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    <title>mindestenshaltbar.net: 0103: Fabelhaft (Fabeln und Mythen)</title>
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    <description>Fabeln und Mythen</description>
    <dc:publisher>onitz</dc:publisher>
    <dc:creator>onitz</dc:creator>
    <dc:date>2006-08-10T13:53:53Z</dc:date>
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    <title>mindestenshaltbar.net: 0103: Fabelhaft</title>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/169/">
    <title>Wenn Sie jetzt Schluckauf haben, denke ich gerade an Sie!</title> 
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    <description>Wenn man morgens mal verschlafen hat oder aber, so wie ich, sich mal wieder im Badezimmer vertr&amp;ouml;delt hat, dann ist die U-Bahn &amp;#8222;die wiedermal ewig nicht daher kam&amp;#8220; die passende Ausrede. Am besten h&amp;auml;ngt man gleich ein &amp;#8222;habt ihr von der dicken Frau geh&amp;ouml;rt, die lebendig von der U-Bahn eingequetscht wurde und erst zu Tode gewutzelt wurde, als der Zug dann losfuhr&amp;#8220; an. Urbane Mythen vers&amp;uuml;&amp;szlig;en uns den Alltag nicht nur, sie retten ihn auch manchmal. Manchmal erschrecken oder ermuntern sie uns allerdings auch und verzweifelte Eltern greifen besonders gerne auf diese Art von Ausreden zur&amp;uuml;ck. Wem wurde als Kind schlie&amp;szlig;lich nie geraten das schielen bleiben zu lassen, weil sonst die Augen stecken bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht immer basieren urbane Mythen auf dreisten L&amp;uuml;gen, nein, manchmal entsteht so was auch durch einen schlichten Irrtum. &amp;#8222;Spinat strotzt nur so vor Eisen&amp;#8220; war zwar gut gemeint, aber ein Komma an der falschen Stelle hilft dem K&amp;ouml;rper allerdings nur selten wirklich. Dennoch m&amp;uuml;ssen ganze Heerscharen von Kindergartenkindern heute immer noch Spinat essen, wenn sie gro&amp;szlig; und stark werden und au&amp;szlig;erdem die Tante nicht ver&amp;auml;rgern wollen. Und dass die Teflonpfanne ein Nebenprodukt der Weltraumforschung ist, war, das nehme ich jetzt einfach mal ganz stark an, die gewitzte Idee einer Marketingfirma. Eine Pfanne an der nichts haften bleibt ? Muss ein Werk des Teufels oder der NASA sein, ganz klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Urbane Mythen mussten zu fr&amp;uuml;heren Zeiten noch m&amp;uuml;ndlich &amp;uuml;berliefert werden, heute gibt es das Internet und das verbreiten von Geschichten &amp;uuml;ber Krokodile in der Kanalisation kann heute viel effizienter und weltweit betrieben werden. Und nat&amp;uuml;rlich bietet das Internet auch gen&amp;uuml;gend Spielraum f&amp;uuml;r seine eignen Mythen. Alleine in meinem Umfeld kenne ich vier Personen, die von einem absoluten Traumpaar zu berichten wissen, welches sich selbstverst&amp;auml;ndlich &amp;uuml;ber das fabelhafte Internet kennen und lieben gelernt haben. Von diesen vier Personen kennt niemand das P&amp;auml;rchen oder auch nur einen Part davon pers&amp;ouml;nlich, doch der Freund eines Freundes schw&amp;ouml;rt, dass der Cousin seines Schwagers regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig von einem Fahrradboten beliefert wird und der wiederum hat einen Kollegen in der Zentrale der die beiden kennt. Ich pers&amp;ouml;nliche kenne niemanden der auf diese Art und Weise auf die gro&amp;szlig;e Liebe seines Lebens gesto&amp;szlig;en ist, was nicht bedeutet, dass es nicht doch passieren kann. Und genau deshalb m&amp;ouml;gen Menschen diese kleinen unglaublichen Geschichten auch so gerne. Wir m&amp;ouml;chten gerne glauben, dass wir nie wissen k&amp;ouml;nnen, wann und wie uns die Liebe &amp;uuml;ber den Weg l&amp;auml;uft und das alleine l&amp;auml;sst ja schon wieder hoffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Killerphytons im Stadtpark hofft man nicht unbedingt, aber spannend w&amp;auml;re es nat&amp;uuml;rlich schon. Muss man nicht selbst erleben, reicht vollkommen, davon zu h&amp;ouml;ren. Aber eine gute Geschichte allemal. Nat&amp;uuml;rlich w&amp;uuml;nscht sich auch niemand, einen abgetrennten Daumen in der eben bei Mc Donalds erstandenen Apfeltasche anzuknabbern, aber je ekliger die Geschichte, desto mehr am&amp;uuml;siert sie uns. Moderne Legenden sind eine hervorragende Art des Entertainments, wichtig ist dabei immer nur, dass es keiner nahe stehenden oder einem anwesenden bekannten Person passiert ist. Weil man sich sonst &amp;uuml;ber die Brechreiz erzeugenden Erlebnisse anderer nicht von Herzen freuen kann. Deshalb nenne die Amis ihre urbanen Mythen auch &amp;#8222;foaf-tales&amp;#8220;. (friend of a friend)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn doch bekannt, dann bitte richtig. Paris Hilton kann ruhig ein Auge aus ihrem Diet Coke entgegen blinzeln, das w&amp;auml;re in Ordnung. Mein Vater fand &amp;uuml;brigens mal einen Zahn in einem Punschkrapfen und das, obwohl ihm kein eigener Zahn spontan abhanden gekommen war. Er hat sich auch am n&amp;auml;chsten Tag bei der B&amp;auml;ckerei beschwert, einen Gutschein f&amp;uuml;r zwei weitere Punschkrapfen erhalten und diese Geschichte stimmt jetzt aber wirklich. Ich schw&amp;ouml;re.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Urbane Mythen bereichern unser Leben ungemein, machen den tristen Alltag ein wenig lebendiger, lustiger und spannender. &amp;Uuml;brigens, wenn sie mindestens haltbar lesen und nicht innerhalb von zehn Minuten an ihre 20 besten Freunde weiterempfehlen, werden Ihren Haare bis morgen Fr&amp;uuml;h ergrauen, verpassen lebensl&amp;auml;nglich den Bus und wenn Sie schon l&amp;auml;nger als zweieinhalb Sekunden auf dieser Seite verweilen haben Sie sich au&amp;szlig;erdem gerade einen Virus eingefangen.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-10T14:42:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/167/">
    <title>Mythos Traumpartner</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/167/</link>
    <description>&lt;i&gt;Also, er ist sensibel &amp;#8211; aber ein echter Kerl, gepflegt &amp;#8211; aber kein Schn&amp;ouml;sel, verst&amp;auml;ndnisvoll &amp;#8211; aber kein Frauenversteher. Er h&amp;auml;lt T&amp;uuml;ren auf &amp;#8211; hat aber kein antiquiertes Frauenbild, tanzt perfekt standard und lateinamerikanisch &amp;#8211; ist aber heterosexuell, hat viel Phantasie &amp;#8211; in der ausschlie&amp;szlig;lich ich vorkomme. Au&amp;szlig;erdem ist er charmant, klug, romantisch und witzig. Und weil die inneren Werte auch nicht alles sind, ist er nat&amp;uuml;rlich gro&amp;szlig;, schlank und sexy. Vielleicht eine Mischung aus &lt;a href=&quot;http://www.wernerschreyer.com/ &quot;&gt;Werner Schreyer&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Willemsen&quot;&gt;Roger Willemsen&lt;/a&gt;.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungef&amp;auml;hr in dem Alter, in dem man uns dar&amp;uuml;ber aufkl&amp;auml;rt, dass sowohl der Osterhase als auch das Christkind eine Erfindung der Eltern sind, beginnt man uns eine weitere Illusion zu rauben: die vom Traumprinzen oder der Traumprinzessin. Sp&amp;auml;testens im Teenageralter haben wir es schon mal irgendwo mitbekommen - dass es so was wie den perfekten Partner nicht gibt. Auch wenn unser Konzept von der perfekten Partnerschaft zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht soooo kompliziert scheint: S&amp;uuml;&amp;szlig; und cool muss er/sie sein...&lt;br /&gt;
Aber dann merken wir doch schnell: es gibt immer noch eine/n, der/die noch cooler und s&amp;uuml;&amp;szlig;er ist &amp;#8211; und schon beginnt sie, die Suche nach Perfektion. Und obwohl wir das mit dem Christkind und dem Osterhasen ziemlich schnell kapiert haben, haben wir die Sache mit dem Traumprinzen oder der Traumprinzessin schon wieder verdr&amp;auml;ngt&amp;#8230;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Also, sie ist sch&amp;ouml;n &amp;#8211; aber keine Tussi, klug &amp;#8211; aber nicht kl&amp;uuml;ger, emanzipiert &amp;#8211; aber lacht &amp;uuml;ber Chauvi-Witze. Sie trinkt gern Bier, bekommt aber keinen Bierbauch, hat einen interessanten Job &amp;#8211; und Hausarbeit als Hobby, hat lesbische Neigungen &amp;#8211; aber nur wenn du dabei bist. Au&amp;szlig;erdem ist sie lieb und treu &amp;#8211; nur manchmal wild und unartig. Und weil die inneren Werte auch nicht alles sind, ist sie nat&amp;uuml;rlich gro&amp;szlig;, schlank und sexy. Vielleicht eine Mischung aus &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Angelina_Jolie&quot;&gt;Angelina Jolie&lt;/a&gt; und &amp;#8230;deiner &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Mutter&quot;&gt;Mutter&lt;/a&gt;.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl wir es eigentlich alle besser wissen &amp;#8211; den Traum vom Traumpartner, wir wollen ihn weitertr&amp;auml;umen. Und man hilft uns gerne dabei und versorgt unsere romantische Phantasie mit filmischen und literarischen Happy Ends. Schlie&amp;szlig;lich l&amp;auml;sst sich damit auch gut Geld verdienen &amp;#8211; besonders bei den &lt;a href=&quot;http://www.ksta.de/html/artikel/1129588878924.shtml&quot;&gt;Frauen&lt;/a&gt;. Selbst &amp;#8222;&lt;a href=&quot;http://www.hbo.com/city/&quot;&gt;Sex and the city&lt;/a&gt;&amp;#8220; &amp;#8211; wo man doch schonungslos und n&amp;uuml;chtern vom eher unromantischen Beziehungsalltag moderner, unabh&amp;auml;ngiger Frauen erz&amp;auml;hlen wollte (&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Sex_and_the_City#Pressestimmen &quot;&gt;&amp;#8222;Die Frauen in Sex and the City wissen, dass M&amp;auml;nner ihre Probleme nicht l&amp;ouml;sen k&amp;ouml;nnen - beziehungsweise sie erst schaffen&amp;#8220;&lt;/a&gt;) &amp;#8211; endet im gro&amp;szlig;en Gl&amp;uuml;ck zu zweit. Was wir dabei oft &amp;uuml;bersehen: das Happy End endet da, wo die Beziehung anf&amp;auml;ngt&amp;#8230; and they lived happily ever after! Von wegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mal abgesehen von den Binsenweisheiten, dass Frauen in der Realit&amp;auml;t eigentlich mehr auf Arschl&amp;ouml;cher als auf Traumm&amp;auml;nner stehen und M&amp;auml;nner eher auf die Kaprizi&amp;ouml;sen als die &lt;a href=&quot;http://neon.stern.de/kat/liebe/beziehungen/1115656656/92976.html&quot;&gt;Verst&amp;auml;ndnisvollen&lt;/a&gt;, gibt es noch so einige Gr&amp;uuml;nde, warum man sich vom Mythos Traumpartner verabschieden sollte. Zum Beispiel, weil die Fakten dagegen sprechen: Fast 50% aller Ehen werden wieder geschieden, jeder zweite Mann und jede zweite Frau (ja, auch wir!) geht fremd und die &amp;#8222;ewige Liebe&amp;#8220; ist im Durchschnitt nach nur 2-4 Jahren wieder vorbei. Das ist traurig, aber wahr. So &amp;#8211; und jetzt k&amp;ouml;nnten wir eigentlich den Tatsachen ins Auge blicken, aufwachen und damit aufh&amp;ouml;ren, nach Traumpartnern zu suchen. Aber nein, so leicht geben wir nicht auf. Viel zu sch&amp;ouml;n klingt die Geschichte mit den beiden H&amp;auml;lften, die zu einem &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kugelmenschen_von_Platon&quot;&gt;Ganzen &lt;/a&gt;werden. Dass Platon hier nicht von der Liebe, sondern vom Eros (also dem k&amp;ouml;rperlichen Begehren) gesprochen hat, ist uns auch egal. Wir wollen ihn trotzdem &amp;#8211; denjenigen, der uns ganz macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dagegen ist ja nichts einzuwenden, gegen die Liebe. Schon gar nicht gegen die gro&amp;szlig;e. Die Frage ist eher, warum greifen wir bei dieser Suche so oft ins Klo?! Vielleicht, weil wir selten das wollen, was wir eigentlich brauchen. Der Traumpartner ist in der Realit&amp;auml;t vielleicht gar nicht so traumhaft. Denn wenn mein Liebster so perfekt ist &amp;#8211; was will er dann eigentlich mit mir? Wer will denn schon dauernd perfekt sein? Klingt ziemlich anstrengend. Und auch ewig w&amp;auml;hrende Harmonie stellt in der Realit&amp;auml;t eher ein Problem dar. Schlussendlich funktionieren eher jene Partnerschaften langfristig, in denen es auch eine gesunde Streitkultur gibt. Denn wenn die Gl&amp;uuml;ckspsychose der ersten zwei Jahre &amp;#8211; w&amp;auml;hrend der wir so im Hormonrausch sind, dass wir die Macken des anderen noch totaaaal s&amp;uuml;&amp;szlig; finden &amp;#8211; vorbei ist, dann kommt es zwangsl&amp;auml;ufig zu Meinungsverschiedenheiten. Und genau an diesem Punkt trennen sich (statistisch gesehen) die meisten auch schon wieder&amp;#8230; Gewonnen hat also, wer es schafft, Kompromisse zu schlie&amp;szlig;en. Und so stellen wir uns das in unseren Tr&amp;auml;umen ja eher selten vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder bekommt den Partner, den er verdient &amp;#8211; hei&amp;szlig;t es. Und deshalb sollten wir uns vielleicht mehr um uns selbst k&amp;uuml;mmern als um den Traumpartner. Wer zuviel von Verschmelzung tr&amp;auml;umt, bei dem happerts oft noch mit der Selbstliebe. Auch wenn es klingt wie beim Eso-Seminar gelernt oder im Popul&amp;auml;rpsychologiebuch gelesen &amp;#8211; es stimmt: Erst wer sich selbst liebt, mit allen Fehlern und Macken, der kann wirklich lieben (und sich lieben lassen). Erst wenn wir nicht mehr jemanden brauchen, sondern jemanden wollen, werden unsere Erwartungen nicht mehr entt&amp;auml;uscht. Und wenn wir uns selbst genug sind &amp;#8211; dann ist der Partner die sch&amp;ouml;nste Nebensache der Welt.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Instant Illusion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-10T14:11:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/181/">
    <title>&amp;#8222;Mein nicht ganz so wunderbarer Waschsalon&amp;#8220;</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/181/</link>
    <description>Die T&amp;uuml;r geht auf, ein gutgebauter, wenngleich etwas stupsnasiger Mann kommt herein und die Wahrnehmung schaltet auf Tunnelblick und Zeitlupe. Der Mann nimmt die Sonnenbrille ab, zerrt sich gekonnt das T-Shirt vom Leib und stopft es in eine der vielen Waschmaschinen. Dann leert er seine Taschen, zieht in einer flie&amp;szlig;enden Bewegung den G&amp;uuml;rtel aus der Jeans und l&amp;auml;&amp;szlig;t schlie&amp;szlig;lich seine Hose folgen. Nur mit einer Boxershorts bekleidet parkt er seinen &amp;auml;u&amp;szlig;erst wohlgeformten K&amp;ouml;rper dekorativ zwischen kichernden M&amp;auml;dchen und einem alten Mann und wartet gelassen auf das Resultat der W&amp;auml;sche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist 1984. &lt;a href=&quot;http://media.putfile.com/levis_nick_kamen&quot;&gt;Der Werbespot&lt;/a&gt; im Waschsalon beschert mir einen Ausblick auf die unmittelbar bevorstehende Pubert&amp;auml;t, dem entbl&amp;ouml;&amp;szlig;ten &lt;a href=&quot;http://www.nickkamen.com/&quot;&gt;Nick Kamen&lt;/a&gt; eine kurze, aber heftige Karriere und Levis eine Umsatzsteigerung von 500 Prozent. Vor allem aber suggeriert er einer Generation von Heranwachsenden, da&amp;szlig; in den Waschsalons dieser Welt wom&amp;ouml;glich das gro&amp;szlig;e Gl&amp;uuml;ck, mindestens aber gro&amp;szlig;artiger Sex zu finden ist. Ein Mythos ist geboren. Meine Mutter gestattet mir zwar, meine W&amp;auml;sche k&amp;uuml;nftig selbst zu waschen, h&amp;auml;lt es aber leider f&amp;uuml;r &amp;uuml;bertrieben, das au&amp;szlig;erhalb des Hauses zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist 1994. Ich bin ausgezogen, die Welt zu erobern und mehr als willig, mit den Waschsalons zu beginnen. Fernab der alten Heimat bleibt mir auch kaum etwas anderes &amp;uuml;brig, denn die Waschmaschinen im Keller des Studentenwohnheims sind rund um die Uhr besetzt. Ihre Benutzer, pickelige Elektrotechnikstudenten in Holzf&amp;auml;llerhemden, kenne ich durch die gemeinsame K&amp;uuml;chen- und Badezimmernutzung bereits so gut, als da&amp;szlig; ich kein Interesse mehr an ihrer Unterw&amp;auml;sche aufbringen kann.&lt;br /&gt;
Mein erster Waschsalon liegt ganz in der N&amp;auml;he des Wohnheims und damit am &amp;auml;u&amp;szlig;ersten Nordrand meiner neuen gro&amp;szlig;st&amp;auml;dtischen Heimat. Stadtr&amp;auml;nder strahlen meist noch mehr Provinzialit&amp;auml;t aus als die sie umgebende eigentliche Provinz, daher kann dieser spezielle Stadtrand von Gl&amp;uuml;ck reden, da&amp;szlig; er eine der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten psychiatrischen Anstalten des Landes beherbergen darf. Die Heerscharen von leicht bis mittelschwer verwirrten Patienten mit Ausgang und reichlich Tagesfreizeit tragen erheblich zur Auflockerung des ansonsten eher dr&amp;ouml;gen Stadtbildes bei. Im Sommer legen sie sich gerne in die akkurat quadratisierten Vorg&amp;auml;rten zum Schlafen oder turnen in den unterschiedlichsten Stadien der Entkleidung unter Rasensprengern herum.&lt;br /&gt;
Im Winter ist dagegen der Waschsalon ihr liebster Aufenthaltsort, auch wenn sie sich mit den Obdachlosen um die wenigen Pl&amp;auml;tze auf den harten Holzb&amp;auml;nken streiten m&amp;uuml;ssen. Meist vertr&amp;auml;gt man sich jedoch. Die Obdachlosen nutzen das feuchtwarme Klima, um endlich mal in Ruhe die Geschw&amp;uuml;re an ihren F&amp;uuml;&amp;szlig;en zu inspizieren und anschlie&amp;szlig;end Butterstullen mit Bier aus dem benachbarten Supermarkt runterzusp&amp;uuml;len. Die Anstaltsfreig&amp;auml;nger ziehen es vor, mit offenem Mund vor einer Waschmaschine zu sitzen und mit leichten Kopfbewegungen die Rotation der Trommel zu verfolgen. Da ich ein weiches Herz habe, spendiere ich oft noch einen zweiten Waschgang, was weder gut f&amp;uuml;r die W&amp;auml;sche noch f&amp;uuml;r meinen Zeitplan ist. Ausgezogen haben sich in diesem Waschsalon diverse M&amp;auml;nner, doch bei den meisten war das schmuddelige Beinkleid ohne Inhalt weitaus standfester als mit Inhalt. Die chemischen Nebelschwaden mit Fr&amp;uuml;hlingsduft geb&amp;auml;ren allenfalls Gruselgeschichten, aber keine strahlenden Sagenhelden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neues Land, neuer Waschsalon, neue Chance. Die Schweizer haben den Ruf, ein ganz besonders reinliches V&amp;ouml;lkchen zu sein, doch ihrem Waschdrang scheinen sie ausnahmslos zuhause nachzugehen. Nicht ein einziger, gebirgsgest&amp;auml;hlter Alpensohn verirrt sich in meinem Studienjahr dort in einen Waschsalon. Man trifft allenfalls konsumkritische Erzeuger im Vaterschutz, die schmutzige Baumwollwindeln wegen der intensiven Geruchsentwicklung nicht in den eigenen vier W&amp;auml;nden waschen d&amp;uuml;rfen. Zum Abschied wirft mir ein Junkie seine blutige Spritze in meinen W&amp;auml;schekorb, als pl&amp;ouml;tzlich Polizei auftaucht, was ihm leider nichts n&amp;uuml;tzt, denn das Rot hebt sich ganz wunderbar von der frisch gereinigten, wei&amp;szlig;en Bettw&amp;auml;sche ab. Seither ziehe ich dunkelrote vor.&lt;br /&gt;
Alte Stadt, neue Wohnung, letzte Chance f&amp;uuml;r den Mythos Waschsalon. Seit ich in Begleitung eines guten Freundes waschen gehe, ist zumindest die Wartezeit nicht mehr ganz so qualvoll. Die Waschsalons mit angeschlossenem Kultcaf&amp;eacute; und eigenem DJ sind noch nicht erfunden, so da&amp;szlig; wir mangels Alternativen im &amp;#8222;Caf&amp;eacute; Backwahn&amp;#8220; ausharren und bei Yogitee mit Biohonig den Sozialp&amp;auml;dagogen am Nachbartisch bei der Weltverbesserung lauschen. Das ist auf jeden Fall besser als den Gestalten im Nebel des Waschsalons beim &amp;Ouml;ffnen der achten Dose Bier behilflich sein zu d&amp;uuml;rfen. Der kleine Bruder des Levis-Manns taucht allerdings auch jetzt nicht auf. Und weil sich so nat&amp;uuml;rlich keine Gelegenheit zum Austausch von K&amp;ouml;rperfl&amp;uuml;ssigkeiten ergeben kann, bin ich mir absolut sicher, da&amp;szlig; es sich bei dem gebrauchten Kondom, das ich eines Tages zusammen mit meiner W&amp;auml;sche aus der Maschine ziehe, nicht um ein von mir verwendetes gehandelt haben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist 2004. Das fremde Kondom war der Todessto&amp;szlig; f&amp;uuml;r meinen Glauben an wunderbare Waschsalons. Die Levis-M&amp;auml;nner stehen in Zeiten von &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Baggy_Pants&quot;&gt;Baggy Pants&lt;/a&gt; ohnehin auf der Liste von Artensch&amp;uuml;tzern und werden nur gelegentlich noch in hermetisch abgeriegelten und von Frauen mit kurzen R&amp;ouml;cken bewachten Biotopen gesichtet. Ich beschlie&amp;szlig;e, mir endlich eine eigene Waschmaschine zu kaufen und mein Augenmerk verst&amp;auml;rkt auf Anzugtr&amp;auml;ger zu richten. Oder um es mit dem Original-Levis-Mann Nick Kamen zu sagen: &amp;#8222;I&apos;m trying hard not to walk out the door. Know that I, oh, know that I can&apos;t take no more.&amp;#8221; </description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Kolumne</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-14T09:19:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/160/">
    <title>Von fernen Ufern l&amp;auml;ngst vergangener Zeiten</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/160/</link>
    <description>Im polierten, feingetriebenen Gold, im schimmernden Elfenbein und im von Jahrhunderten mattierten, diskreten Glanz alter Edelsteine pr&amp;auml;sentiert sich das geschliffene Glas, hinter dem nichts als ein gesplittertes St&amp;uuml;ck por&amp;ouml;ser, brauner Knochen sich dem Blick darbietet. Ein paar ausgeblichene Haare, der eingelassene Sch&amp;auml;del eines Kreuzfahrers, verborgen in einer Schale mit reich geschm&amp;uuml;cktem Rand. Das Fingerglied in goldener Kathedrale, das einst zu einer Hand geh&amp;ouml;rte, deren Ber&amp;uuml;hrung, so sagt die Legende, die Kraft besa&amp;szlig;, Krankheit und Wahnsinn aus den K&amp;ouml;pfen zu ziehen, auf den sie aufgelegt wurde. Ein morscher Fetzen br&amp;uuml;chiger, morscher Leinwand, die einen Leib umh&amp;uuml;llte, vor dessen Abbild sich die Gl&amp;auml;ubigen neigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ungl&amp;auml;ubigen erinnert nichts au&amp;szlig;er dem Gold, nichts au&amp;szlig;er der filigranen Kunstfertigkeit l&amp;auml;ngst verstorbener Meister an die Welt von Wundern, vom gottbezeugenden Blut. Die Verehrung, die diesen Andenken der tats&amp;auml;chlichen Leibhaftigkeit des Erhabenen in warmem, atmenden Fleisch gilt, &amp;uuml;bertr&amp;auml;gt sich nicht auf uns, die wir so fern von den Quellen des Glaubens an die in ihrer m&amp;auml;rchenhaften Schlichtheit anr&amp;uuml;hrende Geschichte vom reinen Toren, der in schillernden, komplizierten Tagen unter die R&amp;auml;der einer erstarrten Gottesfurcht und der Macht des R&amp;ouml;mischen Reiches geriet, in den Schatzkammern stehen. So versch&amp;uuml;ttet ist dieser Nerv in unseren Gehirnen unter dem Schutt zweier Jahrtausende, den Erfahrungen unserer Jahrzehnte, dass wir nichts mehr als einen vielleicht liebevollen Zweifel, den k&amp;uuml;hlen Hauch einer am&amp;uuml;sierten Herablassung, nur noch die ironische Hochachtung vor einer sch&amp;ouml;nen Geste fragloser Demut aufbringen: Wissend, dass dies allzu leicht wiegen w&amp;uuml;rde auf einer Waage, ohne die die Welt denen unertr&amp;auml;glich gewesen w&amp;auml;re, die jene Kunstwerke schufen, zwischen denen verirrte Besucher umhergehen wie zwischen Exponaten eines Kuriosit&amp;auml;tenkabinetts, und das magische Fluidum der Heiligkeit, die Anwesenheit des G&amp;ouml;ttlichen in ihren irdischen Relikten entzieht sich vollends unserer Vorstellungskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
L&amp;auml;cheln mag der Besucher der d&amp;auml;mmerigen Schatzkammern &amp;uuml;ber diese Fr&amp;ouml;mmigkeit, die an eine stoffliche Verk&amp;ouml;rperung des Heiligen glaubte, die mit ihrer Entseelung kein Ende fand, die Vorstellung einer den Corpus der Heiligkeit ganz und gar durchdringenden Aura, die wundert&amp;auml;tig noch nach dem Tod des Heiligen seinen K&amp;ouml;rper durchstr&amp;ouml;mt bis in jene Reliquien zweiter und dritter Ordnung, die nur durch Ber&amp;uuml;hrung oder Gebrauch mit einer Macht aufgeladen sind, die von dem gew&amp;auml;hrt wurde, an dessen Seite der Heilige thronen soll: Anwesend gleichzeitig in den Zeugen seines leiblichen Wandelns unter den Menschen und in einer Welt jenseits der zeitlichen Dinge, in denen kein geschliffener Rubin, kein kreisrunder Topas und kein noch so edles Metall erforderlich sind, um die zu verherrlichen, die daran teilhaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S&amp;auml;uberlich trennt dagegen der Zeitgenosse die menschliche Erscheinung von der Seele, die doch blo&amp;szlig; wiederum eine weniger sichtbare K&amp;ouml;rperlichkeit sein soll, Ergebnis feinstofflicher Prozesse in einer wei&amp;szlig;en Masse, deren Entr&amp;auml;tselung, glaubt man den Experten, bevorstehend, m&amp;ouml;glich und machbar sein soll. Die Schwermut, das Gl&amp;uuml;ck, die Liebe sogar, hei&amp;szlig;t es, seien Ergebnisse blo&amp;szlig; von chemischen Vorg&amp;auml;ngen, elektrischen Reizen in unseren Hirnschalen und h&amp;auml;tten nichts zu tun mit der Hand, die eine sinnlos-gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gige Geste unterstreicht, nichts mit dem R&amp;uuml;cken, der sich vertrauensvoll sogar der Ungerechtigkeit und der Willk&amp;uuml;r darbieten mag, und erst recht soll die menschliche Sch&amp;ouml;nheit, das Ebenma&amp;szlig; von Kopf und Gliedern, ein Zufall sein, der nichts zu tun hat mit unseren Gedanken, unseren Tr&amp;auml;umen und dem, was wir wirklich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichts weiter als vern&amp;uuml;nftig erscheint uns diese Trennung, die als Oberfl&amp;auml;chlichkeit verwirft, was den Griechen ebenso schiere Selbstverst&amp;auml;ndlichkeit war wie denen, die zu Ehren Gottes diese Gef&amp;auml;&amp;szlig;e einer verstorbenen Heiligkeit schufen: Der Glaube an die Identit&amp;auml;t von Leib und Seele, die Annahme, das Gute m&amp;uuml;sse auch sch&amp;ouml;n sein, und an der Kraft eines Menschen h&amp;auml;tten seine Gedanken, seine Taten und seine Worte in ebenderselben Weise teil wie sein Leib und sogar seine Gew&amp;auml;nder und alles, was er um sich hat und auf dem sein Blick ruht. Vielleicht, mag man spekulieren, ist die achtlose H&amp;auml;sslichkeit unserer Welt nichts weiter als das Ergebnis einer unheilvollen und k&amp;uuml;nstlichen Trennung, die sp&amp;auml;teren Zeitalter ebenso grotesk erscheinen mag, wie denjenigen Besuchern die Pracht der Reliquiare, die die Schatzkammern der gotischen Dome in ihrem steinernen, himmelstrebenden Jubel kopfsch&amp;uuml;ttelnd verlassen. Vielleicht schwingt in ihrem aufgekl&amp;auml;rten Spott &amp;uuml;ber die Kuriosa des Reliquienkultes, in den faden Witze zu den Splittern vom Kreuze Christi und im mokanten, kalten Lachen &amp;uuml;ber die unbeholfenen Schilderungen der Wunder nicht mehr mit als der selbstgef&amp;auml;llige Irrtum eines Saeculums, das in den Ver&amp;auml;stelungen seines Wissens jener Wahrheiten verlustig geworden ist, die nur die kr&amp;auml;ftigen Adern der Rotwangigen durchstr&amp;ouml;men.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir aber, die wir fraglos glauben m&amp;ouml;chten,&lt;br /&gt;
Wir, die sich sehnen nach der Selbstverst&amp;auml;ndlichkeit einer Welt aus einem Guss und ohne Fugen,&lt;br /&gt;
Wir, die wir verdursten in unserer Welt aus klugen, kalten B&amp;uuml;chern und einer ungestillten Gier,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir verbeugen uns vor dem Abglanz einer versunkenen Einheit von K&amp;ouml;rper und Geist. Vor einer staunenden Demut vor dem Heiligen und einer Bereitschaft, die Welt den Wundern zug&amp;auml;nglich zu denken, die wir l&amp;auml;ngst verloren haben, hoffend, dass der, der ungeachtet unseres Unglaubens &amp;uuml;ber allem sein mag, nicht noch diese Verbeugung als leere Pose verdammen und uns verlachen mag mit einem grimmigen Gel&amp;auml;chter, unter dem dieses Zeitalter einmal versinken und verrotten wird, und sich keine frommen H&amp;auml;nde finden, die Knochen unserer Helden und M&amp;auml;rtyrer mit der Pracht sp&amp;auml;terer Tage zu umkleiden.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Cover</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-10T11:14:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/180/">
    <title>Need coffee</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/180/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/180/&quot;&gt;&lt;img width=&quot;227&quot; height=&quot;280&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0103/images/trottoir_coffee.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaffeesucht muss schlimm sein...
</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-11T15:04:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/186/">
    <title> Bei Wulnikowski fehlt was</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/186/</link>
    <description>&lt;i&gt;&quot;Undank ist der Welten Lohn, alsbald verdreht sich Dank zum Hohn&quot;&lt;/i&gt;, grummelt Wulnikowski durch seine trockenen Lippen, w&amp;auml;hrend er seinen verbitterten Blick durch die verwaschene Gardine aus dem K&amp;uuml;chenfenster bohrt. F&amp;uuml;r einen Moment am&amp;uuml;siert ihn seine eigene Fortdichtung der Binsenweisheit. Und fast zuckt ein L&amp;auml;cheln spielerisch &amp;uuml;ber seine Mundwinkel. Doch es scheitert, st&amp;uuml;rzt ab, ger&amp;auml;t zur gr&amp;auml;sslichen Fratze. Vergiftetes Schweigen zieht sich wieder durch seine beengte K&amp;uuml;che wie ein riesiges Fischernetz, das nur seine brummelnden Fl&amp;uuml;che kurzzeitig aufrei&amp;szlig;en. Drau&amp;szlig;en f&amp;auml;llt das Tageslicht schr&amp;auml;g und scharf ein wie eine Rasierklinge und schneidet die H&amp;auml;user entzwei. Auf dem Bordstein zerrt und pickt eine Taube lustlos an einer Sardinenbrotrinde herum, die die streunenden Katzen liegen gelassen haben.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&lt;br /&gt;
&quot;&amp;Uuml;berhaupt, Katzen! Verdammte Mistviecher! S&amp;auml;uselschnurrende Verr&amp;auml;terbande! Undankbares Kackbratzenpack!&quot;&lt;/i&gt; Wulnikowskis Blut wallt, brodelt, k&amp;ouml;chelt, kocht, siedet, l&amp;auml;sst seine Schl&amp;auml;fen vor Wut puckern. Emotionale Feuersbrunst bricht in ihm aus, prasselt, verkohlt ihn von innen, hinterl&amp;auml;sst bei&amp;szlig;enden Gestank, z&amp;auml;hklebrig verkohlte, bitterschmeckende Gef&amp;uuml;hls-Asche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch kein Feuerl&amp;ouml;scher ist greifbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&quot;Wenn ich dieses verfluchte Schei&amp;szlig;gesch&amp;ouml;pf noch einmal erwische, diese spitzohrige Bratpfannennase, ich rei&amp;szlig; ihr die schillernden Augen raus, zerquetsche sie und spring mit meinen Gummistiefeln auf ihrem triefenden Matsch herum, zerfetze ihr die Eingeweide, rupfe ihr jede Kralle einzeln aus, verbrenne ihr Fell in lodernden Flammen, sprenge ihr die Beine kaputt, breche ihr jeden Knochen einzeln und ramme sie unangespitzt in Marmorsteinboden!&quot;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er blickt an der Tischkante vorbei auf seinen verbunden Fu&amp;szlig; und beginnt zu schluchzen. Tief vergr&amp;auml;bt er sein Gesicht in H&amp;auml;nden. Tr&amp;auml;nen kullern in B&amp;auml;chen seine Wangen hinab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H&amp;auml;tte er &quot;Lulu&quot; doch nur nie zu sich gelassen. Als er vom Einkaufen wiederkam, hatte sie ihn am Zebrastreifen umschnurrt. Er wartete auf ein bremsendes Auto. Mit ihren schneeschmelzenden Augen hatte sie ihn voll aufrichtiger Trauer angeblinzelt, herzzerei&amp;szlig;end s&amp;uuml;&amp;szlig; gemaunzt und ihr struppiges Fell an seiner Hose geschubbert. Sofort hatte er sie ins Herz geschlossen. V&amp;ouml;llig ausgemergelt war sie. Aufp&amp;auml;ppeln wollte er sie. Und das hatte er auch getan. Er hatte sie mit zu sich nach Hause genommen, f&amp;uuml;r sie gesorgt, sie gestreichelt, gef&amp;uuml;ttert, beschmust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann kam der verh&amp;auml;ngnisvolle Morgen. Er hatte ihnen beiden Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck bereitet im Garten. Zu sch&amp;ouml;n und zu sonnig war der Tag, als dass sie in der schn&amp;ouml;den K&amp;uuml;che fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cken sollten. Dies sollte ein Festtag werden. Und Frau Poes, die Vermieterin, &amp;uuml;berlie&amp;szlig; ihm den Garten gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gig. Barfu&amp;szlig; hatte er duftenden Kaffee, knusprige Br&amp;ouml;tchen, Marmelade, K&amp;auml;se, Wurst nach unten geschleppt. F&amp;uuml;r &quot;Lulu&quot; sogar extra ein St&amp;uuml;ck R&amp;auml;uchermakrele vom Fischh&amp;auml;ndler um die Ecke geholt. Und als sie im tanzenden Herbstlicht sa&amp;szlig;en und &quot;Lulu&quot; ihre Makrele verspeist hatte und sich nun das Fell und die Hinterpfoten mit der rauhen Zunge leckte, war es passiert. Das scharfe K&amp;auml;semesser entglitt ihm, sauste abw&amp;auml;rts und - zack! - durchschnitt es seinen blo&amp;szlig;en rechten Fu&amp;szlig;, trennte eine Zehe ab. Vor Schock und Schmerz schrie Wulnikowski auf, vom spritzenden Blut wurde ihm d&amp;auml;mmrig. Und im Nebel seines Unbewusstseins sah er Lulu nur noch, wie sie davonstob. Mit etwas L&amp;auml;nglichrundem im Maul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war sein Zeh. Lulu hatte ihn verschleppt. Das Blut perlte in dunklen Str&amp;ouml;men auf die gepflasterte Terasse. Er humpelte hinterher. Er holte sie nicht ein. Sei raste ins Dickicht, ins struppige Geb&amp;uuml;sch. Er fand sie nicht. Alles Rufen half nicht. Man h&amp;auml;tte den Zeh wieder ann&amp;auml;hen k&amp;ouml;nnen. Doch &quot;Lulu&quot; ist fortgeblieben. Jetzt ist es zu sp&amp;auml;t, die Hoffnung aufgegeben, doch die Wut immer noch rasend. Der Fu&amp;szlig; zuckt und puckert vor Pein. Vor allem der Zeh, der nicht mehr da ist. Elende Phantomschmerzen. &quot;Verfickte Flitzkacke&quot;, flucht Wulnikowski und liest gedankenverloren mit seinem Zeigefinger einige Kr&amp;uuml;mel neben der Keksschale auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Dieser Artikel ist bereits im &lt;a href=&quot;http://absurdistan.blogspot.com/2005/11/bei-wulnikowski-fehlt-was.html&quot;&gt;Weblog&lt;/a&gt; des Autors erschienen.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-14T14:52:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/162/">
    <title>Herbst, es ist - </title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/162/</link>
    <description>&amp;#8230;ja, das wissen Sie nat&amp;uuml;rlich. Und es ist auch nichts Besonderes &amp;#8211; Herbst wird es schlie&amp;szlig;lich alle 365 Tage einmal. Mindestens. Trotzdem ist Herbst ein ganz besonderes Ph&amp;auml;nomen: Egal, wie viele Jahre Herbsterfahrung man auch haben mag, wird er uns doch niemals gleichg&amp;uuml;ltig. W&amp;auml;hrend andere Dinge mit der Zeit zur Gewohnheit werden, ihre Farbe verlieren (denken Sie an den ehemals roten Pullover, den Sie vor einem halben Jahr gekauft haben), gewinnen die Dinge allherbstlich erst an Deutlichkeit: Buntes Laub schneit von den B&amp;auml;umen, Kr&amp;auml;hen schreien und Nebelfetzen h&amp;auml;ngen &amp;uuml;ber d&amp;auml;mmrigen Stra&amp;szlig;en, wenn wir eines Morgens aufwachen und beim Blick aus dem Fenster feststellen, dass es Herbst geworden ist. Wir halten uns an einem H&amp;auml;ferl hei&amp;szlig;en Tee fest, starren den grauen Himmel an und versuchen verzweifelt, die sorgenfreien Sommermenschen zu bleiben, die wir gestern noch waren &amp;#8211; doch so sehr wir uns auch bem&amp;uuml;hen, nicht einmal das Teeh&amp;auml;ferl vermag die Illusion des Sommers, das Gef&amp;uuml;hl, dass alles in Ordnung sei und unser gr&amp;ouml;&amp;szlig;tes Problem Onkel Alfreds drohender Geburtstag, aufrecht zu erhalten. Nachdr&amp;uuml;cklich klopft der Herbst an die Fensterscheiben seiner gro&amp;szlig;en S&amp;ouml;hne/ T&amp;ouml;chter, und wir k&amp;ouml;nnen einfach nicht anders, als ihn hereinzulassen. Unser Tee ist inzwischen kalt geworden und wir versinken in Erinnerungen. Wir sind den falschen Menschen in den richtigen und den richtigen Menschen in den falschen Momenten begegnet, nicht einmal unsere Katze versteht uns, und unser Waschpulver pflegt die Farben nicht. Um dem Herbst nicht mehr in die Augen schauen zu m&amp;uuml;ssen, legen wir uns auf den Fu&amp;szlig;boden und starren einen Riss in die Decke; wir denken ein paar poetische Gedanken ins Unendliche, die niemals irgendwo ankommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Herbsttagsphase dauert f&amp;uuml;r jeden unterschiedlich lang, je nachdem, wie lang er selbstmitleidig an die Decke starrt. Manche (die, die einen besonders gem&amp;uuml;tlichen Teppich haben) stehen nie mehr auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere gehen irgendwann einkaufen. So kommen sie in Phase zwei der Herbsttagsdepression &amp;#8211; die Rolltreppenphase, die in dem Moment beginnt, in dem wir die erste verh&amp;auml;ngnisvolle Rolltreppe betreten; in der U-Bahn Station, im Einkaufszentrum oder wo auch immer. Das eigentliche Problem, erkennen wir, ist nicht der Abschiedsbrief von Denise oder Rudolf, nicht Onkel Alfreds Geburtstag, nicht die &lt;a href=&quot;http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=p&amp;amp;ressort=i&amp;amp;id=509142&quot;&gt;neue Bundeshymne&lt;/a&gt;. Das eigentliche Problem sind Rolltreppen, denn Rolltreppen, wie sich unschwer erkennen l&amp;auml;sst, sind, was &amp;Ouml;sterreich und die Welt bewegt.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Rolltreppen?&amp;#8220;, fragen Sie, und schauen den Eink&amp;auml;ufer fast ein bisschen zu entgeistert an. (Es ist unh&amp;ouml;flich, seine Mitmenschen derma&amp;szlig;en entgeistert anzuschauen. Merken Sie sich das.) &lt;br /&gt;
Unser Eink&amp;auml;ufer nimmt die Rolltreppe in den obersten Stock, Saturn im Einkaufszentrum. Ein schneller links-rechts Blick, nichts wie weg von der Treppe. Am oberen Ende vieler Rolltreppen lauern, wie die Geier, Zettel-Austeiler und st&amp;uuml;rzen sich auf alle, die nicht schnell genug fl&amp;uuml;chten, mit einem Werbeflyer, einer Greenpeace-Mitgliedschaft oder einem Kurier-Abo &amp;#8211; all die Dinge, die wir schon immer nicht haben wollten. Unser Eink&amp;auml;ufer hat Gl&amp;uuml;ck &amp;#8211; beim Saturn lauert niemand. Man k&amp;ouml;nnte Onkel Albert eine CD schenken. Was h&amp;ouml;rt Onkel Albert? Bach vielleicht? Nein? Sie wollen einen cooleren Onkel? Gut, meinetwegen. Onkel Albert h&amp;ouml;rt also System of a Down, und unser Eink&amp;auml;ufer macht sich auf die Suche nach dem neuen Album. Wir kommen an den DVD-Playern vorbei. &amp;#8211; He, passen Sie auf! Wenn Sie dauernd irgendwo ansto&amp;szlig;en, merkt er noch, dass wir ihm folgen. Und wir wollen ihn doch nicht in seinen Gedanken st&amp;ouml;ren, oder? Eben.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;DVD-Player&amp;#8220;, denkt der Eink&amp;auml;ufer und sch&amp;uuml;ttelt den Kopf. Nur 39,90. Was man wirklich braucht, und zwar t&amp;auml;glich &amp;#8211; Brot, Benzin, Telefonie &amp;#8211; wird teurer. Ja, das ist er, der Trick mit dem preiskonstanten Warenkorb, so einfach wie genial. Irgendwie, findet unser neuer Freund, ist Einkaufen auch nicht mehr das, was es einmal war.&lt;br /&gt;
System of a Down ist gefunden; wir bezahlen und machen uns auf den Heimweg. Dieser f&amp;uuml;hrt uns an der Universit&amp;auml;t vorbei (Sie wissen schon &amp;#8211; die Universit&amp;auml;t, das ist dort, wo die Rolltreppe wieder einmal kaputt ist.) Davor steht ein gro&amp;szlig;es Achtung-Schild, ein rotes Dreieck mit einem dicken schwarzen Rufzeichen. Unauff&amp;auml;llig schauen wir dem Eink&amp;auml;ufer &amp;uuml;ber die Schulter, als er zu entziffern versucht, was zwischen den Zeilen steht: &amp;#8222;Ein Aus f&amp;uuml;r die soziale Rolltreppe!&amp;#8220;, liest er, und l&amp;auml;sst den Kopf noch ein bisschen weiter nach unten h&amp;auml;ngen. &amp;#8222;Nieder mit der freien Bildung!&amp;#8220; Wir kaufen ihm eine T&amp;uuml;te Maroni, um ihn ein bisschen aufzuheitern.&lt;br /&gt;
Kurz darauf betreten wir die U-Bahn Station. Es ist halb Sechs, Sto&amp;szlig;zeit. Die Menschen dr&amp;auml;ngen sich auf den Rolltreppen nach unten, fr&amp;ouml;hliche wie die Lemminge schreiten sie in eine ungewisse Zukunft. Sich von der Masse mit treiben zu lassen, w&amp;auml;hlen, was man halt so w&amp;auml;hlt, kaufen, was man halt so kauft (Chello Breitband Internet und ein 3 Handy) ist, merkt unser Eink&amp;auml;ufer wieder einmal, als er vergeblich versucht, in die andere Richtung zu gehen, um einiges einfacher.&lt;br /&gt;
Bald wird er wieder zu Hause sein. Er wird aus dem Fenster schauen und sich eine zweite Tasse Tee kochen, den Bl&amp;auml;ttern beim schneien zuschauen, Onkel Alberts Geschenk in Donald Duck Papier einwickeln und sich ziemlich einsam f&amp;uuml;hlen. Sogar zu einsam zum Einschlafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor ein paar Tagen, &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Allerheiligen&quot;&gt;Allerheiligen&lt;/a&gt;, allj&amp;auml;hrlicher Pflichtbesuch, sind wir bei unseren toten Verwandten auf deren Grabstein gesessen, haben eine Tasse Tee mit ihnen getrunken und das &amp;uuml;bliche einseitige Gespr&amp;auml;ch gef&amp;uuml;hrt, weil es Neues wieder einmal nur auf unserer Seite gab. Aber vielleicht sollten Sie stattdessen einmal bei ihrem Nachbarn vorbeischauen? Ich habe ihn heute beim Einkaufen gesehen, und, naja, besonders gl&amp;uuml;cklich hat er nicht gewirkt.&lt;br /&gt;
Vielleicht wollen Sie ihm ja eine Freude machen? Einfach einmal anklopfen? Fragen, ob Sie vielleicht, wie w&amp;auml;r&amp;#8217;s mit einer DVD? Vielleicht kochen Sie diesmal statt Tee Kakao? Kakao = Schokolade = Gl&amp;uuml;ckshormone, und wenn man gl&amp;uuml;cklich ist, findet man sogar einen Herbsttag sch&amp;ouml;n. &lt;br /&gt;
Es w&amp;auml;re doch immerhin m&amp;ouml;glich, dass Kakao besser schmeckt, wenn man dabei aus dem Fenster schauen und von seiner Einkaufstour berichten kann, als wenn man schon jahrelang unter einem moosigen Betondeckel liegt und ihn  immer nur versch&amp;uuml;ttet, wenn man zu schlucken versucht &amp;#8230;</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-10T12:57:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/171/">
    <title>Eyes On - Fleisch-Magazin</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/171/</link>
    <description>Dickes Lob an den &amp;ouml;sterreichischen Bl&amp;auml;tterwald. W&amp;auml;hrend wir vor kurzem noch Angst haben mussten, im Buchstaben-Kompost von &lt;a href=&quot;http://www.krone.at/&quot;&gt;Krone&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.news.at&quot;&gt;News&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://derstandard.at/?url=/?id=2217358&quot;&gt;Gratiszeitungen&lt;/a&gt; unterzugehen, gibt es das neue &lt;a href=&quot;http://fleisch-magazin.at&quot;&gt;&amp;#8222;Fleisch&amp;#8220;&lt;/a&gt;-Magazin, das Kreativen aus dem deutschsprachigen Raum eine Plattform bietet und inhaltlich wie formal h&amp;ouml;chste Qualit&amp;auml;t liefert. Intelligent und sch&amp;ouml;n. Geh&amp;ouml;rt gelesen.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Eyes On</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-11T09:32:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/188/">
    <title>Abwarten und Frosch trinken</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/188/</link>
    <description>Fabelhaft. Mal wieder ein Tag an dem alles anders l&amp;auml;uft als urspr&amp;uuml;nglich geplant, wobei, geplant nicht im Sinne des gro&amp;szlig;en, universalen Plans des Universums, nein, geplant im Sinne meines Planes. Meiner Vorstellung. Aber wen k&amp;uuml;mmert schon das Universum. Mein Plan z&amp;auml;hlt. Ein Tag dessen Menge an unguten Nachrichten durchaus f&amp;uuml;r ein ganzes Monat gen&amp;uuml;gen w&amp;uuml;rde, dessen Auswirkungen weit &amp;uuml;ber den Tag hinaus wirken und sicher noch lange f&amp;uuml;r Kopfschmerzen, negative Gef&amp;uuml;hle und im Endeffekt vermutlich zu einem Magengeschw&amp;uuml;r f&amp;uuml;hren werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da gibt es dann immer die gut gemeinten Ratschl&amp;auml;ge von Menschen in der n&amp;auml;heren oder weiteren Umgebung: &quot;Kommt Zeit kommt Rat&quot;, &quot;Abwarten und Tee trinken&quot; oder &quot;Die Zeit heilt alle Wunden&quot;. Freilich ist schon gut nachvollziehbar, dass diese Menschen mangels eigener, unmittelbarer Betroffenheit nur alte Weisheiten zum Besten geben k&amp;ouml;nnen, deren Gehalt sich meist mit einem durchschnittlichen Landwein aus dem n&amp;auml;chstbesten Aldi (an dieser Stelle sei die &lt;a 
href=&quot;http://www.monochrom.at/tetrapak/&quot;&gt;bedeutendste Tetrapak Cover Sammlung&lt;/a&gt; w&amp;auml;rmstens empfohlen!) vergleichen l&amp;auml;sst. Aber wir haben bis dato gut mit ihnen gelebt, warum nicht l&amp;auml;nger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rede ist von eben diesen Spr&amp;uuml;chen, Floskeln, Fabeln, deren Ursprung in den meisten F&amp;auml;llen ungekl&amp;auml;rt ist (wer w&amp;uuml;rde sich schon gerne einen Dampfplauderer nennen lassen), die aber dennoch bei allen n&amp;ouml;tigen und unn&amp;ouml;tigen Gelegenheit zum Besten gegeben werden. Das fabelhafte daran ist n&amp;auml;mlich: sie passen immer und nie, sind wie ein Horoskop oder ein M&amp;uuml;llsack, fast immer parat, nie wirklich richtig passend, aber doch irgendwie in Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie zielen alle in Richtung Verdr&amp;auml;ngung, hoffen auf unsere F&amp;auml;higkeit zu vergeben und vergessen. Arbeiten mit der Zeit. Dabei ist doch, dank stattlicher Lebenserfahrung, l&amp;auml;ngst klar, dass die Zeit im besten Fall &amp;uuml;berhaupt nicht arbeitet, im schlimmsten Fall aber gegen einen. Es geht um Ver&amp;auml;nderung und um Erinnerung, und ich behaupte noch immer beinahe jedes furchtbar peinliche Erlebnis in meinem Leben zu kennen und mich mit dem blossen Gedanken daran sofort wieder in die Gef&amp;uuml;hlslage versetzen zu k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist mir noch immer peinlich, dass ich damals unerlaubterweise Emails eines Kollegen gelesen habe, ganz automatisch, als w&amp;auml;ren es meine eigenen. Ich habe herumgeklickt und nicht nur Posteingang sondern auch Postausgang gelesen und mir wurde erst bewusst was ich da gerade tat, als er in voller Lebensgr&amp;ouml;&amp;szlig;e hinter mir stand. Noch immer genau das gleiche Gef&amp;uuml;hl wie damals. Obwohl das Jahre her ist. Die Zeit heilt also nicht alle Wunden. Definitiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hilft es nur langsam die Ver&amp;auml;nderung herbeizuf&amp;uuml;hren, unbemerkt, Schritt f&amp;uuml;r Schritt, langsam, behutsam. Mit der Zeit arbeiten. So wie der ber&amp;uuml;hmte &lt;a 
href=&quot;http://www.mehrzweckbeutel.de/comments.php?id=P3565_0_1_0&quot;&gt;Frosch &lt;br /&gt;
im Kochtopf&lt;/a&gt;. Es geht die Fabel umher, w&amp;uuml;rde man einen Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser setzen und dann den Topf langsam aufheizen, so w&amp;uuml;rde der Frosch sitzen bleiben und langsam gegart. Wirft man ihn hingegen in einen Topf mit siedend hei&amp;szlig;em Wasser, so springt er heraus. Ein Pl&amp;auml;doyer f&amp;uuml;r die langsame Ver&amp;auml;nderung. Bewiesener Humbug. Genau wie unsere Hoffnungen in die Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit ist ein ziemlich ignorantes, eigensinniges und hinterh&amp;auml;ltiges Wesen. &lt;a 
href=&quot;http://gigold.de/archiv/2005/11/15/geiselnehmer/&quot;&gt;St&amp;auml;ndig zu kurz, zu knapp,&lt;/a&gt; in schlimmen Momenten dann wieder unendlich lang, definitiv nicht auf unserer Seite und schon gar kein Mitarbeiter, den man anweisen k&amp;ouml;nnte doch endlich eine Wunde zu heilen. Deshalb k&amp;ouml;nnen Sie in Zukunft auch einfach &quot;Der Tee heilt alle Wunden&quot;, &quot;Kommt Rat kommt Zeit&quot; oder &quot;Abwarten und Frosch Trinken&quot; sagen.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Slow Motion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-15T08:51:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/187/">
    <title>Editorial</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/187/</link>
    <description>Was bedeutet &amp;#8222;fabelhaft&amp;#8220;? Laut &lt;a href=&quot;http://duden.xipolis.net/suche/abstract.php?shortname=felix&amp;amp;artikel_id=45187&quot;&gt;Duden&lt;/a&gt;, handelt es sich bei fabelhaften Dingen um etwas, das alle Vorstellungen und Erwartungen &amp;uuml;bertrifft. Aber welche Vorstellungen und Erwartungen? Vorstellungskraft ist eine Gabe &amp;#8211; nicht bei jedem funktioniert die &amp;#8222;eingebaute &lt;a href=&quot;http://www.unipublic.unizh.ch/magazin/gesundheit/2005/1565.html&quot;&gt;Illusionsmaschine&lt;/a&gt;&amp;#8220;. Umso fabelhafter sind jedoch die Kreationen derer, die andere Menschen mit in die selbst konstruierte Welt rei&amp;szlig;en und sie von deren Existenz &amp;uuml;berzeugen k&amp;ouml;nnen. Wer kennt nicht die Geschichte von dem Bruder einer Freundin der Arbeitskollegin eines Nachbarn? Und wie sollte man diese unglaubliche Begebenheit nicht glauben, wenn sie doch von der allerbesten Freundin erz&amp;auml;hlt wurde? Mythen, Legenden und Fabeln hat es schon immer gegeben und noch immer sind sie ein wesentlicher Teil des Lebens. So besch&amp;auml;ftigen uns sp&amp;auml;testens jeden Sommer, wenn die Medien ihr so genanntes Sommerloch f&amp;uuml;llen m&amp;uuml;ssen, aufregende urbanen Mythen wie jener &amp;uuml;ber Riesenschlangen, die in den Abwasserkan&amp;auml;len leben und hin und wieder ihren Kopf aus einer Klomuschel hinausstrecken. &amp;Uuml;brigens, schon von der wahnsinnigen Attraktivit&amp;auml;t von &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,380357,00.html&quot;&gt;Tomatensaft in Flugzeugen&lt;/a&gt; geh&amp;ouml;rt? Ich bin mir sicher, dass jeder von uns schon mehrmals einen nicht ganz so abstrusen Mythos als reales Ereignis interpretiert und verbreitet hat. Gut so. Was w&amp;auml;re eine Welt, in der es nur schwarz und wei&amp;szlig; gibt und kein Platz f&amp;uuml;r Phantasie ist? Eine sehr farblose. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aktuelle Ausgabe von &lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net&quot;&gt;mindestenshaltbar.net&lt;/a&gt; zeigt eine bunte Vielfalt an fabelhaften Geschichten. Den AutorInnen ist es gelungen zu zeigen, dass jeder Lebensbereich etwas Fabelhaftes an sich hat und alle an ihn gestellten Erwartungshaltungen &amp;uuml;bertrifft. </description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Editorial</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-15T08:50:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/163/">
    <title>Vor dem Frost</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/163/</link>
    <description>Ich verstehe nichts von Technik und Autos, ich kann so etwas gerade eben fahren. Daher ist es mir schlechterdings unm&amp;ouml;glich, mir kraft eigener Erkenntnis eine Meinung zu der momentan viel diskutierten Frage zu bilden, ob und wann man Winterreifen braucht. Ich w&amp;uuml;rde gerne Experten vertrauen, die mir das Nachdenken &amp;uuml;ber solche Sachfragen freundlich abnehmen und mir sagen, was wann richtig ist. Damit habe ich in diesem Jahr aber Pech, denn pl&amp;ouml;tzlich gibt es zu diesem Thema, das sonst stereotyp mit &amp;#8222;&lt;a href=&quot;http://www.swr3.de/info/verkehr/tipps/siebengrad/&quot;&gt;ab sieben Grad Winterreifen&lt;/a&gt;&amp;#8220; gekl&amp;auml;rt wurde, statt Fakten irritierend viele Meinungen. Fr&amp;uuml;her wurde so etwas zum rechten Zeitpunkt in &amp;#8222;Der siebte Sinn&amp;#8220; erkl&amp;auml;rt und alle waren es zufrieden. Heute wird alles behauptet, was druckbar ist, jeder Reifen f&amp;uuml;r jedes Wetter, dieser f&amp;uuml;r jenes, aber auch umgekehrt und anders, wenn es trocken ist. Oder na&amp;szlig;. Und bei Schnee erst recht, dann ganz anders. Nur wie, das wei&amp;szlig; man nicht, denn im n&amp;auml;chsten Artikel steht das Gegenteil. Die Reifenindustrie l&amp;uuml;gt wom&amp;ouml;glich, weil sie mehr Reifen verkaufen will, andere Experten l&amp;uuml;gen, weil sie etwas gegen den &lt;a href=&quot;http://www.medienrauschen.de/archiv/2005/10/30/adac-recht-vor-links/&quot;&gt;ADAC&lt;/a&gt; haben, welcher l&amp;uuml;gt, weil er generell verd&amp;auml;chtig ist und mit der Reifenindustrie unter einer Decke steckt. Einig sind sich alle nur darin, da&amp;szlig; bei Schnee Schneeketten am besten sind, aber als Hamburger macht man sich fraglos l&amp;auml;cherlich, wenn man damit nach zwei Schneeflocken um die Alster rasselt. Kollegen in der Kantine erz&amp;auml;hlen, sie h&amp;auml;tten die Reifen schon gewechselt, worauf andere antworten, da&amp;szlig; es viel zu fr&amp;uuml;h w&amp;auml;re. Sie wirken alle so, als w&amp;uuml;&amp;szlig;ten sie, was sie tun. Nur ich, ich wei&amp;szlig; nichts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich reagiere auf so eine Verwirrung gereizt und w&amp;uuml;rde gerne beschlie&amp;szlig;en, an meinem Auto alles zu lassen, wie es ist, um das Thema fortan zu ignorieren, was aber leider bedenklich ist. Man stelle sich vor, man hat einen Unfall im Winter, der sich dadurch bedingt, da&amp;szlig; das Auto auf glatter Stra&amp;szlig;e rutscht, mit welchen Reifen auch immer. Man zerschellt an einem Br&amp;uuml;ckenpfeiler und stirbt. Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt und man sich an die Zeit davor erinnert, wird man sich nicht den Einstieg in die Erfahrung der Existenz nach dem Tod dadurch versauen, da&amp;szlig; man sich Vorw&amp;uuml;rfe macht, die falschen Reifen gew&amp;auml;hlt zu haben? Will man sich noch im Paradies &amp;uuml;ber Reifen &amp;auml;rgern?  Wenn man nicht nur einen Br&amp;uuml;ckenpfeiler, sondern vielleicht auch noch einen Reisebus zerlegt hat, mit siebzehn zermalmten Kindern etwa, nur als Beispiel, steht man auch noch auf dem Titelblatt der Bild als Beleg f&amp;uuml;r die r&amp;uuml;cksichtlosen Verbrecher mit den falschen Reifen. Das w&amp;uuml;rde mich sogar dann &amp;auml;rgern, wenn ich schon tot w&amp;auml;re, sagt mir mein Gef&amp;uuml;hl. Ich lebe gerne richtig, daher ist es wichtig, korrekt bereift zu sein. Aber auch deswegen, weil ich, wenn ich nicht auf unsere Winterreifen wechseln sollte, mich dar&amp;uuml;ber &amp;auml;rgern w&amp;uuml;rde, da&amp;szlig; ich f&amp;uuml;r die nicht genutzten Reifen weiter Lagergeb&amp;uuml;hr in einer Werkstatt zahlen m&amp;uuml;&amp;szlig;te. Sie zu entsorgen w&amp;auml;re vermutlich noch teuerer. Das will man nicht, wir haben nichts zu verschenken. W&amp;uuml;rde ich die ungenutzten Reifen aber zu Hause lagern wollen - ohne Keller, ohne Dachboden, was macht man da? Sie w&amp;uuml;rden nur unter das Ehebett passen. Die N&amp;auml;chte r&amp;ouml;chen aromatisch nach Gummi und wenn man dann drau&amp;szlig;en den Unfalltod erleidet, was denken die Erben, wenn sie die Reifen unter dem Bett finden?  Alle wissen dann, wie irre der Typ wirklich war. Das ist eine unsch&amp;ouml;ne Vorstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich halte es daher f&amp;uuml;r dringend geboten, da&amp;szlig; die Presse sich besinnt,  einstimmig ab sofort Winterreifen empfiehlt und sich ferner geschlossen schuldig bekennt, wenn ich daran sterben sollte. Nur dann rutsche ich in Frieden. </description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Nabelschau</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-10T13:28:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/182/">
    <title>Total vernetzt</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/182/</link>
    <description>Die gro&amp;szlig;e &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Vernetzung&quot;&gt;Vernetzung&lt;/a&gt; nimmt ihren Lauf. Das Internet ist ein rastlos wachsender Informationsspeicher geworden, der die &amp;ouml;ffentliche Wissenszirkulation massiv erweitert hat. Prinzipiell ja nicht schlecht, doch mittlerweile h&amp;auml;ngen wir am Internet wie an der Nabelschnur. Egal was wir tun, wohin wir gehen, wir sind immer und &amp;uuml;berall vernetzt, mittendrin &amp;#8211; oder wenigstens dabei. Egal ob in Sachen Arbeit oder Privatvergn&amp;uuml;gen. Wir sind immer online &amp;#8211; &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/WLAN&quot;&gt;WLAN&lt;/a&gt; sei dank. Teil eines gro&amp;szlig;en Ganzen: Be part of it. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist ja auch schick und sch&amp;ouml;n. Wir wissen wie den Freunden im Urlaub das Abendessen geschmeckt hat, wir k&amp;ouml;nnen uns mit einem Klick schlau machen &amp;uuml;ber so gut wie alles, wir k&amp;ouml;nnen &amp;uuml;ber unser kleines, fades Leben bloggen &amp;#8211; und es interessiert noch jemanden. You are not alone. Wie sch&amp;ouml;n. Und wenn unser Auto den Weg bald von alleine findet und unser &lt;a href=&quot;http://www.computerwoche.de/index.cfm?pid=254&amp;amp;pk=504913&quot;&gt;intelligenter K&amp;uuml;hlschrank&lt;/a&gt; die Einkaufsliste f&amp;uuml;r uns schreibt, dann soll uns das noch nur recht sein. Oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viel Vernetzung brauchen wir denn wirklich? Schon mal im &amp;#8222;Net&amp;#8220; verheddert? Wollen wir das wirklich alles wissen? Wie w&amp;auml;rs denn mit ein wenig &lt;a href=&quot;http://www.datenschutz.de/&quot;&gt;Privatsph&amp;auml;re&lt;/a&gt; statt Seelenstrip? Und ist es das bisschen Rabatt dank Kundencard wirklich wert, dass jeder wei&amp;szlig;, wie oft und wie viel lagig wir Klopapier kaufen? Wollen wir wirklich eine &lt;a href=&quot;http://www.stoersignale.de/blog/2003/08/auf_dem_weg_zum.html&quot;&gt;Bierkonsum-Statistik&lt;/a&gt; von unserem Wirtn? Schon mal auf der &lt;a href=&quot;http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&amp;amp;id=185070&quot;&gt;Autobahn&lt;/a&gt; den Kontostand gepr&amp;uuml;ft?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles sollte seine Grenzen haben, auch die Informationsgesellschaft. Die Kluft zwischen &amp;#8222;Informierten&amp;#8220;, &amp;#8222;&amp;Uuml;berinformierten&amp;#8220; und &amp;#8222;Nicht-Informierten&amp;#8220; vertieft sich immer mehr und wie auf jedem anderen Markt geht es auch auf dem Informationsmarkt vor allem um eines: Besitz, Kontrolle und (Wissen =) Macht. Man sollte also bei allem Willen zum Exhibitionismus auch mal &amp;uuml;ber &lt;a href=&quot;http://www.nnm-ev.de/&quot;&gt;Informationsgerechtigkeit&lt;/a&gt; sprechen und nachdenken&amp;#8230; </description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Slow Motion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-14T09:39:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/164/">
    <title>Fake for Real</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/164/</link>
    <description>Authentizit&amp;auml;t geh&amp;ouml;rt zu unseren Lieblingsw&amp;ouml;rtern. B&amp;ouml;se hingegen sind: Poser, Fake, Pseudo, Mainstream, So-tun-als-ob. Wir alle w&amp;auml;ren gerne einzigartig - und wir sind es ja auch. Aber weil Schein ja bekanntlich wichtiger ist als Sein, soll das bittesch&amp;ouml;n auch jeder sehen. Nicht ganz einfach mit einem Ikea-Schrank voller H&amp;amp;M-Klamotten&amp;#8230;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Judith Mair und Silke Becker widmen sich in ihrem Buch &amp;#8222;&lt;a href=&quot;http://www.perlentaucher.de/buch/22259.html&quot;&gt;Fake for Real&lt;/a&gt;&amp;#8220; der unangenehmen Wahrheit, dass es schlecht bestellt ist um unsere Originalit&amp;auml;t. Da n&amp;uuml;tzen auch &lt;a href=&quot;http://fm4.orf.at/ &quot;&gt;FM4&lt;/a&gt;-h&amp;ouml;ren und &lt;a href=&quot;http://www.falter.at/&quot;&gt;Falter&lt;/a&gt; lesen nichts. Authentizit&amp;auml;t ist zur Pose verkommen und wer behauptet, total &amp;#8222;real&amp;#8220; zu sein, l&amp;uuml;gt sich in die eigene &lt;a href=&quot;http://www.freitag.ch/&quot;&gt;Freitag-Tasche&lt;/a&gt;. Wir alle basteln unsere Pers&amp;ouml;nlichkeit aus diversen Samples zusammen - Inszenierung, Image und Schein spielen l&amp;auml;ngst nicht mehr nur in Medien und Politik eine Rolle. Marketing ist alles.&lt;br /&gt;
Und es gibt kein Entrinnen mehr: Jede Form von Verweigerungshaltung, Protest oder Subversion wird sofort assimiliert (&amp;#8222;Tod durch Umarmung&amp;#8220;), bekommt ein eigenes h&amp;uuml;bsches Logo (z.B. &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Bobo_(Gesellschaft)&quot;&gt;&amp;#8222;Bobos&amp;#8220;&lt;/a&gt;, Generation X, Y, Z) und schon w&amp;auml;hrend man sich entscheidet dagegen zu sein, ist man schon wieder daf&amp;uuml;r. Es gibt kein Au&amp;szlig;erhalb mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade weil die Realit&amp;auml;t heute zu kompliziert geworden ist, um sie in griffige Slogans zu packen und eindeutige Positionen zu beziehen, ist Politisch sein so gut wie unm&amp;ouml;glich geworden. Oder? Die Autorinnen von &amp;#8222;Fake for Real&amp;#8220; wittern eine letzte Chance des Widerstandes: anpassen, kopieren! Akzeptieren, dass es immer mehrere Wahrheiten und keine eindeutigen Antworten gibt, den Authentizit&amp;auml;tswahn ablegen und stattdessen fragen: &amp;#8222;Wer bin ich und wenn ja wie viele?&amp;#8220; und &amp;#8211; letztendlich - politisch sein, indem man so-tut-als-ob. Den modernen Guerilla erkennt man nicht am Che-Guevara-T-Shirt, sondern daran, dass er inkognito bleibt, Teil des Systems ist &amp;#8211; und quasi von innen heraus operiert (man k&amp;ouml;nnte sagen &amp;#8222;undercover&amp;#8220;); also subversiven Botschaften das Deckm&amp;auml;ntelchen von Werbung und PR umh&amp;auml;ngt (z.B. &lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/home/&quot;&gt;Adbusting&lt;/a&gt;), die konstruierte Wahrheit der Medien durch gefakte Nachrichten oder Mythen br&amp;uuml;chig werden l&amp;auml;sst oder die Macht der Marken schw&amp;auml;cht, indem er bewusst zu Kopien greift (Welche Dame von Welt dr&amp;uuml;ckt heute noch gerne ihren Wohlstand durch ein echtes Luis-Vuitton-T&amp;auml;schen aus??).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Mair und Frau Becker ist es gelungen ein interessantes, gut lesbares und sehr unterhaltsames B&amp;uuml;chlein zu schreiben, das die Verwirrungen und Gem&amp;uuml;tszust&amp;auml;nde einer Gesellschaft beschreibt, in der die meisten &amp;#8222;schon erwachsen geworden sind, sich daf&amp;uuml;r aber eigentlich noch zu jung f&amp;uuml;hlen&amp;#8220; (Positionierung des &lt;a href=&quot;http://neon.stern.de/ &quot;&gt;neon-Magazines&lt;/a&gt;). Doch die Autorinnen werden ein bisschen Opfer ihrer eigenen Strategie: w&amp;auml;hrend sie die Coolness der angeblich Authentischen verteufeln, wirken sie selbst ziemlich gewollt locker-leger. Das im Plauderton verfasste Buch schneidet viele &amp;#8211; zweifelsohne gut beobachtete - Themen an, bleibt dabei aber eher oberfl&amp;auml;chlich und endet phasenweise im Begriffs- und Namedropping. Die vielen angef&amp;uuml;hrten (popliterarischen) Zitate eignen sich hervorragend zum Angeben bei der n&amp;auml;chsten Diskussion unter Freunden&amp;#8230; Die Taktik des &amp;#8222;Fake for Real&amp;#8220;, der man als Antwort auf alle vorher aufgeworfenen Fragen entgegenfiebert, wird erst auf den letzten Seiten des Buches behandelt und bleibt eher schwammig und unklar. &lt;br /&gt;
Und so k&amp;ouml;nnte &amp;#8222;Fake for Real&amp;#8220; drohen, was es selbst so verurteilt: genau wie &amp;#8222;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/No_Logo&quot;&gt;no logo&lt;/a&gt;&amp;#8220; als coffee-table-book auf Flohmarkt-Retro-Tischen in den WGs der Authentizit&amp;auml;ts-Anh&amp;auml;nger oder in irgendeiner PR-Agentur zu enden. Tod durch Umarmung also.</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Cosmopolis</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-10T13:49:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/185/">
    <title>Erde 2.0: Fehlanzeige</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/185/</link>
    <description>In der Diskussion &amp;uuml;ber den Menschen gemachten Treibhauseffekt fallen die wenigen Wissenschaftler auf, die vehement die Meinung vertreten, der Mensch sei nicht mitverantworlich f&amp;uuml;r die beginnende Klimakatastrophe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Streng wissenschaftlich betrachtet haben sie Recht, wenn sie behaupten, der Zusammenhang von steigenden Temperaturen, steigendem CO2-Gehalt und zunehmendem Verbrauch fossiler Brennstoffe in den letzten Jahrzehnten lie&amp;szlig;e sich wissenschaftlich nicht nachweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es k&amp;ouml;nnte sich um reinen Zufall handeln, dass gerade jetzt alles zugleich zunimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die reine Lehre verlangt einen experimentellen Nachweis, um die These zu testen. Man m&amp;uuml;sste es unter denselben Bedingungen &amp;uuml;berpr&amp;uuml;fen. Auf einer Erde 2.0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider haben wir keine Erde 2.0. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wir haben nur eine Erde.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lasst uns die reine Lehre der wissenschaftlichen Methode dieses eine Mal vergessen. Sonst k&amp;ouml;nnte es sein, das niemand mehr da ist, der noch etwas wissenschaftlich erforschen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Dieser Artikel ist bereits im &lt;a href=&quot;http://plazeboalarm.twoday.net/stories/1036957&quot;&gt;Weblog&lt;/a&gt; des Autors erschienen.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    <dc:subject>Blogville</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-14T14:47:00Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/177/">
    <title>Der Stempel</title> 
    <link>http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/177/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/0103/stories/177/&quot;&gt;&lt;img width=&quot;227&quot; height=&quot;280&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;http://www.mindestenshaltbar.net/static/0103/images/trottoir_stempel.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein echtes Unikat. Und jetzt? </description>
    <dc:creator>kristina</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 kristina</dc:rights>
    <dc:date>2005-11-11T15:02:00Z</dc:date>
  </item> 


<textinput rdf:about="http://www.mindestenshaltbar.net/0103/search">
   <title>find</title>
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