am 21. Nov, 19:51

man kann darüber streiten. Die Sätze sind definitiv ziemlich lang. Ein paar Mal mehr den Punkt gesetzt, würde der Klarheit sicher gut tun. Aber ich denke nicht, dass Klarheit das ist, was von der Autorin in erster Linie beabsichtigt wurde. Es soll ja eine mystisch, sakrale und undurchsichtige Stimmung vermittelt werden, in sofern ist das ein doch ein durchaus legitimes Stilmittel. Allgemein würde ich sagen, die Schreibe orientiert sich an französischer Literatur. Kann man mögen, muss man nicht. Ich mags.

am 21. Nov, 23:07

Der Text bzw. sein Stil eignen sich nicht für ein Merkblatt für Brandschutz, das ist richtig. Wenn man einen Text kritisiert, sollte man nicht nur die Formen bewahren, sondern auch im Bewusstsein behalten, unter welchem Gesichtspunkt der Text geschrieben wurde. Wenn der Text keinen direkt praktischen, sondern einen künstlerischen Anspruch hat, dann ist der Einwand der langen Sätze schlicht lächerlich, es sei denn, die langen Sätze widersprächen tatsächlich den Zielen, welche die Autorin oder der Autor beabsichtigt, sich zur Aufgabe gemacht hat. Es soll ja viele Bücher geben, in denen überhaupt kein Punkt vorkommt. Kunst kann man letztlich doch immer nur mögen oder nicht; sie lebt davon, dass keine Regeln wirklich gelten, sie spielt damit. Und genügend Leute wie ich mögen die Art, in der Frau Modeste unverkennbar und unerreicht ihre Sätze modelliert. Wer das nicht mag, kann ihm deswegen doch nicht gleich die Daseinsberechtigung absprechen oder behaupten, das stamme aus ungeübter Feder.




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