
I am what I consume
von neuro
Seit einiger Zeit frage ich mich, während ich die Fußgängerzone entlang laufe, wo sind all die Punks und die merkwürdigen Gestalten der früheren Subkulturen abgeblieben? Sind sie erwachsen geworden? Haben sie einen neuen Feind? Haben sie die Fronten gewechselt und haben mit der so von ihnen verachteten Gesellschaft den Frieden geschlossen? Oder hat die Gesellschaft mit Ihnen den Frieden geschlossen und sie fallen einfach nicht mehr auf?
Think different, drink different, be different, cause things are different, simply different, a different world. Aber schön selektiv-different, man nimmt ja nicht alles. Das „being different" wird immer komplizierter. Es kostet Mühe, Umstände und Zeit. Dauerwettkampf zwischen Underground und Mainstream. Auf der Suche nach Etwas, das die eigene Persönlichkeit individueller erscheinen lässt. Denn fast alles ist heute anders. Besser und cooler. Man gehört heute zu Dauerkonsumenten von Dauer-Neuprodukten, die Analogie und die Psychologie des Produktes, wird nicht nur auf Herz und Nieren untersucht, sondern auch auf das anders-sein getuned: be cool, be different, be better. So verkaufen die Produkte eine, durch die Werbemenschen perfekt gestaltete und wahnsinnig konsumpositive Philosophie. Bekenner-Brief. Duftmarke. Watermark-Effekt... I am what I do?
Und so wird, im Handumdrehentempo, die ganze Welt anders. Verpixelung der Welt, durch und durch, Fleck für Fleck, Pixel für Pixel. Konsum-Verpixelung. Und alle machen mit. Was nicht vermarktet wird, wird nicht gesehen und was nicht gesehen wird, geht unter und das Ding mit anders ist gegessen. Weil kein Kontrast. Ohne Kontrast kein Preis. Musik, Stil, Kunst, Handlungen, Aktionen und Interventionen werden zum Ziel der Konsumgesellschaft, die nur darauf wartet, dass man sie in feiner Produktform kaufen kann. Und das bitte schnellstmöglichst, zum nächsten freiverfügbaren Termin. I am what I achieve?
Es wird immer schwieriger und komplizierter. Normen, Regeln und Strukturen liefern die perfekten Voraussetzungen zum dezenten Abtöten von Stil und Persönlichkeit. Die Subkultur-Vermarktungs-Maschine arbeitet präzise und verwischt alle Spuren. Was dabei rauskommt, hat mit anders-sein nichts mehr zu tun: personifizierte Random-Images. Zufallsmenschen. Angriffe auf die Vernunft: zwecklos. Um doch noch ein bisschen Coolness und Anerkennung zu bekommen, kaufen die Menschen genau die Produkte ein, die das Versprechen, womit sie sich kaum noch identifizieren können. Kaufe das und jenes und du bist gut. Du bist interessant, du bist ein Teil der Szene, die Mädchen und die Jungs fangen an nervös zu werden, in deiner Gegenwart. Und so legen sich die Menschen Identitäten an, und alle sind auf einmal so selbstbewusst, autonom, kulturaufmerksam, kontrovers und rebellisch und was weiß ich was alles. Hauptsache das Zeug hält, was verspricht. I am what other people think of me?
Eine der schlimmsten Schauspiele auf der Erde, das ganze. Passive Mitarbeit erwünscht. Mitspieler, junge Männer und Frauen zum Mitmachen gesucht, tolle Prämien erwarten dich. Die wenigen, die da nicht mitmachen, die Trendverweigerer, werden zuerst ignoriert, dann verachtet und wenn das alles nicht hilft, mit Nachahmung bestraft. Bis der Trend, der noch keiner ist, von den Konsumgeiern erkannt, aufgeschnappt wird, verpackt, vermarktet und Brandzeichen drauf. Nächster Teller, nächster Gast, nächste Pizza. Das Gemeine dabei, man kann dem nicht mehr entkommen. Man wird später oder früher, ein Teil der Masse sein die irgendwann mal reizüberflutet, müde und verwirrt da steht, ohne die Möglichkeit, auf sein eigenes Subjektivurteil zu vertrauen. Schlechter Geschmack? Was ist das. Das Misstrauen wird erfolgreich unterdrückt, und alles was die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht: die Authentizität, die Individualität, landet in einem Sammelbehälter mit Ballermann-Sangria, wo alle, mit speziell dafür von Marketing-Menschen entwickelten Strohhalmen, mehr oder weniger genüsslich, dran ziehen. I am one of the gang?
Deswegen ist es auch so schwer, anders zu sein. Man könnte ja versuchen, auf die Dauer extrem anti-trendig zu fahren, Schmalspur, Landweg, uncool und unsexy. Null Sozialneid-Gefahr. Underground-Trends setzen, die so was von extrovertiert sind, die so was von peinlich sind, die sowas von asozial sind, dass sie nie zum Masse-Trend werden. Aber auch diese Schmerzgrenze wird bald überschritten sein. Wenn die das bereits nicht ist. Überschritten. Ich denke an die Klingeltönehysterie, Anorexiekult , Look-like-a-celeb-Sucht und Trash-Tv. Was dir letztendlich bleibt ist die Wahl zwischen intuitivem Ablehnen oder bewusstem Ignorieren, aber das macht die Sache nicht wesentlich angenehmer. I am what I control?
Think different, drink different, be different, cause things are different, simply different, a different world. Aber schön selektiv-different, man nimmt ja nicht alles. Das „being different" wird immer komplizierter. Es kostet Mühe, Umstände und Zeit. Dauerwettkampf zwischen Underground und Mainstream. Auf der Suche nach Etwas, das die eigene Persönlichkeit individueller erscheinen lässt. Denn fast alles ist heute anders. Besser und cooler. Man gehört heute zu Dauerkonsumenten von Dauer-Neuprodukten, die Analogie und die Psychologie des Produktes, wird nicht nur auf Herz und Nieren untersucht, sondern auch auf das anders-sein getuned: be cool, be different, be better. So verkaufen die Produkte eine, durch die Werbemenschen perfekt gestaltete und wahnsinnig konsumpositive Philosophie. Bekenner-Brief. Duftmarke. Watermark-Effekt... I am what I do?
Und so wird, im Handumdrehentempo, die ganze Welt anders. Verpixelung der Welt, durch und durch, Fleck für Fleck, Pixel für Pixel. Konsum-Verpixelung. Und alle machen mit. Was nicht vermarktet wird, wird nicht gesehen und was nicht gesehen wird, geht unter und das Ding mit anders ist gegessen. Weil kein Kontrast. Ohne Kontrast kein Preis. Musik, Stil, Kunst, Handlungen, Aktionen und Interventionen werden zum Ziel der Konsumgesellschaft, die nur darauf wartet, dass man sie in feiner Produktform kaufen kann. Und das bitte schnellstmöglichst, zum nächsten freiverfügbaren Termin. I am what I achieve?
Es wird immer schwieriger und komplizierter. Normen, Regeln und Strukturen liefern die perfekten Voraussetzungen zum dezenten Abtöten von Stil und Persönlichkeit. Die Subkultur-Vermarktungs-Maschine arbeitet präzise und verwischt alle Spuren. Was dabei rauskommt, hat mit anders-sein nichts mehr zu tun: personifizierte Random-Images. Zufallsmenschen. Angriffe auf die Vernunft: zwecklos. Um doch noch ein bisschen Coolness und Anerkennung zu bekommen, kaufen die Menschen genau die Produkte ein, die das Versprechen, womit sie sich kaum noch identifizieren können. Kaufe das und jenes und du bist gut. Du bist interessant, du bist ein Teil der Szene, die Mädchen und die Jungs fangen an nervös zu werden, in deiner Gegenwart. Und so legen sich die Menschen Identitäten an, und alle sind auf einmal so selbstbewusst, autonom, kulturaufmerksam, kontrovers und rebellisch und was weiß ich was alles. Hauptsache das Zeug hält, was verspricht. I am what other people think of me?
Eine der schlimmsten Schauspiele auf der Erde, das ganze. Passive Mitarbeit erwünscht. Mitspieler, junge Männer und Frauen zum Mitmachen gesucht, tolle Prämien erwarten dich. Die wenigen, die da nicht mitmachen, die Trendverweigerer, werden zuerst ignoriert, dann verachtet und wenn das alles nicht hilft, mit Nachahmung bestraft. Bis der Trend, der noch keiner ist, von den Konsumgeiern erkannt, aufgeschnappt wird, verpackt, vermarktet und Brandzeichen drauf. Nächster Teller, nächster Gast, nächste Pizza. Das Gemeine dabei, man kann dem nicht mehr entkommen. Man wird später oder früher, ein Teil der Masse sein die irgendwann mal reizüberflutet, müde und verwirrt da steht, ohne die Möglichkeit, auf sein eigenes Subjektivurteil zu vertrauen. Schlechter Geschmack? Was ist das. Das Misstrauen wird erfolgreich unterdrückt, und alles was die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht: die Authentizität, die Individualität, landet in einem Sammelbehälter mit Ballermann-Sangria, wo alle, mit speziell dafür von Marketing-Menschen entwickelten Strohhalmen, mehr oder weniger genüsslich, dran ziehen. I am one of the gang?
Deswegen ist es auch so schwer, anders zu sein. Man könnte ja versuchen, auf die Dauer extrem anti-trendig zu fahren, Schmalspur, Landweg, uncool und unsexy. Null Sozialneid-Gefahr. Underground-Trends setzen, die so was von extrovertiert sind, die so was von peinlich sind, die sowas von asozial sind, dass sie nie zum Masse-Trend werden. Aber auch diese Schmerzgrenze wird bald überschritten sein. Wenn die das bereits nicht ist. Überschritten. Ich denke an die Klingeltönehysterie, Anorexiekult , Look-like-a-celeb-Sucht und Trash-Tv. Was dir letztendlich bleibt ist die Wahl zwischen intuitivem Ablehnen oder bewusstem Ignorieren, aber das macht die Sache nicht wesentlich angenehmer. I am what I control?


twoday.net:dkg
am 28. Sep, 00:10