Es gibt Dinge, die prägen sich ein Leben lang ein. Eines dieser Dinge war mein erster Besuch im Waschsalon. Ist ungefähr auch schon 10 Jahre her, ich war grad irgendwo in Hamburg um die Welt zu erobern und Karriere zu machen. Ich hatte nur einen Koffer und eine winzige Wohnung. Als die sauberen Kleider rar wurden, machte ich mich auf zum nächsten Waschsalon. Es war ein trübes kalt-regnerisches Hamburger Wochenende und den Waschsalon wählte ich nach einem möglichst cool klingenden Namen aus den Gelben Seiten. Waschsalon - natürlich ist die erste Assoziation der schöne Nick, der cooles Levi's Spot. Und überhaupt muss es doch in so einem Waschsalon überaus cool zugehen. Cool war zumindest das grelle Neonlicht, cool auch der intensive Waschmittelgeruch. Cool aber nur im Gegensatz zu Gemütlich. Nick Kamen war nicht da, nur heruntergekommene Gestalten mit Depressionen. Als endlich meine Wäsche fertig war, fuhr ich mit diesen kleinen fahrbaren Körbchen auf die gegenüberliegende Seite zu den Trockner und füllte erneut eine Riesentrommel. Ein Mann hatte schon gewartet auf die frei werdene Waschmaschine und schrie Sekunden später quer durch den Salon: Mein Fräulein, ich denke, das gehört noch Ihnen! Auf seinem ausgestreckten Zeigefinger baumelte ein winzig-kleines Etwas, was aussah wie einer meiner aufs übelste zerzauster und farbenprächtiger String-Tanga. Mit diesem Erlebnis hat sich das große Buch meiner Waschsalon-Erfahrungen auch sogleich wieder geschlossen. Einmal und nie wieder!
Jeanet
am 21. Dez, 21:27