen Sprüchen, Floskeln, Fabeln, deren Ursprung in den meisten Fällen ungeklärt ist (wer würde sich schon gerne einen Dampfplauderer nennen lassen), die aber dennoch bei allen nötigen und unnötigen Gelegenheit zum Besten gegeben werden. Das fabelhafte daran ist nämlich: sie passen immer und nie, sind wie ein Horoskop oder ein Müllsack, fast immer parat, nie wirklich richtig passend, aber doch irgendwie in Ordnung.
Sie zielen alle in Richtung Verdrängung, hoffen auf unsere Fähigkeit zu vergeben und vergessen. Arbeiten mit der Zeit. Dabei ist doch, dank stattlicher Lebenserfahrung, längst klar, dass die Zeit im besten Fall überhaupt nicht arbeitet, im schlimmsten Fall aber gegen einen. Es geht um Veränderung und um Erinnerung, und ich behaupte noch immer beinahe jedes furchtbar peinliche Erlebnis in meinem Leben zu kennen und mich mit dem blossen Gedanken daran sofort wieder in die Gefühlslage versetzen zu können.
Es ist mir noch immer peinlich, dass ich damals unerlaubterweise Emails eines Kollegen gelesen habe, ganz automatisch, als wären es meine eigenen. Ich habe herumgeklickt und nicht nur Posteingang sondern auch Postausgang gelesen und mir wurde erst bewusst was ich da gerade tat, als er in voller Lebensgröße hinter mir stand. Noch immer genau das gleiche Gefühl wie damals. Obwohl das Jahre her ist. Die Zeit heilt also nicht alle Wunden. Definitiv.
Da hilft es nur langsam die Veränderung herbeizuführen, unbemerkt, Schritt für Schritt, langsam, behutsam. Mit der Zeit arbeiten. So wie der berühmte Frosch
im Kochtopf. Es geht die Fabel umher, würde man einen Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser setzen und dann den Topf langsam aufheizen, so würde der Frosch sitzen bleiben und langsam gegart. Wirft man ihn hingegen in einen Topf mit siedend heißem Wasser, so springt er heraus. Ein Plädoyer für die langsame Veränderung. Bewiesener Humbug. Genau wie unsere Hoffnungen in die Zeit.
Die Zeit ist ein ziemlich ignorantes, eigensinniges und hinterhältiges Wesen. Ständig zu kurz, zu knapp, in schlimmen Momenten dann wieder unendlich lang, definitiv nicht auf unserer Seite und schon gar kein Mitarbeiter, den man anweisen könnte doch endlich eine Wunde zu heilen. Deshalb können Sie in Zukunft auch einfach "Der Tee heilt alle Wunden", "Kommt Rat kommt Zeit" oder "Abwarten und Frosch Trinken" sagen.
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