Editorial

von Kristina Mittendorfer
Was bedeutet „fabelhaft“? Laut Duden, handelt es sich bei fabelhaften Dingen um etwas, das alle Vorstellungen und Erwartungen übertrifft. Aber welche Vorstellungen und Erwartungen? Vorstellungskraft ist eine Gabe – nicht bei jedem funktioniert die „eingebaute Illusionsmaschine“. Umso fabelhafter sind jedoch die Kreationen derer, die andere Menschen mit in die selbst konstruierte Welt reißen und sie von deren Existenz überzeugen können. Wer kennt nicht die Geschichte von dem Bruder einer Freundin der Arbeitskollegin eines Nachbarn? Und wie sollte man diese unglaubliche Begebenheit nicht glauben, wenn sie doch von der allerbesten Freundin erzählt wurde? Mythen, Legenden und Fabeln hat es schon immer gegeben und noch immer sind sie ein wesentlicher Teil des Lebens. So beschäftigen uns spätestens jeden Sommer, wenn die Medien ihr so genanntes Sommerloch füllen müssen, aufregende urbanen Mythen wie jener über Riesenschlangen, die in den Abwasserkanälen leben und hin und wieder ihren Kopf aus einer Klomuschel hinausstrecken. Übrigens, schon von der wahnsinnigen Attraktivität von Tomatensaft in Flugzeugen gehört? Ich bin mir sicher, dass jeder von uns schon mehrmals einen nicht ganz so abstrusen Mythos als reales Ereignis interpretiert und verbreitet hat. Gut so. Was wäre eine Welt, in der es nur schwarz und weiß gibt und kein Platz für Phantasie ist? Eine sehr farblose.

Die aktuelle Ausgabe von mindestenshaltbar.net zeigt eine bunte Vielfalt an fabelhaften Geschichten. Den AutorInnen ist es gelungen zu zeigen, dass jeder Lebensbereich etwas Fabelhaftes an sich hat und alle an ihn gestellten Erwartungshaltungen übertrifft.
Kristina kümmert sich hier um so manches und ist ständig auf der Suche nach mitreißenden Artikeln und grandiosen Autoren in der Blogosphäre. Sie liest also viel und schreibt selbst auch ein bisschen.
mindestens haltbar 11/2005
Jahrgang 01
Ausgabe 03
ISSN 1816-8159
Autor: Kristina Mittendorfer
Titel: Editorial
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