
Winkelmesser
von Melanie Müller
Wir kennen sie noch aus dem Mathematikunterricht, meist integriert in das – damals noch – wichtigste Arbeitsgerät und Wurfgeschoss aller Schüler: dem Geodreieck. Doch kaum ist die Matura geschafft, landen Lernutensilien aller Art meist in der untersten Schublade des Schreibtischs und werden maximal aus zwei Gründen wieder hervorgekramt. Entweder beim nächsten Umzug – zwecks Entsorgung - oder zum nächsten Maturatreffen – aus Nostalgiegründen.
Vielleicht wäre es aber an der Zeit für ein Comeback des Winkelmessers, möglicherweise integriert in Laptops, Handys oder iPods, und ausgestattet mit einer neuen Funktion: die Messbarkeit der eigenen Winkeltreue. Wie treu sind wir unserem Blickwinkel in Zeiten, in denen maximale Flexibilität in allen Dingen als erstrebenswert gilt? Wäre da ein Gerät nützlich, das uns hin und wieder darauf aufmerksam macht, wenn wir unseren Idealen untreu werden und unsere Standpunkte aus Opportunismus oder Charakterschwäche verlassen? Oder wäre es schlicht selbstzerstörerisch? Was tun, wenn der Alarm im Kopf nicht mehr vehement genug ist? Elektroschock? Daran wären die 68er wahrscheinlich zugrunde gegangen… Nein, so brutal sollte man nicht vorgehen. Die Realität ist eben kein Wunschkonzert und die Zeiten für Idealisten sind hart.
Aber nehmen wir mal an, man hätte so eine Gerätschaft, die im 2 Jahres-Rhythmus den eigenen Blickwinkel analysiert – vielleicht mittels eines cleveren Fragenkatalogs-, anzeigt, wo wir uns entwickelt und wo wir vom Kurs abgewichen sind. Und wenn wir das nächste Mal vergessen, was uns eigentlich wichtig war, dann weist man uns dezent, aber wirksam darauf hin. Vielleicht durch einen fiesen Piepston oder ein dezentes Blaulicht. Vielleicht wäre das gar nicht so schlecht. Und der Blick in den Spiegel würde nicht irgendwann wehtun…
Vielleicht wäre es aber an der Zeit für ein Comeback des Winkelmessers, möglicherweise integriert in Laptops, Handys oder iPods, und ausgestattet mit einer neuen Funktion: die Messbarkeit der eigenen Winkeltreue. Wie treu sind wir unserem Blickwinkel in Zeiten, in denen maximale Flexibilität in allen Dingen als erstrebenswert gilt? Wäre da ein Gerät nützlich, das uns hin und wieder darauf aufmerksam macht, wenn wir unseren Idealen untreu werden und unsere Standpunkte aus Opportunismus oder Charakterschwäche verlassen? Oder wäre es schlicht selbstzerstörerisch? Was tun, wenn der Alarm im Kopf nicht mehr vehement genug ist? Elektroschock? Daran wären die 68er wahrscheinlich zugrunde gegangen… Nein, so brutal sollte man nicht vorgehen. Die Realität ist eben kein Wunschkonzert und die Zeiten für Idealisten sind hart.
Aber nehmen wir mal an, man hätte so eine Gerätschaft, die im 2 Jahres-Rhythmus den eigenen Blickwinkel analysiert – vielleicht mittels eines cleveren Fragenkatalogs-, anzeigt, wo wir uns entwickelt und wo wir vom Kurs abgewichen sind. Und wenn wir das nächste Mal vergessen, was uns eigentlich wichtig war, dann weist man uns dezent, aber wirksam darauf hin. Vielleicht durch einen fiesen Piepston oder ein dezentes Blaulicht. Vielleicht wäre das gar nicht so schlecht. Und der Blick in den Spiegel würde nicht irgendwann wehtun…


twoday.net:dkg
am 28. Sep, 00:09
am 6. Okt, 12:46
Der Blickwinkelmesser - so wie ich in mir vorstelle - soll einen keineswegs davon abhalten, auch mal unausgetretene Pfade einzuschlagen und sich immer mal wieder neu zu orientieren. Das wäre ja sehr traurig und langweilig! Aber ein wenig mehr Prinzipientreue könnte uns vielleicht auf diesen Wegen auch nicht schaden... und dabei soll er helfen.