Och... Arme, dumme Berner! Sie meinen da hoffentlich nicht mich, Herr/Frau tibits ;-)! In welcher Branche haben Sie denn da arbeiten müssen? Die Schweizer sind unmöglich, da haben Sie natürlich recht; sie sind schlechte Rhetoriker, schämen sich ihrer klumpigen Aussprache und hassen die Schriftsprache. Ob sie aber wirklich dümmer seien als andere? Für mich ganz persönlich behaupte ich nun mal ganz kühn, dass der Dialekt mir nicht geschadet hat.
Nun, es ist ohne Zweifel richtig, dass in der Schulbildung grosser Wert auf das saubere Erlernen der Schriftsprache gelegt werden muss. Da sage ich nichts dagegen. Der Dialekt gehört nicht an die Schule.
Ich halte den Dialekt nicht für eine Brutstätte von Dummheit oder Lernschwierigkeiten. Sonst müsste man diese Frühenglischversuche auch gleich abbrechen, das verwirrt die Kinder doch auch gehörig. Und das Schriftdeutsche am (deutschen) TV ist für mich auch längst nicht immer über alle Zweifel erhaben.
Es ist einfach so, dass der Dialektgebrauch in der Schweiz - anders als in Österreich - überhaupt nichts Schichtenspezifisches an sich hat; er wird von allen mehr oder minder gleich gesprochen. Und von daher bringt es hier auch nichts, den Dialekt mit Fragen der Bildung/Intelligenz in Zusammenhang zu bringen. Die Bildungsunterschiede in der Schweiz sind - wie überall - vorab kongruent mit Schichtenunterschieden. Also dürfte es auch in anderen Ländern ein Irrtum sein, aus dem Dialektgebrauch vor allem der unteren Schichten auf die dort sicher vorhandenen Lernhemmnisse zu schliessen; diese Hindernisse sitzen nach meinem Dafürhalten ganz woanders.
Lustig! Ich selber bin Deutscher, habe nie einen Dialekt gelernt, und betreibe als kleines privates Hobby eine Aussprache - Herkunfts - Verbindungsfindung. Da ich das nur zu meinem Vergnügen so mache, und wahrhaftig nicht mit wissenschaftlicher Akribie, ist die Trefferrate natürlich nicht 100% und auch nicht unbedingt sehr genau. Einen Österreicher würde ich an der Aussprache wohl als solchen erkennen, aber einen Steirer vom Tiroler unterscheiden? Also das würde ich wohl nicht hinbekommen.
Ich habe zwei Jahre in Brasilien gelebt, in Rio de Janeiro. Witzig war, daß es dort diese regionalen Sprachunterschiede genauso gab, mit den absolut gleichen Begleiterscheinungen wie hier beschrieben. Ich selber fand das einfach nur interessant. Und auch hier konnte ich relativ bald nicht nur den portugiesisch-sprechenden Engländer vom portugiesisch-sprechenden Deutschen unterscheiden, sondern auch ganz grob die Brasilianischen Regionen zuordnen. Genauso, wie man selbstverständlich bei meinem Portugiesisch immer den Deutschen rausgehört hat. Na und? Meine Frau ist Spanierin, und durch sie weiß ich, daß es diese Unterschiede in Spanien genauso gibt. Ein Andalusier spricht nun man anders als ein Katalane. Na und? Hier möchte ich mal ganz gewaltig eine Lanze brechen für den durchschnitts-Klischee-Briten: Der wird erst durch einen ganz persönlichen Tick so richtig liebenswert.
twoday.net:moccalover
am 24. Okt, 11:52
Nun, es ist ohne Zweifel richtig, dass in der Schulbildung grosser Wert auf das saubere Erlernen der Schriftsprache gelegt werden muss. Da sage ich nichts dagegen. Der Dialekt gehört nicht an die Schule.
Ich halte den Dialekt nicht für eine Brutstätte von Dummheit oder Lernschwierigkeiten. Sonst müsste man diese Frühenglischversuche auch gleich abbrechen, das verwirrt die Kinder doch auch gehörig. Und das Schriftdeutsche am (deutschen) TV ist für mich auch längst nicht immer über alle Zweifel erhaben.
Es ist einfach so, dass der Dialektgebrauch in der Schweiz - anders als in Österreich - überhaupt nichts Schichtenspezifisches an sich hat; er wird von allen mehr oder minder gleich gesprochen. Und von daher bringt es hier auch nichts, den Dialekt mit Fragen der Bildung/Intelligenz in Zusammenhang zu bringen. Die Bildungsunterschiede in der Schweiz sind - wie überall - vorab kongruent mit Schichtenunterschieden. Also dürfte es auch in anderen Ländern ein Irrtum sein, aus dem Dialektgebrauch vor allem der unteren Schichten auf die dort sicher vorhandenen Lernhemmnisse zu schliessen; diese Hindernisse sitzen nach meinem Dafürhalten ganz woanders.
am 16. Nov, 12:42
Lustig! Ich selber bin Deutscher, habe nie einen Dialekt gelernt, und betreibe als kleines privates Hobby eine Aussprache - Herkunfts - Verbindungsfindung. Da ich das nur zu meinem Vergnügen so mache, und wahrhaftig nicht mit wissenschaftlicher Akribie, ist die Trefferrate natürlich nicht 100% und auch nicht unbedingt sehr genau. Einen Österreicher würde ich an der Aussprache wohl als solchen erkennen, aber einen Steirer vom Tiroler unterscheiden? Also das würde ich wohl nicht hinbekommen.
Ich habe zwei Jahre in Brasilien gelebt, in Rio de Janeiro. Witzig war, daß es dort diese regionalen Sprachunterschiede genauso gab, mit den absolut gleichen Begleiterscheinungen wie hier beschrieben. Ich selber fand das einfach nur interessant. Und auch hier konnte ich relativ bald nicht nur den portugiesisch-sprechenden Engländer vom portugiesisch-sprechenden Deutschen unterscheiden, sondern auch ganz grob die Brasilianischen Regionen zuordnen. Genauso, wie man selbstverständlich bei meinem Portugiesisch immer den Deutschen rausgehört hat. Na und? Meine Frau ist Spanierin, und durch sie weiß ich, daß es diese Unterschiede in Spanien genauso gibt. Ein Andalusier spricht nun man anders als ein Katalane. Na und? Hier möchte ich mal ganz gewaltig eine Lanze brechen für den durchschnitts-Klischee-Briten: Der wird erst durch einen ganz persönlichen Tick so richtig liebenswert.