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Editorial

von Kristina Mittendorfer
Das Wort „Hybrid“, das abgeleitet nichts anderes als „von zweierlei Herkunft“ bedeutet, ist in allen Lebensbereichen zu finden. Egal, ob man von neuen technologischen Entwicklungen, Mischformen der verschiedenen Sprachen oder Kreuzungen zweier Arten im biologischen Sinne spricht, die aktive Entwicklung neuer Mischungen hatte schon immer seinen Reiz. Mit Neugier und Skepsis sind wir ständig auf der Suche nach etwas Neuem. Doch warum die Welt immer wieder neu erfinden, wenn Bestehendes einfach nur gut durchgemischt werden muss, um Neues zu ergeben?

Viel interessanter sind jedoch jene bunten Mischungen, die sich von selbst ergeben. Die fortschreitende Globalisierung lässt die Verschmelzung vieler Lebensarten und Kulturformen von selbst passieren. Eine Fahrt mit der U-Bahn, ein Stadt-Spaziergang oder einfach ein Besuch in unserem Büro – die bunte Mischung an Persönlichkeiten, virtuellen und realen, und im Besonderen deren Sprache, ist einzigartig. Was die Sprache betrifft genügt oft schon ein Dorf, das zwischen den Heimatorten der Bewohner liegt und sowohl Aussprache als auch Formulierungen sind individuell gemischt. Weltweit betrachtet könnte man von einer global angenäherten aber durch die zahlreichen Verschmelzungen von Eigenschaften doch individualistischen Gesellschaft sprechen – einer im Großen und Ganzen guten Mischung eben.
mindestens haltbar 10/2005
Jahrgang 01
Ausgabe 02
ISSN 1816-8159
Autor: Kristina Mittendorfer
Titel: Editorial
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