wegen "undifferenzierter Bockmist": Was 500Beine schreibt ist unhöflich, vielleicht unnötig, aber nicht weniger differenziert als alle Kommentare darüber. Es gefällt mir aber nicht.
In meinem Blog bin ich zu Hause, da mag ich kein Genöle über den Schreibstil. Es soll ja auch keiner im Essen stochern, der sich bei mir eingeladen hat. Ist das hier noch eine kuschelige Außenstelle von "zu Hause"?
Wenn ich im Netz zu viele Wörter sehe, klicke ich auf das Kreuzchen rechts oben, lege mich aufs Sofa und lese einen Krimi. Oder Thomas Bernhard. Oder die Lokalzeitung.
Wenn alles gelobt wird, wird das Lob schal, wenn das Nicht-so-gut-finden einfach hingerotzt ist, will sich zu Recht inhaltlich keiner damit befassen. Über Stil und Inhalt und Geschmack zu reden sollte noch Spaß machen. Dann müssen auch nicht alle alles gut finden.
Einverstanden, Kritik soll möglich sein, und beiden Seiten sogar ein wenig Spass machen oder sie vorwärts bringen, das schon. Aber gerade hier im doch recht anonymen Netz, so dünkt mich, schickt es sich, zunächst einmal die Blogsperson kennenzulernen und eine Art Vertrauensverhältnis aufzubauen, bevor man über die Texte herzieht. Die Worte (in Kommentaren) sind immer so knapp, dass man sie auf ungefähr dreihundert Arten verstehen kann, so dass es wohl besser ist, sie vorsichtig zu wählen, solange man nicht weiss, dass der Adressat oder die Adressatin dieser Worte einen genügend kennt/vertraut, dass er/sie es nicht falsch versteht. Und das Kennenlernen geht nun einmal, auch hier, meist über den Austausch von Freundlichkeiten. Die meinerseits übrigens ernst gemeint sind.
Für das eigene Weblog, jedenfalls, wenn es ein persönlich gehaltenes ohne offen literarischen Anspruch ist, sehe ich das ähnlich. Aber ist nicht hier mehr Öffentlichkeit und damit der Anspruch ein Anderer?
Und hier eben doch der Ort, auch über Qualität und Geschmack zu diskutieren?
Zur Diskussion gestellt.
Ich bin selber lustlos beim Beurteilen, denke mir mein Teil und lese oder lass es bleiben. Mir ist einfach unwohl bei vernichtender Kritik, schließlich könnte es mich genauso treffen.
Natürlich, je öffentlicher desto ausgesetzter. Die Leute erwarten naturgemäss, dass öffentlich publizierende Autoren (sei dies hier oder in gedruckter Form) sich besondere Mühe geben. Wer sich freiwillig so exponiert, soll Hervorragendes leisten, sagen sie. Und sie meinen, der Autor sei durch seine hervorgehobene Position allem so enthoben, dass sie ihn mit Kritik ohnehin nie erreichen könnten, so dass sie gerne zu grobem, unanständigem Geschütz greifen. Aber das trifft ja nicht zu, es ist bekannt, dass wir alle Menschen sind und unter allen Umständen Menschen bleiben. Wer öffentlich publiziert, soll sich jeglicher Kritik stellen, die sachlich und anständig ist. Alles andere kann durch nichts legitimiert werden (es sei denn, die Publikation wäre selber verletzend). Ich bin überhaupt nicht dagegen, über Qualität und Geschmack zu diskutieren. Aber man muss bei Blogs sehr vorsichtig sein, da sich dahinter zumeist keine erfahrenen Medienschaffenden verstecken, sondern du und ich. Wer da zu hart dreinfährt, ohne das grundsätzliche Vertrauen der Adressaten zu geniessen, kann vieles kaputtmachen. Das Problem ist, dass in Blogs Leute um einen Stubentisch herum eng beieinander sitzen, die sich weder kennen noch überhaupt sehen können. Darum ist einfach grosse Vorsicht geboten.
Immerhin: Man sieht, in deutschsprachigen Blogs jedenfalls, zu wenig Kritik, die tatsächlich konstruktiv und freundlich wäre. Das wird wohl noch kommen.
sopran
am 21. Nov, 23:31
In meinem Blog bin ich zu Hause, da mag ich kein Genöle über den Schreibstil. Es soll ja auch keiner im Essen stochern, der sich bei mir eingeladen hat. Ist das hier noch eine kuschelige Außenstelle von "zu Hause"?
Wenn ich im Netz zu viele Wörter sehe, klicke ich auf das Kreuzchen rechts oben, lege mich aufs Sofa und lese einen Krimi. Oder Thomas Bernhard. Oder die Lokalzeitung.
Wenn alles gelobt wird, wird das Lob schal, wenn das Nicht-so-gut-finden einfach hingerotzt ist, will sich zu Recht inhaltlich keiner damit befassen. Über Stil und Inhalt und Geschmack zu reden sollte noch Spaß machen. Dann müssen auch nicht alle alles gut finden.
am 22. Nov, 10:23
Einverstanden, Kritik soll möglich sein, und beiden Seiten sogar ein wenig Spass machen oder sie vorwärts bringen, das schon. Aber gerade hier im doch recht anonymen Netz, so dünkt mich, schickt es sich, zunächst einmal die Blogsperson kennenzulernen und eine Art Vertrauensverhältnis aufzubauen, bevor man über die Texte herzieht. Die Worte (in Kommentaren) sind immer so knapp, dass man sie auf ungefähr dreihundert Arten verstehen kann, so dass es wohl besser ist, sie vorsichtig zu wählen, solange man nicht weiss, dass der Adressat oder die Adressatin dieser Worte einen genügend kennt/vertraut, dass er/sie es nicht falsch versteht. Und das Kennenlernen geht nun einmal, auch hier, meist über den Austausch von Freundlichkeiten. Die meinerseits übrigens ernst gemeint sind.
am 22. Nov, 14:05
Für das eigene Weblog, jedenfalls, wenn es ein persönlich gehaltenes ohne offen literarischen Anspruch ist, sehe ich das ähnlich. Aber ist nicht hier mehr Öffentlichkeit und damit der Anspruch ein Anderer?
Und hier eben doch der Ort, auch über Qualität und Geschmack zu diskutieren?
Zur Diskussion gestellt.
Ich bin selber lustlos beim Beurteilen, denke mir mein Teil und lese oder lass es bleiben. Mir ist einfach unwohl bei vernichtender Kritik, schließlich könnte es mich genauso treffen.
am 23. Nov, 21:51
Natürlich, je öffentlicher desto ausgesetzter. Die Leute erwarten naturgemäss, dass öffentlich publizierende Autoren (sei dies hier oder in gedruckter Form) sich besondere Mühe geben. Wer sich freiwillig so exponiert, soll Hervorragendes leisten, sagen sie. Und sie meinen, der Autor sei durch seine hervorgehobene Position allem so enthoben, dass sie ihn mit Kritik ohnehin nie erreichen könnten, so dass sie gerne zu grobem, unanständigem Geschütz greifen. Aber das trifft ja nicht zu, es ist bekannt, dass wir alle Menschen sind und unter allen Umständen Menschen bleiben. Wer öffentlich publiziert, soll sich jeglicher Kritik stellen, die sachlich und anständig ist. Alles andere kann durch nichts legitimiert werden (es sei denn, die Publikation wäre selber verletzend). Ich bin überhaupt nicht dagegen, über Qualität und Geschmack zu diskutieren. Aber man muss bei Blogs sehr vorsichtig sein, da sich dahinter zumeist keine erfahrenen Medienschaffenden verstecken, sondern du und ich. Wer da zu hart dreinfährt, ohne das grundsätzliche Vertrauen der Adressaten zu geniessen, kann vieles kaputtmachen. Das Problem ist, dass in Blogs Leute um einen Stubentisch herum eng beieinander sitzen, die sich weder kennen noch überhaupt sehen können. Darum ist einfach grosse Vorsicht geboten.
Immerhin: Man sieht, in deutschsprachigen Blogs jedenfalls, zu wenig Kritik, die tatsächlich konstruktiv und freundlich wäre. Das wird wohl noch kommen.